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April 2005
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SIDDHARTA - Rh (edel)
In ihrer Heimat sind die sechs Slowenen, die sich nach einem Roman von Hermann Hesse benannt haben, bereits Superstars. Enorm aufwendige Stadion-Konzerte vor mehr als 30.000 Fans sind keine Seltenheit. Nun schickt man sich, an den Rest der Welt zu erobern. Ihr aktuelles Album überrascht durch eine enorme Bandbreite. So gut wie unmöglich, diese Band einer bestimmten Schublade zuzuordnen. Es erschließt sich ein ungewöhnlich breiter Stilmix. Rock, Metal, Folk, etwas mittelalterliches Flair aber auch elektronische Segmente sind im Gesamtsound vertreten. Das klassische Element betont man durch die Unterlegung mit einem echten Streichorchester. Im ersten Moment fühlt man sich durch die Stilvielfalt fast überfordert. Doch gleichzeitig ist man durch die enorme Fülle an Ideen und Sounds fasziniert und gefesselt. Es erwarten einen ständig neue Überraschungen. "Inside" und "Rain" weisen typisch irischen Einflüsse auf und erinnern ein wenig an Dare bzw. Gary Moore. Im krassen Gegensatz dazu knallt man uns im nächsten Moment mit "T.H.O.R." einen wuchtigen Electro-Metal Stampfer um die Ohren. Eine seltene Mischung, die man schwer in Worte fassen kann. Ein Hybrid aus Goth-Rock, Streicher-Metal und einem Quäntchen Pop, dessen eingängige Melodien und Refrains sich im Gehirn des Zuhörers regelrecht festbeißen. Ein Album, für das man sich unbedingt Zeit nehmen sollte, für Liebhaber extravaganter Musik ein Leckerbissen. Ich denke von dieser Band wird man noch einiges sehen und hören.
Ger-Hard
 
 
SABATON - Primo Victoria (Black Lodge)
Wüsste ich`s nicht besser, ich hätte hinter Sabaton eine spanische Band vermutet. Hört sich für mich wie eine metallische Ausgabe der Heroes Del Silencio an. Was zu einem Gutteil wohl an der extrem tiefen Stimme von Joakim Brodèn liegen mag, der das Material mit einer gehörigen Portion Inbrunst und Pathos vorträgt die in diesem Genre eher ungewöhnlich anmutet. Tatsächlich stammt das Quintett jedoch aus dem neuen Metal-Eldorado Schweden. Stilistisch bewegt man sich im leicht episch gefärbten, im Grunde aber klassischen Powermetal-Bereich mit Schwerpunkt auf hymnenhafte, mehrstimmigen Refrains, stampfende Rhythmen und erfreulich dezente Keyboardparts. Erinnert mich leicht an Virgin Steele. Auf übertriebenen Bombast hat man zum Glück verzichtet. Thematisch setzt man sich mit den großen Kriegen und Schlachten des 20. Jahrhunderts auseinander, was die durchwegs düstere Grundstimmung des Albums erklärt. Keyboarder und Sänger Joakim Brodén klingt dabei stets markant, finster und ungeschliffen, was durchaus zu den kriegerischen Titeln passt. Das Sabaton bereits seit 1999 existieren und erst 2005 ihr Debütalbum zustande bringen, ist schwer nachzuvollziehen. Den druckvollen und gleichzeitig differenzierten Sound hat man den Abyss Studios zu verdanken, in denen ja bekanntlich die Tägtgren-Brüder an den Reglern sitzen. Ein überraschend eigenständiges Debüt, welches True- und Power Metal Fans unbedingt antesten sollten.
Ger-Hard
 
 
HAMMERFALL - Chapter V: Unbent, Unbowed, Unbroken (Nuclear Blast/edel)
Also, Hammerfall sind schon ein Phänomen. Sie ziehen ihr True Metal Ding kompromisslos, um nicht zu sagen: erbarmungslos, durch. Und der Erfolg gibt ihnen recht. Musikalisch bleibt alles wie gehabt. Geradlinig nach vorne stampfende Hymnen wie "Blood Bound", "Fury Of The Wild" oder "The Templar Flame" bahnen sich unaufhaltsam ihren Weg durch die Gehörgänge. Das instrumentale "Imperial" hätte man sich eventuell sparen können. Und natürlich darf die obligatorische Ballade ("Never, Ever") nicht fehlen. Nach wie vor reiht sich bei Hammerfall Klischee an Klischee. Aber wen stört das schon (naja, da fielen mir schon einige ein... Andi). Ist es nicht gerade das, was ihre Fans so an ihnen lieben?! Ebenso wie bei Manowar sollte man das überzogene Image bzw. Outfit nicht allzu ernst nehmen. Das finale "Knights Of The 21th Century" birgt den doch noch eine kleine Überraschung. Ist es doch mit über 10 Minuten der bislang längste Hammerfall Song ever. Zudem konnte man hierfür Cronos von Venom zu einem allerdings eher unspektakulären Gastauftritt gewinnen. Wer die Jungs bislang nicht mochte, wird von "Chapter V." definitiv nicht bekehrt. Egal. Das ist True Power Metal in bester Manier. Nicht mehr und nicht weniger. Vor seinen Vorgängern braucht sich dieses Album sicherlich nicht zu verstecken. Kommt in der Erstauflage auch als Metal-Box inklusive Video und Making of "Blood Bound". Let the hammer fall!!!
Ger-Hard
 
 
DIO - Evil Or Devine (Spitfire/edel)
Ü ber Sinn oder Unsinn dieser CD lässt sich streiten. Ist "Evil Or Devine" doch leider nur der Soundtrack zur gleichnamigen DVD, die bereits vor ca. einem Jahr erschienen ist. Und die somit jeder DIO Fan längst sein eigen nennen dürfte. Das Album dokumentiert einen Auftritt im legendären New Yorker Roseland Ballroom am 13. Dezember 2002. Zu DIOs Band gehörten damals Jimmy Bain (Bass), Simon Wright (Schlagzeug), Doug Aldrich (Gitarre) und Scott Warren (Keyboards). Mit Dio verhält es sich wie mit gutem Whiskey: Je älter, desto besser. Zumindest, was seine Live-Auftritte betrifft. Musikalisch zelebriert man ein Best of Programm, welches fast sämtliche Stationen seiner unglaublichen  Karriere abdeckt. An glorreiche Rainbow-Tage erinnern "Man On The Silver Mountain" und "Long Live Rock`n`Roll". Aus der Black Sabbath Aera zitiert man "Heaven And Hall" und "Children Of The Sea". Und neben DIO Klassikern wie "Holy Diver", "Egypt", "We Rock" u.v.m. steht auch Material neuerem Datums wie "Fever Dreams", "Killing The Dragon", "Rock And Roll" und "Push" auf dem Programm. Das einen deutlich stärkeren Eindruck hinterlässt als auf den Studio-Alben. Aber wie gesagt, eingefleischte Ronnie Fans kennen das Material sicher schon in- und auswendig. Alle anderen sollten den Kauf dieses exzellenten Live-Mitschnitts nicht in Frage stellen.
Ger-Hard
 
ASTRAL DOORS - Evil Is Forever (Locomotive)
Ende 2003 haben die sechs Schweden mit ihrem Debütalbum "Of The Son And The Father" einigen Staub aufgewirbelt und durften überwiegend  exzellente Kritiken einheimsen. Der zweite Streich „Evil Is Forever“ müsste erneut auf wohlwollende Reaktionen stoßen. Denn wer auf klassischen britischen Hardrock/Metal der Marke Deep Purple, Black Sabbath, Rainbow und insbesonders DIO steht, wird von den Astral Doors bestens bedient. Die stimmlichen Qualitäten von Frontmann Patrick Johansson, den man auch von Wuthering Heights (Folk-Metal) und Space Odyssey (Malmsteen-Klon) kennt, brauchen sich hinter stimmgewaltigen Vorbildern wie Tony Martin, David Coverdale und sogar Ronnie James nicht zu verstecken. Ein größeres Kompliment kann ich einem Metalsänger wohl kaum machen. Musikalisch ist alles beim Alten geblieben. Die Astral Doors spielen nach wie vor Heavy-Rock, der an die guten alten 80er erinnert - geradeaus, melodiös und kraftvoll. Natürlich dürfen auch die obligatorischen Hammond-Klänge ("Evil Is Forever") nicht fehlen. Das Kunstück ist, dass der Sound trotz aller Reminiszenzen an die Vergangenheit niemals verstaubt oder altbacken klingt. Natürlich vermeint man so manches Riff bei anderen Bands schon mal gehört zu haben. Aber wen soll es schon großartig stören, dass z.B. der Anfang von "Path To Delirium" ein wenig an "Sign Of The Southern Cross" erinnert. Denn zieht man in Betracht, dass sich große Vorbilder wir Dio oder Deep Purple auf ihren letzten Alben nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben, hat ein Projekt wie dieses durchaus seine Berechtigung. "Evil Is Forever" versprüht dieses gewisse prickelnde Rock`n`Roll Felling, das nicht nur Nostalgiker begeistern sollte. Fans der hier angesprochenen Bands sollten unbedingt ein Ohr riskieren. Ihr werdet begeistert sein!
Ger-Hard
 
 
ANTHENORA - The Last Command (Locomotive/Al!ve)
ANTHENORA konnten sich bislang in ihrer Heimat Italien einen recht guten Ruf als IRON MAIDEN-Coverband erspielen und hatten die Ehre. als Opener für Nico MCBRAIN und sein MCBRAIN DAMAGE-Projekt zu fungieren (Wahnsinn... Andi). Mit ihrem ersten vollständigen Silberling, dem eine Mini-CD namens „The General´s Awakening“ vorangegangen war, beweisen die Herrschaften, dass sie wesentlich mehr draufhaben als bloß das Nachspielen von Klassikern. „The Last Command“ ist ein recht heftiges Stück Heavy Metal geworden, bei dem das Gaspedal zumeist ordentlich durchgedrückt wird. Die Riffs sind häufig recht Thrash Metal-lastig, wie auch die gesamte Ausführung der Songs immer wieder zwischen heftigem Power Metal, Speed und Thrash pendelt. Auch der raue, sehr kräftige Gesang von Luigi Bonansea weiß zu gefallen und ist auch noch recht variabel, wie in den gemäßigten Passagen nachzuhören ist. Zwischendurch schimmern zwar. speziell was die Gitarren betrifft, auch die Einflüsse der „eisernen Jungfrau“ durch, dennoch überwiegt auf „The Last Command“ die Eigenständigkeit. Das abschließende, knapp 13-minütige „The Fortress“ beweist zudem, dass ANTHENORA auch im Stande sind epische Monumentalkompositionen kitsch- und klischeefrei zu gestalten, weshalb dieses Album auch notorischen Italo-Metal-Hasser zusagen sollte.
Walter
 
 
RED WINE – Cenizas (Arise/Point)
Spanischer RED WINE? Nun, ich bin zwar absolut kein Kenner der Materie, aber so weit ich informiert bin, soll es auch in dieser Region so manch bekömmliches Tröpfchen geben.
„ Cenzias“, so der Name der hiermit präsentierten Sorte Rotwein, hat geschmacklich zum Glück wenig mit seinem Namen (cenzias bedeutet „Asche“), sondern viel mit jenem Gebräu zu tun, das wir gewohnt sind, aus der Hansestadt Hamburg zu erhalten. Vor allem der HELLOWE(I)N (Jahrgang 1988) hatte ein sehr ähnliches Aroma (und Du scheinst heut a scho a Menge gekippt zu haben... Andi). Im Abklang erinnert die vorgestellte Sorte aber auch an die ebenfalls aus Norddeutschland stammende Sorte namens METALIUM, vor allem hinsichtlich der Arrangements.  RED WINE konnte sich bislang schon dreimal auf der Weinkarte verewigen, der heurige Jahrgang zeigt allerdings, dass die Geschmacksrichtung beibehalten werden konnte und kein unvorhergesehener Nebengeschmack auf den Gourmet zukommen wird.  Um ihre Herkunft noch deutlicher hervorzuheben, vergessen die Weinbauern aus Spanien auch nicht heimatliche Geschmacksverstärker zu verwenden, was sich vor allem bei der Degustation von „Mi Universo“ als sehr schmackhaft herausstellt. „Cenizas“ lässt sich als überdurchschnittlicher Rotwein beschreiben, der wesentlich origineller schmeckt als zahlreiche andere Mitbewerbsprodukte unterschiedlicher Weingegenden, allerdings noch nicht die Einzigartigkeit weltberühmter Sorten innehat. In diesem Sinne: Prost!
Walter (Du spinnst! Andi)
 
 
ARWEN - Illusions(Arise/Point)
Mit seinem aktuellen Werk versucht das spanische Oktett zum zweiten Mal sein Glück bei den Fans. Wie schon beim Debüt „Memories Of A Dream“ steht auch diesmal symphonischer Bombast-Metal auf dem Programm. Angeführt vom Gesangsduo Nacho Ruiz und M. Carmen Castano lassen uns die Musiker in ein Wechselbad der Gefühle eintauchen. Auf der einen Seite lullen uns die (teilweise gar arg weichgespülten) Keyboards ein, auf der anderen Seite prägen die Gitarren mit ihren traditionellen Metal-Riffs das musikalische Geschehen. Ein ähnliches Bild entsteht bei „Illusions“ auch, was den Gesang betrifft. Auch diesbezüglich wird von hart bis gefühlsbetont so ziemlich jede Nuance geboten. Mir gefallen ARWEN dann am besten, wenn traditionelle Folklore-Elemente in den Songs mitverarbeitet werden. Als Beispiel hierfür sollte unbedingt „Keltia“ testgehört werden. Als Vergleich fallen mir generell die neueren Werke aus dem Hause ANGRA ein, obwohl bei denen logischerweise der weibliche Gesang fehlt (wieso? Is des ka Frau, die da singt... *g*? Andi). Wie die Brasilianer drücken auch ARWEN von Zeit zu Zeit ordentlich aufs Tempo, was den Spanier ganz gut zu Gesicht steht, nur bei „Touch The Sky“ liegen ARWEN zu nahe an Kai Hansen und seinen „Strahlemännern“. Sehr gelungen ist auch die Ballade „Lullaby“, die allerdings auch aus einem Musical stammen könnte und ein wenig fehlplaziert auf der Scheibe wirkt. Trotz dieser unterschiedlichen Stilistiken ist es ARWEN gelungen, ein Album abzuliefern, dass über weite Strecken wie aus einem Guss klingt, weshalb Liebhaber metallischer Melodien jeglicher Couleur hier bestens bedient sein sollten.
Walter
 
 
BELLGRAVE - My Soul Is My Gun (Locomotive/Al!ve)
Wenn die Seele ein Gewehr und somit eine Bedrohung darstellt, darf nicht vergessen werden, dass auch die Stimmbänder von Sänger Danny waffenscheinpflichtig sein müssten. Danny scheint wohl allmorgendlich eine gehörige Portion Stahlstifte zu gurgeln (wahrscheinlich... Andi), um derart raue Stimme zu erhalten. Das deutsche Quintett BELLGRAVE, das uns hier ihr „Seelenleben“ preisgibt, zelebriert heftigen Düsterrock mit der genannten derben Stimme in derart kompetenter Form, dass die Zielgruppe nicht mehr länger gen Finnland blicken muss. Als Vergleich drängen sich SENTENCED geradezu auf, obwohl BELLGRAVE noch eine Nuance heftiger und vor allem rockiger vorgehen.  Mit in Richtung Grundwasser gestimmten Klampfen können Ulf und Alex für die richtige Untermalung der bereits erwähnten Stimme sorgen und lassen das Album zu einem Genrehighlight gedeihen. Vor allem der Opener „Cold Bleeding Angel“ und der Titelsong haben noch dazu das Zeug in einschlägigen Tanztempel demnächst zum Standardprogramm gezählt zu werden; wurden in jenen Songs doch grenzgeniale Hooks eingebaut, die so schnell nicht mehr aus den Gehörgängen zu entfernen sind.
Walter
 
 

DARK MOOR - Beyond The Sea (Arise/Point)

DARK MOOR zählen seit Jahren zu den festen Größen der spanischen Metal-Szene und sind eines der Aushängeschilder ihres Labels. Auf ihrem mittlerweile fünften vollständigen Werk, dem zweiten übrigens seit der Umbesetzung – wir erinnern uns an die „Splittergruppe“, die seit einiger Zeit unter dem Banner DREAMAKER für Furore sorgt (natürlich, Walter, wir erinnern uns alle... Andi) – hat sich stilistisch mit Ausnahme des Gesangs kaum etwas geändert. Noch immer versucht sich das Quartett (ja, im Moment zählen tatsächlich nur vier Musiker zum fixen LineUp, die Keyboards auf „Beyond The Sea“ spielte Drummer Andy ein) an einer Melange aus traditionellem Melodic Metal, einer ordentlichen Dosis Bombast und einigen progressiven Einschüben. Auf „Beyond The Sea“ kommt allerdings deutlicher als bisher die Liebe der Musiker zu beinahe poppigen Arrangements zum Tragen. Auch produktionstechnisch wurde offensichtlich darauf geachtet, möglichst glatt poliert zu klingen, was den Arrangements sehr zu Gute kommt, den Nummern aber im Gegenzug leider zahlreiche Ecken und Kanten genommen hat. Problematisch stellt sich meiner Meinung nach aber die Tatsache heraus, dass den Songs auch die Hooks abhanden gekommen sind, weshalb das Material auch nach dem x-ten Durchlauf nicht so recht haften bleiben will. Vielleicht sollte man beim nächsten Album wieder ein wenig mehr an den Songs an sich feilen und nicht nur an der Produktion und den Arrangements.
Walter
 
 
DAYSEND - Severance (Locomotive/Al!ve)

Moderner, melodiöser Todesmörtel wird schon längst nicht mehr nur in Schweden gemischt. In Australien haben sich fünf Maurergesellen (okay, eigentlich nur vier, denn mit Meredith Webster ist auch eine Gesellin mit von der Partie) unter dem Namen DAYSEND zusammengefunden um ein derartiges Produkt zu gestalten. Aus den Zutaten ARCH ENEMY, SOILWORK und neueren ENTOMBED kreieren die Australier einen recht deftigen Mix, der ab und zu noch von STRAPPING YOUNG LAD-lastigen Einschüben aufgepeppt wird. Neben der Musik an sich weiß auch Sänger Simon Calabrese zu beeindrucken. Zu den erwarteten tiefergelegten Vocals gesellen sich nämlich gar nicht so selten melodiöse Gesangsparts, bei denen der Kerl beweist, dass er auch in einer gemäßigteren Metal-Band seine Berechtigung hätte. Weiteres erwähnenswert erscheint mir der donnernde Groove, der in einem Großteil der Kompositionen zu vernehmen ist. Offensichtlich hat Drummer Wayne Morris diesbezüglich in Charlie Benannte seinen Meister gefunden.  Diese Mischung aus den genannten Zutaten, purer Aggression und dem dazu passenden druckvollen Sound ergeben ein mehr als nur interessantes Album, auf dem keine Schwächen zu erkennen sind.
Walter
 
 
DREAMAKER - Enclosed (Arise/Point)
Der Grund, weshalb Elisa C. Martin, Albert Maroto (G) und Jorge Saez (D) vor einiger Zeit DARK MOOR verlassen haben um unter dem Banner DREAMAKER ihr Glück zu versuchen, war bereits auf dem Debüt „Human Device“ nachzuvollziehen. Noch viel deutlicher wird der Ausstieg, wenn man sich „Enclosed“ unmittelbar nach dem neuesten Werk ihrer ehemaligen Mitstreiter zu Gemüte führt. Musikalisch hat sich das Sextett in der Zwischenzeit so deutlich von Sound ihrer ehemaligen Band entfernt, dass Unwissende nie im Leben auf einen Zusammenhang schließen würden.DREAMAKER klingen mittlerweile nicht nur wesentlich härter, sondern haben auch sehr moderne Rhythmen in ihre Musik einfließen lassen. Auch Elisa´s Stimme kommt in dieser musikalischen Ausrichtung wesentlich besser zur Geltung. Offensichtlich war die Dame immer schon recht aggressiv, wurde diesbezüglich im „dunklen Moor“ aber immer ein wenig eingebremst. „Enclosed“ ist eine coole Mischung aus traditionellen und modernen Elementen geworden, die nicht nur in den Halswirbel geht, sondern auch das Gebein zum Mitmachen animiert. Wäre diese Band aus den Staaten, würde man DREAMAKER wohl demnächst in den einschlägigen Musikkanälen bewundern können.
Walter
 
 
EYES OF SHIVA - Eyes Of Soul (Locomotive/Al!ve)
Das noch recht junge brasilianische Quintett EYES OF SHIVA hat das Glück, sein Debüt über ein einigermaßen renommiertes Label veröffentlichen zu können. Erst seit knapp vier Jahren aktiv, zeigen uns diese Südamerikaner einmal mehr, dass es in dieser Region eine Unzahl junger hungriger Musiker mit jeder Menge Talent zu geben scheint. „Eyes Of Soul“ ist ein prächtiges, höchstmelodiöses Werk geworden, auf dem EYES OF SHIVA von traditionellem Hardrock über HELLOWEEN-verdächtige Melodiebögen bis hin zu dezent an DREAM THEATER erinnernden Einschüben ein breite Bandbreite an Einflüssen zu einer eigenständigen Mischung verarbeitet haben. Interessant ist vor allem die Tatsache, dass offiziell kein Keyboarder mit zum LineUp gehört, dieses Instrument jedoch eine nicht zu verachtende Rolle spielt. Da Fabio Laguna, seines Zeichens Tastendrücker bei ANGRA, die Scheibe produziert hat, nehme ich einmal an, dass der gute Mann diesbezüglich Hilfestellung geleistet hat. Wie man die Musik bei sich bietender Gelegenheit auf den Bühnen präsentieren wird, bleibt abzuwarten, sollte aber kein allzu großes Problem darstellen. Mit EYES OF SHIVA ist die brasilianische Szene ebenso um ein Juwel reicher, wie auch das Label.
Walter
 
 
FROZEN TEARS - Metal Hurricane (Steelheart)
Das italienische Quintett FROZEN TEARS bekennt sich offenkundig zu seinen Einflüssen, die auf die Namen JUDAS PRIEST, IRON MAIDEN oder SAXON hören. „Metal Hurricane“ ist wohl nicht zuletzt aus diesem Grunde auch genau das geworden, was man diesbezüglich erwarten durfte. Ein Album, das vor Metal in seiner ureigensten Form nur so strotzt. FROZEN TEARS sind mitnichten Newcomer, denn vorliegendes Album ist bereits das dritte der Band (na dann. Andi). Die beiden Vorgänger „Mysterious Time“ (2000) und „Way Of Temptation“ (2002) erschienen über das brasilianische Label Megahard, für das neue Werk hat man nun mit Steelheart Records einen ebenfalls in Italien beheimateten Businesspartner gefunden, was ein Arbeiten mit Sicherheit einfacher gestaltet. Das Quintett rund um die Gebrüder Alessio (V) und Leonard Taiti (G) dürfte sich seit den „Megahard“-Jahren allerdings sehr wohl ein wenig weiterentwickelt haben. Auf „Metal Hurricane“ ist nämlich zum ersten Mal kein Keyboarder mehr mit von der Partie, was dem traditionellen Metal sicher zu Gute kommt. Begonnen beim Cover über die neun Eigenkompositionen bis hin zum Finale Grande in Form einer mitreißenden Coverversion von „Some Heads Are Gonna Roll“ ist auf dieser Scheibe schlicht und ergreifend alles METAL geworden. Und das ist auch gut so.
Walter
 
 
VOYAGER - Element V (DVS Records/CM Distro)
Interessantes kommt wieder einmal aus dem fernen Australien auf uns zu. Diesmal in Form von „Element V“, dem Debüt eines Quintetts mit den Namen VOYAGER. Wie der Bandname bereits andeutet, begeben sich die Jungs auf eine musikalische Reise (schnarch... Andi), deren Ziel es zu sein scheint, möglichst viele „Destinationen“ zu erreichen (jo. Weckts mi auf, wenn’s dort seids, danke. Andi). Die musikalische Heimat der Band an sich dürfte der Progressive Metal sein, denn ein Großteil der Kompositionen ist in diesem Bereich anzusiedeln. Allerdings scheut man sich überhaupt nicht davor, auf musikalische Wanderschaft zu gehen. So wissen die Aussies auch durch Einsprengsel des amerikanischen Power Metal zu überzeugen, statten Götheborg eine Kurzvisite ab und haben - wie im Techno- (oder wie auch immer diese Art von Musik genannt wird…) -lastigen Titeltrack nachzuvollziehen - offensichtlich auch schon an der „Love-Parade“ teilgenommen. Dabei scheinen VOYAGER die Sprache einigermaßen erlernt zu haben (oida... wos is des scho wieder für a Review?! Andi) und  ließen es sich nicht nehmen, in „The Eleventh Meridian“, einen Teil der Texte auf Deutsch vorzutragen. Als gemeinsame Vorliebe des Fünfers darf auch Italien angesehen werden, denn symphonische Passagen der RHAPSODY-Klasse finden sich ebenfalls auf der „Element V“.  Lasst Euch mitnehmen auf eine interessante musikalische Reise, deren Ziel zwar nicht genau definiert werden kann, die aber eine Vielzahl an Attraktionen zu bieten hat!
Walter
 
 
LABYRINTH – Freeman (Arise/Point)
Eine recht deutliche Wende nahm die Karriere der Italiener LABYRINTH vor einiger Zeit. Galt die Formation zu Zeiten ihrer ersten Veröffentlichungen als Geheimtipp und wurde diesbezüglich in weiterer Folge von Metal Blade unter Vertrag genommen und nach kurzer Zusammenarbeit mit HAMMERFALL, PRIMAL FEAR und PEGAZUS auf groß angelegte Europa-Tournee geschickt, so musste sich die Band auf Grund diverser Umbesetzungen und geschäftlichen Ungereimtheiten mit besagtem Label alsbald wieder als „Underground-Act“ fieren lassen. Nachdem das Line-Up wieder komplettiert war und LABYRINTH sich dazu entschlossen, fortan auf ihre Pseudonyme zu verzichten, wagten die Herrschaften mit einem wahrscheinlich nicht grundlos selbstbetitelten Werk im Jahre 2003 bei Century Media quasi einen Neubeginn.  Schon auf dieser Scheibe wurde deutlich, dass man die Vergangenheit musikalisch hinter sich zu lassen versuchte, denn besagtes Album verdeutlichte die musikalische Umorientierung in Richtung progressiver Klänge. Nach einem abermaligen Labelwechsel hat man heutzutage zwar mit Arise das bislang kleinste Label als Partner, dafür wohl aber die Chance, intern zur Nummer Eins zu werden.  „Freeman“, so der Titel des aktuellsten Werkes, erinnert vor allem durch das teilweise recht frickelige Vorgehen mitunter an Genregrößen wie das „Traumtheater“, nachzuhören beispielsweise im Opener „L.Y.A.F.H“, allerdings scheuen die Italiener, wie in „Face And Pay“, nicht davor zurück gar Elemente aus dem Jazz-Bereich mit in ihren runderneuerten Sound zu verarbeiten. Andere Passagen wiederum lassen dem Hörer Gänsehäute ohne Ende über den Rücken laufen, derart gefühlvoll gehen die ehemaligen „Power Speedies“ zu Werke.  Zwischen diesen Extrema stehen LABYRINTH anno 2005 und eben diese stilistische Bandbreite macht diese Scheibe in Verbindung mit den zahlreichen, erst nach einigen Durchläufen zu entdeckenden Überraschungsmomenten, so interessant. „Freeman“ könnte als Synonym für das Freispielen einer Band von den von ihr erwarteten Klängen stehen, denn mit jenen hat dieses Album so gut wie NICHTS mehr gemein.
Walter
 
 
LANFEAR - Another Golden Rage (Massacre/Soulfood)
Ich erinnere mich noch sehr genau an „Zero Poems“, jene Scheibe mit der ich zum ersten Mal mit dem Namen LANFEAR Bekanntschaft machen durfte. Damals (1999) klang die Musik dieser süddeutschen Formation noch recht progressiv, aber dennoch einigermaßen kraftvoll. Im Laufe der Zeit entwickelten sich LANFEAR immer mehr in Richtung Power Metal, was nicht zuletzt an der Tatsache lag, dass mit Tobias Althammer ein neuer Sänger ins Line-Up integriert werden konnte. Als erste Veröffentlichung dieser Liasion erschien im Jahre 2003 „The Art Effect“, ein Album, das von Presse und Fans gleichermaßen wohlwollend aufgenommen wurde. Auf „Another Golden Rage“ beweisen die Herrschaften einmal mehr, das Power Metal etwas Anderes ist, als jene Musik, mit der uns unzählige Formationen aus aller Herren Länder versuchen ihre kompetent vorgetragenen, aber gleichzeitig auch zu sehr glatt gebügelten, Melodiereigen unterzujubeln. Auch wenn es LANFEAR inzwischen nicht mehr gerne hören, wenn ihre Musik als „progressiv“ bezeichnet wird, ganz kommt man an diesem Attribut nicht vorbei. „The Unrestrained“ beispielsweise erinnert an MAGNITUDE 9, die ja auch mit besagter Form von Metal in Verbindung zu bringen sind. Wie auch immer, „Another Golden Rage“, übrigens ein Konzeptalbum, in dem die Geschichte von Göttern erzählt wird, denen es nicht mehr bewusst ist, dass sie solche Wesen sind, zeigt LANFEAR in Topform und mit einer gehörigen Portion Innovationsfreude. So enthält „Shades of Black“ neben dem klaren Gesang von Tobias auch Black Metal-Gekreische (von Bassist Alexander Palma gut und glaubwürdig intoniert), was für Atmosphäre zu sorgen weiß und in „Eternally“, eine der gefühlvollsten Balladen die mir in letzter Zeit zu Ohren gekommen ist, kommt ein Saxophon zum Einsatz, das perfekt in das Gesamtbild des Songs eingefügt werden konnte. In erster Linie ist es aber dennoch die Durchschlagskraft der Songs, die den Zuhörer in ihren Bann ziehen werden.
Walter
 
 
RAISING FEAR – Mythos (Dragonheart/NSM)
Bislang waren RAISING FEAR mit einem „Promo 2003“ genannten Demo in Erscheinung getreten, auf welchem die Historien von Geschöpfen der Geschichte und Mythologie vertont wurden. „Mythos“ setzt diesbezüglich genau da fort, wenn auch mit „Gilgamesh“ und „Theseus“ nur zwei Songs davon auf vorliegender Scheibe verewigt wurden. Musikalisch sind sich die Italiener ebenso treu geblieben. Noch immer dominiert der kraftvolle Metal, der zu gleichen Teilen von amerikanischen Vorbildern und Größen der europäischen Szene inspiriert zu sein scheint. Vor allem was den Gesang betrifft scheint Rob DF in Chris Boltendahl von GRAVE DIGGER seinen Meister gefunden zu haben, aber auch „Uns Udo“ lässt sich nicht verleugnen, wenn es darum geht musikalische Einflussquellen hinsichtlich der Stimme zu erörtern.  Abgesehen vom Gesang dominiert auf „Mythos“ generell einmal mehr das Wechselspiel von Alberto Toniolo und seines Mitstreiters Yorick an den beiden Gitarren. Sie wechseln im Zusammenspiel zwischen heftigem Power Metal der VICIOUS RUMORS / METAL CHURCH -Tradition und eher symphonisch angelegten Leads. Die Rhythmusfraktion agiert unauffällig, aber effizient und lässt „Mythos“ somit zu einem kompakten Werk werden. Auch der Sound ist dementsprechend druckvoll ausgefallen und kann für Bonuspunkte sorgen, die allerdings für das recht kitschige und vor allem farbtechnisch sehr unvorteilhaft gestaltete Cover wieder abgezogen werden müssen.
Walter
 
 
RUNAMOK - Back For Revenge (Metal Axe/Point)
Lasst Euch bitte vom albernen Cover nicht täuschen! Die Musik ist wesentlich besser geworden, als man es vermuten würde. Unter derBezeichnung RUNAMOK haben sich STORMWITCH-Gitarrist Fabian Schwarz (hier auch für den Gesang zuständig), der ehemalige TYRAN PACE-Gitarrist Oliver Kaufmann sowie Freddy Schartl (B) und Mario Schmitt (D) zusammengetan, um ihrer gemeinsamen Liebe zu frönen. Diese nennt sich wohl Speed und Thrash Metal, wobei vor allem ANNIHILATOR, MEGADETH und PANTERA als Einflussquellen zu erwähnen sind. Tempomäßig ist vom speedigen Up-Tempo-Banger bis hin zu Stakkato-Riff-haltigen Songs ebenso die gesamte Bandbreite vorhanden, wie man sie aus einer gedachten Schnittmenge der genannten Referenzformationen erwartet. Da ein Teil der Musiker bereits längere Zeit in der Szene aktiv ist, verwundert es zu dem kaum, dass man im Prinzip das Genre Thrash Metal von den Anfangszeiten bis hin zu jenen Auswüchsen, die in den 90er Jahren als „modern“ bezeichnet wurden, geboten bekommt. Auch die Stimme von Florian fügt sich gut in das Gesamtbild ein, obwohl der Kerl nicht unbedingt zur Kategorie der „Barden“ zu zählen ist, aber das kann man ja auch weder von Dave Mustaine noch von Jeff Waters behaupten, um die Vergleiche fortzusetzen.  Die Songs an sich sind nachvollziehbar, verfügen mitunter auch über zwingende Hooks und zeigen, dass es den Musikern offensichtlich wichtiger ist als Band bei den Fans gut anzukommen, als sich selbst übertrieben in den Vordergrund spielen zu müssen. So verzichtete man auf Soloeskapaden und anderen Firlefanz, um dem Motto „Schuster bleib´ bei deinen Leisten“ treu zu bleiben. Lediglich die Ballade „Deliverance“ ist, so hoffe ich zumindest, als „Experiment“ zu betrachten, denn diese kann mit den anderen Songs bei weitem nicht mithalten.
Walter
 
 

STAR RATS - Broken Halo (Adrenaline Records)

Lust auf klassischen amerikanischen Hardrock? Appetit auf richtig fetzige Riffs und Melodien, wie wir sie vor einigen Jahren von SKID ROW, MÖTLEY CRÜE und Konsorten gehört und geliebt haben?
Dann sofort ab zum Plattendealer Eures Vertrauens und nach dieser Scheibe gefragt!  Das dänische Quartett, deren Mitglieder schon mit Bands wie PUSH oder PRIMETIME in der Szene aktiv waren, setzt uns mit „Broken Halo“ ein Werk vor, das den Spirit der oben genannten Formationen auch heutzutage noch problemlos versprühen kann. Neben gutgemachten Eigenkompositionen offeriert uns die Band auch ein gelungenes Cover von BILLY IDOL´s Hit „Dancing With Myself“, das sich gut ins Gesamtbild einfügt, gegenüber dem Original aber einiges mehr an Power zu bieten hat. Generell ist gute Laune ohne Ende angesagt, Melodien sind ebenso zahlreich vorhanden und die dazugehörige Attitude passt auch, was wollen wir also noch mehr?  Konzerte der Band vielleicht, denn diese Art von Musik gehört auf die Bühnen dieser Welt, was das Quartett zumindest in ihrer Heimat bereits als Support-Act für ALICE COOPER und SKID ROW beweisen durfte.
Walter
 
 
MADE OF IRON - Same (Sonic Age Records)
Wenn eine Band, die vor Jahren als IRON MAIDEN-Coverband begonnen hat, diesen Querverweis in ihrem Bandnamen beibehält, ist im Prinzip der Vergleich bereits vorgegeben. Vor allem was die Gitarrenarbeit von Nicko Nikolaidis betrifft, liegt man diesbezüglich auch gar nicht so schlecht. Der Gesang von Jim Over dagegen orientiert sich wesentlich weniger an Meister Dickinson, sondern schafft es sogar, der Musik eine durchaus eigene Note zu verabreichen. Zwischenzeitlich erinnern MADE OF IRON auch ein wenig an die Schweden WOLF, aber bei denen sind ja MAIDEN auch allgegenwärtig. Überzeugend an der Scheibe ist in erster Linie die Eingängigkeit, weshalb der Grossteil der Kompositionen schon nach wenigen Durchläufen für immer in den Gehirnwindungen des Hörers verewigt ist. Da auch eine Menge andere Einflüsse, wie teutonischer Metal der MAJESTY-Kategorie oder verhaltene, gefühlvolle Passagen (man beachte den Beginn von „Time To Repent“) auf diesem Album verewigt wurden, ist der direkte Vergleich zu den Jungfrauen wohl in erster Linie auf den nicht gerade optimal gewählten Bandnamen zurückzuführen.
Walter
 
 
VALKIJA - Avengers Of Steel (Sonic Age Records)
Wer schon länger nach den legitimen Nachfolgern der alten WARLOCK gesucht hat, mit der Musik von Fräulein Pesch in den letzten Jahren aber nicht mehr allzu viel anfangen konnte und gleichzeitig ein Faible für traditionellen, schwer in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts verwurzelten Metal hat, sollte sich den Namen VALKIJA notieren. Diese aus Italien stammende Band mit Frontdame Zoraija zelebriert geradezu diese Art von Musik, die das Flair und die Unbekümmertheit früher WARLOCK, ein wenig vom Pathos von ZED YAGO (man beachte den Gesang bei „Sign Of the Hammer“) und dazu Einflüsse klassischer Metal-Formationen mit Dame, wie MALTEZE oder gar HELLION gekonnt verknüpft. Die amerikanischen Anteile sind zwar deutlich in der Unterzahl, lediglich am europäischen Metal orientieren sich VALKIJA aber ebenfalls nicht. Zumeist wird ordentlich aufs Gaspedal gedrückt, in den wenigen Verschnaufpausen schaffen es die Italiener aber gekonnt für Gänsehautfeeling zu sorgen. Da auch die Produktion diesbezüglich nostalgisch klingt und sich mit Sonic Age wohl auch das rechte Label um die Belange der Band kümmert, sollte die Zielgruppe feststehen. Eben diese wird „Avengers Of Steel“ auf Anhieb in die metallenen Herzen schließen.
Walter
 
 
SECOND HEAT - Same (AOR Heaven/Soulfood)
Offensichtlich reicht den Herren Thomas Löyskä (B), Patrik Svärd (G) und Niclas Olsson (K) ihre Beschäftigung bei den eher AOR-lastigen ALYSON AVENUE nicht aus, um ihre musikalischen Ideen vollständig verarbeiten zu können. Mit SECOND HEAT wurde ein neues Betätigungsfeld ins Leben gerufen, bei dem sie von Roger Landin (D, CLOUDSCAPE, ex-ALYSON AVENUE) und Thomas Bursell (V) unterstützt werden. Vielleicht waren die Songs schlicht und ergreifend unpassend für ihre Stammformation, denn SECOND HEAT gehen im Gegensatz zu ALYSON AVENUE heftiger zu Werke. Zwar haben wir es immer noch mit melodiösem Hardrock zu tun, doch für SECOND HEAT sind andere Anhaltspunkte zu geben, um deren Klang zu erfassen. Durch die stimmliche Nähe von Thomas zu Gary Barden müssen unbedingt MSG genannt werden, wenn auch härtemäßig eher  jene Phase von MSG als Vergleich herangezogen werden sollte, in der Robin McAuley für den Gesang zuständig war. Aber auch die PRAYING MANTIS klingen nicht unähnlich und passen nicht schlecht als Vergleich. Die Kompositionen an sich sind sehr eingängig und leben, wie bei dieser Art von Musik fast obligatorisch,  vor allem vom Wechselspiel von Gitarre und Keyboard. Da im Moment wohl keine der beiden Bands großartige finanzielle Erfolge für die involvierten Musiker bringen kann, nehme ich einmal an, dass die Herren wohl in Zukunft zweigleisig fahren werden, was auf Grund der musikalischen Unterschiede zwischen ALYSON AVENUE und SECOND HEAT aber durchaus Sinn macht.
Walter



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