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CDs
JOHN
ARCH A Twist Of Fate (Metal Blade/NSM)
Ganz ehrlich, als diese CD zum ersten Mal in meinen vor Freude schwitzenden
Händen hielt und einen Blick auf die Rückseite geworfen hatte,
war ich ganz schön enttäuscht. Warum? Weil ich dachte, daß
John Arch, einer meiner persönlichen Sangesgötter, nach solanger
Absenz von der Szene versucht, uns mit nur zwei Songs abspeisen zu können.
In der Tat, mehr Titel sind auf "A Twist Of Fate" auch nicht
enthalten. Die Enttäuschung war allerdings bereits beim zweiten Blick,
der nämlich die Songlängen streifte, wieder beseitigt. In Jubel
brach meine Wenigkeit dann nach dem ersten Durchlauf der Scheibe aus.
Fazit: Der gute Mann hat nichts verlernt. Auch die Kompositionen, "Cheyenne",
das aus John´s Feder stammt und die Kooperation mit Jim Matheos
und Mike Portnoy namens "Relentless" sind vom Feinsten. Stilistisch
ist das Material zwar nicht unbedingt mit jenen Werken vergleichbar, mit
denen John seinen geradezu legendären Ruf erreichen konnte, Prog
Metal ist immer noch der Hauptanteil auf "A Twist Of Fate".
Zudem haben sich auch vereinzelte klassische Parts eingeschlichen, doch
die sind nur sehr dezent vorhanden. Nachdem John den Herren Matheos und
Portnoy bekanntlich einen Korb in Sachen OSI gegeben hat, dürfen
wir uns nun endlich wieder an seinen Gesangsdarbietungen erfreuen. Nicht
nur aus nostalgischen Gründen ein absoluter Anwärter auf den
Titel "Album des Jahres".
Walter
EPICA
The Phantom Agony (Transmission/Musica)
Wer sich seinen Bandnamen so offensichtlich bei einer anderen ausborgt,
wie in diesem Fall bei KAMELOT, wird wohl auch von dieser Band beeinflußt
sein. Diese Tatsache trifft voll und ganz auf das niederländische
Sextett EPICA zu. Gegründet wurden EPICA im Prinzip erst zu Beginn
des heurigen Jahres. Zuvor hieß die Formation SAHARA DUST. Bandleader
Mark Jansen (G, sowie diverse Grunzeinlagen) dürfte eventuell auch
von AFTER FOREVER bekannt sein, einer im Gothic Metal beheimateten niederländischen
Band. Stilistisch sind EPICA nicht unbedingt die Fortsetzung von AFTER
FOREVER, sondern durch weniger "gotische" Anteile im Sound wesentlich
bemerkenswerter. Wie auch bei der letzten KAMELOT-Scheibe sind umfangreiche
Passagen aus dem Bereich der Klassik zu finden. Die Besonderheiten an
"The Phantom Agony" liegen im Detail. Das Sextett wurde von
einem Orchester, bestehend aus drei Violinen, zwei Violas und einem Kontrabass
unterstützt, was in mir auch vereinzelte Erinnerungen an RAGE zu
deren Orchester-Phase aufkommen lässt. Wer sich also gern eine Melange
aus schwerer klassischer Musik neben Heavy Metal Riffs reinpfeift, ist
hier schon einmal an der richtigen Adresse. Dazu kommt dann noch der Gesang,
an dem sich mit Sicherheit die Geister scheiden werden. Neben Mark´s
gelegentlich zur Geltung kommenden Grunzgesängen haben EPICA mit
Simone Simons eine Dame mit Mezzosopran-Stimme am Mikro. Das ist zwar
nicht unbedingt meine "Abteilung", verleiht der Band jedoch
zusätzliches Flair und gleichzeitig eine gewisse Besonderheit. Für
EPICA wäre wohl eine Tournee durch Konzert- und Opernhäusern
das Optimum, denn so wie diese Band Metaller für die Klassik interessieren
wird, sollte es auch umgekehrt möglich sein.
Walter
Erik NORLANDER
Music Machine (Transmission/Musica)
Wieder einmal Lust auf eine Rock-Oper (unbedingt. Andi)? Gut, da hätte
ich was für Euch. Erik Norlander, den meisten wohl als begnadeter
Tastendrücker und Ehemann von Lana Lane ein Begriff, hat mit "Music
Machine" eine solche veröffentlicht. Da Erik bereits auf zahlreichen
Alben unterschiedlichster Bands mitgewirkt hat, verwundet die opulent
besetzte Gästeliste ebenfalls nicht unbedingt. Von Vinnie Appice
(D, ex-DIO) über Tony Franklin (B, ex-BLUE MURDER) und Mark Boals
(V, ex-Yngwie MALMSTEEN) reicht die Liste jener, die Erik musikalisch
unterstützt haben, dabei habe ich aber nur einige Beispiele ausgewählt.
"Music Maschine" beschreibt die Geschichte von Jonny America,
einem von der Industrie generierten Rockstar. Dabei ist logischerweise
der Aufstieg genau so Thema, wie der daraufhin einsetzende Fall des Protagonisten.
Die Geschichte klingt sehr interessant und die Umsetzung ist ebenfalls
gelungen. Was mich persönlich an dieser Doppel-CD ein wenig stört
ist die Tatsache, daß eine Vielzahl an Instrumentalstücken
den Genuss doch beeinträchtigen. Irgendwie verliert der Zuhörer
dadurch den "roten Faden" und als Rock-Oper ist "Music
Machine" ja auch als Gesamtkunstwerk anzuhören. Ich verstehe,
dass ein Keyboarder sein Instrument, noch dazu bei einem Album, das unter
seinem Namen erscheint, in den Vordergrund stellen muss, doch irgendwie
hätte man die Angelegenheit doch spannender strukturieren sollen.
So bleibt neben einer amtlichen Produktion, fantastischen Musikern und
einer an sich interessanten Geschichte dennoch ein schaler Beigeschmack.
Walter
ZERO HOUR Metamorphosis
(Sensory/Point)
Die Geschichte der Band ZERO HOUR begann vor genau 10 Jahren und ist im
Prinzip das gemeinsame Kind der Tipton-Zwillinge Jasun (G) und Troy (B).
Diese beiden Jungs haben damals in ihrer Heimat San Francisco die Band
ins Leben gerufen. Mit ihrem in Eigenregie aufgenommenen Debüt im
Jahre 1998 konnte bereits für Furore im Untergrund gesorgt werden.
Der technisch hochstehende Progressive Metal von ZERO HOUR wurde durch
die Bank mit positiven Kritiken versehen. Der Grund dafür liegt meiner
Meinung nach auf der Hand. ZERO HOUR schaffen es mit ihrem musikalischen
Gebräu derart zwischen allen Stühlen des Progressive Metals
zu sitzen, daß Vergleichsmöglichkeiten ausgeschlossen werden
können. Scheinbar konnten sich auch Sensory Records mit dem Stil
der Band anfreunden, denn mit "The Tower Of Avarice" folgte
bald darauf das erste Album auf genanntem Label. Auch dafür gab es
durch die Bank positive Resonanz seitens der Presse. Seit dem Debut ist
einige Zeit vergangen und die gesamte Auflage - 2000 Stück
des selbstbetitelten Erstlingswerks hat stolze Besitzer gefunden. Sensory
Records haben sich nun derer erbarmt, die nicht im Besitz besagten Albums
sind. "Metamorphosis" stellt ein Rerelease dessen dar. Um zusätzlichen
Kaufanreiz zu bieten wurden zwei Bonustracks auf der Scheibe verewigt.
"Eyes Of Denial" ist nun zweimal vertreten, als Bonus wurde
eine Demoversion verwendet, "Jaded Heart", der zweite Bonustrack,
ist ein Instrumental und ebenfalls als Demoversion vertreten. Alle, die
das Debüt nicht besitzen, müssen jetzt aber endlich zuschlagen.
Durch die Bonustracks ist der Erwerb dieser Scheibe aber auch für
die 2000 Besitzer des Originals gerechtfertigt.
Walter
SECTION A The Seventh
Sign (Lion Music/Musica)
SECTION A sind im Grunde genommen das musikalische Steckenpferd des dänischen
Gitarristen Torben Enevoldsen, dem es nach der Veröffentlichung einiger
Instrumentalalben so richtig nach einer Scheibe mit Gesang war. Er begann
vor gut zwei Jahren sich darauf vorzubereiten und arbeitete eine Liste
aus, welche Musiker er denn kontaktieren könnte. Ganz oben auf jener
Liste standen die Namen Andreas Lill (D) und Günter Werno (K), beide
bekannt von den deutschen Proggies VANDEN PLAS. Diese waren bereit an
"The Seventh Sign" mitzuarbeiten. Da Torben neben Gitarre auch
noch den Bass und den Großteil der Keyboards eingespielt hatte,
benötigte er nur noch einen passenden Gesangsakrobaten. Dieser fand
sich ebenfalls relativ mühelos und zwar nach der Trennung von Andy
Engberg von seiner langzeitigen Formation LION´S SHARE. Engberg
musste ebenfalls nicht lange gebeten werden und somit liegt uns das Resultat
dieses, SECTION A getauften, Projektes vor. Wie nicht anders zu erwarten,
sind die Songs allesamt dem Progressiven Metal zuzuordnen, wobei allerdings
durch reichlich fließende Melodien und eingängige Refrains
der Brückenschlag zum Melodic Metal famos geglückt ist. "The
Seventh Sign" enthält die Trademarks beider Genres und sollte
somit auch eine breitgefächerte Zielgruppe zur Folge haben. Ich für
meinen Teil hoffe, daß SECTION A nicht nur eine einmalige Angelegenheit
bleibt, was ja bei solchen Konstellationen leider häufig der Fall
ist.
Walter
ARCANA XXII The
Burning Darkness (TTS Media/Musica)
Es ist mir eine besondere Freude, eine Band vorstellen zu dürfen,
die ob ihrer Herkunft bei der Mehrheit der Unwissenden höchstens
für ein Lächeln sorgen wird. ARCANA XXII kommen aus Namibia.
Ja, ganz richtig gelesen, Metal aus Afrika steht auf dem Programm. Underground-Freaks
werden natürlich sofort wissen (natürlich! sofort! Andi), dass
die Band bereits mit ihrem Debüt "Fallen From Grace" im
Jahre 1999 für Furore sorgen konnte. Nachdem "The Burninig Darkness"
bereits als Eigenveröffentlichung zu erhalten war, fand sich im rührigen
deutschen Label TTS Media endlich auch ein kompetenter Partner, der sich
fortan um die Belange der Band kümmern wird. Als erstes Zeichen wurde
"The Burning Darkness" auch von TTS veröffentlicht. Herzuheben
an der Scheibe ist meiner Meinung nach vor allem das Abwechslungsreichtum.
Mir ist schon lange kein Album mehr untergekommen, auf dem gleichzeitig
klassischer Old-School-Thrash Metal (hört Euch nur den Opener "Ramses"
an), melancholische Melodien, die fast TYPE O NEGATIVE-Atmosphäre
versprühen - hier kann "Breathing In Me" als Hörbeispiel
verwendet werden - und auch tradionelle 80er Metal-Elemente wie in "Lobonian
Rhapsody" enthalten sind. Aber noch ist nicht alles Gold, was uns
da aus Namibia in heimische Gefilde flattert. Wenn diese Ungereimtheiten
vor allem soundtechnischer Natur ausgemerzt werden können,
steht dem Sprung aus dem Untergrund nichts mehr im Wege.
Walter
FALCONER The Sceptre
Of Deception (Metal Blade/NSM)
Das Mittelalter ist aus dem Metal nicht mehr wegzudenken (was uns alle
sehr, sehr freut... Andi). Dabei meine ich jetzt gar nicht die unzähligen
Kapellen, die als Musikanten auf diversen Burgfesten begannen und erst
später die Rockmusik in ihre Stilistiken eingearbeitet haben. Nein,
ich meine viel eher jene Bands, die im Metal zu Hause sind und immer wieder
Melodien aus jener Epoche verwursten und nebenbei auch noch Geschichten
von "anno dunnemals" erzählen. Ein gutes Beispiel dafür
sind die schwedischen Melodic Metaller FALCONER. Ich bin mir gar nicht
sicher, ob Bandleader Stefan Weinerhall nach der Auflösung von MITHOTYN
jemals damit gerechnet hat, mit dem seinerzeit gestarteten Projekt derart
erfolgreich zu sein. Durch zahlreiche Anfrage "mussten" FALCONER
in der Vergangenheit sogar schon Konzerte geben, was ursprünglich
auch nicht geplant war. Daraus resultierte allerdings der Ausstieg von
Matthias Blad, der seine Karriere als Musical-Sänger nicht vernachlässigen
wollte. In Kristoffer Göbel fand Meister Weinerhall jedoch ein adäquaten
Nachfolger, der nun auf der bereits dritten Scheibe der Falkner zu hören
ist. Stilistisch ist diese, meiner Meinung nach, ein wenig "metallischer"
ausgefallen. Manche Passagen würden auch MANOWAR gar nicht so schlecht
zu Gesicht stehen. Als Beweis für diese Theorie sei zumindest auf
"The Trail Of Flames" verwiesen. Die Aufgabe, die Spielleute
und Musikanten im Mittelalter innehatten, nämlich gleichzeitig von
Geschichten zu berichten und die Leute dabei zu unterhalten, haben FALCONER
mit Bravour gelöst. Näheres zu diesem Album und zur Band selbst
gibt es demnächst an anderer Stelle zu lesen.
Walter
STAIRWAY TO ROCK
(Not Just) A Led Zeppelin Tribute (Pick Up/edel)
Wie bereits aus dem Titel ersichtlich handelt es sich bei vorliegendem
Album um ein Tribute-Album, aber eben nicht im herkömmlichen Sinn.
Üblicherweise spielen diverse Bands schlicht und ergreifend Songs
einer bestimmten Band mehr oder weniger originalgetreu nach. Aber "STAIRWAY
TO ROCK" ist eben anders, obwohl man sich bei der Songauswahl vorrangig
an den Hits der Band bediente. Die aufspielenden Musikanten sind teilweise
nicht einmal in den kühnsten Träumen zusammen vorstellbar, da
sie in absolut unterschiedlichen Genres beheimatet sind. Wie könnte
sich beispielsweise eine Zusammenarbeit von Steve Lukather und TRIBE AFTER
TRIBE-Mastermind Robbi Rob anhören? Keine Ahnung, aber "Whole
Lotta Love" funktioniert in genau dieser Version einwandfrei. Besonders
hervorzuheben an dieser Scheibe ist auch die Tatsache, dass kein Beitrag
ein richtiger Griff ins Klo geworden ist, was ja gerade bei Tribute-Sampler
leider immer wieder passiert. Die eigene Note, die diverse Musiker diesen
Songs zu geben im Stande sind, ist schon beachtlich. So kommt "Dazed
And Confused" durch Eric Gales´ Gitarre deutlich bluesiger
rüber als das Original und sogar Mr. Ice T, den ich nicht unbedingt
schätze, vermag "No Quarter" nicht zu verunstalten, sondern
verleiht der Nummer einen modernen Anstrich. Was soll ich noch weiter
rumlabern? Ab in den nächsten Laden und kaufen!
Walter
WALL OF SLEEP Overlook
The All (PsycheDOOMelic)
Achtung, meine Lieben! It´s DOOM-time again! Zur Rezession angetreten
sind diesmal WALL OF SLEEP, ein Quartett aus Ungarn . Hervorgegangen ist
die Formation aus MOOD, den Urvätern der ungarischen Doom-Szene (ah
jo, genau de... Andi). MOOD konnten immerhin vier Alben veröffentlichen
und haben dadurch Kultstatus erreicht. Doch das alles ist Historie, wenden
wir uns der Gegenwart zu. "Overlook The All" enthält neben
dem Titelsong mit "Life Lies Low und "Hands Of Dust
noch zwei weitere Eigenkompositionen, die irgendwo in der Nähe BLACK
SABBATH´s anzusiedeln sind. Allerdings erinnern manche Passagen
doch recht deutlich an den, mittlerweile wieder ein wenig in Vergessenheit
geratenen, New Orleans-Sound, wie er von CROWBAR oder auch DOWN fabriziert
wird. Der Gesang von Gabor Holdampf ist ebenfalls als gediegen zu bezeichnen,
soll heißen, der gute Mann verfällt nicht in Doom/Death-Laute
und klingt auch weniger nasal als OZZY. Dennoch scheinen die Jungs BLACK
SABBATH sehr zu verehren, haben sie doch mit "The Wizard" eine
der Vorzeigenummern mit auf die Scheibe genommen. Dabei ziehen sich WALL
OF SLEEP sogar mehr als nur achtbar aus der Affäre, denn das Covern
von SABBATH-Klassikern ist ja bekanntlich auch schon desöfteren in
die Binsen gegangen. Zu haben ist "Overlook The All" für
_ 8,- bei Mark Hegedüs. (Adresse siehe ORODRUIN-Review)
Walter
DOOMSWORD
Let Battle Commence (Dragonheart/NSM)
War zufällig jemand von Euch auf dem "Skeleton Bash-Festival
in Innsbruck in diesem Sommer? Nein? Dann habt Ihr (genau so wie ich)
einen Auftritt der italienischen Viking- Metaller DOOMSWORD verpasst.
Ihr habt völlig richtig gelesen. Die Band stammt zwar aus Italien,
behandelt aber in ihren Texten Themen aus dem hohen Norden (na bumm! Andi).
Für alle, die überhaupt noch nicht mit der Band in Berührung
gekommen sind, sei erwähnt, daß musikalisch eher obskure Kost
geboten wird. Das Quintett mit den herrlichen Pseudonymen Deathmaster
(V), Guardian Angel II (G), Dark Omen (B), Wrathlord (D) und The Forger
(G) zelebriert doomigen, epischen Metal, irgendwo in der Schnittmenge
aus MANILLA ROAD, CANDLEMASS, CIRITH UNGOL und alten BATHORY. Sämtliche
Kompositionen sind in eher gemächlichen Tempo gehalten, richtig doomig
wird es aber auch nur selten. Sehr viel Wert legen die Musiker selbst
darauf, daß ihre Musik als "Epic Metal" bezeichnet wird,
was auch absolut stimmt. Auf "Let Battle Commence" scheinbar
als Huldigung an die NWOBHM-Legende WARRIOR gedacht, die einst ein Album
selben Titels veröffentlichten - wird die Historie des dänischen
Königs Ivar abgehandelt, der Teile der britischen Insel einehmen
konnte. Dabei reicht das Konzept von den ersten heidnischen Attacken in
York ("Heathen Assault") und endet damit, daß der besiegte
König Aella in einem Mordritual hingerichtet wurde ("Blood Eagle").
Zum Abschluß erlebt der Hörer noch eine Musik gewordene Selbsthuldigung
König Iwar´s in Form von "My Name Will Live On" (toll.
ganz toll. Andi). Dieser Titel sollte auch für DOOMSWORD Programm
sein, denn im Gegensatz zu anderen Viking-Metallern verstehen es die Italiener
von Beginn an zu begeistern und haben es erst gar nicht nötig, durch
folkloristische Einsprengsel für Abwechslung zu sorgen. Wer die oben
genannten Referenzbands mag, kommt unmöglich an DOOMSWORD vorbei!
Walter
SILENT
EDGE The Eyes Of The Shadow (DVS/Musica)
Das niederländische Quartett SILENT EDGE legt mit dieser Scheibe
sein Debüt vor. Bisweilen war lediglich ein 2-Song-Demo namens "Under
A Shaded Moon" aus dem Jahre 2000 im Umlauf. Schon damals konnte
aber einiges Aufsehen erregt werden. So wurde man von den Kollegen vom
AARDSCHOK in der Ausgabe vom November 2000 zum "Demo des Monats"
gekürt und konnte in weiterer Folge zahlreiche Gigs in der Heimat
absolvieren. Den bislang größten Auftritt hatte die Band im
Rahmen des europäischen "ProgPower"-Festivals. Womit wir
bei der Musik der Band angekommen wären, welche sich schlicht und
ergreifend mit Progressive Power Metal umschreiben läßt. An
Referenzen müßen unbedingt DREAM THEATER angeführt werden,
aber auch Elemente des Schaffens von SYMPHONY X können als Vergleich
herangezogen werden. Durch die zahlreichen Einsprengsel aus der klassisch-inspirierten
Musik, vor allem was die Gitarrenarbeit betrifft, dürfen als weitere
Referenzen aber auch Yngwie MALMSTEEN und ROYAL HUNT nicht vergessen werden.
Durch die, zugegebenermaßen recht gewöhnungsbedürftige,
Stimme von Willem Verwoert kann die Band aber reichlich Eigenständigkeit
auf der Haben-Seite verbuchen, was mit Sicherheit dem weiteren Karriereverlauf
gut tun wird. Abwarten, was die Zukunft für die Band bringen wird.
Der Anfang ist jedenfalls mehr als nur viel versprechend.
Walter
RISING
FAITH The Arrival (LMP/edel)
Es ist an der Zeit, den Damen und Herren von LMP einmal mein persönliches
Lob auszusprechen. In regelmäßigen Abständen veröffentlicht
dieses kleine, aber sehr feine, deutsche Label Alben von bisher unbekannten,
aber durchaus beachtenswerten Bands. Offensichtlich dürften diese
Veröffentlichungen in erster Linie aber mich allein interessieren
(oba geh... 2, 3 andere kenn ich schon noch, Andi). Aber was soll ich
denn machen, um mehr Leute von diesen Alben zu überzeugen? Etwa mich
als Missionar der "Church of Melodic Power Metal" ausgeben,
durch die Straßen ziehen und anstelle von kleinen Bibeln Promos
verteilen (warum net? Andi)? Am besten noch in Mönchskutte mit LMP-Logo
am Rücken.....
Nö, zu aufwendig. Da versuche ich es eben wieder einmal auf diesem
Weg. Die Geschichte von RISING FAITH begann 1999, als Kristian Enqvist
(D) und Stefan Englund (B) durch eine Anzeige an Kristian Wallin (V,G)
kamen um gemeinsame Sache zu machen. Nach kurzer Zeit erschien das erste
Demo der Band, schlicht "Demo 1999" betitelt, und erhielt durchwegs
positive Kritiken. Durch Hinzunahme der Gitarristen Jimmie Bergqvist und
Fredrik Jordanius war es Kristian Wallin fortan gestattet nur noch den
Gesang zu übernehmen und nach einer Mini-CD "Imaginatinon"
und einer weiteren CD, die allerdings nur für Promozwecke gedacht
war, im Jahr 2001, konnten RISING FAITH endlich den erträumten Plattenvertrag
einfahren. Das vorliegende Debut der Schweden hat zwar reichlich "Hamburger"-Einflüsse
zu vermelden, ist aber weit davon entfernt in diese Schiene eingeordnet
zu werden. Dazu klingen Songs wie "The Soul Deserter", "Rage"
oder "Flight To The Brocken" viel zu US-Metal beeinflußt.
Denkt Euch noch PRIEST-mäßige Gitarrenattacken und ab und zu
ACCEPT-lastige Grooves dazu, dann habt Ihr ungefähr eine Ahnung was
Euch erwartet. So, und jetzt ab in den nächsten Plattenladen um nach
"The Arrival" zu betteln!
Walter
JEZABEL
Legions Del Sur (Cruz Del Sur Music)
Bei dieser Scheibe handelt es sich erst um die dritte Veröffentlichung
des jungen italienischen Labels Cruz Del Sur Music. Dabei hat man sich
gleich einer Formation angenommen, die für europäische Verhältnisse
ob ihrer Herkunft immer noch exotisch anmutend wirkt. JEZABEL stammen
nämlich aus Argentinien, einem Land, daß bei uns nicht unbedingt
für den Export von Metal-Bands bekannt ist. Aber die Szene floriert
und das schon seit Jahren. Das Sextett JEZABEL existiert bereits seit
10 Jahren, hatte aber auf Grund finanziell eher schwieriger Verhältnisse
erst 1999 die Chance ihr Debut "A Todo A Nada" einzuspielen.
Dieses fand als Import auch den Weg nach Europa und wurde mit wenigen,
aber dafür durch die Bank positiven Kritiken versehen. Das wahrscheinlich
größte Problem für JEZABEL, um in unseren Breitengraden
für Furore zu sorgen, dürfte vermutlich der Gesang in spanischer
Sprache sein, an der sich der mitteleuropäische Durchschnittsbanger
immer noch zu stoßen scheint. Allerdings sollte man im spanischsprachigem
Raum äußerst erfolgreich sein können. Rein musikalisch
betrachtet erfindet die Band zwar nichts Neues, aber eine Mischung aus
MAIDEN-lastigen Gitarren, HELLOWEEN-lastigen Melodien und einem Keyboard,
das zuweilen wie eine dritte Gitarre fungiert, kann so schlecht gar nicht
sein. Raritätenjäger und Sammler obskurer Kapellen kommen ohnehin
nicht an JEZABEL vorbei. Ich bin sicher, diese Band ist erst der Anfang
einer zu erwartenden Metal-Welle aus diesem südamerikanischen Land
(tolle Aussichten... Andi).
Walter.
POWER
OF OMENS Rooms Of Anguish (Metal Ages Records)
Der Name POWER OF OMENS sollte MARTERPFAHL-Lesern noch ein Begriff sein,
wurde die Band doch nach ihrem Debut "The Eyes Of The Oracle
zum Interview für besagtes Fanzine gebeten. Dadurch wollte ich der
Band ein wenig helfen auch bei uns einen gewissen Bekanntsheitsgrad zu
erreichen. Ob´s was genützt hat, weiß ich nicht. Tatsache
ist jedenfalls, daß sich die Band nicht unterkriegen hat lassen
und trotz diverser Line-Up- Schwierigkeiten nun mit "Rooms Of Anguish"
dort fortsetzen kann, wo man 1998 beim Debut aufgehört hat. Den schon
seinerzeit fabrizierten Progressive Metal hat man noch ein wenig frickeliger
gestaltet, was wahrscheinlich nicht überall auf Gegenliebe stoßen
wird. Aber keine Angst meine Damen- und Herrschaften! Trotz aller Frickeleien,
die immer wieder eingestreut werden, vergessen POWER OF OMENS nicht darauf
die Musik fließen zu lassen. Die Breaks wirken oftmals derart perfekt,
daß die Begeisterung für die einzelnen Kompositionen von Song
zu Song wächst. Das ständige Duell zwischen Keyboard und Gitarre
im Studio wurden beide Instrumente von Bandleader David Gallegos
eingespielt - weiß ebenso zu überzeugen, wie der hypnotische
Gesang von Chris Salinas. Als Referenzstück dieses Albums möchte
ich Euch unbedingt das 20 minütige Epos "In The End"
ans Herz legen, das sämtliche Qualitäten der Band in sich vereint,
aber dennoch bei weitem noch nicht ausreicht um POWER OF OMENS kennen
zu lernen. Proggies, was wollt Ihr noch? Ach ja, geschätzte Herrschaften
von POWER OF OMENS, bitte laßt uns nicht noch einmal fünf Jahre
auf ein neues Werk warten. Kontakt: www.powerofomens.com,
www.metalages.com
Walter
STYGMA
IV A History In Pain-Live (Eigenproduktion)
Schön langsam habe ich den Eindruck, daß der internationale
Durchbruch dieser Band nur noch eine Frage der Zeit ist (des host vor
6 Joahrn a scho gschrieben.. Andi). In der Vergangenheit waren es wahrscheinlich
in erster Linie businesstechnische Probleme, die diesen konstant verhinderten.
Zunächst das ständige Umbennen, das mit Sicherheit nicht karriereförderlich
sein kann. Dann ist mit Rising Sun auch noch das Label, bei dem ich den
Eindruck hatte, endlich ausreichend für die Band aktiv zu sein, in
Konkurs gegangen. Wie auch immer, vorliegendes Scheibchen dürfte
als Pausenfüller bis zum nächsten Studioalbum, das demnächst
über das französische Label NTS erscheinen wird, gedacht sein.
Aufgenommen wurde in der Heimat, also im Rockhouse zu Salzburg, wobei
Ritchie und Kumpanen sich an jenem Abend von ihrer besten Seite präsentierten.
Die Stimmung konnte entsprechend eingefangen werden und Spielfehler kennt
man von STYGMA IV ja ohnehin nicht. Das "Best Of"- Programm
angefangen bei "Dark Desire" über "Mirror Man"
bis hin zu neueren Knüllern vom Schlage "Calculation Towers"
kann sich ebenfalls sehen, oder besser gesagt, hören lassen. Mit
"Greedmachine" wurde auch noch mein persönlicher Favorit
verewigt, kurz: ein begeisterndes Album. Eines aber muß ich mich
schon fragen. Hat dem Herrn Krenmaier niemand mitgeteilt, daß an
diesem Abend in Salzburg gespielt wurde, oder waren tatsächlich so
viele Fans aus dem Ausland zugegen, daß er die Ansagen in englischer
Sprache bringen mußte? Die CD ist für geschenkte _ 15,- über
die Website www.stygma4.com
zu erhalten.
Walter
MERCURY
RAIN Dark Waters (Eigenproduktion)
So etwas nenne ich Engagement! Das vorliegende Werk wurde nicht nur von
der Band in Eigenregie aufgenommen und konzipiert, sondern auch noch ungemein
hübsch gestaltet. Die Engländer MERCURY RAIN scheinen überhaupt
sehr erpicht darauf zu sein bekannt zu werden. Sie kümmern sich nämlich
auch sehr gewissenhaft um Vertrieb und Promotion des vorliegenden Konzeptalbums
"Dark Waters". Gegen Anfrage flattert selbiges nämlich
für interessierte Rezensenten innerhalb kürzester Zeit in deren
Postfächer. Aber was würde das Alles helfen, wenn die Musik
nicht ebenfalls gelungen wäre? Zwar hatte ich zu Beginn meine bedenken,
ob mich MERCURY RAIN begeistern werden können, bemerkte ich doch,
daß mit Sonia Porzier eine Dame das Mikro bedient (na, dann kann´s
ja nix mehr werden, oder wie?! Ähm... Andi). Zum Glück haben
es die Briten zu keiner Sekunde im Sinn den (leider sehr zahlreichen)
Gothic Metallern den Rang abzulaufen. MERCURY RAIN wissen mit ihrer dunklen
Power Metal-Variante tatsächlich zu gefallen. Sonia verkneift sich
auch sämtliche Opernarien und dadurch passt ihre Stimme auch einwandfrei
zu den getragenen, keyboardlastigen Power MetalEpen. Mit Sicherheit
der vielversprechendste Act, den uns die britische Insel in letzter Zeit
offerieren konnte (bei der Konkurrenz sicher immens schwer... Andi). www.mercuryrain.com
Walter
FIRESTORM
Back From Hell (Eigenproduktion)
Der Name FIRESTORM sollte sich bei einheimischen Hardrock-Freunden eigentlich
schon längst eingeprägt haben. Mir ist jedenfalls keine Band
bekannt, die in den letzten Jahren derart aktiv war und dermaßen
oft vor Publikum (vor wem oder was auch sonst? Andi) gespielt hat. Außerdem
konnte man sich dadurch einen recht guten Ruf erspielen. Als Opener von
BONFIRE, DORO und JUDAS PRIEST gespielt zu haben, muß ihnen auch
erst einmal jemand nachmachen. Für diejenigen, die noch nie etwas
von FIRESTORM gehört haben guten Morgen im übrigen..-
, sei kurz gesagt, daß FIRESTORM aus Laa/Thaya kommen, irgendwo
im melodiösen Hardrock verwurzelt sind und mit "Back From Hell"
ihr mittlerweile drittes Werk in Umlauf bringen. Basis der vorgetragenen
Musik sind Melodien, die dann und wann richtig heavy gespielt werden,
zumeist aber eher dem rockigen Bereich entstammen. Für eine Eigenproduktion
verfügt das Album auch noch über einen mehr als nur passablen
Sound, deshalb sollte nichts gegen den Erwerb dieser Scheibe sprechen.
Ich für meinen Teil fühle mich desöfteren sogar an Y &
T erinnert, was mit absoluter Sicherheit als Kompliment gewertet werden
kann.
Wenn dieses Album eine Frage offen läßt, dann nur die nach
dem Grund, warum das Intro "Resurrected" genannt wurde. Aber
ich bin sicher, man konnte sich lediglich nicht entscheiden, ob "Gemartert"
oder "Gepfählt" besser angekommen wäre......(wahrscheinlich...
Andi). "Back From Hell" ist für _ 14,- bei der Band direkt
zu erwerben, www.thefirestorm.com
Walter
THE BLACK DAHLIA MURDER
Unhallowed (Metal Blade/NSM)
Wenn sich eine Band bei der Namensfindung an einem
ungeklärten Mord bedient, wird hoffentlich kein Mensch Weichspüler-Melodien
erwarten. THE BLACK DAHLIA MURDER aus Detroit (ich stelle mir eben vor
wie sich die neue Alice Cooper-Scheibe anhören würde, wenn der
gute Mann diese Band gehört hätte....(warum sollte er? Andi))
haben sich mit Leib und Seele dem Todesmetall verschrieben. Auf der einen
Seite kommen klar die Vorbilder aus ihrem Heimatland zum Vorschein, aber
auch skandinavische Formationen, wie beispielsweise AT THE GATES, dürften
die Herren schon desöfteren gehört haben. Besonders angetan
bin ich von Drummer Cory Grady, der drei Beine zu haben scheint, denn
solche Blastbeats sind ohne technische Tricks - anders wohl nur
schwierig hinzubekommen. Mit Trevor Strnad ist auch noch ein Shouter in
den den Reihen der Band, der Hysterie offenbar mit der Muttermilch aufgesogen
hat. Einen andere Erklärung für seinen Gesang habe ich sonst
nicht. Bis vor kurzem schien alles im grünen Bereich zu sein, doch
in letzter Zeit war von diversen Querelen und daraus resultierenden Line-Up-Problemen
zu hören. Wäre schade, wenn dieses Album auch gleichzeitig den
Abgesang darstellen sollte.
Walter
VOODOOSHOCK Same (PsycheDOOMelic Records)
Gegen Ende des letzten Jahres erblickte dieser
Silberling das Licht der Welt. Scharfsinnige werden bereits bei der Erwähnung
des Labels wissen, worum es hier geht. Es darf ein weiteres Exemplar der
Gattung Doom begeistert in Empfang genommen werden. Kopf der Band ist
Uwe Groebel, der es bereits mit NAEVUS im Untergrund zu einiger Beachtung
brachte. Während der Opener "Fountain Of Freedom" mit seinem
mächtigen Groove am ehesten nach den alten BLACK SABBATH klingt,
zeigt bereits das folgende "Rainbow Sky", dass auch ST. VITUS
zu den Favoriten der Band gezählt werden. In späterer Folge
gesellen sich noch ein wenig psychedelische Einflüsse dazu, wobei
hier am ehesten CATHEDRAL als Referenzband anzugeben sind. VOODOOSHOCK
beweisen so nebenbei auch, wie sich Klassiker des Musik-Business wunderbar
"verdoomen" lassen. So wurde der MOODY BLUES-Gassenhauer "Nights
In White Satin" derart famos intoniert, dass das ursprüngliche
Schmalz, welches beim Genuß dieses Songs förmlich aus den Boxen
quillt zu einer zähen, lavaförmigen Masse verkommt und die Zuhören
zum Tanzen animiert. Mit dieser Scheibe sollten VOODOOSHOCK zumindest
im Underground, denn Doom scheint nach wie vor nirgendwo anders die entsprechende
Anerkennung zu finden, mehr als nur Achtungserfolge einheimsen können.
Bezugsschwierigkeiten sollten in diesem Fall nicht auftreten, da die CD
beim Labelinhaber direkt zu erhalten ist. Schreibt entweder an info@psycheDOOMelic.com
oder schickt eine Brieftaube an: Mark Hegedus, Mauerbachstraße 42/2/6,
A 1140 Wien. Wer den direkten Kontakt zur Band sucht, kann dies
per Mausklick unter www.voodooshock.de
Walter
AS I
LAY DYING Frail Words Collapse (Metal Blade/NSM)
AS I LAY DYING machen es dem Hörer nicht gerade einfach. Durch den
Bandnamen fehlgeleitet, erwartete ich zunächst eher PARADISE LOST-artige
Klänge, was aber überhaupt nicht zutrifft. Viel mehr knüppeln
sich die fünf jungen Amis derart heftig durch die 12 Songs, dass
man dazu neigt, die Musik als "Hardcore Death Metal"
zu bezeichnen. Während vor allem die Brachialität in Richtung
Hardcore deutet, entstammen die Riffs eindeutig dem groovenden Death Metal.
Diese Art von Musik ist im Moment so richtig im Kommen. Dennoch meine
ich, im Gegensatz zu zahlreichen anderen Formationen, die ähnlich
musizieren, zahlreiche Melodiebögen vernehmen zu können, wie
sie eher dem traditionellen Metal-Bereich entstammen. Dadurch wird "Frail
Words Collapse" auch vor dem Abdriften in pure "Holzhackerei"
bewahrt. Von "Easy-Listening" kann aber, wie bereits eingangs
erwähnt, keine Rede sein. In Anbetracht der Tatsache, daß es
sich um das Debüt einer recht jungen Formation handelt, kann man
hier durchaus von einem hoffnungsvollen Newcomer sprechen.
Walter
KRUX
Same (Mascot/NSM)
Auch Leif Edling scheint am "Skandinavien-Syndrom zu leiden.
Obwohl seine Stammformation CANDLEMASS seit der Reunion besser im Rennen
ist als je zuvor und sogar schon Gerüchte über ein neues Studioalbum
im Umlauf sind, scheint Leif noch nicht ganz ausgelastet zu sein. Zusammen
mit Mats Leven (V, zur Zeit AT VANCE) und den ENTOMBED-Recken Jörgen
Sandström und Peter Stjarnvind hat er KRUX ins Leben gerufen und
dieses Album eingespielt. Logischerweise stammen die Hauptzutaten aus
dem Doom-Bereich. Durch eine Menge Einflüsse aus dem klassischen
70er Rock besteht jedoch keinerlei Gefahr nach einer eventuellen Anbiederung
an CANDLEMASS. Vor allem die quasi "nebenbei" in das Klangbild
integrierten Hammond-Orgel-Sounds machen KRUX zu einer feinen Angelegenheit.
Wer sich mit langsameren Klängen generell anfreunden kann und noch
dazu URIAH HEEP und Konsorten verehrt, sollte seine helle Freude an dieser
Scheibe haben. Göttergaben wie der Opener "Black Room"
oder "Popocatepetl" machen KRUX zu einem äußerst
gelungenen Debüt. Was Leif allerdings mit dem belanglos vor sich
hin blubbernden Instrumental "Evel Rivaz" im Sinn hatte, kann
ich Euch leider nicht beantworten.
Walter
MSG
Arachnophobiac (Mascot/NSM)
Man kann von Michael Schenker halten, was man will. Der Mann ist und bleibt
ein begnadeter Gitarrist und ausgezeichneter Songschreiber noch dazu.
Zugegeben, auch mir geht das ewige "Rein Raus"
Spielchen bei UFO gehörig auf den Sack. Im Endeffekt ist es aber
ziemlich egal für welche Formation Michael Songs schreibt bzw. in
die Saiten greift. Das wichtigste an der Sache ist schließlich,
dass der gute Mann der Szene erhalten geblieben ist. Das aktuellste Werk
aus dem Hause Schenker nennt sich "Arachnophobiac" und ist vor
wenigen Wochen erschienen. Unterstützt wird der Gitarrist diesmal
von Chris Logan am Mikrophon und der ehemaligen Joe SATRIANI Rhythmusfraktion
Stu Hamm (B) und Jeremy Colson (D). Wie immer haben wir es mit typischen
Schenker-Melodien zu tun, wobei der leicht bluesige Touch, den die Songs
versprühen, durch die dezent raue Stimme von Chris Logan noch ein
wenig besser in Szene gesetzt wird. Mir persönlich gefallen MSG in
der heutigen Form jedenfalls um einiges besser, als in jenen Tagen, wo
durch Robin McAuley doch ein gewisser "Weichspüler-Effekt"
eingetreten ist. "Arachnophobiac" ist ein richtig cooles Hardrockalbum
geworden, welches nicht nur Schenker-Fans erfreuen wird, sondern auch
den Nachwuchs auf diese Art von Musik aufmerksam machen sollte. Bleibt
nur zu hoffen, dass dieses Line-Up länger konstant bleibt und die
Wartezeit auf weitere Ergüsse ein möglichst kurze ist.
Walter
ORODRUIN Epicurean
Mass (PsycheDOOMelic Records)
Mark Hegedüs, der Herausgeber des kultigen "Psychedelic-Fanzines
hat seit kurzem auch ein eigenes Label am Start. Eine der ersten Veröffentlichungen
aus seinem Stall ist "Epicurean Mass", das aktuelle Werk der
Amis ORODRUIN. Musikalisch wird no na feinster Doom Metal
geboten, oder besser gesagt zelebriert, wobei die Haupteinflüsse
und Inspirationsquellen neben den obligatorischen BLACK SABBATH vor allem
SAINT VITUS und frühe CATHEDRAL sein dürften. Auch die älteren
TROUBLE müssen in diesem Zusammenhang erwähnt werden, da die
Atmosphäre der Scheibe jener des Jahundertwerkes "Psalm 9"
nicht unähnlich ist. ORODRUIN haben es nach drei Demos, die seit
1999 aufgenommen wurden, nun endlich geschafft ein Label zu finden um
ihr Debüt auf den Markt zu bringen. Womit ein Anfang für eine
"Karriere" gelegt wäre. Im Moment laufen übrigens
gerade Verhandlungen die Herrschaften im Schlepptau von PENANCE auf eine
längere Europa-Tournee zu holen. Definitiv bestätig ist jedenfalls
bereits ein Auftritt bei der 2004er Version des "Doom Shall Rise"
Festivals in Deutschland. Zu beziehen ist "Epicurean Mass"
für _ 10,- unter folgender Adresse: Mark Hegedüs, Mauerbachstraße
42/2/6, 1140 Wien. Checkt aber zuvor noch die Website www.psychedoomelic.com,
wo es noch zahlreiche andere Delikatessen aus dem Doom-Genre zu erstehen
gibt.
Walter
METAL MILITIA Perpetual
State Of Aggression (Eigenproduktion)
In Florida ist seit Jahren für Nachwuchs im metallischen Untergrund
gesorgt, aber nicht nur Death Metal-Bands entstammen den Sümpfen
des amerikanischen Südostens. Bei METAL MILITIA, einer Thrash Metal-Formation,
haben wir es mit ganz jungen Musikanten zu tun, deren Durchschnittsalter
gerade einmal 18 Jahre beträgt. Nichtsdestotrotz existiert die Band
bereits seit vier Jahren und hat seit diesen Tagen auch schon jede Menge
an Bühnenerfahrung vorzuweisen, so war man im letzten Jahr sogar
auf dem MILWAUKEE METAL FEST vertreten. Ehrlich gesagt merkt man den Burschen
ihre Jugend auch gar nicht an. Die Songs wirken frisch und zu dem auch
noch wie aus einem Guß. Man verzichtet aus Einstellungsgründen
auf jegliche "Modernität", die man von Jungspunden erwarten
dürfte. Der Mix aus Speed und Thrash Metal erinnert an frühe
DESTRUCTION und die ganz alten METALLICA. Vor allem der Gesang von Paolo
Gregoletto erinnert angenehm den jugendliche Schmier und wird dadurch
eingefleischte Thrasher erfreuen können. Verbesserungswürdig
erscheint mir lediglich die Produktion, die ebenfalls an Demos längst
vergessener Tage erinnert. Aber vielleicht hat man diese Tatsache aus
"Retro-Gründen" ins Kalkül genommen. Alles in allem
aber eine tolle Scheibe. Bezugsquelle und Kontaktadresse:
www.metalmilitia.cc
Walter
DUNGEON A Rise
To Power (LMP/edel)
Auch in Australien scheint sich melodiöser Power Metal wachsender
Beliebheit zu erfreuen. Mit DUNGEON haben sich LMP scheinbar das Aushängeschild
Australien´s in jenem Genre gekrallt und so kommt auch Europa in
den Genuß dieser Formation. Natürlich sind keine Innovationen
auf dem genannten Sektor zu erwarten, aber ganz ehrlich, wozu sollte man
etwas neu erfinden, wenn das vorliegende Ergebnis doch mehr als zufriedenstellend
ist? Der Titelsong klingt schon einmal verdammt gut und ist trotz seiner
Länge von sieben Minuten nicht unnötig in die Länge gezogen.
Auffällig ist auch die Gesangsleistung von Lord Tim, an der es NICHTS
auszusetzen gibt. Die gelegentlichen Ausflüge in höhere Gefilde
meistert der gute Mann scheinbar mühelos. Egal welcher Titel auch
angetestet wird, man wird keine Lückenbüßer finden können.
Interessant finde ich die Tatsache, daß manche der Refrains immer
wieder an eine heavier klingende Version von HAMMERFALL erinnern, was
ja auch nicht unbedingt negativ für die Band sein muss, und somit
als Vergleich sicherlich durchgehen kann. Noch sind DUNGEON in unseren
Breiten eine unbekannte Größe, mit "A Rise To Power"
sollte sich das aber demnächst ändern.
Walter
BRAINSTORM Soul Temptation (Metal Blade/NSM)
Wer die Entwicklung dieser Power Metaller seit den Anfangstagen mitverfolgt
hat, wird kaum von der Klasse dieses Werks überrascht sein. Schon
seit knapp 15 Jahren treiben BRAINSTORM ihr Unwesen im metallischen Untergrund.
Seit mit Andy B. Franck einer der Könner schlechthin in diesem Genre
das Mikro bedient, geht es aber kontinuierlich bergauf mit den Süddeutschen.
"Soul Temptation" sollte einen weiteren Schritt nach vorne darstellen.
Auf besagtem Werk sind zwar verstärkt Keyboards in den Gesamtsound
integriert worden, dem gegenüber steht aber immer noch eine dominierende
Gitarrenfraktion, von "Verwässerung" ist zum Glück
nichts zu merken. Egal ob Ihr den Opener "Highs Without Lows",
den mächtigen Power Metal-Groover "The Leading", das getragene
"Fading" oder die Up-Tempo-Hymne "To The Head" antestet,
"Soul Temptation" kann von Anfang an voll überzeugen und
ist mit Highlights geradezu übersät. Dabei habe ich das Herzstück
der Scheibe, den Dreiteiler "Trinity Of Lust" bisher noch nicht
einmal erwähnt. Wie bereits auf den Scheiben zuvor wurde auch hier
ein wenig exotisches Flair in Form von indisch anmutenden Folklore-Klängen
mitverarbeitet. Eine Sache die BRAINSTORM ebenfalls tadellos beherrschen.
Zum Abschluss bleibt eigentlich nur noch die Frage, wann diese Band endlich
die ihr zustehenden Lorbeeren ernten darf.
Walter
BALLISTIC Same
(Metal Blade/NSM)
Nicht mehr ganz unbekannt sollte eingefleischten Metallern der Name BALLISTIC
sein. Ihr 3-Track-Demo, das übrigens Bestandteil des vorliegenden
Albums ist, war lange Zeit als Gratis-Download im Netz verfügbar.
Wer nicht zugegriffen hat, ist zwar selbst schuld, hat aber jetzt die
Chance diese Wissenslücke problemlos zu stopfen. BALLISTIC nennt
sich das neue Steckenpferd des amerikanischen Vollblut-Metallers Tom Gattis
(ich höre und spüre förmlich, wie Euch jetzt ein Licht
aufgeht (natürlich... Andi)), der Freunden des US-Metals durch Namen
wie TENSION und WARDOG ein Begriff sein wird. Wer jetzt immer noch nicht
weiß, was zu erwarten ist (also alle außer Du, Andi), muß
umgehend in den nächsten Plattenladen um BALLISTIC anzutesten. Ich
für meinen Teil bezeichne Songs wie "Collision Course",
"Call Me Evil" oder "Call To Armageddon" schlicht
und ergreifend als US-Power Metal 2003, wobei zugegebenermaßen zahlreiche
Thrash Metal-Parts zu hören sind. Die Band selbst bezeichnet ihren
Stil als "Thrash-Version der NWOBHM", was auch ganz gut klingt
und irgendwie passt. Neben Tom Gattis sind Tim O´Connor (B, ex-TENSION),
Rikard Stjernquist (D, JAG PANZER) und der bulgarische Gitarrist Petio
Petev zu hören. Auffällig ist, dass die Herrschaften bereits
auf dem Debüt ungemein eingespielt klingen, Soloeskapaden sucht man
ebenso vergeblich wie Ausfälle. Dafür ist der Druck den BALLISTIC
im Kollektiv auf den Hörer ausüben ein ganz gewaltiger. Auch
die von John Herrera und Achim Köhler fein abgestimmte Produktion
kann sich hören lassen. Ich hoffe, dass es für Tom mit dieser
Scheibe endlich auch einmal den entsprechenden Erfolg gibt, denn wem sonst
sollte man diesen vergönnen, wenn nicht einer Szenefigur, die schon
seit Jahren immer wieder spitzenmäßige Alben abliefert und
dennoch größtenteils ignoriert wird?
Walter
EIDOLON - Apostles Of
Defiance (Metal Blade/NSM)
Nach ihrem Auftritt beim BYH-Festival 2001 haben sich EIDOLON einen neuen
Sänger namens Pat Mulock in die Band geholt. Dieser hat auf der letztjährigen
Veröffentlichung "Coma Nation" gezeigt, daß er über
eine ordentliche Power Metal-Röhre verfügt, dennoch kommt die
Stimme des genannten jungen Mannes erst jetzt auf "Apostles Of Defiance"
so richtig zur Geltung. Ich will das Vorgängerwerk keineswegs schlecht
machen, aber ein Unterschied in gesangstechnischer Hinsicht ist einfach
gegeben. Es liegt wohl daran, daß die Kanadier rund um die Brüder
Shawn (D) und Glen (G) Drover beim Songwriting viel mehr auf Pat´s
Stimme eingehen konnten und ihm so auf den Leib geschneiderte Melodien
komponierten. Dabei macht Pat bei Power Metal Hymnen wie dem Opener "Screams
From Within" genauso einen guten Eindruck wie bei groovenden Kompositionen
wie "Twisted Morality". Es hat sich also voll und ganz ausgezahlt
diesen Herren ins Line-Up zu integrieren. Auch die in Glen´s eigenem
Studio erledigte Produktion kann sich hören lassen. Besonders erwähnenswert
erscheint mir persönlich noch "The Will To Remain", ein
Song der zwar nicht untypisch für die Scheibe geworden ist, als lyrisches
Konzept jedoch die Leidensgeschichte von RUSH-Drummer Neil Peart beschreibt.
Ehre wem Ehre gebührt, würde ich sagen. Auch EIDOLON sollten
mit "Apostles Of Defiance" zu Ruhm und Ehre gelangen und so
ihren Bekanntheitsgrad gehörig steigern können.
Walter
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