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August 2003

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KILLING JOKE – Killing Joke (Sony Music)
Nach acht Jahren Pause schlägt der tödliche Witz 2003 endlich wieder zu: doomig schleppend, tiefgrollend brüllend, und mit Texten, so ehrlich, dass es weh tut. Gratulation, wer zwischen der Trance extrem schneller Gitarren, dem Sog an psychedelischer Dunkelheit und der brutalen Verführung einnehmend treibender Riffs noch gerade stehen kann! Der Mund bleibt offen stehen, das Meisterwerk wird gleich mal zu einem absoluten Fave des Jahres gekürt... 1978 gründete sich die Band rund um Jeremy "Jaz" Coleman in London, um mit ihrem unnachahmlichen postpunk-Sound nachkommende Bands à la Ministry, Skinny Puppy oder Soundgarden maßgeblich zu beeindrucken und zu beeinflussen. Anfang der 80er sahen die exzentrischen Mannen den Weltuntergang nahen und zogen nach Island aus, wenig später stand die Erde immer noch, und die Rückkehr nach England am Programm. Ab 1990 ging es schwerstens turbulent zu im Hause der Truppe, die sich übrigens nach einer Posse der Monty Pythons benannt hatte: die Bandmitglieder verwirklichten sich in diversen Solo- und Privatprojekten, wobei Coleman mit seiner, von Neuseeland inspirierten, Arbeit als erfolgreicher Composer mal wieder den Vogel abschoß. Jetzt ist aber fürs erste wieder Schluss mit lustig. Bzw.: der Spaß beginnt endlich wieder. Denn mit Dave Grohl an den Drums und den neuen Songs wird ein neues Kapitel der KILLING JOKE-Zeitrechnung aufgeschlagen: düster, erbarmungslos und hart wie das reale Leben. www.killingjoke.com
Althea

DRACUL – Follow Me (Ixthuluh)
Nicht mehr ganz taufrisch, aber erst im Juli auf meinem Schreibtisch erschienen und darum wert, noch ein paar kritische Worte darüber zu verlieren ist diese Scheibe vom Projekt des Umbra Et Imago-Frontman Mozart, der damit ein geniales Album für Fans elektronischer Düstermusik, Vampiristen und Dracula-Anhänger im Besonderen geschaffen hat. Auf den ersten "Blick" kommen die Tracks musikalisch zwar nicht besonders originell rüber, andererseits sind die Beats mit so vielen Mozart-typischen Facetten, instrumentalen Surprises und aufsehenerregenden Texten gespickt, dass der Albumtitel "Follow Me" Programm ist – also: anhören, abtanzen, je nachdem...
Althea

ILLUMINATE – 10 x 10 (Nuclear Blast/edel)
(Eine "Entgegnung" zum weiter unten stehenden Review der Kollegin Vampira ;-)
"Zu weit ging die Reise, zu hoch war der Preis ..." – so breschen die Deutschen auf dem Lied "Der Torweg" los, wenn auch in anderer Form als gewohnt. Die deutschen Wortzauberer der depressiven Dunkelheit liefern mit "10 x 10" in black und "10 x 10" in white ein doppeldeutiges Best Of-Album ab, auf dem der Fan sich in Kerkerklagen und Leidgesängen, die man so (heavy, metallisiert, industrialisiert...) noch nie gehört hat, suhlen kann. Einfach wunderbar - und auf alle Fälle habens-wert!
Althea

GORGOROTH - Twilight Of The Idols – In Conspiracy With Satan (Nuclear Blast/edel)
Zu Beginn sei hiermit festgehalten, daß ich GORGOROTH noch nie zu meinen Faves zählen konnte, da mich die Musik der Herrn aus dem hohen Norden bislang immer relativ kalt gelassen hat. Dabei wird es auch mit vorliegender Scheibe bleiben, denn obwohl "Twilight of the Idols" nicht wirklich schlecht ausgefallen ist, reißt mich doch kein einziger der darauf vertretenen Songs so wirklich vom Hocker. Was mir nach einigen Minuten allerdings regelrecht auf die Nerven fällt, ist die Tatsache, daß der Gesang extrem gekünstelt klingt und einem den musikalischen Hörgenuß immens verdirbt. Ich bin da eher doch ein wenig altmodisch und halte es mit typischen Black Metal Vocals der Marke MARDUK und Konsorten. Die Musik auf "Twilight of the Idols" ist streckenweise gar nicht mal so übel, vor allem dann, wenn sich die Band auf die Gitarrenarbeit konzentriert. Teilweise sind die auf der Scheibe verwursteten Melodien und Riffs ganz hörbar, allerdings werden sie prompt durch den vor sich hin gebrüllten Gesang wieder in den Hintergrund gedrängt. Ein weiterer Minuspunkt dieses Albums ist die Eintönigkeit, die sich spätestens nach der dritten Nummer einstellt. Meiner Ansicht hat die Band ein Thema wieder und wieder zu verschiedenen Songs verbraten und das muß ja nun wirklich nicht sein! Es stellt sich mir abschließend die Frage, ob die Black Metal Welt ein Werk wie "Twilight of the Idols" wirklich gebraucht hat ...
Vampira

IMPALED – Impaled (Deathvomit Records)
IMPALED bieten auf vorliegender Scheibe Old School Death Metal, der zwar nicht besonders innovativ ist, aber doch durchaus gefällt. Die Mucke ist weit davon entfernt, technisch anspruchsvoll zu sein, macht aber jede Menge Spaß, da die Songs vom Livefeeling leben und von der ersten bis zur letzten Minute einfach nur killen. Klar, der Sound erinnert immens an CARCASS und auch die Stimme ist jener der legendären Truppe ziemlich ähnlich, was jedoch dem Gesamteindruck des Albums nicht wirklich schadet. Was beeindruckt, ist die Spielfreude der Jungs, denn IMPALED geben Gas, als ob es kein Morgen gäbe, wobei sie aber genau im rechten Moment das Tempo ein wenig drosseln, um für Abwechslung zu sorgen. Viel mehr gibt es zu IMPALED nicht zu sagen – die Band erfindet den Death Metal zwar keinesfalls neu, aber bei Alben wie diesem kann trotzdem jeder hartgesottene Freund des Todesbleis bedenkenlos zugreifen!
VampiraFRAGILE HOLLOW – Effete Mind (Avantgarde Music)
Grundsätzlich bieten die Finnen FRAGILE HOLLOW durchaus angenehme, leicht ANATHEMA- bzw. HIM-lastige Musik auf "Effete Mind", doch leider stört streckenweise der schlicht und ergreifend fürchterlich falsch klingende Gesang das Hörvergnüngen. Allerdings pendelt sich dieses Manko nach einigen Songs doch ein wenig ein (oder ist das nur der Gewöhnungseffekt?!) und dann kann man sein Augenmark auf das Wesentliche richten, denn FRAGILE HOLLOW haben mit Sicherheit ein Gespür für wunderschöne Melodien und treffsicher plazierte Arrangements. Allerdings ist "Effete Mind" nicht wirklich ein Kandidat für ein Top Ten Album, denn es gibt meiner Meinung nach bereits viel zu viele Gothic Bands am Markt, die einer Truppe wie FRAGILE HOLLOW kaum noch Raum für den großen Durchbruch lassen. Aber davon abgesehen hat "Effete Mind" auf alle Fälle eine Daseinsberechtigung in der Veröffentlichungsflut der Plattenfirmen und es gibt zweifellos Bands, die noch eine Spur mehr auf den ausgetretenen Pfaden des Gothic Metals wandeln – am besten antesten und entscheiden, ob ihr das Teil Euer Eigen nennen wollt.
Vampira

TWELFTH GATE – Summoning (Crash Music Inc.)
TWELFTH GATE fabrizieren auf "Summoning" eine eigenartige Mischung aus True Metal Vocals und extrem heavy angehauchter Musik. Vorab sei gesagt, daß meiner Ansicht nach herbere Vocals wesentlich besser zu dieser Mucke passen würden, aber meine Meinung ist ja nicht maßgeblich (stimmt allerdings – Andi)! J Musikalisch haben mich TWELFTH GATE durchwegs begeistert, denn sie haben zweifellos ein Gespür für geile Riffs und eingängige Melodien. Auch groovige Parts sind auf "Summoning" zahlreich vertreten und verleihen den Songs einen herrlichen spontanen Flair. Des weiteren kann man der Band Ideenreichtum betreffend des Songwriting nicht absprechen und die Jungs haben durchaus ein gutes Gespür für der zu ihren Stücken passende Produktion. Einzig die Stimme zerstört hin und wieder das Feeling dieser Scheibe und will bei einigen Songs nicht so recht ins Gesamtbild passen. "Summoning" ist genau die richtige Kost für Leute, die sich nicht zu hundert Prozent auf eine bestimmte Metalrichtung festlegen und innovativen Sounds durchaus offen gegenüber stehen. Bleibt die Frage offen, wie sich die Band live bewähren würde, denn ich glaube, daß die auf "Summoning" vertretenen Stücke im Rahmen eines Live-Auftrittes noch wesentlich mehr Schlagkraft entwickeln könnten als sie das auf der vorliegenden Studioproduktion ohnehin schon machen.
Vampira

TEMPLE OF BAAL – Servants Of The Beast
Hm, war ich beim ersten Durchlauf noch ein wenig geschockt vom Sound von "Servants of the Beast", so kann ich nach weiteren Lauschangriffen nur feststellen, daß vorliegendes Album so grottenschlecht produziert ist, daß man es fast schon wieder als Kult bezeichnen könnte. DARKTHRONE lassen grüßen und das nicht nur hinsichtlich der Produktion. Auch das Cover erinnert stark an die Herren Nocturno Culto und Fenriz, denn es sind neben fragwürdigen Statements wie "Satanik Terrorism" auch noch kaum erkennbare schwarzweiß angepinselte Gesichter zu erkennen. Die Musik selbst ist jener der nordischen Ikonen des Black Metals ebenfalls relativ ähnlich, denn die Songs wechseln zwischen absolut headbangkompatiblen Einlagen und Vollgasparts. Streckenweise grooven die Songs hervorragend aus den Boxen, um dann wieder in einem Hyperblast-Gewitter zu enden. Nicht schlecht, aber aufgrund des absoluten Underground-Flairs nur für Black Metal Freunde der ersten Stunde geeignet. Satan rules!
Vampira

CRYPTIC SLAUGHTER – Convicted (Relapse/NSM)
Horror! Meiner Ansicht nach handelt es sich bei "Convicted" um Lärm ohne Ende, der keinerlei Daseinsberechtigung hat. Keine Ahnung, wo diese Mucke einzuordnen ist, laut Presseinfo handelt es sich um Hardcore mit Thrash Einflüssen. No wiad schon so sein ... ich kann damit leider überhaupt nichts anfangen. Es dominiert einzig Bolzen und Schreien ohne jegliche Koordination, jede Hauptschulproberaumband kann vermutlich genau die gleiche Mucke binnen einer Stunde in einem Studio zu einer kompletten CD verwursten. Es gibt mit Sicherheit Leute, die mit Bands wie CRYPTIC SLAUGHTER etwas anfangen können, doch ich gehöre definitiv nicht zu dieser Sorte Menschen. Die auf "Convicted" vertretenen Songs zeigen für mich keinerlei Strukturen, nicht eine einzige Sekunde zeigen die Musiker irgendeine Form von technischem Können, welches den Soundbrei ein wenig erträglicher machen würden ... Sorry, aber das ist einfach nur unnötiger Schrott!!!
Vampira

VITAL REMAINS – Dechristianize (Century Media)
Klingt auch das vielfach verwendete Titelthema aus "Carmina Burana" nach jahrelangem Mißbrauch schon ein wenig abgedroschen, so haben es VITAL REMAINS doch genial verpackt. Sei es als Intro oder als dominierendes Gitarrenriff im zweiten Song "Dechristianize", da liegt mir einfach nur das simple Wort KULT auf der Zunge. Ich hätte mir nie gedacht, daß man diese altbewährte Melodie mit Gitarren so perfekt umsetzen kann – Ächz! Okay, über die Vocals braucht man nach genauerer Ansicht des Albumcovers kaum ein weiteres Wort verlieren, zeichnet sich hierfür Glen Benton, seines Zeichens Mastermind von DECEIDE, dafür verantwortlich. Setzt dieser Mann doch mit seiner Hauptband seit Jahren ungebrochene Maßstäbe im Death Metal Bereich und liefert mehr oder minder ein Meisterwerk nach dem anderen ab. Dies macht er zweifellos auch bei vorliegendem VITAL REMAINS Output, denn diese Scheibe killt vom ersten bis zum letzten Song. Genialer Death Metal, bei dem sowohl die Gitarren als auch die Drums endlos geil aus den Boxen krachen. "Dechristianize" ist eine ausgewogene Mischung aus Brachialattacken und Midtempo-Parts und wird zu allem Überfluß auch noch von einer gut gelungenen Produktion aus den Morrissound-Studios verfeinert. Ein Muß für jeden Death Metal Fanatiker!
Vampira

AETERNUS – A Darker Monument (Nocturnal Art Productions)
Wer sich von AETURNUS typisch skandinavische Metalklänge erwartet hat, liegt vollkommen falsch. Die Jungs haben sich absolut der Old School Death Metal Richtung verschrieben und nach einigen Durchläufen von "A darker Monument" bleibt festzustellen, daß sie diese Mucke auch absolut perfekt beherrschen. Vorliegendes Album lebt vor allem von den saugeilen Vocals von Frontmann Ares. Die Stimme des Herren erinnert über weite Strecken an Bands wie IMMOLATION und Co. – Hut ab! Auch die Gitarrenarbeit auf "A darker Monument" ist nicht von schlechten Eltern, sie zeigt, daß hier absolute Meister am Werk sind. AETERNUS bewegen sich gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen Highspeed-Einlagen und groovigen Midtempo Parts, was die Musik der Jungs zu einem absoluten Hörerlebnis macht. Die Stücke donnern wie präzise abgefeuerte Granaten aus den Boxen und landen jedes auf seine Art einen Volltreffer. Einzig der Sound des Albums hätte um einiges besser ausfallen können, da die Songs ein wenig dumpf klingen und mit dieser eher undergroundigen Produktion sicher nicht ihre ganze Schlagkraft ausspielen können. Anspieltip von "A darker Monument" ist "The Trident", denn diese Midtemponummer läßt mit Sicherheit die Herzen vieler Death Metal Fans höher schlagen. Bei AETERNUS handelt es sich um einen Geheimtip, an dem kein Todesbleifanatiker achtlos vorüber schreiten sollte!
Vampira

UNDERTOW – 34CE (Silverdust Records)
UNDERTOW bewegen sich mit ihrer Musik irgendwo im Bereich gemäßigten Hardcore mit unüberhörbaren CROWBAR Einflüssen. Schleppende Riffs, heiserer Gesang und ins Ohr gehende Melodien prägen vorliegende CD und ich muß gestehen, daß die Jungs ihre Arbeit nicht schlecht gemacht haben. Hin und wieder haben sie in die zuvor erwähnte Mischung auch recht treibende metallische Parts einfliessen lassen, die mich zum Teil musikalisch ein wenig an das erinnern, was ehemalige Die Hard Thrash Bands wie TESTAMENT in den letzten Jahren so fabriziert haben. Es ist nicht einfach, ein Album wie "34CE" mit passenden Worten zu beschreiben, da UNDERTOW in ihrer Schiene doch recht vielfältige Inputs verarbeitet haben. Jeder Song ist auf seine Art mit interessanten Parts gespickt und zeigt von den songwriterischen Fähigkeiten, mit denen UNDERTOW ans Werk gegangen sind. Am besten kommt die Mucke der Band jedoch dann zur Geltung, wenn Zeitlupentempo Riffs mit intensivem Gesang den Ton angeben, wie das absolut saugeil bei Track Nummer 9 "BushlDo" der Fall ist. Songs dieser Art sorgen für Gänsehautschauer der angenehmen Art und werden mit Leichtigkeit zu Dauerbrennern im CD-Player. Da auch der Sound von "34CE" keinerlei Grund für Kritik bietet, kann ich dieses Album bedenkenlos an die breite Metalfangemeinde weiter empfehlen. Daumen hoch!
Vampira

SUIDAKRA – Signs Of The Fallen (Century Media/NSM)
SUIDAKRA beweisen auch bei ihrem sechsten Album, daß sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Die auf "Signs of the Fallen" vertretenen Songs leben einerseits von den endlos genialen Riffs und den eingängigen Melodien, andererseits jedoch auch von der unverwechselbaren Stimme von Sänger ARKADIUS. Die Band aus unserem Nachbarland versteht es perfekt, altertümliche Einflüsse in ein metallisches Kleid zu verpacken, ohne eine Minute lang kitschig oder gar aufgesetzt zu klingen. Sämtliche Songs sind spieltechnisch allererste Sahne und bieten alles, was das metallische Herz begehrt. Trotz durchaus vorhandener technischer Einlagen verirren sich SUIDAKRA nie in unnachvollziehbare introvertierte Songstrukturen und plazieren immer in der rechten Minute einen Ohrwurmpart, der ein für alle mal unvergeßlich im Gehirn gespeichert bleibt. "Signs of the Fallen" ist ein weiteres Highlight unter den Veröffentlichungen im Jahr 2003 und wer die Band bei ihrem genialen Auftritt im Rahmen des Kaltenbach Open Airs am Semmering bewundern durfte, hat gesehen, daß die Jungs imstande sind, auch live das umzusetzen, was ihre Studioalben versprechen!
Vampira

THROCULT – Soldiers Of A Blackened War (Crash Music Inc.)
"Soldiers of a Blackened War" ist ein Death / Black Album der soliden Mittelklasse, was heißen soll, daß es nicht schlecht, aber auch nicht besonders überragend ist. Die Songs bewegen sich ausgewogen zwischen massiven Prügeleinlagen und Midtempo Parts, wobei ich persönlich die langsameren Songs bevorzuge, da die Band dabei eindeutig mehr Talent unter Beweis stellt. Wenn THROCULT drauf los hacken, als ob es kein Morgen geben würde, klingt das immer ein wenig konfus, unstrukturiert und auf die Dauer manchesmal sogar nervig. Vor allem dann, wenn Sänger Chris Vigil sich bemüßigt fühlt, im Highspeedbereich a la Mr. CRADLE OF FILTH zu schreien. Seine Vocals kommen in der Death Metal Stimmlage eindeutig besser zur Geltung, da er dabei den Songs wesentlich mehr Power verleiht. Was "Soldiers of a Blackened War" angenehm auflockert, sind die immer wieder eingestreuten Keyboard-Samples, denn sie sorgen für Abwechslung und zeigen von durchaus vorhandenen Fähigkeiten beim Songwriting. Die Produktion der vorliegenden Scheibe ist absolut im Rahmen und untermalt vor allem die Arbeit der beiden Gitarristen, die ihr Handwerk recht gut beherrschen. Zusammenfassend sei gesagt, daß "Soldiers of a Blackened War" sehr wohl seine Daseinsberechtigung im Death / Black Metal Genre hat, der Band aber mit Sicherheit nicht den Sprung in die obere Liga der Düsterbands bescheren wird.
Vampira

YOUR SHAPELESS BEAUTY – My Swan Song (Adipocere Records)
"My Swan Song" ist ein intensives, tiefgründiges Black Metal Album, welches aber jede Menge Gothic Einflüsse beinhaltet und hin und wieder sogar ein wenig in die Death Metal Ecke abdriftet. Obwohl YOUR SHAPELESS BEAUTY absolut auf Melodie, Dramatik und Traurigkeit setzen, werden die Stücke zu keiner Zeit kitschig oder gar peinlich, da genau im richtigen Moment der Black Metal wieder die Oberhand gewinnt. Die Band beweist ein riesiges Talent im Bereich Songwriting, denn das Material ist abwechslungsreich und bietet bei jedem Durchgang neue Eindrücke, die man vorher noch nicht wahrgenommen hat. Diese Tatsache macht "My Swan Song" zu einem vielschichtigen Album, das kaum langweilig zu werden droht. Musikalisch dominieren vor allem die Gitarren, die gekonnt zwischen wunderschönen Melodien und beinharten Riffs wechseln und vom wuchtigen Drumming perfekt unterstützt werden. Auch der Gesang weiß zu gefallen, da die Vocals eine ausgewogene Mischung aus Black Metal Kreischen und Death Metal Grunts bieten. Einzig die Produktion hätte noch um eine Spur druckvoller ausfallen können, aber das fällt bei der Klasse der Nummern kaum ins Gewicht. "My Swan Song" ist eine herausragende und innovative Scheibe, mit dem YOUR SHAPELESS BEAUTY mit Sicherheit jede Menge Fans für sich gewinnen werden!
Vampira

BLODSRIT – Ocularis Infernum (Adipocere Records)
BLODSRIT bieten auf "Ocularis Infernum" typischen Old School Black Metal, dessen Sound enorm an eine Mischung aus den alten DIMMU BORGIR und DARKTHRONE Outputs erinnert. Vor allem das Drumming klingt dem von Meister Fenriz nicht unähnlich, nämlich genau dann, wenn BLODSRIT im Midtempobereich agieren. "Ocularis Infernum" ist im Großen und Ganzen durchaus passabel ausgefallen, einziges Manko ist die fehlende Abwechslung. Jeder Song ist nach dem gleichen Schema aufgebaut, die Gitarren sind relativ melodiös, die Drums donnern treibend aus den Boxen und der Gesang ist tief im Black Metal Underground verwurzelt. An sich ein geile Mischung, wenn die Band nur hin und wieder ein wenig Innovation oder Mut zu Neuem durchschimmern lassen würde. Die Produktion von "Ocularis Infernum" klingt ebenfalls relativ nordisch angehaucht, was die Vermutung aufkommen läßt, daß BLODSRIT aus Skandinavien stammen, was ich allerdings aufgrund von fehlender Info nicht bestätigen kann. Abschließend sei erwähnt, daß "Ocularis Infernum" durchaus seine Daseinsberechtigung hat, obwohl ein Album dieser Machart mit Sicherheit vor zehn Jahren wesentlich mehr Erfolg gehabt hätte, da die Mucke mit Verlaub gesagt heute schon ein wenig veraltet klingt.
Vampira

HEDFIRST – Hedfirst (Crash Music Inc.)
HEDFIRST bieten auf diesem Album einen Mix aus Hardcore und Death Metal, wobei am ehesten die Stimme der erstgenannten Kategorie zuzuordnen ist, da sie mit Abstrichen ein wenig an PRO PAIN und Konsorten erinnert. Musikalisch geht die Mucke von HEDFIRST im Großen und Ganzen in Ordnung, wobei ich allerdings anmerken muß, daß nach einigen Nummern doch die Luft aus dem Album raus ist. Die meisten Songs sind nach dem gleichen Strickmuster gefertigt, ein Riffgewitter jagt das nächste und dieses Gitarreninferno wird von immens vielen Doublebassattacken bzw. Midtempo-Grooves begleitet. Einzige Ausnahmen sind die letzten Stücke, wo es dann zum Teil ruhiger (Track 8 "Last Man Standing") oder aber so richtig rockig wird. Es fehlt jedoch der zündende Funke, der die eine oder andere Nummer zum Kracher machen könnte. In der Gesamtansicht klingt "Hedfirst" zu sehr nach Einheitsbrei und daran ändert auch die absolut gelungene fette Produktion nichts, welche die Musik durchaus gekonnt abrundet. Ein paar Songs zum zwischendurch Hören machen Spaß, aber das war es dann schon wieder. Der metallisch orientierte Erdball hätte sich auch ohne einer Veröffentlichung von "Hedfirst" zweifellos weitergedreht!
Vampira

HARVEY MILK – Sunshine Good Time Fine Wine (Relapse/NSM)
Vorab sei gesagt, daß ich in all den Jahren von HARVEY MILK noch nie etwas gehört habe und nach dem ersten Kontakt mit dieser Band bin ich auch der Ansicht, daß ich dadurch nicht im Geringsten etwas verpaßt hätte. Bin ich von Relapse schon allerhand gewöhnt (wobei das Label durchaus auch kultige Bands am Start hat!), so übertreffen HARVEY MILK doch ein weiteres Mal meine schlimmsten Erwartungen. Lärmbrei, mieser Gesang, unnachvollziehbares Songwriting und stellenweise grenzenlos üble Produktion machen dieses Album zu einer totalen Nullnummer. Psychosound ohne Ende, keine Ahnung, ob das Punk, Rock oder sonst was sein soll ... tut mir leid, das hier ist definitiv zu abgefahren für mein sensibles Gemüt (für Dein was?? Andi)! *Kopfschüttel*
Vampira

DIVINE RAPTURE – The Burning Passion (Listenable)
"The Burning Passion" bietet extrem technischen, brutalen und kompliziert strukturierten Death Metal, der bei Gott keine leicht verdaubare Kost ist. Die Gitarren tönen sehr hektisch aus den Boxen, die Stimme ist enorm herb, das Drumming bewegt sich größtenteils im Highspeed Bereich und die zwischendurch eingestreuten Soli runden die komplexe Mischung ab. Wer eine Steigerung der letzten IMMOLATION Alben mit undergroundigem Sound mag, kann hier bedenkenlos zugreifen! Was die Scheibe zwischendurch ein wenig auflockert, sind interessant arrangierte Horrormovie Sounds wie sie auf "The Deifying, The Sorrow, The Awakening", der fünften Nummer von "The Burning Passion" zu hören sind. Gänsehaut-Szenario! DIVINE RAPTURE machen es dem Hörer nicht einfach, Zugang zum Material zu finden und man benötigt etliche Anläufe, um mit den Songs vertraut zu werden. Ist einem das erst mal gelungen, entwickelt "The Burning Passion" durchaus seinen Charme, wenn auch mir persönlich diese Art von Death Metal auf die Dauer doch ein wenig zu stressig ist.
Vampira

FLESHGRIND – Murder Without End Century Media/NSM)
FLESHGRIND bewegen sich in der Liga DYING FETUS, CANNIBAL CORPSE und Co., wobei mich vor allem der zweistimmige Gesang an den Sound von DYING FETUS erinnert. Allerdings sind FLESHGRIND auf die Dauer doch um eine Ecke anstrengender als so manch andere Band in diesem Genre, weil ihre Musik nahezu permanent im Hochgeschwindigkeitsbereich aus den Boxen donnert. Ganz selten nimmt der Drummer mal für wenige Sekunden den Fuß vom Gaspedal, um dem werten Headbanger eine kurze Erholungsphase für die Genickmuskeln zu gönnen. Vollgas in allen Ehren, aber wenn es zehn Nummern lang in diesem Tempo dahin geht, dann wird das zumindest für mich auf die Dauer ein wenig langweilig. Ein bißchen mehr Abwechslung hätte "Murder without End" durchaus nicht geschadet, denn dann wäre die Scheibe eine echte Granate geworden. Schade drum, denn die Stücke machen einzeln gehört wirklich Spaß und dürften auch live herrliche Kracher sein. Für die Brutalisten unter den Death Metal Fans dürfte "Murder without End" jedoch genau die richtige Kost sein!
Vampira

SKINLESS – From Sacrifice To Survival (Relapse/NSM)
"From Sacrifice to Survival" bietet herrlich groovigen Death Metal der feinsten Sorte, Gitarrensalven werden von erdigen Grooves begleitet und das Ganze klingt streckenweise ein wenig skandinavisch angehaucht, während dann wieder der Florida Death Metal Einfluß dominiert. Gut gelungene Mischung! SKINLESS halten während der gesamten Spielzeit ein ausgewogenes Gleichgewicht an hohem Tempo, technisch verspielten Ruhephasen und melodiösen Parts, was für jede Menge Abwechslung sorgt. So macht Death Metal Spaß ... Besonders beeindruckt auch der brachiale Gitarrensound, der teilweise dem von CANNIBAL CORPSE sehr ähnlich ist. Der Mann hinter dem Drumkit verrichtet seine Arbeit ebenfalls mit Bravour und prügelt alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Abgerundet wird dieses Meisterwerk von Vocals, die klingen, als ob sich Sänger S. Webber in einem Kampf auf Leben und Tod befindet. Als Anspieltip sei vor allem die Titelnummer genannt, hier zieht die Band alle Register und zeigt, wo es auf diesem Album lang geht. SKINLESS haben mit "From Sacrifice to Survival" ein perfektes Hörvergnügen abgeliefert und sollten dieses Kultstück Death Metal in Bälde live präsentieren!
Vampira

POLE – Untitled Symphony Of Self-Destruction (Circulation Records)
Nun, dieses Album ist für mich ein zweischneidiges Schwert. Es gibt für mich zwar seltene Highlights wie zum Beispiel bei "Give me", dem sechsten Stück des Albums, aber im Großen und Ganzen kann ich mit dieser Art von Musik überhaupt nichts anfangen. Vor allem das Gebrüll des Mannes hinterm Mikro geht mir nach einigen Minuten fürchterlich auf die Nerven, das ist reines Geschrei ohne jegliches Feeling. "Untitled Symphony of Self-Destruction" ist eine eigenwillige Mischung aus Hardcore, Rock, Psycho-Sound und auch dezente Punk-Anleihen blitzen hin und wieder durch. Was sich allerdings ein wenig aus dem Gewirr abhebt, ist die Gitarrenarbeit, denn diese weiß streckenweise ganz gut zu gefallen und zwar dann, wenn es melodiöser wird. Ein weiterer Bonus ist die saubere Produktion, die das für mich ein wenig zweifelhafte Hörvergnügen dann doch erleichtert. Freunde von Crossover Klängen mit verschiedensten Einflüssen sollten in vorliegende Scheibe mal reinhören, vielleicht findet ja die Musik von POLE doch den einen oder anderen Liebhaber ... für den Großteil der Metalgemeinde dürfte "Untitled Symphony of Self-Destruction" wohl eher nicht geeignet sein.
Vampira

SINGLE BULLET THEORY – Route 666 (Crash Music Inc.)
Meiner Ansicht nach ist "Route 666" am ehesten in die Death Metal Schiene einzuordnen, wobei durchaus auch jede Menge anderer Einflüsse durchschimmern. Die Vocals sind meist recht herb, streckenweise wird auch clean (fast schon True Metal lastig angehaucht) gesungen und hin und wieder gibt es sogar Flüstereinlagen a la FEAR FACTORY zu hören. Musikalisch wechseln Hardcore Riffs mit Death Metal Prügelparts und teilweise bewegen sich die Songs im dezenten Industrialbereich, was aber nur ganz selten der Fall ist. Mir gefällt vorliegendes Album allerdings am besten gefällt, wenn es so richtig Death Metal mäßig zur Sache geht. Das ist beispielsweise bei "Revamp / Rebuild" der Fall, bei dieser Nummer geht herrlich die Post ab. Das Material klingt sehr ausgereift und durchdacht und bietet viel Abwechslung, wobei die Stücke jedoch nicht gleich beim ersten Durchlauf zünden. Hat man sich aber erst einmal in die Songs eingehört, dann macht "Route 666" enorm viel Spaß und wird zum Dauergast im CD-Player. Vielschichtiger Düster Metal mit Intellekt!
Vampira

DEW-SCENTED – Impact (Nuclear Blast/edel)
Bummzacktusch – "Go!” – dreschdreschriffriffkrachwirbelbrüll. Die Band hat ja im Vorfeld dieser Veröffentlichung angekündigt, auf eben dieser brav Gas zu geben, aber dass das Ganze SO brachial und überzeugend ausfällt... Respekt. Hier ist noch Thrash drinnen, wo Dew-Scented draufsteht. Da wird von den ersten Tönen des gnadenlos nach vorne preschenden Openers "Acts Of Rage" bis zum Ausklingen des nicht minder gnadenlosen Schlußtracks "18 Hours" geprügelt und gedroschen, dass dem alten ThrashMetaller schon mal das Äuglein dezent feucht werden kann. Und das auf einem (spiel)technischen Niveau, von dem ein Gros der Konkurrenz nur träumen kann. Natürlich mag die Phrase "neue Slayer" in Zusammenhang mit den deutschen Live-Dauerbrennern eine vielzitierte und leichte abgedroschene sein; "Impact" verdeutlicht aber eine Dreiviertel Stunde lang, dass sie nicht von irgendwoher rührt. Ab 25. August steht dieses Killer-Teil beim Händler Eures Vertrauens und es wäre, höflich formuliert, ein Fehler, es dort stehen zu lassen. Kollege Scheurer hat Frontman Leif (über dessen Leistung auf diesem Album wir nicht diskutieren müssen) übrigens unlängst zum Gespräch gebeten, eine Zusammenfassung dieser Unterhaltung gibt´s in Kürze bei den >>> Interviews. Und >>> LIVE zu sehen gibt´s Dew-Scented ja auch bald wieder im Planeten (der bei ihrem "Monsters Of Death"-Gig ziemlich ins Wackeln kam ;-)... Metal-Herz, was willst du mehr?
www.dew-scented.de
Andi


JANE´S ADDICTION – - Strays (Capitol/EMI)
Das Überraschungscomeback des Jahres kommt unzweifelhaft von JANE'S ADDICTION: die Band aus Los Angeles legt nach zwölf (!) Jahren Pause ein Album vor, das sich gewaschen hat! Das Quartett, das sich Mitte der Achtziger gründete, galt als Mit-Vorreiter jener musikalischer Generation, die die damals aufrechten Grenzen zwischen Rockmusik und Heavy Metal aufbrach. Nach ihrer Auflösung 1991 und einem gescheiterten Reunionsversuch Ende der 90er gibt's jetzt endlich wieder bodenständigen und zugleich extravaganten Rock mit jeder Menge Originalität, harten Klängen und starken Gitarren. Oder: "retro und futuristisch zugleich", wie die Band selbst über ihr neues Werk sagt ...
Althea


DEAD SOUL TRIBE – A Murder Of Crows (Inside Out/SPV/edel)
Meine Güte, was soll man noch großartig über diese Band respektive diesen Mann schreiben? Devon Graves sorgte schon unter dem Namen Buddy Lackey als Sänger meiner alten Lieblinge Psychotic Waltz für unvergessliche Höhepunkte progressiver Musik-Kunst, mit neuem (Künstler-)Namen und neuer Band verhält sich das nicht anders. War schon das gleichnamige Debüt von Dead Soul Tribe eine atemberaubende Fahrt auf der vertonten Achterbahn der Gefühle, so lädt uns der Zweitling "A Murder Of Crows" erneut zum Einsteigen ein. Und wieder. Und wieder. Soundmäßig zwischen seiner alten Kult-Band und "moderneren" Vertreter Prog-rockiger Musiziererei – etwa den in diesem Zusammenhang öfter mal genannten Tool – agierend, stellt uns Herr Graves mit seiner Ausnahme-Stimme die Frage, wie das so ist mit den Krähen, die bekanntlich die Seelen der Verstorben ins Jenseits tragen. Bzw. mit jenen Krähen, die´s dorthin nicht schaffen. Bzw eigentlich mit den Verstorbenen, deren Seelen bei Krähen landen, die´s dorthin... äh, kann mir noch wer folgen? Falls nicht: auch egal. Einfach CD kaufen und nachhören. Alles andere wäre sowieso eine Fehlleistung. Wer anno 2003 noch Ansprüche an eine Band, deren musikalische Qualität und ein "Produkt", das eben kein solches ist, sondern vielmehr zu Musik gewordenes Herzblut, stellt, der hier liegt richtig wie nur irgendwo. Am 6. 8. präsentieren Dead Soul Tribe ihr Meisterwerk im Rahmen einer Release-Party in der Wiener Arena, dabei werden sie auch einen exklusiven Acoustic Set (!) bei freiem Eintritt (!!) spielen. Wer nicht hingeht, der wird wohl was versäumen. Auf alle Fälle dort sein wird – richtig! – Kollege Scheurer, der bei dieser Gelegenheit natürlich den guten Devon mit seinen Fragen löchern wird... das Ergebnis in Bälde dann hier bei unseren >>> Interviews. Und bis dahin habt Ihr hoffentlich alle diesen Silberling zuhause.
www.deadsoultribe.com
Andi

ALCHEMIST – Austral Alien
Schon beim ersten Song von "Austral Alien" wird klar, was die Musik von ALCHEMIST ausmacht. Treibende Gitarren und groovige Drums dominieren die Mucke der Australier, welche zumeist wirklich geil aus den Boxen tönt. Gefallen fand ich auch an den Vocals, die ständig zwischen cleanem, leicht psychedelisch angehauchtem Gesang und heiseren Schreien pendeln. Die Stücke sind interessant aufgebaut, gut arrangiert und werden durch den ein wenig dreckigen Sound perfekt abgerundet. Hauptmerkmal vieler Songs (mein Anspieltip ist Track Nr. 2, "Great Southern Wasteland") sind die endlos geilen Riffs, die absolut im Ohr hängen bleiben und tragende Säulen der Musik von ALCHEMIST sind. Einziger Wermutstropfen ist die fehlende Abwechslung, da alle Nummern nach dem gleichen Muster gestrickt sind und somit kommt gegen Ende von "Austral Alien" doch ein wenig Langeweile auf. Schade, denn abgesehen davon haben ALCHEMIST mit dieser Scheibe einen gut plazierten Treffer gelandet und sollten es schaffen, die Aufmerksamkeit der internationalen Metalgemeinde auf sich zu ziehen.
Vampira


MORTICIAN – Darkest Day Of Horror (Relapse/NSM)
Die Horror- und Splatterkönige von MORTICIAN haben einmal mehr das Studio betreten, um ihre fragwürdige Art von Musik dem breiten Publikum zu präsentieren. Live ist ja die Mucke recht erträglich und zum Teil wirklich witzig aufgemacht, aber in CD-Form kann ich mit dem Krach rein gar nichts anfangen. Keine Strukturen, ein übler Sound der herbsten Klasse und diverse Soundsamples und Filmszenen sind das, was man auf "Darkest Day Of Horror" zu hören bekommt. Das macht für mich einfach keinen Sinn. Tut leid! Ich weiß schon, daß MORTICIAN Kult sind und blablabla ... aber mich nervt der Soundbrei auf vorliegender CD nunmal ohne Ende und ich bin froh, wenn ich nach diesem Review "Darkest Day Of Horror" für immer und ewig in den Untiefen meines CD-Regals verschwinden lassen kann. Grunz!
Vampira


BODIES LAY BROKEN – Kagayaku Guraindo Tasumaki (Deathvomit Records)

Super, zuerst MORTICIAN und jetzt das ... BODIES LAY BROKEN hauen in die gleiche Kerbe wie meine heißgeliebten Kumpels von MORTICIAN, wobei zumindest der Sound auf "Kagayaku guraindo tasumaki" (wos zum Teifi hoasst des???!!!) noch um eine Ecke erträglicher ist. Ich frage mich, ob das Splattermetal, Grindcore oder Death Metal ist und komme auf keinen grünen Zweig. Grundsätzlich erinnert mich die Musik vom Gesang her ein wenig an die alten CARCASS Outputs, wobei die ohne Zweifel weitaus kultiger und kultivierter waren als vorliegendes Machwerk. Tut mir einmal mehr leid, mir fehlt vollkommen der Humor für solche Art von Metal, der noch dazu immer schlecht produziert ist ... warum??? Wer auf reine Bolzattacken mit unmenschlichem Geschrei und diversen Samples steht, kann hier zugreifen. Der Rest der Metalgemeinde sollte "Kagayaku guraindo tasumaki" tunlichst meiden und sein Geld lieber anderwertig investieren. Hugh!
Vampira


CRIPPLE BASTARDS – "Desperately Insensitive (Deathvomit Records)
Die Band mit dem netten Namen hat sich auf "Desperately Insensitive" einer Mischung aus heftigem Death Metal mit Grindcore Elementen und Hardcore hingegeben. Phasenweise weiß diese Mucke ganz gut zu gefallen, vor allem dann, wenn der Death Metal regiert. Mit dem Hardcore-Gebrüll kann ich bekanntlich relativ wenig anfangen und es nervt mich auch bei vorliegender Scheibe nach einigen Minuten immens. CRIPPLE BASTARD drücken vom ersten bis zum letzten Moment voll aufs Gaspedal und gönnen dem Hörer keine Verschnaufpause, was auf die Dauer doch ein wenig zu Ermüdungserscheinungen führt. Die Produktion der Songs ist so richtig herrlich dreckig, was zu dieser Art von Metal wie die oft zitierte Faust aufs Auge paßt. Jedoch sei abschließend anzumerken, daß ich trotz der positiven Aspekte, die ich dem Album abgewinnen konnte, die Frage in den Raum stelle, ob die Welt Songs wie diese wirklich braucht, um weiter existieren zu können ... am besten reinhören und selbst entscheiden!
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DYSRYTHMIA – Pretest (Relapse/NSM)
Vorliegendes Album ist mit Sicherheit nicht uninteressant, da es eine ungewöhnlich Art Instrumental-Rockmusik bietet. DYSRYTHMIA sind echte Meister auf ihren Instrumenten und verstehen es, sehr abwechslungsreiche und im Aufbau am ehesten dem Jazz nachempfundene Songs zu schreiben. Allerdings ist "Pretest" nur echten Gitarrenfreaks bzw. Freunden von Endlos-Frickeleien zu empfehlen, denn für alle anderen Metalfans ist es schon recht mühsam, sich durch die Gesamtlänge des Albums durchzuhören, ohne das ein oder andere Mal die Nerven wegzuwerfen. Dafür verantwortlich sind mit Sicherheit die tausend Breaks und Rythmuswechsel, die zwar technisch auf sehr hohem Niveau sind, jedoch auf die Dauer einfach ein wenig stressig sind und permanent volle Aufmerksamkeit verlangen. Ich denke, daß DYSRYTHMIA live durchaus in der Lage sind, ihr Publikum mit ihrem Können zu begeistern, doch vorliegendes Studiowerk kann ich nur wirklichen Fans von technisch hochwertigen Instrumentalklängen empfehlen! Wer Feeling und Metal im herkömmlichen Sinn sucht, wird mit "Pretest" keine rechte Freude haben ...
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GRAVEWORM – "Engraved In Black" (Nuclear Blast/edel)
Beim ersten Lauschangriff auf "Engraved in Black" war ich leicht erstaunt, denn meiner Ansicht nach haben GRAVEWORM ihre Songs in ein neues Soundkostüm verpackt. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase fand ich jedoch sofort Gefallen an der glasklaren Produktion, denn damit kommt die Klasse des Materials noch mehr zur Geltung als das bisher schon der Fall war. "Engraved in Black" ist ein extrem schwermütiges und düsteres Album, das zeigt sich schon beim ersten Song "Dreaming Into Reality", der streckenweise richtig depressiv angehaucht klingt. Das Album wirkt generell sehr durchdacht und es scheint, daß GRAVEWORM nun endgültig in die obere Liga des Düstermetals aufgestiegen sind. Stimmlich dominiert nach wie vor die altbekannte Mischung aus Death und Black Metal Gesang, wobei zweiterer dieses Mal sehr CRADLE OF FILTH lastig ausgefallen ist. Die Gitarrenarbeit erinnert teilweise ein wenig an HYPOCRISY, dann wieder schimmert ein bißchen DIMMU BORGIR Einfluß durch, aber trotz dieser Inputs haben sich GRAVEWORM eine eigene Nische mit ihrer Musik geschaffen. Interessant ist "Thorns of Desolation" geworden, ein Instrumentalstück mit metalfremden Instrumenten, dessen Soundteppich für Gänsehaut par excellence sorgt. Ein weiteres Highlight ist das REM Cover "Losing My Religion", welches genau von dem lebt, was die Musik der Südtiroler Band ausmacht. Keyboardmelodien ohne Pomp und Kitsch, eine bestechende gesangliche Leistung von Shouter Stefan und perfekt arrangierte Gitarrenarbeit. Topleistung! Zusammenfassend sei gesagt, daß GRAVEWORM nicht ohne Grund seit langem eine eingeschworene Fangemeinde hinter sich haben und ihren Status mit "Engraved in Black" ein weiteres Mal beeindruckend zu untermauern wissen.
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ILLUMINATE - 10 x 10 (Gallery Records)

Oh mein Gott, warum gibt es auch anno 2003 noch Bands, die sich absolut peinlicher Kitschmusik der Marke Gothic-Rock verschrieben haben? Nach dem dritten Song entdecke ich kleine Ausschlagsbläschen an meiner Hautoberfläche, die vermutlich von den Klängen von "10 x 10" stammen dürften. Songtitel wie "Du liebst mich nicht" oder "Blütenstaub" sprechen für sich ... ILLUMINATE surfen auf einer von Gefühlen blubbernden Welle dahin, die mit Schaumkronen voller Keyboardgeklimper und Pseudoromantik garniert ist. Es gibt wenige Bands, welche die Gabe besitzen, deutsche Poesie ohne Peinlichkeit zu vertonen – ILLUMINATE gehören mit Sicherheit nicht zu dieser Elite. Musikalisch ist "10 x 10" ebenfalls nicht besonders umwerfend, es dominiert seichte Gitarrenmucke mit endlosen Keyboardteppichen und der Sound tönt ziemlich kraftlos aus den Boxen. Vielleicht begeistert sich der eine oder andere Gothic Fan für die Musik von ILLUMINATE, doch meiner Ansicht nach braucht die Welt solche Bands und deren Musik nicht wirklich. Sorry ...
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KALMAH – Swampsong (Century Media/NSM)
Auch auf dem dritten Album konnten KALMAH ihre leichte CHILDREN OF BODOM-Ähnlichkeit noch nicht ganz ablegen, denn ein großer Teil des Gesanges (alternativ wird auch das eine oder andere Mal heftig gegrowlt!) und etliche Tempowechsel auf "Swampsong" erinnern nach wie vor an die Musik ihrer finnischen Landsleute. Davon abgesehen ist vorliegende Scheibe jedoch ein echter Volltreffer geworden, es verwundert mich bei jedem Durchlauf wieder, mit welcher Leichtigkeit die Jungs ein Killerriff nach dem anderen aus dem Ärmel schütteln und es nebenbei noch schaffen, abwechslungsreiches und vielschichtiges Material zu komponieren. "Swampsong" bietet eine interessante Mischung aus Death und Black Metal, wobei auch die rockigen Elemente nicht zu kurz kommen, hin und wieder tönt das Keyboard richtig 70er Jahre styled aus den Boxen. Bietet die Scheibe hochkarätige Musik von A bis Z, ist doch der letzte Song "Moon of my Nights" absolutes Highlight, die endlos geilen Gitarrenlinien und die perfekt arbeitende Rythmussektion machen diese Nummer zum Topsong des Albums! An der Produktion von "Swampsong" ist ebenfalls nichts auszusetzen, KALMAH haben ihre Songs treffsicher mit dem passenden Sound verfeinert. Pflichtkauf!
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KATATONIA – "Viva Emptiness" (Peaceville/edel)
"Viva Emptiness" ist eine absolute Meisterleistung geworden, Hut ab vor den Jungs von KATATONIA! Selten solch intensive und düstere Musik gehört, die den Hörer durch Abwechslung und interessante Arrangements in völlig abefahrene Sphären eintauchen läßt. Die Musik bewegt sich irgendwo zwischen Rock und alternativen Klängen, ist herrlich abgerundet mit psychedelischem Gesang und geiler Gitarrenarbeit und lebt zusätzlich von einer absolut fetten Produktion. Anspieltip ist für Einsteiger die Nummer "Criminals", denn dieses Stück beinhaltet einfach alles, was "Viva Emptiness" ausmacht und bietet auch nach etlichen Durchläufen noch immer vollendeten Hörgenuß. Eines sei allerdings vorab gesagt, das Album verlangt intensive Beschäftigung mit dem Material, denn die Stücke auf "Viva Emptiness" zünden erst nach einigen Durchläufen und sind nicht für jede Tageszeit geeignet, denn Sonnenlicht und Vogelgezwitscher stören die Atmosphäre, die KATATONIA mit ihrer Musik verbreiten. Also Schoten dicht machen, relaxen und sich den Klängen von "Viva Emptiness" mit voller Aufmerksamkeit hingeben ...
Vampira



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