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MAI 2005
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DARK NOVA – Sivilla (Black Lotus/Soulfood)
Aufmerksamen Betrachtern der Metal-Szene wird in den letzten Jahren aufgefallen sein, dass es in unser aller Traumurlaubsdestination gehörig im Untergrund brodelt. War es vor Jahren nur eingefleischten Fanatikern gewährt, einen Einblick in besagte Szenerie zu erhalten, haben sich im Laufe der Jahre sogar einige Plattenfirmen aus Zeus´ Heimat hier in unseren Breitengraden einen guten Namen machen können. Als Beispiel seien Black Lotus Records genannt, die mit ihrer breiten Palette an unterschiedlichen Stilen für jeden Metaller etwas zu bieten haben sollten.  Eine der aktuellsten Veröffentlichungen aus deren Repertoire stammt von der ebenfalls in Griechenland beheimateten Band DARK NOVA und wurde „Sivilla“ getauft. DARK NOVA existieren schon seit langer Zeit und ließen bereits mit „The Dark Rhapsodies“ (1993) und „1999…. A Step Beyond?“ (1999) aufhorchen. Seit damals ist die Band zwar quasi „runderneuert“, sprich mit Michael Choulakis (V) und Mary Tassouli (K) sind zwei neue Mitglieder im Line-Up, an der stilistischen Ausführung hat sich aber nicht übermäßig viel geändert. Noch immer offerieren DARK NOVA den Fans eine recht anspruchsvolle Melange aus melodiösen und progressiven Metal-Elementen, wobei aber nicht darauf vergessen wurde, den Songs ein gewissen „Ohrwurm-Charakter“ zu verleihen. An Tempo- und Rhythmuswechseln wird ebenso wenig gespart wie an ausgewogener Atmosphäre. Dazu verfügt Sänger Michael über ein klares, aber dennoch recht kräftiges Organ, weshalb „Sivilla“ auch uneingeschränkt allen Metaller zu empfehlen ist, die mit Melodien frühstücken, ihr Mittagessen eher progressiv zu sich nehmen und traditionelle Kost zum Abendbrot bevorzugen. In diesem Sinne: Mahlzeit!
Walter  

 
 
THE LUST - My Dear Emptiness (Sleaszy Rider Records)
Von “Leere”, wie uns der Titel dieses Albums zu verstehen gibt, ist auf dem zweiten Werk des russischen Quintetts THE LUST zum Glück nichts zu bemerken. Eher versteht es die Band rund um das junge Sangestalent Mirla (die Dame ist im zarten Alter von 16 Lebensjahren!) ihre dunkel gefärbten gotischen Kompositionen mit einer Menge an atmosphärischer Dichte zu füllen. Dabei verfallen die Russen/innen nicht in vor Weltschmerz triefendem Pathos, sondern gehen eher den Weg in Richtung Kommerz. Was jetzt nicht heißen soll, dass THE LUST irgendwelche „Größen“ der Szene nachzuahmen versuchen, sondern, dass es der Band gelungen ist, trotz künstlerischem Anspruch auch zwingende Hooks in ihre Songs zu verfrachten. Als Beispiele seien der Titelsong oder das penetrant eingängige, wenn auch eher romantisch angelegte „Half-Remembered“ genannt. Positiv erwähnt werden muss auch die Tatsache, dass es sich die Formation verkneift, in Richtung Finnland oder Norwegen zu blicken, denn da gäbe es ja im Moment reichlich „Vorbilder“ zu finden, speziell wenn man eine Sängerin in der Band hat.  In die russische Szene an sich habe ich leider keinen Einblick, weshalb es auch unmöglich abzuschätzen ist, wie weit es THE LUST in ihrer Heimat bringen könnten. Mit dieser Art von Musik, in vorliegender Qualität, sollte es aber kein Wunder sein, wenn wir auch hierzulande demnächst mehr von THE LUST zu hören kriegen würden.
Walter

 
 
OVERLOAD – Never Again (Sleaszy Rider Records)
Zunächst sei darauf hingewiesen, dass es sich bei vorliegendem Album um eine Veröffentlichung der griechischen OVERLOAD handelt und nicht um das aktuelle Werk der gleichnamigen Schweizer (ach, und wir alle dachten schon.... *kopfwackel* Andi). Wer bei eventuellen Streitigkeiten die Nase vorn behalten würde, kann ich nicht sagen, Tatsache ist jedenfalls, dass drei Fünftel dieser Griechen bereits seit 1989 zusammen Musik machen. Seit damals ist den Musikern wohl einiges an unterschiedlichsten Einflüssen untergekommen, denn einfach zu beschreiben ist der Stil-Mix auf „Never Again“ nicht. Nach einem eher belanglosen Intro folgt „Trip To The Dreamland“, ein mit einem knackigen Riff eingeleiteter Melodic Metal-Song, der vor allem von der abwechselnden Dominanz von Gitarre und Keyboard lebt. In weitere Folge bekommen wir auch an STRATOVARIUS erinnernde, symphonische Zitate geboten, wie in „Sirens“, oder aber OVERLOAD gehen in klassischer Melodic Rock-Tradition ans Werk, nachzuhören in „I Change“.  Als Fazit sei festgestellt, dass OVERLOAD zwar keinesfalls zu den innovativen Bands zu zählen sind, es allerdings sehr schade wäre, würden sie - ihrem Albumtitel getreu - nie wieder von sich hören lassen. Dazu ist „Never Again“ einfach viel zu unterhaltsam und genau darin liegt doch immer des Pudels Kern im Rock`n`Roll, oder (jaja, sicher, Walter, alles wird gut, Andi)?
Walter 


 
CELESTIAL CROWN - The Embraced (Eigenproduktion)
Aus Estland, genauer gesagt aus der Stadt Taru, stammen CELESTIAL CROWN. Die Band wurde 1999 von Sänger Denis Volynkin aus der Taufe gehoben, da es der Knabe als persönliches Lebensziel betrachtete, in einer Metal-Band zu singen (... Andi). Das Line-Up konnte sehr bald gefestigt werden und schon kurze Zeit später gaben CELESTIAL CROWN ihre Konzertpremiere: Man spielte für Freunde in einer Gargae bei freiem Eintritt (Wahnsinn aber auch, Andi). Nach einem ersten Demo namens „Invasion Of Suicidal Angels“ konnte ein Vertrag mit Doom Records eingefahren werden, doch noch bevor „The Embraced“ veröffentlicht wurde, war das Label wieder bankrott, weshalb die Band versucht, vorliegendes Album über ihre Webpage zu verkaufen. Musikalisch bieten uns die Esten eine interessante Mischung aus Doom, atmosphärischen Keyboard-Passagen und jeder Menge symphonischer Elemente. Dazu gesellen sich die eher heisere, mitunter gar ketzerische Stimme von Denis und die ab und zu eingesetzte Engelsstimme von Diana Volkova. Mit der Bezeichnung „Atmospheric Blackened Doom Metal“ trifft man die Musik von CELESTIAL CROWN ziemlich genau. Klar erinnern manche Passagen an etablierte Szene-Größen, aber welche Band kann denn heutzutage noch von sich behaupten, völlig eigenständige Musik abzuliefern? Vor allem die Kombination der Doom-Anteile mit dem Gesang machen „The Embraced“ zu einer sehr spannenden Angelegenheit. Das Album ist für € 10,- über die Webpage (www.celestialcrown.com) zu erwerben, dort wird auch das aktuelle Demo “Promo 2004” als Gratisdownload angeboten.
Walter

 
 
ARENA - Live & Life (Verglas)

Im Lager der englischen Proggies von ARENA scheint es zur Tradition geworden zu sein, ihre Fans in regelmäßigen Abständen mit Live-Alben zu beglücken. Nach „Welcome To the Stage“ (1997) und „Breakfast In Biarritz“ (2001) folgt nun „Live & Life“. Auffällig ist die üppige Ausführung, denn die Erstauflage enthält neben der Doppel-CD auch eine DVD. Mitgeschnitten wurde während der letzten Tournee im Jahre 2003, was sich auch an der Setlist nachvollziehen lässt. CD 1 enthält ausschließlich Stück vom damals aktuellen Album „Contagion“, wobei das Songmaterial durch den perfekt auf diesem Silberling verewigten Bühnensound noch ein wenig an Intensität zulegen kann. Sänger Rob Sowden dürfte ebenfalls in Topform gewesen sein und verdient besondere Erwähnung. Auf der zweiten CD widmen sich ARENA dann ihrer Vergangenheit, denn es werden Songs wie „Chosen“ (von „Immortal“) oder „Solomon“ (vom 1995er Debut „Songs from The Lion´s Cage“) geboten. Auf der Bonus-DVD ist eine Tourdokumentation enthalten, die zeigt, dass es Progger wie ARENA nicht nötig haben, irgendwelche „witzigen“ Einlagen zu liefern, um etwas für ihr Image zu tun, sondern „nur“ ihre Fans mit ihrer Musik zu unterhalten versuchen. „Live & Life“ ist eine feine Scheibe geworden, die nicht nur für Fans Pflicht ist, sondern sich auch ideal als „Einstieg“ in das Kapitel ARENA eignet.
Walter

 
 
KINO – Pictures (Inside Out)
Was wird wohl dabei herauskommen, wenn die Herren John Mitchell (G, ARENA, hier auch für den Gesang zuständig), John Beck (K, IT BITES), Pete Trewavas (B, MARILLION) und Chris Maitland (D; ex-PORCUPINE TREE) gemeinsam ein Album aufnehmen? Klar, feinster Prog Rock, allerdings mit üppiger Pop-Schlagseite, was vor allem die mitunter recht süßlichen Melodien beweisen. Die Intention, dieses Projekt ins Leben zu rufen, stammt übrigens von keinem der beteiligten Musiker, sondern von Inside Out-Mann Thomas Waber, der hier als treibende Kraft fungierte und letztendlich wohl auch für diese Truppe mitverantwortlich ist. Die Musik an sich darf getrost als buntes Sammelsurium von Einflüssen der beteiligten Musiker bezeichnet werden, denn die Songs sind sehr unterschiedlich gestaltet und verfügen trotz dem Pop-Charakter über ausgetüftelte Arrangements, die „Pictures“ nie langweilig werden lassen. „Swimming In Women“ kommt zwar mit deutlicher IT BITES-Schlagseite daher, der Opener „Losers Day Parade“ dagegen hätte aber auch auf älteren SPOCK`S BEARD–Alben gute Figur abgegeben. Weiters sind zahlreiche melodische und symphonische Passagen der YES-Güteklasse auszumachen, ebenso an alte GENESIS erinnernde Teile. Die an KINO beteiligten Musiker lassen „Pictures“ zu einem zukünftigen Referenzwerk des „kommerziell“ ausgerichteten Prog Rocks werden und darauf hoffen, dass dieses KINO nicht frühzeitig geschlossen werden muss.
Walter

 
 
DUNGEON - One Step Beyond (LMP)
Auch auf ihrem mittlerweile vierten Album, wobei hier in Europa bislang nur der Vorgänger „A Rise To Power“ offiziell erschienen ist, sind sich die Australier DUNGEON stilistisch treu geblieben. Das Quartett rund um Sänger und Gitarristen Lord Tim ist tief im Power Metal verwurzelt und offeriert auf „One Step Beyond“ insgesamt neun Kompositionen, die vom Up-Tempo-Banger („Under the Cross“) über hymnenhaften Melodic Metal („The Power Within“) bis hin zu eher getragenen Epen („Against the Wind“) reichen. Musikalisch tendieren die Aussies sowohl in Richtung der Staaten wie auch nach Europa,  wodurch die Musik von DUNGEON zu einer ausgewogenen Mischung gedeihen kann. Auch der Sound geht in Ordnung, im Vorfeld war ja diesbezüglich von einigen Unstimmigkeiten zu hören, weshalb der Veröffentlichungstermin auch verschoben werden musste. Power, Melodien, gelungene Riffs, dazu eine tighte Rhythmusfraktion und Tim´s Stimme sind dennoch nicht alles, was an „One Step Beyond“ erwähnenswert erscheint. Besonders hervorgehoben werden muss auch die Fähigkeit der Musiker innerhalb einzelner Songs für Abwechslung zu sorgen. Auf aggressive Passagen folgen, zumeist in den Refrains, höchst melodiöse Fragmente, die mitunter gar poppig anmuten, um die Songs so zu „Ohrwürmern“ der besonderen Art werden zu lassen. Für mich besteht kein Zweifel darin, dass DUNGEON demnächst auch hierzulande auf ein großes Gefolge blicken werden können.
Walter

 
 
DOMAIN - Last Days Of Utopia (LMP)
Vom eher simplen Hardrock ihrer Anfangszeiten hin in Richtung eher metallischer Gefilde haben sich Mastermind Axel Ritt und sein Gefolge ja bereits seit der Reunion Anfang dieses Jahrtausends orientiert. Doch irgendwie scheinen DOMAIN auch ein Faible für progressive, symphonische Kompositionen entwickelt zu haben, was sich bereits auf der letzten Veröffentlichung „The Sixth Dimension“ (2003) abgezeichnet hat. „Last Days Of Utopia“, ein Konzeptalbum im Stile eines Heldenepos, klingt noch epischer (das hat ein „Epos“ so an sich... Andi) und symphonischer als angesprochener Vorgänger. Besonderes Augenmerk dürfte vor allem auf die Arrangements gelegt worden sein, die orchestralen Parts und Chöre tendieren sogar in nahezu RHAPSODY-mäßige Bereiche. Eigenständigkeit wird aber dennoch problemlos bewahrt, was in erster Linie an den Riffs aus der Feder von Axel liegt, aber auch Sänger Carsten Schulz zuzuschreiben ist, der es mit seiner eher „erdig“ angelegten Stimme vermeidet, in genannte Gefilde abzudriften. Die insgesamt elf Kompositionen, von denen zwei kurze, instrumentale Zwischenspiele darstellen, überzeugen durch hohes spielerisches Niveau und ungemein spannende Arrangements, klingen aber trotz allem nie überladen. Ob und in welcher Form sich „The Last Days Of Utopia“ auf der Bühne umsetzen lässt, weiß wohl noch niemand. Lassen wir uns diesbezüglich überraschen...
Walter

 
 
FADING STARLIGHT - Timeless Fate (TTS Media/Al!ve)
Das deutsche Quintett mit Dame am Mikro setzt seinen musikalischen Werdegang offensichtlich konsequent fort. Während man zu Zeiten des Debüts „Lost“ noch recht deutlich an Vorbildern der Güteklasse BLIND GUARDIAN oder GAMMA RAY orientiert war, schaffen es FADING STARLIGHT nicht zuletzt durch Sängerin Inga Scharf, ihre eigene Nische zu finden. Die Songs an sich sind immer noch höchst melodiös, egal ob dabei das Tempo forciert oder die Handbremse angezogen wird. Die Wirkung der Songs auf den Zuhörer bleibt unabhängig vom Tempo bestehen. Dabei fällt auf, dass es die Band offensichtlich geschafft hat sich freizuschwimmen, denn Vergleiche zu größeren Bands drängen sich nicht mehr auf. Eher ist man geneigt, FADING STARLIGHT in Zukunft als Referenzband anzuführen, vor allem wenn es den Herrschaften mit Dame gelingen sollte, weiterhin Qualitätsware wie das ungemein penetrant eingängige „Disguised“ oder krachende Speedies wie den Titelsong von sich zu geben.  Da Metal mit Damengesang in derart knackiger Form heutzutage leider absolut nicht mehr an der Tagesordnung steht, hoffe ich für FADING STARLIGHT, dass ihnen die gebührende Beachtung geschenkt wird. www.fadingstarlight.de
Walter

 
 
MASSIVE PUNCH - Dangerous (TTS Media/Al!ve)
Fünf junge Männer aus dem Saarland haben offensichtlich den Zeitgeist erkannt und präsentieren uns auf vorliegendem Album einen bunten Strauß Melodien in der Schnittmenge aus mehr oder weniger angesagten harten Rockbands wie MONSTER MAGNET, 3 DOORS DOWN und NICKELBACK. Dazu gesellen sich zahlreiche Ansätze die gut und gerne auch aus der Feder von AC/DC oder MOTÖRHEAD stammen könnten, wodurch auch ein Verweis zur „alten Schule“ gegeben ist. Doch Querverweise zu hippen oder immergrünen Kappellen allein machen noch immer kein gutes Album aus, was sich auch hier wieder einmal bestätigt. Leider sind weder die Kompositionen an sich zwingend, oder gar dem Titel entsprechend „dangerous“, noch schafft es die Band bei mireinen „massiven Punch“ zu hinterlassen.  Gute Ansätze sind aber in der Tat vorhanden, weshalb ich hoffe, dass die Sache mit dem Einschlag beim nächsten Versuch klappen wird. www.massivepunch.de
Walter

                                               
 
ELVENPATH – Gateways (Eigenproduktion)
Aus Frankfurt stammen diese “Elfen” und der von ihnen eingeschlagene Pfad sollte der richtige sein. Es gelingt der Band nämlich, auf den fünf enthaltenen Songs trotz zahlreicher Querverweise an Szene-Größen ihre eigene Duftnote zu hinterlassen. Auffällig ist die überaus üppige Spielzeit der Songs, denn alle fünf Kompositionen bringen es auf über 7 Minuten. Offensichtlich haben sich die Herrschaften beim Songwriting diesbezüglich besonders bemüht. Speziell auf Passagen, in denen ELVENPATH in die Nähe von bekannteren Größen kommen, folgen völlig unerwartete Teile. Der Opener „The Land That Could Not Be“ lässt sich diesbezüglich als Paradebeispiel anführen. Während der Beginn wie eine Mischung aus GAMMA RAY und IRON MAIDEN bezeichnet werden kann, folgt am Fuß ein Instrumentalteil, der in derlei Kompositionen nicht alltäglich zu hören ist. „Amazone Queen“ erinnert von der Thematik und dem Text her an MANOWAR, ist musikalisch aber eher „europäisch“ ausgeführt worden und verfügt ebenfalls über einen spannend arrangierten Instrumentalpart. Das balladesk beginnende „Winterland“ offenbart zwar die einzige Schwachstelle der Band, nämlich den Gesang von Michael Petrick in allzu luftigen Höhen, ist aber dennoch eine gelungene Komposition und wird in weiterer Folge zu einem brachialen Up-Tempo-Banger. Der Rausschmeißer „The Sacred Talisman“ beweist einmal mehr, wie abwechslungsreich eine knapp 10-minütige Nummer gestaltet werden kann, ohne den berüchtigten „roten Faden“ zu  verlieren.  Alles in allem ist „Gateways“ eine ungemein abwechslungsreiche und empfehlenswerte Scheibe einer Band geworden, die sich definitiv auf dem richtigen Weg befindet. Weiters sollte noch erwähnt werden, dass in der Zwischenzeit drei neue Mitglieder ins Line-Up integriert werden mussten, wodurch stilistische Änderungen (in welcher Form auch immer) durchaus möglich wären und man deshalb gespannt auf weitere Heldentaten dieser Elfen warten darf. www.elvenpath.com
Walter

 
 
SEASON´S END - The Failing Light  (Eigenproduktion)
Fernab von jeglichem Klischee gelingt es dem britischen Sextett SEASON`S END, ein Debüt voll gothischer Schönheit abzuliefern. Die im Eröffnungssong „Touch“ entstandene Gänsehaut wird der geneigte Zuhörer bis zu den finalen Tönen von „Celestia“ nicht mehr los. Verantwortlich dafür sind in erste Linie die üppig melancholischen Kompositionen, die sowohl von der perfekten Harmonie zwischen Gitarre und Keyboard, als auch vom unter die Haut gehenden Gesang von Frontdame Becki Clarke leben. Zwar ist Headbangen zur Musik der Briten nahezu unmöglich, denn mit Ausnahme von „Nothing After All“, dem einzigen Song im rockigen Gewand, gehen es SEASON´S END in Sachen Tempo eher gemächlich an, was aber zu den gediegenen Kompositionen ohnehin besser passt. „The Failing Light“ ist ein durchwegs gelungenes Album geworden und sollte, wenn in diesem Business ein Hauch von Gerechtigkeit existiert, die letzte Veröffentlichung in Eigenregie von SEASON´S END sein. www.seasons-end.com
Walter 

     
                                                     
ELLIPSIS - From Beyond Thematics (Adipocere Records)
Die Franzosen ELLIPSIS verstehen es gekonnt, ihre Zuhörer zum Staunen zu bringen. Auf vorliegendem Album verquickt das Quintett Stilmittel unterschiedlichster Subgenres zu einer einzigartigen Melange. Die seit mehr als 10 Jahren existierende Formation hat sich offenbar dem „progressiven“ Metal verschrieben, wobei dieser an sich recht weit reichende Begriff auf „From Beyond Thematics“ nahezu bis an die Grenze der Belastbarkeit des Zuhörers beansprucht wird. Vor atmosphärischen und düster vorgetragenen Passagen machen die Franzosen keinen Halt, wie auch ihre offenkundige Vorliebe für melodiöse Parts und Refrains eindeutig zu erkennen ist. Der Kompositionskunst der Herrschaften ist es zu verdanken, dass auf vorliegender Scheibe trotz der mannigfaltigen Ideen und deren ungewöhnlicher Ausführung dennoch ausreichend für Spannungsmomente gesorgt ist und die Gratwanderung für den Zuhörer zwischen Stress und Genuss eindeutig für Zweitgenanntes ausfällt.   Wie für ein Album dieser Machart fast schon üblich, handelt es sich bei „From Beyond Thematics“ um ein Konzeptalbum, weshalb es kaum Sinn macht, einzelne Songs gesondert zu erwähnen. www.ellipsis-music.com
Walter

                                   
 
SERAPHIM - Ai (Arise/Point)
SERAPHIM aus Taiwan beweisen den europäischen Fans, dass symphonischer Metal im Moment an allen erdenklichen Ecken des Globus´ fabriziert wird. Das Besondere an den Asiaten ist, dass sie mit Pay eine Sängerin in der Band haben, die in sämtlichen Opernhäusern für Furore sorgen müsste. Die NIGHTWISH–Klientel wird dabei zwangsläufig hellhörig werden, wobei aber Vorsicht geboten ist. Zum einen, weil die Qualität der Kompositionen der Finnen hier bei weitem noch nicht erreicht wird, zum anderen, weil der Gesang mit jenem von Tarja ebenfalls nicht konkurrieren kann, sondern lediglich in schwer verdaulichen Höhen vorgetragen wird und dabei zu gekünstelt wirkt. Leider helfen auch vereinzelte männliche Gesangsparts und die zweifelsfrei gelungenen Arrangements nicht, diese Scheibe zu einem „Muss“ werden zu lassen. Die genannte Zielgruppe kann ein Ohr riskieren, den Rest, wie auch meine Wenigkeit,  wird „Ai“ wohl eher unberührt lassen.
Walter

                       
 
LYZANXIA - Mind Crimes (Reality Entertainment/Sony)
Die Band mit dem eigenwilligen, an Psychopharmaka (klar, dass Du Dich damit auskennst... Andi) erinnernden Namen LYZANXIA versteht es von Anfang an, gehörigen Druck zu erzeugen. Eine sehr effektive und perfekt harmonierende Rhythmusabteilung gibt dabei durchwegs den passenden Takt vor, über den gnadenlos brutale Riffs auf den Zuhörer eindonnern. Die Kompositionen werden dazu von Sänger David Potvin mit recht harschen, teilweise sehr Death Metal-mäßigen Vocals ausgestattet. Der Grossteil der 12 Kompositionen erinnert dezent an eine Mischung aus älteren IN FLAMES, SCAR SYMMETRY und SOILWORK, ohne dabei die Klasse der genannten Formationen zu erreichen. Dazu gesellen sich auch zahlreiche Thrash Metal-Versatzstücke, die aus nahezu allen Epochen jenes Genres zusammengewürfelt erscheinen, aber dennoch stimmig in die Songs integriert werden konnten. Einziges Manko an dieser wahrlich nicht übel gewordenen, modernen Metal- Scheiblette stellt die Tatsache dar, dass sich ein Teil der Kompositionen zu sehr ähneln, weshalb sich auf Dauer ein gewisses Sättigungsgefühl beim Hörer einstellt. www.lyzanxia.com
Walter

                                   
 
 
CP24 - World Between the Lines (TTS Media/Al!ve)

Betrachtet man die lediglich die Fakten, dass CP24 erst seit dem Jahre 2001 existieren und vorliegendes Album das Debüt des Quintetts darstellt, besteht durchaus die Gefahr, diese Band zu unterschätzen. Die Herrschaften sind nämlich keinesfalls Grünschnäbel, sondern schon längere Zeit im Business aktiv und spielten teilweise in nicht einmal so unbekannten Bands wie HALYCON. Lassen wir aber die Vergangenheit beiseite und wenden uns der Gegenwart zu, die uns einen wahren Hammer beschert. Wie für Veröffentlichungen aus dem Hause TTS Media fast schon obligatorisch, erfolgt dieser in Form eines „Doppeldeckers“ mit einer „regulären“ CD und einer Digital-Surround-DVD. „World Between The Lines“ besticht geradezu durch seine durchwegs kraftvollen Kompositionen. Dazu haben CP24 mit Joachim Weber einen Sänger in der Band, der es auch in Übersee problemlos zu Lob und Ehre bringen könnte. Was ich damit sagen will? CP24 zelebrieren dezent Thrash Metal-lastigen Power Metal, wie wir ihn aus den USA und Kanada zu schätzen wissen. Dabei geht das Quintett völlig klischeefrei zu Werke und vermag trotz aller Härte auch immer wieder begnadete Melodiereigen auf den Hörer loszulassen.  Ehrlich gesagt verwundert es mich ein wenig, bislang noch nicht mehr über CP24 in einschlägigen Gazetten gelesen zu haben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden und mit einer Leistung wie auf vorliegendem Debüt, MUSS das eigentlich so werden... www.cp24metal.de
Walter

 
 
THE ELYSIAN FIELDS - Suffering G.O.D. Almighty (Black Lotus Records/Soulfood)
Gut vier Jahre war es still um das griechische Trio THE ELYSIAN FIELDS. Für Bands aus dem Mainstream-Bereich wäre diese Absenz wohl das Ende jedes Erfolges gewesen, nicht so allerdings bei Formationen, die jene Art von Musik von sich geben, wie sie uns von den Hellenen kredenzt wird. Die Herren sind noch immer schwer im extremen Metal-Bereich unterwegs, der zwischen ketzerischen Schwarzwurzel-Klängen und guttural intoniertem Todesmörtel hin-und herpendelt. Dazu kommt, vielleicht gerade auf Grund der Tatsache, dass die Drums bei dieser Band ohnehin von keinem natürlichen Mitglied eingespielt werden, dass sich THE ELYSIAN FIELDS das Vermengen der genannten Metal-Elemente mit elektronischen Parts zum Programm gemacht haben. Aber keine Angst, die Basis und der Großteil der Songs bleiben extremer Metal, die Electronica sind lediglich das Gewürz zum gelungenen Menü.   Summa summarum ergibt sich eine unverwechselbare Mischung, die nicht nur im Metal-Lager für Furore sorgen sollte, sondern auch in der aufgeschlossenen Elektronik-Gemeinde Anklang finden könnte.
Walter

                                               
ELWING – War (Black Lotus Records/Soulfood)
Der Titel „War“ scheint Programm zu sein auf der aktuellen Veröffentlichung des griechischen Quartetts ELWING. Die Musik lässt sich nämlich treffend mit der Bezeichnung „Battle Metal“ beschreiben. Musikalisch wird demnach, wie nicht anders zu erwarten, traditioneller, manchmal epischer Heavy Metal geboten. Die für diese Art von Musik obligatorischen lyrischen Ergüsse wie „Marching To Glory“ oder „Blood On My Hands“ sind dabei ebenso inkludiert, wie Schwertgeklimper in Intros und zahlreiche Solo-Passagen, bei denen Gitarrist Panayiotis Roumeliotis sein Können unter Beweis stellen kann. Positiv zu vermelden ist auch der recht raue, in manchen Passagen angenehm hoch angelegte, Gesang von Sakis Koutsasis, der mitunter an Rock´n Rolf zu seiner besten Zeit (1876? Andi) erinnert. Für den Durchbruch fehlt eigentlich nur noch das gewisse Quäntchen Unverwechselbarkeit, aber ich bin sicher, schon mit der nächsten Veröffentlichung werden ELWING einen weiteren Schritt in diese Richtung tun. Nach BATTLEROAR, die zugegebenermaßen wesentlich epischer zu Werke gehen,  schickt sich nun also abermals eine griechische Metal-Formation an, in diesem Genre den Durchbruch zu schaffen, was meiner Meinung nach mit Leistungen wie auf „War“ durchaus möglich sein sollte. www.elwingband.cjb.net
Walter

 
                       
SWAN CHRISTY - A Decent Album (Black Lotus Records/Soulfood)
Die Bezeichnung „progressiv“ ist in der Tat sehr schwer zu definieren. Was uns unter diesem musikalischen Begriff offeriert wird, sollte an und für sich „fortschrittlich“ oder „innovativ“ sein, ist es aber leider nicht immer. Tatsächlich als „progressiv“ muss vorliegendes Album bezeichnet werden, wenn gleich „Rock“ oder gar „Metal“ hier definitiv Sendepause haben. Die Griechen SWAN CHRISTY haben auf ihrem mittlerweile fünften vollständigen Album eine musikalische Gratwanderung im Sinne der „Progressivität“ gewagt und, um es vorweg zu nehmen, diese problemlos bewältigt. Wäre der Versuch fehlgeschlagen, hätten sich SWAN CHRISTY in langweiliger, musikalischer Belanglosigkeit wieder gefunden, was aber bei Gott keinesfalls passiert ist. Schon beim sehr experimentell angehauchten Opener „Rehearsal Recording“, der im Prinzip auf Wiederholungen eines Themas basiert und es dennoch auf über 5 Minuten Spielzeit bringt, werden sich wohl nervenschwächere Zuhörer verabschieden. Auch in weiterer Folge werde ich das Gefühl nicht los, dass es die Band gewissermaßen darauf anlegt, keinesfalls vom Durchschnittshörer konsumiert werden zu können. „Who Knows?“ beispielsweise ist trotz minimalistischer Instrumentierung mittels Piano alles andere als eine Kuschelballade geworden. Da mit Ausnahme dieses Pianos aber kaum „natürliche” Instrumente zu hören sind und ein Großteil der Kompositionen wohl den Computerprogrammen der Herren Spiros Pagiatakis und Dimitris Georgiou entsprungen ist, bedarf es wohl auch kaum einer weiteren Erklärung hinsichtlich eventueller Metal–Anleihen. Diese wären auch eher unangebracht, denn Gitarren würden meiner bescheidenen Meinung nach den Tiefgang von „„A Decent Album“ eher stören. Dazu sei noch angemerkt, dass mit Kostas Makris ein Sänger hier am Werk ist, der wohl in Bälde in einem Atemzug mit Herren vom Schlage eines Devon Graves oder Maynard James Keenan genannt werden wird. Als Fazit bleibt mir nur noch der Hinweis darauf, dass es wohl auch in Zukunft noch Erweiterungen für das Genre der so genannten „progressiven“ Musik geben wird – in welche Richtung die Sache dabei gehen wird, bleibt allerdings abzuwarten.
Walter

 
 
V8 WANKERS - The Demon Tweak (Rude Records/Soulfood)
Hurra! Das Wetter passt wieder, der Frühling lässt dem Winter nun endlich keine Chance mehr. Was tun? Wahlweise das Bike frisch aufpoliert und ab auf die Piste, oder den fetten Ami-Schlitten wiederum gebrauchstauglich gemacht und den Highway hinabgedonnert. Egal, welche Art von Fortbewegungsmittel auch bevorzugt wird, den optimalen Soundtrack dazu bieten V8 WANKERS auf ihrem aktuellen Silberling. „The Demon Tweak“ bietet die dreizehnfache Vollbedienung in Sachen räudiger Straßenrock und sollte quasi mit dem Service in den Werkstätten ausgeliefert werden. Die Musik des Quintetts duftet gleichermaßen nach Öl und verbranntem Gummi, die Gitarrenattacken haben die Kraft eines 8-Zylinders im oberen Drehzahlbereich und Sänger Lutz Vegas versprüht den Charme eines eben überfallenen Tankwarts (und um hier thematisch anzuschließen: man sollte den „Don`t Drink And Drive!“-Slogan extra für Dich auf „Don´t Drink And Write!“ ausbauen... Andi). „The Demon Tweak“ verlangt zwar nach Vollgas, aber Vorsicht, bei schönem Wetter sind auch die Herren in Uniform wieder gerne auf den Strassen…..www.v8wankers.com
Walter

                                               
 
 
RICOCHER – Chains (Eigenproduktion/Just for Kicks)

Verwirrend ist zu Beginn, dass laut Booklet eigentlich nur 7 Songs auf „Chains“, dem mittlerweile dritten Album der niederländischen Proggies RICOCHER, verewigt sein sollten, der CD-Player aber 12 Songs anzeigt (Sakra! Andi). Das Geheimnis daran ist, dass der Opener „Virtual Images“ und „Sand In Your Eyes“ in jeweils drei Teilen vorgetragen werden, was aber mein CD-Player nicht wissen kann. Dazu kommt noch das zweiteilige „Locked Inside“ und schon ist die Verwirrung beendet (na ja... Andi). Auch die Musik der Niederländer ist alles andere als verwirrend, sondern perfekt strukturiert und arrangiert. Mit ihrem schwer britisch inspirierten Prog-Rock, der bombastisch intoniert aus den Boxen tönt, sollte es für dieses Quintett kein besonders großes Problem darstellen in Kürze einen Deal bei einem einschlägigen Label zu ergattern. Immer wieder erinnern mich RICOCHER an Bands wie ältere PENDRAGON, IQ oder ARENA, was offensichtlich auch schon auf den mir leider (noch) unbekannten Vorgängerwerken der Band der Fall war.  Erwähnenswert ist auch das ungemein schön gestaltete Booklet samt perfekt umgesetztem Cover. Klarer Fall von „Muss“ für die Zielgruppe! www.ricocher.com oder www.justforkicks.de
Walter

 
 
AREA 54 - Beckoning Of the End (Casket Records/PHD)
Wer immer noch behauptet, dass aus dem vereinigten Königreich kein Nachwuchs für traditionellen Metal am Start wäre, sollte sich umgehend mit dieser Band namens AREA 54 auseinandersetzen. Die drei Herrschaften samt Dame am Bass kredenzen uns kraftvollen Metal mit viel Melodie, fernab von eventuellen HELLOWEEN-Anleihen oder bombastischen Keyboardklängen. Viel eher vermengen AREA 54 ihren melodiösen Metal mit harschen Thrash-Einflüssen und in „Cancer Of the Mind“ gar mit Todesmörtel-lastigen Gesangspassagen. Für jene konnte übrigens kein Geringerer als der ehemalige AT THE GATES-Schreihals Tompa Lindberg gewonnen werden. So eigenwillig diese Konstellation auch klingen mag, aber Tompa´s Stimme harmoniert gar nicht schlecht mit melodiösen Gitarrenparts und ausgeklügelten Arrangements. Ein wahres Meisterwerk ist den Briten schon einmal mit dem knapp viertelstündigen Rausschmeißer „This Is The End Of Everything“ gelungen. Auch ohne fremde Hilfe gelingt es hier AREA 54 unterschiedliche Atmosphären zu einer durchwegs gelungenen Komposition zu verquicken ohne auch nur im Geringsten eintönig zu klingen. Kraftvoller Metal im modernen Gewand darf also auch aus England wieder beklatscht werden! www.area54.co.uk
Walter

 
 
GHOST MACHINERY - Haunting Remains (Sound Riot/Twilight)
Trotz seines Engagements bei BURNING POINT scheint Pete Ahonen (G, V) keine ausreichende Auslastung für seine Kreativität zu finden. Nicht zuletzt deshalb hat der gute Mann zusammen mit den beiden WILDCARD-Musikern Tapsa Pelkonen (B) und Jussi Ontera (D, K) GHOST MACHINERY ins Leben gerufen. Im Gegensatz zu seinem anderen musikalischen Betätigungsfeld zeigt sich Pete hier eher neoklassizistisch inspiriert, weshalb der höchstmelodiöse Metal der Finnen auch näher an ihren berühmten Landsleuten von STRATOVARIUS ist als an BURNING POINT. Die Songs flutschen quasi ins Gehör, allerdings wirken sie dadurch stellenweise ein wenig zu poliert und von jeglichen Kanten und Ecken befreit. Das Keyboard trägt sein Scherflein zur Umsetzung der musikalischen Ideen bei und auch die Coverversion von Gary Moore´s Hit „Out In the Fields“ passt prima ins entstandene Gesamtbild.  Nichtsdestotrotz kann mich Pete mit BURNING POINT eher überzeugen, was in erster Linie an seinem Gesang liegen dürfte, der dort doch wesentlich kraftvoller klingt als auf „Haunting Remains“. www.ghostmachinery.com
Walter

 
 
BUTTERFLY NOIR - Lies Beneath The Illusion (Eigenproduktion)
Nach einem sehr atmosphärischen Instrumental mit dem Titel „Two Steps Towards A Dark Reality…“ gehen die Italiener BUTTERFLY NOIR im folgenden „….(To) Admire My Black Universe“ richtig zur Sache. Über einem harschen Riffteppich kredenzt uns Sangesbarde Luca Nepi mit seinem weinerlichen, elegischen Gesang offenbar sein Seelenleben. Dieses scheint aber nicht nur von Trauer geprägt zu sein, sondern es dürften sich auch reichlich Wut und Zorn aufgestaut haben. Immer wieder wechselt Luca in Folge seinen Gesangsstil hin zu keifendem Gekreische. Besonders erwähnenswert an BUTTERFLY NOIR ist der immer wieder stattfindende Wechsel der Atmosphäre. Denn mit dem Gesang ändert sich zumeist auch die Musik. „…(To) Admire My Black Universe“ ist eher Thrash Metal-lastig und wütend, während die beiden nächsten Nummern „Signs Of Chaos“ und „Requiem For A Dream (The Betrayal Of Illusion)“ fast schon progressiv ausfallen, von immer wieder kehrenden Tempo- und Stilwechsel leben und dabei trotz einer Spielzeit von über 10 Minuten niemals langweilig zu werden drohen. Vor allem letztgenannter Song entwickelt sich nach sehr ruhigem Beginn zu einer Komposition der Extraklasse. Das abschließende „Believe In Suffering“ enthält gar Black Metal-verdächtige Momente, vor allem was den Gesang betrifft. Dabei schaffen es die Italiener aber. über die gesamte Spielzeit trotz aller Wechsel nicht im Geringsten wirr zu klingen.  „Lies Beneath The Illusion“ ist zu einem sehr abwechslungsreichen Album geworden, an dem es außer dem ein wenig dünn gewordenen Sound kaum Kritikpunkte gibt. www.butterflynoir.it
Walter

 
 
THE FLAMING ARTS - The Hellish Arts Of Perversion # 2  (The Flaming Arts Mailorder)
Der weißrussische Mailordervertrieb THE FLAMING ARTS meldet sich bereits zum zweiten Mal mit einem Sampler voll gepackt mit musikalischen Auswüchsen unterschiedlichster Bands. Zwar musiziert der Großteil der darauf verewigten Formationen im extremen Metal-Bereich, doch auch melodiös vortragende Bands haben die Ehre. Grinder wie ONE STEP BEYOND aus Australien dürfen ebenso bestaunt werden wie die amerikanischen Todesgurgler LAW OF THE PLAGUE , die polnischen High-Speed-Frickel-Deather NEOLITH oder die abgefahrenen Ungarn DARK CLOUDS. Exoten-Freaks bekommen mit LITHAM (Death Metal-lastiger, experimenteller Doom) eine Band aus Algerien aufgetischt, der eher traditionell veranlagte Metaller könnte an den Niederländern HOT-WATT, deren Landsleuten IT LEAVES oder den Italienern ANCESTRAL gefallen finden.  Zugegeben, richtig „heiß“ machen kann mich keine der enthaltenen Formationen, doch eine lohnende Investition im Sinne eines Überblicks stellt dieser Sampler in jedem Fall dar. Zu ebenso wie zahlreiche andere Veröffentlichungen, vor allem von Bands aus den ehemaligen „Reformstaaten“, bei: THE FLAMING ARTS RECORDS, Vadim Khomich, P.O.Box 40, Brest 224023,  Belarus, vadimkhomich@mail.ru
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LITANY - Solemn (Eat Metal Records)
Es gehört wohl eine Menge an Mut und Enthusiasmus dazu (Deine Reviews Korrektur zu lesen. Richtig! Andi), in Zeiten wie diesen sein Debüt in Form einer Single(!!) abzuliefern. Doch dem griechischen Quintett LITANY schien eben diese Version als das Optimum, um ihre Songs an den Mann/die Frau zu bringen (wahrscheinlich haben´s net mehr... Andi). Offensichtlich orientiert man sich nicht daran, wie viele Exemplare in Umlauf gebracht werden könnten, sondern legt Wert darauf einen elitären Zirkel Auserkorener mit den Songs zu erquicken (pfh... Andi). Genau das ist den Griechen auch mühelos gelungen. Der Titelsong (die A-Seite) besticht durch weinerliches Riffing gepaart mit dem dazu gehörigen lamentierenden Gesang, kurz gesagt mit Doom Metal in Reinkultur, der LITANY in die Nähe von den „üblichen Verdächtigen“ aus diesem Genre bringt. Die B-Seite „Plunder Thy Sons“ dagegen überzeugt durch metallische Epik gepaart mit einer dezenten Temposteigerung. Nichtsdestotrotz verbleiben die Griechen tief im Doom verankert und es würde mich auch nicht wundern, wenn LITANY auf einem der kommenden „Doom Shall Rise“-Festivals mit von der Partie sein würden.  Schon vorher darf man aber voll Freude auf den noch für 2005 angekündigten Longplayer warten (vorausgesetzt, man gehört zu Eurem Super „elitären Zirkel der Auserkorenen“... Andi). www.geocites.com/litanysite
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CONCRETE COFFIN  - Same (Eigenproduktion)
Aus San Francisco stammt das noch recht junge Quintett CONCRETE COFFIN, das mit vorliegendem Demo mehr als nur eine Talentprobe abgibt. Vom Opener „Stoned To Death“ an legt die Formation recht hohes Tempo vor, welches gepaart mit dem donnernden Groove und gelegentlich eingestreuten rasanten Hardcore-Einflüssen feinen, in Tradition alter kalifornischer Helden wie EVILDEAD, HIRAX oder EXODUS stehenden Thrash Metal ergibt. Auch was den Gesang von Joe betrifft fällt die Ähnlichkeit zu EVILDEAD-Frontmann Phil Flores auf, wodurch CONCRETE COFFIN vor allem für die Fraktion der alteingesessen Thrasher interessant sein dürften.  In weiterer Folge, wie in „Concrete Coffin“  beweisen die Gitaristen Tito und Aki, das sie es auch verstehen, knüppelnde Thrash-Songs mit melodischen Soli zu veredeln. Neuzeitliche Einflüsse sucht man auf dieser Scheibe dagegen vergeblich, wodurch mein Blick immer wieder unglaubwürdig auf das angegebene Veröffentlichungsjahr fällt. www.concretecoffin.com
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GLADIATORS OF METAL - Vol. VII (Eigenproduktion)
Enthusiasten, die bereit sind, für „ihre“ Musik alles zu geben, existieren heutzutage in unserer Szene nicht unbedingt in großer Zahl. Dadurch erscheint ein mit viel Hingabe zusammengestellter Sampler, auf dem keine der vertretenen Bands einen Plattendeal besitzt, noch unterstützenswerter als es die Ansammlung an metallisch tönenden Formationen ohnehin schon ist. Was unter dem Titel GLADIATORS OF METAL auf den geneigten Fan zukommt, kann sich wahrlich hören lassen. Insgesamt 26 Bands kann Martin Hasch, Initiator und „Vater“ dieses Samplers (die ersten sechs Compilations aus seinem Hause erschienen unter dem Titel „No Exit“) präsentieren, wobei die stilistische Vielfalt von eher melodiösem Power Metal (INFEARIOR) über Thrash in allen erdenklichen Formen (BITTERNESS, END OF MAN, CRUSHER) und düsteren Stoff (ANGELS IN EXILE, ALTAIR) bis hin zu Speed (FROZEN PARADISE), Death (MIDGARD UPGRADED) und atmosphärischem Black Metal (ASMODEUS) reicht. Ebenso breit gefächert ist auch die Herkunft der teilhabenden Formationen. Von Österreich über Deutschland und Spanien bis nach Brasilien, in die USA und auf die Philippinen reicht der geographische Exkurs, was den Abwechslungsreichtum noch unterstreicht. Da der Sound je nach Aufnahmequalität (abhängig vom jeweiligen Budget) der einzelnen Bands differiert, kann diesbezüglich kein Urteil abgegeben werden, sehr wohl aber über das, ebenso wie die Zusammenstellung an sich, in Eigenregie gefertigte „Warrior“-Cover, das zum Titel dieses Samplers entsprechend umgesetzt wurde. GLADIATORS OF METAL ist für € 10,- zu erhalten, für denselben Preis gibt es auch noch Restexemplare der NO EXIT-Compilations #5 und #6.  Interessenten wenden sich vertrauensvoll an: Martin Hasch, Waldgasse 13, A – 7022 Loipersbach, Österreich, witchlord2000@gmx.at
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DESTINY FAIRE - Same (Eigenproduktion)
Die Verschmelzung von konzeptionellen Geschichten und Musik ist ja schon seit jeher in der Musikgeschichte gang und gebe. Auch in der so genannten „U-Musik“ verarbeiten Künstler seit langer Zeit gleichzeitig ihre lyrischen Ergüsse in Form von durchgehenden Geschichten und der adäquaten Musik. Die Rockmusik ist davon nicht ausgenommen. Man orientiert sich auch in dieser, von der „breiten Masse“ teilweise immer noch nicht recht akzeptierten Kunstform, an den Meisterwerken der klassischen Musik und versucht Rock mit „E-Musik“ zu einer gefälligen Melange zu verbinden. Einen Teil solcher Konglomerate künstlerischer Freiheit nennt man im Volksmund „Rockopern“, wodurch wohl auch Skeptikern der neuzeitlichen Unterhaltungsmusik ein wenig Zugang zu „unserer“ Liebe ermöglicht werden sollte. Auch DESTINY FAIRE sollten diesbezüglich etwas zur „Völkerverständigung“ beitragen können. Der ebenso genannte Doppel-Decker darf getrost als Bindeglied von klassischem und modernem Stoff bezeichnet werden. Laut eigener Bezeichnung nennt sich die auf Silberlingen verewigte Musik „Theatrical Rock“, was uns nun endlich zum eigentlichen Thema bringt („endlich“ ist gut... Andi).  DESTINY FAIRE sind das geistige Kind eines amerikanischen Komponisten, Produzenten und Keyboarders namens Rick Barrack, der bereits seit gut 10 Jahren an diesem Projekt feilt. Mit den Ideen für die Umsetzung im Kopf wandte er sich an eine damals aufstrebende Formation namens ZAXAS, die 1995 (nach einem Demo im Jahre 1993) auch bei uns mit ihrem selbstbetitelten Debüt einige Achtungserfolge verbuchen konnte. Mit von der Partie bei DESTINY FAIRE sind nun eben Mikki Suvia (G), Dale Anthony (V, Texter)  und Rik Veale (D, Songwriter), alle drei von ZAXAS, sowie Caroline Nichols, eine Dame die sehr viel zum Konzept und der Umsetzung beigetragen hat und Ronnie Sarkisian, ein Multiinstrumentalist, der auch für die Produktion zuständig war und einige Gastvokalisten.  Die Geschichte an sich ist eine recht interessante und spannende. Dabei geht es um ein kleines verschlafenes Küstenstädtchen namens Destiny Faire und dessen Einwohner. Nach einer drei Jahre lang andauernden Dürreperiode, in der die Bewohner in Harmonie zusammengelebt haben und ob der üblen Umstände zu einer richtigen Gemeinschaft zusammengewachsen sind, erhalten die Bewohner Besuch vom Unheil bringenden „Captain Of the Spirit Ship“, der auf der Suche nach willigen Opfern ist, um seine Mission, der Welt Gier, Hass und andere Untugenden aufzuzwingen, an jenem Hafen vor Anker gegangen ist um die Einwohner aus jenem idyllischen Dörfchen zu seinen Mitstreitern zu machen (Bist! Du! Gelähmt! Andi). Eine derartige Geschichte verlangt auch nach der adäquaten Umsetzung, wobei die musikalische Eigendefinition von DESTINY FAIRE den Nagel ziemlich auf den Kopf trifft. Von den Arrangements her kann sich DESTINY FAIRE durchaus mit Großmeistern wie Paul O´Neill/Jon Oliva oder Arjen Lucassen vergleichen lassen, was die Musik betrifft fehlt noch ein wenig die Genialität. Zwar sind die Kompositionen an sich gelungen und auch die immer wieder eingestreuten instrumentalen Überleitungen verfehlen ihre Wirkung nicht, was aber fehlt ist schlicht die Griffigkeit der Melodien. Dort wo die oben genannten Herrschaften den Zuhörer mit grandiosen Songs zu fesseln wissen, herrscht bei DESTINY FAIRE eher übertriebene Theatralik, die nicht unbedingt für Eingängigkeit sorgt. Dieses, zugegeben aber doch recht irritierende und somit den Kunstgenuss einigermaßen einschränkende Manko, sollte Interessenten aber nicht davon abschrecken sich intensiv mit DESTINY FAIRE zu beschäftigen.  www.destinyfaire.com
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CHAIN COLLECTOR - Forthcoming Addiction (Eigenproduktion)
Aus dem Hause Sound Riot dürfte wohl demnächst das eigentliche Debüt dieser Kollaboration illustrer Gesellen wie Kjetil Nordhus (V, GREEN CARNATION, TRAIL OF TEARS), Anders Kobro (D, GREEN CARNATION, CARPATHIAN FOREST), und Goran Bomann (G, CARPATHIAN FOREST) auf uns zukommen. Vorher gibt es noch „Forthcoming Addiction“, ein 4-Song-Demo, auf dem uns die Herren beweisen, dass es sich bei den Songs um musikalische Auswüchse handelt, die zu keinem ihrer Hauptbetätigungsfelder passen würden. Schon der Opener „Wicked Mask“ zeigt die Schweden von einer eigenwillig alternativ-rockenden, aber dennoch reichlich Thrash Metal-inspirierten Seite. Das folgende „Winter Princess“ offenbart dann ihre Liebe zu traditionellen Metal-Klängen, während vor allem der Gesang in weiterer Folge gar in Richtung Death Metal tendiert. Trotz dieser Mannigfaltigkeit haben die Songs aber sehr wohl etwas gemeinsam. Es ist der Sucht-Faktor, der den Hörer immer wieder zur „Repeat-Taste“ greifen lässt, weshalb der Albumtitel auch durchaus gerechtfertigt ist. Dieses Demo ist zwar nicht für den Verkauf gedacht, aber in der Zwischenzeit als Gratis-Download auf der Webpage der Band zu erhaschen!! www.chaincollector.com
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FORCE OF EVIL - Black Empire (Escapi/Soulfood)

Den Herren Hank Shermann und Michael Denner dürfte die Pause bei MERCYFUL FATE offensichtlich zu einem zusätzlichen Schub an Kreativität verhelfen. Schon zum dritten Mal innerhalb von knapp zwei Jahren offerieren sie uns unter dem Banner FORCE OF EVIL eine Veröffentlichung. Wie schon auf dem selbstbetitelten Debüt (2003) und der folgenden DVD „Evil Comes…Alive“ (2004), die einen Auftritt der Band im Vorprogramm von TROUBLE und CANDLEMASS zeigt, machen die beiden Hauptkomponisten kein Hehl daraus, dass ihre musikalischen Einflüsse seit jeher aus dem Bereich des düsteren, kraftvollen und dennoch melodiösen Metal stammen. Zusammen mit Martin Steene (V, IRON FIRE), Hal Patino (B, KING DIAMOND) und ihrem langjährigen MERCYFUL FATE-Begleiter BjarneT. Holm (D) haben die beiden Gitarristen mit „Black Empire“ wieder einmal ein Album voll düsterer Metal-Kompositionen abgeliefert. Neben den üblichen Riff-Attacken des Duos überzeugt auf diesem Album in erster Linie Martin Steene mit einer mehr als nur respektablen Leistung. Dazu kommt noch sein offensichtlich durch diverse Grusel-Filme inspirierter Drang lyrische Ergüsse von sich zu geben, die perfekt mit der Musik harmonieren. Dementsprechend klingen Songs wie „The Sinister Show“, „Dead In Texas“ oder „Cabrini Green“ auch so, als ob ein musikgewordener Horror-Streifen auf dem Programm stehen würde.  So lässt sich wohl jeder MERCYFUL FATE-Fan die Pause bis zum nächsten Album seiner Favoriten gefallen. Ungeklärt bleibt für mich auch nach mehrmaliger Einfuhr jenes Songs die Frage nach dem lyrischen Hintergrund zu „Disciples Of The King“… (haha, Andi).
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RAPID FIRE - Scream! (Steelheart Records)
Der klassische Heavy Metal scheint wohl in Italien gerade eine Art Renaissance zu erleben. Immer mehr der dort ansässigen Formationen scheren sich nicht darum, ob ihre Musik denn nun eventuell gerade „hip“ sein würde, wie es ihren Landsleuten von RHAPSODY gelungen ist. RAPID FIRE agieren in der traditionellen Besetzung mit zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und Sänger und kommen ohne weitere Hilfsmittel aus. Mit ihrer Melange aus Einflüssen von Größen wie IRON MAIDEN oder JUDAS PRIEST (a geh? Hätten wir bei dem Bandnamen nie vermutet. Andi) und ein wenig melodiösem Metal der „neuzeitlichen“ europäischen Machart, wissen die Italiener von Anfang zu überzeugen. Dabei beweisen sie nicht nur mit gelungenen Eigenkompositionen wie „Mirage“ oder „Restless Soul“ sowie in den zahlreichen Solo-Passagen ihr Handwerk, sondern auch guten Geschmack was die Auswahl einer Cover-Version betrifft. Auf „Scream!“ wurde „Crazy Doctor“ von der japanischen Legende LOUDNESS recht akzeptabel gecovert, wobei der Gesang in japanischer Sprache beibehalten wurde. In wie fern sich der Text mit jenem vom Original deckt, konnte allerdings leider nicht in Erfahrung gebracht werden, tut aber der gelungenen Umsetzung ohnehin keinerlei Abbruch.
Walter



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