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Nov 2004

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HEROD – For Whom The Gods Would Destroy (Lifeforce/Soulfood)
Ein sehr breites musikalisches Spektrum offerieren uns die Amis von HEROD. Während die Musik klar von traditionellem Metal und Thrash der „alten Schule“ geprägt ist, kann Frontmann Judah Nero seine Einflüsse aus anderen Subgenres nicht verleugnen. Immer wieder akzentuiert er seinen brutalen Gesangstil, der auch in jeder Hardcore-Formation seine Berechtigung hätte, mit Death Metal-Growls. Die Riffs erinnern teilweise stark an ältere METALLICA, während der Gesang in seinen stärksten Phasen gewisse Ähnlichkeit mit Phil Anselmo aufweist.  De ganze Chose ist noch dazu ein wenig ruppig produziert, weshalb als Höhepunkte mit Sicherheit das schwer melodiöse „Look Beyond“ und die Halbballade „The Finch Against The Fire“ genannt werden müssen. Gut möglich, dass HEROD demnächst schwer „angesagt“ sein werden, denn im Prinzip ist Musik wie diese doch genau das, was uns neuerdings als „Metalcore“ untergejubelt wird.
Walter
 
 
OCCULT – Elegy For The Weak (Karmageddon/Soulfood)
Die Geschichte dieser niederländischen Formation reicht bis ins Jahr 1990 zurück. Seit damals konnte sich das Quartett im Underground einen sehr guten Ruf erspielen, was nicht nur an den zahlreichen, durch die Bank positiv aufgenommenen, Veröffentlichungen liegt, sondern auch an der Live-Performance der Band. OCCULT fabrizieren beinharten Thrash Metal, der immer wieder in Richtung Black Metal tendiert, was zum einen an den „angeschwärzten“ Texten, zum anderen an der heiseren Stimme liegt. Auch die Produktion von Andy Classen lässt keine Wünsche offen, der Mann weiß schließlich wie musikgewordene Brutalität zu klingen hat. Musikalische Abwechslung ist zwar nicht gerade die Stärke von OCCULT, aber in der Schnittmenge aus Thrash und Black Metal wissen die Niederländer sehr wohl zu überzeugen.
Walter
 
 
PSYCHOPUNCH – Smashed On Arrival (Silverdust/Soulfood)
Die schwedischen Rotz-Rocker von PSYCHOPUNCH sind schon lange Zeit im Business aktiv, können bereits auf vier Veröffentlichungen zurückblicken und haben auch schon unzählige Konzerte absolviert. Auch auf Album Nummero 5 überzeugt das Quartett mit punkigen Rocksongs, allerdings hat sich im Vergleich zu früheren Werken eine nicht zu überhörende Melancholie in manche Songs eingeschlichen. Als bestes Beispiel hierfür sei „Dying In Your Dream“ genannt, das beinahe als „finnischer“ Song der Schweden durchgehen könnte.  Woher diese Neuerung im Sound stammt? Keine Ahnung; waren es persönliche Erlebnisse? Oder schlichtweg das „Alter“? Egal, nennen wir es einfach „Reife“. Denn nicht zuletzt dadurch wird „Smashed On Arrival“ zu einem sehr interessanten Album, bei dem nicht nur durchgehend der „Gute Laune-Faktor“ regiert, sondern der Zuhörer auch zum Nachdenken animiert wird (Oida, wos is mit Dir los?! Andi)
Walter
 
 
LA GUNS – Live Ammo (Mausoleum/Soulfood)

Achtung! Hierbei handelt es sich keineswegs um eine neue Veröffentlichung aus dem Hause der LA GUNS. Die Aufnahmen stammen allesamt von einem Reunion-Gig im Original-LineUp im Jahre 1999.  Man merkt  der Band zu keiner Sekunde an, dass sie über einige Zeit hinweg getrennte Wege gegangen ist. Die Besetzung Phil Lewis (V), Mick Cripps und Tracii Guns (beide G), sowie Kelly Nickels (B) und Steve Riley (D) rockt sich durch insgesamt 14 Songs ihrer Karriere, als wären sie niemals auseinander gegangen. Egal, ob das Tempo gedrosselt wird, oder die „Gunners“ richtig heftig abrocken, diese Herrschaften wissen wie Rock `N `Roll  funktioniert.  „Live Ammo“ ist somit ein sehr empfehlenswertes Live-Scheibchen geworden, dass zwar produktionstechnisch mit Sicherheit besser sein könnte, dafür aber an Ehrlichkeit und Frische kaum zu überbieten ist.
Walter
 
 
Tracii GUNS – All Eyes Are Watchin´ (Mausoleum/Soulfood)
Im Jahre 1996 erschien unter dem Titel „Killing Machine”  ein Soloalbum des LA GUNS–Gitarristen Tracii Guns. Die Reaktionen darauf waren nicht gerade euphorisch, was nicht zuletzt an den für Tracii eher untypischen Songs lag. Während der gute Mann in letzter Zeit vor allem mit seiner aktuellen Band BRIDES OF DESTRUCTION für Furore sorgt, scheinen sich Mausoleum Records in erster Linie für seine Vergangenheit zu interessieren. Nahezu zeitgleich wie „Live Ammo“, der aktuellen Veröffentlichung seiner ehemaligen Band LA GUNS, erscheint nun „Killing Machine“ unter dem Titel „All Eyes Are Watchin´“ beim genannten belgischen Label. Im Unterschied zu den anderen Werken mit seiner Beteiligung zeigt Tracii hier den Fans, dass er nicht nur ein „Hardrocker“ ist, sondern auch einen passablen „Metaller“ abgibt. Aber die Songs bleiben auch 8 Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung nicht im Gehör hängen. Die musikalische Umsetzung dagegen darf als gelungen betrachtet werden, wodurch aber die Songs an sich leider nicht besser werden.  Als „Bonüsse“ wurden Live-Stücke der LA GUNS auserkoren, an denen es keine Kritikpunkte gibt. Dem gegenüber steht aber eine Industrial-Verunglimpfung des AC/DC-Klassikers „Whole Lotta Rosie“, über welche wir besser das Mäntelchen des Schweigens breiten.
Walter
 
 
HATE SQUAD – H8 For the Masses (Swell Creek/Soulfood)
Die laut eigener Aussage nie aufgelösten deutschen Metaller HATE SQUAD haben sich endlich wieder dazu durchringen können, ein neues Album aufzunehmen. Der Zeitpunkt könnte besser gar nicht gewählt sein, denn während uns heute zahlreiche Gazetten und Labels eine Mischung aus Hardcore und Thrash Metal als musikalische Neuerfindung und nächstes „Großes Ding“ unterjubeln wollen, waren es Bands wie beispielsweise HATE SQUAD, die mit genau solcher Musik schon vor gut 10 Jahren erfolgreich waren. Demnach müsste „H8 For The Masses“ dazu „verdammt“ sein, die Band wieder dahin zu bringen, wo sie einmal war. Stilistisch sind sich die Herrschaften treu geblieben. Auch auf dieser, zum ersten Mal über das neu gegründete Label von Basser Bauke veröffentlichten, Scheibe sind sämtliche Merkmale des typischen HATE SQUAD-Sounds vorhanden. Neben den messerscharfen Riffs überzeugen einmal mehr die grandiosen Grooves der Rhythmus-Fraktion und der eigenwillige, aber sehr originelle Gesang von Burkhard Schmitt. Allerdings darf der Band auch eine gehörige Portion Weiterentwicklung attestiert werden. So experimentiert man dezent mit New Metal-Versatzstücken und Burkhard scheint auf seine „alten“ Tage noch ein wenig mehr Brachialität in seinen Gesang gelegt zu haben. In dieser Form ist HATE SQUAD abermals ein Durchmarsch bis an die Spitze der Szene zuzutrauen. Welcome Back!
Walter
 
 
UNBOUND – Revenge For The Innocent (Premium Records/Soulfood)
Schwer verdaulich ist die musikalische Kost auf jeden Fall, die uns das deutsche  Quartett UNBOUND auf ihrer aktuellen Veröffentlichung bietet. Selten bekommt man heutzutage noch eine derartige Melange aus trägen Doom-Sounds, brachialen Hardcore-Eruptionen und einer geballten Dosis Thrash Metal geboten. Klar ist Musik wie diese 2004 weder neu noch innovativ, aber während PANTERA und EYEHATEGOD wohl endgültig das Zeitliche gesegnet haben und CROWBAR ihre besten Zeiten wohl auch schon hinter sich haben, tut es gut Songs zu vernehmen, die zumindest teilweise vom „New Orleans“-Sound beeinflusst wurden.  UNBOUND vermeiden es aber gekonnt sich zu sehr an einer der genannten Größen zu orientieren, viel mehr schaffen sie es immer wieder durch eingestreute Breaks für Überraschungsmomente zu sorgen. Was die Intensität betrifft, brauchen UNBOUND ebenso keine Vergleiche zu scheuen wie auch Produzent Stefan Köllner, der „Revenge For The Innocent“ zu einem Hassbrocken der besonderen Art gedeihen ließ.
Walter
 
 
GRACEFALLEN - Lord Of Gale (Eigenproduktion)
Nach einem recht düsteren, atmosphärischen Intro, steigen die Belgier GRACEFALLEN danach mit „Release Me“ richtig ins Geschehen ein. Auffällig an dieser CD ist von Beginn an die Abwechslung, mit der die Band ihre Songs gestaltet. Zwar kann man schon lange nicht mehr von Innovation sprechen, wenn eine Dame engelsgleich trällert und ein Herr dazu derb grunzt, beim genannten Opener tritt das Gesangsduo Irene Visser und Kristof de Greef aber zum Teil gleichzeitig an, was sehr gefällig klingt. Bloß der Produzent der Scheibe hat diesen Gesangspart ein wenig vermasselt, denn Fräulein Visser klingt ein wenig zu leise und droht im Gegrunze unterzugehen. Beim Titelsong, dem schnellsten und heftigsten Stück der Scheibe, hätte besser Kristof zum Einsatz kommen sollen, denn seine Stimme scheint für heftigeren Metal prädestiniert zu sein. Irene scheint hier etwas überfordert zu sein. Weiters darf GRACEFALLEN ein besonderes Gespür für schmissige Melodien attestiert werden, die durch die gleichzeitige Präsenz von Gitarre und Keyboard recht mannigfaltig und kurzweilig gestaltet wurden. An Einflüssen meine ich zahlreiche Bands der Metal-Historie erkennen zu können. So erinnern mich die Gesangsmelodien ab und zu an traditionelle Metal-Bands, während das Riffing wie beim abschließenden „Moonlight Hymn“ Thrash Metal-lastig ausfällt. In Verbindung mit der entstandenen Atmosphäre klingt die Sache sehr ungewöhnlich, macht GRACEFALLEN nicht zuletzt dadurch aber sehr interessant. http://users.skynet.be/gracefallen
Walter
 
 
VINDEX - Rise Up! (Eigenproduktion)
VINEX dürfen als musikalisches Beispiel für die Orientierung der Slowakei in Richtung Europäischer Union, zu der dieses Land mittlerweile gehört, betrachtet werden. Das Quintett aus Senec besteht seit dem Jahr 2002 und legt mit „Rise Up!“„ sein Debüt vor. Der Opener „Shadows Fly“ erinnert an eine Mischung aus alten BLIND GUARDIAN und RUNNING WILD, wenn auch der Gesang von Ludek Struhar eher an die Herren Dirkschneider und Boltendahl erinnert. Das folgende „The Thunder“ tönt ein wenig heftiger aus den Boxen, was meiner Meinung nach auch eher zur Gesangsleistung passt. Den Beweis, dass VINDEX aber auch im gemäßigten Bereich musizieren können, liefert die Band mit „Lonely As One Can Only Be“ ab (Songtitel des Monats. Bravo! Andi), einer sehr verhalten beginnenden Nummer, bei der in weiterer Folge Zitate der Klassik, genauer gesagt von G.F. Händel, in den Song integriert wurden und auch tempomäßig ein Zahn zugelegt wurde. „Children Of Tomorrow“ klingt dagegen leider ein wenig uninspiriert, wird aber vom feinen Melodic Rocker „Here I Am“ abgelöst, welcher nicht zuletzt durch seinen satten Refrain zum Ohrwurm gedeiht und ein wenig an AXXIS erinnert (na dann... Andi). Inspirationsquellen und Einflüsse sind also noch offensichtlich, ansonsten kann ich mir gut vorstellen, dass VINDEX demnächst auch über ihre Landesgrenzen hinaus Achtungserfolge feiern können. Interessenten dürfen sich das gesamte Werk direkt und kostenlos von der Webpage der Band saugen: www.vindex.sk
Walter
 
 
SYLVER MYST - Strains Of Souls (Eigenproduktion)

Obwohl nur drei Songs auf dieser CD verewigt wurden, offeriert diese ein sehr breites Spektrum. Während der Opener „Lovetred“ sehr ruhig beginnt und von der Engelsstimme der Sängerin Marjolein Hüsken gleichsam getragen wird, kommt, kurz bevor man sich im Traumland befindet, recht derber und tiefergelegter Gesang daher, der den Hörer quasi aus seinen Tagträumen wachrüttelt. Im Titelsong, den Marjolein ohne Unterstützung zum Besten gibt, darf dann an THE GATHERING gedacht werden, da auch SYLVER MYST mitunter zahlreiche Elemente des Pop in ihre Musik einfließen lassen. Der Abschlußtrack „Waiting For A New Day“ läuft leider ein wenig an mir vorüber. Hier scheint wohl die Atmosphäre doch ein wenig verloren gegangen zu sein, obwohl gerade hier die Gitarren dominanter sind als in den beiden anderen Songs. Gute Ansätze sind vorhanden, vor allem am Sound, der durchgehend ein wenig dünn wirkt, sollte aber noch gearbeitet werden. www.sylvermyst.nl
Walter



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