CD
ART OF FEAR - Masters Of Pain (Eigenproduktion)
Power
Metal Bands gibt es ja mittlerweile wirklich schon zum Saufüttern. Leider
sind von dieser Flut an Bands nur sehr wenige dabei, die wirklich auffallen
und geniale Songs an den Tag legen. Zu diesen gehören aber auf jeden
Fall die Feldkircher Art Of Fear mitsamt ihrem neuen Output "Master Of
Pain". Die etablierten Musiker werken nun schon seit 1997 und erfreuen
uns
mit ihrem vierten Album, das sich wirklich hören lassen kann. Einprägende Melodien,
abgerundet mit geilen Riffs und der richtigen Portion an Härte, erzeugen ein
wunderschönes Power Metal-Feeling. "Masters Of Pain" stellt den
guten Vorgänger "Pride Of Creation" in den Schatten und wird die Underground
Szene einmal mehr erobern, denn Art Of Fear sind schon lange kein Geheimtipp
mehr. Bravo! www.art-of-fear.com
Dominik
Buch
Höllen-Lärm: Die komplette, schonungslose,
einzigartige Geschichte des Heavy Metal
Endlich ist es so weit! Die komplette Entstehungsgeschichte des Metal
vom bekennenden Fan Ian Christe ist nun auch in deutsch erhältlich. Von
der ersten Stunde des Metal, sprich von Black Sabbath, die Ende der Sechziger
die Welt schockierten, bis zur heutigen Entwicklung des Nu Metal. Dieses
Buch lässt keine Entwicklungen der Szene aus und gibt alle wichtigen Ereignisse
über die Jahre wieder. Interessant auch die im Buch enthaltenen Interviews
mit Bands wie Megadeth, Twisted Sister, Kiss oder Judas Priest und die
Zeittafel der durchschlagendsten Ereignisse in der Szene seit 1970. Nicht
nur auf die Musik selbst wird eingegangen, sondern auch auf wichtige "Nebenfaktoren"
wie Kleidungsstile und Bühnenshows, die von Jahr zu Jahr immer mehr an
Gewicht bekamen. 450 Seiten pures Lesevergnügen und Unterricht in Sachen
Metal, samt bis dato unveröffentlichten Band-Pictures (erstes Metallica-Foto,
haha). Und wie steht es so schön geschrieben "An alle Headbanger da draußen:
Dieses Buch ist für euch!".
Wer sich mehr Informationen holen möchte, schaut auf die Homepage zum
Buch: www.soundofthebeast.com
Dominik
CDs
ANCIENT - Night Visit (Metal Blade/NSM)
Mit der Geschichte dieser Band hatte ich mich
bisweilen nicht wirklich beschäftigt, weshalb für alle, denen
es ebenso geht, die Historie der Formation kurz geschildert sei (Amen,
Andi). Die ganze Sache begann im Jahre 1992, als Gitarrist Aphazel ein
Solo-Projekt unter dem Namen ANCIENT startete. Im Laufe der Zeit wurde
nicht nur ein Band daraus, sondern eine Institution in der Black Metal-Szene.
Aphazel, der inzwischen auch für den Gesang zuständig ist, und
seine Mitstreiter können unter anderem einen fulminant umjubelten
Auftritt in Wacken im Jahre 2000 vorweisen und sind auch was das Songwriting
betrifft, nicht gerade inaktiv. Mit „Night Visit“ stellen
die Norweger also ihr bereits sechstes vollständiges Album in die
Läden, das Black Metaller zum Jauchzen animieren sollte. Aber Achtung:
Im Gegensatz zu Genre-Kollegen wie DIMMU BORGIR oder CRADLE OF FILTH gelingt
es ANCIENT trotz üppiger Keyboardteppiche und Accessoires wie Damengesang
die Grenze zum Kitsch nie zu überschreiten. Viel eher merkt man den
Kompositionen einen massiven Einfluss der alten Schule an. Mitunter rocken
vier Herrschaften fast schon CELTIC FROST-ig; während man bei den
getragenen Nummern wie dem Titelsong den Einfluss des „Diamantenkönigs“
deutlich heraushören kann. Wenig anfangen kann ich dagegen mit den
beiden Bonus-Tracks. Der Begriff „Song“ ist hier eher fehl
am Platz, denn viel mehr erinnern diese an „Soundcollagen“.
Der durchaus positive Gesamteindruck von „Nigth Visit“ kann
dadurch auch nicht geschmälert werden.
Walter
BEFORE THE DAWN – 4:17
AM (Locomotive/NSM)
Zwei Minuten nach viertel Fünf, ein Albumtitel der kryptischer nicht
sein könnte. Was auch immer zu dieser Tageszeit passieren sollte,
der Grossteil der Menschheit wird um diese Tageszeit wohl die verdiente
Nachtruhe genießen (der Grossteil der Menschheit muss auch nicht
Deine Reviews Korrektur lesen... Andi). Nicht verschlafen dagegen sollten
Interessierte die Tatsache, dass auch eine Metal-Scheibe diese Uhrzeit
als Titel trägt. Die Verursacher nennen ihre Band BEFORE THE DAWN,
womit zumindest der Zusammenhang zum Plattentitel hergestellt wäre.Wie
sich jeder wohl vorstellen kann, bedeckt um die besagte Tageszeit noch
dunkelste Nacht größte Teile der Erde, weshalb auch der eher
unterkühlte, dunkle Sound der finnischen Formation perfekt dazu passt.
Auf „4:17 AM“ wird typisch finnischer Metal in der Tradition
von SENTENCED geboten, wobei mit Tuomas Saukkonen und Panu Willman gleich
zwei Sangesbarden zu hören sind. Während Tuomas für die
heftigeren Gesangspassagen zuständig ist, überzeugt Panu, der
im „Hauptberuf“ bei ENTWINE das Mikro schwingt, mit klaren
Vocals. Vor allem die klaren Gesangspassagen in Verbindung mit der Düsternis
der Gitarren und den dazupassenden Keyboards lassen BEFORE THE DAWN auch
in die Nähe anderer Landsleute wie TO/DIE/FOR oder eben ENTWINE rücken
und machen „4:17 AM” für Finnland-Fans sehr interessant.
Walter
BEYOND THE EMBRACE –
Insect Song (Metal Blade/NSM)
Das Insekt auf dem Cover verspricht nichts Gutes, der Inhalt der Scheibe
dagegen sehr. Das amerikanische Sextett BEYOND THE EMBRACE, dessen Debütwerk
„Against The Elements“ bereits mächtig Eindruck hinterlassen
hat, zeigt sich auf „Insect Song“ weiter gereift. Vor allem
Sänger Shawn Gallagher verfügt in der Zwischenzeit über
eine recht eigenständige, ständig zwischen aggressiv und melodiös
abwechselnde, Stimme. Dadurch kommen die ebenso gestalteten Kompositionen
noch besser zur Geltung. Zwar erfinden die Amis im Prinzip nichts neu,
allerdings ist mir eine derart abwechslungsreiche Mischung mit Reminiszenzen
von IN FLAMES über ICED EARTH bis hin zu IRON MAIDEN und CHILDREN
OF BODOM noch selten untergekommen. „Insect Song“ ist demnach
eine wohldosierte Mischung aus Melodien, purer Aggression, genialen Riffs
und satten Grooves geworden, die eventuell demnächst auch von einigen
anderen Formationen geboten werden könnte, denn irgendwie habe ich
den Eindruck, BEYOND THE EMBRACE werden nicht die letzten sein, die derart
mannigfaltig musizieren. Schon allein deshalb sollte sich kein Metaller
scheuen, die Platte anzutesten. Es könnte nämlich gut sein,
dass „Insect Song“ und das bereits erwähnte Debüt
in Zukunft als Wegbereiter einer neuer metallischen Ausrichtung gelten.
Walter
CANS – Beyond The Gates
(Noise/NSM)
Offensichtlich fühlt sich Joacim Cans bei HAMMERFALL einigermaßen
musikalisch limitiert. Anders kann ich es mir nämlich nicht erklären,
dass auf seiner ersten Solo-Scheibe zwar zahlreiche Parallelen zu seiner
Stammband – no na - zu finden sind, die Musik allerdings zum größten
Teil wesentlich härter und vor allem düsterer ausgefallen ist.
In Zusammenarbeit mit Mat Sinner, Mark Zonder, Mike Chlasciak und Stefan
Elmgren präsentiert sich CANS als „Band“ unter Joacim´s
Namen, die sich offensichtlich genau zwischen HAMMERFALL´schem Euro
Metal, der Düsternis seiner mittlerweile zweiten Band WARLORD und
typisch traditionellem Heavy Metal der alten Schule liegt. Über seine
Gesangsleistung hat wohl auch der heftigste Kritiker bei HAMMERFALL noch
nie gelästert, denn dass dieser Knabe über eine gute Stimme
verfügt, wird wohl hoffentlich niemand bestreiten. Auf „Beyond
The Gates” regiert logischerweise der Metal, wobei dieser, wie schon
erwähnt, im Gegensatz zu HAMMERFALL wesentlich mannigfaltiger gestaltet
ist. So sind neben düsteren, kriechenden Power-Groovern wie „Soul
Collector“ auch eher PRIMAL FEAR-lastige Songs, wie beispielsweise
„Back To Hell“, oder Balladen wie die Gänsehaut-Nummer
„Forever Ends“ vertreten. Weiters kann festgestellt werden,
dass speziell das Drumming von Mark Zonder einen dezenten progressiven
Touch aufweist und so die Nummern durch zahlreiche Breaks immer wieder
auflockert. Bleibt lediglich zu hoffen, dass „Beyond The Gates“
keine einmalige Angelegenheit bleibt.
Walter
CATTLE DECAPITATED –
Humanure (Metal Blade/NSM)
Mahlzeit! Das nicht gerade appetitliche Cover der Amis zeigt uns eine
neue Art der Entstehung des Menschen. Eine Kuh „stuhlt“ menschliche
Gesichter…, na gut, könnte man darüber philosophieren.
Ein Paarhufer besorgt dann auch das im Intro tönende „Muh“
und ab dann knüppeln die Amis in bester CANNIBAL CORPSE-Manier drauflos.
Irgendwie erinnern mich die Herren auch dezent an CARCASS, was vor allem
an den lyrischen Ergüssen liegen dürfte. Nicht ganz erwartet
hatte ich die immer wieder eingestreuten melodischen Parts und vor allem
die durchwegs im Normalbereich, also nicht in Richtung Grundwasser, gestimmten
Gitarren. CATTLE DECAPITATED scheinen weder sich selbst, noch ihre Musik
allzu Ernst zu nehmen, denn neben ein paar absolut unpassenden, fast schon
jazzigen Passagen, folgt zum Abschluss ein knapp 10 minütiges Outro
namens „Men Before Swine“, das aus allerlei zum Thema “Rindvieh”
passenden Geräuschen zusammengesetzt ist.
Walter
CELESTY – Legacy Of Hate
(Arise/Point)
Besonders originell ist die von CELESTY gebotene musikalische Mischung
nicht (der Albumtitel a net... Andi), denn melodiöser Metal mit reichlich
Keyboardeinsatz ist ja nicht gerade selten. Ebenso wenig erstaunlich ist
die Tatsache, dass die Band aus Finnland stammt, wo ja mittlerweile scheinbar
auch schon jeder zweite Einwohner in einer Band zu spielen scheint. Was
also macht „Legacy Of Hate“ interessant für eventuelle
Käufer? Mit Sicherheit die musikalische Klasse der noch sehr jungen
Formation (Durchschnittsalter ca. 20), denn Musik in der Schnittmenge
von STRATOVARIUS, RHAPSODY und SONATA ARCTICA benötigt reichlich
Fähigkeiten an den Instrumenten. Besonders hervorzuheben ist auf
jeden Fall Sänger Antii Railio, der es scheinbar mühelos schafft,
auch die höchsten Töne zu treffen, ohne dabei Einbußen
in Sachen Stimmvolumen hinnehmen zu müssen. Was der Band aber noch
fehlt, sind die zwingenden Melodien, um nicht doch wieder schneller in
Vergessenheit zu geraten, als ihnen lieb ist.
Walter
CRUACHAN – Pagan (Karmageddon/Soulfood)
Auf „Pagan“, ihrem mittlerweile vierten Werk, besticht die
irische Band CRUACHAN, wie auch schon auf den Vorgängeralben „The
Middle Kingdom“ und „Folk-Lore“ mit einer recht abgefahrenen
Mischung aus folkloristischen Elementen, Black Metal und einer Reihe von
Einsprengsel, die derart mannigfaltig sind, dass es fast unmöglich
erscheint, sämtliche Zutaten zum Gesamtsound aufzuzählen. Reduziert
man das Gehörte auf die wichtigsten Anteile, also Folklore und recht
heftigen Metal mit Black Metal- mäßigem Gesang, so ergibt das
eine wohldosierte Mischung aus Lebensfreude, purer Aggression und irischer
Geschichte, die in den Texten abgehandelt wird. Besonders hervobgehoben
werden sollte auch das phantastische Artwork, von keinem Geringeren als
„Herr Der Ringe“-Zeichner John Howe. Eine musikalische Mischung,
die ob des Erfolges zahlreicher deutsch vortragender Folk-Metal-Formationen
mit Sicherheit auch bei uns für Furore sorgen sollte.
Walter
ELDRITCH – Portrait Of
The Abyss Within (LMP/emv)
Als langjähriger Anhänger dieser Truppe, zu denen ich schon
seit dem Erscheinen des Debüts “Seeds Of Rage ” im Jahre
1995 zähle, war die Freude ob eines neuen Albums natürlich sehr
groß. Trotz langer Wartezeit und den fast schon obligatorischen
Umbesetzungen, ist es der Band rund um Ausnahmesänger Terence Holler
abermals gelungen, mit ihrer Mischung aus Power und Progressive Metal
mit einigen Thrash-Fragmenten die Zuhörerschaft zu überzeugen.
Auch was den Sound betrifft, sind die Italiener abermals ungemein druckvoll
zu Werke gegangen, wenn auch die Drums fast schon unnatürlich brutal
klingen. Was „Portrait Of The Abyss Within” allerdings von
den Vorgängerwerken unterscheidet ist der Tiefgang. Derart genial
wurden Power und Emotionen von ELDRITCH nie zuvor kombiniert. So könnte
„Blindfolded Walkthrough“ gut und gerne auch von einer der
letzten PAIN OF SALVATION-Alben stammen, während „Slow Motion
„K“ Us“ beweist, wie Up-Tempo-Power Metal klingen kann,
ohne auch nur ansatzweise Zitate des typischen Euro Metals verwenden zu
müssen. Nach so langer Zeit im Geschäft und einer stattlichen
Anzahl an hochklassigen Veröffentlichungen darf die Frage erlaubt
sein, weshalb ELDRITCH noch immer im Untergrund vor sich hin dümpeln.
Walter
ELVENKING – Wyrd (AFM/NSM)
Noch bevor ich „Wyrd“ zum ersten Mal gehört hatte, erinnerte
mich diese Scheibe an SKYCLAD. Das Artwork, aber eben nicht nur dieses,
ist nämlich sehr deutlich an meine Folk-Metal-Helden angelehnt. Wie
schon auf dem Vorgänger „Heathenreel“ lassen sich auch
auf dem neuesten Werk der Italiener ELVENKING jede Menge folkloristische
Elemente vernehmen. Durch den vermehrten Einsatz einer Violine wird der
bereits genannte Querverweis noch ein wenig deutlicher. Deutlich unterschiedlich
gegenüber dem Vorgängeralbum ist auch die Gesangsdarbietung.
Da Damnagoras aus gesundheitlichen Gründen die Band verlassen musste,
konnte in einem Herrn namens Kleid (was für ein Pseudonym!) ein nahezu
gleichwertiger Ersatz gefunden werden. Zwar kommt Kleid nicht ganz an
die Ausdrucksfähigkeit seines Vorgängers heran, durch seine
eher raue Stimme wirkt die Sache dafür aber ein wenig heftiger und
erzeugt somit einen ganz guten Kontrast zu den Violinenklängen. Wer
sich auf eine schwermetallische Reise in Richtung Folklore mitnehmen lassen
möchte, ohne dabei mit Kitsch in irgendeiner Form konfrontiert zu
werden, ist hier goldrichtig.
Walter
ESOTERIC – Subconcious
Dissolution Into The Continuum
(Season Of Mist/Soulfood)
Nicht unbedingt für schwache Nerven und Zeitgenossen dürfte
„Subconcious Dissolution Into The Continuum“, das aktuelle
Werk der Engländer ESOTERIC geeignet sein. In der Tradition alter
Doom-Helden walzen sich die Songs diese Album geradewegs ihren Weg in
die Gehörgänge der Zuhörer. Besonders auffällig ist
der Druck, den die Gitarrenarmada dabei verursacht, was aber nicht nur
am Sound liegt, sondern auch an der Tatsache, dass gleich drei Gitarristen
am Start sind. Hinzu gesellt sich mit Greg Chandler noch ein Sänger,
der typisch Death Metal-mäßig vor sich hin grummelt, was perfekt
zum Tempo der vorgetragenen Musik passt und vor allem die Kompositionen
noch ein wenig garstiger klingen lässt. Für diese Jahreszeit
eigentlich vollkommen ungeeignet, aber der nächste Herbst kommt bestimmt!
Walter
HIRAX – The New Age Of
Terror (Mausoleum/Soulfood)
Es wurde aber auch höchste Zeit, dass sich wieder einmal ein europäisches
Label in um diese Band kümmert. Mit Mausoleum haben die Bay Area
Veteranen HIRAX nun einen kompetenten Partner gefunden und mit „The
New Age Of Terror“ zeigt die Formation rund um den farbigen Sänger
Kanton DePena, dass sie auch heutzutage noch im Stande ist, mit schwer
hardcore-lastigen Thrash-Granaten nicht nur ihre Anhängerschaft,
sondern sämtliche Thrash Metaller, zu überzeugen. In den letzten
Wochen weilte die Band ja in Mitteleuropa, um einige Gigs zum Besten zu
geben, dabei wurden mit Sicherheit auch einige der Songs des aktuellen
Silberlings präsentiert. Als besondere Schmankerl offerieren uns
HIRAX neben neuen Kompositionen wie dem Titelsong und dem Mörder-Opener
„Kill Switch“ auch noch „El Diablo Negro“ von
der bisher in unseren Breiten nur relativ schwer zu erhaltenden Mini-CD
gleichen Namens. Wer sich immer schon für diese Band und deren Thrash
Metal erwärmen konnte, wird auch an „The New Age Of Terror“
seine helle Freude haben. Der Jugend sei noch mitgegeben, dass mit HIRAX
eine weitere Band beweist, dass auch nicht mehr so ganz jugendliche Musiker
mehr als genug Power haben, um den so genannten „Metal-Bands“
von heute zu zeigen, wo der Hammer hängt.
Walter
ICYCORE – Wetwired (LMP/emv)
Nahezu zeitgleich mit der neuen ELDRITCH erscheint „Wetwired“
von den ebenfalls aus Italien stammenden ICYCORE. Dabei ist es nicht nur
die Heimat, die diese beiden Bands verbindet. Neben demselben Label können
die genannten Bands auch mit ein und derselben Bassistin aufwarten. Lisa
Oliviero, so der Name dieser Dame, ist also hauptberuflich bei ICYCORE
im Dienst und hat quasi als Freundschaftsdienst auch „Portrait Of
The Abyss Within“ eingespielt. Soweit ich informiert bin, wird sich
Lisa in Zukunft aber wieder auf ihre Stammformation beschränken.
Im Gegensatz zu ELDRITCH gehen ICYCORE einigermaßen heftiger, vor
allem aber frickeliger zur Sache. Die Thrash Metal-Vergangenheit der Band
ist zwar nicht mehr herauszuhören, dafür stammen sehr viele
Anleihen in der Zwischenzeit aus der „Moderne“. Genau da meine
ich das Problem für die Formation orten zu können, um einen
Schritt noch oben auf der Erfolgsleiter tätigen zu können. Die
offensichtlich kompakten, kraftvollen Kompositionen gehen voll in Ordnung,
je mehr Freiheit jedoch dem Keyboarder zugebilligt wurde, desto eher verflacht
die Komposition. Zum einen weil der Sound des Keyboards recht eigenartig
klingt, zum anderen weil die „Frickel-Passagen“ zum Großteil
nicht nachvollziehbar klingen und deshalb auch kaum für Aufsehen
sorgen können, sondern eher den Konsum der Scheibe negativ beeinträchtigen.
Weniger wäre mit Sicherheit mehr gewesen.
Walter
INCAPACITY – 9Th Order
Extinct (Metal Blade/NSM)
Ihr sucht ein passendes Geschenk für jemanden der sich für Todesmetall
erwärmen kann, aber noch nicht mit sämtlichen Stilformen des
Death Metal vertraut ist? Dann ist das Zweiwerk der schwedischen Band
INCAPACITY wohl genau das richtige dafür. Hier gibt es Midtempo-Passagen
ebenso zu hören, wie verdächtig nach VOMITORY tönende Knüppel-Parts.
Auch feine Melodien, wie wir sie von EDGE OF SANITY kennen, sind auf „9Th
Order Extinct“ verewigt worden. Gleichzeitig wissen die Schweden
aber auch wie man Death Metal-mäßig zu rocken hat. Eine wohldosierte
Mischung, der eigentlich nur der klassische Doom/Death fehlt um das gesamte
Sub-Genre abzudecken. Bei so unterschiedlichen Einflüssen und Querverweisen
bedarf es auch der richtigen Truppe, weshalb das vermeintliche Rätsel
hinter INCAPACITY zum Schluss gelöst wird: Mit den Herren Andreas
Axelsson (V, ex-MARDUK, EDGE OF SANITY), Anders Edlund (B, SOLAR DAWN),
Robert Ivarsson (G, PAN-THY-MONIUM, ASHES), Christian Älvestam (G,
UNMOORED, TORCHBEARER, SOLAR DAWN) und Henrik Schönström (D,
UNMOORED, TORCHBEARER, SOLAR DAWN) stehen nicht gerade unbekannte Musiker
hinter diesem Banner, weshalb die Klasse dieser Scheibe wohl kaum verwunderlich
ist.
Walter
INTENSE – Second Sight
(Underground Symphony)
Obwohl in den letzten Jahren von der britischen Insel relativ wenige Newcomerbands
die sich dem Metal verschrieben haben, auch bei uns Furore sorgen konnten,
sollte die Szene im Vereinigten Königreich nicht unterschätzt
werden. Nach POWER QUEST, die vor kurzem mit einem überzeugenden
neuen Silberling unsere Herzen erfreuen konnten und den bereits einigermaßen
bekannten DRAGONFORCE, schicken sich nun INTENSE an die Schwermetaller
weltweit zu erfreuen. Der Name der Band mag eingefleischten Sammlern bereits
bekannt vorkommen, erschien doch bereits im Jahre 1997 mit „Dark
Seasons“ das Debüt des Quintetts.
Seit damals hat sich an der Grundauslegung des Sounds nicht viel geändert.
INTENSE haben sich stilistisch offenbar mit Haut und Haar dem Power Metal
verschrieben. Auf „Second Sight“ klingen die Engländer
im Gegensatz zum Debüt lediglich eine Spur melodiöser, haben
sich aber enorm im Songwriting verbessert. “War Of Angels“,
„Path Of The Dark“ oder „One Twenty“ legen Zeugnis
darüber ab, dass die Band über brillante Komponisten verfügt,
durch Sean Hetherington´s raue Stimme, die sehr häufig an Matt
Barlow erinnert, erhält die ganze Angelegenheit einen sehr kraftvollen
Anstrich und lässt „Second Sight“ zu einem der Highlights
der letzten Wochen gedeihen. Eine sehr ausgewogene und vor allem perfekt
umgesetzte Mischung aus Power und Melodien .
Walter
NECROMANTIA – Check Mate
(Mausoleum/Soulfood)
Es scheint, als ob sich Mausoleum auf den brasilianischen Underground
spezialisiert hätten, denn nach IMAGO MORTIS, ANDRALLS und VERSOVER
steht mit NECROMANCIA abermals eine Truppe aus Brasilien auf dem Veröffentlichungsplan
des belgischen Labels. Beginnen möchte ich mit der Produktion der
Scheibe, die vor allem, was die Gitarren betrifft ungemein gelungen ist,
da trotz des äußerst druckvollen Sounds, Einzelheiten gitarrentechnischer
Natur perfekt in Szene gesetzt werden konnten. Irgendwie ist diese Tatsache
wenig verwunderlich, hat sich doch SEPULTURA-Gitarrist Andreas Kisser
als Produzent um seine Landsleute angenommen. NECROMACIA sind zwar ebenfalls
schwer Thrash Metal-lastig unterwegs, drosseln aber immer wieder geschickt
das Tempo, was nicht nur für Abwechslungsreichtum sorgt, sondern
vor allem noch mehr Druck erzeugt. Mit „Check Mate“, dem erst
zweiten Album der Band, die zwar bereits seit fast 20 Jahren ihr Unwesen
treibt, aber bislang auf erst ein vollständiges Album aus dem Jahre
1997 zurückblicken kann, weisen uns die Südamerikaner klar darauf
hin, dass sich die Szene in ihrer Heimat keineswegs auf große Namen
beschränkt. Ich bin sicher, wir werden auch in Zukunft weiterhin
zahlreiche Underground-Acts aus dem Land des regierenden Fußball-Weltmeisters
zu hören bekommen, einen großen Teil davon vermutlich über
Mausoleum.
Walter
ORODRUIN – Claw Tower
....and Other Tales Of Terror (PsycheDOOMelic)
Die Amis von ORODRUIN kredenzen uns auf dieser EP neu eingespieltes, aber
doch schon einige Jahre altes Material, wie den Titelsong oder das mächtig
epische „Creation Of Doom“. Als besonders Schmankerl liefert
uns die Band ein Cover des NWOBHM-Klassikers „Stand Up & Fight“
von QUARTZ, das viel über die Einflussquellen der Band verrät.
Wie schon auf „Epicurean Mass“, dem Vorgängerwerk, kann
man deutlich hören, das hier die metallische Form des Doom bevorzugt
wird, weshalb Metaller, die ihre Musik gerne langsam genießen unbedingt
ORODRUIN kennen sollten. Von besagter Scheibe sind übrigens ebenso
Songs auf der EP vertreten, allerdings teilweise mit anderen Texten, wie
„Epicurean Mass“. Besonders was den Sound betrifft, haben
ORODRUIN die Songs von auf „Claw Tower…“ mächtig
nachbearbeitet. Wer sonst, wenn nicht Mark Hegedüs, sollte Euch mit
dieser Scheibe versorgen können.: Für € 15,- ist „Claw
Tower ....and Other Tales Of Terror” wie gehabt über www.psycheDOOMelic.com
oder postalisch bei Mark Hegedüs, Fürst Liechtenstein Str. 18
/ 11, 1230 Wien zu erhalten.
Walter
PLEXUS – Same (Metal Axe/Point)
Was uns das brasilianische Trio PLEXUS im Opener „Natural Born Leaders“
offeriert, macht Lust auf mehr. Stilistisch irgendwo zwischen heftigen
Power Metal und klassischem Speed/Thrash Metal im Sinne älterer OVERKILL
angesiedelt, überzeugen die Südamerikaner mit einer Spielfreude,
die sich quasi infektiös auf den Hörer überträgt.
In ähnlicher Machart geht es auch weiter, wobei in Folge die Einflüsse
um ANTHRAX-lastige Grooves und einigermaßen klassischen Power Metal
angereichert werden. Nicht ganz mithalten mit der spielerischen Klasse
kann dagegen Sänger Marcelo Martins, dessen Stimme für die gar
heftige Musik ein wenig zu dünn geraten ist, doch daran wird die
Band, die ich insgesamt als einen sehr hoffnungsvollen Newcomer betrachten
würde, mit Sicherheit arbeiten. Für PLEXUS und ihre Plattenfirma
Metal Axe, die ebenfalls neu in der Szene sind, stellt dieses Album mit
Sicherheit einen guten Start in die Zukunft dar.
Walter
REVEREND BIZARRE – Slice
Of Doom (PsycheDOOMelic)
Da das gleichnamige Demo aus dem Jahre 1998 offensichtlich nicht mehr
zu erhalten ist, hat sich die Band in Zusammenarbeit mit PsycheDOOMelic
Records dazu entschlossen, dieses Stück Lavasound der Öffentlichkeit
nochmals zugänglich zu machen. Als besonderen Kaufanreiz, also auch
für die wenigen Glücklichen, die das Original ihr Eigen nennen,
wurde mit „Bonüssen“ nicht gespart. So insgesamt fünf
Extra-Songs auf dieser Scheibe enthalten, wobei „Lohja-Era“,
das allerdings nur als Auszug hier verewigt wurde, „Dark World“,
das für ein ST. VITUS-Tribute-Album gedacht ist und „Doom Over
The World“ zu den Hightlights des Albums zu zählen sind. Die
Finnen scheinen den Doom offensichtlich bereits mit der Muttermilch aufgesogen
zu haben, denn derart intensiv und dennoch abgefahren, doomt kaum eine
andere Formation. Die Scheibe ist für € 15,- über www.psycheDOOMelic.com
zu erhalten, oder auf dem Postweg, wobei es aber eine neue Bezugsadresse
in Wien gibt: Mark Hegedüs, Fürst Liechtenstein Str. 18 / 11,
1230 Wien.
Walter
STATETROOPER – The Calling
(CIC Records)
“The Calling” beinhaltet 11 Kompositionen, die zum größten
Teil im traditionellen Hardrock anzusiedeln sind, wie wir ihn schon seit
Jahren zu schätzen wissen („seit Jahren“ ist gut, haha.
Andi). Das musikalische Niveau ist durch die Bank recht hoch, die Eingängigkeit
der Songs durchaus gegeben, obwohl es die Engländer vermeiden, die
Refrains zu häufig zu wiederholen. Das Talent für ausgefeiltes
Songwriting haben sich die Herrschaften offensichtlich in den letzten
20 Jahren erworben, denn, wie vielen mit Sicherheit aufgefallen sein wird,
hat es von STATETROOPER bereits eine selbstbetitelte LP im Jahre 1987
gegeben (natürlich, Walter, das ist uns sofort allen aufgefallen...Andi).
Zwischenzeitlich waren die Herrschaften rund um den ehemaligen MSG-Sänger
Gary Barden quasi von der Bildfläche verschwunden, um jetzt wieder
durchzustarten. Als Liebhaber des melodiösen Hardrocks kann man beim
Erwerb dieser Scheibe nichts falsch machen.
Walter
STREAM – Chasin´
The Dragon (Mausoleum/Soulfood)
Bei STREAM handelte es sich um die Band des französischen Gitarristen
Peter Scheithauer (typischer Franzosen-Name, Andi), der bereits vor gut
10 Jahren in der Szene aktiv war. Durch gute Verbindungen zur Szene in
den Staaten konnte er im Jahre 1998 unter anderem Eric Singer oder David
Glen Eisley für STREAM gewinnen, die auch auf „Chasin´
The Dragon“ zu hören sind, dass ja im Prinzip nichts anderes
als einen Re-Release der damals unter dem Titel „Nothing Is Sacred“
veröffentlichten Scheibe darstellt. Da Mausoleum Records aber, wie
immer bei Wiederveröffentlichungen, einiges aus den Archiven der
Musiker sicher stellen konnten, ist auf zwei Songs auch Kurzzeit-ACCEPT-Sänger
David Reece zu hören, der ebenfalls kurze Zeit zum LineUp von STREAM
gehörte. Wie die Namen der mitwirkenden Musiker vermuten lassen,
bekommen wir reichlich Melodien geboten, diese werden in einer annehmbaren
Mischung aus traditionellem Hardrock und melodischem Metal verpackt. Ob
da nicht demnächst auch eine neue Scheibe ansteht….???
Walter
TIME REQUIEM – The Inner
Circle Of Reality (Regain/Soulfood)
Bei TIME REQUIEM handelt es sich bekanntlich um eine weitere Spielwiese
des schwedischen Keyboarders Richard Andersson. Wie auch schon auf dem
selbstbetitelten Debüt haben wir es auf „The Inner Circle Of
Reality“ mit zahlreichen Kompositionen der Kategorie Progressive
Melodic Metal zu tun. Wie zu erwarten, ist die gesamte Angelegenheit auch
noch reichlich bombastisch geworden und im Endeffekt, vor allem durch
neoklassizistische Anleihen irgendwo zwischen den letzten Alben des Herrn
MALMSTEEN, SYMPHONY X und Richard´s weiteren ehemaligen (?) Bands
MAJESTIC und SPACE ODYSSEY anzusiedeln. Immer wieder überkommt den
Hörer zwar ein gewisses „Kenn Ich, hab´ ich doch schon
gehört“ – Gefühl, der Ohrwurmfaktor der einzelnen
Nummern ist allerdings relativ hoch, weshalb der Großteil der Kompositionen
sofort in den Gehörgängen haften bleiben. Neben seinen Fähigkeiten
als Songwriter ist Richard natürlich auch ein sehr guter Musiker
an seinem Instrument, weshalb dem Keyboard sehr häufig Solo-Parts
zugebilligt werden, die im Endeffekt aber nicht zu sehr in Soloeskapaden
enden.
Walter
VICIOUS – Vile, Vicious
& Victorious (Sound Riot/Twilight)
Generell kann ich mich mit der zurzeit wieder häufig zu hörenden
Mischung aus Thrash und Death Metal anfreunden. Mittlerweile ist allerdings
schon wieder zu befürchten, dass es zahlreiche Bands nicht wirklich
schaffen werden, bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Die Schweden VICIOUS
könnten allerdings durchaus in der Lage sein, aus dem Underground
emporzusteigen. Zum einen schaffen sie es mit ihrer Metal-Melange nämlich
die Zuhörer voll und ganz mitzureißen, zum anderen hat das
Quintett auch schon im relativ frühen Stadium – die Formation
existiert erst seit drei Jahren – geschafft, richtig packende Songs
zu gestalten. Nummern wie „Trigger Needs Some Action“ oder
“Deathrash” leben zum einen von wahrlich brillanten Gitarrenduellen,
den immer wieder donnernden Blastbeasts und auch von der wahrlich fiesen
Stimme von Sänger Henrik Wenngren. Generell keine schlechte Scheibe,
ob damit der entscheidende „Schritt“ geschafft werden kann,
bleibt abzuwarten.
Walter
WALL OF SLEEP – Slow But
Not Dead (PsycheDOOMelic)
Wer vor wenigen Monaten im Marshall Cafe im Planet die Band zusammen mit
ORODRUIN gesehen hat, weiß was ihn erwartet. Rockiger Doom, irgendwo
in der Schnittmenge alter BLACK SABBATH, ST. VITUS und früher CATHEDRAL
wird von den Ungarn, deren Wurzeln in einer stilistisch nicht ganz unähnlich
veranlagten Formation namens MOOD liegen, geboten. Nur ganz selten musizieren
WALL OF SLEEP im ganz langsamen Bereich, aber selbst dann ist ihre Affinität
zu rockigen Klängen herauszuhören. Sänger Gabor Holdampf
klingt ein wenig gewöhnungsbedürftig, seine Stimme harmoniert
aber bestens mit der Musik. Leider werden die Ungarn wohl auch mit diesem
Werk im tiefsten Underground dahindarben müssen, aber Doomer sind
dies wohl ohnehin gewöhnt. Wie üblich bei Werken dieser Machart
gehen € 15,- an „Doom-President“ Mark Hegedüs, aber
Achtung Mark ist nunmehr über seine neue Adresse in Wien zu erreichen,
die da wäre: Mark Hegedüs, Fürst Liechtenstein Str. 18
/ 11,1230 Wien (danke, Walter, mittlerweile kennen wir die Adresse auswendig...
Andi). Weitere Werke aus der Welt der Lavariffs gibt es bei Mark ebenfalls
zu erwerben. Am besten ihr checkt erst einmal www.psycheDOOMelic.com,
um Euch einen Überblick zu verschaffen.
Walter
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