CDs & DVDs
Feb. 2004
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COMMUNIC - Conspiracy In Mind (Nuclear Blast/edel)
An sich macht es mich skeptisch, wenn ein Album schon im Vorfeld als eine der besten Platten aller Zeiten abgefeiert wird. In diesem Fall sind die Lobeshymnen allerdings mehr als gerechtfertigt. Ich denke, dass man Communic schon jetzt zumindest als DIE Entdeckung 2005 bezeichnen darf. Im März 2003 starteten die beiden in Norwegen beheimateten Scariot-Musiker Oddleif Stensland (g., voc.) und Tor Atle Andersen (d.) ein Projekt, dem man den Namen Communic gab. Mit dem Einstieg von Erik Mortesen (b.) war die Band wenig später komplett. Ihr erstes Demo wurde vom Rock Hard im Mai 2004 zum "Demo des Monats" gekürt, was dem Trio in weiterer Folge zu einem Vertrag bei Nuclear Blast verhalf. Vom stimmlichen her assoziert man Communic zunächst unwillkürlich mit Sanctuary bzw. Nevermore. Musikalisch geht es allerdings wesentlich vielschichtiger zur Sache, da man klassischen wie modernen Metal zu einem höchst eigenständigen Klangteppich von enormer atmosphärischer Dichte verwebt. Der Bogen spannt sich von melodischer Power bis zu knüppelhartem Thrash mit enormem Groove und monumentalen, leicht progressiv angehauchten Arrangements. Der kürzeste der insgesamt 7 Songs ist bereits stattliche 6:44 Minuten lang und mit "They Feed Our Fear" und "Silence Surrounds" erreicht man gleich zweimal die 10 Minuten-Marke. Von Langeweile oder Durchhängern dennoch keine Spur. Genialn wie diese Band gefühlvolle Melodien und brutalste Riffs miteinander verknüpftn ohne je den roten Faden zu verlieren. Hier werden uns die Hammerriffs gleich serienweise um die Ohren geschmettert, die Rhythmsection reiht ein geniales Break ans andere und Sänger Oddleif Stensland packt enorm viel Seele in seinen Gesang und brilliert in allen erdenklichen Stimmlagen. Als Vergleich würde ich ganz vorsichtig die Schnittmenge aus Testament, Iced Earth, Judas Priest, frühen Savatage und natürlich Nevermore heranziehen. Anspieltipp kann ich in diesem Fall keinen empfehlen, "Conspiracy In Mind " enthält definitiv keine Ausfälle. Mein persönlicher Favorit ist das finale 11minütige "Silence Surrounds", das den Facettenreichtum Communics wohl am eindrucksvollsten widerspiegelt. Ich habe schon lang kein Album mehr erlebt, dass selbst nach dem x-ten Hördurchgang noch immer weiter wächst und schlichtweg süchtig macht. Communic haben mit ihrem Debüt ein höllisch gutes Stück Schwermetall geschmiedet, das die Klientel sämtlicher metallischer Lager ansprechen sollte. Weltklasse!
Ger-Hard

FOZZY - All That Remains (SPV/edel)
Eigentlich hatte ich Fozzy als zweitklassige 80er Metal Coverband von eher zweifelhaftem Unterhaltungswert in Erinnerung. Gegründet wurde die Band von dem Wrestler Chris Jericho (voc.) und dem Gitarristen Rich Ward (Ex-Stuck Mojo). Auf dem bislang dritten Album beschränkt man sich nun erstmals ausschließlich auf Eigenkompositionen und überrascht mit einer erstaunlich modern klingenden Produktion. Schon der zweite Song "Enemy" besitzt eindeutig Hitqualitäten. Fozzy vermischen verschiedenste Stile wie modernen Rock/Hardrock mit Nu Metal und einer Prise Metalcore ("Born Of Anger"). Die Songs sind heavy, strotzen vor Energie und sind extrem vielfältig. Chris Jericho entpuppt sich als erstaunlich talentierter Sänger, dessen Stimme fallweise eine deutliche Ozzy-Schlagseite aufweist. Zudem hinterlassen die Auftritte namhafter Szenegrößen wie Zakk Wylde (Ozzy), Marty Friedman (Ex-Megadeth) und Marc Termonti (Creed, Alter Bridge) ihre Spuren und dürften Fozzy zusätzliche Publicity verschaffen. Die von „Bone Crusher“ eingerappten Parts bei „It’s A Lie“ sorgen für ebenfalls Abwechslung, werden bei Traditionalisten allerdings fraglos auf Ablehnung stoßen (hübsch formuliert hamma das... Andi). Als groben Vergleich würde ich den Fozzy-Sound als Crossover aus Ozzy, 3 Doors Down, Alter Bridge und Disturbed chrakterisieren. Wobei Vergleiche hier zwangsläufig hinken, da jeder Song eigenen Reiz und Ausstrahlung besitzt. Hier war man deutlich hörbar um Eigenständigkeit, Abwechslung und Kreativität bemüht. Die Scheibe macht durchgehend Spaß und sei allen jenen die modern angehauchten Metal mögen wärmstens ans Herz gelegt.
Ger-Hard

IOMMI with GLENN HUGHES - The 1996 DEP Sessions (Sanctuary)
Sein Name wird auf ewig untrennbar mit Black Sabbath verbunden sein. Er hat zweifellos einige der großartigsten Riffs der Rockgeschichte geschrieben. 1986 veröffentlichte Toni Iommi nach einem kurzen Intermezzo mit Ian Gillan als Black Sabbath-Sänger ("Born Again") das von Glenn Hughes eingesungene "Seventh Star"-Album, welches ursprünglich als Iommi Soloalbum geplant war und schlussendlich aus marketingtechnischen Gründen als "Black Sabbath feat. Toni Iommi" veröffentlicht wurde. Meiner Meinung nach das wohl unterbewertetste Sabbath-Album überhaupt. Mitte der 90er bat Iommi dann Hughes neuerlich um seine Mitarbeit. Bedauerlicherweise wurde das Material nie veröffentlicht und geisterte jahrelang unter dem Titel "Eight Star" in Form minderwertiger mp3s durch diverse Tauschbörsen. Im Frühjahr 2004 entschloss sich Iommi die Originalaufnahmen nochmals zu überarbeiten und die Drumparts von Jimmy Copley neu einspielen zu lassen. Stilistisch bewegt sich das Material zwischen dem ´86er Iommi/Hughes-Album Seventh Star und der düsteren Heaviness der frühen Black Sabbath Jahre. Mit gewohnter Lässigkeit lässt Iommi eine Riff-Dampfwalze nach der anderen auf den Hörer zurollen und Glenn Hughes drückt den Songs mit seinem kraftvollen souligen Gesang einen unverkennbaren Stempel auf. Diese Musik ist zeitlos und klingt trotz einer Spanne von 9 Jahren zwischen Aufnahme und Veröffentlichung in keinster Weise angestaubt. Anspieltipps: der wuchtige Opener "Gone" bzw. das von Glenn grandios gesungene "Time Is The Healer". Die Spielzeit ist mit knapp 38 Minuten für heutige Verhältnisse zwar etwas dürftig. Für Black Sabbath Fans (und nicht nur die) dennoch definitiv ein Pflichtkauf.
Ger-Hard

SETH – Era-Decay (Avantgarde Music)
Bereits seit mehreren Jahren ist diese französische Formation im Untergrund aktiv. Auf ihrem mittlerweile vierten Album zelebrieren die Herrschaften eine brutale Mischung aus Death und jeder Menge Black Metal, wobei vor allem Sänger Black Messiah mit seinem mitunter recht hysterischen Gekreische eindeutig zum zweit genannten Genre zu zählen ist, obwohl seine Stimme doch einigermaßen tiefer klingt als bei vielen seiner Sangeskollegen. Auffällig an der Musik von SETH ist die Liebe zur Abwechslung, denn vorhersehbar ist die Musik der Franzosen zu keiner Sekunde. Die Gitarrenfraktion agiert auf höchstem technischem Niveau, was sich allerdings ein wenig negativ auf die Nachvollziehbarkeit der Songs auswirkt, da diese dadurch ein wenig zerfranst wirken. Trotz aller Perfektion an den Instrumenten sollte überdacht werden, ob es nicht sinnvoller wäre, ein wenig mehr songdienlich zu operieren.
Walter

STEEL ATTACK – Enslaved (Arise/Point)
Runderneuert zeigt man sich im Lager der schwedischen Melodic Metaller STEEL ATTACK. Nicht nur ein neuer Businesspartner konnte gefunden, auch im Line-Up hat es Veränderungen gegeben und selbst die Musik hat sich im Vergleich zu jener, die wir unter dem Banner STEEL ATTACK gewohnt waren, einigermaßen verändert. Während die Schweden in der Vergangenheit Gefahr liefen, in den großen Topf der HELLOWEEN / GAMMA RAY – Kopisten eingeordnet zu werden, ist auf „Enslaved“ wesentlich mehr an Eigenständigkeit festzustellen. Klar, eine Neuerfindung des melodiösen Metal durften wir von Herrschaften ohnehin nicht erwarten, die Veränderung kommt allerdings zum besten Zeitpunkt. Vor allem das Gitarrenduo Johan Jalonen und John Allen versteht es perfekt, Melodien und Härte zu einer feinen Melange zu verarbeiten, ohne dabei die oben angeführten Bands großartig zitieren zu müssen. Auch der ehemalige LACK OF FAITH-Sänger Ronny Hemlin kann für zusätzliche Pluspunkte sorgen, klingt sein Organ doch wesentlich „voller“ als jenes seines Vorgängers. Daneben ist auch das lyrische Konzept der Scheibe ein interessantes. STEEL ATTACK haben sich sehr intensiv mit dem Thema Religion auseinander gesetzt, jedoch kein Konzeptalbum an sich fabriziert, sondern es dabei belassen, die Texte zu sämtlichen Songs in dieser Thematik anzusiedeln. In dieser Verfassung sollten STEEL ATTACK eigentlich keinerlei Feindseligkeiten mehr entgegentreten, denn musikalische Fähigkeiten sind in ausreichendem Maße vorhanden und offensichtlich hat sich das Umdenken in Sachen Songwriting ebenfalls positiv ausgewirkt.
Walter

BEHOLDER – Lethal Injection (Dragonheart/NSM)
Das Wechselspiel zwischen Weiblein und Männlein am Mikro ist ja bei Gott schon lange nicht mehr neu. Allerdings muss ein solches nicht gleichzeitig auch bedeuten, dass Gothic Metal auf dem Speiseplan steht. Als Paradebeispiel für kraftvollen Metal in Kombination mit einem Gesangspärchen dürfen ruhigen Gewissens die Italiener BEHOLDER genannt werden. Patrick Wire und seine kongeniale Partnerin Leanan Sidhe liefern sich über weite Strecken dieses Albums, dem mittlerweile dritten der Band, regelrechte Sangesduelle. Auffällig daran ist auch, dass es offensichtlich nicht um das bekannte Spielchen „Gut und Böse“ bzw. Engel und Dämon, sondern um zwei gleichgestellte Sangesbarden handelt. Im Gegensatz zu den Vorgängerwerken haben BEHOLDER ihre Songs ein wenig an Atmosphäre abgespeckt um im Gegenzug ein Quäntchen mehr Härte in die Songs zu packen. Was die Texte betrifft haben BEHOLDER aber immer noch einen Hang zur Melancholie, wobei die lyrischen Ergüsse allerdings perfekt mit der Musik harmonieren.
Walter

CIBORIUM – Overgrowing Human Void (Recital)
Eine recht rüde Mischung aus modernem Thrash und Death Metal kredenzen uns diese Portugiesen, die unter dem Banner CIBORIUM nun schon seit nahezu zehn Jahren zusammen musizieren. Zu diesen Hauptbestandteilen gesellen sich allerdings auch teils recht melancholische Passagen mit klaren Gesang, die vor allem aufgrund der etwas weinerlichen Stimme in Richtung ALICE IN CHAINS tendieren. Für ausgefeilte Arrangements scheinen CIBORIUM ebenfalls ein Faible zu haben, denn die Herrschaften schaffen es ihre Kompositionen ungemein spannend zu gestalten und schrecken auch nicht davor zurück artfremde Einflüsse zu verarbeiten. Als Beispiel sei „Skyshaper“ genannt, bei dem durch den Einsatz von Mandolinen ein angenehm entspanntes Flair entstanden ist und so die Scheibe weiter aufgelockert wird. Was den Sound betrifft konnte das Optimum aus den Instrumenten herausgeholt werden, wodurch „Overgrowing Human Void“ zu einem wahren Schmankerl gedeihen konnte.
Walter

EMINENCE – Humanology (Timeless Records/TwoFatMen)
EMINENCE stammen aus Brasilien, existieren seit 10 Jahren und haben mit Jairo Guedz ein ehemaliges SEPULTURA-Mitglied in ihren Reihen. Jairo war bis zur Veröffentlichung von „Schizophrenia“ mit an Bord des (ehemaligen) brasilianischen Thrash Metal-Aushängeschilds und ist nun eben mit seiner aktuellen Formation drauf und dran auch in Europa Fuß zu fassen. „Humanology“, das in der Zwischenzeit dritte Album von EMINENCE, beinhaltet, wie nicht anders zu erwarten, zum größten Teil brachialen Thrash Metal. Allerdings klauen die Herren zu keiner Sekunde bei ihren prominenteren Landsleuten, sondern verstehen es ihren eigen Stil zu kreieren. Zu herkömmlichen Thrash–Versatzstücken der SLAYER-Schule gesellen sich Industrial-Einflüsse und eine betont modern agierende Rhythmus-Abteilung (Stichwort: MACHINE HEAD). Dadurch und nicht zuletzt durch die hammerharte, ungemein druckvolle Produktion, erinnert mich „Humanology“ ein wenig an die letzten Werke der Chilenen CRIMINAL, die eine ähnliche Atmosphäre erzeugen konnten. Fans von modernen Thrash Metal- Klängen sei diese Band dringend ans Herz gelegt!
Walter

BLOODSTAINED – Greetings From Hell (Cult Metal Classics)
In Griechenland wird traditioneller Power Metal hochgeschätzt. Aber nicht nur der Erfolg von Formationen wie ICED EARTH, die in Hellas eine riesige Fangemeinde haben, deutet darauf hin, auch einheimische Bands verstehen es in diesem Subgenre feinste Töne von sich zu geben. Die an Hoffnungsträgern ohnehin nicht gerade arme griechische Metal-Szene sollte, vor allem was den Power Metal betrifft, in absehbarer Zeit auch zu internationalem Ansehen kommen. Als besonderer Geheimtipp seien BLOODSTAINED erwähnt. Das Quintett besticht auf seinem Debut „Greetings From Hell“ mit Power Metal Kompositionen, die alle Trademarks, die der geneignte Fan erwarten darf, beinhalten. Egal, ob gnadenlos drückend, wie im Opener „Die By My Sword“ oder eher getragen bis episch wie in „Sacrifice“, die Griechen wissen voll und ganz zu überzeugen. Mit Theodoros Gourlomatis hat das Quinett noch dazu einen Sänger in seinen Reihen, der der häufig an Harry Conklin von JAG PANZER erinnert, was keinesfalls als Kritikpunkt zu werten ist, sondern eher als Qualitätsmerkmal zu verstehen ist. BLOODSTAINED zählen mit diesem Album für mich zu den Entdeckungen des vergangenen Jahres!
Walter

PERZONAL WAR – Faces (AFM/NSM)
Seit dem Beginn ihrer Karriere, damals zwar noch PERSONAL WAR genannt, aber musikalisch durchaus schon auf dem noch heute eingeschlagenen Weg, haftet dieser deutschen Band der Vergleich mit METALLICA an den Fersen. Dabei hat „Faces“ musikalisch mit den Amis nur noch wenig gemeinsam, allerdings hat Sänger Matthias Zimmer eine sehr stark an James Hetfield erinnernde Stimme, weshalb diese Vergleiche nicht so einfach aus der Welt zu schaffen sind. Zwar haben PERZONAL WAR im Laufe der Jahre ihren Sound einigermaßen „aktualisiert“, also ein wenig in Richtung „Moderne“ geschielt, allerdings hat das Songwriting –Team der Band die Fähigkeit Ohrwürmer geradezu aus dem Ärmel zu schütteln. So überzeugt „Faces“ mit vierzehn Kompositionen zwischen richtig heftig und eher getragen, aber immer mit Schmackes und zwingenden Melodien. Die genial in Szene gesetzte Produktion tut ihr übriges zu diesem gelungenen Werk, das der Band hoffentlich überall den längstverdienten Zuspruch einbringen wird.
Walter

OCEANS OF SADNESS - …Send In The Clowns (Apache Productions/Sony)
Trotz des recht düster klingenden Bandnamens hat sich das belgische Sextett OCEANS OF SADNESS keineswegs ausschließlich tieftraurigen Melodien verschrieben. Zugegeben, auch derlei Klänge sind in der exquisiten Melange der Herrschaften vorhanden, aber nur als eine von zahlreichen Zutaten. Die Geschichte der Formation reicht ins Jahre 1995 zurück, in dem auch das erste Demo „Forgotten Symphony I“ eingespielt wurde. In weiterer Folge konnte man damit nahezu ausnahmslos positive Kritiken einheimsen, was sich auch mit dem im Jahre 2001 erschienenen Debut „For We Are“, sowie dem im Jahr darauf erschienenen „Laughing Tears – Crying Smile“ fortsetzen ließ. Die zahlreichen Auftritte in den vergangenen Jahren mit unterschiedlichsten Acts sind wohl ebenfalls nicht spurlos an den Musikern vorbeigegangen und haben sich in Folge auch auf das ungemein mannigfaltige Songwriting ausgewirkt. „….Send in The Clowns“ überzeugt mit der eingangs erwähnten Melange unterschiedlichster Elemente, wobei symphonischer Black Metal, Melodic Death Metal und nahezu frickelige Progressive Metal Passagen die Hauptbestandteile der Musik der Belgier darstellen. Dazu wurden gekonnt Elemente aus der Gothic-Ecke und dem traditionellen Doom in die Songs gepackt, ohne dabei den berühmten „roten Faden“ zu verlieren. Mit Tys Vanneste hat das Sextett noch dazu einen Sangesakrobaten in seinen Reihen, der in allen genannten Subgenres eine gute Figur abgeben würde und der es noch dazu schafft mit seinem recht dunklen Timbre den Songs einen Hauch Melancholie zu verabreichen. Nicht zu verachten ist auch die ungemein druckvolle Produktion, wobei für den Mix Altmeister Attie Bauw zuständig war, der ja unter anderem bereits für JUDAS PRIEST und CHANNEL ZERO an den Reglern beste Arbeit geleistet hat. Von einer Mischung wie dieser sollte sich nahezu jeder Metaller angesprochen fühlen!
Walter

CATARACT – With Triumph Comes Loss (Metal Blade/NSM)
Die Schweizer CATARACT haben sich durch zahlreiche Gigs und Tourneen mit BIOHAZARD, SICK OF IT ALL oder S.O.D. in den letzten Jahren einen recht guten Ruf erspielen können. Doch nicht nur auf den Brettern, die die Welt bedeuten funktioniert die Musik des Quintetts einwandfrei, auch auf Tonkonserve verewigt wissen CATARCT zu überzeugen. Ihre Mischung aus Thrash Metal, wobei ich hier vor allem Einflüsse von SLAYER zu vernehmen meine, und Hardcore, diesbezüglich kann ich für meinen Teil die NYC-Schule heraushören, ist an Durchschlagskraft kaum zu überbieten. Zwar haben PRO-PAIN schon seit Jahren ein ähnliches Stilgemisch fabriziert, allerdings scheinen die Herren rund um Gary Meskil ihrer Zeit schlicht zuvor gekommen zu sein, denn anno 2004 ist nennt sich diese Stilform „Metalcore“ und ist plötzlich „in“. Auch mit ihrem aktuellen Silberling werden die Schweizer auf den Bühnen der halben Welt präsent sein und man kann für die Herrschaften nur hoffen, dass nach ihrem momentanen „Triumph“ nicht unmittelbar der „Loss“ eintritt.
Walter

IMPIOUS – Hellucinate (Metal Blade/NSM)
“Höllisch” im wahrsten Sinne des Wortes geht es auf diesem Silberling zu. Dabei meine ich keineswegs irgendwelche satanistisch veranlagten lyrischen Ergüsse, sondern das Tempo und die Brachialität mit der die Schweden IMPIOUS zu Werke gehen. Zumeist legen die Gitarristen ein Tempo vor, dass für die übrige Besetzung nur recht schwer zu halten ist, allerdings erweisen sich Schlagzeuger Mikael Noren und Basser Erik Peterson als kompetente Musiker, denen ein dermaßen hurtiges Tempo keinerlei Mühe bereitet. Wer mit dem Namen IMPIOUS bereits vertraut ist, wird wissen, was ihn erwartet. Für alle Anderen sei erwähnt, dass die Band seit 1994 existiert und bereits mehrere Demos sowie zwei Cds veröffentlicht hat, wobei ich ob meiner Unkenntnis dieser Werke keinen Kommentar zu etwaigen stilistischen Änderungen geben kann. „Hellucinate“ ist in jedem Fall ein amtlicher Brecher irgendwo in der Schnittmenge aus Thrash und Metalcore geworden.
Walter

FATES WARNING – FWX (Metal Blade/NSM)
Lange hat es gedauert, für manche Zeitgenossen eventuell zu lange, bis uns Jim Matheos und seine Mannen wieder ein neues FATES WARNING-Album abgeliefert haben. Das schlicht „FWX“ betitelte Album setzt auf der einen Seite zwar die seit „A Pleasant Shade Of Gray“ melancholische, dezent ins Depressive führende, Marschrichtung fort, allerdings nur was die Stimmung des Albums betrifft. Die Musik an sich zeigt sich abwechslungsreich und unvorhersehbar wie nicht anders zu erwarten. Trotz seiner Führungsposition innerhalb der Band schafft es Jim auch Songs zu komponieren, die auf Ray Alder geradezu maßgeschneidert wirken, „Heal Me“ beispielsweise könnte auch von Ray´s Side-Project ENGINE stammen. Dazu scheinen auch seine eigenen Nebenaktivitäten nicht ganz spurlos an Meister Matheos vorüber gezogen zu sein, so klingen einige Songs, oder zumindest Fragmente davon, deutlich nach OSI. Im Gegensatz zu „Disconnected“, der letzten Veröffentlichung von FATES WARNING finden die Songs allesamt wesentlich schneller Zugang und bleiben trotz partieller Sperrigkeit problemlos in den Gehörgängen haften. Mit der Tatsache, dass diese Band nie wieder so klingen wird wie zu seligen „Awaken The Guardian“-Zeiten, sollte sich mittlerweile auch der hartnäckigste, eingeschworenste Fanatiker der Truppe abgefunden haben. FATES WARNING anno 2004 klingen nun mal völlig anders als damals und kein Mensch sollte über diese musikalische Leistung lästern, denn als gelungen muss „FWX“ in jedem Fall bezeichnet werden. Ich persönlich würde mir lediglich ein bisschen weniger elektronische Spielereien und stattdessen mehr Gitarrengustostückerl aus den Handgelenken des Herrn Matheos wünschen. Aber wer weiß, vielleicht hat er diesbezüglich ja schon wieder einiges für ein weiteres Solo-Album in der Schublade.
Walter

APOCALYPTICA - Apocalyptica (Universal)
Diese Band wird ja mit Sicherheit jedem ein Begriff sein. Vor 9 Jahren gab es das erste, bis heute unvergessene Output "Apocalyptica - Plays Metallica By Four Chellos" zu kaufen, welches weltweit gleich rund 800.000 Mal über die Ladentische ging. Nach diesem Debüt wurden "hauseigene" Songs komponiert und Drums als Umrandung eingeführt, für welche man sich niemand anderen als Slayer Drummer Dave Lombardo aussuchte, der die Band bis zum nun vorliegenden Album "Apocalyptica" tatkräftig unterstützt, diesmal aber leider nur beim Song "Betrayal/Forgiveness". Die restlichen Songs wurden von Drummer Mikko Siren eingespielt. Weiters begann man, immer mehr Gesang in die Kompositionen einzubauen. Dafür holte man einige Gastsänger wie Nina Hagen, Ville Valo (HIM) und Lauri Ylönen (The Rasmus) an Bord. Die zwei letzteren wirken beim neuen Album "Apocalyptica", mit und zwar bei der mittlerweile schon bekannten Singleauskopplung "Bittersweet"und beim Song "Life Burns!". Letzterer ist der Opener des neuen Meisterwerks und als ich die CD zum ersten Mal in meinen CD Player einlegte, war ich der festen Meinung, ich hätte die falsche CD erwischt. Ich glaube, dass es vielen so gehen wird, denn der Song "Life Burns!" fällt völlig aus dem gewohnten Stil von Apocalyptica! Eine moderne fetzige Rocknummer mit Ohrwurmmelodie erwartet euch nämlich. Ihr werdet euch wundern! Danach geht es aber ganz im einzigartigen Apocalyptica Stil weiter, so, wie wir es gewohnt sind. Auf der einen Seite sehr klassisch, auf der anderen Seite aggressiv und schnell. Schöne Beispiele für einen "apokalyptischen Metal Song" sind "Distraction" und vor allem "Fatal Error" und "Betrayal/Forgiveness", wo man die Metal-Riffs nur so raushört, beinahe unglaublich sowas auch mit dem Chello zu schaffen. Einer der ruhigsten Nummern ist die Singleauskopplung "Bittersweet", ein schöner Song zum Entspannen. Das neue Album ist auch aufnahmetechnisch noch einen Tick mehr gelungen und klingt aggressiver als der Vorgänger "Reflections". Fazit: Apocalyptica haben es mit dieser CD einmal mehr geschafft, die perfekte Symbiose zwischen Metal/Rock und Klassik zu finden. Sowohl Metal/Rock-Fans als auch Klassik-Liebhaber werden damit gleichermaßen zufrieden sein und wer beides gerne hört, so wie ich, der kommt an Apocalyptica nicht vorbei. Also: Zugreifen und staunen! Apocalyptica spielen am 11. 04. 05 live im Wiener Gasometer.
Dominik

DARK DECEPTION - Spiritual War (Eigenprod.)
Nun ist es endlich so weit! Dark Deception beglücken uns mit ihrem ersten professionellen Studioalbum! Dieses hört auf den Namen "Spiritual War"und umfasst 7 Nummern inklusive Intro und Instrumental-Zwischenstück. Ihr kennt Dark Deception nicht? Okay, hier eine kurze Übersicht: Dark Deception kommen aus der kleinen Provinz Großnondorf in Niederösterreich und existieren nun schon seit 1998. Die sechsköpfige Horde, bestehend aus den zwei Gitarristen Thomas und Helmut, Sänger Markus, Drummer Chris, Keyboarder Pepal und Basser Wals, haben ihre erste Demo CD im Jahre 2001 released. Danach folgte das letzte Output, die Mini CD "Path Of Damnation", mit welcher sich die Band im Underground einen Namen machte. Soviel mal im Groben zur History. Jetzt, knappe 2 Jahre nach "Path Of Damnation" folgt der "Spiritual War". Was fällt auf? Zum ersten gleich mal die Professionalität und Qualität der Aufnahmen, die es von Dark Deception so noch nicht gab. Nach den ersten Songs wird klar, dass der Death/Black Metal von Dark Deception nun mehr in die Richtung des Black Metals gelenkt wird, allerdings immer wieder durch geniale "Abwürger", (im positiven Sinn) verbunden mit Tempowechseln aufgelockert und aufgewertet wird. Dark Deception sind verdammt schnell geworden und hämmern den Hörer den Schädel ein. Positiv fällt auch die stimmliche Weiterentwicklung von Sänger Markus auf, die ja schon seit jeher genial war und wahrscheinlich auch zusätzlich durch die professionelle Aufnahme im Studio mächtiger und brachialer rüberkommt. Meine persönlichen Favoriten sind der Opener "Rebellion Of The Damned"und "Satanic Revenge". Aber auch die weiteren Songs wie die Titelnummer oder "Tower Without Return" können einiges und verlieren nicht an der richtigen Abstimmung von Brutalität, Melodie und Mystik, besonders durch das Keyboard, welches perfekt eingesetzt wurde. Fazit: Dark Deception gehen mit "Spiritual War" einen weiteren sehr großen Schritt vorwärts und beweisen, dass guter Black/Death Metal nicht immer nur aus Norwegen & Co. kommen muss. Hut ab, Gratulation und hoffentlich viele Gigs, um das Album dem Metal-Club auch live präsentieren zu können.
www.darkdeception.at
Dominik


DVDs



EVANESCENCE - Anywhere But Home (Epic/Sony)  DVD+CD

Mit "Bring Me To Life", ihrem Beitrag zum Soundtrack zu "Daredevil", wurden Evanescence quasi über Nacht zu Superstars. Ob es Sinn macht nach nur einem, wenngleich mulitplatin veredelten Album, gleich eine Live-CD nachzuschieben, sei dahingestellt. Aber warum nicht? Kohle lässt sich damit bestimmt machen (a geh – Andi). Was definitiv Sinn macht, ist die beigepackte Bonus-DVD. Denn somit kann man den Live-Mitschnitt aus dem Zenith in Paris nun auch als audiovisuelles Vergnügen geniessen. Neben fast allen Titeln von "Fallen" (nur "Hello" fehlt) spielt man mit "Breathe No More" und "Farther Away" auch zwei ältere Songs, die bislang wohl nur Insidern bekannt waren sowie ein Cover von Korn´s "Thoughtless". Das mir völlig unbekannte "Missing" ist nur auf der CD, keine Ahnung warum dieser Titel auf der DVD fehlt. Was die Bilder betrifft ist der Auftritt perfekt in Szene gesetzt. Mit 14 Kameras gefilmt, aufwendige Lichtshow, zahlreiche Schwenks ins Publikum, die Live Atmosphäre ist perfekt. Unverständlicherweise ist der Sound auf CD wesentlich besser als auf DVD (normalerweise umgekehrt). Dafür lässt der Bonusteil keine Wünsche offen. Hier finden sich die Videoclips zu "My Immortal", Everybody`s Fool", "Bring Me To Life" und "Going Under". Das absolut Highlight ist allerdings die knapp einstündige "Behind The Scenes"-Doku, welche sich in die Kapitel "Life On The Road", "Showtime", "Bloopers" und "Unleashed" unterteilt. Vor allem die beiden Letzteren sind überaus unterhaltsam und vermitteln einen rundum sympathischen Eindruck von Amy & Co. Da dieses Package zum Preis einer Normalo-CD erhältlich ist, kann man hier eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen.
Ger-Hard
 
 
ILL NINO - Live In The Eye Of The Storm" (Roadrunner/edel)
Während Sepultura immer mehr in der Bedeutungslosigkeit zu versinken drohen, scheinen die aus den unterschiedlichsten südamerikanischen Regionen stammenden Ill Nino kurz vor dem großen Durchbruch zu stehen. Ill Nino steht für eine brodelnde Mixtur aus exotischen Rhythmen, harten Riffs und einem ausgeprägten Gespür für eingängige Refrains. Ein unablässiges Wechselbad aus Melodie und Härte, dem der Wechsel zwischen den Spanisch und Englisch gesungenen Lyrics einen zusätzlichen Reiz verleiht. Nun wurde es natürlich Zeit für die heutzutage unumgängliche erste DVD. Zuallererst stellt sich die Frage, wo finde ich was?! Als besonders übersichtlich kann man die Menüführung nicht bezeichnen. Hat man sich erstmal orientiert, kann man unter "Ill Nino`s Real World" einen knapp 40minütigen Blick in den Backstagebereich der Latino Metaller riskieren. "Scandalous Confessions" enthält Interviews mit den einzelnen Musikern. Beides leider ohne Untertitel. Der Link zu "Vampire Baby" führt ins Leere, in "Caught on Tape" sind alle 5 bislang erschienenen Videoclips versteckt und mit "Ill Nino Ravages Cities" sind wir endlich bei dem auf dem DVD-Cover groß angekündigten "A Full Concert" angelangt. Das mit knapp 40 Minuten etwas dürftig ausgefallen ist. Was sich hinter "Spic-tacular Photo Gallery" verbirgt ist wohl unschwer zu erraten. Für Fans der Band, trotz einiger Mängel, ein definitives MUSS. Obwohl hier definitiv mehr möglich gewesen wäre.
Ger-Hard
 
 
V.A. - Roadrage 2004 (Roadrunner/edel)
Bereits zum dritten Mal rollt der "Roadrage"-Monstertruck durch die Regale der DVD-Shops. Das Konzept „viel Musik für wenig Geld“ sei zur Nachahmung wärmstens weiterempfohlen. Hier finden sich so ziemlich alle "Roadrunner-Combos" die derzeit angesagt sind. Wessen Herz für Slipknot, Killswitch Engage, Crazyfists, Ill Nino, Soulfly, Machine Head, Fear Factory, Chimaira oder Hatebreed schlägt, sollte sich diese Teil nicht entgehen lassen. Ausserdem sind noch Devildriver, Red Tape, Dirty Americans, Everytime I Die, Scarlet, Stone Sour, Murderdolls, From Autumn To Ashes, 40 Below Summer, To My Surprise, Twelve Tribes, Thornley, E-Town Concrete und Nickelback vertreten. Obwohl der Schwerpunkt eindeutig bei Nu-Metal und seinen Begleiterscheinungen liegt, sollten auch Traditionalisten ein Auge bzw. Ohr riskieren. Aufwendige Specials sucht man vergebens, das kann man bei 26 Clips zu einem Preis von knapp 10 Euro aber locker verschmerzen. Sofern man den neu-metallischen Urgewalten zumindest ein bißchen zugetan ist, kann man mit "Roadrage" eigentlich nichts falsch machen.
Ger-Hard
 
 
LETZTE INSTANZ - Live (Soulfood)
Vor knapp einem Jahr ist die Letzte Instanz quasi in ihre Einzelteile zerfallen als Robin (Gesang), Tin (Gitarre) und FX (Bass) überraschend ihren Ausstieg verkündeten. Deshalb dürfte das vorliegende, im November 2003 im Kesselhaus/Berlin aufgenommene Konzert wohl einen der letzten Auftritte der Ur-Formation dokumentieren. Leider lässt sich die magische Atmosphäre, die einen bei den Gigs der Instanz stets gefangennahm, nur vage wiedergeben. Ausserdem waren Spielzeiten von weit über 2 Stunden obligat, somit bekommt man hier mit spärlichen 74 Minuten nur einen unzureichen Eindruck dessen vermittelt, was sich normalerweise auf als auch vor der Bühne abspielte. Es ist eine Tatsache, das die "Instanzler" live wesentlich mehr zu fesseln wussten als auf Tonträger. Diese einzigartige Mischung aus Rockknallern, Techno-Elementen, Folk, Metal, Hip-Hop-Anleihen und exzessivem Cellospiel war schlichtweg genial. Es macht ganz einfach Spaß an dieser Stelle nochmal den nachdenklich bis lustigen Texten zu lauschen und sich an übermütigen Mitgröhlrefrains und Stampf- und Klatschorgien zu erfreuen. Höhepunkte sind natürlich "Rapunzel", "Ganz oder gar nicht" sowie das "6 in 1" Medley. Im Bonusteil findet sich das bislang unveröffentlichte BACH-Programm, hier werden 25 Minuten lang Werke des Meisters interpretiert. Nicht eben leichtverdaulichl aber in keinster Weise uninteressant. Im finalen "Inside" stellt sich die Band persönlich vor und gestattet uns einen amüsanten Blick hinter die Kulissen des Touralltags. Alles in Allem eine gelungene Rundschau über die 8 ersten (und wahrscheinlich auch letzten) Karrierjahre der Band. Denn ohne den charismatischen Frontman Robin kann ich mir die Letzte Instanz ganz einfach nicht vorstellen. "Jeder Irrtum bringt uns an ein neues Ziel und jeder Augenblick ist ein Teil vorn Dir, wie alles begann das weiß keiner mehr, am klügsten ist man doch immer hinterher." Kopfkino 2001.
Ger-Hard


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