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CDs
Manche der folgenden, massenhaft neuen Reviews sind
nicht mehr ganz aktuell. Sie wurden bei Release der betroffenen Scheiben
leider shame on us "vergessen, deswegen lieber
jetzt "später als gar nicht ;-)
MENTAL AMPUTATION Mass Crises (Eigenprod.)
Viel zu selten bietet sich wie im Falle von "Mass
Crises die Gelegenheit, eine junge, ambitionierte, um ein eigenes
musikalisches Gesicht bemühte Band bei ihrem ersten großem
Schritt in Richtung Metl-All als kritischer Hörer beobachten zu können
(super Satz, Applaus! Andi). Bei dieser unter eigener Flagge veröffentlichter
Scheibe gibt es nach einem passenden Intro fünf ziemlich gelungene
Kracher zu belauschen. Death/Thrash-Metal mit melodischen Gitarrenläufen
und vielen (fast immer) gelungenen Überraschungsmomenten steht hier
auf dem Programm. Es entspricht nur der Logik, daß es noch ein paar
Schritte zu wagen gibt, eher Mental Amputation im strahlenden Lichte der
Eigenständigkeit einen Knaller nach dem anderen ins nach Innovationen
lechzenede Metal-Volk schleudern können. Aufgrund der allzeit hörbaren
Spielfreude und der erstklassigen instrumentalen wie auch gesanglichen
Fähigkeiten bin ich sicher, dass diese Truppe ihren Weg machen
wird. Kontakt: Fabian Guschlbauer, Neue Str. 10, D-73453 Abtsgmünd/Wilfingen,
mentalamputation@gmx.de
Kari
SEVENTH AVENUE - Between The Worlds (Massacre/edel)
Das deutsche Label Massacre Records nimmt sich
zu Beginn des Jahres gleich einmal das Thema "CD-Preise zu
Herzen. Mit der neuen SEVENTH AVENUE stellen die Macher der Firma eine
Kampagne vor, die sehr lobenswert ist. Unter der Kategorie "Newcomer
Price" werden ab sofort Produkte an den Handel weitergegeben, die
einen Verkaufspreis von maximal _ 9,90,- ergeben. "Between The Worlds"
von den deutschen Melodic Metallern SEVENTH AVENUE macht also den Anfang
dieser Aktion, wobei ich mich persönlich frage, warum ausgerechnet
eine Band zum Zug kommt, die bereits ihr viertes Album veröffentlicht
und in Südamerika und Asien mittlerweile recht bekannt ist. Für
meinen Geschmack sollte der Begriff "Newcomer" doch anders gebraucht
werden. Was soll´s, in Europa hat die Formation bislang noch nicht
wirklich Erfolge verbuchen können, was die Kampagne zumindest teilweise
wieder rechtfertigt. Wie bereits erwähnt schippern die Herrschaften
in Melodic Gewässern, wobei neben den "üblichen Verdächtigen"
(ich hoffe, Ihr wisst wen ich meine) auch andere Einflussquellen zu nennen
sind. Vor allem der Gesang erinnert phasenweise an ihre Labelgenossen
von AXXIS, was ja auch nicht unbedingt das Schlechteste ist. Für
musikalische Abwechslung ist gesorgt, denn von Up-Tempo-Beats bis hin
zu balladesken Melodien wird alles geboten, was dieses Genre zu bieten
hat. Besonders originell finde ich die Cover-Version des SURVIVOR-Gassenhauers
"Burning Heart", der wie ein SEVENTH AVENUE Song klingt, aber
immer noch leicht zu erkennen ist.
Walter
AIMLESS Demo
In der guten alten Wachau raffte sich ein blutjunger
Haufen zusammen, um den Metal mit starker 70´er-Schlagseite zu praktizieren.
"Sinnlos" nennen sie sich und es ist mir nicht bekannt, ob dieser
Name aus einem Hang zur Ironie oder durch Realitätssinn entstanden
ist. Nur ein Jähr´chen wurde gebraucht, um mit dieser im Probraumklang-3Track-CD
vorsichtig das Naserl in den rauen Wind der hart ausgelegten Musikwelt
zu recken. Unverkennbar und durchaus cool rausgerotzt blitzen die alten
Black Sabbath an allen Ecken und Enden durch. Viel Achtziger-Metal im
englischen Stil erklingt hier desöfteren; sehr frech und frisch.
Manchmal winken mir Motörhead-Riffs aus den Boxen (und wie winkt
so ein Riff? Andi), das ergibt in Summe eine musikalische Richtung, welche
leider im Underground nur sehr selten gespielt wird. Sehr kräftig
wirkt die Stimme der Sängerin, die die Schalldämmerung von den
Proberaumwänden schreit. Eine Mischung aus Tatendrang und leicht
durchschimmerndem Gespür für prägnante Riffs zeichnet diese
Band aus. Man darf gespannt sein, wie da in Krems weitergerotzt werden
wird. Im Übrigen durstet die Band laut Beibrief nach Bühnenerfahrung;
diese Chance sollte man ihnen sooft wie möglich geben!
www.aimless.at.tf
Kari
FINAL BREATH Mind Explosion (NuclearBlast/edel)
Ein optimales Intro mit dem bezeichnenden Titel
"Under Pressure" läßt einem spüren, daß
es hier jeden Moment krachen wird... und so ist es dann auch! Mit dem
titel-gebenden Opener folgt der Einstieg in ein Werk, dessen erster Hörgenuß
mich bereits in die Verzückung gedroschen hat. Mit der (noch steigerbaren)
Unterstützung eines großen Labels haben Final Breath nun also
eine Großtat in Sachen Thrash-Metal abgeliefert. Zum (erst) dritten
Mal geben sich meine fränkischen Brüder im Geiste die Ehre und
hauen eine Scheibe aus dem Studio, die sie zu den ganz heissen Kanditaten
ihres Genres werden läßt. Hauptgrund dafür: das extra-geniale
Gespür, welches die Band für das Benutzen ihrer "Werkzeuge"
entwickelt hat, um auf diesem Weg einer eigenen ihrer eigenen -
Spur zur Spitze der Liga zu folgen. Eine Band, die für ihre Musik
so richtig "brennt", die kann gar nicht anders, als ausgewogene
und hochklassige Lieder zu schreiben. Jeder einzelne Teil dieser Scheibe
fügt sich beim Hören wie von selbst zum nächsten, eine
grandiose Passage jagt die nächste, Final Breath haben dabei doch
bloß den Thrash im Blut. Ganz gleich in welcher Geschwindigkeit,
es kracht und kracht immer passend, immer zack und zack und zack und...
(schon gut, wir ham´s kapiert, Andi). Diese Scheibe ist ein mitreißendes
Erlebnis, dessen klitzekleinen Lackspritzer die Band sicher noch erkennen
und ausmerzen wird; nicht mehr als Wüstenflöhe im Wüstensand
(wie meinen? Andi). Diese Platte ist einer der Gründe, warum Thrash
Metal noch lange nicht in den letzten Zügen liegt. This is a Mind
Explosion!
Kari
RPWL - Stock (Tempus Fugit/SPV/Musica)
Und jetzt zu etwas ganz Anderem: Eines gleich
vorweg, RPWL haben mit Metal überhaupt NICHTS am Hut, mit Rockmusik
im herkömmlichen Sinn auch nur ein bißchen. Diese deutsche
Band ist schlicht und ergreifend ungewöhnlich. Starteten die Herrschaften
im Jahre 1997 noch als PINK FLOYD-Coverband, so konnten sie im Laufe der
Jahre auch mit ihren Eigenkompositionen auf den bisherigen Alben "God
Has Failed" (2000) und "Trying To Burn The Sun" (2002)
in einschlägigen Kreisen Freunde finden. Die Art-Rock-Gemeinde und
Prog-Fraktion kann in Anbetracht von "Stock" also schon einmal
beginnen, im Dreieck zu hüpfen. "Stock", das aktuelle Album
das als Kombi-Pack, bestehend aus der CD und einer DVD in die Läden
kommt, lässt einen über weite Strecken nur so staunen. Nach
dem Einstieg "Opel" (übrigens ein Syd Barret-Cover) und
der folgenden Vorzeige-Prog-Nummer "The Way It Is" nähern
wir uns langsam aber sicher dem Highlight. "Gentle Art Of Swimming",
nennt sich dieses, ist ein 10 minütiges Monumental-Epos, das auch
von Genre-Klassikern wie beispielsweise GENTLE GIANT nicht besser hätte
sein können. Weiters erwähnenswert ist "Sun In the Sky",
das mich an Achtung, ein bisserl wird auch der aufgeschlossene
Metaller gefordert KING`S X erinnert. Zum Schluß wäre
da noch das dreiteilige Werk "Forgive Me", wobei mich die Verteilung
der drei Parts über das gesamte Album doch etwas wundert. Proggies
und solche, die es noch werden wollen, kommen an RPWL NICHT vorbei.
Walter
DISHARMONIC ORCHESTRA Ahead (Nuclear Blast/edel)
Schon bevor ich selbst das Vergnügen hatte,
die nach langer Auszeit neueste Schöpfung der Metal-Kunst
des disharmonischen Orchesters zu hören, kamen mir Meinungen höchst
kompetenten Leuten unter, die da von "zu elektronisch", "eigenartig"
oder gar "unmetallisch" sprachen. Woher mag das kommen?! Schon
das Intro, welches sich mit galaktischen Synth-Sounds zum mächtigen
Einstampfer entwickelt, deutet an, was "Ahead" ausmacht. Bei
D.O. geht es eben nicht um die hundertste und tausendste "perfekte"
Wiederholung von abgedroschenen Riffs und ausgelutschten Rythmen, sonder
nur um das Ausleben und Verwirklichen eigener musikalischer Ideen. In
diesem Fall basiert die Mucke noch immer auf einem schwermetallischen
Fundament. Aber durch das extrem gut umgesetzte Überschreiten aufgezwungener
Grenzen und die Art, wie die Band ihre Eingebungen verwirklicht, darf
"Ahead" schon fast als "Kunst" bezeichnete werden.
Nicht jede Passage dieser genialen Scheibe trifft meinen Nerv, nur fast
jede. Dennoch gelingt es den Cracks, in jedem Moment das Um und Auf von
Metal herauszuholen, sie lassen Stimmungen erklingen und geben Kraft;
eine sehr mitreissende Platte. Egal ob psychedelisch, thrashig, death-like,
galaktisch (und wie klingt "galaktisch"?! Andi), extra-galaktisch
(... Andi), gemächlich oder sanft: "Ahead" ist ein einzigartiges
Sammelbecken von Stimmungen. Vorausgesetzt, Herr und Frau Metaller fühlen
sich hierbei nicht in die Enge ihres/seines Musikgeschmackes getrieben.
Für mich aber verdient diese Scheibe 10 brennende Pentragramme (dann
ist´s ja gut... Andi).
Kari
SAGA - Marathon (Steamhammer/Musica)
Es gibt Phänomene und Tatsachen in der Rockszene,
die scheinen einfach unbegreiflich zu sein (Dein Geschreibe mitunter,
zum Beispiel Andi). Mit Sicherheit zu diesen Phänomenen gehören
die Kanadier SAGA. Seit mehr als 25 Jahren also grob geschätzt
jenem Zeitraum, in dem so manche der sogenannten "neuen Helden"
noch nicht einmal das Licht der Welt erblickten sorgen sie immer
wieder für entzückte Gesichter. Für Alle, die die Band
bis jetzt noch nicht kennen, vermutlich also die jüngere Generation,
sei gesagt, dass SAGA irgendwo zwischen "klassischem" US-Radio-Rock
und poppigem AOR mit dezenten Ausflügen ins Prog-Genre anzusiedeln
sind. Das neue Album "Marathon" orientiert sich an den bandeigenen
Klassikern der frühen Achtziger Jahre. Songs wie der Opener (und
gleichtzeitig Titelsong) überzeugen durch Hooklines, Melodien und
Refrains, die bereits nach dem ersten Durchlauf gnadenlos in den Gehörgängen
haften bleiben. Wie immer brillant: Ausnahme-Sänger Michael Sadler,
der die teilweise doch recht getragenen Kompositionen, durch seine Stimme
zu veredeln weiß. Auch die abwechselnde Dominanz von Keyboards und
Gitarren trägt zum Spannungsaufbau der Songs bei, so dass zu keiner
Zeit Langeweile aufkommen mag. Zwar sind die Kanadier absolut nicht headbangerkompatibel,
aber man seiner Nackenmuskulatur doch auch einmal eine Ruhepause gönnen,
oder ?
Walter
DEADLOCK Veteran (Eigenprod.)
Eine gelungene und vor Spielfreude strotzdene
Death-Metal-Scheibe wurde da in bester Tonqualität in den Wiener
Mystic-Visions-Studios eingehämmert. Und dieser Sound hinterließ
anfänglich einen sehr zwiespältigen Eindruck in meinem Gehör.
Vor allem die typischen Gitarrenläufe erinnert mich zu allererst
sehr stark an die Durschnittsarbeit der vielen Death-Partien vergangener
Tage. Nach und nach aber kannst du es schaffen, in das Wesentliche von
Deadlock einzudringen. Es handelt sich nämlich um eine rollende und
krachende, mit allerlei melodischen Riffs und einer spielerisch-treibenden
Schlagzeugwand sowie trefflichen Growls agierende Band. Höhepunkt:
die vierte und letzte Nummer mit russischen Titel (nix weiss-ruski (was??
Andi)), die ein sehr, sehr langes Todesblei-Epos darstellt. Zum Genießen
dieses Tracks hat allerdings die Unterstützung einer kreativen Zigarrete
ihre Hilfe geleistet.... aus meiner Sicht haben Deadlock mit "Veteran"
einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Fehlt nur noch etwas mehr
Eigenständigkeit, um das nächste Werk zum richtigen Schwergewicht
geraten zu lassen.
Kari
GOD DETHRONED - Into The Lungs Of Hell (Metal Blade/NSM)
Auf meine alten Tage werde ich mit Bands konfrontiert,
deren Existenz ich zwar zur Kenntnis genommen habe, mit deren Werke ich
mich bisweilen jedoch noch nie beschäftigt hatte. Zwar ist mir bewusst,
dass Bandleader, Sänger und Gitarrist Henri Sattler für das
einzige Album der holländischen Thrasher MINISTRY OF TERROR verantwortlich
zeichnete, mit seiner Stammformation GOD DETHRONED komme ich dieser Tage
zum ersten Mal in Berührung (bravo, Walter... Andi). "Into The
Lungs Of Hell", so der Titel des aktuellen Albums der Niederländer,
wird in Death Metal-Kreisen mit Sicherheit für Entzückung sorgen.
Der Titeltrack, "God Of Terror" oder das mächtige, vor
sich hin kriechende "Soul Sweeper" können jedoch auch diesem
Genre nicht unbedingt nahestehende Erdlinge wie meine Wenigkeit voll überzeugen.
Henri, der sich gegen alle Religionen dieser Welt eingeschworen zu haben
scheint, formuliert seine Texte dahingehend, dass Religionen generell
die Schuld an den meisten Kriegen dieser Tage haben. Musikalisch wird
alles geboten, was man von einem abwechslungsreichen DM-Album erwartet,
also High-Speed-Attacken genauso wie brachial-gewaltige Slo-Motion-Eruptionen,
wobei auch gnadenlos groovige Parts eingestreut werden. Nachdem die lästigen
Line-Up Probleme endgültig ausgemerzt werden konnten, sollte für
GOD DETHRONED ein gewaltiger Sprung nach oben möglich sein.
Walter
DARKANE Expanding Senses (Nuclear Blast/edel)
Platten wie diese sind für mich immer eine
mehr oder weniger freiwillige Gelegenheit, um den musikalischen Horizont
zu erweitern und meine teilweise doch starre Sichtweiste punkto guter
Mucke zu relativieren (Respekt, Andi). Das liegt in diesem Fall zum Großteil
an der sehr modern geratenen Produktion und den zahlreichen Klang- u.
Soundsequenzen aus dem Keyboard, die bei mir doch ein oftmaliges Hören
erforderten, um als passender Teil des Ganzen akzeptiert zu werden. Auch
die Art und Weise, wie Andreas Sydow seine Stimme einsetzt, tat ich anfang
zu vorschnell als Kniefall vor dem Mainstream ab. Aber das Gegenteil tritt
ein, wenn man hörenderweise erkennt, daß die Vielseitigkeit
der Orgelklänge sowie die teilweise völlig eigene Gesangs-Technik
u. Rythmik lediglich einige Teile des gelungenen Bemühens
der Band für ein eigenes musikalisches Gesicht darstellen. Auch die
höchst abwechslungsreiche und trotzdem wie aus einem Guß kommende
Kompositionsweise paßt sich dieser These an. Darkane stehen für
vielseitigen, zeitlich angepassten und trotzdem eisenharten Thrash-Metal.
Neid vermag die hörbare Leichtigkeit erwecken, mit welcher die Truppe
geniale Riffs, Tempiwechsel, Breaks und die bereits genannten Elemente
jedes Mal aufs neue zu gelungenen Songs verschmelzen läßt.
Hier strotzt alles nur vor Entwicklung und Eigenständigkeit. Jeder
halbwegs aufgeschlossene Metaller kann mit dem Hörgenuß dieser
CD eine einzigartige musikalische Reise erleben.
Kari
HELLION - Will Not Go Quietly (Massacre/edel)
Nach einem etwas eigentümlichen, gewöhnungsbedürftigen
Beginn des Openers und Titeltracks entführt uns diese amerikanische
Metal-Institution rund um Chefin Ann Boleyn auf eine Zeitreise. Jawohl,
es geht ab in Richtung Vergangenheit. Und zwar in jene Tage in denen HELLION
den Fanscharen mit Werken wie dem Debut oder "The Black Book"
die Freudentränen in die Augen trieben. HELLION anno 2003 stehen
immer noch für genau diese Art von Musik: düster-atmosphärischen,
melodiösen US-Power Metal. Allen Jungspunden sei nochmals der Werdegang
der Band in Kurzform nahegebracht: Die Band wurde 1982 gegründet,
brachte es auf eine selbstbetitelte Mini-LP, zwei vollständige Longplayer
namens "Screams In The Night" und "The Black Book",
sowie eine weitere Mini-LP mit dem Titel "Postcards From The Asylum",
die den Longplayern zwischengeschaltet war. Nebenbei hatte Frontfrau,
Sängerin und Komponistin Ann Boleyn noch ihr eigenes Label namens
New Renaissance Records betrieben. Leider war seit Beginn der Neunziger
kaum noch etwas aus dem Lager der Amis zu vernehmen, bis vor wenigen Monaten
von einem Comeback die Rede war. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen dieser
Reanimationsversuche, haben HELLION erst gar nicht versucht in irgendeiner
Form dem aktuellen Zeitgeist Tribut zu zollen, sondern sind dabei geblieben,
wofür sie sich einen recht guten Ruf erarbeitet haben. Die musikalische
Ausrichtung habe ich bereits eingangs erwähnt. Egal ob treibend in
"Revenge (Is Sweet)", schleppend bei "The Last Straw"
oder düster-balladesk am Anfang von "Wildest Dreams", HELLION
ziehen alle Register ihres Könnens. Diese Scheibe DARF einfach nicht
ignoriert werden. Es liegt an EUCH diese Band dorthin zu befördern
wo sie hingehört nämlich nach GANZ OBEN!
Walter
PUNISHMENT Live Payback (Eigenprod.)
Ein kurzes Intro und schon kommt die Maschine
ins Rollen. Genau wie bei den Auftritten, die ich bislang vom Wiener Death-Metal/Core-Quartett
erlebte, erwartet uns auf dieser sehr authentisch klingenden Live-Scheibe
eine mächtige Gitarren- und Schlagzeugwand im druckvollen Gesamtsound.
Auch die Bemühungen des Sängers um Höhen und Tiefen, also
Growls und Screams, tragen zu einem gelungenen und abwechslungsreichen
Konzert bei. Gut so! Daß Punishment eine Truppe der Taten (brachiale,
dampfende Kracher) und nicht der Worte sind, drückt sich in den sehr
kurzen, spartanischen Pausen zwischen den Liedern aus, die kaum mehr als
ein Danke oder den Titel des nächsten Songs zulassen. Lediglich aus
den Zugabe-Rufen der Audienz heraus ist eine beinahe ausführliche
Konversation entstanden: "Wollt Ihr Euch das wirklich antun?
"Ja, wir haben nichts besseres zu tun. "Ok - `Come
With Me´!. Sicherlich. Kontakt: info@punishment.at
Kari
LANFEAR - The Art Effect (Massacre/edel)
Ihr letztes Werk "Zero Poems hatte
ich auf Grund der mit jeder Menge Detailverliebtheit ausgearbeiteten Prog-Kompositionen
mehr als nur ins Herz geschlossen. Da seit damals kaum Neuigkeiten über
die Band zu erfahren waren, hatte ich nicht mehr mit einem Nachfolgewerk
gerechnet. Doch zum Glück kann man sich täuschen, und so halte
ich "The Art Effect" freudestrahlend in meinen Händen.
Während des erste Durchlaufs musste ich aber mehrmals nachschauen,
ob es sich nicht doch um eine Verwechslung handelt, denn mit "Zero
Poems" hat das aktuelle Werk kaum etwas gemeinsam. Nach einem kurzen,
"Heresy" genannten Intro geht es mit "Stigmatized"
derart hart und heftig zur Sache, wie ich es von LANFEAR nie im Leben
erwartet hätte. Mitverantwortlich für diesen neuen Sound sind
logischerweise die neuen Bandmitglieder Richie Seibel (K) und Tobias Althammer,
der den ehemaligen Sänger Stefan Zoerner mehr als nur ersetzt. Stilistisch
kann man LANFEAR heute schon fast unter Power Metal einordnen, wobei aber
der Progressive Metal trotzdem nicht zu kurz kommt. Ob "The Artefact"
oder "Fortune Lies Within", mit Kompositionen wie diesen brauchen
sich die Heilbronner nicht vor der Konkurrenz aus Übersee verstecken.
Völlig anders als erwartet, aber dennoch phantastisch!
Walter
NASTY SAVAGE - Wage Of Mayhem (Massacre/edel)
"Get on the bus and take a ride with us,
we´re going to the old-school fordern NASTY SAVAGE ihre Zuhörer
im Titelsong auf. Also nix wie hin zur Haltestelle, Fahrkarte gekauft
und los geht die Reise! NASTY SAVAGE zählen bekanntlich mit zu DEN
Underground-Legenden schlechthin. Neben grandiosen Alben, die zwischen
1985 und 1989 auf die Menschheit losgelassen wurden, waren sie stets für
ungewöhnliche Bühnenshows berühmt. Sänger Nasty Ronnie
demolierte auf der Bühne unter anderem Fernsehapparte und Ähnliches.
Musikalisch konnte das Spektrum vom typischen US-Power Metal (auf dem
selbstbetitelten Debüt) bis hin zum Thrash Metal (auf der letzten
Studioscheiblette "Penetration Point") abgedeckt werden. Nach
dem letztgenannten Album wurde es relativ ruhig um die Formation. Einzelne
Musiker waren zwar mit Bands wie GARDY LOO am Start, kamen jedoch nie
über Underground-Status hinaus. Sänger Ronnie war weniger aus
musikalischer Sicht in den Schlagzeilen, als mit seiner Tätigkeit
in der damals gerade boomenden Wrestling-Szene. Für mich waren NASTY
SAVAGE bereits zur Legende geworden, als 1998 das "Bang Your Head"-Festival
mit einer Reunionshow der Herren aufwarten konnte. Groß war die
Begeisterung in den einschlägigen Fangemeinden, war doch von einer
tatsächlichen Wiedervereinigung die Rede und nicht nur von einer
einmaligen Zusammenkunft. Dieser Tage erscheint mit "Wage Of Mayhem"
also ein neues Album, wobei "neu" eigentlich nur zwei Tracks
sind, die restlichen vier dieser Mini-CD stellen das seinerzeit unter
diesem Titel veröffentlichte Demo dar und haben bereits nahezu 20
Jahre auf dem Buckel. Der eingangs erwähnte Titelsong und der Opener
"Sardonic Mosaic" zeugen jedoch von der nach wie vor vorhandenen
Klasse dieser Band. Für Nicht-Eingeweihte fällt es bestimmt
schwer, einen Unterschied zu den Klassikern auszumachen. Die zu Beginn
des Reviews entliehene Textpassage kann also als Programm verstanden werden,
denn viel besser und "old-schooliger" kann man METAL heute überhaupt
nicht vortragen. Ich danke für die geschätzt Aufmerksamkeit
und beende meine schreiberische Tätigkeit, denn ich muß schnell
zum Bus.....
Walter
KATAKLYSM Shadows And Dust (Nuclear Blast/edel)
In Kanada haben die musizierenden Metal-Menschen
anscheinend weniger Respekt und Furcht vor der Reaktionen der hörenden
Massen als in den meisten anderen Gegenden unseres Planeten. Darum klingen
die meisten Taten von dort frischer und ehrlicher; verstehen es, dich
mitzureissen. Nachzuhören auf den Werken von Razor, Slaughter, Annihilator,
Tourniquet (apropos, wär auch schon Zeit für die neue... Andi)
und wie sie alle heißen. Zu den ärgsten ihrer Art gehören
sicherlich Kataklysm. Die fräsen einfach durch. Aber oftmals erst
nachdem sie dich mit einer fast schon zu schönen Melodie eingelullt
haben. Eben um dich danach gnadenlos niederprügeln zu können.
Sie lassen ihren Schlagzeug-Trigger klingen, also wollten sie mich mit
dessen kaltem Klang in die Verzweiflung bringen. Aber sie zwingen einem
einfach zur Gewöhnung. Ganz einfach. Sie holzen Gitarren-Riffs, -Linien
und Melodiebögen runter, welche der Maniac vielleicht schon
desöfteren vernommen und bejubelt hat, aber sie tun es auf ihrer
Kataklysm-Art. Sie vereinen Brutalität, Eingängigkeit, Spielfreude
und technische Feinheiten zu ihrer persönlichen Art. Unbeschreiblich,
welche Emotionen die Jungs bei mir wecken (im Detail wollen wir´s
gar net wissen... Andi), wenn sie wie auf den von mir favorisierten Tracks
4-8 die Maschine so richtig anlaufen lassen. Es zieht mich da richtig
hinein und dort fühle ich mich wohl wie in der Hölle (soso...
Andi). Nachdem Kataklysm schon durch ihre bisherigen Studiowerke und vor
allem durch ihre aggressiven Konzerte zu meinen Geheimfavoriten gehörten,
haben sie mit diesem Meisterwerk einen mächtigen Stein in meinem
Brett oder Bett oder wo auch immer (... Andi). Bleibt mir nur noch zu
sagen: Danke!
Kari
DOOM SOCIETY - Same (Eigenproduktion)
Eine interessante Verkaufsstrategie scheinen diese
Herrschaft aus den Staaten zu haben. Sie veröffentlichen gleichzeitig
zwei Mini-CDs, auf denen noch dazu drei der Stücke gleich sind. (Irrtum
aber das kannst du nicht wissen, das sind zwei EPS die zu Promotionzwecken,
für Plattenfirmen und so, zusamengestellt wurden. Ich hab die Band
kennengelernt und die CDs mitgebracht und Andi gegeben der sie dir wortlos
überreicht hat. :-)) Anmerk. d Online-Red. ) Damit die Verwirrung
noch größer wird, sind beide Scheibletten mit dem selben Cover
ausgestattet. Insgesamt können sechs Songs konsumiert werden, was
auch das Wichtigste an der ganzen Sache ist, denn es geht schlussendlich
um die Musik. Hinter DOOM SOCIETY stehen in erster Linie die Herren Mike
Walish (G) und Wayne DeVecchi (D), beide einmal in Diensten von HELLHOUND.
Als Sänger konnte der ehemalige RAPID FIRE-Frontmann Jason Bunnel
verpflichtet werden. Ihr merkt hoffentlich schon, in welche Richtung die
stilistische Ausrichtung geht. Richtig, US Metal ist angesagt, und zwar
in recht brachialer Form. Zu den logischen Power Metal-Elementen werden
gelegentliche Speed-Parts eingefügt, aber auch schleppende Passagen
sind zu vernehmen. Jason Bunnel verfügt generell über ein raues
Organ, singt sich aber auch bis in "königsdiamantene" Höhen.
Die einzelnen Tracks gehen nicht unbedingt sofort ins Gehör, was
einige Durchläufe zur Folge hat um sich mit dem Material anzufreunden.
Dabei treten jedoch die Schwächen beider CDs ganz klar hervor: Dieser
Band sollte die Möglichkeit (und letztendlich das Geld) für
eine ordentliche Produktion zur Verfügung gestellt werden, denn nur
so kann der nötige "Druck" auf den Zuhörer ausgeübt
werden. Bei Interesse checkt einfach die Homepage der Band: www.doomsociety.com
Walter
EVERGREY - Recreation Day (Inside Out/SPV/Musica)
Wie sehr sich eine Band entwickeln kann, zeigt
das Beispiel des schwedischen Quintetts EVERGREY. Was auf dem Debut "The
Dark Discovery" (1998) noch als mystisch angehauchter Power Metal
im Fahrwasser von ICED EARTH begann, entwickelte sich im Laufe der Jahre
und Alben "Solitude-Dominance-Tragedy" (2000) und In Search
Of Truth" (2001) hin zu dem, was uns heute in Form von "Recreation
Day" vorliegt. Ein Album, das vor Klasse und Abwechslungsreichtum
nur so strotzt. Der Einstieg "The Great Deceiver" ist ein mit
teilweise fast gregoreanisch anmutenden Sequenzen durchzogener Power Metal
Knaller geworden. In "End Of Your Days" drosselte man ein wenig
das Tempo, mengt dafür ein wenig DREAM THEATERlastige Fragmente
bei. "As I Lie Here Bleeding" ist ein keyboard-dominierter Prog-Riff-Rocker
geworden, bevor man im Titelsong ein wenig an neuere SYMPHONY X erinnert.
Weitere Beispiele gefällig? Aber bitte, kein Problem. "Visions"
überzeugt durch Gitarren/Keyboard-Duelle, "I´m Sorry"
beginnt balladesk um in einen schleppenden Stampfer überzugehen.
Das Eröffnungsriff von "Fragments" lässt einen nur
noch gen Himmel hüpfen, bevor mit der Akustiknummer "Madness
Caught Another Victim" (indeed, Gentlemen, indeed......) für
eine Verschnaufpause und ruhige Momente gesorgt wird. "Your Darkest
Hour" und "Unforgiveable" beschließen ein fein säuberlich
produziertes Album, dass den Schweden mit Sicherheit zahlreiche neue Fans
einbringen wird. Ach ja, die Promo-CD enthält noch einen Bonus-Track,
ein opulentes, neunminütiges Monumentalepos namens "Trilogy
Of The Damned", der alleine schon den Kaufpreis rechtfertigt. Behaltet
diese Band mit diesem Werk unbedingt im Auge!
Walter
MOLLY HATCHET - Locked And Loaded
(SPV/Musica)
"Im Süden Nichts Neues, könnte
man in Abwandlung eines bekannten Sprichwortes sagen. Bei der Südstaaten-RockInstitution
MOLLY HATCHET hat sich nämlich wahrlich nichts Großartiges
geändert. Mit diesem aktuellen Album stellen sie ihr zweites Live-Album
nach "Double Trouble Live" aus dem Jahre 1985 in die Verkaufsregale.
Die einschlägig vorbelastete Klientel wird logischerweise blind zuschlagen
und auch an "Locked And Loaded" ihre helle Freude haben. Enthalten
sind auf dieser Doppel-CD neben MH-Standards wie "Fall Of The Peacemakers",
"Beatin´The Odds", "The Journey" oder "Tatanka"
auch zwei Coverversionen. "Dreams I´ll Never See" von
den ALLMAN BROTHERS und "Tumbling Dice" von den STONES, die
aber beide auch schon lange zum Repertoire der Band zählen. Aufgenommen
wurde im Sommer 2001 in Norddeutschland, genauer gesagt in Wacken, Hamburg
und Bremen. Die Herren rund um Bobby Ingram haben im Laufe der Zeit also
Nichts verlernt, ihre Musik animiert noch immer zum Mitgröhlen, Mitklatschen
und Mitbangen. That´s Rock´n´Roll!
Walter
LITA FORD - Greatest Hits Live
(SPV/Musica)
Wer erinnert sich nicht gerne an jene Zeit, als
wöchentlich Musikvideos dieser unserer geliebten Musik im Fernsehen
zu begutachten waren? Einer jener Clips, die recht oft zu sehen war, nannte
sich "Close My Eyes Forever" und wurde von Lita Ford im Duett
mit Ozzy vorgetragen. Was aus Ozzy in Sachen Television geworden ist,
wissen wir alle. Aber auch Lita Ford war nicht komplett von der Bildfläche
verschwunden. Obwohl seit dem letzten Studioalbum "Black" auch
schon fast 10 Jahre vergangen sind, fällt es nicht besonders schwer,
nach dem ersten Durchlauf dieser aktuellen Veröffentlichung sich
an die meisten der vertretenen Songs zu erinnern. Neben dem bereits erwähnten
"Close..." sind auch noch "Kiss Me Deadly", "Shot
Of Poison" oder "Falling In And Out Of Love" vertreten,
um nur einige zu nennen. Mit "Nobody´s Child" wird uns
sogar ein neuer Studiotrack geboten, um zu zeigen, dass die Dame noch
immer Musik machen kann. Generell ist ja an der Scheibe ja nichts auszusetzen,
irgendwo im klassischen US-Radio-Rock hat Lita Ford noch immer ihre Berechtigung.
Was es aber mit dieser verewigten "Live"-Atmosphäre auf
sich hat, kann mir wohl niemand erklären. Vielleicht hätte man
das Album besser "Greatest Hits Live In The Living-room" genannt.
Walter
BACKSLASH - Princess Of Disharmony (TTS Media/Zomba)
Zwar habe ich schon häufig über dieses
deutsche Quintett gelesen, bis jetzt allerdings noch keinen Ton der Band
zu Ohren bekommen. Allem Anschein nach handelt es sich bereits um das
dritte Studioalbum, das als "Doppel"-CD erscheint. Als Bonus-Scheibchen
ist die ganze Angelegenheit als Audio-DVD zum Abspielen in 5.1 Surround
beigepackt. Wie sich dieses Ding anhört, kann ich nicht sagen, da
der heimische Haushalt mit derart technischen Finessen nicht ausgestattet
ist. Die "herkömmliche" CD alleine ist jedoch Grund genug,
sich dieses Werk zu Gemüte zu führen. Dezent düster angelegte
Metal-Kompositionen gibt es zu vernehmen, die auch schon ohne DVD-Dingsbums
für angenehmen Hörgenuss sorgen. Traditionell in der Ausrichtung,
aber durchaus modern produziert, um es auf einen Nenner zu bringen. Eine
fein abgestimmte Mischung aus druckvoller Gitarrenarbeit, einem nicht
zu verachtendem Rythmusteppich und über alldem die grandiose Stimme
von Sängerin Heike Grebita. Besagtes Fräulein vereinigt die
Theatralik von Jutta Weinhold mit der Melodik der jungen Doro und der
Aggressivität einer Ann Boleyn in ihren Stimmbändern. Die Songs
verfügen über ein gewisses Maß an Eingängigkeit,
ohne zu penetrieren und auch das Experiment eines Songs in deutscher Sprache
ist gelungen. Daumen Hoch für diese Band!!
Walter
VIDEO/DVDs
JUDAS PRIEST - Live In London
(SPV/Musica)
Aufgezeichnet wurde dieses Konzert am 18. Dezember
2001 in der Brixton Academy, London. Mit "Metal Gods" als Opener
kann man echt nichts falsch machen. Mit seinem silbernen Mäntelchen
ist der Hr. Ripper für einen Metaller gar seltsam gewandet. Wohl
aus dem "Saturday Night Fever" Fundus abgestaubt?! Wenig später
enthüllt er dem staunenden Auge, daß er darunter noch eine
Lederjacke, Hemd und T-Shirt trägt. Sicher ganz schön kühl
auf der Bühne... Egal, hauptsache die Musi passt! In der Folge wird
ein wahres Feuerwerk an genialen Klassikern auf die begeisterte Meute
abgefeuert. Der nicht unumstrittene Halford-Nachfolger präsentiert
sich stimmlich in absoluter Bestform. Ob Rob den Schrei am Ende von "Victim
Of Changes" heute noch ebenso perfekt hinbekommen würde? Mir
unverständlich, warum die gleichnamige kürzlich erschienene
DoCD um stattliche 6 Songs mehr beinhaltet. An der Speicherkapazität
einer DVD kann`s wohl nicht liegen. Was das Vergnügen jedoch in keinster
Weise beeinträchtigt. Neben dem üblichen "Behind the scenes"
Material, kann man sich im Bonusteil an stattlichen 25 Minuten Soundcheck
mit sechs komplett ausgespielten (!) Songs delektieren. Da kommt Freude
auf. Darunter "The Sentinel", "Machine Man" und "Lost
And Found", die allesamt im Konzert-Teil nicht berücksichtigt
wurden. Da auch Bild und Ton keine Wünsche offen lassen, steht einer
gut 2stündigen Metal-Party im heimischen Wohnzimmer nichts mehr im
Wege. Keine Frage, auch ich vermisse Rob Halford, er wird auf ewig DER
Oberpriester bleiben. Ob er seinem Nachfolger heute stimmlich noch Paroli
bieten könnte, bezweifle ich allerdings sehr. Ließe mich jedoch
gerne vom Gegenteil überzeugen. Priest! Priest! Priest! Priest! Priest!
Ger-Hard
ALKBOTTLE - 5 nach XII: Lights out over Meidling
(ATS)
In Meidling schewat`s wieda! Oida, das "
Fett wia a Christkindl" Konzert im Planet war ja sowas von leiwandl!
Auf "5 nach XII" lässt man die ersten zwölf Jahre
Alkbottle (so lang is des scho wieda her) Revue passieren. Los geht`s
mit "Wir san auf kana Kinderjausen", die ideale Einstimmung
auf eine vergnügliche Zeitreise in die hochprozentige Vergangenheit
der Bottlebuam. Die Livesequenzen stammen größtenteils vom
Maifest im Prater, die teilweise mit Szenen von frühen Auftritten
vermischt wurden. Ja, man hat sich auch optisch ein wenig verändert.
Musikalisch liegen zwischen den frühen Tagen und dem Prater Gig ohnedies
Welten, mittlerweilen haben die Bottles fraglos internationales Niveau
(schleim). Zwischen dem Live Teil immer wieder fast schon antike Video
Clips, die eigentlich so gut wie nie gesendet (wo auch?) wurden. In der
Urania (!) gab`s die mal zu sehen. Aber das ist ja schon gar nimmer wahr.
No sleep `till Meidling zeigt uns einen jungen, noch unverbrauchten Hrn.
Gregory mit wallendem Haar (oda so?!) und der Clip zur kleinen Hausmeisterin
ist ohnedies a genial! Aber es gibt auch höchst lehrreiche Passagen.
Wir lernen wie man richtig würziges Bier braut (dem Wagner seine
Schlapfen - würg!) oder wie man sich ein Krügerl als Ganzes
in den Rachen steckt. Das spart immens viel Zeit. Super gelungen die optische
Umsetzung von §Motorradlfohrn§. Als Bottle-Fan wird man natürlich
die eine oder andere Nummer vermissen, die Zeit vergeht wie im Flug (so
wie die letzten 12 Jahre), viel zu schnell heißt`s "Sperrstund
is"! Aber so eine DSauD hat auch ihre Vorteile. Die kennt keine künstlerische
Pause, gnadenlos wird sie wieder und wieder durch den Player gejagt, um
die Zeit bis zu nächsten Bottle Konzert zu überbrücken.
Erwartungsgemäß hat selbstverständlich auch der Bonusteil
etliche amüsante Schmankerln zu bieten. Eine Führung durch`s
Alkbottle Museum, Homestory, Soundcheck, Bierspot, Fotos und a bissl mehr.
Mein persönliches Highlight ist "Schiffn TV" mit dem olympiaverdächtigen
"Hold on" Wettbewerb. Viel zu kurz. Wie die ganze DSauD (dauert
eh 2 Stund). Na ja, warten wir mal auf`s nächste Konzert und auf
die zweite DVD (bitte mit der Hausmasta-Tour - Jesolo rulez!). Wer diese
DSauD kauft is ned deppat!!!
Ger-Hard
MANOWAR - Fire And Blood (SPV/Musica)
Sie setzen nicht nur in punkto Lautstärke
und peinlichem Gepose immer wieder Maßstäbe. Nachdem man den
Markt mit mehr oder weniger unnötigen Veröffentlichungen geradezu
überflutet hat, überrascht man nun mit einer DVD, die sowohl
qualitativ als auch quantitativ im Bereich Heavy Metal alles in Grund
und Boden hämmert. Im Gegensatz zum eher halbgaren "Hell On
Earth - Part 1" steht hier eindeutig die Musik im Mittelpunkt des
Geschehens. Disc 1 enthält den zweiten Teil von Hell On Earth, diesmal
sind die Songs erfreulicherweise durch die Bank vollständig und die
Songauswahl lässt keine Wünsche offen. Bridge Of Death, Guyana,
Dark Avenger, Hatred - Wow! Grenzgenial die Manowar`sche Version von "Lady
Marmelade", da schauen die silikonverseuchten MTV - Tussis mit ihrer
Discoversion ganz schön alt aus. Unverständlicherweise wird
den österreichischen Fans gerade mal eine kümmerliche Minute
gewidmet. Eigentlich hätten wir wegen des abgebrochenen Konzerts
vor einigen Jahren allen Grund sauer auf Manowar zu sein, nicht umgekehrt.
Was soll`s, angesichts dieses Mörderteils vergeben und vergessen.
Als Extras eine französische Version von "Courage", Backstageszenen
und so fort. Auf Teil 2 findet sich der Livemitschnitt vom Monsters of
Rock Festival 1998 in Sao Paulo. Wie`s dort zugeht weiß man spätestens
seit der nicht minder gelungenen "Rock in Rio" DVD von Iron
Maiden. Als Bonus zwei Interviews, auf Wunsch mit deutschen Untertiteln
(für alle, die nicht wissen, waß "Fuck" heitßt,
oder wie?! Andi), "Warriors Of The World vom Ringfest in Köln
und eine Extra-Version von "Sign Of The Hammer". Was will man
mehr? Im Vergleich zu einem Konzertbesuch, der ungefähr das selbe
kostet, bietet "Fire And Blood" unschätzbare Vorteile.
Kein mühsames Anstellen am Bierstand, kein ohrenbetäubendes
Gedröhne und wenn mir Joeys selbstbeweihräuchernden Monologe
zuviel werden spule ich ganz einfach weiter. Ideal! Die aufwendige und
dennoch logische Menüführung vervollständigt den positiven
Gesamteindruck.
Tracklist DVD 1 (Hell On Earth Pt.II): 1. Blood Of The Kings 2. Voulez
Vouz 3. Bridge Of Death 4. Guyana 5. Hatred 6. March For Revenge 7. The
Gods Made Heavy Metal 8. Army Of The Immortals 9. Master Of The Wind 10.
Dark Avenger 11. Battle Hymns 12. The Crown And The Ring, Thor, Courage
(französisch).
Tracklist DVD 2 (Blood In Brazil): 1. Manowar 2. Metal Daze 3. Blood Of
My Enemies 4. Kill With Power 5. Sign Of The Hammer 6. Gates Of Valhalla
7. Sting Of The Bumblebee 8. The Gods Made Heavy Metal 9. Metal Warriors
10. Kings Of Metal 11. The Power 12. Hail And Kill 13. Black Wind, Fire
And Steel 14. The Crown And The Ring, Sign Of The Hammer; Warriors Of
The World.
Die am Cover versprochene Ringfest - Version von House Of Death suche
ich allerdings vergebens. Was das Vergnügen in keinster Weise mindert.
Unglaubliche 4 1/2 Stunden Metal pur! Da könnte ja man ja fast bestätigen,
daß Manowar die wahren und einzigen "Kings of Metal" sind!
Ger-Hard
DIVERSE - Death Is Just
The Beginning VII (Nuclear Blast/edel)
Da man Metal-Clips der kernigen Sorte hierzulande via Mattscheibe ohnedies
nie zu Gesicht bekommt, ist diese DVD quasi ein MUSS für jeden echten
Metaller. Disc 1 liefert uns 18 Clips, die so ziemlich alle Sparten des
Metal abdecken und wahrlich keine Wünsche offen lassen. Teil 2 wird
großspurig als Live-Chapter bezeichnet, fällt qualitativ im
Vergleich zur zum Clip-Chapter allerdings ein wenig ab. So ist bei Hammerfall
oder Sinner ganz offensichtlich, das hier die Live Sequenzen sicherheitshalber
mit Studioaufnahmen unterlegt wurden. Also wirklich, habt ihr das notwendig?!
Einziges Extra ist eine mehr als dürftige Photo Gallery, mit je einem
Promo Foto pro Band, die noch dazu auf beiden DVDs ident ist. Egal, wer
braucht das schon?! Dafür wird, in diesem Bereich eine Seltenheit,
ein fettes Booklet mit Kurzbios aller vertretenen Künstler mitgeliefert.
Genug der Worte, ich denke die Tracklist spricht für sich:
DVD 1- Clips (75 min.):
01. In Flames - Cloud Connected
02. 02. Dimmu Borgir - Puritania
03. Soilwork - As We Speak
04. Darkane - Innocence Gone
05. Hammerfal - Hearts On Fire
06. Manowar - Warriors Of The World United
07. Primal Fear Armageddon
08. Thunderstone Virus
09. Sinergy - Suicide By My Side
10. Theatre Of Tragedy - Let Me Down
11. Amorphis Alone
12. Helloween - If I Could Fly
13. Stratovarius - A Million Light Years Away
14. Hammerfall - Always Will Be
15. Therion - Summernight City
16. Susperia - The Bitter Man
17. Crematory - For Love
18. In Flames - Only For The Weak
DVD 2 - LIVE-Chapter (55 min.):
01. Hypocrisy - Fire In The Sky
02. Dimmu Borgir - The Insight And The Catharis
03. Destruction - The Butcher Strikes
04. Primal Fear - Running In The Dust
05. Hammerfal - A Legend Reborn
06. Sinner - Used To The Truth
07. Crematory - I Never Die
08. Lacrimosa - Ich bin der brennende Komet
09. Raise Hell Babes
10. Katalysm - The Awakener
11. Death - Scavanger Of Human Sorrow
Definitiv die beste Compilation, die es in diesem Bereich bislang gab.
Reichlich Bier einkühlen, ein paar Kumpels einladen und los geht`s!
Wer braucht da noch Viva oder gotv? Machen wir unser Programm doch selbst.
This is a Heavy Metal Party....
Ger-Hard
DIVERSE - Beauty In The Darkness (Nuclear Blast/edel)
In punkto dunkler, leicht metallisch angehauchter
Musik, zählen die "Beauty In Darkness" Sampler fraglos
zum Besten, daß der Markt zu bieten hat. Mittlerweilen ist man meines
Wissens bereits bei Ausgabe Nummero 6 angelangt. Das hier vorliegende
Teil bietet einen repräsentativen Rückblick auf die ersten beiden
Teile, als Gothic Metal nach wesentlich angesagter war als heutzutage.
The Gathering mit Eleanor, Paradise Lost - One Second, Him - Wicked Game,
Moonspell - Mephisto, heutzutage schon Schnee von gestern. Aber dennoch
auch heute noch saugut. Und was ist aus diesen einst so großartigen
Bands geworden? Sie haben sich weiterentwickelt :-(((. Die Mischung passt,
einzig Atrocity und Love Like Blood (Heroes - das tut weh) hätte
man sich meiner Meinung nach sparen können. Extras sucht man vergebens,
kann man angesichts der abwechlungsreichen Tracklist jedoch locker verschmerzen.
01 Atrocity - Love is dead
02 Crematory - Tears of time
03 Crematory - For love
04 Dimmu Borgir - Entrance
05 HIM - Wicked game
06 Lacrimosa - Copycat
07 Lacrimosa - Stolzes Herz
08 Love Like Blood Heroes
09 Moonspell Mephisto
10 Nightwish - The carpenter
11 Paradise Lost- One second
12 Secret Discovery - Hello goodbye
13 Sentenced - Nephente
14 Sentenced - Noose
15 The Gathering - Eleanor
16 Therion - The beauty in black
17 Therion - To mega therion
18 Tiamat - Cold seed
19 Tiamat - Whatever that hurts
86 Minuten dunkle Musik (mit wenigen Ausnahmen) vom Allerfeinsten. Wer`s
manchmal musikalisch gerne ein wenig düster mag, kann hier absolut
nichts falsch machen.
Ger-Hard
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