STEEL DAWN - Demo CD (Eigenproduktion)
STEEL DAWN stammen aus Frankfurt/Main und existieren
bereits seit Anfang der 90er Jahre. Im Jahre 1994 kam es zu einer Vertragsunterzeichnung
beim seinerzeit recht umtriebigen Label Long Island Records. Im selben
Jahr wurde auch das Debüt der Band namens „Mirror Images“,
mit niemand Geringerem als JADED HEART- Frontmann Michael Bormann am
Produzenten-Sessel eingespielt und veröffentlicht. Leider ging auch
diese Plattenfirma alsbald den berüchtigten Bach hinunter und mit
ihr auch die Pläne für die Veröffentlichung eines weiteren,
bereits aufgenommenen Albums. Aber STEEL DAWN haben sich nicht unterkriegen
lassen und sind in einer runderneuerten Besetzung seit dem Jahre 2000
wieder voll aktiv. Abermals mit Herrn Bormann wurden in der aktuellen
Besetzung auch die vier Songs der vorliegenden Demo-CD eingespielt. Der
Opener „Shadow Games“, ein gnadenloser Ohrwurm, zeigt uns
deutlich, dass die Moderne keinerlei Einfluss beim Songwriting hatte.
Die Herrschaften sind viel eher im melodiösen Heavyrock beheimatet,
wie er uns zwar bereits seit gut 20 Jahren bekannt ist, wir ihn aber
auch seit genauso langer Zeit zu schätzen wissen. Irgendwo in der
Schnittmenge älterer PRETTY MAIDS - vor allem die Hymne „The
Headbangers Ball“ klingt nach den Dänen - oder der Frühphase
von PINK CREAM 69 lassen sich die Kompositionen von STEEL DAWN einordnen.
Die abschließende Halbballade „Burning Bridges“ hätten
auch Bands wie WHITE LION seinerzeit nicht besser hinbekommen, weshalb
die vorliegende Scheibe auch uneingeschränkt für Fans genannter
Stilrichtung zu empfehlen ist. www.steeldawn.de
Walter
NERONIA – Nerotica (Eigenproduktion)
Bei NERONIA handelt es sich um die Nachfolgeband der Proggies ULYSSES,
deren einziges Album „Neronia“ im Jahre 1993 vom Erfolgsduo
Karl Groom und Clive Nolan produziert wurde. Heutzutage scheint wohl
das Budget ein wenig geringer zu sein, denn „Nerotica“ wurde
in Eigenregie eingespielt. Auffällig ist vor allem die Gitarrenarbeit
von Mirko Rudnik, der zwar immer wieder brillante Soli einstreut, es
jedoch gekonnt vermeidet, in reine Griffbrettwichserei zu verfallen.
Die neun Songs lassen sich grob zwischen Prog und Melodic Rock einordnen,
wobei leider mit Ausnahme von „Fast Way“ ein wenig darauf
vergessen wurde, so etwas wie zwingende Melodien in die Songs einfließen
zu lassen. Genau darin sehe ich auch das größte Problem für
die Band: Der Melodic Rocker wird sich wohl an den mangelnden Hooks stoßen,
während die Prog-Fraktion das Songmaterial eher zu wenig abgedreht
finden wird. Mit „Nerotica“ sitzen NERONIA offensichtlich
genau zwischen den Stühlen, was allerdings einen hohen Wiedererkennungswert
und die damit verbundene Einzigartigkeit der Band mit sich bringt. www.neronia.org
Walter
RAISING FEAR – Promo 2003 (Eigenproduktion)
Bandnamen lassen sehr häufig bereits erste Rückschlüsse
auf den Stil einer Band zu. Auch im Falle der Italiener RAISING FEAR
bewahrheitet sich diese Theorie wieder einmal. Power Metal, und zwar
in schwer US-amerikanischer Prägung, ist es, den uns das Quintett
in seinen fünf Songs offeriert. Die Formation besteht aus nicht
ganz unbekannten Musiker, so sind (waren?) Gitarrist Yorick und Bassist
Frana bei HELREIDH aktiv, während Sänger Rob Della Frera bei
den ebenfalls schwer US-Power Metal-lastigen DEADLINE das Mikro schwang.
Musikalisch ist also geklärt, womit es der Interessent zu tun bekommt.
Was die Texte betrifft, haben sich die Italiener auf geschichtlich-mythologische
Themen spezialisiert (mal ganz was Neues... Andi). Der Opener „Gilgamesh“ basiert
auf dem gleichnamigen sumerischen Epos, während das folgendene „Theseus“ von
eben jenem Griechen handelt, der den Minotaurus besiegen konnte. „Morgana“ handelt
nicht etwa von schwedischen Schluckspechten, sondern von der Halbschwester
von König Arthus und wurde mit einem monströsen Kanongesang
zu Beginn des Stückes ausgestattet. „Amon Ra“ wiederum
war bekanntlich der Sonnengott der alten Ägypter und „Phoenix“ ist
ohnehin der mittlerweile häufigst besungene Vogel der Geschicht
(bist du gelähmt... Andi). Als einziger Kritikpunkt einer wahrlich
feinen Scheibe bleibt eigentlich nur der Sound, der vor allem was die
Drums betrifft eine Ecke druckvoller hätte ausfallen können. Ansonsten
aber beide Daumen gen Himmel gereckt für RAISING FEAR. www.raisingfear.com (noch
nicht fertig gestellt)
Walter
MORNING – Inside (Eigenproduktion)
Als „Dream Metal“ bezeichnet diese niederländische Band
ihren Stil und trifft damit den Nagel ziemlich exakt auf den Kopf. Basierend
auf gothisch anmutenden Kompositionen, deren Atmosphäre in erster
Linie von Keyboarder Stijn Bannier aufgebaut werden, verquickt das Sextett
allerlei Einflüsse des Pop mit dezenten Anleihen aus dem Metal-Bereich.
Nicht zuletzt durch die einfühlsame Stimme von Frontfräulein
Saskia Van Heugten drängen sich Vergleiche zu anderen niederländischen
Formationen regelrecht auf. In den stilleren Momenten, derer es nicht
wenige auf „Inside“ gibt, fallen mir THE GATHERING ein, während
die metallisch dröhnenden Gitarren eher an ORPHANAGE erinnern. Genau
daran stoße ich mich aber ein wenig, denn die Gitarren klingen
in manchen Passagen einfach zu heftig um sich in das Gesamtbild einzufügen.
Auf das branchenübliche Wechselspiel am Mikro wird verzichtet, was
sich bei einer Stimme, wie jener von Saskia, aber auch als unnötig
herausstellen würde. Musik für die Seele sozusagen, wenn auch
gleich noch nicht ganz so harmonisch um in Träumen zu schwelgen. „Inside“ ist
für € 10,- über die Homepage zu beziehen. www.morning.nl
Walter
EVERLOUD – Same (Eigenproduktion)
„
En-Dessous“, der Opener dieser Scheibe, erinnert vom Aufbau an
Thrash Metal der technisch ausgefeilten Machart. Vor allem die immer
wieder eingestreuten Breaks machen aus dieser Komposition ein Stück
Musik mit sehr hohem Wiedererkennungswert. Nach dazu, wo es die Franzosen,
so wie zahlreiche ihrer musizierenden Landsleute, bevorzugen, in der
Muttersprache vorzutragen. Beim folgenden „Les Pilleurs“ werden
dann erstmals Erinnerungen an die guten alten IRON MAIDEN deutlich, was
vor allem auf die Gitarrenarbeit zutrifft. Auch das folgende „La
Colère De Nyarlatothep“ fällt im Vergleich zu den vorherigen
Songs nicht ab, abermals überzeugen die Franzosen mit exquisiter
Gitarrenarbeit. Höhepunkt der Angelegenheit ist aber das mehr als
nur anspruchsvolle „Prophétie“, das zwar weniger heftig
ausfällt, aber beweist, wie weit diese Band bereits in Sachen Songwriting
ist und Kompositionskunst bereits ist. Da scheint ein sehr interessanter
Act heranzureifen... www.everloud.com
Walter
PARADICE - Sex, Lipstick & Rock´N´Roll
(Eigenproduktion)
Es ist schon ein wenig merkwürdig (was Du so schreibst, haha, Andi),
wenn in einer Band mit Frontdame eben diese wohl die geringste Menge
Make-Up aufträgt. Was soll´ s, Optik und Image passen perfekt
zur vorgetragenen Musik. Diese erinnert an eine Mischung aus FASTER PUSSYCAT,
POISON, alten MÖTLEY CRÜE (das klingt alles wie eine ganz,
ganz schlimme Drohung... Andi) und den restlichen Combos, die uns vor
zig Jahren mit ähnlich gestaltetem harten Rock (hart? Andi) das
Leben zu versüßen versuchten. Magdalena, so der Name der Sängerin,
fügt sich mit ihrer „dreckigen“ Stimme, die als Nina
C. Alice in „Light-Version“ – im Sinne von nicht ganz
so rau - durchgehen könnte, perfekt ins Gesamtbild ein. Die
Schweden kümmern sich einen feuchten Kehricht darum, wie angesagt
ihre Musik im Moment gerade ist. Schon allein diese Tatsache macht die
Band sympathisch. Ihr Handwerk versteht die Dame genau so wie die Herren
in der Band, weshalb die ohnehin nicht gerade in einer Veröffentlichungsflut
unterzugehen drohenden Anhänger der oben genannten Formationen mit
dem Erwerb dieser Scheibe ihre Sammlung bereichern können. www.paradice.tk
Walter
NOCTA - Come Out Wherever You Are! (Eigenproduktion)
Mit einem markigen „Welcome You Metal Worshipers“ begrüßt
uns die Webpage der griechischen Band NOCTA. Ehrlich gesagt wird man
dadurch eher ein wenig fehlgeleitet, denn mit dem erwarteten True Metal
haben die 4 Songs dieser CD sehr wenig am Hut. Viel eher wird dem Zuhörer
Song für Song klar, dass die Griechen zahlreiche Einflüsse
aus den 70er und 80er Jahren zu einer sehr eigenwilligen, ja fast schon
obskuren Melange verarbeiten. Der Opener „Wicked Woman“ hätte
auch als BLACK SABBATH-Song der OZZY-Ära durchgehen können,
während Sänger Stavros J. in „Beam Of Light“, einem
weiteren eher klassisch orientierten Rocksong, die Querflöte ausgepackt,
was unweigerlich an JETHRO TULL erinnert. Die doppelläufigen Gitarrenspielereien
der Herren Ares und Kostas versprühen ein wenig den Charme von raueren
THIN LIZZY, was aber kein Novum in der Szene mehr darstellt. Dazu gesellen
sich aber nicht nur Elemente aus dem Heavy Rock der 80er, sondern auch
eine Menge Anleihen aus dem traditionellen Metal. „Come Out Wherever
You Are!“ ist somit eine sehr abwechslungsreiche Zeitreise in die
Historie der Rockmusik geworden, wobei der Metal-Anteil aber doch so
groß ist, dass die Begrüßungsworte der Webpage doch
wieder Sinn machen…. www.nocta.org
Walter
NAMELESS CRIME – Same (Nocturnal
Music)
Die Gründung dieser italienischen Band liegt zwar erst sechs Jahre
zurück, dennoch ist der Bandname in Underground-Kreisen bereits
durchaus bekannt und geschätzt. Der Grund dafür liegt in erster
Linie an einer bereits vor drei Jahren veröffentlichten Demo-CD,
die einen sehr positiven Eindruck hinterlassen hatte; klang der Silberling
doch stark nach JAG PANZER und ähnlich tönenden Formationen.
Mit dieser, ebenfalls selbstbetitelten CD liefern NAMELESS CRIME nun
also ihre erste vollständige Scheibe ab, auf der aber recht schnell deutlich
wird, dass sich die Band vom Power Metal der Vergangenheit einigermaßen
verabschiedet hat. Der Großteil der Kompositionen klingt viel eher
nach dezentem Thrash Metal, was vor allem an den harschen Riffs aus der
Feder des ehemaligen LANDGUARD-Gitarristen Marco Ruggiero liegen dürfte.
Aber keine Angst, NAMELESS CRIME gehen zwar einigermaßen heftiger
ans Werk als vor drei Jahren, schaffen es aber dennoch problemlos mit
melodiösen Hooks und grandiosen Melodiebögen aufzuwarten. Auch
Sänger Fabio Manda vermag seine variable Stimme im richtigen Moment
einzusetzen und veredelt so die Songs. Macht in Summe eine ausgewogene
Mischung aus Melodien, Thrash und Power Metal. Bei Interesse versucht
es am besten direkt über die Band, da von Nocturnal Music keine
Kontaktadresse in Erfahrung zu bringen war. www.namelesscrime.com
Walter
MORTAL TERROR - We Set Your Thoughts On Fire (Eigenproduktion)
Ob da nicht noch viel mehr in absoluter Brandgefahr ist? Nicht
nur die Gedanken werden von dieser CD entflammt, auch die Musikabspielgeräte,
welcher Form auch immer, werden mehr als nur „heiß“ laufen.
Die deutsche Underground-Institution MORTAL TERROR, die seit den späten
80er Jahren immerhin schon sechs Demotapes, zwei EPs bzw. zwei CDs veröffentlicht
hat, überzeugt auch auf ihrem aktuellsten Werk mit heftigsten Klängen
und „brennenden“ Gitarrenläufen. Wer sich eine Mischung
aus Thrash Metal amerikanischer Prägung, dezenten Death Metal-Anleihen
und einer gehörigen Portion Groove, sowie Rock´n´Roll
der MOTÖRHEAD-Schule vorstellen kann, der/die weiß, welch´ „brandgefährliche“ Mischung
ihn erwartet. In diesem Sinne: Lasst euch entflammen, so lange
der Thrash Metal von MORTAL TERROR heiß ist und ruft gegebenenfalls
gleich die Feuerwehr (und den Notarzt für Dich)... Für € 12,50
bekommt ihr brandgefährlichen Stoff frei Haus geliefert. www.mortalterror.de
Walter
HANK - What´s Up? (TTS / Al!ve)
„
What´s Up?“ fragen mich Band und das nicht gerade gepflegt
wirkende Maülchen, das sich mir beim Anblick des Covers bietet. Na,
was wohl? Nach der Einfuhr dieser CD sollte ich in bester Party-Stimmung
sein. Die drei Herrschaften, die allesamt „Hank“ als Vornamen
ihrer Pseudonyme gewählt haben, spielen sehr punkigen, harten Rock,
der jede Fete auf Vordermann bringen sollte. Ähnlich wie bei ihren
Landsleuten von THE TRACEELORDS werden auch hier Anleihen aus sämtlichen
Subgenres vom sleazigen Glamrock bis hin zum Hardrock „geborgt“.
Der Grossteil der Songs läuft allerdings innerhalb kurzer Zeit ein
wenig an mir vorüber und auch die zwingenden Ohrwürmer, die
diese Art von Musik benötigt, um nicht in Vergessenheit zu geraten,
fehlen. Nichtsdestotrotz kommt zumindest einigermaßen Partylaune
auf, da mitunter recht griffige Refrains die Songs veredeln. Musikalische
Wundertaten darf man von Bands dieser Stilrichtung ohnehin nicht erwarten,
ein wenig mehr „Würmer“ hätten es aber durchaus
sein dürfen. Weshalb als Antwort auf „What´s Up?“ auch
nicht mehr als ein dezentes „nothing real important“ gehaucht
werden darf….
Walter
ORANGE GOBLIN - Thieving From The Hands
Of God (Rise Above
/ Soulfood)
Fälschlicherweise werden diese Briten in die „Stoner”-Schublade
eingeordnet, was meiner Meinung nach nicht unbedingt zutrifft. Klar,
die „orangefarbenen Wichteln“ zelebrieren ungemein langsame
und psychedelisch vor sich hin wabernde Klänge, doch die Einflüsse
aus dem traditionellen Rock, Hardrock und nicht zuletzt aus dem Punkrock
sind mittlerweile viel zu zahlreich, um diese außer Acht zu lassen.
Im Prinzip schaffen es die Herrschaften rund um Gitarristen John Hoare
und Sänger Ben Ward die letzten 30 Jahre Rock´N´Roll
Historie auf einem Album so zu verwursten, dass ihnen kein Kritiker mit
Plagiatsvorwürfen kommen kann und eine eigene Duftnote dennoch erhalten
bleibt. Wie Fremdkompositionen mit einer solchen versehen klingen, zeigen
die Engländer an Hand von „Just Got Paid“, einer ZZ
TOP-Nummer, die in neuer Frische ertönt, aber nichts vom alten Spirit
eingebüßt hat.
Walter
SUSPERIA – Unlimited (Tabu / Soulfood)
Wie bekannt sein dürfte, handelt es sich bei SUSPERIA um das aktuelle
Betätigungsfeld des ehemaligen DIMMU BORGIR-Drummers Tjodalv. Mit „Unlimited“ erscheint
bereits das dritte Werk unter dem Namen SUSPERIA, weshalb man das Unternehmen
getrost als Band betrachten darf. Das Covermotiv deutet zwar missverständlicherweise
in Richtung Gothic, die Musik dagegen spricht eindeutig eine andere Sprache.
Thrash Metal ist auf dieser Scheibe angesagt und zwar mit Schmackes,
aber auch mit ausreichend Melodien. Den Komponisten dürften sämtliche
TESTAMENT-Werke ebenso geläufig sein, wie zahlreiche andere Meilesteine
des Thrash Metals. Auch der Gesang ist sehr variabel gestaltet worden
und beinhaltet von Chuck Billy-mäßigen Growls über melodiöse
Gesangslinien bis hin zu spitzen Schreien das gesamte Spektrum. Lasst
euch also nicht vom Cover täuschen! Auf „Unlimited“ regiert
der Thrash und das noch dazu in einer sehr heftigen Form!
Walter
10 FOLD B-LOW - Low Tuned Output (Locomotive / Al!ve)
Bislang war mir das spanische Label Locomotive Music eigentlich als Qualitätslieferant
vorwiegend einheimischer Produkte positiv in Erinnerung. Zuletzt wurden
zudem auch noch einige geniale Formationen anderer Herkunftsländer
unter Vertrag genommen, wie beispielsweise ANUBIS GATE.
Mit 10 FOLD B-LOW betreten die Spanier allerdings Neuland, zum
einen weil es sich meines Wissens nach um die erste deutsche Band unter
ihren Fittichen handelt, zum anderen weil auch stilistisch eine weitere
Facette das Programm erweitern kann. Die Combo offeriert über
elf Nummern eine recht eigenwillige Mischung aus KORN-mäßigen
Rhythmen, heftigen Metal-Eruptionen und dezent Death Metal-lastigen
Gesangspassagen, die sich aber immer wieder mit klarem Gesang abwechseln.
Mich können weder die Songs an sich, noch deren Ausführung überzeugen,
offensichtlich wurde mein Toleranzhorizont hier ein wenig überschritten.
Walter
SEX MUSEUM - Fly By Night (Locomotive / Al!ve)
Diese Band existiert seit fast 20 Jahren und hierzulande kennt sie noch
immer kaum ein Mensch! Schade eigentlich, denn mit dieser Live-Veröffentlichung
beweisen SEX MUSEUM, dass zahlreiche Fans auf der iberischen Halbinsel
nicht irren können. Klassischer, harter Rock´n´Roll
ist das Metier der Herrschaften. Nicht von ungefähr kommen da auch
die Vergleiche zu MOTÖRHEAD, MONSTER MAGNET oder AC/DC. „Fly
By Night“ ist ein klassisches Live-Doppelalbum geworden und schreit
geradezu danach als Doppel-Vinyl-Edition im Klappcover veröffentlicht
zu werden!
Walter
THE ELECTRIC WIZARD - We Live (Rise Above / Soulfood)
Legenden leben länger. So auch die britische Doom-Institution THE
ELECTRIC WIZARD, die sich nach ihrer Europa-Tournee 2002 schon mehr im
Jenseits befand als uns allen lieb war. Doch Mastermind Justin Osborn
hat die Band quasi runderneuert. Zur aktuellen Besetzung gehören
mit Justin Greaves (ex-IRON MONKEY) und Liz Buckingham (ex-13) weitere
bekannte Namen der Doom-Szene. Wie üblich walzen den Hörer
bedrohliche Doom-Hymnen nieder. Gegenüber früheren Veröffentlichungen
fällt auf, dass sich Meister Osborn stark verbessert präsentiert
und sein Gesang wesentlich ausdrucksstärker geworden ist. In erster
Linie lebt Musik wie diese von hypnotisierenden Gitarrenriffs, nachzuhören
im 10minütigen Eröffnungsepos „Eko Eko Azarak“ oder
dem experimentell angehauchten Rausschmeißer „Saturn´s
Children“. In dieser Verfassung können uns ELECTRIC WIZARD
noch einige Zeit erhalten bleiben, obwohl man bei den Briten vor etwaigen
Drogeneskapaden und den daraus resultierenden Problemen nie sicher sein
kann.
Walter
|