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OKTOBER 2003
Teil 1
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JOHN ARCH – A Twist Of Fate (Metal Blade/NSM)
Ganz ehrlich, als diese CD zum ersten Mal in meinen vor Freude schwitzenden Händen hielt und einen Blick auf die Rückseite geworfen hatte, war ich ganz schön enttäuscht. Warum? Weil ich dachte, daß John Arch, einer meiner persönlichen Sangesgötter, nach solanger Absenz von der Szene versucht, uns mit nur zwei Songs abspeisen zu können. In der Tat, mehr Titel sind auf "A Twist Of Fate" auch nicht enthalten. Die Enttäuschung war allerdings bereits beim zweiten Blick, der nämlich die Songlängen streifte, wieder beseitigt. In Jubel brach meine Wenigkeit dann nach dem ersten Durchlauf der Scheibe aus. Fazit: Der gute Mann hat nichts verlernt. Auch die Kompositionen, "Cheyenne", das aus John´s Feder stammt und die Kooperation mit Jim Matheos und Mike Portnoy namens "Relentless" sind vom Feinsten. Stilistisch ist das Material zwar nicht unbedingt mit jenen Werken vergleichbar, mit denen John seinen geradezu legendären Ruf erreichen konnte, Prog Metal ist immer noch der Hauptanteil auf "A Twist Of Fate". Zudem haben sich auch vereinzelte klassische Parts eingeschlichen, doch die sind nur sehr dezent vorhanden. Nachdem John den Herren Matheos und Portnoy bekanntlich einen Korb in Sachen OSI gegeben hat, dürfen wir uns nun endlich wieder an seinen Gesangsdarbietungen erfreuen. Nicht nur aus nostalgischen Gründen ein absoluter Anwärter auf den Titel "Album des Jahres".
Walter

EPICA – The Phantom Agony (Transmission/Musica)
Wer sich seinen Bandnamen so offensichtlich bei einer anderen ausborgt, wie in diesem Fall bei KAMELOT, wird wohl auch von dieser Band beeinflußt sein. Diese Tatsache trifft voll und ganz auf das niederländische Sextett EPICA zu. Gegründet wurden EPICA im Prinzip erst zu Beginn des heurigen Jahres. Zuvor hieß die Formation SAHARA DUST. Bandleader Mark Jansen (G, sowie diverse Grunzeinlagen) dürfte eventuell auch von AFTER FOREVER bekannt sein, einer im Gothic Metal beheimateten niederländischen Band. Stilistisch sind EPICA nicht unbedingt die Fortsetzung von AFTER FOREVER, sondern durch weniger "gotische" Anteile im Sound wesentlich bemerkenswerter. Wie auch bei der letzten KAMELOT-Scheibe sind umfangreiche Passagen aus dem Bereich der Klassik zu finden. Die Besonderheiten an "The Phantom Agony" liegen im Detail. Das Sextett wurde von einem Orchester, bestehend aus drei Violinen, zwei Violas und einem Kontrabass unterstützt, was in mir auch vereinzelte Erinnerungen an RAGE zu deren Orchester-Phase aufkommen lässt. Wer sich also gern eine Melange aus schwerer klassischer Musik neben Heavy Metal Riffs reinpfeift, ist hier schon einmal an der richtigen Adresse. Dazu kommt dann noch der Gesang, an dem sich mit Sicherheit die Geister scheiden werden. Neben Mark´s gelegentlich zur Geltung kommenden Grunzgesängen haben EPICA mit Simone Simons eine Dame mit Mezzosopran-Stimme am Mikro. Das ist zwar nicht unbedingt meine "Abteilung", verleiht der Band jedoch zusätzliches Flair und gleichzeitig eine gewisse Besonderheit. Für EPICA wäre wohl eine Tournee durch Konzert- und Opernhäusern das Optimum, denn so wie diese Band Metaller für die Klassik interessieren wird, sollte es auch umgekehrt möglich sein.
Walter

Erik NORLANDER – Music Machine (Transmission/Musica)
Wieder einmal Lust auf eine Rock-Oper (unbedingt. Andi)? Gut, da hätte ich was für Euch. Erik Norlander, den meisten wohl als begnadeter Tastendrücker und Ehemann von Lana Lane ein Begriff, hat mit "Music Machine" eine solche veröffentlicht. Da Erik bereits auf zahlreichen Alben unterschiedlichster Bands mitgewirkt hat, verwundet die opulent besetzte Gästeliste ebenfalls nicht unbedingt. Von Vinnie Appice (D, ex-DIO) über Tony Franklin (B, ex-BLUE MURDER) und Mark Boals (V, ex-Yngwie MALMSTEEN) reicht die Liste jener, die Erik musikalisch unterstützt haben, dabei habe ich aber nur einige Beispiele ausgewählt. "Music Maschine" beschreibt die Geschichte von Jonny America, einem von der Industrie generierten Rockstar. Dabei ist logischerweise der Aufstieg genau so Thema, wie der daraufhin einsetzende Fall des Protagonisten. Die Geschichte klingt sehr interessant und die Umsetzung ist ebenfalls gelungen. Was mich persönlich an dieser Doppel-CD ein wenig stört ist die Tatsache, daß eine Vielzahl an Instrumentalstücken den Genuss doch beeinträchtigen. Irgendwie verliert der Zuhörer dadurch den "roten Faden" und als Rock-Oper ist "Music Machine" ja auch als Gesamtkunstwerk anzuhören. Ich verstehe, dass ein Keyboarder sein Instrument, noch dazu bei einem Album, das unter seinem Namen erscheint, in den Vordergrund stellen muss, doch irgendwie hätte man die Angelegenheit doch spannender strukturieren sollen. So bleibt neben einer amtlichen Produktion, fantastischen Musikern und einer an sich interessanten Geschichte dennoch ein schaler Beigeschmack.
Walter

ZERO HOUR – Metamorphosis (Sensory/Point)
Die Geschichte der Band ZERO HOUR begann vor genau 10 Jahren und ist im Prinzip das gemeinsame Kind der Tipton-Zwillinge Jasun (G) und Troy (B). Diese beiden Jungs haben damals in ihrer Heimat San Francisco die Band ins Leben gerufen. Mit ihrem in Eigenregie aufgenommenen Debüt im Jahre 1998 konnte bereits für Furore im Untergrund gesorgt werden. Der technisch hochstehende Progressive Metal von ZERO HOUR wurde durch die Bank mit positiven Kritiken versehen. Der Grund dafür liegt meiner Meinung nach auf der Hand. ZERO HOUR schaffen es mit ihrem musikalischen Gebräu derart zwischen allen Stühlen des Progressive Metals zu sitzen, daß Vergleichsmöglichkeiten ausgeschlossen werden können. Scheinbar konnten sich auch Sensory Records mit dem Stil der Band anfreunden, denn mit "The Tower Of Avarice" folgte bald darauf das erste Album auf genanntem Label. Auch dafür gab es durch die Bank positive Resonanz seitens der Presse. Seit dem Debut ist einige Zeit vergangen und die gesamte Auflage - 2000 Stück – des selbstbetitelten Erstlingswerks hat stolze Besitzer gefunden. Sensory Records haben sich nun derer erbarmt, die nicht im Besitz besagten Albums sind. "Metamorphosis" stellt ein Rerelease dessen dar. Um zusätzlichen Kaufanreiz zu bieten wurden zwei Bonustracks auf der Scheibe verewigt. "Eyes Of Denial" ist nun zweimal vertreten, als Bonus wurde eine Demoversion verwendet, "Jaded Heart", der zweite Bonustrack, ist ein Instrumental und ebenfalls als Demoversion vertreten. Alle, die das Debüt nicht besitzen, müssen jetzt aber endlich zuschlagen. Durch die Bonustracks ist der Erwerb dieser Scheibe aber auch für die 2000 Besitzer des Originals gerechtfertigt.
Walter

SECTION A – The Seventh Sign (Lion Music/Musica)
SECTION A sind im Grunde genommen das musikalische Steckenpferd des dänischen Gitarristen Torben Enevoldsen, dem es nach der Veröffentlichung einiger Instrumentalalben so richtig nach einer Scheibe mit Gesang war. Er begann vor gut zwei Jahren sich darauf vorzubereiten und arbeitete eine Liste aus, welche Musiker er denn kontaktieren könnte. Ganz oben auf jener Liste standen die Namen Andreas Lill (D) und Günter Werno (K), beide bekannt von den deutschen Proggies VANDEN PLAS. Diese waren bereit an "The Seventh Sign" mitzuarbeiten. Da Torben neben Gitarre auch noch den Bass und den Großteil der Keyboards eingespielt hatte, benötigte er nur noch einen passenden Gesangsakrobaten. Dieser fand sich ebenfalls relativ mühelos und zwar nach der Trennung von Andy Engberg von seiner langzeitigen Formation LION´S SHARE. Engberg musste ebenfalls nicht lange gebeten werden und somit liegt uns das Resultat dieses, SECTION A getauften, Projektes vor. Wie nicht anders zu erwarten, sind die Songs allesamt dem Progressiven Metal zuzuordnen, wobei allerdings durch reichlich fließende Melodien und eingängige Refrains der Brückenschlag zum Melodic Metal famos geglückt ist. "The Seventh Sign" enthält die Trademarks beider Genres und sollte somit auch eine breitgefächerte Zielgruppe zur Folge haben. Ich für meinen Teil hoffe, daß SECTION A nicht nur eine einmalige Angelegenheit bleibt, was ja bei solchen Konstellationen leider häufig der Fall ist.
Walter

ARCANA XXII – The Burning Darkness (TTS Media/Musica)
Es ist mir eine besondere Freude, eine Band vorstellen zu dürfen, die ob ihrer Herkunft bei der Mehrheit der Unwissenden höchstens für ein Lächeln sorgen wird. ARCANA XXII kommen aus Namibia. Ja, ganz richtig gelesen, Metal aus Afrika steht auf dem Programm. Underground-Freaks werden natürlich sofort wissen (natürlich! sofort! Andi), dass die Band bereits mit ihrem Debüt "Fallen From Grace" im Jahre 1999 für Furore sorgen konnte. Nachdem "The Burninig Darkness" bereits als Eigenveröffentlichung zu erhalten war, fand sich im rührigen deutschen Label TTS Media endlich auch ein kompetenter Partner, der sich fortan um die Belange der Band kümmern wird. Als erstes Zeichen wurde "The Burning Darkness" auch von TTS veröffentlicht. Herzuheben an der Scheibe ist meiner Meinung nach vor allem das Abwechslungsreichtum. Mir ist schon lange kein Album mehr untergekommen, auf dem gleichzeitig klassischer Old-School-Thrash Metal (hört Euch nur den Opener "Ramses" an), melancholische Melodien, die fast TYPE O NEGATIVE-Atmosphäre versprühen - hier kann "Breathing In Me" als Hörbeispiel verwendet werden - und auch tradionelle 80er Metal-Elemente wie in "Lobonian Rhapsody" enthalten sind. Aber noch ist nicht alles Gold, was uns da aus Namibia in heimische Gefilde flattert. Wenn diese Ungereimtheiten– vor allem soundtechnischer Natur –ausgemerzt werden können, steht dem Sprung aus dem Untergrund nichts mehr im Wege.
Walter

FALCONER – The Sceptre Of Deception (Metal Blade/NSM)
Das Mittelalter ist aus dem Metal nicht mehr wegzudenken (was uns alle sehr, sehr freut... Andi). Dabei meine ich jetzt gar nicht die unzähligen Kapellen, die als Musikanten auf diversen Burgfesten begannen und erst später die Rockmusik in ihre Stilistiken eingearbeitet haben. Nein, ich meine viel eher jene Bands, die im Metal zu Hause sind und immer wieder Melodien aus jener Epoche verwursten und nebenbei auch noch Geschichten von "anno dunnemals" erzählen. Ein gutes Beispiel dafür sind die schwedischen Melodic Metaller FALCONER. Ich bin mir gar nicht sicher, ob Bandleader Stefan Weinerhall nach der Auflösung von MITHOTYN jemals damit gerechnet hat, mit dem seinerzeit gestarteten Projekt derart erfolgreich zu sein. Durch zahlreiche Anfrage "mussten" FALCONER in der Vergangenheit sogar schon Konzerte geben, was ursprünglich auch nicht geplant war. Daraus resultierte allerdings der Ausstieg von Matthias Blad, der seine Karriere als Musical-Sänger nicht vernachlässigen wollte. In Kristoffer Göbel fand Meister Weinerhall jedoch ein adäquaten Nachfolger, der nun auf der bereits dritten Scheibe der Falkner zu hören ist. Stilistisch ist diese, meiner Meinung nach, ein wenig "metallischer" ausgefallen. Manche Passagen würden auch MANOWAR gar nicht so schlecht zu Gesicht stehen. Als Beweis für diese Theorie sei zumindest auf "The Trail Of Flames" verwiesen. Die Aufgabe, die Spielleute und Musikanten im Mittelalter innehatten, nämlich gleichzeitig von Geschichten zu berichten und die Leute dabei zu unterhalten, haben FALCONER mit Bravour gelöst. Näheres zu diesem Album und zur Band selbst gibt es demnächst an anderer Stelle zu lesen.
Walter

STAIRWAY TO ROCK – (Not Just) A Led Zeppelin Tribute (Pick Up/edel)
Wie bereits aus dem Titel ersichtlich handelt es sich bei vorliegendem Album um ein Tribute-Album, aber eben nicht im herkömmlichen Sinn. Üblicherweise spielen diverse Bands schlicht und ergreifend Songs einer bestimmten Band mehr oder weniger originalgetreu nach. Aber "STAIRWAY TO ROCK" ist eben anders, obwohl man sich bei der Songauswahl vorrangig an den Hits der Band bediente. Die aufspielenden Musikanten sind teilweise nicht einmal in den kühnsten Träumen zusammen vorstellbar, da sie in absolut unterschiedlichen Genres beheimatet sind. Wie könnte sich beispielsweise eine Zusammenarbeit von Steve Lukather und TRIBE AFTER TRIBE-Mastermind Robbi Rob anhören? Keine Ahnung, aber "Whole Lotta Love" funktioniert in genau dieser Version einwandfrei. Besonders hervorzuheben an dieser Scheibe ist auch die Tatsache, dass kein Beitrag ein richtiger Griff ins Klo geworden ist, was ja gerade bei Tribute-Sampler leider immer wieder passiert. Die eigene Note, die diverse Musiker diesen Songs zu geben im Stande sind, ist schon beachtlich. So kommt "Dazed And Confused" durch Eric Gales´ Gitarre deutlich bluesiger rüber als das Original und sogar Mr. Ice T, den ich nicht unbedingt schätze, vermag "No Quarter" nicht zu verunstalten, sondern verleiht der Nummer einen modernen Anstrich. Was soll ich noch weiter rumlabern? Ab in den nächsten Laden und kaufen!
Walter

WALL OF SLEEP – Overlook The All (PsycheDOOMelic)
Achtung, meine Lieben! It´s DOOM-time again! Zur Rezession angetreten sind diesmal WALL OF SLEEP, ein Quartett aus Ungarn . Hervorgegangen ist die Formation aus MOOD, den Urvätern der ungarischen Doom-Szene (ah jo, genau de... Andi). MOOD konnten immerhin vier Alben veröffentlichen und haben dadurch Kultstatus erreicht. Doch das alles ist Historie, wenden wir uns der Gegenwart zu. "Overlook The All" enthält neben dem Titelsong mit "Life Lies Low” und "Hands Of Dust” noch zwei weitere Eigenkompositionen, die irgendwo in der Nähe BLACK SABBATH´s anzusiedeln sind. Allerdings erinnern manche Passagen doch recht deutlich an den, mittlerweile wieder ein wenig in Vergessenheit geratenen, New Orleans-Sound, wie er von CROWBAR oder auch DOWN fabriziert wird. Der Gesang von Gabor Holdampf ist ebenfalls als gediegen zu bezeichnen, soll heißen, der gute Mann verfällt nicht in Doom/Death-Laute und klingt auch weniger nasal als OZZY. Dennoch scheinen die Jungs BLACK SABBATH sehr zu verehren, haben sie doch mit "The Wizard" eine der Vorzeigenummern mit auf die Scheibe genommen. Dabei ziehen sich WALL OF SLEEP sogar mehr als nur achtbar aus der Affäre, denn das Covern von SABBATH-Klassikern ist ja bekanntlich auch schon desöfteren in die Binsen gegangen. Zu haben ist "Overlook The All" für _ 8,- bei Mark Hegedüs. (Adresse siehe ORODRUIN-Review)
Walter

DOOMSWORD – Let Battle Commence (Dragonheart/NSM)
War zufällig jemand von Euch auf dem "Skeleton Bash-Festival” in Innsbruck in diesem Sommer? Nein? Dann habt Ihr (genau so wie ich) einen Auftritt der italienischen Viking- Metaller DOOMSWORD verpasst. Ihr habt völlig richtig gelesen. Die Band stammt zwar aus Italien, behandelt aber in ihren Texten Themen aus dem hohen Norden (na bumm! Andi). Für alle, die überhaupt noch nicht mit der Band in Berührung gekommen sind, sei erwähnt, daß musikalisch eher obskure Kost geboten wird. Das Quintett mit den herrlichen Pseudonymen Deathmaster (V), Guardian Angel II (G), Dark Omen (B), Wrathlord (D) und The Forger (G) zelebriert doomigen, epischen Metal, irgendwo in der Schnittmenge aus MANILLA ROAD, CANDLEMASS, CIRITH UNGOL und alten BATHORY. Sämtliche Kompositionen sind in eher gemächlichen Tempo gehalten, richtig doomig wird es aber auch nur selten. Sehr viel Wert legen die Musiker selbst darauf, daß ihre Musik als "Epic Metal" bezeichnet wird, was auch absolut stimmt. Auf "Let Battle Commence" – scheinbar als Huldigung an die NWOBHM-Legende WARRIOR gedacht, die einst ein Album selben Titels veröffentlichten - wird die Historie des dänischen Königs Ivar abgehandelt, der Teile der britischen Insel einehmen konnte. Dabei reicht das Konzept von den ersten heidnischen Attacken in York ("Heathen Assault") und endet damit, daß der besiegte König Aella in einem Mordritual hingerichtet wurde ("Blood Eagle"). Zum Abschluß erlebt der Hörer noch eine Musik gewordene Selbsthuldigung König Iwar´s in Form von "My Name Will Live On" (toll. ganz toll. Andi). Dieser Titel sollte auch für DOOMSWORD Programm sein, denn im Gegensatz zu anderen Viking-Metallern verstehen es die Italiener von Beginn an zu begeistern und haben es erst gar nicht nötig, durch folkloristische Einsprengsel für Abwechslung zu sorgen. Wer die oben genannten Referenzbands mag, kommt unmöglich an DOOMSWORD vorbei!
Walter

SILENT EDGE – The Eyes Of The Shadow (DVS/Musica)
Das niederländische Quartett SILENT EDGE legt mit dieser Scheibe sein Debüt vor. Bisweilen war lediglich ein 2-Song-Demo namens "Under A Shaded Moon" aus dem Jahre 2000 im Umlauf. Schon damals konnte aber einiges Aufsehen erregt werden. So wurde man von den Kollegen vom AARDSCHOK in der Ausgabe vom November 2000 zum "Demo des Monats" gekürt und konnte in weiterer Folge zahlreiche Gigs in der Heimat absolvieren. Den bislang größten Auftritt hatte die Band im Rahmen des europäischen "ProgPower"-Festivals. Womit wir bei der Musik der Band angekommen wären, welche sich schlicht und ergreifend mit Progressive Power Metal umschreiben läßt. An Referenzen müßen unbedingt DREAM THEATER angeführt werden, aber auch Elemente des Schaffens von SYMPHONY X können als Vergleich herangezogen werden. Durch die zahlreichen Einsprengsel aus der klassisch-inspirierten Musik, vor allem was die Gitarrenarbeit betrifft, dürfen als weitere Referenzen aber auch Yngwie MALMSTEEN und ROYAL HUNT nicht vergessen werden. Durch die, zugegebenermaßen recht gewöhnungsbedürftige, Stimme von Willem Verwoert kann die Band aber reichlich Eigenständigkeit auf der Haben-Seite verbuchen, was mit Sicherheit dem weiteren Karriereverlauf gut tun wird. Abwarten, was die Zukunft für die Band bringen wird. Der Anfang ist jedenfalls mehr als nur viel versprechend.
Walter

RISING FAITH – The Arrival (LMP/edel)
Es ist an der Zeit, den Damen und Herren von LMP einmal mein persönliches Lob auszusprechen. In regelmäßigen Abständen veröffentlicht dieses kleine, aber sehr feine, deutsche Label Alben von bisher unbekannten, aber durchaus beachtenswerten Bands. Offensichtlich dürften diese Veröffentlichungen in erster Linie aber mich allein interessieren (oba geh... 2, 3 andere kenn ich schon noch, Andi). Aber was soll ich denn machen, um mehr Leute von diesen Alben zu überzeugen? Etwa mich als Missionar der "Church of Melodic Power Metal" ausgeben, durch die Straßen ziehen und anstelle von kleinen Bibeln Promos verteilen (warum net? Andi)? Am besten noch in Mönchskutte mit LMP-Logo am Rücken.....
Nö, zu aufwendig. Da versuche ich es eben wieder einmal auf diesem Weg. Die Geschichte von RISING FAITH begann 1999, als Kristian Enqvist (D) und Stefan Englund (B) durch eine Anzeige an Kristian Wallin (V,G) kamen um gemeinsame Sache zu machen. Nach kurzer Zeit erschien das erste Demo der Band, schlicht "Demo 1999" betitelt, und erhielt durchwegs positive Kritiken. Durch Hinzunahme der Gitarristen Jimmie Bergqvist und Fredrik Jordanius war es Kristian Wallin fortan gestattet nur noch den Gesang zu übernehmen und nach einer Mini-CD "Imaginatinon" und einer weiteren CD, die allerdings nur für Promozwecke gedacht war, im Jahr 2001, konnten RISING FAITH endlich den erträumten Plattenvertrag einfahren. Das vorliegende Debut der Schweden hat zwar reichlich "Hamburger"-Einflüsse zu vermelden, ist aber weit davon entfernt in diese Schiene eingeordnet zu werden. Dazu klingen Songs wie "The Soul Deserter", "Rage" oder "Flight To The Brocken" viel zu US-Metal beeinflußt. Denkt Euch noch PRIEST-mäßige Gitarrenattacken und ab und zu ACCEPT-lastige Grooves dazu, dann habt Ihr ungefähr eine Ahnung was Euch erwartet. So, und jetzt ab in den nächsten Plattenladen um nach "The Arrival" zu betteln!
Walter

JEZABEL – Legions Del Sur (Cruz Del Sur Music)
Bei dieser Scheibe handelt es sich erst um die dritte Veröffentlichung des jungen italienischen Labels Cruz Del Sur Music. Dabei hat man sich gleich einer Formation angenommen, die für europäische Verhältnisse ob ihrer Herkunft immer noch exotisch anmutend wirkt. JEZABEL stammen nämlich aus Argentinien, einem Land, daß bei uns nicht unbedingt für den Export von Metal-Bands bekannt ist. Aber die Szene floriert und das schon seit Jahren. Das Sextett JEZABEL existiert bereits seit 10 Jahren, hatte aber auf Grund finanziell eher schwieriger Verhältnisse erst 1999 die Chance ihr Debut "A Todo A Nada" einzuspielen. Dieses fand als Import auch den Weg nach Europa und wurde mit wenigen, aber dafür durch die Bank positiven Kritiken versehen. Das wahrscheinlich größte Problem für JEZABEL, um in unseren Breitengraden für Furore zu sorgen, dürfte vermutlich der Gesang in spanischer Sprache sein, an der sich der mitteleuropäische Durchschnittsbanger immer noch zu stoßen scheint. Allerdings sollte man im spanischsprachigem Raum äußerst erfolgreich sein können. Rein musikalisch betrachtet erfindet die Band zwar nichts Neues, aber eine Mischung aus MAIDEN-lastigen Gitarren, HELLOWEEN-lastigen Melodien und einem Keyboard, das zuweilen wie eine dritte Gitarre fungiert, kann so schlecht gar nicht sein. Raritätenjäger und Sammler obskurer Kapellen kommen ohnehin nicht an JEZABEL vorbei. Ich bin sicher, diese Band ist erst der Anfang einer zu erwartenden Metal-Welle aus diesem südamerikanischen Land (tolle Aussichten... Andi).
Walter.

POWER OF OMENS – Rooms Of Anguish (Metal Ages Records)
Der Name POWER OF OMENS sollte MARTERPFAHL-Lesern noch ein Begriff sein, wurde die Band doch nach ihrem Debut "The Eyes Of The Oracle” zum Interview für besagtes Fanzine gebeten. Dadurch wollte ich der Band ein wenig helfen auch bei uns einen gewissen Bekanntsheitsgrad zu erreichen. Ob´s was genützt hat, weiß ich nicht. Tatsache ist jedenfalls, daß sich die Band nicht unterkriegen hat lassen und trotz diverser Line-Up- Schwierigkeiten nun mit "Rooms Of Anguish" dort fortsetzen kann, wo man 1998 beim Debut aufgehört hat. Den schon seinerzeit fabrizierten Progressive Metal hat man noch ein wenig frickeliger gestaltet, was wahrscheinlich nicht überall auf Gegenliebe stoßen wird. Aber keine Angst meine Damen- und Herrschaften! Trotz aller Frickeleien, die immer wieder eingestreut werden, vergessen POWER OF OMENS nicht darauf die Musik fließen zu lassen. Die Breaks wirken oftmals derart perfekt, daß die Begeisterung für die einzelnen Kompositionen von Song zu Song wächst. Das ständige Duell zwischen Keyboard und Gitarre – im Studio wurden beide Instrumente von Bandleader David Gallegos eingespielt - weiß ebenso zu überzeugen, wie der hypnotische Gesang von Chris Salinas. Als Referenzstück dieses Albums möchte ich Euch unbedingt das 20 –minütige Epos "In The End" ans Herz legen, das sämtliche Qualitäten der Band in sich vereint, aber dennoch bei weitem noch nicht ausreicht um POWER OF OMENS kennen zu lernen. Proggies, was wollt Ihr noch? Ach ja, geschätzte Herrschaften von POWER OF OMENS, bitte laßt uns nicht noch einmal fünf Jahre auf ein neues Werk warten. Kontakt: www.powerofomens.com, www.metalages.com
Walter

STYGMA IV – A History In Pain-Live (Eigenproduktion)
Schön langsam habe ich den Eindruck, daß der internationale Durchbruch dieser Band nur noch eine Frage der Zeit ist (des host vor 6 Joahrn a scho gschrieben.. Andi). In der Vergangenheit waren es wahrscheinlich in erster Linie businesstechnische Probleme, die diesen konstant verhinderten. Zunächst das ständige Umbennen, das mit Sicherheit nicht karriereförderlich sein kann. Dann ist mit Rising Sun auch noch das Label, bei dem ich den Eindruck hatte, endlich ausreichend für die Band aktiv zu sein, in Konkurs gegangen. Wie auch immer, vorliegendes Scheibchen dürfte als Pausenfüller bis zum nächsten Studioalbum, das demnächst über das französische Label NTS erscheinen wird, gedacht sein. Aufgenommen wurde in der Heimat, also im Rockhouse zu Salzburg, wobei Ritchie und Kumpanen sich an jenem Abend von ihrer besten Seite präsentierten. Die Stimmung konnte entsprechend eingefangen werden und Spielfehler kennt man von STYGMA IV ja ohnehin nicht. Das "Best Of"- Programm angefangen bei "Dark Desire" über "Mirror Man" bis hin zu neueren Knüllern vom Schlage "Calculation Towers" kann sich ebenfalls sehen, oder besser gesagt, hören lassen. Mit "Greedmachine" wurde auch noch mein persönlicher Favorit verewigt, kurz: ein begeisterndes Album. Eines aber muß ich mich schon fragen. Hat dem Herrn Krenmaier niemand mitgeteilt, daß an diesem Abend in Salzburg gespielt wurde, oder waren tatsächlich so viele Fans aus dem Ausland zugegen, daß er die Ansagen in englischer Sprache bringen mußte? Die CD ist für geschenkte _ 15,- über die Website www.stygma4.com zu erhalten.
Walter

MERCURY RAIN – Dark Waters (Eigenproduktion)
So etwas nenne ich Engagement! Das vorliegende Werk wurde nicht nur von der Band in Eigenregie aufgenommen und konzipiert, sondern auch noch ungemein hübsch gestaltet. Die Engländer MERCURY RAIN scheinen überhaupt sehr erpicht darauf zu sein bekannt zu werden. Sie kümmern sich nämlich auch sehr gewissenhaft um Vertrieb und Promotion des vorliegenden Konzeptalbums "Dark Waters". Gegen Anfrage flattert selbiges nämlich für interessierte Rezensenten innerhalb kürzester Zeit in deren Postfächer. Aber was würde das Alles helfen, wenn die Musik nicht ebenfalls gelungen wäre? Zwar hatte ich zu Beginn meine bedenken, ob mich MERCURY RAIN begeistern werden können, bemerkte ich doch, daß mit Sonia Porzier eine Dame das Mikro bedient (na, dann kann´s ja nix mehr werden, oder wie?! Ähm... Andi). Zum Glück haben es die Briten zu keiner Sekunde im Sinn den (leider sehr zahlreichen) Gothic Metallern den Rang abzulaufen. MERCURY RAIN wissen mit ihrer dunklen Power Metal-Variante tatsächlich zu gefallen. Sonia verkneift sich auch sämtliche Opernarien und dadurch passt ihre Stimme auch einwandfrei zu den getragenen, keyboardlastigen Power Metal–Epen. Mit Sicherheit der vielversprechendste Act, den uns die britische Insel in letzter Zeit offerieren konnte (bei der Konkurrenz sicher immens schwer... Andi). www.mercuryrain.com
Walter

FIRESTORM – Back From Hell (Eigenproduktion)
Der Name FIRESTORM sollte sich bei einheimischen Hardrock-Freunden eigentlich schon längst eingeprägt haben. Mir ist jedenfalls keine Band bekannt, die in den letzten Jahren derart aktiv war und dermaßen oft vor Publikum (vor wem oder was auch sonst? Andi) gespielt hat. Außerdem konnte man sich dadurch einen recht guten Ruf erspielen. Als Opener von BONFIRE, DORO und JUDAS PRIEST gespielt zu haben, muß ihnen auch erst einmal jemand nachmachen. Für diejenigen, die noch nie etwas von FIRESTORM gehört haben – guten Morgen im übrigen..- , sei kurz gesagt, daß FIRESTORM aus Laa/Thaya kommen, irgendwo im melodiösen Hardrock verwurzelt sind und mit "Back From Hell" ihr mittlerweile drittes Werk in Umlauf bringen. Basis der vorgetragenen Musik sind Melodien, die dann und wann richtig heavy gespielt werden, zumeist aber eher dem rockigen Bereich entstammen. Für eine Eigenproduktion verfügt das Album auch noch über einen mehr als nur passablen Sound, deshalb sollte nichts gegen den Erwerb dieser Scheibe sprechen. Ich für meinen Teil fühle mich desöfteren sogar an Y & T erinnert, was mit absoluter Sicherheit als Kompliment gewertet werden kann.
Wenn dieses Album eine Frage offen läßt, dann nur die nach dem Grund, warum das Intro "Resurrected" genannt wurde. Aber ich bin sicher, man konnte sich lediglich nicht entscheiden, ob "Gemartert" oder "Gepfählt" besser angekommen wäre......(wahrscheinlich... Andi). "Back From Hell" ist für _ 14,- bei der Band direkt zu erwerben, www.thefirestorm.com
Walter

THE BLACK DAHLIA MURDER – Unhallowed (Metal Blade/NSM)
Wenn sich eine Band bei der Namensfindung an einem ungeklärten Mord bedient, wird hoffentlich kein Mensch Weichspüler-Melodien erwarten. THE BLACK DAHLIA MURDER aus Detroit (ich stelle mir eben vor wie sich die neue Alice Cooper-Scheibe anhören würde, wenn der gute Mann diese Band gehört hätte....(warum sollte er? Andi)) haben sich mit Leib und Seele dem Todesmetall verschrieben. Auf der einen Seite kommen klar die Vorbilder aus ihrem Heimatland zum Vorschein, aber auch skandinavische Formationen, wie beispielsweise AT THE GATES, dürften die Herren schon desöfteren gehört haben. Besonders angetan bin ich von Drummer Cory Grady, der drei Beine zu haben scheint, denn solche Blastbeats sind – ohne technische Tricks - anders wohl nur schwierig hinzubekommen. Mit Trevor Strnad ist auch noch ein Shouter in den den Reihen der Band, der Hysterie offenbar mit der Muttermilch aufgesogen hat. Einen andere Erklärung für seinen Gesang habe ich sonst nicht. Bis vor kurzem schien alles im grünen Bereich zu sein, doch in letzter Zeit war von diversen Querelen und daraus resultierenden Line-Up-Problemen zu hören. Wäre schade, wenn dieses Album auch gleichzeitig den Abgesang darstellen sollte.
Walter


VOODOOSHOCK – Same (PsycheDOOMelic Records)
Gegen Ende des letzten Jahres erblickte dieser Silberling das Licht der Welt. Scharfsinnige werden bereits bei der Erwähnung des Labels wissen, worum es hier geht. Es darf ein weiteres Exemplar der Gattung Doom begeistert in Empfang genommen werden. Kopf der Band ist Uwe Groebel, der es bereits mit NAEVUS im Untergrund zu einiger Beachtung brachte. Während der Opener "Fountain Of Freedom" mit seinem mächtigen Groove am ehesten nach den alten BLACK SABBATH klingt, zeigt bereits das folgende "Rainbow Sky", dass auch ST. VITUS zu den Favoriten der Band gezählt werden. In späterer Folge gesellen sich noch ein wenig psychedelische Einflüsse dazu, wobei hier am ehesten CATHEDRAL als Referenzband anzugeben sind. VOODOOSHOCK beweisen so nebenbei auch, wie sich Klassiker des Musik-Business wunderbar "verdoomen" lassen. So wurde der MOODY BLUES-Gassenhauer "Nights In White Satin" derart famos intoniert, dass das ursprüngliche Schmalz, welches beim Genuß dieses Songs förmlich aus den Boxen quillt zu einer zähen, lavaförmigen Masse verkommt und die Zuhören zum Tanzen animiert. Mit dieser Scheibe sollten VOODOOSHOCK zumindest im Underground, denn Doom scheint nach wie vor nirgendwo anders die entsprechende Anerkennung zu finden, mehr als nur Achtungserfolge einheimsen können. Bezugsschwierigkeiten sollten in diesem Fall nicht auftreten, da die CD beim Labelinhaber direkt zu erhalten ist. Schreibt entweder an info@psycheDOOMelic.com oder schickt eine Brieftaube an: Mark Hegedus, Mauerbachstraße 42/2/6, A – 1140 Wien. Wer den direkten Kontakt zur Band sucht, kann dies per Mausklick unter www.voodooshock.de
Walter

AS I LAY DYING – Frail Words Collapse (Metal Blade/NSM)
AS I LAY DYING machen es dem Hörer nicht gerade einfach. Durch den Bandnamen fehlgeleitet, erwartete ich zunächst eher PARADISE LOST-artige Klänge, was aber überhaupt nicht zutrifft. Viel mehr knüppeln sich die fünf jungen Amis derart heftig durch die 12 Songs, dass man dazu neigt, die Musik als "Hardcore – Death Metal" zu bezeichnen. Während vor allem die Brachialität in Richtung Hardcore deutet, entstammen die Riffs eindeutig dem groovenden Death Metal. Diese Art von Musik ist im Moment so richtig im Kommen. Dennoch meine ich, im Gegensatz zu zahlreichen anderen Formationen, die ähnlich musizieren, zahlreiche Melodiebögen vernehmen zu können, wie sie eher dem traditionellen Metal-Bereich entstammen. Dadurch wird "Frail Words Collapse" auch vor dem Abdriften in pure "Holzhackerei" bewahrt. Von "Easy-Listening" kann aber, wie bereits eingangs erwähnt, keine Rede sein. In Anbetracht der Tatsache, daß es sich um das Debüt einer recht jungen Formation handelt, kann man hier durchaus von einem hoffnungsvollen Newcomer sprechen.
Walter

KRUX – Same (Mascot/NSM)
Auch Leif Edling scheint am "Skandinavien-Syndrom” zu leiden. Obwohl seine Stammformation CANDLEMASS seit der Reunion besser im Rennen ist als je zuvor und sogar schon Gerüchte über ein neues Studioalbum im Umlauf sind, scheint Leif noch nicht ganz ausgelastet zu sein. Zusammen mit Mats Leven (V, zur Zeit AT VANCE) und den ENTOMBED-Recken Jörgen Sandström und Peter Stjarnvind hat er KRUX ins Leben gerufen und dieses Album eingespielt. Logischerweise stammen die Hauptzutaten aus dem Doom-Bereich. Durch eine Menge Einflüsse aus dem klassischen 70er Rock besteht jedoch keinerlei Gefahr nach einer eventuellen Anbiederung an CANDLEMASS. Vor allem die quasi "nebenbei" in das Klangbild integrierten Hammond-Orgel-Sounds machen KRUX zu einer feinen Angelegenheit. Wer sich mit langsameren Klängen generell anfreunden kann und noch dazu URIAH HEEP und Konsorten verehrt, sollte seine helle Freude an dieser Scheibe haben. Göttergaben wie der Opener "Black Room" oder "Popocatepetl" machen KRUX zu einem äußerst gelungenen Debüt. Was Leif allerdings mit dem belanglos vor sich hin blubbernden Instrumental "Evel Rivaz" im Sinn hatte, kann ich Euch leider nicht beantworten.
Walter

MSG – Arachnophobiac (Mascot/NSM)
Man kann von Michael Schenker halten, was man will. Der Mann ist und bleibt ein begnadeter Gitarrist und ausgezeichneter Songschreiber noch dazu. Zugegeben, auch mir geht das ewige "Rein – Raus" – Spielchen bei UFO gehörig auf den Sack. Im Endeffekt ist es aber ziemlich egal für welche Formation Michael Songs schreibt bzw. in die Saiten greift. Das wichtigste an der Sache ist schließlich, dass der gute Mann der Szene erhalten geblieben ist. Das aktuellste Werk aus dem Hause Schenker nennt sich "Arachnophobiac" und ist vor wenigen Wochen erschienen. Unterstützt wird der Gitarrist diesmal von Chris Logan am Mikrophon und der ehemaligen Joe SATRIANI – Rhythmusfraktion Stu Hamm (B) und Jeremy Colson (D). Wie immer haben wir es mit typischen Schenker-Melodien zu tun, wobei der leicht bluesige Touch, den die Songs versprühen, durch die dezent raue Stimme von Chris Logan noch ein wenig besser in Szene gesetzt wird. Mir persönlich gefallen MSG in der heutigen Form jedenfalls um einiges besser, als in jenen Tagen, wo durch Robin McAuley doch ein gewisser "Weichspüler-Effekt" eingetreten ist. "Arachnophobiac" ist ein richtig cooles Hardrockalbum geworden, welches nicht nur Schenker-Fans erfreuen wird, sondern auch den Nachwuchs auf diese Art von Musik aufmerksam machen sollte. Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Line-Up länger konstant bleibt und die Wartezeit auf weitere Ergüsse ein möglichst kurze ist.
Walter

ORODRUIN – Epicurean Mass (PsycheDOOMelic Records)
Mark Hegedüs, der Herausgeber des kultigen "Psychedelic”-Fanzines hat seit kurzem auch ein eigenes Label am Start. Eine der ersten Veröffentlichungen aus seinem Stall ist "Epicurean Mass", das aktuelle Werk der Amis ORODRUIN. Musikalisch wird – no na – feinster Doom Metal geboten, oder besser gesagt zelebriert, wobei die Haupteinflüsse und Inspirationsquellen neben den obligatorischen BLACK SABBATH vor allem SAINT VITUS und frühe CATHEDRAL sein dürften. Auch die älteren TROUBLE müssen in diesem Zusammenhang erwähnt werden, da die Atmosphäre der Scheibe jener des Jahundertwerkes "Psalm 9" nicht unähnlich ist. ORODRUIN haben es nach drei Demos, die seit 1999 aufgenommen wurden, nun endlich geschafft ein Label zu finden um ihr Debüt auf den Markt zu bringen. Womit ein Anfang für eine "Karriere" gelegt wäre. Im Moment laufen übrigens gerade Verhandlungen die Herrschaften im Schlepptau von PENANCE auf eine längere Europa-Tournee zu holen. Definitiv bestätig ist jedenfalls bereits ein Auftritt bei der 2004er Version des "Doom Shall Rise" – Festivals in Deutschland. Zu beziehen ist "Epicurean Mass" für _ 10,- unter folgender Adresse: Mark Hegedüs, Mauerbachstraße 42/2/6, 1140 Wien. Checkt aber zuvor noch die Website www.psychedoomelic.com, wo es noch zahlreiche andere Delikatessen aus dem Doom-Genre zu erstehen gibt.
Walter

METAL MILITIA – Perpetual State Of Aggression (Eigenproduktion)
In Florida ist seit Jahren für Nachwuchs im metallischen Untergrund gesorgt, aber nicht nur Death Metal-Bands entstammen den Sümpfen des amerikanischen Südostens. Bei METAL MILITIA, einer Thrash Metal-Formation, haben wir es mit ganz jungen Musikanten zu tun, deren Durchschnittsalter gerade einmal 18 Jahre beträgt. Nichtsdestotrotz existiert die Band bereits seit vier Jahren und hat seit diesen Tagen auch schon jede Menge an Bühnenerfahrung vorzuweisen, so war man im letzten Jahr sogar auf dem MILWAUKEE METAL FEST vertreten. Ehrlich gesagt merkt man den Burschen ihre Jugend auch gar nicht an. Die Songs wirken frisch und zu dem auch noch wie aus einem Guß. Man verzichtet aus Einstellungsgründen auf jegliche "Modernität", die man von Jungspunden erwarten dürfte. Der Mix aus Speed und Thrash Metal erinnert an frühe DESTRUCTION und die ganz alten METALLICA. Vor allem der Gesang von Paolo Gregoletto erinnert angenehm den jugendliche Schmier und wird dadurch eingefleischte Thrasher erfreuen können. Verbesserungswürdig erscheint mir lediglich die Produktion, die ebenfalls an Demos längst vergessener Tage erinnert. Aber vielleicht hat man diese Tatsache aus "Retro-Gründen" ins Kalkül genommen. Alles in allem aber eine tolle Scheibe. Bezugsquelle und Kontaktadresse:
www.metalmilitia.cc
Walter

DUNGEON – A Rise To Power (LMP/edel)
Auch in Australien scheint sich melodiöser Power Metal wachsender Beliebheit zu erfreuen. Mit DUNGEON haben sich LMP scheinbar das Aushängeschild Australien´s in jenem Genre gekrallt und so kommt auch Europa in den Genuß dieser Formation. Natürlich sind keine Innovationen auf dem genannten Sektor zu erwarten, aber ganz ehrlich, wozu sollte man etwas neu erfinden, wenn das vorliegende Ergebnis doch mehr als zufriedenstellend ist? Der Titelsong klingt schon einmal verdammt gut und ist trotz seiner Länge von sieben Minuten nicht unnötig in die Länge gezogen. Auffällig ist auch die Gesangsleistung von Lord Tim, an der es NICHTS auszusetzen gibt. Die gelegentlichen Ausflüge in höhere Gefilde meistert der gute Mann scheinbar mühelos. Egal welcher Titel auch angetestet wird, man wird keine Lückenbüßer finden können. Interessant finde ich die Tatsache, daß manche der Refrains immer wieder an eine heavier klingende Version von HAMMERFALL erinnern, was ja auch nicht unbedingt negativ für die Band sein muss, und somit als Vergleich sicherlich durchgehen kann. Noch sind DUNGEON in unseren Breiten eine unbekannte Größe, mit "A Rise To Power" sollte sich das aber demnächst ändern.
Walter


BRAINSTORM – Soul Temptation (Metal Blade/NSM)
Wer die Entwicklung dieser Power Metaller seit den Anfangstagen mitverfolgt hat, wird kaum von der Klasse dieses Werks überrascht sein. Schon seit knapp 15 Jahren treiben BRAINSTORM ihr Unwesen im metallischen Untergrund. Seit mit Andy B. Franck einer der Könner schlechthin in diesem Genre das Mikro bedient, geht es aber kontinuierlich bergauf mit den Süddeutschen. "Soul Temptation" sollte einen weiteren Schritt nach vorne darstellen. Auf besagtem Werk sind zwar verstärkt Keyboards in den Gesamtsound integriert worden, dem gegenüber steht aber immer noch eine dominierende Gitarrenfraktion, von "Verwässerung" ist zum Glück nichts zu merken. Egal ob Ihr den Opener "Highs Without Lows", den mächtigen Power Metal-Groover "The Leading", das getragene "Fading" oder die Up-Tempo-Hymne "To The Head" antestet, "Soul Temptation" kann von Anfang an voll überzeugen und ist mit Highlights geradezu übersät. Dabei habe ich das Herzstück der Scheibe, den Dreiteiler "Trinity Of Lust" bisher noch nicht einmal erwähnt. Wie bereits auf den Scheiben zuvor wurde auch hier ein wenig exotisches Flair in Form von indisch anmutenden Folklore-Klängen mitverarbeitet. Eine Sache die BRAINSTORM ebenfalls tadellos beherrschen. Zum Abschluss bleibt eigentlich nur noch die Frage, wann diese Band endlich die ihr zustehenden Lorbeeren ernten darf.
Walter

BALLISTIC – Same (Metal Blade/NSM)
Nicht mehr ganz unbekannt sollte eingefleischten Metallern der Name BALLISTIC sein. Ihr 3-Track-Demo, das übrigens Bestandteil des vorliegenden Albums ist, war lange Zeit als Gratis-Download im Netz verfügbar. Wer nicht zugegriffen hat, ist zwar selbst schuld, hat aber jetzt die Chance diese Wissenslücke problemlos zu stopfen. BALLISTIC nennt sich das neue Steckenpferd des amerikanischen Vollblut-Metallers Tom Gattis (ich höre und spüre förmlich, wie Euch jetzt ein Licht aufgeht (natürlich... Andi)), der Freunden des US-Metals durch Namen wie TENSION und WARDOG ein Begriff sein wird. Wer jetzt immer noch nicht weiß, was zu erwarten ist (also alle außer Du, Andi), muß umgehend in den nächsten Plattenladen um BALLISTIC anzutesten. Ich für meinen Teil bezeichne Songs wie "Collision Course", "Call Me Evil" oder "Call To Armageddon" schlicht und ergreifend als US-Power Metal 2003, wobei zugegebenermaßen zahlreiche Thrash Metal-Parts zu hören sind. Die Band selbst bezeichnet ihren Stil als "Thrash-Version der NWOBHM", was auch ganz gut klingt und irgendwie passt. Neben Tom Gattis sind Tim O´Connor (B, ex-TENSION), Rikard Stjernquist (D, JAG PANZER) und der bulgarische Gitarrist Petio Petev zu hören. Auffällig ist, dass die Herrschaften bereits auf dem Debüt ungemein eingespielt klingen, Soloeskapaden sucht man ebenso vergeblich wie Ausfälle. Dafür ist der Druck den BALLISTIC im Kollektiv auf den Hörer ausüben ein ganz gewaltiger. Auch die von John Herrera und Achim Köhler fein abgestimmte Produktion kann sich hören lassen. Ich hoffe, dass es für Tom mit dieser Scheibe endlich auch einmal den entsprechenden Erfolg gibt, denn wem sonst sollte man diesen vergönnen, wenn nicht einer Szenefigur, die schon seit Jahren immer wieder spitzenmäßige Alben abliefert und dennoch größtenteils ignoriert wird?
Walter

EIDOLON - Apostles Of Defiance (Metal Blade/NSM)
Nach ihrem Auftritt beim BYH-Festival 2001 haben sich EIDOLON einen neuen Sänger namens Pat Mulock in die Band geholt. Dieser hat auf der letztjährigen Veröffentlichung "Coma Nation" gezeigt, daß er über eine ordentliche Power Metal-Röhre verfügt, dennoch kommt die Stimme des genannten jungen Mannes erst jetzt auf "Apostles Of Defiance" so richtig zur Geltung. Ich will das Vorgängerwerk keineswegs schlecht machen, aber ein Unterschied in gesangstechnischer Hinsicht ist einfach gegeben. Es liegt wohl daran, daß die Kanadier rund um die Brüder Shawn (D) und Glen (G) Drover beim Songwriting viel mehr auf Pat´s Stimme eingehen konnten und ihm so auf den Leib geschneiderte Melodien komponierten. Dabei macht Pat bei Power Metal Hymnen wie dem Opener "Screams From Within" genauso einen guten Eindruck wie bei groovenden Kompositionen wie "Twisted Morality". Es hat sich also voll und ganz ausgezahlt diesen Herren ins Line-Up zu integrieren. Auch die in Glen´s eigenem Studio erledigte Produktion kann sich hören lassen. Besonders erwähnenswert erscheint mir persönlich noch "The Will To Remain", ein Song der zwar nicht untypisch für die Scheibe geworden ist, als lyrisches Konzept jedoch die Leidensgeschichte von RUSH-Drummer Neil Peart beschreibt. Ehre wem Ehre gebührt, würde ich sagen. Auch EIDOLON sollten mit "Apostles Of Defiance" zu Ruhm und Ehre gelangen und so ihren Bekanntheitsgrad gehörig steigern können.
Walter



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