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CDs
KILLING JOKE Killing Joke
(Sony Music)
Nach acht Jahren Pause schlägt der tödliche
Witz 2003 endlich wieder zu: doomig schleppend, tiefgrollend brüllend,
und mit Texten, so ehrlich, dass es weh tut. Gratulation, wer zwischen
der Trance extrem schneller Gitarren, dem Sog an psychedelischer Dunkelheit
und der brutalen Verführung einnehmend treibender Riffs noch gerade
stehen kann! Der Mund bleibt offen stehen, das Meisterwerk wird gleich
mal zu einem absoluten Fave des Jahres gekürt... 1978 gründete
sich die Band rund um Jeremy "Jaz" Coleman in London, um mit
ihrem unnachahmlichen postpunk-Sound nachkommende Bands à la Ministry,
Skinny Puppy oder Soundgarden maßgeblich zu beeindrucken und zu
beeinflussen. Anfang der 80er sahen die exzentrischen Mannen den Weltuntergang
nahen und zogen nach Island aus, wenig später stand die Erde immer
noch, und die Rückkehr nach England am Programm. Ab 1990 ging es
schwerstens turbulent zu im Hause der Truppe, die sich übrigens nach
einer Posse der Monty Pythons benannt hatte: die Bandmitglieder verwirklichten
sich in diversen Solo- und Privatprojekten, wobei Coleman mit seiner,
von Neuseeland inspirierten, Arbeit als erfolgreicher Composer mal wieder
den Vogel abschoß. Jetzt ist aber fürs erste wieder Schluss
mit lustig. Bzw.: der Spaß beginnt endlich wieder. Denn mit Dave
Grohl an den Drums und den neuen Songs wird ein neues Kapitel der KILLING
JOKE-Zeitrechnung aufgeschlagen: düster, erbarmungslos und hart wie
das reale Leben. www.killingjoke.com
Althea
DRACUL Follow Me (Ixthuluh)
Nicht mehr ganz taufrisch, aber erst im Juli auf
meinem Schreibtisch erschienen und darum wert, noch ein paar kritische
Worte darüber zu verlieren ist diese Scheibe vom Projekt des Umbra
Et Imago-Frontman Mozart, der damit ein geniales Album für Fans elektronischer
Düstermusik, Vampiristen und Dracula-Anhänger im Besonderen
geschaffen hat. Auf den ersten "Blick" kommen die Tracks musikalisch
zwar nicht besonders originell rüber, andererseits sind die Beats
mit so vielen Mozart-typischen Facetten, instrumentalen Surprises und
aufsehenerregenden Texten gespickt, dass der Albumtitel "Follow Me"
Programm ist also: anhören, abtanzen, je nachdem...
Althea
ILLUMINATE 10 x 10 (Nuclear
Blast/edel)
(Eine "Entgegnung" zum weiter unten
stehenden Review der Kollegin Vampira ;-)
"Zu weit ging die Reise, zu hoch war der Preis ..." so
breschen die Deutschen auf dem Lied "Der Torweg" los, wenn auch
in anderer Form als gewohnt. Die deutschen Wortzauberer der depressiven
Dunkelheit liefern mit "10 x 10" in black und "10 x 10"
in white ein doppeldeutiges Best Of-Album ab, auf dem der Fan sich in
Kerkerklagen und Leidgesängen, die man so (heavy, metallisiert, industrialisiert...)
noch nie gehört hat, suhlen kann. Einfach wunderbar - und auf alle
Fälle habens-wert!
Althea
GORGOROTH - Twilight Of The Idols
In Conspiracy With Satan (Nuclear Blast/edel)
Zu Beginn sei hiermit festgehalten, daß
ich GORGOROTH noch nie zu meinen Faves zählen konnte, da mich die
Musik der Herrn aus dem hohen Norden bislang immer relativ kalt gelassen
hat. Dabei wird es auch mit vorliegender Scheibe bleiben, denn obwohl
"Twilight of the Idols" nicht wirklich schlecht ausgefallen
ist, reißt mich doch kein einziger der darauf vertretenen Songs
so wirklich vom Hocker. Was mir nach einigen Minuten allerdings regelrecht
auf die Nerven fällt, ist die Tatsache, daß der Gesang extrem
gekünstelt klingt und einem den musikalischen Hörgenuß
immens verdirbt. Ich bin da eher doch ein wenig altmodisch und halte es
mit typischen Black Metal Vocals der Marke MARDUK und Konsorten. Die Musik
auf "Twilight of the Idols" ist streckenweise gar nicht mal
so übel, vor allem dann, wenn sich die Band auf die Gitarrenarbeit
konzentriert. Teilweise sind die auf der Scheibe verwursteten Melodien
und Riffs ganz hörbar, allerdings werden sie prompt durch den vor
sich hin gebrüllten Gesang wieder in den Hintergrund gedrängt.
Ein weiterer Minuspunkt dieses Albums ist die Eintönigkeit, die sich
spätestens nach der dritten Nummer einstellt. Meiner Ansicht hat
die Band ein Thema wieder und wieder zu verschiedenen Songs verbraten
und das muß ja nun wirklich nicht sein! Es stellt sich mir abschließend
die Frage, ob die Black Metal Welt ein Werk wie "Twilight of the
Idols" wirklich gebraucht hat ...
Vampira
IMPALED Impaled (Deathvomit
Records)
IMPALED bieten auf vorliegender Scheibe Old School
Death Metal, der zwar nicht besonders innovativ ist, aber doch durchaus
gefällt. Die Mucke ist weit davon entfernt, technisch anspruchsvoll
zu sein, macht aber jede Menge Spaß, da die Songs vom Livefeeling
leben und von der ersten bis zur letzten Minute einfach nur killen. Klar,
der Sound erinnert immens an CARCASS und auch die Stimme ist jener der
legendären Truppe ziemlich ähnlich, was jedoch dem Gesamteindruck
des Albums nicht wirklich schadet. Was beeindruckt, ist die Spielfreude
der Jungs, denn IMPALED geben Gas, als ob es kein Morgen gäbe, wobei
sie aber genau im rechten Moment das Tempo ein wenig drosseln, um für
Abwechslung zu sorgen. Viel mehr gibt es zu IMPALED nicht zu sagen
die Band erfindet den Death Metal zwar keinesfalls neu, aber bei Alben
wie diesem kann trotzdem jeder hartgesottene Freund des Todesbleis bedenkenlos
zugreifen!
VampiraFRAGILE HOLLOW Effete Mind (Avantgarde Music)
Grundsätzlich bieten die Finnen FRAGILE HOLLOW durchaus angenehme,
leicht ANATHEMA- bzw. HIM-lastige Musik auf "Effete Mind", doch
leider stört streckenweise der schlicht und ergreifend fürchterlich
falsch klingende Gesang das Hörvergnüngen. Allerdings pendelt
sich dieses Manko nach einigen Songs doch ein wenig ein (oder ist das
nur der Gewöhnungseffekt?!) und dann kann man sein Augenmark auf
das Wesentliche richten, denn FRAGILE HOLLOW haben mit Sicherheit ein
Gespür für wunderschöne Melodien und treffsicher plazierte
Arrangements. Allerdings ist "Effete Mind" nicht wirklich ein
Kandidat für ein Top Ten Album, denn es gibt meiner Meinung nach
bereits viel zu viele Gothic Bands am Markt, die einer Truppe wie FRAGILE
HOLLOW kaum noch Raum für den großen Durchbruch lassen. Aber
davon abgesehen hat "Effete Mind" auf alle Fälle eine Daseinsberechtigung
in der Veröffentlichungsflut der Plattenfirmen und es gibt zweifellos
Bands, die noch eine Spur mehr auf den ausgetretenen Pfaden des Gothic
Metals wandeln am besten antesten und entscheiden, ob ihr das Teil
Euer Eigen nennen wollt.
Vampira
TWELFTH GATE Summoning
(Crash Music Inc.)
TWELFTH GATE fabrizieren auf "Summoning"
eine eigenartige Mischung aus True Metal Vocals und extrem heavy angehauchter
Musik. Vorab sei gesagt, daß meiner Ansicht nach herbere Vocals
wesentlich besser zu dieser Mucke passen würden, aber meine Meinung
ist ja nicht maßgeblich (stimmt allerdings Andi)! J Musikalisch
haben mich TWELFTH GATE durchwegs begeistert, denn sie haben zweifellos
ein Gespür für geile Riffs und eingängige Melodien. Auch
groovige Parts sind auf "Summoning" zahlreich vertreten und
verleihen den Songs einen herrlichen spontanen Flair. Des weiteren kann
man der Band Ideenreichtum betreffend des Songwriting nicht absprechen
und die Jungs haben durchaus ein gutes Gespür für der zu ihren
Stücken passende Produktion. Einzig die Stimme zerstört hin
und wieder das Feeling dieser Scheibe und will bei einigen Songs nicht
so recht ins Gesamtbild passen. "Summoning" ist genau die richtige
Kost für Leute, die sich nicht zu hundert Prozent auf eine bestimmte
Metalrichtung festlegen und innovativen Sounds durchaus offen gegenüber
stehen. Bleibt die Frage offen, wie sich die Band live bewähren würde,
denn ich glaube, daß die auf "Summoning" vertretenen Stücke
im Rahmen eines Live-Auftrittes noch wesentlich mehr Schlagkraft entwickeln
könnten als sie das auf der vorliegenden Studioproduktion ohnehin
schon machen.
Vampira
TEMPLE OF BAAL Servants
Of The Beast
Hm, war ich beim ersten Durchlauf noch ein wenig
geschockt vom Sound von "Servants of the Beast", so kann ich
nach weiteren Lauschangriffen nur feststellen, daß vorliegendes
Album so grottenschlecht produziert ist, daß man es fast schon wieder
als Kult bezeichnen könnte. DARKTHRONE lassen grüßen und
das nicht nur hinsichtlich der Produktion. Auch das Cover erinnert stark
an die Herren Nocturno Culto und Fenriz, denn es sind neben fragwürdigen
Statements wie "Satanik Terrorism" auch noch kaum erkennbare
schwarzweiß angepinselte Gesichter zu erkennen. Die Musik selbst
ist jener der nordischen Ikonen des Black Metals ebenfalls relativ ähnlich,
denn die Songs wechseln zwischen absolut headbangkompatiblen Einlagen
und Vollgasparts. Streckenweise grooven die Songs hervorragend aus den
Boxen, um dann wieder in einem Hyperblast-Gewitter zu enden. Nicht schlecht,
aber aufgrund des absoluten Underground-Flairs nur für Black Metal
Freunde der ersten Stunde geeignet. Satan rules!
Vampira
CRYPTIC SLAUGHTER Convicted
(Relapse/NSM)
Horror! Meiner Ansicht nach handelt es sich bei
"Convicted" um Lärm ohne Ende, der keinerlei Daseinsberechtigung
hat. Keine Ahnung, wo diese Mucke einzuordnen ist, laut Presseinfo handelt
es sich um Hardcore mit Thrash Einflüssen. No wiad schon so sein
... ich kann damit leider überhaupt nichts anfangen. Es dominiert
einzig Bolzen und Schreien ohne jegliche Koordination, jede Hauptschulproberaumband
kann vermutlich genau die gleiche Mucke binnen einer Stunde in einem Studio
zu einer kompletten CD verwursten. Es gibt mit Sicherheit Leute, die mit
Bands wie CRYPTIC SLAUGHTER etwas anfangen können, doch ich gehöre
definitiv nicht zu dieser Sorte Menschen. Die auf "Convicted"
vertretenen Songs zeigen für mich keinerlei Strukturen, nicht eine
einzige Sekunde zeigen die Musiker irgendeine Form von technischem Können,
welches den Soundbrei ein wenig erträglicher machen würden ...
Sorry, aber das ist einfach nur unnötiger Schrott!!!
Vampira
VITAL REMAINS Dechristianize
(Century Media)
Klingt auch das vielfach verwendete Titelthema
aus "Carmina Burana" nach jahrelangem Mißbrauch schon
ein wenig abgedroschen, so haben es VITAL REMAINS doch genial verpackt.
Sei es als Intro oder als dominierendes Gitarrenriff im zweiten Song "Dechristianize",
da liegt mir einfach nur das simple Wort KULT auf der Zunge. Ich hätte
mir nie gedacht, daß man diese altbewährte Melodie mit Gitarren
so perfekt umsetzen kann Ächz! Okay, über die Vocals
braucht man nach genauerer Ansicht des Albumcovers kaum ein weiteres Wort
verlieren, zeichnet sich hierfür Glen Benton, seines Zeichens Mastermind
von DECEIDE, dafür verantwortlich. Setzt dieser Mann doch mit seiner
Hauptband seit Jahren ungebrochene Maßstäbe im Death Metal
Bereich und liefert mehr oder minder ein Meisterwerk nach dem anderen
ab. Dies macht er zweifellos auch bei vorliegendem VITAL REMAINS Output,
denn diese Scheibe killt vom ersten bis zum letzten Song. Genialer Death
Metal, bei dem sowohl die Gitarren als auch die Drums endlos geil aus
den Boxen krachen. "Dechristianize" ist eine ausgewogene Mischung
aus Brachialattacken und Midtempo-Parts und wird zu allem Überfluß
auch noch von einer gut gelungenen Produktion aus den Morrissound-Studios
verfeinert. Ein Muß für jeden Death Metal Fanatiker!
Vampira
AETERNUS A Darker Monument
(Nocturnal Art Productions)
Wer sich von AETURNUS typisch skandinavische Metalklänge
erwartet hat, liegt vollkommen falsch. Die Jungs haben sich absolut der
Old School Death Metal Richtung verschrieben und nach einigen Durchläufen
von "A darker Monument" bleibt festzustellen, daß sie
diese Mucke auch absolut perfekt beherrschen. Vorliegendes Album lebt
vor allem von den saugeilen Vocals von Frontmann Ares. Die Stimme des
Herren erinnert über weite Strecken an Bands wie IMMOLATION und Co.
Hut ab! Auch die Gitarrenarbeit auf "A darker Monument"
ist nicht von schlechten Eltern, sie zeigt, daß hier absolute Meister
am Werk sind. AETERNUS bewegen sich gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen
Highspeed-Einlagen und groovigen Midtempo Parts, was die Musik der Jungs
zu einem absoluten Hörerlebnis macht. Die Stücke donnern wie
präzise abgefeuerte Granaten aus den Boxen und landen jedes auf seine
Art einen Volltreffer. Einzig der Sound des Albums hätte um einiges
besser ausfallen können, da die Songs ein wenig dumpf klingen und
mit dieser eher undergroundigen Produktion sicher nicht ihre ganze Schlagkraft
ausspielen können. Anspieltip von "A darker Monument" ist
"The Trident", denn diese Midtemponummer läßt mit
Sicherheit die Herzen vieler Death Metal Fans höher schlagen. Bei
AETERNUS handelt es sich um einen Geheimtip, an dem kein Todesbleifanatiker
achtlos vorüber schreiten sollte!
Vampira
UNDERTOW 34CE (Silverdust
Records)
UNDERTOW bewegen sich mit ihrer Musik irgendwo
im Bereich gemäßigten Hardcore mit unüberhörbaren
CROWBAR Einflüssen. Schleppende Riffs, heiserer Gesang und ins Ohr
gehende Melodien prägen vorliegende CD und ich muß gestehen,
daß die Jungs ihre Arbeit nicht schlecht gemacht haben. Hin und
wieder haben sie in die zuvor erwähnte Mischung auch recht treibende
metallische Parts einfliessen lassen, die mich zum Teil musikalisch ein
wenig an das erinnern, was ehemalige Die Hard Thrash Bands wie TESTAMENT
in den letzten Jahren so fabriziert haben. Es ist nicht einfach, ein Album
wie "34CE" mit passenden Worten zu beschreiben, da UNDERTOW
in ihrer Schiene doch recht vielfältige Inputs verarbeitet haben.
Jeder Song ist auf seine Art mit interessanten Parts gespickt und zeigt
von den songwriterischen Fähigkeiten, mit denen UNDERTOW ans Werk
gegangen sind. Am besten kommt die Mucke der Band jedoch dann zur Geltung,
wenn Zeitlupentempo Riffs mit intensivem Gesang den Ton angeben, wie das
absolut saugeil bei Track Nummer 9 "BushlDo" der Fall ist. Songs
dieser Art sorgen für Gänsehautschauer der angenehmen Art und
werden mit Leichtigkeit zu Dauerbrennern im CD-Player. Da auch der Sound
von "34CE" keinerlei Grund für Kritik bietet, kann ich
dieses Album bedenkenlos an die breite Metalfangemeinde weiter empfehlen.
Daumen hoch!
Vampira
SUIDAKRA Signs Of The
Fallen (Century Media/NSM)
SUIDAKRA beweisen auch bei ihrem sechsten Album,
daß sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Die auf "Signs
of the Fallen" vertretenen Songs leben einerseits von den endlos
genialen Riffs und den eingängigen Melodien, andererseits jedoch
auch von der unverwechselbaren Stimme von Sänger ARKADIUS. Die Band
aus unserem Nachbarland versteht es perfekt, altertümliche Einflüsse
in ein metallisches Kleid zu verpacken, ohne eine Minute lang kitschig
oder gar aufgesetzt zu klingen. Sämtliche Songs sind spieltechnisch
allererste Sahne und bieten alles, was das metallische Herz begehrt. Trotz
durchaus vorhandener technischer Einlagen verirren sich SUIDAKRA nie in
unnachvollziehbare introvertierte Songstrukturen und plazieren immer in
der rechten Minute einen Ohrwurmpart, der ein für alle mal unvergeßlich
im Gehirn gespeichert bleibt. "Signs of the Fallen" ist ein
weiteres Highlight unter den Veröffentlichungen im Jahr 2003 und
wer die Band bei ihrem genialen Auftritt im Rahmen des Kaltenbach Open
Airs am Semmering bewundern durfte, hat gesehen, daß die Jungs imstande
sind, auch live das umzusetzen, was ihre Studioalben versprechen!
Vampira
THROCULT Soldiers Of A
Blackened War (Crash Music Inc.)
"Soldiers of a Blackened War" ist ein
Death / Black Album der soliden Mittelklasse, was heißen soll, daß
es nicht schlecht, aber auch nicht besonders überragend ist. Die
Songs bewegen sich ausgewogen zwischen massiven Prügeleinlagen und
Midtempo Parts, wobei ich persönlich die langsameren Songs bevorzuge,
da die Band dabei eindeutig mehr Talent unter Beweis stellt. Wenn THROCULT
drauf los hacken, als ob es kein Morgen geben würde, klingt das immer
ein wenig konfus, unstrukturiert und auf die Dauer manchesmal sogar nervig.
Vor allem dann, wenn Sänger Chris Vigil sich bemüßigt
fühlt, im Highspeedbereich a la Mr. CRADLE OF FILTH zu schreien.
Seine Vocals kommen in der Death Metal Stimmlage eindeutig besser zur
Geltung, da er dabei den Songs wesentlich mehr Power verleiht. Was "Soldiers
of a Blackened War" angenehm auflockert, sind die immer wieder eingestreuten
Keyboard-Samples, denn sie sorgen für Abwechslung und zeigen von
durchaus vorhandenen Fähigkeiten beim Songwriting. Die Produktion
der vorliegenden Scheibe ist absolut im Rahmen und untermalt vor allem
die Arbeit der beiden Gitarristen, die ihr Handwerk recht gut beherrschen.
Zusammenfassend sei gesagt, daß "Soldiers of a Blackened War"
sehr wohl seine Daseinsberechtigung im Death / Black Metal Genre hat,
der Band aber mit Sicherheit nicht den Sprung in die obere Liga der Düsterbands
bescheren wird.
Vampira
YOUR SHAPELESS BEAUTY
My Swan Song (Adipocere Records)
"My Swan Song" ist ein intensives, tiefgründiges
Black Metal Album, welches aber jede Menge Gothic Einflüsse beinhaltet
und hin und wieder sogar ein wenig in die Death Metal Ecke abdriftet.
Obwohl YOUR SHAPELESS BEAUTY absolut auf Melodie, Dramatik und Traurigkeit
setzen, werden die Stücke zu keiner Zeit kitschig oder gar peinlich,
da genau im richtigen Moment der Black Metal wieder die Oberhand gewinnt.
Die Band beweist ein riesiges Talent im Bereich Songwriting, denn das
Material ist abwechslungsreich und bietet bei jedem Durchgang neue Eindrücke,
die man vorher noch nicht wahrgenommen hat. Diese Tatsache macht "My
Swan Song" zu einem vielschichtigen Album, das kaum langweilig zu
werden droht. Musikalisch dominieren vor allem die Gitarren, die gekonnt
zwischen wunderschönen Melodien und beinharten Riffs wechseln und
vom wuchtigen Drumming perfekt unterstützt werden. Auch der Gesang
weiß zu gefallen, da die Vocals eine ausgewogene Mischung aus Black
Metal Kreischen und Death Metal Grunts bieten. Einzig die Produktion hätte
noch um eine Spur druckvoller ausfallen können, aber das fällt
bei der Klasse der Nummern kaum ins Gewicht. "My Swan Song"
ist eine herausragende und innovative Scheibe, mit dem YOUR SHAPELESS
BEAUTY mit Sicherheit jede Menge Fans für sich gewinnen werden!
Vampira
BLODSRIT Ocularis Infernum
(Adipocere Records)
BLODSRIT bieten auf "Ocularis Infernum"
typischen Old School Black Metal, dessen Sound enorm an eine Mischung
aus den alten DIMMU BORGIR und DARKTHRONE Outputs erinnert. Vor allem
das Drumming klingt dem von Meister Fenriz nicht unähnlich, nämlich
genau dann, wenn BLODSRIT im Midtempobereich agieren. "Ocularis Infernum"
ist im Großen und Ganzen durchaus passabel ausgefallen, einziges
Manko ist die fehlende Abwechslung. Jeder Song ist nach dem gleichen Schema
aufgebaut, die Gitarren sind relativ melodiös, die Drums donnern
treibend aus den Boxen und der Gesang ist tief im Black Metal Underground
verwurzelt. An sich ein geile Mischung, wenn die Band nur hin und wieder
ein wenig Innovation oder Mut zu Neuem durchschimmern lassen würde.
Die Produktion von "Ocularis Infernum" klingt ebenfalls relativ
nordisch angehaucht, was die Vermutung aufkommen läßt, daß
BLODSRIT aus Skandinavien stammen, was ich allerdings aufgrund von fehlender
Info nicht bestätigen kann. Abschließend sei erwähnt,
daß "Ocularis Infernum" durchaus seine Daseinsberechtigung
hat, obwohl ein Album dieser Machart mit Sicherheit vor zehn Jahren wesentlich
mehr Erfolg gehabt hätte, da die Mucke mit Verlaub gesagt heute schon
ein wenig veraltet klingt.
Vampira
HEDFIRST Hedfirst (Crash
Music Inc.)
HEDFIRST bieten auf diesem Album einen Mix aus
Hardcore und Death Metal, wobei am ehesten die Stimme der erstgenannten
Kategorie zuzuordnen ist, da sie mit Abstrichen ein wenig an PRO PAIN
und Konsorten erinnert. Musikalisch geht die Mucke von HEDFIRST im Großen
und Ganzen in Ordnung, wobei ich allerdings anmerken muß, daß
nach einigen Nummern doch die Luft aus dem Album raus ist. Die meisten
Songs sind nach dem gleichen Strickmuster gefertigt, ein Riffgewitter
jagt das nächste und dieses Gitarreninferno wird von immens vielen
Doublebassattacken bzw. Midtempo-Grooves begleitet. Einzige Ausnahmen
sind die letzten Stücke, wo es dann zum Teil ruhiger (Track 8 "Last
Man Standing") oder aber so richtig rockig wird. Es fehlt jedoch
der zündende Funke, der die eine oder andere Nummer zum Kracher machen
könnte. In der Gesamtansicht klingt "Hedfirst" zu sehr
nach Einheitsbrei und daran ändert auch die absolut gelungene fette
Produktion nichts, welche die Musik durchaus gekonnt abrundet. Ein paar
Songs zum zwischendurch Hören machen Spaß, aber das war es
dann schon wieder. Der metallisch orientierte Erdball hätte sich
auch ohne einer Veröffentlichung von "Hedfirst" zweifellos
weitergedreht!
Vampira
HARVEY MILK Sunshine Good
Time Fine Wine (Relapse/NSM)
Vorab sei gesagt, daß ich in all den Jahren
von HARVEY MILK noch nie etwas gehört habe und nach dem ersten Kontakt
mit dieser Band bin ich auch der Ansicht, daß ich dadurch nicht
im Geringsten etwas verpaßt hätte. Bin ich von Relapse schon
allerhand gewöhnt (wobei das Label durchaus auch kultige Bands am
Start hat!), so übertreffen HARVEY MILK doch ein weiteres Mal meine
schlimmsten Erwartungen. Lärmbrei, mieser Gesang, unnachvollziehbares
Songwriting und stellenweise grenzenlos üble Produktion machen dieses
Album zu einer totalen Nullnummer. Psychosound ohne Ende, keine Ahnung,
ob das Punk, Rock oder sonst was sein soll ... tut mir leid, das hier
ist definitiv zu abgefahren für mein sensibles Gemüt (für
Dein was?? Andi)! *Kopfschüttel*
Vampira
DIVINE RAPTURE The Burning
Passion (Listenable)
"The Burning Passion" bietet extrem
technischen, brutalen und kompliziert strukturierten Death Metal, der
bei Gott keine leicht verdaubare Kost ist. Die Gitarren tönen sehr
hektisch aus den Boxen, die Stimme ist enorm herb, das Drumming bewegt
sich größtenteils im Highspeed Bereich und die zwischendurch
eingestreuten Soli runden die komplexe Mischung ab. Wer eine Steigerung
der letzten IMMOLATION Alben mit undergroundigem Sound mag, kann hier
bedenkenlos zugreifen! Was die Scheibe zwischendurch ein wenig auflockert,
sind interessant arrangierte Horrormovie Sounds wie sie auf "The
Deifying, The Sorrow, The Awakening", der fünften Nummer von
"The Burning Passion" zu hören sind. Gänsehaut-Szenario!
DIVINE RAPTURE machen es dem Hörer nicht einfach, Zugang zum Material
zu finden und man benötigt etliche Anläufe, um mit den Songs
vertraut zu werden. Ist einem das erst mal gelungen, entwickelt "The
Burning Passion" durchaus seinen Charme, wenn auch mir persönlich
diese Art von Death Metal auf die Dauer doch ein wenig zu stressig ist.
Vampira
FLESHGRIND Murder Without
End Century Media/NSM)
FLESHGRIND bewegen sich in der Liga DYING FETUS,
CANNIBAL CORPSE und Co., wobei mich vor allem der zweistimmige Gesang
an den Sound von DYING FETUS erinnert. Allerdings sind FLESHGRIND auf
die Dauer doch um eine Ecke anstrengender als so manch andere Band in
diesem Genre, weil ihre Musik nahezu permanent im Hochgeschwindigkeitsbereich
aus den Boxen donnert. Ganz selten nimmt der Drummer mal für wenige
Sekunden den Fuß vom Gaspedal, um dem werten Headbanger eine kurze
Erholungsphase für die Genickmuskeln zu gönnen. Vollgas in allen
Ehren, aber wenn es zehn Nummern lang in diesem Tempo dahin geht, dann
wird das zumindest für mich auf die Dauer ein wenig langweilig. Ein
bißchen mehr Abwechslung hätte "Murder without End"
durchaus nicht geschadet, denn dann wäre die Scheibe eine echte Granate
geworden. Schade drum, denn die Stücke machen einzeln gehört
wirklich Spaß und dürften auch live herrliche Kracher sein.
Für die Brutalisten unter den Death Metal Fans dürfte "Murder
without End" jedoch genau die richtige Kost sein!
Vampira
SKINLESS From Sacrifice
To Survival (Relapse/NSM)
"From Sacrifice to Survival" bietet
herrlich groovigen Death Metal der feinsten Sorte, Gitarrensalven werden
von erdigen Grooves begleitet und das Ganze klingt streckenweise ein wenig
skandinavisch angehaucht, während dann wieder der Florida Death Metal
Einfluß dominiert. Gut gelungene Mischung! SKINLESS halten während
der gesamten Spielzeit ein ausgewogenes Gleichgewicht an hohem Tempo,
technisch verspielten Ruhephasen und melodiösen Parts, was für
jede Menge Abwechslung sorgt. So macht Death Metal Spaß ... Besonders
beeindruckt auch der brachiale Gitarrensound, der teilweise dem von CANNIBAL
CORPSE sehr ähnlich ist. Der Mann hinter dem Drumkit verrichtet seine
Arbeit ebenfalls mit Bravour und prügelt alles nieder, was sich ihm
in den Weg stellt. Abgerundet wird dieses Meisterwerk von Vocals, die
klingen, als ob sich Sänger S. Webber in einem Kampf auf Leben und
Tod befindet. Als Anspieltip sei vor allem die Titelnummer genannt, hier
zieht die Band alle Register und zeigt, wo es auf diesem Album lang geht.
SKINLESS haben mit "From Sacrifice to Survival" ein perfektes
Hörvergnügen abgeliefert und sollten dieses Kultstück Death
Metal in Bälde live präsentieren!
Vampira
POLE Untitled Symphony
Of Self-Destruction (Circulation Records)
Nun, dieses Album ist für mich ein zweischneidiges
Schwert. Es gibt für mich zwar seltene Highlights wie zum Beispiel
bei "Give me", dem sechsten Stück des Albums, aber im Großen
und Ganzen kann ich mit dieser Art von Musik überhaupt nichts anfangen.
Vor allem das Gebrüll des Mannes hinterm Mikro geht mir nach einigen
Minuten fürchterlich auf die Nerven, das ist reines Geschrei ohne
jegliches Feeling. "Untitled Symphony of Self-Destruction" ist
eine eigenwillige Mischung aus Hardcore, Rock, Psycho-Sound und auch dezente
Punk-Anleihen blitzen hin und wieder durch. Was sich allerdings ein wenig
aus dem Gewirr abhebt, ist die Gitarrenarbeit, denn diese weiß streckenweise
ganz gut zu gefallen und zwar dann, wenn es melodiöser wird. Ein
weiterer Bonus ist die saubere Produktion, die das für mich ein wenig
zweifelhafte Hörvergnügen dann doch erleichtert. Freunde von
Crossover Klängen mit verschiedensten Einflüssen sollten in
vorliegende Scheibe mal reinhören, vielleicht findet ja die Musik
von POLE doch den einen oder anderen Liebhaber ... für den Großteil
der Metalgemeinde dürfte "Untitled Symphony of Self-Destruction"
wohl eher nicht geeignet sein.
Vampira
SINGLE BULLET THEORY Route
666 (Crash Music Inc.)
Meiner Ansicht nach ist "Route 666"
am ehesten in die Death Metal Schiene einzuordnen, wobei durchaus auch
jede Menge anderer Einflüsse durchschimmern. Die Vocals sind meist
recht herb, streckenweise wird auch clean (fast schon True Metal lastig
angehaucht) gesungen und hin und wieder gibt es sogar Flüstereinlagen
a la FEAR FACTORY zu hören. Musikalisch wechseln Hardcore Riffs mit
Death Metal Prügelparts und teilweise bewegen sich die Songs im dezenten
Industrialbereich, was aber nur ganz selten der Fall ist. Mir gefällt
vorliegendes Album allerdings am besten gefällt, wenn es so richtig
Death Metal mäßig zur Sache geht. Das ist beispielsweise bei
"Revamp / Rebuild" der Fall, bei dieser Nummer geht herrlich
die Post ab. Das Material klingt sehr ausgereift und durchdacht und bietet
viel Abwechslung, wobei die Stücke jedoch nicht gleich beim ersten
Durchlauf zünden. Hat man sich aber erst einmal in die Songs eingehört,
dann macht "Route 666" enorm viel Spaß und wird zum Dauergast
im CD-Player. Vielschichtiger Düster Metal mit Intellekt!
Vampira
DEW-SCENTED Impact (Nuclear
Blast/edel)
Bummzacktusch "Go! dreschdreschriffriffkrachwirbelbrüll.
Die Band hat ja im Vorfeld dieser Veröffentlichung angekündigt,
auf eben dieser brav Gas zu geben, aber dass das Ganze SO brachial und
überzeugend ausfällt... Respekt. Hier ist noch Thrash drinnen,
wo Dew-Scented draufsteht. Da wird von den ersten Tönen des gnadenlos
nach vorne preschenden Openers "Acts Of Rage" bis zum Ausklingen
des nicht minder gnadenlosen Schlußtracks "18 Hours" geprügelt
und gedroschen, dass dem alten ThrashMetaller schon mal das Äuglein
dezent feucht werden kann. Und das auf einem (spiel)technischen Niveau,
von dem ein Gros der Konkurrenz nur träumen kann. Natürlich
mag die Phrase "neue Slayer" in Zusammenhang mit den deutschen
Live-Dauerbrennern eine vielzitierte und leichte abgedroschene sein; "Impact"
verdeutlicht aber eine Dreiviertel Stunde lang, dass sie nicht von irgendwoher
rührt. Ab 25. August steht dieses Killer-Teil beim Händler Eures
Vertrauens und es wäre, höflich formuliert, ein Fehler, es dort
stehen zu lassen. Kollege Scheurer hat Frontman Leif (über dessen
Leistung auf diesem Album wir nicht diskutieren müssen) übrigens
unlängst zum Gespräch gebeten, eine Zusammenfassung dieser Unterhaltung
gibt´s in Kürze bei den >>> Interviews. Und >>>
LIVE zu sehen gibt´s Dew-Scented ja auch bald wieder im Planeten
(der bei ihrem "Monsters Of Death"-Gig ziemlich ins Wackeln
kam ;-)... Metal-Herz, was willst du mehr?
www.dew-scented.de
Andi
JANE´S ADDICTION - Strays (Capitol/EMI)
Das Überraschungscomeback des Jahres kommt unzweifelhaft von JANE'S
ADDICTION: die Band aus Los Angeles legt nach zwölf (!) Jahren Pause
ein Album vor, das sich gewaschen hat! Das Quartett, das sich Mitte der
Achtziger gründete, galt als Mit-Vorreiter jener musikalischer Generation,
die die damals aufrechten Grenzen zwischen Rockmusik und Heavy Metal aufbrach.
Nach ihrer Auflösung 1991 und einem gescheiterten Reunionsversuch
Ende der 90er gibt's jetzt endlich wieder bodenständigen und zugleich
extravaganten Rock mit jeder Menge Originalität, harten Klängen
und starken Gitarren. Oder: "retro und futuristisch zugleich",
wie die Band selbst über ihr neues Werk sagt ...
Althea
DEAD SOUL TRIBE A Murder Of Crows (Inside
Out/SPV/edel)
Meine Güte, was soll man noch großartig über diese Band
respektive diesen Mann schreiben? Devon Graves sorgte schon unter dem
Namen Buddy Lackey als Sänger meiner alten Lieblinge Psychotic Waltz
für unvergessliche Höhepunkte progressiver Musik-Kunst, mit
neuem (Künstler-)Namen und neuer Band verhält sich das nicht
anders. War schon das gleichnamige Debüt von Dead Soul Tribe eine
atemberaubende Fahrt auf der vertonten Achterbahn der Gefühle, so
lädt uns der Zweitling "A Murder Of Crows" erneut zum Einsteigen
ein. Und wieder. Und wieder. Soundmäßig zwischen seiner alten
Kult-Band und "moderneren" Vertreter Prog-rockiger Musiziererei
etwa den in diesem Zusammenhang öfter mal genannten Tool
agierend, stellt uns Herr Graves mit seiner Ausnahme-Stimme die Frage,
wie das so ist mit den Krähen, die bekanntlich die Seelen der Verstorben
ins Jenseits tragen. Bzw. mit jenen Krähen, die´s dorthin nicht
schaffen. Bzw eigentlich mit den Verstorbenen, deren Seelen bei Krähen
landen, die´s dorthin... äh, kann mir noch wer folgen? Falls
nicht: auch egal. Einfach CD kaufen und nachhören. Alles andere wäre
sowieso eine Fehlleistung. Wer anno 2003 noch Ansprüche an eine Band,
deren musikalische Qualität und ein "Produkt", das eben
kein solches ist, sondern vielmehr zu Musik gewordenes Herzblut, stellt,
der hier liegt richtig wie nur irgendwo. Am 6. 8. präsentieren Dead
Soul Tribe ihr Meisterwerk im Rahmen einer Release-Party in der Wiener
Arena, dabei werden sie auch einen exklusiven Acoustic Set (!) bei freiem
Eintritt (!!) spielen. Wer nicht hingeht, der wird wohl was versäumen.
Auf alle Fälle dort sein wird richtig! Kollege Scheurer,
der bei dieser Gelegenheit natürlich den guten Devon mit seinen Fragen
löchern wird... das Ergebnis in Bälde dann hier bei unseren
>>> Interviews. Und bis dahin habt Ihr hoffentlich alle diesen
Silberling zuhause.
www.deadsoultribe.com
Andi
ALCHEMIST Austral Alien
Schon beim ersten Song von "Austral Alien" wird klar, was die
Musik von ALCHEMIST ausmacht. Treibende Gitarren und groovige Drums dominieren
die Mucke der Australier, welche zumeist wirklich geil aus den Boxen tönt.
Gefallen fand ich auch an den Vocals, die ständig zwischen cleanem,
leicht psychedelisch angehauchtem Gesang und heiseren Schreien pendeln.
Die Stücke sind interessant aufgebaut, gut arrangiert und werden
durch den ein wenig dreckigen Sound perfekt abgerundet. Hauptmerkmal vieler
Songs (mein Anspieltip ist Track Nr. 2, "Great Southern Wasteland")
sind die endlos geilen Riffs, die absolut im Ohr hängen bleiben und
tragende Säulen der Musik von ALCHEMIST sind. Einziger Wermutstropfen
ist die fehlende Abwechslung, da alle Nummern nach dem gleichen Muster
gestrickt sind und somit kommt gegen Ende von "Austral Alien"
doch ein wenig Langeweile auf. Schade, denn abgesehen davon haben ALCHEMIST
mit dieser Scheibe einen gut plazierten Treffer gelandet und sollten es
schaffen, die Aufmerksamkeit der internationalen Metalgemeinde auf sich
zu ziehen.
Vampira
MORTICIAN Darkest Day Of Horror (Relapse/NSM)
Die Horror- und Splatterkönige von MORTICIAN haben einmal mehr das
Studio betreten, um ihre fragwürdige Art von Musik dem breiten Publikum
zu präsentieren. Live ist ja die Mucke recht erträglich und
zum Teil wirklich witzig aufgemacht, aber in CD-Form kann ich mit dem
Krach rein gar nichts anfangen. Keine Strukturen, ein übler Sound
der herbsten Klasse und diverse Soundsamples und Filmszenen sind das,
was man auf "Darkest Day Of Horror" zu hören bekommt. Das
macht für mich einfach keinen Sinn. Tut leid! Ich weiß schon,
daß MORTICIAN Kult sind und blablabla ... aber mich nervt der Soundbrei
auf vorliegender CD nunmal ohne Ende und ich bin froh, wenn ich nach diesem
Review "Darkest Day Of Horror" für immer und ewig in den
Untiefen meines CD-Regals verschwinden lassen kann. Grunz!
Vampira
BODIES LAY BROKEN Kagayaku Guraindo Tasumaki (Deathvomit Records)
Super, zuerst MORTICIAN und jetzt das ... BODIES LAY BROKEN hauen in die
gleiche Kerbe wie meine heißgeliebten Kumpels von MORTICIAN, wobei
zumindest der Sound auf "Kagayaku guraindo tasumaki" (wos zum
Teifi hoasst des???!!!) noch um eine Ecke erträglicher ist. Ich frage
mich, ob das Splattermetal, Grindcore oder Death Metal ist und komme auf
keinen grünen Zweig. Grundsätzlich erinnert mich die Musik vom
Gesang her ein wenig an die alten CARCASS Outputs, wobei die ohne Zweifel
weitaus kultiger und kultivierter waren als vorliegendes Machwerk. Tut
mir einmal mehr leid, mir fehlt vollkommen der Humor für solche Art
von Metal, der noch dazu immer schlecht produziert ist ... warum??? Wer
auf reine Bolzattacken mit unmenschlichem Geschrei und diversen Samples
steht, kann hier zugreifen. Der Rest der Metalgemeinde sollte "Kagayaku
guraindo tasumaki" tunlichst meiden und sein Geld lieber anderwertig
investieren. Hugh!
Vampira
CRIPPLE BASTARDS "Desperately Insensitive
(Deathvomit Records)
Die Band mit dem netten Namen hat sich auf "Desperately Insensitive"
einer Mischung aus heftigem Death Metal mit Grindcore Elementen und Hardcore
hingegeben. Phasenweise weiß diese Mucke ganz gut zu gefallen, vor
allem dann, wenn der Death Metal regiert. Mit dem Hardcore-Gebrüll
kann ich bekanntlich relativ wenig anfangen und es nervt mich auch bei
vorliegender Scheibe nach einigen Minuten immens. CRIPPLE BASTARD drücken
vom ersten bis zum letzten Moment voll aufs Gaspedal und gönnen dem
Hörer keine Verschnaufpause, was auf die Dauer doch ein wenig zu
Ermüdungserscheinungen führt. Die Produktion der Songs ist so
richtig herrlich dreckig, was zu dieser Art von Metal wie die oft zitierte
Faust aufs Auge paßt. Jedoch sei abschließend anzumerken,
daß ich trotz der positiven Aspekte, die ich dem Album abgewinnen
konnte, die Frage in den Raum stelle, ob die Welt Songs wie diese wirklich
braucht, um weiter existieren zu können ... am besten reinhören
und selbst entscheiden!
Vampira
DYSRYTHMIA Pretest (Relapse/NSM)
Vorliegendes Album ist mit Sicherheit nicht uninteressant, da es eine
ungewöhnlich Art Instrumental-Rockmusik bietet. DYSRYTHMIA sind echte
Meister auf ihren Instrumenten und verstehen es, sehr abwechslungsreiche
und im Aufbau am ehesten dem Jazz nachempfundene Songs zu schreiben. Allerdings
ist "Pretest" nur echten Gitarrenfreaks bzw. Freunden von Endlos-Frickeleien
zu empfehlen, denn für alle anderen Metalfans ist es schon recht
mühsam, sich durch die Gesamtlänge des Albums durchzuhören,
ohne das ein oder andere Mal die Nerven wegzuwerfen. Dafür verantwortlich
sind mit Sicherheit die tausend Breaks und Rythmuswechsel, die zwar technisch
auf sehr hohem Niveau sind, jedoch auf die Dauer einfach ein wenig stressig
sind und permanent volle Aufmerksamkeit verlangen. Ich denke, daß
DYSRYTHMIA live durchaus in der Lage sind, ihr Publikum mit ihrem Können
zu begeistern, doch vorliegendes Studiowerk kann ich nur wirklichen Fans
von technisch hochwertigen Instrumentalklängen empfehlen! Wer Feeling
und Metal im herkömmlichen Sinn sucht, wird mit "Pretest"
keine rechte Freude haben ...
Vampira
GRAVEWORM "Engraved In Black"
(Nuclear Blast/edel)
Beim ersten Lauschangriff auf "Engraved in Black" war ich leicht
erstaunt, denn meiner Ansicht nach haben GRAVEWORM ihre Songs in ein neues
Soundkostüm verpackt. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase fand
ich jedoch sofort Gefallen an der glasklaren Produktion, denn damit kommt
die Klasse des Materials noch mehr zur Geltung als das bisher schon der
Fall war. "Engraved in Black" ist ein extrem schwermütiges
und düsteres Album, das zeigt sich schon beim ersten Song "Dreaming
Into Reality", der streckenweise richtig depressiv angehaucht klingt.
Das Album wirkt generell sehr durchdacht und es scheint, daß GRAVEWORM
nun endgültig in die obere Liga des Düstermetals aufgestiegen
sind. Stimmlich dominiert nach wie vor die altbekannte Mischung aus Death
und Black Metal Gesang, wobei zweiterer dieses Mal sehr CRADLE OF FILTH
lastig ausgefallen ist. Die Gitarrenarbeit erinnert teilweise ein wenig
an HYPOCRISY, dann wieder schimmert ein bißchen DIMMU BORGIR Einfluß
durch, aber trotz dieser Inputs haben sich GRAVEWORM eine eigene Nische
mit ihrer Musik geschaffen. Interessant ist "Thorns of Desolation"
geworden, ein Instrumentalstück mit metalfremden Instrumenten, dessen
Soundteppich für Gänsehaut par excellence sorgt. Ein weiteres
Highlight ist das REM Cover "Losing My Religion", welches genau
von dem lebt, was die Musik der Südtiroler Band ausmacht. Keyboardmelodien
ohne Pomp und Kitsch, eine bestechende gesangliche Leistung von Shouter
Stefan und perfekt arrangierte Gitarrenarbeit. Topleistung! Zusammenfassend
sei gesagt, daß GRAVEWORM nicht ohne Grund seit langem eine eingeschworene
Fangemeinde hinter sich haben und ihren Status mit "Engraved in Black"
ein weiteres Mal beeindruckend zu untermauern wissen.
Vampira
ILLUMINATE - 10 x 10 (Gallery Records)
Oh mein Gott, warum gibt es auch anno 2003 noch Bands, die sich absolut
peinlicher Kitschmusik der Marke Gothic-Rock verschrieben haben? Nach
dem dritten Song entdecke ich kleine Ausschlagsbläschen an meiner
Hautoberfläche, die vermutlich von den Klängen von "10
x 10" stammen dürften. Songtitel wie "Du liebst mich nicht"
oder "Blütenstaub" sprechen für sich ... ILLUMINATE
surfen auf einer von Gefühlen blubbernden Welle dahin, die mit Schaumkronen
voller Keyboardgeklimper und Pseudoromantik garniert ist. Es gibt wenige
Bands, welche die Gabe besitzen, deutsche Poesie ohne Peinlichkeit zu
vertonen ILLUMINATE gehören mit Sicherheit nicht zu dieser
Elite. Musikalisch ist "10 x 10" ebenfalls nicht besonders umwerfend,
es dominiert seichte Gitarrenmucke mit endlosen Keyboardteppichen und
der Sound tönt ziemlich kraftlos aus den Boxen. Vielleicht begeistert
sich der eine oder andere Gothic Fan für die Musik von ILLUMINATE,
doch meiner Ansicht nach braucht die Welt solche Bands und deren Musik
nicht wirklich. Sorry ...
Vampira
KALMAH Swampsong (Century Media/NSM)
Auch auf dem dritten Album konnten KALMAH ihre leichte CHILDREN OF BODOM-Ähnlichkeit
noch nicht ganz ablegen, denn ein großer Teil des Gesanges (alternativ
wird auch das eine oder andere Mal heftig gegrowlt!) und etliche Tempowechsel
auf "Swampsong" erinnern nach wie vor an die Musik ihrer finnischen
Landsleute. Davon abgesehen ist vorliegende Scheibe jedoch ein echter
Volltreffer geworden, es verwundert mich bei jedem Durchlauf wieder, mit
welcher Leichtigkeit die Jungs ein Killerriff nach dem anderen aus dem
Ärmel schütteln und es nebenbei noch schaffen, abwechslungsreiches
und vielschichtiges Material zu komponieren. "Swampsong" bietet
eine interessante Mischung aus Death und Black Metal, wobei auch die rockigen
Elemente nicht zu kurz kommen, hin und wieder tönt das Keyboard richtig
70er Jahre styled aus den Boxen. Bietet die Scheibe hochkarätige
Musik von A bis Z, ist doch der letzte Song "Moon of my Nights"
absolutes Highlight, die endlos geilen Gitarrenlinien und die perfekt
arbeitende Rythmussektion machen diese Nummer zum Topsong des Albums!
An der Produktion von "Swampsong" ist ebenfalls nichts auszusetzen,
KALMAH haben ihre Songs treffsicher mit dem passenden Sound verfeinert.
Pflichtkauf!
Vampira
KATATONIA "Viva Emptiness" (Peaceville/edel)
"Viva Emptiness" ist eine absolute Meisterleistung geworden,
Hut ab vor den Jungs von KATATONIA! Selten solch intensive und düstere
Musik gehört, die den Hörer durch Abwechslung und interessante
Arrangements in völlig abefahrene Sphären eintauchen läßt.
Die Musik bewegt sich irgendwo zwischen Rock und alternativen Klängen,
ist herrlich abgerundet mit psychedelischem Gesang und geiler Gitarrenarbeit
und lebt zusätzlich von einer absolut fetten Produktion. Anspieltip
ist für Einsteiger die Nummer "Criminals", denn dieses
Stück beinhaltet einfach alles, was "Viva Emptiness" ausmacht
und bietet auch nach etlichen Durchläufen noch immer vollendeten
Hörgenuß. Eines sei allerdings vorab gesagt, das Album verlangt
intensive Beschäftigung mit dem Material, denn die Stücke auf
"Viva Emptiness" zünden erst nach einigen Durchläufen
und sind nicht für jede Tageszeit geeignet, denn Sonnenlicht und
Vogelgezwitscher stören die Atmosphäre, die KATATONIA mit ihrer
Musik verbreiten. Also Schoten dicht machen, relaxen und sich den Klängen
von "Viva Emptiness" mit voller Aufmerksamkeit hingeben ...
Vampira
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