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Herbst 2004

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CD

ART OF FEAR - Masters Of Pain (Eigenproduktion)
Power Metal Bands gibt es ja mittlerweile wirklich schon zum Saufüttern. Leider sind von dieser Flut an Bands nur sehr wenige dabei, die wirklich auffallen und geniale Songs an den Tag legen. Zu diesen gehören aber auf jeden Fall die Feldkircher Art Of Fear mitsamt ihrem neuen Output "Master Of Pain". Die etablierten Musiker werken nun schon seit 1997 und erfreuen uns mit ihrem vierten Album, das sich wirklich hören lassen kann. Einprägende Melodien, abgerundet mit geilen Riffs und der richtigen Portion an Härte, erzeugen ein wunderschönes Power Metal-Feeling. "Masters Of Pain" stellt den guten Vorgänger "Pride Of Creation" in den Schatten und wird die Underground Szene einmal mehr erobern, denn Art Of Fear sind schon lange kein Geheimtipp mehr. Bravo! www.art-of-fear.com
Dominik

Buch

Höllen-Lärm: Die komplette, schonungslose, einzigartige Geschichte des Heavy Metal
Endlich ist es so weit! Die komplette Entstehungsgeschichte des Metal vom bekennenden Fan Ian Christe ist nun auch in deutsch erhältlich. Von der ersten Stunde des Metal, sprich von Black Sabbath, die Ende der Sechziger die Welt schockierten, bis zur heutigen Entwicklung des Nu Metal. Dieses Buch lässt keine Entwicklungen der Szene aus und gibt alle wichtigen Ereignisse über die Jahre wieder. Interessant auch die im Buch enthaltenen Interviews mit Bands wie Megadeth, Twisted Sister, Kiss oder Judas Priest und die Zeittafel der durchschlagendsten Ereignisse in der Szene seit 1970. Nicht nur auf die Musik selbst wird eingegangen, sondern auch auf wichtige "Nebenfaktoren" wie Kleidungsstile und Bühnenshows, die von Jahr zu Jahr immer mehr an Gewicht bekamen. 450 Seiten pures Lesevergnügen und Unterricht in Sachen Metal, samt bis dato unveröffentlichten Band-Pictures (erstes Metallica-Foto, haha). Und wie steht es so schön geschrieben "An alle Headbanger da draußen: Dieses Buch ist für euch!".
Wer sich mehr Informationen holen möchte, schaut auf die Homepage zum Buch: www.soundofthebeast.com
Dominik

CDs

ANCIENT - Night Visit (Metal Blade/NSM)
Mit der Geschichte dieser Band hatte ich mich bisweilen nicht wirklich beschäftigt, weshalb für alle, denen es ebenso geht, die Historie der Formation kurz geschildert sei (Amen, Andi). Die ganze Sache begann im Jahre 1992, als Gitarrist Aphazel ein Solo-Projekt unter dem Namen ANCIENT startete. Im Laufe der Zeit wurde nicht nur ein Band daraus, sondern eine Institution in der Black Metal-Szene. Aphazel, der inzwischen auch für den Gesang zuständig ist, und seine Mitstreiter können unter anderem einen fulminant umjubelten Auftritt in Wacken im Jahre 2000 vorweisen und sind auch was das Songwriting betrifft, nicht gerade inaktiv. Mit „Night Visit“ stellen die Norweger also ihr bereits sechstes vollständiges Album in die Läden, das Black Metaller zum Jauchzen animieren sollte. Aber Achtung: Im Gegensatz zu Genre-Kollegen wie DIMMU BORGIR oder CRADLE OF FILTH gelingt es ANCIENT trotz üppiger Keyboardteppiche und Accessoires wie Damengesang die Grenze zum Kitsch nie zu überschreiten. Viel eher merkt man den Kompositionen einen massiven Einfluss der alten Schule an. Mitunter rocken vier Herrschaften fast schon CELTIC FROST-ig; während man bei den getragenen Nummern wie dem Titelsong den Einfluss des „Diamantenkönigs“ deutlich heraushören kann. Wenig anfangen kann ich dagegen mit den beiden Bonus-Tracks. Der Begriff „Song“ ist hier eher fehl am Platz, denn viel mehr erinnern diese an „Soundcollagen“. Der durchaus positive Gesamteindruck von „Nigth Visit“ kann dadurch auch nicht geschmälert werden.
Walter

BEFORE THE DAWN – 4:17 AM (Locomotive/NSM)
Zwei Minuten nach viertel Fünf, ein Albumtitel der kryptischer nicht sein könnte. Was auch immer zu dieser Tageszeit passieren sollte, der Grossteil der Menschheit wird um diese Tageszeit wohl die verdiente Nachtruhe genießen (der Grossteil der Menschheit muss auch nicht Deine Reviews Korrektur lesen... Andi). Nicht verschlafen dagegen sollten Interessierte die Tatsache, dass auch eine Metal-Scheibe diese Uhrzeit als Titel trägt. Die Verursacher nennen ihre Band BEFORE THE DAWN, womit zumindest der Zusammenhang zum Plattentitel hergestellt wäre.Wie sich jeder wohl vorstellen kann, bedeckt um die besagte Tageszeit noch dunkelste Nacht größte Teile der Erde, weshalb auch der eher unterkühlte, dunkle Sound der finnischen Formation perfekt dazu passt. Auf „4:17 AM“ wird typisch finnischer Metal in der Tradition von SENTENCED geboten, wobei mit Tuomas Saukkonen und Panu Willman gleich zwei Sangesbarden zu hören sind. Während Tuomas für die heftigeren Gesangspassagen zuständig ist, überzeugt Panu, der im „Hauptberuf“ bei ENTWINE das Mikro schwingt, mit klaren Vocals. Vor allem die klaren Gesangspassagen in Verbindung mit der Düsternis der Gitarren und den dazupassenden Keyboards lassen BEFORE THE DAWN auch in die Nähe anderer Landsleute wie TO/DIE/FOR oder eben ENTWINE rücken und machen „4:17 AM” für Finnland-Fans sehr interessant.
Walter

BEYOND THE EMBRACE – Insect Song (Metal Blade/NSM)
Das Insekt auf dem Cover verspricht nichts Gutes, der Inhalt der Scheibe dagegen sehr. Das amerikanische Sextett BEYOND THE EMBRACE, dessen Debütwerk „Against The Elements“ bereits mächtig Eindruck hinterlassen hat, zeigt sich auf „Insect Song“ weiter gereift. Vor allem Sänger Shawn Gallagher verfügt in der Zwischenzeit über eine recht eigenständige, ständig zwischen aggressiv und melodiös abwechselnde, Stimme. Dadurch kommen die ebenso gestalteten Kompositionen noch besser zur Geltung. Zwar erfinden die Amis im Prinzip nichts neu, allerdings ist mir eine derart abwechslungsreiche Mischung mit Reminiszenzen von IN FLAMES über ICED EARTH bis hin zu IRON MAIDEN und CHILDREN OF BODOM noch selten untergekommen. „Insect Song“ ist demnach eine wohldosierte Mischung aus Melodien, purer Aggression, genialen Riffs und satten Grooves geworden, die eventuell demnächst auch von einigen anderen Formationen geboten werden könnte, denn irgendwie habe ich den Eindruck, BEYOND THE EMBRACE werden nicht die letzten sein, die derart mannigfaltig musizieren. Schon allein deshalb sollte sich kein Metaller scheuen, die Platte anzutesten. Es könnte nämlich gut sein, dass „Insect Song“ und das bereits erwähnte Debüt in Zukunft als Wegbereiter einer neuer metallischen Ausrichtung gelten.
Walter

CANS – Beyond The Gates (Noise/NSM)
Offensichtlich fühlt sich Joacim Cans bei HAMMERFALL einigermaßen musikalisch limitiert. Anders kann ich es mir nämlich nicht erklären, dass auf seiner ersten Solo-Scheibe zwar zahlreiche Parallelen zu seiner Stammband – no na - zu finden sind, die Musik allerdings zum größten Teil wesentlich härter und vor allem düsterer ausgefallen ist. In Zusammenarbeit mit Mat Sinner, Mark Zonder, Mike Chlasciak und Stefan Elmgren präsentiert sich CANS als „Band“ unter Joacim´s Namen, die sich offensichtlich genau zwischen HAMMERFALL´schem Euro Metal, der Düsternis seiner mittlerweile zweiten Band WARLORD und typisch traditionellem Heavy Metal der alten Schule liegt. Über seine Gesangsleistung hat wohl auch der heftigste Kritiker bei HAMMERFALL noch nie gelästert, denn dass dieser Knabe über eine gute Stimme verfügt, wird wohl hoffentlich niemand bestreiten. Auf „Beyond The Gates” regiert logischerweise der Metal, wobei dieser, wie schon erwähnt, im Gegensatz zu HAMMERFALL wesentlich mannigfaltiger gestaltet ist. So sind neben düsteren, kriechenden Power-Groovern wie „Soul Collector“ auch eher PRIMAL FEAR-lastige Songs, wie beispielsweise „Back To Hell“, oder Balladen wie die Gänsehaut-Nummer „Forever Ends“ vertreten. Weiters kann festgestellt werden, dass speziell das Drumming von Mark Zonder einen dezenten progressiven Touch aufweist und so die Nummern durch zahlreiche Breaks immer wieder auflockert. Bleibt lediglich zu hoffen, dass „Beyond The Gates“ keine einmalige Angelegenheit bleibt.
Walter

CATTLE DECAPITATED – Humanure (Metal Blade/NSM)
Mahlzeit! Das nicht gerade appetitliche Cover der Amis zeigt uns eine neue Art der Entstehung des Menschen. Eine Kuh „stuhlt“ menschliche Gesichter…, na gut, könnte man darüber philosophieren. Ein Paarhufer besorgt dann auch das im Intro tönende „Muh“ und ab dann knüppeln die Amis in bester CANNIBAL CORPSE-Manier drauflos. Irgendwie erinnern mich die Herren auch dezent an CARCASS, was vor allem an den lyrischen Ergüssen liegen dürfte. Nicht ganz erwartet hatte ich die immer wieder eingestreuten melodischen Parts und vor allem die durchwegs im Normalbereich, also nicht in Richtung Grundwasser, gestimmten Gitarren. CATTLE DECAPITATED scheinen weder sich selbst, noch ihre Musik allzu Ernst zu nehmen, denn neben ein paar absolut unpassenden, fast schon jazzigen Passagen, folgt zum Abschluss ein knapp 10 minütiges Outro namens „Men Before Swine“, das aus allerlei zum Thema “Rindvieh” passenden Geräuschen zusammengesetzt ist.
Walter

CELESTY – Legacy Of Hate (Arise/Point)
Besonders originell ist die von CELESTY gebotene musikalische Mischung nicht (der Albumtitel a net... Andi), denn melodiöser Metal mit reichlich Keyboardeinsatz ist ja nicht gerade selten. Ebenso wenig erstaunlich ist die Tatsache, dass die Band aus Finnland stammt, wo ja mittlerweile scheinbar auch schon jeder zweite Einwohner in einer Band zu spielen scheint. Was also macht „Legacy Of Hate“ interessant für eventuelle Käufer? Mit Sicherheit die musikalische Klasse der noch sehr jungen Formation (Durchschnittsalter ca. 20), denn Musik in der Schnittmenge von STRATOVARIUS, RHAPSODY und SONATA ARCTICA benötigt reichlich Fähigkeiten an den Instrumenten. Besonders hervorzuheben ist auf jeden Fall Sänger Antii Railio, der es scheinbar mühelos schafft, auch die höchsten Töne zu treffen, ohne dabei Einbußen in Sachen Stimmvolumen hinnehmen zu müssen. Was der Band aber noch fehlt, sind die zwingenden Melodien, um nicht doch wieder schneller in Vergessenheit zu geraten, als ihnen lieb ist.
Walter

CRUACHAN – Pagan (Karmageddon/Soulfood)
Auf „Pagan“, ihrem mittlerweile vierten Werk, besticht die irische Band CRUACHAN, wie auch schon auf den Vorgängeralben „The Middle Kingdom“ und „Folk-Lore“ mit einer recht abgefahrenen Mischung aus folkloristischen Elementen, Black Metal und einer Reihe von Einsprengsel, die derart mannigfaltig sind, dass es fast unmöglich erscheint, sämtliche Zutaten zum Gesamtsound aufzuzählen. Reduziert man das Gehörte auf die wichtigsten Anteile, also Folklore und recht heftigen Metal mit Black Metal- mäßigem Gesang, so ergibt das eine wohldosierte Mischung aus Lebensfreude, purer Aggression und irischer Geschichte, die in den Texten abgehandelt wird. Besonders hervobgehoben werden sollte auch das phantastische Artwork, von keinem Geringeren als „Herr Der Ringe“-Zeichner John Howe. Eine musikalische Mischung, die ob des Erfolges zahlreicher deutsch vortragender Folk-Metal-Formationen mit Sicherheit auch bei uns für Furore sorgen sollte.
Walter

ELDRITCH – Portrait Of The Abyss Within (LMP/emv)
Als langjähriger Anhänger dieser Truppe, zu denen ich schon seit dem Erscheinen des Debüts “Seeds Of Rage ” im Jahre 1995 zähle, war die Freude ob eines neuen Albums natürlich sehr groß. Trotz langer Wartezeit und den fast schon obligatorischen Umbesetzungen, ist es der Band rund um Ausnahmesänger Terence Holler abermals gelungen, mit ihrer Mischung aus Power und Progressive Metal mit einigen Thrash-Fragmenten die Zuhörerschaft zu überzeugen. Auch was den Sound betrifft, sind die Italiener abermals ungemein druckvoll zu Werke gegangen, wenn auch die Drums fast schon unnatürlich brutal klingen. Was „Portrait Of The Abyss Within” allerdings von den Vorgängerwerken unterscheidet ist der Tiefgang. Derart genial wurden Power und Emotionen von ELDRITCH nie zuvor kombiniert. So könnte „Blindfolded Walkthrough“ gut und gerne auch von einer der letzten PAIN OF SALVATION-Alben stammen, während „Slow Motion „K“ Us“ beweist, wie Up-Tempo-Power Metal klingen kann, ohne auch nur ansatzweise Zitate des typischen Euro Metals verwenden zu müssen. Nach so langer Zeit im Geschäft und einer stattlichen Anzahl an hochklassigen Veröffentlichungen darf die Frage erlaubt sein, weshalb ELDRITCH noch immer im Untergrund vor sich hin dümpeln.
Walter

ELVENKING – Wyrd (AFM/NSM)
Noch bevor ich „Wyrd“ zum ersten Mal gehört hatte, erinnerte mich diese Scheibe an SKYCLAD. Das Artwork, aber eben nicht nur dieses, ist nämlich sehr deutlich an meine Folk-Metal-Helden angelehnt. Wie schon auf dem Vorgänger „Heathenreel“ lassen sich auch auf dem neuesten Werk der Italiener ELVENKING jede Menge folkloristische Elemente vernehmen. Durch den vermehrten Einsatz einer Violine wird der bereits genannte Querverweis noch ein wenig deutlicher. Deutlich unterschiedlich gegenüber dem Vorgängeralbum ist auch die Gesangsdarbietung. Da Damnagoras aus gesundheitlichen Gründen die Band verlassen musste, konnte in einem Herrn namens Kleid (was für ein Pseudonym!) ein nahezu gleichwertiger Ersatz gefunden werden. Zwar kommt Kleid nicht ganz an die Ausdrucksfähigkeit seines Vorgängers heran, durch seine eher raue Stimme wirkt die Sache dafür aber ein wenig heftiger und erzeugt somit einen ganz guten Kontrast zu den Violinenklängen. Wer sich auf eine schwermetallische Reise in Richtung Folklore mitnehmen lassen möchte, ohne dabei mit Kitsch in irgendeiner Form konfrontiert zu werden, ist hier goldrichtig.
Walter

ESOTERIC – Subconcious Dissolution Into The Continuum
(Season Of Mist/Soulfood)

Nicht unbedingt für schwache Nerven und Zeitgenossen dürfte „Subconcious Dissolution Into The Continuum“, das aktuelle Werk der Engländer ESOTERIC geeignet sein. In der Tradition alter Doom-Helden walzen sich die Songs diese Album geradewegs ihren Weg in die Gehörgänge der Zuhörer. Besonders auffällig ist der Druck, den die Gitarrenarmada dabei verursacht, was aber nicht nur am Sound liegt, sondern auch an der Tatsache, dass gleich drei Gitarristen am Start sind. Hinzu gesellt sich mit Greg Chandler noch ein Sänger, der typisch Death Metal-mäßig vor sich hin grummelt, was perfekt zum Tempo der vorgetragenen Musik passt und vor allem die Kompositionen noch ein wenig garstiger klingen lässt. Für diese Jahreszeit eigentlich vollkommen ungeeignet, aber der nächste Herbst kommt bestimmt!
Walter

HIRAX – The New Age Of Terror (Mausoleum/Soulfood)
Es wurde aber auch höchste Zeit, dass sich wieder einmal ein europäisches Label in um diese Band kümmert. Mit Mausoleum haben die Bay Area Veteranen HIRAX nun einen kompetenten Partner gefunden und mit „The New Age Of Terror“ zeigt die Formation rund um den farbigen Sänger Kanton DePena, dass sie auch heutzutage noch im Stande ist, mit schwer hardcore-lastigen Thrash-Granaten nicht nur ihre Anhängerschaft, sondern sämtliche Thrash Metaller, zu überzeugen. In den letzten Wochen weilte die Band ja in Mitteleuropa, um einige Gigs zum Besten zu geben, dabei wurden mit Sicherheit auch einige der Songs des aktuellen Silberlings präsentiert. Als besondere Schmankerl offerieren uns HIRAX neben neuen Kompositionen wie dem Titelsong und dem Mörder-Opener „Kill Switch“ auch noch „El Diablo Negro“ von der bisher in unseren Breiten nur relativ schwer zu erhaltenden Mini-CD gleichen Namens. Wer sich immer schon für diese Band und deren Thrash Metal erwärmen konnte, wird auch an „The New Age Of Terror“ seine helle Freude haben. Der Jugend sei noch mitgegeben, dass mit HIRAX eine weitere Band beweist, dass auch nicht mehr so ganz jugendliche Musiker mehr als genug Power haben, um den so genannten „Metal-Bands“ von heute zu zeigen, wo der Hammer hängt.
Walter

ICYCORE – Wetwired (LMP/emv)
Nahezu zeitgleich mit der neuen ELDRITCH erscheint „Wetwired“ von den ebenfalls aus Italien stammenden ICYCORE. Dabei ist es nicht nur die Heimat, die diese beiden Bands verbindet. Neben demselben Label können die genannten Bands auch mit ein und derselben Bassistin aufwarten. Lisa Oliviero, so der Name dieser Dame, ist also hauptberuflich bei ICYCORE im Dienst und hat quasi als Freundschaftsdienst auch „Portrait Of The Abyss Within“ eingespielt. Soweit ich informiert bin, wird sich Lisa in Zukunft aber wieder auf ihre Stammformation beschränken. Im Gegensatz zu ELDRITCH gehen ICYCORE einigermaßen heftiger, vor allem aber frickeliger zur Sache. Die Thrash Metal-Vergangenheit der Band ist zwar nicht mehr herauszuhören, dafür stammen sehr viele Anleihen in der Zwischenzeit aus der „Moderne“. Genau da meine ich das Problem für die Formation orten zu können, um einen Schritt noch oben auf der Erfolgsleiter tätigen zu können. Die offensichtlich kompakten, kraftvollen Kompositionen gehen voll in Ordnung, je mehr Freiheit jedoch dem Keyboarder zugebilligt wurde, desto eher verflacht die Komposition. Zum einen weil der Sound des Keyboards recht eigenartig klingt, zum anderen weil die „Frickel-Passagen“ zum Großteil nicht nachvollziehbar klingen und deshalb auch kaum für Aufsehen sorgen können, sondern eher den Konsum der Scheibe negativ beeinträchtigen.
Weniger wäre mit Sicherheit mehr gewesen.
Walter

INCAPACITY – 9Th Order Extinct (Metal Blade/NSM)
Ihr sucht ein passendes Geschenk für jemanden der sich für Todesmetall erwärmen kann, aber noch nicht mit sämtlichen Stilformen des Death Metal vertraut ist? Dann ist das Zweiwerk der schwedischen Band INCAPACITY wohl genau das richtige dafür. Hier gibt es Midtempo-Passagen ebenso zu hören, wie verdächtig nach VOMITORY tönende Knüppel-Parts. Auch feine Melodien, wie wir sie von EDGE OF SANITY kennen, sind auf „9Th Order Extinct“ verewigt worden. Gleichzeitig wissen die Schweden aber auch wie man Death Metal-mäßig zu rocken hat. Eine wohldosierte Mischung, der eigentlich nur der klassische Doom/Death fehlt um das gesamte Sub-Genre abzudecken. Bei so unterschiedlichen Einflüssen und Querverweisen bedarf es auch der richtigen Truppe, weshalb das vermeintliche Rätsel hinter INCAPACITY zum Schluss gelöst wird: Mit den Herren Andreas Axelsson (V, ex-MARDUK, EDGE OF SANITY), Anders Edlund (B, SOLAR DAWN), Robert Ivarsson (G, PAN-THY-MONIUM, ASHES), Christian Älvestam (G, UNMOORED, TORCHBEARER, SOLAR DAWN) und Henrik Schönström (D, UNMOORED, TORCHBEARER, SOLAR DAWN) stehen nicht gerade unbekannte Musiker hinter diesem Banner, weshalb die Klasse dieser Scheibe wohl kaum verwunderlich ist.
Walter

INTENSE – Second Sight (Underground Symphony)
Obwohl in den letzten Jahren von der britischen Insel relativ wenige Newcomerbands die sich dem Metal verschrieben haben, auch bei uns Furore sorgen konnten, sollte die Szene im Vereinigten Königreich nicht unterschätzt werden. Nach POWER QUEST, die vor kurzem mit einem überzeugenden neuen Silberling unsere Herzen erfreuen konnten und den bereits einigermaßen bekannten DRAGONFORCE, schicken sich nun INTENSE an die Schwermetaller weltweit zu erfreuen. Der Name der Band mag eingefleischten Sammlern bereits bekannt vorkommen, erschien doch bereits im Jahre 1997 mit „Dark Seasons“ das Debüt des Quintetts.
Seit damals hat sich an der Grundauslegung des Sounds nicht viel geändert. INTENSE haben sich stilistisch offenbar mit Haut und Haar dem Power Metal verschrieben. Auf „Second Sight“ klingen die Engländer im Gegensatz zum Debüt lediglich eine Spur melodiöser, haben sich aber enorm im Songwriting verbessert. “War Of Angels“, „Path Of The Dark“ oder „One Twenty“ legen Zeugnis darüber ab, dass die Band über brillante Komponisten verfügt, durch Sean Hetherington´s raue Stimme, die sehr häufig an Matt Barlow erinnert, erhält die ganze Angelegenheit einen sehr kraftvollen Anstrich und lässt „Second Sight“ zu einem der Highlights der letzten Wochen gedeihen. Eine sehr ausgewogene und vor allem perfekt umgesetzte Mischung aus Power und Melodien .
Walter

NECROMANTIA – Check Mate (Mausoleum/Soulfood)
Es scheint, als ob sich Mausoleum auf den brasilianischen Underground spezialisiert hätten, denn nach IMAGO MORTIS, ANDRALLS und VERSOVER steht mit NECROMANCIA abermals eine Truppe aus Brasilien auf dem Veröffentlichungsplan des belgischen Labels. Beginnen möchte ich mit der Produktion der Scheibe, die vor allem, was die Gitarren betrifft ungemein gelungen ist, da trotz des äußerst druckvollen Sounds, Einzelheiten gitarrentechnischer Natur perfekt in Szene gesetzt werden konnten. Irgendwie ist diese Tatsache wenig verwunderlich, hat sich doch SEPULTURA-Gitarrist Andreas Kisser als Produzent um seine Landsleute angenommen. NECROMACIA sind zwar ebenfalls schwer Thrash Metal-lastig unterwegs, drosseln aber immer wieder geschickt das Tempo, was nicht nur für Abwechslungsreichtum sorgt, sondern vor allem noch mehr Druck erzeugt. Mit „Check Mate“, dem erst zweiten Album der Band, die zwar bereits seit fast 20 Jahren ihr Unwesen treibt, aber bislang auf erst ein vollständiges Album aus dem Jahre 1997 zurückblicken kann, weisen uns die Südamerikaner klar darauf hin, dass sich die Szene in ihrer Heimat keineswegs auf große Namen beschränkt. Ich bin sicher, wir werden auch in Zukunft weiterhin zahlreiche Underground-Acts aus dem Land des regierenden Fußball-Weltmeisters zu hören bekommen, einen großen Teil davon vermutlich über Mausoleum.
Walter

ORODRUIN – Claw Tower ....and Other Tales Of Terror (PsycheDOOMelic)
Die Amis von ORODRUIN kredenzen uns auf dieser EP neu eingespieltes, aber doch schon einige Jahre altes Material, wie den Titelsong oder das mächtig epische „Creation Of Doom“. Als besonders Schmankerl liefert uns die Band ein Cover des NWOBHM-Klassikers „Stand Up & Fight“ von QUARTZ, das viel über die Einflussquellen der Band verrät. Wie schon auf „Epicurean Mass“, dem Vorgängerwerk, kann man deutlich hören, das hier die metallische Form des Doom bevorzugt wird, weshalb Metaller, die ihre Musik gerne langsam genießen unbedingt ORODRUIN kennen sollten. Von besagter Scheibe sind übrigens ebenso Songs auf der EP vertreten, allerdings teilweise mit anderen Texten, wie „Epicurean Mass“. Besonders was den Sound betrifft, haben ORODRUIN die Songs von auf „Claw Tower…“ mächtig nachbearbeitet. Wer sonst, wenn nicht Mark Hegedüs, sollte Euch mit dieser Scheibe versorgen können.: Für € 15,- ist „Claw Tower ....and Other Tales Of Terror” wie gehabt über www.psycheDOOMelic.com oder postalisch bei Mark Hegedüs, Fürst Liechtenstein Str. 18 / 11, 1230 Wien zu erhalten.
Walter

PLEXUS – Same (Metal Axe/Point)
Was uns das brasilianische Trio PLEXUS im Opener „Natural Born Leaders“ offeriert, macht Lust auf mehr. Stilistisch irgendwo zwischen heftigen Power Metal und klassischem Speed/Thrash Metal im Sinne älterer OVERKILL angesiedelt, überzeugen die Südamerikaner mit einer Spielfreude, die sich quasi infektiös auf den Hörer überträgt. In ähnlicher Machart geht es auch weiter, wobei in Folge die Einflüsse um ANTHRAX-lastige Grooves und einigermaßen klassischen Power Metal angereichert werden. Nicht ganz mithalten mit der spielerischen Klasse kann dagegen Sänger Marcelo Martins, dessen Stimme für die gar heftige Musik ein wenig zu dünn geraten ist, doch daran wird die Band, die ich insgesamt als einen sehr hoffnungsvollen Newcomer betrachten würde, mit Sicherheit arbeiten. Für PLEXUS und ihre Plattenfirma Metal Axe, die ebenfalls neu in der Szene sind, stellt dieses Album mit Sicherheit einen guten Start in die Zukunft dar.
Walter

REVEREND BIZARRE – Slice Of Doom (PsycheDOOMelic)
Da das gleichnamige Demo aus dem Jahre 1998 offensichtlich nicht mehr zu erhalten ist, hat sich die Band in Zusammenarbeit mit PsycheDOOMelic Records dazu entschlossen, dieses Stück Lavasound der Öffentlichkeit nochmals zugänglich zu machen. Als besonderen Kaufanreiz, also auch für die wenigen Glücklichen, die das Original ihr Eigen nennen, wurde mit „Bonüssen“ nicht gespart. So insgesamt fünf Extra-Songs auf dieser Scheibe enthalten, wobei „Lohja-Era“, das allerdings nur als Auszug hier verewigt wurde, „Dark World“, das für ein ST. VITUS-Tribute-Album gedacht ist und „Doom Over The World“ zu den Hightlights des Albums zu zählen sind. Die Finnen scheinen den Doom offensichtlich bereits mit der Muttermilch aufgesogen zu haben, denn derart intensiv und dennoch abgefahren, doomt kaum eine andere Formation. Die Scheibe ist für € 15,- über www.psycheDOOMelic.com zu erhalten, oder auf dem Postweg, wobei es aber eine neue Bezugsadresse in Wien gibt: Mark Hegedüs, Fürst Liechtenstein Str. 18 / 11, 1230 Wien.
Walter

STATETROOPER – The Calling (CIC Records)
“The Calling” beinhaltet 11 Kompositionen, die zum größten Teil im traditionellen Hardrock anzusiedeln sind, wie wir ihn schon seit Jahren zu schätzen wissen („seit Jahren“ ist gut, haha. Andi). Das musikalische Niveau ist durch die Bank recht hoch, die Eingängigkeit der Songs durchaus gegeben, obwohl es die Engländer vermeiden, die Refrains zu häufig zu wiederholen. Das Talent für ausgefeiltes Songwriting haben sich die Herrschaften offensichtlich in den letzten 20 Jahren erworben, denn, wie vielen mit Sicherheit aufgefallen sein wird, hat es von STATETROOPER bereits eine selbstbetitelte LP im Jahre 1987 gegeben (natürlich, Walter, das ist uns sofort allen aufgefallen...Andi). Zwischenzeitlich waren die Herrschaften rund um den ehemaligen MSG-Sänger Gary Barden quasi von der Bildfläche verschwunden, um jetzt wieder durchzustarten. Als Liebhaber des melodiösen Hardrocks kann man beim Erwerb dieser Scheibe nichts falsch machen.
Walter

STREAM – Chasin´ The Dragon (Mausoleum/Soulfood)
Bei STREAM handelte es sich um die Band des französischen Gitarristen Peter Scheithauer (typischer Franzosen-Name, Andi), der bereits vor gut 10 Jahren in der Szene aktiv war. Durch gute Verbindungen zur Szene in den Staaten konnte er im Jahre 1998 unter anderem Eric Singer oder David Glen Eisley für STREAM gewinnen, die auch auf „Chasin´ The Dragon“ zu hören sind, dass ja im Prinzip nichts anderes als einen Re-Release der damals unter dem Titel „Nothing Is Sacred“ veröffentlichten Scheibe darstellt. Da Mausoleum Records aber, wie immer bei Wiederveröffentlichungen, einiges aus den Archiven der Musiker sicher stellen konnten, ist auf zwei Songs auch Kurzzeit-ACCEPT-Sänger David Reece zu hören, der ebenfalls kurze Zeit zum LineUp von STREAM gehörte. Wie die Namen der mitwirkenden Musiker vermuten lassen, bekommen wir reichlich Melodien geboten, diese werden in einer annehmbaren Mischung aus traditionellem Hardrock und melodischem Metal verpackt. Ob da nicht demnächst auch eine neue Scheibe ansteht….???
Walter

TIME REQUIEM – The Inner Circle Of Reality (Regain/Soulfood)
Bei TIME REQUIEM handelt es sich bekanntlich um eine weitere Spielwiese des schwedischen Keyboarders Richard Andersson. Wie auch schon auf dem selbstbetitelten Debüt haben wir es auf „The Inner Circle Of Reality“ mit zahlreichen Kompositionen der Kategorie Progressive Melodic Metal zu tun. Wie zu erwarten, ist die gesamte Angelegenheit auch noch reichlich bombastisch geworden und im Endeffekt, vor allem durch neoklassizistische Anleihen irgendwo zwischen den letzten Alben des Herrn MALMSTEEN, SYMPHONY X und Richard´s weiteren ehemaligen (?) Bands MAJESTIC und SPACE ODYSSEY anzusiedeln. Immer wieder überkommt den Hörer zwar ein gewisses „Kenn Ich, hab´ ich doch schon gehört“ – Gefühl, der Ohrwurmfaktor der einzelnen Nummern ist allerdings relativ hoch, weshalb der Großteil der Kompositionen sofort in den Gehörgängen haften bleiben. Neben seinen Fähigkeiten als Songwriter ist Richard natürlich auch ein sehr guter Musiker an seinem Instrument, weshalb dem Keyboard sehr häufig Solo-Parts zugebilligt werden, die im Endeffekt aber nicht zu sehr in Soloeskapaden enden.
Walter

VICIOUS – Vile, Vicious & Victorious (Sound Riot/Twilight)
Generell kann ich mich mit der zurzeit wieder häufig zu hörenden Mischung aus Thrash und Death Metal anfreunden. Mittlerweile ist allerdings schon wieder zu befürchten, dass es zahlreiche Bands nicht wirklich schaffen werden, bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Die Schweden VICIOUS könnten allerdings durchaus in der Lage sein, aus dem Underground emporzusteigen. Zum einen schaffen sie es mit ihrer Metal-Melange nämlich die Zuhörer voll und ganz mitzureißen, zum anderen hat das Quintett auch schon im relativ frühen Stadium – die Formation existiert erst seit drei Jahren – geschafft, richtig packende Songs zu gestalten. Nummern wie „Trigger Needs Some Action“ oder “Deathrash” leben zum einen von wahrlich brillanten Gitarrenduellen, den immer wieder donnernden Blastbeasts und auch von der wahrlich fiesen Stimme von Sänger Henrik Wenngren. Generell keine schlechte Scheibe, ob damit der entscheidende „Schritt“ geschafft werden kann, bleibt abzuwarten.
Walter

WALL OF SLEEP – Slow But Not Dead (PsycheDOOMelic)
Wer vor wenigen Monaten im Marshall Cafe im Planet die Band zusammen mit ORODRUIN gesehen hat, weiß was ihn erwartet. Rockiger Doom, irgendwo in der Schnittmenge alter BLACK SABBATH, ST. VITUS und früher CATHEDRAL wird von den Ungarn, deren Wurzeln in einer stilistisch nicht ganz unähnlich veranlagten Formation namens MOOD liegen, geboten. Nur ganz selten musizieren WALL OF SLEEP im ganz langsamen Bereich, aber selbst dann ist ihre Affinität zu rockigen Klängen herauszuhören. Sänger Gabor Holdampf klingt ein wenig gewöhnungsbedürftig, seine Stimme harmoniert aber bestens mit der Musik. Leider werden die Ungarn wohl auch mit diesem Werk im tiefsten Underground dahindarben müssen, aber Doomer sind dies wohl ohnehin gewöhnt. Wie üblich bei Werken dieser Machart gehen € 15,- an „Doom-President“ Mark Hegedüs, aber Achtung Mark ist nunmehr über seine neue Adresse in Wien zu erreichen, die da wäre: Mark Hegedüs, Fürst Liechtenstein Str. 18 / 11,1230 Wien (danke, Walter, mittlerweile kennen wir die Adresse auswendig... Andi). Weitere Werke aus der Welt der Lavariffs gibt es bei Mark ebenfalls zu erwerben. Am besten ihr checkt erst einmal www.psycheDOOMelic.com, um Euch einen Überblick zu verschaffen.
Walter



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