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NECRONOMICON - The Return Of The Witch (Napalm/edel) Ok, auch wenn das Drumkit etwas zu sehr aus der Konserve klingt und manche Arrangements noch ein bisserl holprig daherkommen (liegt mir hier etwa die Rohversion vor?) blasen die Kanadier auf ihrem neuen Teil trotzdem zur Charmeoffensive. Blastbeat war gestern – hier kommt das ultimative Hochgeschwindigkeitsgerumpel! Ob man das live dann auch so umsetzen kann, wird sich allerdings erst zeigen. NECRONOMICON – nicht zu verwechseln mit den deutschen Thrashern– machen ihre Sache wirklich beeindruckend gut und kommen dabei auch noch ganz schön böse rüber. Die Dur-Akkorde halten sich in Grenzen, wenn Abrissbirnen wie das an BEHEMOTH erinnernde „The Time Is Now“, das mit dröhnenden Kirchenorgeln unterlegte „Necropolis“ oder das großartige Black/Death-Gemetzel „The Order Of The Moon“ an einem vorüberschrammen. Ob das alles nun eher Death oder schon Black ist, bleibt dem Hörer überlassen zu entscheiden – letztendlich ist es eine angenehme Mischung beider Genres, die zwar ab und zu etwas vorhersehbar klingen mag, aber im Ganzen gut weggeht. Freunde der okkulten NILE oder der österreichischen Todesfront BELPHEGOR werden hier vor Freude jauchzen, endlich wieder mal ein richtig schirches Album. „The Return Of The Witch“ ist trotz seines teilweise sehr sterilen Sounds ein Vorschlaghammer, wie man ihn sich als geneigter Metaller schöner nicht wünschen kann, da duldet man auch hier und dort mal einen gotischen Hintergrundgesang. Passt, das. /www.myspace.com/necronomiconmetal Mike DEMIANS - Mute (Inside Out/EMI) Nachdem sich der französische Eigenbrötler Nicolas Chapel im Vorprogramm der letztjährigen PORCUPINE TREE-Tour einem breiteren Publikum vorstellen konnte, folgt nun der damals angekündigte zweite Geniestreich von DEMIANS – immer noch mehr Projekt als Band. Schon alleine die Tatsache, dass Nicolas alle Instrumente im Alleingang komponiert und auch einspielt, macht „Mute“ zu einem relativ eigenständigen Album. Im Gegensatz zum vielgelobten Vorgänger „Building An Empire“ finden sich in den neun neuen Songs aber viel mehr Ecken und Kanten, was DEMIANS des öfteren in die Nähe von MUSE oder PEARL JAM rückt – ohne sich aber bewusst mit einer dieser Bands auseinander zu setzen, geschweige denn zu kopieren. „Swing The Airwaves“ ist ein guter Opener, der über sieben Minuten den Spannungsbogen gekonnt aufbauen und auch halten kann. Das rockige „Feel Alive“ oder das fast schon zu kommerzielle „Tidal“ etwa wäre vor zwei Jahre noch nicht denkbar gewesen. Dem gegenüber steht aber die sich langsam aufbauende Pianoballade „Black Over Gold“, die - fast schwebend - ein wenig in die Richtung von RADIOHEAD schielt, oder auch das eigenwillige, sperrige „Overhead“. Unterschwellig an die NINE INCH NAILS erinnernd, scheppert das auf einer handvoll Pianoakkorden aufbauende „Rainbow Ruse“ bedrohlich daher, auch das Dämonen beschwörende Perkussion-Massaker „Hesitation Waltz“ geht in eine ähnliche Richtung – Seelenstrip á la DEMIANS eben. Zum Glück entlässt uns „Mute“ mit dem vergleichsweise süßlichen Piano-Stück „Falling From The Sun“ in die musikalische Ungewissheit. Nicolas Chapel verlässt diesmal bewusst den Pfad des reinen Progrock, lässt all seine über die Jahre aufgesogenen Inspirationen in die Songs einfließen und kreiert ein weiteres mal seinen ureigenen Klangkosmos, legt sich die Latte ein weiteres mal unerreichbar hoch. Mit diesem Wunderkind wird man noch schwer rechnen müssen und man darf auf die nächste Tour gespannt sein! http://www.myspace.com/demiansmusic Mike THULCANDRA - Fallen Angel’s Dominon (Napalm/edel) Es lässt sich nicht abstreiten, dass das germanische Trio (das sich inzwischen mit DARK FORTRESS-Drummer Seraph verstärkt hat) eine ziemliche Vorliebe für DISSECTION hat. Das geben THULCANDRA auch offen zu, und die Band sollte nach dem Selbstmord von Gitarrist Jürgen Zintz im Jahr 2005 eigentlich gar nicht mehr existieren. Aber die Zeit heilt alle Wunden, und so legen uns die Landshuter ein Debütalbum vor, das sämtlichen nordischen Möchtegern-DISSECTION-Kopisten das Blut in den Adern gefrieren lassen wird. Nicht nur, dass V.Santura (DARK FORTRESS, TRIPTYKON) den Mittneunziger-Todessound perfekt eingefangen hat und das blaue Covermotiv von Kristian Wahlin irgendwie an das von „Storm Of The Light’s Bane“ erinnert - der ganze Aufbau der Songs, die Soli, die Riffs, die Breaks, die Bridges –einfach alles hier lässt Jon Nödtveidt zumindest im Geiste wieder auferstehen. Allein der Opener „Night Eternal“ sagt eigentlich alles und die hier vorgegebene Richtung ändert sich auch nicht mehr wirklich. THULCANDRA klingen irgendwie wie aus einer anderen Zeit, und vielleicht ist das ihre große Stärke – man kauft ihnen die Chose ohne viel Überlegen ab. Das überirdische „Frozen Kingdom“ (so klingt es also, wenn IRON MAIDEN Black Metal zocken würden...) sollte man ebenso wenig verpassen wie das ebenbürtige „Spirit Of The Night“ und das rasante „Legions Of Darkness“. Da ist auch eine (relativ gelungene) Neu-Einspielung von „The Somberlain“ nur noch Formsache. Black-/Death-Affiniciados der ersten Stunde und unverbesserliche Nostalgiker dürften hier genauso mit der Zunge schnalzen wie Neuentdecker. Kaufen, kaufen, kaufen! www.myspace.com/thulcandrametal Mike INSIDIOUS DISEASE – Shadowcast (Century Media/EMI) Bei dem Personal, das hier zum Tanz aufspielt, könnte man den ausgelutschten Begriff „Supergroup“ wieder mal nach belieben strapazieren. INSIDIOUS DISEASE rekrutieren sich nämlich aus – Achtung! – Silenoz (DIMMU BORGIR), Marc Grewe (MORGOTH), Jardar (OLD MANS CHILD), Shane Embury (NAPALM DEATH) und Tony Laureano (NILE) – noch Fragen? Dass es dann ein mehr oder weniger heftiges Brett ist, was hier gefahren wird, wundert dann auch niemanden mehr. Zwar kann man nicht unbedingt vom „brutalsten Stück Death Metal des Jahres“ (a la Factsheet) sprechen und auch nicht von der Summe aller Teile, aber immerhin wuchtet uns der Fünfer ein sowohl zeit- als auch kompromissloses Todes-Teil vor die Fresse. Hier sind alte Hasen am Werk, und das hört man zu jeder Sekunde. Da geht’s nicht um billige Effekthascherei, sondern um den guten, gepflegten Death Metal-Song als solches. Ob das dann im durchwegs flotten Gehoppel (der Opener „Nuclear Salvation“ und das wie eine BOLT THROWER/NILE-Melange tönende „Abortion Stew“), in beschaulicher Midtempo-Brutalität (das DEATH-lastige „Boundless“ sei hier verwähnt) oder in UNLEASHED-artigem Galopp („Rituals Of Bloodshed“) seinen Niederschlag findet, ist echt völlig wurscht. „Shadowcast“ ist ein feines Stück Hartwurst, wobei alle Beteiligten hörbar ihr Wörtchen mitgeredet haben und als Resultat die perfekte Fusion aus altem und neuem Death Metal rauskommt. Jetzt bitte noch live aufkreuzen, und alle sind happy. http://www.myspace.com/insidiousdisease Mike EDENBRIDGE - Solitaire (Napalm/edel) Im Symphonic Metal – vor allem jener mit Weibsgesang – ist bereits alles gesagt worden und die meisten Combos fristen heute schon wieder eher ein Schattendasein. Es sei denn, eine Band ist entweder innovativ oder hat sich über die Jahre einen Namen gemacht, der für Qualität bürgt, so wie die Österreicher EDENBRIDGE. Wer die vorangegangenen Werke von Mastermind Lanvall und Goldkehlchen Sabine Edelsbacher mochte, wird auch den Griff zu „Solitaire“ nicht bereuen. Eingängiger, unkomplizierter Breitwand-Metal nah am Kitschabgrund, aber immer noch glaubhaft. Herausgreifen kann man den gelungenen Opener und Titeltrack, das epische „Skyline’s End“ mit seinen orientalisch-folkloristischen Vibes, das flott dahergroovende „Further Afield“ mit geilen Gitarrenriffs zwischendurch, und das relativ harte „A Virtual Dream“ (für mich der beste Song hier – heavy, hymnisch, herzhaft, so wie es sein soll!). Das als Single fast prädestinierte „Higher“ sollte auch nicht unerwähnt bleiben. Lanvall schreibt seine Songs eigentlich nach einem relativ simplen, aber immer effektiven Muster. Vieles ist zwar vorhersehbar und unspektakulär, aber die Tatsache, dass EDENBRIDGE mittlerweile wie KAMELOT mit Weibsgesang klingen, ist angenehm, und der Grossteil der neun Tracks von „Solitaire“ (Intro und Outro lass ich mal außen vor) ist im oberen Qualitätsbereich anzusiedeln. Dass dieser Umstand gerade heute, wo wir Bands wie den völlig zu Unrecht gehypten INDICA in den Allerwertesten kriechen, doppelt soviel zählt, erklärt sich wohl von selber. Für den glasklaren Sound zeichnet übrigens niemand geringerer als TRESHOLD-Gitarrist Karl Groom verantwortlich, und PINK CREAM 69-Basser Dennis Ward half an den Vocals aus. Mike
Ich könnte auf Anhieb gar nicht sagen, an wen oder was mich die aus London stammenden Exil-Spanier BREED77 erinnern. Ein Umstand, der schon mal sehr für die Band spricht. Das Quintett leugnet seine Wurzeln nicht, streut immer wieder orientalische Parts und Flamenco-Versatzstücke in ihre Songs ein – nur um im nächsten Moment mit der Power Metal Abrissbirne aufzufahren und die Erwartungshaltung des verdutzen Hörers völlig zu zertrümmern. Im Grunde ist es eigentlich straighter Heavy Metal, den BREED77 uns hier kredenzen. Die große Stärke der Band liegt darin, diesen jedoch zu keinem Zeitpunkt langweilig oder abgelutscht zu präsentieren. Man kann den Spannungsbogen vom Beginn bis zum Schluss halten, immer wieder durch geschickte Twists und Turns die Aufmerksamkeit auf die mitunter doch progressiven Songstrukturen lenken. Paul Isola’s Gesangsspektrum reicht vom hässlichen Gegrunze bis zum melodiösen Cleangesang annähernd über drei Oktaven, und durch die hörbaren Multikulti-Einflüsse klingt nicht nur der Titelsong irgendwie nach ORPHANED LAND, in deren Dunstkreis BREED77 am ehesten anzusiedeln sind. „Insects“ kann man dadurch Metal-Puristen genauso ans Herz legen wie Leuten, die mal wieder ein wenig was anderes als die gängige Nullachtfuffzehn-Hartwurst auf ihrem Teller haben wollen. Diese Truppe sollte – nein: muss! – man unbedingt im Auge behalten, und wenn´s geht auch live abgreifen! Zum Anchecken empfehle ich das Opener-Duo „Wake Up“/“The Battle Of Hatin“, den perkussiv behübschten Melo-Killer „New Disease“ , das großartige Folk-Metal-Instrumental „In The Temple Of Ram: Rise Of The Bugs“ sowie den heimliche Hit “Forever”. Wer zu guter Letzt noch „Zombie“ von den CRANBERRIES so gekonnt ins Metal-Fach transportiert, kann nur Kult sein! http://www.myspace.com/breed77 Mike RAVEN - Walk Through Fire (Steamhammer/SPV) Egal, wie auch immer man bislang das Werk und Wirken dieser Briten betrachtet hat: die Tatsache, dass RAVEN ihr mittlerweile 35jähriges(!) Bandjubiläum feiern können, verdient höchsten Respekt. Doch nicht nur das gilt es zu honorieren, auch ihr brandaktuelles (ja, ich weiß, so neu ist die Scheibe gar nicht mehr, schließlich durfte sich der asiatische Markt schon vor mehr als einem halben Jahr daran erfreuen) Album „Walk Through Fire“ lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass wir es hier mit einer mehr als nur quicklebendigen Formation zu tun haben. Das Trio, das seit seinen Anfängen für überaus imposante und energiereiche Musik und Live-Auftritte bekannt ist, hat es einmal mehr geschafft, die schier unbändige Kraft und Spielfreude in neue Kompositionen zu transferieren. Ganze 14 Stück (und ein Intro) gibt es zu bestaunen, oder besser gesagt zu „bebangen“ - einmal mehr der Beweis, dass RAVEN nicht umsonst schon vor langer Zeit das Etikett „Athletic Rock“ für ihren Stil verpasst bekommen haben. Durch die Bank locker aus der Hüfte, aber dennoch ungemein dynamisch, werden die Tracks von den Gebrüdern John und Mark Gallagher und Schlagzeug-Ikone Joe Hasselvander in ihrer ureigenen, mitreißenden Machart vorgetragen und dabei lassen die Herren permanent auf ein baldiges Umsetzten dieser Energie auf den hiesigen Bühnen hoffen. Denn bei allem Dampf, den RAVEN-Alben entstehen lassen, muss dennoch angefügt werden, dass dieses Trio offenbar für die Bühne geboren ist und dort kommen auch die Tracks von „Walk Through Fire“ mit Sicherheit ganz besonders zur Geltung! Walter
TRASHCANNED – Key To The Paradox (Terrasound Records) Die Niederösterreicher TRASHCANNED zeigen mit ihrem zweiten Studioalbum, dass es neben BELPHEGOR, HOLLENTHON oder THE SORROW durchaus weitere Anwärter auf einen länderübergreifenden Bekanntheitsgrad gibt. Die Songs auf vorliegendem Silberling bewegen sich musikalisch irgendwo zwischen IN FLAMES, DARK TRANQUILLITY und seltener AMON AMARTH. Besonders überzeugend wirkt die Arbeit von Shouter Tim Sklenitzka, der seine Stimme als weiteres Instrument in die Songs einfügt, was wünschenswert ist, aber bei weiten nicht jedem Death Metal Growler gelingt. Auch die Gitarrenfraktion weiß zu gefallen, wobei die Riffs selten, aber doch ein wenig „gekünstelt“ klingen. Das dürfte aber wohl an der Produktion und nicht am Können der Musiker liegen, denn beim Großteil der Tracks werken der Herr und die Dame in bester Göteborg-Manier. Die Produktion ist bis auf die kleinen Mankos bei den Gitarren ebenfalls sehr gut gelungen und kann ohne Probleme mit internationalen Standards mithalten. Einzig beim Songwriting gilt es meiner Meinung nach, noch ein wenig mehr persönliche Note einfließen zu lassen, wobei ich aber zugeben muss, dass die Schwedenmucke, der sich TRASHCANNED verschrieben haben, wenig Spielraum für Ausgefallenes bietet. Wenn aber das angesprochene Euzerl Eigenständigkeit in Zukunft verwurstet wird, dann dürfte das Nachfolgewerk von „Key To The Paradox“ wohl ein Knaller auf internationalem Niveau werden! Anita ELIMINATION - Destroyed By Creation (Rising Records) Der Bandname lässt sofort an die „alte Schule” des Thrash Metal denken, während mir das Label dieser Truppe bisher als Lieferant von eher „zeitgemäßen“ Thrash-Klängen aufgefallen ist. Von daher erwartete ich von diesem Quintett aus Ipswich ein mehr oder weniger allumfassendes Thrash-Brett - und ein solches bekommt man auch geboten. Hinsichtlich der Inspirationsquellen scheint sich der Fünfer weniger in der Heimat umgesehen zu haben als viel mehr in den USA, sehr wohl aber auch in Zentraleuropa. Das Spiel der Gitarristen Daz Abbott und Dave Spicer lässt vorwiegend an Größen aus der Bay Area denken, zum Teil kommt die Chose aber auch „teutonisch“ daher, die Namen DESTRUCTION und KREATOR dürften den Briten ein Begriff sein. Hinsichtlich der „Aktualität“ lässt sich feststellen, dass so manche Passage an 90er Jahre-Thrash erinnert, wobei es vorwiegend TESTAMENT zu jener Phase sind, die hier erwähnt werden müssen. Die sauber ausgeführte, durchaus zeitgemäße und keineswegs bewusst auf „alte Schule“ getrimmte Produktion tut dem Gesamteindruck ebenso gut, wie die Tatsache, dass es den Burschen - zumindest zum Großteil - gelungen ist, nachhaltige, in Erinnerung bleibende Songs zu komponieren. Wenn auch die ganz großen Momente noch fehlen, dürfen sich diese Jungs glücklich schätzen, mit diesem Debüt einen respektablen Einstand in der Szene abgeliefert zu haben. http://www.myspace.com/eliminationband Walter SAVATAGE – Edge Of Thorns / The Wake Of Magellan (Re-Releases (ear musc/edel)) Wieder einmal werden die Alben der Kultband um Jon Oliva neu aufgelegt, den Unterschied zur jeweiligen Original-Scheibe bzw. zu früheren Wiederveröffentlichungen machen die Liner Notes und Bonus-Tracks aus. Über Sinn oder doch Unsinn dieser VÖ-Politik kann lange diskutiert werden. Über die Qualität von Savatage weniger. Den Auftakt dieser Re-Releases Serie bilden – warum auch immer – die Alben „Edge Of Thorns“ und „The Wake Of Magellan“. Ersteres markierte anno 1993 das erste Album mit Goldkehlchen Zak Stevens – und zugleich das letzte mit Gitarrist Criss Oliva, der im selben Jahr bei einem Autounfall ums Leben kam, was die bei Savatage ohnehin stets hohe emotionale Komponente hier noch ein Stück höher schraubt. Criss legt bei fantastischen Kompositionen wie „He Carves His Stone“ oder „Follow Me“ noch einmal Zeugnis seiner Einzigartigkeit ab und brilliert mit einem genialen Mix aus Technik und Gefühl. Zak indes singt sich schon mit dem grandiosen Opener und Titelstück in die Herzen aller Fans und besteht die Feuertaufe bei härteren Parts genauso wie auf den für die Band nicht minder typischen, wunderschönen Balladen („All That I Bleed“, Sleep“). Neben bereits genannten Nummern darf auch noch „Damien“ als persönlicher Anspieltipp (wer immer die noch braucht... ok, Einsteiger und junge Fans vielleicht) genannt werden, wobei: der „Anspieltipp“ an sich ist eigentlich das ganze Album. In einem durch – und dann noch mal. Bonus Tracks: Akustik-Versionen von “All That I Bleed” und “If I Go Away” Feierte Mister Stevens auf “Edge Of Thorns” noch seinen erfolgreichen Einstand, bleibt „The Wake Of Magellan“ nur vier Jahre später auch schon wieder sein letztes Album mit der Band (was er zum Zeitpunkt der Aufnahmen aber natürlich noch nicht wusste, die Trennung erfolgte erst im Jahr 2000). Mit dem Vorgänger-Werk „Dead Winter Dead“ (kompositorisch und musikalisch top, aber der Metal-Anteil lässt doch zu wünschen übrig ;-) konnten Savatage große Erfolge erzielen und auch das Trans-Siberian Orchestra erfreute sich immer größer werdender Popularität. Ob dieser „Vorgeschichte“ also keine wirkliche Überraschung, dass auch „The Wake Of Magellan“ wieder ein sehr bombastisches, „klassisches“ Konzept-Album wird, welches für den Verfasser dieser Zeilen aber – wohlwissend, dass er da nicht mit allen Sava-Fans einer Meinung ist – zu den Höhepunkten der Band-Discographie zählt (auch wenn die Magie früherer Werke natürlich schon alleine wegen Criss´ Tod nie wieder erreicht werden kann). Schon der – für Live Konzerte aber so was von aufgelegte – Start in die Platte mit „The Ocean“ und „Welcome“ sorgt für Gänsehaut und auch die folgenden Songs „Turns To Me“ und „Morning Sun“ schreien nach Power Rotation, wenn man die anfängliche Sperrigkeit mal überwunden hat. Weiteres Highlight: der fast schon „doomig“ eröffnende und sich im Laufe seiner 6 Minuten zur intensiven Hymne steigernde Titeltrack, der zu aller Glückseligkeit am Ende auch noch mit Savatage-only-Kanon-Gesang zu begeistern weiß. Wie auch das finale „The Hourglass“. Man verzeihe mir die abschließende Standard-Phrase, aber hier trifft sie nun mal zu: Großes Kino. Bonus Tracks: Akustik-Versionen von „Desirée“ und „Stay“ Andi AMORPHIS – Forging The Land Of Thousand Lakes (Nuclear Blast Records) Zum 20-jährigen Bandjubiläum haben AMORPHIS eine Doppel-DVD auf den Markt gebracht. Silberling 1 präsentiert die Band in Höchstform auf einem Gig in heimatlichen Gefilden im finnischen Oulu. Der Livemitschnitt lässt keine Wünsche offen, es sind sämtliche Kracher der Band wie „Silver Bride“, „Black Winter Day“, „House of Sleep“ oder „My Kantele“ zu sehen und wenn man sich an den etwas eigenwilligen Livesound der Jungs (manchmal hapert es zumindest bei mir am Erkennen der Nummern … und das liegt nicht am übermäßigen Alkoholgenuss!!! (natürlich nicht... Andi)) gewöhnt hat, gibt es kein Halten mehr. Der zweite Rundling zeigt eine weitere Liveshow und zwar wurde diese beim Summer Breeze Open Air 2009 aufgenommen. Andere Location, neuer Flair, aber die gleiche Band mit einer Spielfreude und einer mitreißenden Ausstrahlung, die zu begeistern weiß! Weiters bietet der zweite Teil der DVD Box eine Doku, bei der auch Ex-Mitglieder der Band zu Wort kommen, sowie Videoclips und eine Photo Gallery. AMORPHIS sind trotz dezent wechselnder Sounds nach wie vor eine Institution im Metal und haben mit „Forging The Land Of Thousand Lakes“ einen eindrucksvollen Beweis für diese These erbracht. Ein Hoch auf die nächsten 20 Jahre! Anita NEVERMORE - The Obsidian Conspiracy (Century MediaEMI) Meine Güte, ist “This Godless Endeavor” wirklich schon wieder fünf Jahre her? Trotz dieser halben Ewigkeit haben NEVERMORE ihr Handwerk aber natürlich nicht verlernt. Auch auf ihrem siebten Langspielwerk bleibt die Metal-Institution aus Seattle dem treu, was ihren Erfolg bislang ausgemacht hat: mächtige Gitarrenwände im Duell mit Stakkato-Doublebass, durchwegs in ernsterem Tonfall dargebotene Breitwand-Riffgewitter, mitten drin Warrle Danes’s unverkennbarer, immer ein wenig weinerlicher Gesang. „The Termination Proclamation“ geht gleich mal gut weg, „Moonrise (Through Mirrors Of Death)“ markiert einen ersten Höhepunkt: dieser Track sollte in Kürze selbst in der hinterletzten Metal-Bauerndisco aus den Boxen wabern! „And The Maiden Spoke“ kann ebenfalls mit einem guten Melodie/Härte-Verhältnis aufwarten. Dann wird ein wenig vom Gaspedal gegangen, „The Blue Marble And The New Soul“ und „The Day You Built The Wall“ haben einen leicht episch-balladesken Unterton, bremsen den Song-Fluss ein wenig, sind nicht ganz so überragend wie der Rest. Das Abschluss-Duo „She Comes In Colors“ und der göttliche Titeltrack zeigen jedoch noch einmal, warum NEVERMORE so leicht keiner mehr das Wasser reicht: so und nicht anders soll anspruchsvoller Metal sein! „The Obsidian Conspiracy“ geht trotz gelegentlichen, kleineren Abstrichen auch glatt als Volltreffer durch. Da weiß man halt, was man bekommen tut. Mike KARMA TO BURN – Appalachian Incantation (Napalm/edel) Nach der viel umjubelten Reunion voriges Jahr wuchten die Stoner-Individualisten aus West Virginia nun auch ein neues Album auf den Gabentisch. Und es scheint, als wären seit „Almost Heathen“ (2001) keine drei Sekunden vergangen. Rich Mullins, Will Mecum und Rob Oswald schaffen es auch diesmal mit ihren fast rein instrumentalen Tracks den Hörer sofort auf ihre Seite zu bringen: nach kurzer Zeit wähnt man sich in der Proberaum-Garage und kann förmlich die Energie dieser spontanen Jam-Session spüren! Für zwei Songs hat man Daniel Davies von LONG YEAR DISASTER ans spinnwebenbehangene Mikro geholt: „Waiting On The Western World“ und „Two Times“ haben dadurch den Status, den Instrumentalnummern auf normalen Platten haben. Ganz ehrlich: manchmal wünscht man sich zwar Gesang in den erdigen Geradeausrockern, andererseits kann man dem Trio eine gewisse Hartnäckigkeit nicht aberkennen, mit der es seine Masche durchzieht. Dass mit dem ehemaligen KYUSS-Bassisten Scott Reeder hier ein Mann des Fachs an den Reglern saß, äußert sich in der spontanen, staubigen und ehrlichen Produktion, die ohne viel technischen Schnickschnack ein 1:1-Klangerlebnis garantiert. Eine limitierte Erstauflage mit Bonus-CD wird’s auch geben, da hat dann sogar Genre-Altspatz John Garcia (KYUSS, UNIDA) einen kleinen Gastauftritt. Wer also KARMA TO BURN schon vor ihrem Split mochte, der wird auch mit „Appalachian Incantation“ reich beschenkt. Von den wie immer traditionell nur mit Nummern versehenen Instrumentals kann ich mich am ehesten mit dem flotten „Forty Three“ und dem BLACK SABBATH-lastigen „Twenty Four“ anfreunden, wie erwähnt wäre ich ja für mehr Gesang. Aber das ist halt Ansichtssache, und den drei Jungs wird’s wahrscheinlich auch relativ wurscht sein. Mike THUNDERSTONE - Dirt Metal (Steamhammer/SPV) Im Jahr 2007 standen diese Finnen knapp vor dem ganz großen Durchbruch auf internationaler Ebene. Nicht nur, dass man bei Nuclear Blast unter Vertrag stand und mit „Evolution 4.0“ ein wirklich feines Album anzubieten hatte, man versuchte auch, es den Landsleuten von LORDI nachzumachen und nahm an der Vorausscheidung für den „Eurovisions Songcontest“ teil. Dabei reichte es zwar leider nur zum zweiten Platz in der finnischen Ausscheidung, doch das war nicht wirklich das Problem, das sich für Bandchef Nino Laurenne einstellen sollte. Er sah sich bald darauf mit der Tatsache konfrontiert, dass Sänger Pasi Rantanen, der den Stil der Band bis dahin entscheidend mitgeprägt hatte, das Handtuch geworfen hatte und sich mit ihm auch Keyboarder Kari Tornack aus dem Staub machte. Da es sich als nicht gerade einfach herausstellte, einen Mann von Ranatanen’s Klasse für das Mikro zu finden, mussten Laurenne und seine Mitstreiter bis über die Landesgrenzen hinaus auf „Jagd“ gehen und wurden schließlich in Schweden fündig, wo sie mit Rick Altzi (geniales Pseudonym! Wenn er alt ist, kommt er ins Altzi-Heim... Andi) handelseinig wurden. Rick, ein recht umtriebiger Zeitgenosse, der bereits bei AT VANCE, SANDALINAS und FREQUENZY seine Stimme erklingen ließ, verfügt über ein wesentlich raueres und rockigeres Organ als sein Vorgänger, weshalb sich auch „Dirt Metal“ von dem, was zuvor unter dem Banner THUNDERSTONE erschienen ist, unterscheidet. Man merkt der Truppe zwar selbstredend immer noch ihre langjährige Kompetenz an, einprägsame Kompositionen mit hohem Bang-Potential vom Stapel zu lassen, doch dermaßen „dreckig“ (der Titel ist wohl durchaus als Programm zu betrachten) klangen THUNDERSTONE noch nie. Man darf gespannt sein, wie die Geschichte der Truppe weitergehen wird. Meiner Meinung nach hat man auch in der aktuellen Besetzung fraglos das Zeug dazu, ganz nach oben zu kommen, denn an zwingenden Momenten ist auch dieses Stück „Drecksmetall“ überaus reich. Walter THE NOTHING - No Way Out (Eigenproduktion) Im Osten Österreichs zählt dieser Vierer durch einige Gigs und Bandwettbewerbsteilnahmen bereits zu den bekannteren Formationen und nach einem ersten Demo namens „Demon“, das im Jahr 2008 aufgenommen wurde, legt das Quartett nun auch veröffentlichungstechnisch nach. „No Way Out“ wurde in den Wiener „Hinterhof-Studios" eingespielt und verfügt über einen, für Bands auf diesem Level, überdurchschnittlich druckvollen Sound. Man merkt den Burschen an, dass sie verdammt gut aufeinander eingespielt sind und zudem lässt sich auch ihre Bühnenerfahrung nachvollziehen, schließlich haben THE NOTHING vier Songs anzubieten, die sofort gleichermaßen in Richtung Gebein und Nackenmuskulatur abzielen. Mit dem Groover „Cannibalized“ geht es vom Härtegrad her in Richtung METALLICA zur „Load / Reload“-Phase, ehe es mit „Radio Hell“ Gesangs- wie auch härtetechnisch noch eine Spur deftiger wird. „Unnamed“ enthält dann rhythmische Strukturen, die auch von Größen wie DISTURBED stammen hätten können, allerdings sei angemerkt, dass THE NOTHING ansonsten generell doch eher in der alten Schule verankert sein dürften, nachzuhören auch in den unzähligen feinen Soli. Mit dem Rauswurf „Under The Spell Of Hell“ offerieren die Burschen dann auch noch ihre dunklere Seite und lassen uns ein atmosphärisch dichtes, harmonisch arrangiertes Stück Heavy Metal zu Gehör kommen, dessen Inspiration eher aus der düsteren Ecke zu stammen scheint. In Summe haben THE NOTHING also ein sattes und auch abwechslungsreiches Stück Metal anzubieten, bei dem sich zum Glück weder der Titel, noch der Bandname selbst, als programmatisch erweisen. Sondern eines, das eine mehr als nur solide Basis für die Zukunft darstellt. Walter SOULFLY - Omen (Roadrunner/Warner) Hat Max Cavalera jetzt etwa seine Punk-Roots entdeckt? So unvermittelt und brachial wie der Opener „Bloodbath & Beyond“ wegbrettert, hat das erst mal gar nix von SOULFLY. Aber Max wäre nicht Max, wenn er sich nicht auch auf „Omen“ irgendwie weiterentwickelt hätte. Diesmal hat der gute Mann seinen Ethno-Punk-Metal-Cocktail um ein paar Nuancen in Richtung Vergangenheit erweitert: noch nie klangen SOULFLY thrashiger, deathiger und rotziger wie auf „Omen“. Gutes Beispiel: das rasante „Vulture Culture“ ist purer Punk mit ein paar Gitarren-Soli. Auch das siebente Output des brasilianischen Eigenbrötlers hat unverkennbar die Trademarks seiner Vorgänger: eingängige, jederzeit nachvollziehbare Songstrukturen, Tribal-Einschübe (die sich aber diesmal in überschaubaren Grenzen halten), ein Killer-Riff nach dem anderen und über allem thront wie immer Max’ unverkennbares Aggro-Organ. DILLINGER ESCAPE PLAN-Schreihals Greg Puciato hat bei „Rise Of The Fallen“ (welch gottgleiche Übernummer!) ausgeholfen und Tommy Victor macht „Lethal Injection“ zur perfekten „SOULFLY goes PRONG“-Überraschung etwas abseits der normalen Spur. Das flotte „Great Depression“ erinnert ein wenig an GRIP INC., und „Jeffrey Dahmer“ und „Off With Your Head“ sind typisch straighte, schnörkellose SOULFLY-Kost. Man darf Max Cavalera mögen oder nicht – aber „Omen“ ist schlicht und ergreifend ein großes Ausrufezeichen von einem Album. Mike BASANOS – Instincts (Noisehead Records / Rebeat) “Ungefiltert, roh und ehrlich wie der Hieb eines Vorschlaghammers auf den Mastdarm“, so beschreiben die Wiener BASANOS im Promo-Text ihre Musik (ja, so ein Hieb eines Vorschlaghammers auf den Mastdarm hat schon was verdammt ehrliches an sich... Andi). Das klingt nach Schmerzen in der Magengrube, bezieht sich aber zum Glück nur auf die überaus aggressive Gangart, mit der die Truppe los brettert. Die musikalische Darbietung selbst ist dagegen zum Glück weit davon entfernt ,auch nur im Ansatz Schmerzen zu bereiten, sieht man einmal von einer überstrapazierten Nackenmuskulatur ab, die bei mangelhaftem Aufwärmprogramm durchaus Schaden erleiden könnte. Zu „Instincts“ bangt man sich nämlich über die gesamte Laufzeit der elf Tracks förmlich in Richtung des nächsten Chiropraktikers, vorausgesetzt natürlich, man kann sich mit der Gangart der Burschen identifizieren. Die Wiener haben sich nämlich mit Haut und Haar dem fett groovenden Metal in unterschiedlicher, aber durchwegs brachialer Machart verschrieben. Damit werden sie vorwiegend jene Klientel ansprechen können, die neben derberen PRONG und früheren MACHINE HEAD vorwiegend auf PANTERA und Konsorten eingeschworen ist, sowie darüber hinaus auch aufgeschlossene und Groove-affine Doomcore-Maniacs. Die Riffs donnern in Manier einer Straßenwalze über den Zuhörer hinweg, und jeder, der davon noch nicht geplättet ist, wird es von der dazugehörigen ultra-tighten Rhythmusfraktion, die für ebenso Punch ohne Ende sorgt (wenn net, kann immer noch der Hieb eines Vorschlaghammers auf den Mastdarm für zusätzlichen Punch sorgen, Andi). Für Abwechslung ist aber dennoch gesorgt, zumal BASANOS ihr Tempo immer wieder ganz famos zu wechseln wissen und vor allem dann, wenn sie gen Doom abdriften dermaßen intensiv wüten, dass es eine wahre Freude ist. Liegt New Orleans näher als ich dachte? Walter VALSANS – Sword (Eigenproduktion) Auf diesem Album wird „True“ Metal geschmiedet, keine Frage, und das ohne Kompromisse. Auf andere Ideen kommt aber ohnehin nicht, selbst wenn einem der Name VALSANS noch kein Begriff ist, denn der programmatische Titel sowie das perfekt dazu passende Cover reichen vollkommen aus, um zu wissen, wohin die Reise geht. Der Fünfer aus dem südlichen Niederösterreich macht auch gar kein Hehl daraus, an welchen Vorlieben er sich orientiert: „Sword“ versprüht den Esprit des Heavy Metals und das nicht nur musikalisch, sondern auch was die lyrische Komponente betrifft. So lässt man unter anderem den alten Thor seinen Hammer auf imposante Art kreisen und liefert uns Schlachtfeld-Szenarien frei Haus ins Wohnzimmer. Die Band versteht es zudem perfekt, ihre Tracks mit schmissigen Refrains auszustatten und hat deshalb anstelle von „Songs“ durchwegs „Hymnen“ am Start. Für die erste Single, den potentiellen Chart-Breaker „Eyes Of A Viper“, hat die Band zudem noch ein Video gedreht, das als Bonus auf dieser Scheiblette enthalten ist. Auch was die Produktion betrifft, haben die Kerle alles richtig gemacht und sich in den Wiener „Hinterhof Studios“ einen amtlichen Sound besorgen lassen. Dieser macht „Sword“ zu einem essentiellen Stück Heavy Metal, der VALSANS auch zu internationalem Ansehen verhelfen sollte. Mit diesem Werk wird jeder Metaller sein Glück finden, der sich an Bands wie MANOWAR oder GRAVE DIGGER wie auch von der „Hamburger Schule“ bis hin zu diversen US Metal-Ikonen der „alten Garde“ ergötzen kann. Walter PRIMAL FEAR - Live In The USA (Frontiers / Soulfood) Um sich von anderen Bands abheben zu können, haben sich die Herrschaften von PRIMAL FEAR für ihre ersten Konzertdokumentationen etwas einfallen lassen. Neben diesem Album erscheint zeitgleich auch eine DVD, die jedoch den Titel „16.6 - All Over The World" tragen wird. Zwar sind die Setlists der Konzerte auf der DVD und der vorliegenden CD nahezu ident, doch für den audiovisuellen Genuss sorgt ein Auftritt im legendären „Z 7“ zu Pratteln, während man für die CD mit dem unmissverständlichen Namen „Live In The USA“ Konzerte in New York, L.A. und Atlanta im Laufe der letztjährigen US-Gastspielreise mitgeschnitten hat. Die Aufzeichnung der Gigs auf der CD lässt keine Wünsche übrig, der geneigte Fan erhält ein herrliches Paket voll teutonischem Power Metal der Marke PRIMAL FEAR, die - angeführt von einem in Bestform agierenden Frontmann Ralf Scheepers - souverän durch ihr Set rocken. Aber auch was die Songauswahl selbst betrifft, gibt es kaum etwas zu meckern. Von brandaktuellem Material wie „Six Times Dead“ bis hin zu „Oldies“ der Kategorie „Chainbreaker“ enthält „Live in The USA“ alles, was man als Fan von PRIMAL FEAR erwarten darf. Logisch, dass die Band dabei auch einmal mehr auch ihre „Mission“ verkündet und die lautet nun einmal: „Metal Is Forever“! Walter CRYSTAL VIPER - Defenders Of The Magic Circle – Live In Germany (AFM/Soulfood) Diese Polen mit Frontdame Marta Gabriel zählen bekanntlich nicht erst seit gestern zu den Vertretern des „wahren“ Metal. Von ihrer Qualität scheinen auch die Herren von MANOWAR überzeugt zu sein, nicht umsonst durften CRYSTAL VIPER beim letztjährigen „Magic Circle“-Festival mitwirken. Dieser Gig wurde dann auch mitgeschnitten und wird jetzt für die Nachwelt in Form von „Defenders Of The Magic Circle“ veröffentlicht. Offenbar durften die Dame und ihre Begleitmannschaft aber lediglich sechs Songs zum Besten geben, weshalb man auf dem Album vier Bonus-Tracks verewigen musste, um die Chose hinsichtlich der Spielzeit aufzuwerten. Aber egal, denn die Truppe versteht es, ihren melodischen, traditionellen und kraftvollen Heavy Metal sowohl im Studio wie auch live sehr gut umzusetzen. Trotz der nur kurzen Spielzeit beschränkten sich die Polen keineswegs auf ihr - zu jenem Zeitpunkt - aktuelles Album „Metal Nation“, sondern präsentierten auch Tracks des Debüts „The Curse Of Crystal Viper. So beispielsweise das hymnische „Island Of The Silver Skull“, das thematisch wie auch musikalisch ein klein wenig in Richtung ZED YAGO tendiert. Noch deutlicher wird der Einfluss von besagter deutscher Ikone für mein Dafürhalten dann in „Secret Of The Black Water“, das als Bonus-Track folgt und schon jetzt einen mehr als nur genussvollen Vorgeschmack auf das kommende Studiowerk bietet. Für Freunde von Truppen wie GRAVE DIGGER, RUNNING WILD, aber auch OMEN oder den frühen CHASTAIN (vorwiegend auf Grund der Stimme von Marta) sollten CRYSTAL VIPER ein gefundenes Fressen darstellen. Empfehlenswert ist die Band aber auch für Fans von eher symphonisch vortragenden Größen wie VIRGIN STEELE, denen zum Abschluss in Form einer wahrlich gelungenen Version von „Obsession (It Burns For You)“ noch auf imposante Weise Tribut gezollt wird. Walter |
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