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CDs
SHAARK - Promo 02 (Eigenprod.)
Die doppelt scharfen Haie gehen von tschechischen
Gewässern aus zum vierten Mal auf großen Raubzug. Mit ihrer
02´er-Scheibe liefern sie in punkto Spielwitz, Technik und wohldosierter
Aggression ein Vorzeigewerk zwischen wirklichem und "Neo"-Thrash
Metal ab. Zur Aggression trägt der Sänger den größten
Teil bei. Jedoch nicht durch - wie von vielen Möchtegern-Härtlingen
exerziert - extrem verzerrte Dauer-Schreierei, sondern durch eine ausgewogene
und sich sehr gut einfügende Vielfalt, die vom haßerfüllten
Gebrüll bis zur gut klingenden Mischung aus Melodie und Rotzigkeit
reicht. Verdammt ausgewogen fällt auch die musikalische Darbietung
aus; von groovigen Gitarren dominiert und von einer stetig rollenden Rythmus-Abteilung
zum Erlebnis getrieben. Unglaublicherweise schaffen Shaark eine Vereinigung
des alten Thrash-Geistes mit der (leider oftmals produktionstechnisch
überladenen u. vom Dschungelfieber befallenen) moderneren Ausrichtung
dieser Variante. Es liegt wohl an der Klasse der Band, daß diese
Vereinigung so mächtig und gut klingt. Check it out!
www.volny.cz/records99
Kari
INFERNAL LEGION - Sculptured Humans (LSP)
Schon seit einiger Zeit ist mir klar, daß
die meisten schnell spielenden Black Metal Bands einfach nur anders klingende
Thrasher sind. Ein überzeugend klingender Beweis dafür ist diese
Scheibe hier. Reiner Black-Death-Thrash ist den belgischen Keyboard-Hassern
aber zu wenig, sodaß man an passenden Stellen eine Vielzahl von
Auflockerungsmomenten zu hören bekommt. Zum Bleistift mystisch klingende,
schleppende Parts oder in stampfender Banger-Art vorgetragene Übergänge,
die wiederrum teilweise in düstere BM-Atmosphären gehüllt
werden. Und plötzlich glaubst du auf einmal, du stehst bei Destruction
oder Exodus auf der Bühne! Sozusagen eine Fusion aus 80´er-Feeling
und Black Metal-Mystik. Besonders tauglich finde ich den erdigen, rauen,
dreckigen und aber auch leicht düsteren Sound, mit dem die Infernale
Legion ihr Werk versehen hat. Fazit: Brachialer und abwechslungsreicher
Metal, der gehört werden will!
www.lsp-company.com
Kari
INTO THE GORE - Pain Must Be Amplified (MetalAge)
Dieses Teil ist ein Musterstück für
einen der neuen Wege, die in letzter Zeit im brutalen Death-Metal oft
beschritten werden. Die Griechen agieren mit überzeugenden DM-Riffs,
mit der Derbheit des Grind Core, mit musikalischen Grüßen aus
Florida und mit der Wildheit eines Raubtiergeheges (guat drauf heit, Kari,
hm? Andi). Und: sie meinen es ernst (Du leider auch, oder? Andi). Die
Gitarrenläufe sind sehr abwechslungsreich und so aufeinander folgend,
dass sie immer eine steigendere Wirkung in den Songs erzielen. Auch scheut
sich hier keiner, von Zeit zu Zeit effektive, melodische oder verrückt
klingende Leads einzustreuen. Verbunden mit den vielzählig eingesetzten
Breaks und guten Übergängen sind das die ersten Schritte zum
Wiedererkennungswert. Ein anderer Schritt wird durch die Schreiduelle
gesetzt, die sich der tief brüllende Frontman und ein oftmals hoch
und/oder verzerrt schreiender Gitarrist liefern: total intensiv und voll
krank (dann bewirb Dich mal bei denen... Andi). Logo, daß da nur
ein Drummer mithalten kann, der mit seinem Set verwachsen ist und wie
vom Hass geritten trotzdem auf dieses drauflos prügelt. Auf dieser
Basis haben ITG ein recht eigenständiges, genüsslich zu hörendes,
aber tödlich wirkendes Scheiblett´chen zusammenen geschustert.
Noch dazu ist es ihnen gelungen, daß sich jedes Lied vom folgenden
hörbar abhebt. Ein Album für den kurzen, schmerzvollen Genuß
also. Wie es sich gehört.
www.metalage.sk
Kari
SIGNS OF DARKNESS - Beyond The Autumn Leaves (LSP)
Bereits mit dem herbstlichen Prologe - Klavierspiel!
- beginnt sich die musikalische Welt von Signs Of Darkness zu entfalten.
Dann setzt die Sängerin mit romantischer Stimme ein und wird kurz
darauf vom böse schreienden Bassisten unterstützt (... wer hätte
es geahnt? Andi). Das Fundament schließlich ist eine gelungene Mischung
aus antreibenden, stampfenden, aber auch melodiös-verspielten Gitarrenläufen
und einer mächtigen Rythmus-Crew, die auch bei den zahlreichen schleppenden
Passagen sehr heavy rüberkommt. Der Tastenmann wiederrum setzt seine
Untermalungen für eine passende Hintergrund-Stimmung ein, wofür
ich ihm dankbar bin. Der markanteste Punkt hinter den Herbstblättern
ist jedoch die beeindruckende Synthese aus Härte, Dunkelheit, Melancholie,
Verträumtheit und Heavy Metal. Dadruch sind S.O.D. (nicht die...
Andi). in der Lage, den Hörer mitzureissen in die Tiefen der harten
Musik. Obwohl die Band noch Newcomer-Status hat, liefert sie hiermit einen
ersten großen Schritt in die richtige Richtung. Sehr fein.
www.lsp-company.com
Kari
GUERRILLA - On Target (Eigenprod.)
Verdammt genau haben Guerrilla ihr Ziel anvisiert.
Sodaß sich eine Band präsentiert, die in stampfender, schnalzender
und krachender (Kari, samma do beim Musikantenstadl oder wie? Andi) Manier
ein extrem abwechslungsreiches, vielschichtiges und für eine Eigenproduktion
sehr gut klingendes metallisches Werk zuwege gebracht hat. Im Sinne der
Zeiten von Bands, die ihnen das Musizieren schmackhaft gemacht haben,
ist den Kölner Jungs eine echte Granate ausgekommen. Um diese zu
erkennen, ist es jedoch angebracht, sich langsam und stetig in die von
allerlei Tempi-Wechsel, Übergängen, Breaks und aufbauend/relaxten
Akustikgitarren durchzogene Klasse-Songs reinzuhören. Gut so. Nur
ganz selten rutscht (noch) ein schwierig nachvollziehbares Sprenksel in
den spannenden und dramatischen Guerrilla-Thrash. Einer der Höhepunkte
der Scheibe ist ein klassisch geprägtes, saugeiles Gitarren-Duell,
nachzuhören auf Track # 5, "Red Moon Rising". Wahnsinn!
Die beiden duellieren sich nicht allein mit den Äxten, sondern auch
noch (mit Sägen? Andi) mit den Stimmbändern, sodaß der
Gesang desgleichen abwechslungsreich ausgefallen ist. Tja, die Burschen
sind Könner, definitiv. Wenn die Truppe konsequent so weitermacht,
folgt der Treffer ins Schwarze in Bälde.
www.guerilla-metal.com
Kari
CRIMSON
MOONLIGHT - The Covenant Progress (Rivel Records)
Wie schon unlängst bei BRIGHTEYE BRISON erwähnt,
handelt es sich bei Rivel Records um ein neues, aufstrebendes Label aus
Schweden, dessen Eigentümer Christian Rivel als Sänger von NARNIA
bekannt sein sollte. Mit Musik wie der von BB hab´ ich ja noch gerechnet,
doch was CRIMSON MOONLIGHT hier vom Stapel lassen haut mich förmlich
aus den Socken. Nicht ob meiner Begeisterung, die hält sich nämlich
aufgrund der stilistischen Ausrichtung eher in Grenzen, sondern viel mehr
wegen des von dieser Band fabrizierten Drucks der dem Zuhörer entgegen
donnert. Bereits der Opener ³Mist Of The Spiritual Dimension zeigt
deutlich, dass hier keine ³Gute Laune ö Musik vorgetragen wird.
Viel mehr haben wir es mit einer heftigen Death/Black/Thrash-Mischung
zu tun, die durch den abwechselnden Grunz- und Kreischgesang allerdings
niemals eindimensional klingt. Interessant erscheint mir vor allem die
lyrische Seite der Herrschaften, denn nicht nur in ihrer Dankesliste erscheint
Gott als einer der Allerersten. Höchstwahrscheinlich war das der
Grund für Meister Rivel (oder Liljegren) die Band unter Vertrag zu
nehmen. Freunde des Black und Death Metals sollten CRIMSON MOONLIGHT jedenfalls
unbedingt antesten, denn es könnte sich hierbei um die legitimem
Nachfolger der christlichen Deather MORTIFICATION zu handeln (super...
Andi). Bei Interesse kontaktiert www.rivelrecords.com
, dort könnt Ihr mehr über die Band erfahren.
Walter
ETERNAL REIGN - Crimes Of Passion (TTS Media/Al!ve)
Frechheit siegt!, sagt der Volksmund. Stimmt, sage ich. Denn nach
direkter Kontaktaufnahme mit dem Label war bereits kurze Zeit später
dieses Werk in meinem Postkasterl. Wohlwissend, dass vorliegende Veröffentlichung
bereits mehrere Monate auf dem ³Buckel hat, komme ich dennoch nicht
daran vorbei Euch dieses Werk vorzustellen. Was 1997 unter dem Namen PERFACT
CRIME begann und unter anderem sogar zu einem Beitrag auf der ³Unerhört!
ö Samplerreihe des Rock Hard führte, endete in rechtlichen Problemen
des Namens wegen. Nach der Umbenennung in ETERNAL REIGN erblickte also
im vergangenen Jah ³Crimes Of Passion, das Debut dieser in Bremen
ansässigen Combo das Licht der Welt. Prominentestes Mitglied ist
Mick Sebastian, der in ³grauer Vorzeit bei SECRECY (es folgt eine
kurze Andachtskundgebung meinerseits.....) aktiv war. Lassen wir aber
die Vergangenheit ruhen und widmen uns der Gegenwart bzw. der Zukunft
dieser Band. Melodiöser Power Metal wird geboten, der allerdings
auch als üppiger Melodic Metal betrachtet werden darf. Auf dem fast
einstündigen musikalischen Vortrag stelle ich klare Strukturen fest,
aber auch die Abwechslung kommt nicht zu kurz, wodurch ³Crimes....
der Band einen Platz in der Oberliga der genannten Genres einbringen sollte.
Hoffentlich gibt es demnächst wieder etwas über diese Band zu
vermelden.
Walter
VOIVOD - Same
Da ist sie nun also, die vielerwartete Comeback-Scheibe der kanadischen
Metaller VOIVOD. Nach dem tragischen Unfall von Eric Forrest und der daraus
resultierenden Umbesetzung am Mikro Ex Sänger Denis Belanger konnte
wieder an Bord geholt werden - ist mit Jason Newsted auch gleich ein neuer
Bassist zu bestaunen. Wie und warum Jasonic nun in die Band gekommen
ist, lassen wir unkommentiert und widmen uns lieber der neuen Scheiblette.
Voivod ist das mittlerweile 13. Album in der langjährigen Historie
der Formation und soviel gleich vorweg es klingt wieder einmal wie keines
der Alben davor. Natürlich wird die abgedrehteste Form des Thrash-Metals,
wie in den Anfangstagen der Band ebenso nie wieder erreicht werden, genauso
wenig die Brachialität der Forrest Phase, da Snake einfach
ein wesentlich melodischeres Organ sein eigen nennt. Wenn ein Vergleich
zur Geltung kommen kann, dann höchstens, dass The Outer Limits
in gewissen Phasen durchschimmert. Im Großen und Ganzen haben VOIVOD
allerdings eine Spur mehr auf Geradlinigkeit geachtet als bisher, was
wahrscheinlich auch auf die nicht mehr so prägnanten Bassmelodien
zurückzuführen ist. Enttäuscht muß allerdings kein
VOIVOD Fanatiker sein, denn Song wie Gasmask Revival oder The Multiverse
haben durchaus die Klasse in einer Reihe mit den bisweilen veröffentlichten
Klassikern aus dem Schaffen der Kanadier zu stehen.
Walter
FADING STARLIGHT - Lost (TTS Media/Al!ve))
Die Talentscouts bei TTS scheinen einen guten Riecher für melodiös
ausgerichteten Metal zu haben (toll... Andi). Auch was Frauengesang angeht,
waren die Herren bereits erfolgreich, wie uns die letzte BACKSLASH-Scheibe
vor einiger Zeit beweisen konnte (Ich weiß, diese CD erschien bereits
VOR der letzten BACKSLASH, aber ich schreibe mein Review eben erst später...)
Lost erschien im September des Vorjahres und klingt nicht nur einige
Monate später immer noch frisch, sondern beinhaltet Musik ohne Ablaufdatum.
Stilistisch kann man FADING STARLIGHT grob zwischen BLIND GUARDIAN, HAMMERFALL
und GAMMA RAY einordnen, wobei durch die Stimme von Inga Scharf ein hoher
Wiedererkennungswert gegeben ist. Diese erinnert mich zwar ein wenig an
die Dame von WHITE SKULL, aber das war es dann auch schon wieder. In Zeiten
wie diesen wird es bestimmt nicht einfach internationale Erfolge einheimsen
zu können, aber Ohrwürmer wie ³Lost, das durch geniale
Background-Vocals veredelte "Salvation oder die Ballade "Once
A Time sollten nicht nur mich von der Qualität der Band überzeugen
können.
Walter
BURNING POINT - Feeding The Flames (LMP/edel)
Das kurze Intro "Entzünden eines Streichholzes" deutet
bereits an, daß auf den 12 vorgetragenen Songs ein wahres Feuerwerk
entzündet wird. Das finnische Quartett BURNING POINT feuert geradezu
eine Metal-Hymne nach der anderen ab. Die Kompositionen sind wohldurchdacht,
gut strukturiert und eingängig, ohne dabei auch nur ein einziges
Mal in Belanglosigkeit zu verfallen. Speziell der ³Ohrwurm-Faktor
scheint den Herren ein Anliegen zu sein, denn ihre Melodien wollen sich
so gut wie nicht mehr aus den Gehirnwindungen des Zuhörers entfernen
lassen (muß ja auch gar nicht sein..). Wer sich eine Mischung aus
RAINBOW, MALMSTEEN, ACCEPT und den PRETTY MAIDS vorstellen kann und genannte
Bands zu seinen Favoriten zählt, darf bedenkenlos zugreifen. Es muß
auch erwähnt werden, dass RHAPSODY der Band nicht unbekannt sein
dürften, nachzuhören in ³Stray Bullet. Besonders auffällig,
und positiv zu vermelden, ist noch die Tatsache, dass ihre finnische Heimat,
bzw. der dafür mittlerweile schon fast typische Sound zu keiner Zeit
durchschimmert. Der Zielgruppe ist hoffentlich klar, was zu tun ist.....
Walter
WUTHERING HEIGHTS - To Travel For Evermore (Lucretia Records)
Der Bandname erinnert mich an ANGRA (zwar sollte eher Kate BUSH als Einflussquelle
angegeben werden, stammt doch besagter Song, den die Brasilianer auf gekonnte
Weise umsetzten, von ihr) und bereits nach dem ersten Durchlauf wird mir
bewusst, dass meine Einschätzung gar nicht so weit daneben liegt.
Diese ³europäische Band (drei Dänen, zwei Schweden und
ein Italiener) schafft es mühelos mit den Brasilianern mitzuhalten,
und zwar nicht nur stilistisch, sondern auch qualitativ. Als weitere Anhaltspunkte
müssen noch SYMPHONY X und LABYRINTH genannt werden, deren Sound
auch nicht allzu weit von ³To Travel.... entfernt ist. Im Prinzip
kann fast schon von einer ³Underground-Supergroup gesprochen werden,
denn mit Lorenzo Deho (B, der Italiener, vormals TIME MACHINE) , Kristian
Andren (V, einst bei MEMENTO MORI, TAD MOROSE und FIFTH REASON) und Henrik
Flyman (G, nebenbei ZOOL, zuvor MOAHNI MOAHNA) sind drei zumindest im
Untergrund bekannte Gesichter am Werk. Bandgründer Erik Raven (G),
Drummer Morten Sörensen und Keyboarder Rune Brink (die drei Dänen)
vervollständigen das Line-Up von WUTHERING HEIGHTS. Mit ³To Travel
For Evermore sollte der Sprung aus dem Untergrund gelingen.
Walter
RITUAL - Think Like A Mountain (Tempus Fugit/SPV/edel)
Unter der Bezeichnung Progressive Rock/Metal werden deratig viele, stilistisch
absolut nicht vergleichbare Bands geführt, daß es sehr schwierig
ist, sich genau vorstellen zu können, wie so manche Band tatsächlich
klingt. Ein besonders schwierig einzuordnendes Album stellt "Think
Like A Mountain, das aktuellen Werk der Schweden RITUAL dar. Freunde
außergewöhnlicher Klänge sollten jedenfalls unbedingt
weiterlesen, denn hier sind sie genau richtig. Beim Hören dieses
Werkes fühle ich mich zwar des öfteren an unterschiedlichste
Formationen erinnert, was andererseits die Eigenständigkeit der bereits
seit gut 15 Jahren existierenden Band bestätigt. So kommen wir beispielsweise
THE FLOWER KINGS (bei "Explosive Past"), TRANSATLANTIC (nachzuhören
in "Once The Tree Would Bloom"), aber auch die BEATLES ("Moomin
Took My Head" klingt wie Lennon auf LSD) oder GYPSY KYSS in den Sinn.
Eine ungemein abwechslungsreiche Scheibe, die nach dazu bei jedem Durchlauf
neue Facetten ans Licht bringt. Unbedingt Anhören!
Walter
RADIOACTIVE - Yeah (MTM/edel)
Das schwedische Gitarrentalent Tony Denander hat unter dem Deckmantel
RADIOACTIVE diverse illustre Gäste im Studio versammelt um dieses
Werk einzuspielen. Die Gästeliste beinhaltet prominente Musiker wie
Fergie Frederiksen, Steve Overland, Marcel Jacob oder Matti Alfonzetti
(wahnsinnig prominent sind die alle... Andi). Herausgekommen ist dabei
ein 12 Nummern umfassendes Album, das stilistisch dem melodiösen
Hardrock zugeordnet werden kann, teilweise aber recht stark in Richtung
Pop tendiert. Diese Tatsache würde noch nicht einmal das größte
Problem darstellen, vielmehr sind die Kompositionen bis auf wenige Ausnahmen
zu vorhersehbar. Dadurch fehlen auf ³Yeah nicht nur die Überraschungsmomente,
die Angelegenheit wird phasenweise gar recht belanglos. Was lernen wir
daraus? Große Namen alleine machen noch keine gute Scheibe.
Walter
XYZ - Letter To God (MTM/edel)
Monat für Monat kommen mittlerweile mehr oder wenige berühmte
Musiker, die bereits vor Jahren in der Szene aktiv, in letzter Zeit jedoch
weg vom "Schuß" waren, mit sogenannten Comebackalben auf
den Markt. Im Zuge dieses Booms hat es nun also auch XYZ erwischt. Sänger
und Mastermind Terry Ilous hat zwar nur seinen ehemaligen Drummer Paul
Monroe zum Mitmachen animieren können, jedoch sind mit Jeff Northrup
(G, ex-SHORTINO) und Sean Mcnabb (B, ex-Quiet Riot) zwei bekannte neue
Gesichter an Bord. Warum die Band zu ihrer Blütezeit nicht über
Insiderstatus hinaus gekommen ist, liegt vermutlich an der Tatsache, dass
die Kompositionen vermutlich für die "Plüsch"-Abteilung
(Grins, den merke ich mir . Webmaster) zu heftig waren, für die Metaller
aber dennoch ein wenig zu zahm. Auch mit "Letter To God" wird
der große Durchbruch aus kommerzieller Sicht verwehrt bleiben, denn
der Stil ist der gleiche geblieben, allerdings steckten nie zuvor derart
viel Herzblut und persönliche Emotionen in den Ilous´schen
Kompositionen. XYZ gefallen sowohl mit rockigen LED ZEPPELIN-lastigen
Groove-Nummern (speziell der Opener "What´s On Your Mind"
geht in Richtung der ZEPs) als auch mit gefühlsbetonten Nummern wie
dem Titelsong (wem bei dieser Nummer, die Terry seinem tragischerweise
verstorbenem Sohn widmet, keine Gänsehaut über den Rücken
läuft, muß völlig gefühlskalt sein). Auch dann, wenn
die Akusitkklampfe ausgepackt wird, schaffen es die Herren zu überzeugen,
so ist ihnen mit "Deny" ein wahres Highlight auf dem Balladensektor
gelungen.
Eine absolut gelungene Comebackscheibe, die der Band Ruhm und Ehre (und
natürlich auch Geld...) einbringen sollte.
Walter
STORMWIND - Rising Symphony (Massacre)
Der ehemalige Karate-Champion Thomas Wolfe läßt sich nicht
unterkriegen. Schon seit mehreren Jahren versucht er die Fans mit seinen
Kompositionen davon zu überzeugen, dass er ein guter Gitarrist ist
und mit STORMWIND auch eine feine Formation am Start hat.
Beides ist ohne Wenn und Aber der Fall, wobei vor allem Sänger Thomas
Vikström (Ex- CANDLEMASS) mit seiner famosen Stimme für Furore
sorgen kann. Der Hauptanteil der Kompositionen ist dem bombastischen Melodic
Metal zuzordnen, irgendwo in der Schnittmenge der "hübschen
Mädels", HAMMERFALL und älteren STRATOVARIUS, wobei vor
allem "Strangers From The Sea", dessen Melodie im Refrain an
VANGELIS´ "Conquest Of Paradis" erinnert, das Zeug
zum Hit hat. Auch das Bekenntnis zur Vergangenheit in Form einer gelungenen
Version des QUEEN ö Tracks "White Man" kann voll überzeugen.
Dennoch ist nicht alles eitel Wonne. Speziell die drei Balladen machen
deutlich, dass Emotionen und Kitsch sehr nahe liegen. Vor allem bei "Streets
Of Prishtine" trieft das Schmalz förmlich aus den Boxen und
der Kitschfaktor ist dadurch ungemein hoch. Der Song könnte als Beitrag
zum Songcontest durchgehen, selbst in diesen Kreisen wird heutzutage aber
schon geistig anspruchsvolleres Liedgut gewünscht. Nie zuvor war
mir bewusst, wie nahe Metal am Schlager ist, eine Tatsache, die nicht
unbedingt sein muß, oder (net wirklich... Andi).
Walter
John WETTON - Rock Of Faith (GEP/SPV/edel)
Der ehemalige URIAH HEEP und ASIA Sänger John Wetton, der im letzten
Jahr seinen 50er in Wien feierte, war von der Stadt dermaßen beeindruckt,
dass ihn diese Eindrücke schlussendlich zu "Rock Of Faith"
inspiriert haben. Schön für Mr. Wetton. Aber wo auch immer der
gute Mann seinen Geburtstag gefeiert hätte, ich denke nicht, dass
die Scheibe anders ausgefallen wäre. Schon allein ein Blick auf die
Besetzungsliste, die Namen wie Geoff Downes (K, ASIA), John Mitchell (G,
ARENA) oder Steve Christey (D, JADIS) enthält, genügt um die
Musik zuordnen zu können. Wunderschöne Rocksongs mit dezent
Prog-Einsprengsel werden geboten, wobei manche Passagen schon fast zu
schön geworden sind, soll heißen, ein wenig mehr "Biß"
gebrauchen könnten. Die Arrangements und Produktion aus dem Hause
Clive Nolan und Karl Groom können auch wie üblich überzeugen;
die Klientel weiß was zu tun ist.
Walter
JADIS - Fanatic (Inside Out/edel)
Vogelgezwitscher eröffnet diese Scheibe, gefolgt von feinstem Art-Rock
oder auch "Soft-Prog". Die Engländer rund um Sänger
und Gitarristen Gary Chandler vollbringen auch auf ihrem aktuellsten Werk
das Kunststück trotz verschachtelter Arrangements und teilweise fast
ausladender Kompositionen immer noch eingängig zu klingen. Auf Frickeleien
wird verzichtet, viel mehr merkt man Songs wie "The Great Outside"
oder der Ballade "Each & Every Day" das Herzblut an, das
beim Songwriting geflossen ist. Das Titelstück, ein atmosphärisches
Instrumental, fügt sich spitzenmäßig in das Gesamtbild
ein. Als weiteres Highlight möchte ich noch "I Never Noticed"
erwähnen, dass ein wenig wie GENESIS mit Tribal Drums klingt. Ob
JADIS mit dieser Scheibe ihren Bekanntheitsgrad vergrößern
können, weiß ich zwar nicht, ist aber schlußendlich auch
nicht relevant, denn Musik wie diese wird wahrscheinlich immer nur ganz
bestimmte Kreise ansprechen. To Prog Or Not To Be!
Walter
BYFIST - Adrenalin (Saba Records)
Nicht mehr ganz aktuell, da bereits im Jahr 2000 aufgenommen, ist diese
4 Track CD der amerikanischen Metaller BYFIST. Insidern sollte zumindest
der Name der Band geläufig sein, zählen doch die beiden Gitarristen
Davey Lee und Natcho Vara mittlerweile auch zum Line-Up von REVEREND,
jener Band deren Mastermind niemand Geringerer als David Wayne ist. Dieser
hat die Scheibe auch produziert und mit Jay Wegener ist mittlerweile auch
der Bassist von REVEREND in den Reihen von BYFIST. Jawohl, Metal-Inzucht
gibt es eben nicht nur in Skandinavien (auch in Neustadt-Umgebung, oder
wie? Andi). Melodiöser, teilweise recht harter US-Metal ist das Metier
dieser Herren und mit Rob Steele verfügen sie dazu über einen
Sänger, der die Tradition klassischer Metalkunst am Leben hält.
Der gute Mann jagt uns bei seinen hohen Gesangspassagen die Freudentränen
in die Augen. Zum Abschluß noch der Überhammer: Schreibt einfach
eine Mail an Sabarecords2000@yahoo.com,
denn dann wird auch EUCH diese CD wird auf Anfrage GRATIS zugeschickt!
Das nenne ich fanfreundlich!
Walter
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