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CDs
PRETTY MAIDS - Alive At Last
(XIII Bis/edel)
Offenbar als Einstandsgeschenk für ihre neue
Plattenfirma steht dieser Tage wieder einmal ein neues Werk der dänischen
Melodic Metaller PRETTY MAIDS in den Läden. Wie der Titel schon verrät,
handelt es sich um ein Live-Album; dem zweiten in der langjährigen
Geschichte dieser "unkaputtbaren" Formation, nach "Screamin´Live"
(1995). Geboten wird ein äußerst repräsentativer Querschnitt
durch die Karriere der "Mädels" rund um Sänger Ronnie
Atkins und Gitarrist Ken Hammer. Die Debut-Mini-LP aus dem Jahre 1984
wird dabei ebenso berücksichtigt wie die wohl auf Lebenszeit wichtigsten
Werke der Band, nämlich "Red, Hot & Heavy" und "Future
World". Aber auch Songs neueren Datums wie "Virtual Brutality",
"Destination Paradise" oder "Natural High" wurden
berücksichtigt. Ebenso wurde nicht darauf vergessen, die Stärken
der Band besonders zur Schau zu stellen. Diese sind nun einmal mächtige
Melodic MetalKompositionen wie "Cold Killer" auf der einen
Seite, aber genauso balladeske bis hardrockende Töne wie bei"Nightmare
In The Neighbourhood". Aufgenommen wurde während der JapanTour
2001 und zusätzlich noch bei zwei Gigs in Deutschland (Bochum und
Hamburg) im letzten Jahr. Eine essentielle Zusammenstellung für Fans
dieser Band, die gleichzeitig Vorfreude auf neue Studiowerke aufkommen
lässt.
Walter
JESTER`S FUNERAL - Shifting:Skywards (TTS Media/Zomba)
Allem Anschein (und vor allem dem Plattentitel)
nach will da aber jemand hoch hinaus. Ob es mit dieser Scheibe gleich
direkt in den Himmel des metallischen Paralleluniversums geht, ist schwer
abzuschätzen. Die Voraussetzungen für dieses Vorhaben sind jedenfalls
vorhanden. Mit ihrem mittlerweile dritten Werk schaffen es die deutschen
Metaller JESTER´S FUNERAL tatsächlich sich in einer Nische
festzusetzen, die bisweilen noch nicht überfüllt ist. Ihnen
ist nämlich eine Mischung gelungen, die sowohl den tradtionellen
deutschen Metal beinhaltet, wie auch Elemente der "Hamburger Schule",
aber auch den klassischen Power Metal. Und weil das noch nicht reicht,
kommen vor allem in gesanglicher Hinsicht immer wieder Reminiszenzen an
METALLICA auf. Eine Mischung also, die nicht nur auf dem Papier sehr lecker
klingt, sondern vor allem bei "ohraler" Einfuhr ungemein bekömmlich
ist. "Shifting:Skywards" ist eine Veröffentlichung, die
ihr unbedingt antesten müsst. Von JESTER`S FUNERAL werden wir hoffentlich
noch des öfteren zu hören bekommen.
Walter
CAGE Darker Than Black (Massacre)
Obwohl eben erst das erste Drittel dieses Jahres
verstrichen ist, wird es die Konkurrenz sehr schwer haben, den südkalifornischen
Power Metallern CAGE den Titel "Platte des Jahres in diesem
Genre abringen zu können. Mit "Darker Than Black", der
dritten Scheiblette der Jungs aus San Diego, zeigt sich das Quintett merklich
gereift. Die Instrumentalisten und auch Sänger Sean Peck gelten ja
ohnehin schon seit ihrem Debut "Unveiled" aus dem Jahre 1999
als absoluter Insider-Tip. Was sich seit damals allerdings geändert
hat, ist zum einen die Kunst Songs zu komponieren, die sich scheinbar
nur mittels Brechstange aus den Gehirnwindungen der Zuhörerschaft
entfernen lassen, zum anderen aber auch das nötige Know-How durch
akzentuiertes Spiel diese Nummern zu Kunstwerken werden zu lassen. Wie
gehabt dominiert Power Metal amerikanischer Prägung das Geschehen,
doch auch dezente Speed- und gelegentliche Doom-Anleihen sind zu vernehmen.
Nach dem atmosphärischen Intro "Darker Than Black" folgt
mit "Kill The Devil" ein Song, der für mich schon heute
Klassiker-Status hat. An das Intro angelehnt steigert sich dieser Track
von düsterer Atmosphäre in einen amtliche Power Metal-Hammer
allererster Güte, der in Form von "Chupacabra", einem ordentlichen
Groover und dem verträumt beginnenden "Blood Of The Innocent"
würdige Nachfolger besitzt. Unbedingt erwähnenswert erscheinen
mir noch das PRIEST-lastige "Eyes Of Obsidian", das mächtig
vor sich hin doomende "March Of The Cage" und "White Magic",
das vor allem aufgrund der Background Vocals Erinnerungen an die stärkste
Zeit von VICIOUS RUMORS aufkommen lässt. Die Up-Tempo-Nummer "Door
To The Unknown" sollte ebenso noch erwähnt werden, wie das ein
wenig orientalisch anmutende "Secrets Of Fatima". "Wings
Of Destruction" hingegen startet balladesk um sich schließlich
in einen gnadenlosen Brecher zu verwandeln. Als Bonustrack für die
europäische Version der Scheibe wurde übrigens "Chupacabra"
in spanischer Sprache aufgenommen, wodurch CAGE auf der iberischen Halbinsel
(und nicht nur dort) mit Sicherheit die Fans zu Füßen liegen
werden. Genau das sollten wir übrigens auch tun, denn solche Werke
bekommt man nicht alle Tage zu Gehör!
Walter
HELLOWEEN - Rabbit Don´t Come Easy (Nuclear
Blast/edel)
Harte Zeiten waren das, die die "Urväter
der Power Speed-Abteilung in den letzten Monaten durchmachen mußten.
Zunächst die Trennung von Uli Kusch (D) und Roland Grapow (G), dann,
nachdem endlich in Sascha Gerstner (G, ex-FREEDOM CALL) und Mark Cross
(D; ex-METALIUM) Ersatz gefunden werden konnte, die Vorgabe in Form des
formidablen MASTERPLANDebuts, bei dem die beiden erstgenannten zeigen,
dass deren Kompositionen durchaus Weltklasseformat haben.
Und was machen die Herrschaften von HELLOWEEN? Sie veröffentlichen
mit "Rabbit Don´t Come Easy" ein Machwerk, dass , soviel
gleich vorne weg, die Band um die Spitzenposition in der Szene absolut
im Rennen bleiben lässt. "HELLOWEEN 2003" wage ich zu sagen,
denn es ist Ihnen gelungen, die für sie typischen Melodien so zu
gestalten, dass nicht einmal der Gedanke an Selbstkopie aufkommen mag.
Die in Andi Deris´ Studio auf Teneriffa von Charlie Bauerfeind fertiggestellte,
überaus druckvolle Produktion tut ihr übriges zu dieser Aussage.
Die Experimentierfreude wurde dennoch nicht vernachlässigt, so klingt
"Nothing To Say" wie eine gemeinsame Session von KISS und LED
ZEPPELIN nach einer Überdosis Bob Marley. "Sun 4 The World"
erfreut die Zuhörer durch absolut aufdringliche orientalische Melodiebögen
und "Do You Feel Good" könnte als 70er Disco-Nummer im
HELLOWEEN - Stil durchgehen. Trotz aller Spielfreude, die die Band offensichtlich
während der Aufnahmen an den Tag legte, darf eine traurige Tatsache
nicht einfach unerwähnt bleiben. Drummer Mark Cross gehört nicht
mehr zum Line-Up, da er unter der dubiosen Krankheit "Pfeiffer´sches
Drüsensyndrom" leidet, die ein Schlagzeugspiel unmöglich
macht.
Von meiner Seite erst mal gute Besserung, Mr. Cross! Aushilfsweise konnte
für die Aufnahmen zur aktuellen CD Mikkey Dee von MOTÖRHEAD
gewonnen werden, allerdings ist mit Stefan Schwarzmann (ex-ACCEPT, UDO)
in der Zwischenzeit wieder ein Fixposten hinter dem Drum-Kit integriert
worden. Mit "Rabbit Don´t Come Easy" beweisen HELLOWEEN
jedenfalls, dass mit der Band noch immer zu rechnen ist.
Walter
RAWHEAD REXX - Diary In Black
(AFM)
Es scheint doch noch immer Leute zu geben, die
der Meinung sind, das Optimum in Sachen Power Metal sei jenseits des Atlantiks
zu finden. Das süddeutsche Quartett RAWHEAD REXX, das mit "Diary
In Black" ihr nunmehr zweites Werk abliefert und zudem noch aus gestandenen
Musikanten besteht, scheint seine Idole ebenfalls in den Staaten gefunden
zu haben. Jedenfalls klingt das "Tagebuch" streng nach US-dominiertem
Power Metal. Die Herrschaften rund um den ehemaligen GLENMORE-Chef Jürgen
Volk lassen in manchen Passagen durchaus Vergleiche mit VICIOUS RUMORS
zu, wobei es speziell diese Formation den deutschen angetan haben muß.
So konnte Geoff Thorpe sogar zum Mitmachen animiert werden. Als weiterer
Vergleich fallen mir ihre Landsleute BRAINSTORM ein, denen ja ebenfalls
starke US-Metal Tendenzen anzuhören sind. Die zahlreichen Konzerte
(u.a. mit NEVERMORE und ANNIHILATOR) scheinen der Band ebenfalls recht
gut getan zu haben, denn auch in Sachen Wiedererkennungswert und Eingängigkeit
ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Debutalbum zu vernehmen.
Es würde mich sehr wundern, wenn RAWHEAD REXX mit diesem Album und
besonders Tracks wie "The Machine", "Return Of The Dragon"
oder dem Titelsong nicht den entsprechenden Erfolg erzielen könnten.
Walter
CHINCHILLA - Madtropolis (Metal
Blade/NSM)
Ach, macht euch doch ruhig über den Bandnamen
lustig! Zum einen bringt er für das Quintett eine ordentliche Portion
Identität, zum anderen ist die Musik der Formation viel zu gut um
sich darüber lustig zu machen. Auf ihrer insgesamt sechsten Veröffentlichung
zeigt sich die Band rund um Gitarristen und Komponist Udo Gerstenmeyer
noch ein wenig reifer als zuletzt. Die Mischung aus Gitarrenriffs und
Keyboardklängen macht zwar eine eindeutige stilistische Zuordnung
schwierig, Fans des traditionellen Hardrocks werden aber ebenso auf ihre
Kosten kommen, wie Melodic und Power Metaller. Obwohl der Sound, vor allem
was die Gitarren betrifft, ein wenig gewöhnungsbedürftig klingt,
kommt man nicht daran vorbei zu Nummern wie "Our Destiny" ,
"Money Rules Everything" oder " Battle Of The World"
ordentlich abzubangen. Ausfälle sind in keinster Weise zu ermitteln,
im Gegenteil ein spezielles Highlight möchte ich euch keinesfalls
vorenthalten: Mit "Heavy Metal", einer Art Hommage an die Fans
dieser, von uns geliebten Musikrichtung, schaffen es CHINCHILLA einen
Hit auf ihrem neuen Album zu verewigen, der eure Herzen genauso erfreuen
sollte, wie meines. Von meiner Seite ein herzlicher Dank dafür zurück
an die Band!
Walter
SOLEMNITY - King Of Dreams (Remedy/NSM)
In fast rekordverdächtig kurzer Zeit stellen
uns die deutschen Traditionsmetaller SOLEMNITY nach dem Debut "Reign
In Hell mit "King Of Dreams" ihr zweites Werk vor. An
der stilistischen Ausrichtung hat sich nicht wirklich etwas geändert.
Wer also Death, Black oder gar New Metal Einflüsse sucht, ist hier
vollkommen falsch. Wie schon am phantastischen Cover unschwer zu erkennen
ist, regiert der traditionsbewusste Metal, wie wir ihn zu schätzen
wissen. Titel wie "Fire In Mainstreamland", "Kill The Majesty"
(hoffentlich keine Widmung an die Konkurrenz, höhö) oder das
famose MAINILLA ROAD-Cover "Spirits Of The Dead" machen deutlich,
dass SOLEMNITY zu den hoffnungsvollsten, europäischen Bands auf diesem
Sektor zählen. Allerdings ist meiner Meinung nach, dennoch einiges
verbesserungswürdig. Speziell der Gesang erscheint mir ein wenig
zu theatralisch, sprich ein bisschen zu gekünstelt. Weniger wäre
in diesem Fall mehr gewesen. Die Stimme passt ansonsten aber vorzüglich
zu den Kompositionen und so kann der Höreindruck nicht allzu sehreingeschränkt
werden. Songs wie die bereits erwähnten, der Titelsong oder "Heart
Of A Raven" beweisen, dass SOLEMNITY auf dem richtigen Weg sind.
Walter
TATTOOBAR - White Russian Style (Generation/Zomba)
Nach dem ersten Durchlauf der Scheibe mußte
ich zunächst einmal das "Netz (der CD-Rom Teil meiner
Promo funktioniert leider nicht) zu näheren Informationen zu Platte
und Band befragen. TATTOOBAR stammen also aus dem süddeutschen Raum
und "White Russian Style" ist tatsächlich eine aktuelle
Veröffentlichung. Die Überraschung ist deswegen so groß,
weil sich das Material viel eher nach längst vergangen Zeiten anhört,
nämlich genau so, als ob die seinerzeit grassierende "L.A. Poser-Szene"
immer noch voll aktiv wäre. Ja, richtig gelesen, TATTOOBAR klingen
ein wenig wie POISON, FASTER PUSSYCAT und Konsorten. Recht simpel aufgebaute
Rock´n´Roll Kompositionen mit erbarmungslos oft wiederholten
Refrains werden vorgetragen, wobei aber die ganze Sache aber durchaus
witzig rüberkommt. Allerdings muß ich ehrlicherweise gestehen,
dass ich auch nach mehrmaligem Hören noch nicht dahintergekommen
bin, ob es sich um eine ernstgemeinte Scheibe handelt, oder das ganze
als Scherz zu verstehen ist. Wie auch immer, wer den Mut hat auch 2003
noch solches Material zu veröffentlichen, muß in gewisser Weise
"verrückt" sein.
Walter
Kelly SIMMONZ´BLIND FAITH - The Rule Of
Right (Faith Music/zomba)
BLIND FAITH nennt sich die Band des japanischen
Gitarristen Kelly Simmonz, der auch als Solo-Künstler aktiv ist.
In klassischer Dreierbesetzung ist diese Formation zumindest im
Studio aktiv, wobei Mr. Simmonz auch für den Gesang und die
Keyboards zuständig ist. Allzu schwer fällt eine stilistische
Einschätzung nicht, denn jede Menge Einsprengsel aus der Klassik,
sowie unzählige Instrumentalpassagen prägen das Bild. Als Grundelemente
werden Melodic Metal sowie traditioneller Hardrock verarbeitet, was vor
allem durch die unzähligen Gitarrenparts immer wieder Erinnerungen
an Meister Yngwie aufkommen lässt. Allerdings und jetzt kommt
der eigentliche Kritikpunkt schafft es Kelly mit keinem der zahlreichen
Sänger ähnlich angelegter Projekte oder Bands mithalten zu können.
Beim Zuhören hat man phasenweise sogar den Eindruck, dass ursprünglich
als reine Instrumentals komponierte Stücke mit Gesangslinien versehen
wurden, als Beispiel sei "King Of The Castle" erwähnt,
bei dem Gesang und Instrumentierung eher gegenläufig klingen. Auch
auf dem Balladensektor besteht Handlungsbedarf, da anstelle von Emotionen
nur belanglose Schlagermelodien offenbart werden. Nichtsdestotrotz ein
Album, dass sich die Gitarrenfetischisten ohne weitere Bedenken zulegen
können, dem Rest sei ein Probelauf empfohlen.
Walter
YAKUZA - Way Of The dead (Century Media/NSM)
Sehr geehrte Damen und Herren der Firma Century
Media!
Bisweilen war ich der Meinung, dass sich Ihre Firma mit Bands bzw. deren
Produkten, die weitläufig unter dem Begriff "Heavy Metal"
zusammengefasst werden können, befasst und diesbezüglich auch
für einen relativ hohen Qualitätsstandard bekannt ist. Wie bitte
erklären Sie mir, die Notwendigkeit eine Band (Projekt oder was auch
immer) namens YAKUZA unter Vertrag zu nehmen und mit "Way Of The
Dead" auch noch ein Album auf den Markt zu werfen? Haben Sie jemals
versucht, dieses 70 minütige Stück "Musik" zu konsumieren?
Wahrscheinlich nicht, denn besagtes Teil, dass eine Mischung aus Sound-Collagen
und brachial-aggressiven Hardcore-Eruptionen darstellt, unmöglichist
zu genießen. Angesichts der Tatsache, dass Tausende von Bands mit
wahrlich exzellenten Veröffentlichungen nicht auf die Hilfe einer
Plattenfirma zurückgreifen können, erscheint mir diese Veröffentlichung
als Verarschung der Musikliebhaber dieses Genres.
Mit freundlich-metallischen Grüßen
Walter
GALADRIEL - From Ashes & Dust (Metal Age Productions)
Zum ersten Mal komme ich mit musikalischen Ergüssen
aus unserem Nachbarland, der Slowakei, in Berührung. Bandname und
Plattentitel deuten eher in die Fantasy-Metal-Abteilung, während
ein Blick auf das Line-Up - Dame und Herr teilen sich den Gesang
viel über die vorgetragene Musik verrät. Jawohl, "Gothic
Metal" steht auf dem Programm, das Männlein grummel-grunzt und
die Tussnelda trällert dazu. Was fehlt noch? Logo, ein mit süßlichen
Keyboards zugekleisterter Sound; nur die durchaus brauchbaren Kompositionen
bewahren GALADRIEL vor einem Total-Verriß meinerseits.
Schlimm finde ich lediglich die Version von BLIND GUARDIAN´s "The
Bard Song", die für mein Dafürhalten als Vergewaltigung
bezeichnet werden kann. Scheinbar sehen die "Gardinen" diese
Tatsache anders, denn die Slowaken dürfen auf den kommenden BG-Festivals
mitwirken.
Walter
BLACK LABEL SOCIETY - The Blessed Hellride (Spitfire/edel)
Zakk Wylde und seine Mannschaft lassen sich auch
diesmal wieder nicht lumpen und rocken schlicht und ergreifend ab, dass
es eine wahre Wonne ist, zuzuhören. Natürlich wird Zakk mit
seiner "knödelig" klingenden Stimme Vokalfetischisten nicht
wirklich erfreuen können, aber was soll´s, die Stimme passt
vorzüglich zum Gesamteindruck. Die Gitarren röhren beinahe durchgehend,
wodurch der Nacken weiß was zu tun ist.... Obwohl auch vor dezenten
Pianoklängen nicht halt gemacht wird, diese aber nur spärlich
eingesetzt werden, bleibt der Rock´n´Roll das Hauptelemente
von BLACK LABEL SOCIETY. Wer sich immer schon mit Bands wie den älteren
C.O.C. anfreunden konnte, kommt an Zakk´s Hauptbeschäftigungsfeld
nicht vorbei. Der Mehrheit, die den guten Mann eher als Gitarrist von
OZZY kennt, sei vor allem "Stillborn" ans Herz gelegt, eine
Nummer, die das Album stilistisch bestens repräsentiert und vor allem
OZZY in Topform zeigt.
Walter
BRIGHTEYE BRISON - Same (Rivel Records)
Rivel Records nennt sich ein relativ junges, unbekanntes
Label aus Schweden. Eigentümer ist Christian Rivel (besser bekannt
als C. Liljegren, Sänger von NARNIA) der von nun an die Metal-Gemeinde
mit Produkten aus seinem Stall erfreuen möchte. Als erste möchte
ich euch BRIGHTEYE BRISON, eine vierköpfige schwedische Formation
ans Herz legen. Einzig mir bekannter Musiker ist Linus Käse, mittlerweile
Keyboarder bei NARNIA, der neben den Tasten auch seine Stimmbänder
erklingen lässt. Recht locker vorgetragener Art-Rock, der ab und
zu auch schon ein wenig jazzig klingt wird vorgetragen, wobei der eingeschworene
Banger wahrscheinlich wenig mit dieser Musik wird anfangen können.
Musikalisch ist das Quartett mit Sicherheit über jeden Zweifel erhaben,
doch auf Dauer vermisse ich einigen Songs noch den zündenden "Funken",
wodurch der Hörgenuß ein wenig geschmälert wird. Mit "Music
In The City", "In Disguise" und "A Car" sind
aber durchaus formidable Kompositionen vorhanden, die auch nach mehreren
Durchläufen unentdeckte Details hergeben. Macht für Freunde
der "MARILLION und Konsorten-Abteilung" aber definitiv Lust
auf MEHR! Erste Eindrücke können auf der hübsch gestalteten
Homepage www.rivelrecords gewonnen werden.
Walter
STRAPPING YOUNG LAD - SYL (Century Media/NSM)
Einer der veröffentlichungswütigsten
Musiker im gesamten Rockmusik bereich, der Kanadier Devin TOWNSEND, schlägt
auch dieser Tage wieder ordentlich zu. Neben seinem "Solo-Album"
steht mit SYL auch ein neues STRAPPING YOUNG LADAlbum in den Verkaufsregalen.
Devin bezeichnet diese Band immer wieder als persönliche Aggressivitätsbewältigungstherapie,
was den Songs auch anzuhören ist. Mein Gott, muß der Knabe
aber zornig gewesen sein (wahrscheinlich hat er auch vorher Deine Reviews
Korrektur lesen müssen... *gggrrrrr* , Andi)! Zusammen mit Jed Simon
(G), Byron Stroud (B) und Drum-Tier Gene Hoglan verbreitet Devin einen
Sound den ich nur in Form eines Gleichnisses wiedergeben kann: Stellt
Euch vor Ihr seit eine Lastwagenladung voll frischer, heißer Asphalt,
der zu seinem Endzweck, nämlich einer Straße, verarbeitet werden
soll. Nachdem Ihr gemächlich vom LKW auf den Untergrund geglitten
seid und alles soweit vorbereitet ist, kommt SIE: Die musikgewordene,
alles plattmachende Straßenwalze in Form von SYL. Egal, welchen
Song Ihr auch probiert, die Wirkung ist und bleibt immer überwältigend!
Ein Album voller musikgewordener Aggressionsausbrüche, deren Effizienz
mit zunehmender Lautstärke noch deutlicher zum Ausdruck kommt.
Walter
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