| Special! Reviews von AOR über Pop bis Alternative |
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Neulich in Metropolis…
Nachdem ich im Herbst vorigen Jahres das Vergnügen hatte, einen meiner erklärten Lieblingssänger am Firefest erstmals face to face zu interviewen, war die Freude umso größer, Steve Overland anlässlich des Releases der neuen FM-Scheibe „Metroplis“ vor Kurzem an die Strippe zu bekommen. Nach herzlicher Begrüßung kam er sofort auf den Punkt. „So, how do you like the new album?“ Meine uneingeschränkte Euphorie hatte ich in der letzten Ausgabe unseres Magazins zum Ausdruck gebracht, mit dem Loverboy-Zitat „Loving Every Minute Of It“ ist alles gesagt. |
| Den Opener „Wildside“ gab’s bereits als Teaser auf der gleichnamigen EP, für die etablierte Fangemeinde ziemlich heftig und modern. „Wir haben gezielt einen Song ausgesucht, der nicht ins typische AOR-Schema passte, wir waren gespannt auf die Reaktionen. It really did the job, it made people sit up and listen! Natürlich hatten wir auch schon klassische FM-Songs parat, aber wir wollten von Haus aus den Eindruck vermeiden, dass wir auf ,Metropolis‘ nur den alten Sound aufwärmen werden. Immerhin sind seit dem letzten Studio-Album fast 15 Jahre vergangen…“ Die weiteren zwölf Tunes sind Melodic Rock-Highlights nach Strich und Faden, die Selektion persönlicher Favoriten war echt kein leichtes Unterfangen – „Flamingo Road“ ist ein Rocker, wie ihn Paul Rodgers heutzutage gerne für Bad Company geschrieben hätte. „Wir sind alle mit diesem Sound aufgewachsen, sogar unser neuer Lead-Gitarrist Jim Kirkpatrick, um einiges jünger, ist ein massiver Free-Fan. Bei einer unserer letzten London-Shows kam Mick Ralphs auf die Bühne und wir spielten ,Feel Like Makin’ Love‘ – das war fantastisch!“ Das Chor-Intro zu „Over You“ ist so was von gut, der Song ein echter Midtempo-Ohrwurm… „Pete und ich haben den Song schon vor langer Zeit geschrieben und er war gar nicht für ,Metropolis‘ geplant. Wir entdeckten ihn, als wir die Songauswahl so gut wie fertig hatten, hörten uns das Demo an und fanden, dass ,Over You‘ eigentlich ein verdammt guter Song ist – wir haben ihn dann neu eingespielt und ihm den ,FM-Touch‘ verpasst. |
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War die richtige Entscheidung, alle lieben den Song!“ Und was wäre ein FM-Album ohne die packende Ballade? „Natürlich brauchten wir das, auch unsere Plattenfirma bestand darauf (lacht). Merv hat ,Bring Back Yesterday‘ geschrieben und ich finde, er hat einen großartigen Job gemacht.“ Mein absoluter persönlicher Favorit ist „Who’ll Stop The Rain“… „Auch einer meiner Lieblingssongs, sehr melodisch, aber mit ganz schön harten Riffs von Jim. Wir haben ganz bewusst zum Ende des Albums ein paar AOR-Tracks platziert, auch um gewissen Erwartungen gerecht zu werden.“ Den meinigen in allen Belangen, thank you, Steve!
www.fmofficial.com |
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THE BLACK KEYS – „Brothers“ (Universal)
Booklet aufklappen: This is a Black Keys poster! CD durchhören: This is a Black Keys album! The Blues, according to Dan Auerbach & Patrick Carney: „Short, sharp, loud and proud“. Alles beim Alten somit, aber immer aufs Neue mitreißend – der eingeschworene Minimalismus der beiden Youngsters zitiert Roots (z.B. R.L. Burnside) und zerlegt sie unbarmherzig, um sie schlussendlich ins eigene Konzept zu assimilieren. Check it out!
www.theblackkeys.com |
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BIG AUDIO DYNAMITE – „This Is Big Audio Dynamite“ (Sony)
Als Mick Jones als Phönix aus der (Cl)Asche 1985 mit neuer Combo wieder ins Rampenlicht trat, überschlug sich die Musikpresse mit Lobeshymnen: Die Punkroots kamen entschärft als Reggae-/Dub-Versatzstücke mit Pop-Appeal, der Zeitgeist war neu definiert. Die „25th Anniversary (Legacy) Edition“ feiert das Meisterwerk mittels einer Bonus-Disc, rammelvoll mit ultrararen 12-Inch-Mixes, gebührend ab!
www.legacyrecordings.com |
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SCORPIONS – „Original Album Classics“ (Sony)
Fortsetzung der Backkatalog-Aufbereitung fürs kleine Geld: die 70er-, zum Teil gestrichenen Megaseller „In Trance“, „Virgin Killer“ & „Taken By Force“ mit Cardboard Sleeves im Pappschuber. Nach der 5er- kommt nun die noch günstigere 3er-Serie, u.a. auch dabei Journey („Departure“, „Escape“, „Frontiers“) und Toto („Toto“, „Hydra“, „No Turning Back“), Steve Vai, Santana, Willie Nelson, Poco Harry Nilsson… Komplette Album-Credits findet man übrigens auf www.musicmadesimple.info. Macht Sinn!
www.legacyrecordings.com |
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SANDI THOM – „Merchants And Thieves“ (Soulfood)
Bislang als Singer/SongwriterIn mäßig erfolgreich gibt die Lady nun ein kerniges Blues-Statement ab. Die Advance-Promo liefert leider keine Info zu den Begleitmusikanten, die Slide auf „Runaway Train“, das Intro von „Gold Dust“ und auch die feinsinnigen Acoustic-Parts sind von Meisterhand, bei dem Groove-Monster „This Ol’ World“ ist’s glasklar, da greift Joe Bonamassa in die Saiten. Die Sandi hat’s drauf, reinhören zahlt sich aus!
www.sandithom.com |
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THE KINKS – „Everybody’s In Showbiz“,
„Preservation Act 1 & 2“ (Universal)
Als pubertierender Eleve im beginnenden britischen Pop/Rock-Universum hatte ich damals wenig mit den Beatles oder Stones am Hut, die Kinks waren meine Heroen und die Songschreiber-Qualitäten von Mastermind Ray Davies bleiben für mich bis heute unübertroffen. „Everybody’s In Showbiz“ erschien als Doppelalbum mit handverlesenen Liveversionen von Hits („Lola“) und weniger Bekanntem („Acute Schizophrenia Paranoia Blues“) sowie einigen neuen Songs – „Celluloid Heroes“, Rays feinfühlige Hommage an die frühen Hollywoodstars, ist ein Jahrhundertwerk ohne Frage.
Die beiden Konzeptalben „Preservation Act 1 & 2“ nahmen das Thema des 68er-Klassikers „Village Green Preservation Society“ wieder auf und boten einen kritischen, zynischen, aber auch liebevollen Einblick in „the British way of life, as seen by Ray Davies“ mit begleitender Narration des Meisters. Mit „Low Budget“, „Muswell Hillbillies“ etc. kommen weitere Kinks-Scheiben als Neuauflage, allesamt mit Bonustracks versehen.
www.raydavies.info |
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BON JOVI – „Special Editions“ (Universal)
10 (!) Juni-Dates in der Londoner O2-Arena – die 2010 World Tour der Herrschaften bricht alle Rekorde! Als begleitenden Rundumschlag wirft die Plattenfirma den gesamten Backkatalog als Special Edition mit exklusiven Bonus Live Tracks, Vintage Backstage Pass und Online-Zugang zu weiteren Fanzuckerln auf den Markt. Gute Gelegenheit, um sich wieder mal daran zu erinnern, dass Jon, Richie, Tico, Alec (jetzt Hugh) und David mal richtig gut abgerockt haben, bevor sie sich vorrangig der gekonnten, schaumgebremsten Chartorientierung verschrieben. Eine Wien-Show ist noch nicht fixiert, die Hoffnung lebt…
www.bonjovi.com |
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JONNY LANG – „Live At The Ryman“ (Universal)
Nach dem seltsamen, mainstreamigen Soul & Gospel-Output „Turn Around“ und der darauf folgenden Funkstille hatten viele das einstige Bluesrock-Wunderkind abgeschrieben… Mitnichten, Jonny knallte uns Ende letzten Jahres eine Live-Granate vor den Latz, die er nur über seine Website vertrieb und sein Label veranlasste, schleunigst den Vertrag zu erneuern. Somit kommt „Live At The Ryman“ nun offiziell in die Läden und jedermann kann sich davon überzeugen, dass der Bursche wieder auf dem rechten Weg ist: „Blues got Soul“ bringt’s auf den Punkt, geprägt von einer mächtigen, facettenreichen Vocal-Performance und maßgeschneiderter Riff- & Lick-Intensität. Mein Anspieltipp „Don’t Stop For Anything“ sollte auch die letzten Zweifler verstummen lassen. Hot!
www.jonnylang.com |
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PRETTY MAIDS – „Pandemonium“ (Frontiers/Soulfood)
Ähem, „pretty“ sind sie nicht mehr so ganz, die glorreiche Dänen-Combo ist halt auch in die Jahre gekommen. Musikalisch keine Spur von Altersschwäche, im Gegenteil: Zum Aufwärmen ein Donnerschlag mit Over-the-top-Vocals von Ronnie Atkins und Kruppstahl-Riffs von Ken Hammer, die stimmige, harte Kelle regiert ebenso auf den nachfolgenden Midtempo-Hymnen „N.V.U“ & „Little Drops Of Heaven“, bei „Cielo Drive“ heißt’s wieder „Knüppel aus dem Sack“… Die punktgenauen Hooklines und die glasklare Produktion von Jacob Hansen (Volbeat) sind das Tüpfelchen auf dem i – awesome or what!
www.prettymaids.dk |
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VINCE NEIL – „Tattoos & Tequila“ (Frontiers/Soulfood)
Der Mötley Crüe-Frontgaul machte sich die Verunsicherung der Fans ob des Weiterbestands der Hairspray-Ikonen zu Nutze und schob einen Longplayer mit zehn ziemlich coolen Coverversionen von Kamellen wie „Long Cool Woman“, „Who Will Stop The Rain“ & „Viva Las Vegas“ sowie zwei neuen Songs ein – „Another Bad Day“, mit Nikki Sixx als Co-Writer für „New Tattoo“ geplant und dann doch nicht berücksichtigt, und „Tattoos & Tequila“ aus der Feder von Marti Frederiksen, der das Teil mit Vince und Jack Blades produzierte. Im Herbst folgt übrigens Vince Neils Karriere-Beichte gleichen Namens… das kann ja heiter werden!
www.vinceneil.net |
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WISHBONE ASH – „Sometime World – An MCA Travelogue“ (Universal)
Die britischen Twinlead-Urgesteine standen von 1970 bis 1981 bei MCA unter Vertrag und lieferten konsequent alljährlich einen Meilenstein ab: „Wishbone Ash“, „Pilgrimage“, „Argus“, „Wishbone Four“, „Live Dates“… 1974 begann sich das Besetzungskarussell erstmals zu drehen, Ted Turner schied aus und Gitarren-Chef Andy Powell holte sich mit Laurie Wisefield den nächsten kongenialen Sidekick. Besonders bemerkenswert die hier vertretenen Tracks von „Number The Brave“ von 1981, auf dem John Wetton die Bass- und Vocal-Duties übernommen hatte – der einzige Wishbone Ash-Longplayer, der bis dato noch nie offiziell auf CD erschienen ist.
www.wishboneash.com |
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GRATEFUL DEAD – „Crimson, White & Indigo – Philadelphia Juli 7. 1989“ (Warner)
Die unermüdlichen Nachlassverwalter haben ein weiteres Schmankerl ausgegraben! Der komplette Set (auf drei CDs) von der Comeback-Tour nach „In The Dark“ hat vorrangig Songs aus jüngeren Alben und überhaupt außergewöhnliche Spielfreude und musikalische Höchstleistung zu bieten: das frei schwebende „Iko Iko“, der Blues-triefende „Little Red Rooster“ mit furiosem Georgel von Brent Mydland, das selten gespielte „Box Of Rain“ und zum Abschluss „Knockin’ On Heaven’s Door“, nach „Stuck Inside The Mobile With The Memphis Blues“ Jerry Gracias zweite Verneigung dieses Abends vor Meister Dylan. Damit nicht genug gibt’s das Konzert in voller Länge auch noch auf DVD zu erleben. Eine Offenbarung für die Deadheads!
www.dead.net |
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JOHN 5 – „The Art Of Malice“ (Mascot)
Mit seinem vormaligen Brötchengeber Marilyn Manson verbindet John 5 nur mehr die Vorliebe zu Mascara, mit stilübergreifender Versatilität steht der Fender-Endorser den Altvorderen Satriani, Vai, Gilbert & Malmsteen um nichts nach. Ob High Speed Shredding („The Nightmare Unravels“, „I’ll Will Or Spite“), smartes Country Picking just like Albert Lee („JW“) oder spanische Flamenco-Bravour („The Art Of Malice“), John 5 liefert ab, ohne Wenn und Aber. Üben, üben und noch a bissl mehr üben, meine Lieben – die Latte liegt verdammt hoch!
www.john-5.com |
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INNES SIBUN – „The Box Set“ (Zyx)
„No overdubs, completely live, raw & loud the way it should be!“ Der langjährige Robert Plant-Sidekick eröffnet seine erste Livescheibe mit dem Rory Gallager-Cover „A Million Miles Away“ (11:28 vom Allerfeinsten) und ähnlich ausufernd ist auch Willie Dixons „I’m Ready“ ausgefallen. Innes’ Eigenkompositionen müssen sich dahinter keinesfalls verstecken, auch auf „Sooner Or Later“ und „Sweet Disposition“ wird gejammt, was das Zeug hält. British Blues-Power alter Schule, Chicken Shack-, Savoy Brown- und frühe Fleetwood Mac-Verehrer können bedenkenlos zugreifen!
www.myspace.com/innessibun |
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JANE BOGAERT – „5th Dimension“ (Yesterrock/Alive)
„My name is Jane Bogaert, you better not forget“, erklärt die vormalige Miss Switzerland, die 2000 ihr Heimatland beim Eurosong Festival in Stockholm vertrat und als Background-Sängerin u.a. für A-Ha, Thin Lizzy, Al Jarreau und Uwe Ochsenknecht gearbeitet hat. Der Song „I’m A Rockstar“, wie alle übrigen gemeinsam mit Robert Papst und Guenther Skitschak (Dominoe) geschrieben, ist auch Paradebeispiel für den edlen 80ies Classic Rock-Sound von „5th Dimension“ – mit dieser Powerstimme, zwischen Alannah Myles und Shania Twain angesiedelt, und hochkarätigen Gesangspartnern wie Joe Lynn Turner und Jeff Scott Soto kann Jane Bogart rein gar nichts falsch machen.
www.myspace.com/janeybogaert |
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