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CDs
EVERGREY The Inner Circle (Inside Out/emv)
Die Erwartungshaltung meinerseits an The
Inner Circle war deshalb recht hoch, da der Vorgänger Recreation
Day mit zu meinen Favoriten zählt. Doch siehe da, das Quintett
hat es sogar noch geschafft, an Intensität und Tiefgründigkeit
zuzulegen. Über die musikalische Qualität von EVERGREY bedarf
es ohnehin keiner großen Worte mehr, auch auf The Inner Circle
stimmt schlicht und ergreifend alles. Mit ihrem ungemein düsteren
Power Metal, der von gefühlvoll und balladesk bis hin zu dezent frivkelig
alle Facetten des Genres abdeckt, haben EVERGREY stilistisch ein recht
breites Spektrum anzubieten. Tom Englund´s teilweise recht rauer
Gesang passt sich je nach Stimmungslage dem jeweiligen Song perfekt an
und vermag mehr als nur einmal für Gänsehaut zu sorgen. Bei
In The Wake Of The Weary sorgt er zusammen mit seiner Frau
Carina für ein Duett der Sonderklasse. Passend zur mitunter recht
bedrückenden Stimmung des Albums scheinen auch die Texte formuliert
worden zu sein, denen auch auf diesem Album besonderes Augenmerk zugewandt
werden sollte. The Inner Circle ist ein sehr tiefschürfendes
Konzeptalbum geworden, das auf einer fiktiven Geschichte, die so unrealistisch
aber gar nicht ist, aufbaut. Inhaltlich geht es kurz gesagt darum, welche
Gefahren es mit sich bringt, wenn sich ein Individuum im Leben lediglich
darauf beschränkt, seine Taten in den Dienst religiöser Führer
zu stellen. Trotz der teilweise recht beklemmenden Stimmung vermögen
EVERGREY aber auch immer wieder, den Hörer aufzumuntern,
sprich nicht in völlige Hoffnungslosigkeit verfallen zu lassen, sondern
durch schlicht ergreifend schöne Passagen positive Emotionen zu entfachen.
Vielleicht wurde aus eben diesem Grund als Rausschmeißer
ein famoses Instrumental mit dem Titel When The Walls Go Down
gewählt, das lediglich mit Hilfe einiger Sprech-Passagen und eines
Orchesters zu Beginn zwar ein wahrlich beklemmendes Gefühl erzeugt,
gegen Ende hin jedoch ausgeglichen wirkt und beinahe beruhigende Wirkung
auf den Hörer ausübt und diesen somit in Glückseligkeit
(ob dieses Albums) und Hoffnung (auf weitere Werke aus dem Hause EVERGREY)
zurücklässt.
Walter
HIGHLORD Medusa´s Coil (Arise/Point)
Die neue KOTIPELTO (weiche Satan, Andi)!?! Nein, das nicht, aber HIGHLORD
aus Italien haben mit Andrea Marchisio ein Sangestalent in ihren Reihen,
dass dem Finnen sehr ähnelt. Aber nicht nur gesangstechnisch lassen
sich Parallelen zur ehemaligen(??) Band von Timo K. ausmachen. STRATOVARIUS
können auch musikalisch als Vergleich genannt werden, wenn es darum
geht Medusa´s Coil, das mittlerweile vierte Album von
HIGHLORD, zu beschreiben. Vor allem die sehr dominanten Keyboards lassen
den Zuhörer immer wieder an die genannten Finnen oder auch RHAPSODY
denken. Stilistisch ähnlich klingende Bands wie HIGHLORD gibt es
im Moment wohl genügend, weshalb es die Italiener sicherlich sehr
schwer haben werden, sich zu etablieren. Vielleicht sollten sich
HIGHLORD eher ein wenig umorientieren, das Können dafür sollte
vorhanden sein, wie die Scheibe in weiterer Folge beweist. Mit Where
My Hero Lies ist eine brauchbare zugegebenermaßen
aber ein wenig kitschig geratene Ballade auf Medusa´s
Coil vertreten, wo Andrea sein Stimmvolumen wesentlich besser zur
Geltung bringen kann als im Up-Tempo-Bereich. Das eigentliche Schmankerl
der Scheibe haben die Herrschaften aber erst am Ende der Scheibe
versteckt. The Hand Of God, so der Titel des Abschlußtracks,
versprüht ein mystisch-düsters Flair, wie es weiland nur CRIMSON
GLORY zustand brachten. Hier erhält Andrea noch dazu Unterstützung
einer Sängerin namens Ea, was sich ebenfalls positiv auf den Höreindruck
auswirkt. Ob ein wirklich starker Song aber ausreicht, um sich eine Scheibe
zuzulegen, sei aber dahingestellt.
Walter
IMAGO MORTIS Vida: The Play Of Change
(Mausoleum/Soulfood)
Ein sehr opulentes Werk kredenzen uns die brasilianischen Metaller IMAGO
MORTIS mit Vida: The Play Of Change. Dabei haben die vier
Herren samt Dame an den Tasten nicht nur musikalisch einiges zu
bieten, sondern auch inhaltlich. Das Konzept der Scheibe, auf welches
ich noch näher eingehen werde, verlangt, je nach Stimmung, nach sehr
unterschiedlich vorgetragener Musik, weshalb IMAGO MORTIS von druckvollem
Power Metal, über ebenso kraftvollen Doom und Progressive-Passagen
eine sehr gefällige Bandbreite anzubieten haben. Dazu werden vereinzelt
Death Metal- mäßige Gesangspassagen hinzugefügt und sogar
vor Inspirationen aus Musicals scheint die Band nicht zurückzuschrecken.
Das Grundgerüst besteht allerdings aus tiefschürfendem Metal
mit jeder Menge Power. Sänger Alex Voorhees scheint ein großer
Anhänger von CANDLEMASS zu sein, zumindest ähnelt seine Stimme
jener von Messiah Marcolin. In den theatralischen Momenten erinnert er
mich dazu noch ein wenig an SAVIOUR MACHINE-Mastermind Eric Clayton.
Zur relativ dunklen Stimmung von Musik und Gesang passt auch das Konzept.
Dieses basiert auf der Leidensgeschichte des Protagonisten der an Vida,
einer unheilbaren Krankheit leidet. In den Texten sind nebenbei
noch Patientenberichte und wissenschaftlich-philosophische Betrachtung
zu dieser, mir völlig unbekannten, Krankheit integriert worden. Im
Gegensatz zu zahlreichen anderen Konzeptalben endet Vida: The Play
Of Change allerdings nicht positiv. Der Hörer, der von Anfang
an die Geschichte beginnt mit der Einlieferung ins Krankenhaus
- mit dem Protagonisten mitleidet, muss sich am Ende von der Hauptfigur
am Grabe verabschieden und wird in tiefer Trauer hinterlassen. Trotz aller
Tristesse, in die sich der Fan beim Konsum der Scheibe stürzt, ein
sehr empfehlenswertes Album.
Walter
INSANE Mechanical Revolt (Thundering/Twilight)
Die auf Mechanical Revolt, der aktuellen Veröffentlichung
des französischen Quintetts INSANE, verewigten elf Songs können
bedenkenlos als Thrash Metal bezeichnet werden, wobei die Herrschaften
ihre Einflussquellen zu keiner Zeit verbergen. Da wären in erster
Linie US-Bands zu nennen, denen wir seit Jahren die Ehre erweisen, allen
voran ältere MEGADETH, die vor allem Gitarrist Gilles Mathieu nicht
nur einmal in seiner Jugend gehört haben dürfte. Wenn richtig
losgebrettert wird, wie beim Opener Scarves Of War, erscheinen
Brutalo-Thrasher wie DARK ANGEL vor dem geistigen Auge des Rezensenten,
während man bei der Verschnaufpause, der Ballade Illusions
dagegen meint, Meister Hetfield in jungen Jahren zu hören. Durch
das immer wieder einsetzende Stakkato-Riffing sollten sich auch Freunde
älterer PANTERA angesprochen fühlen, während die immer
wieder druckvoll eingesetzten Keyboards INSANE einen modernen Anstrich
verleihen. Kurz gesagt: Ein Album, dass Thrash Metal-Fans jeden Alters
munden sollte!
Walter
JORN Out To Every Nation (AFM/NSM)
Über die Fähigkeiten des Herrn Lande als Sänger zu diskutieren,
sollte sich aufgrund der unzähligen Beweise, die er in den letzten
Jahren abgeliefert hat, längst erübrigt haben. Egal, ob mit
ARK, BEYOND TWILIGHT, MASTERPLAN oder seinen Solo-Scheiben, der gute Mann
verfügt über eine sehr variable Stimme, die noch dazu mit fabulöser
Ausdruckskraft ausgestattet ist. Mit Out To Every Nation erscheint
wieder einmal ein Album unter seinem Vornamen, wobei er auch diesmal von
kompetenten Musikern, wie beispielsweise HAMMERFALL-Basser Magnus Rosen,
unterstützt wurde. Wie schon auf seiner letzten Solo-Scheibe Worldcharger
tendiert JORN in Richtung schwermetallischer Tradition. Irgendwo
zwischen klassischem Hardrock und Melodic Metal sind die Nummern anzusiedeln,
die JORN mit seiner Stimme, die mich an eine Mischung aus David Coverdale,
Ronnie James Dio und Tony Martin erinnert, zu veredeln weiß.
Dabei ist es völlig blunzn, ob JORN eher heftig rockt,
oder gefühlvolle Balladen vorträgt, denn der Mann scheint Stimmbänder
aus Gold zu haben. Wollen wir bloß hoffen, dass sein kreativer Output
noch lange Jahre anhält.
Walter
NECARE Ruin (Firebox/Twilight)
Nach der Veröffentlichung der Debütwerke von MAR DE GRISES und
THE ETERNAL haben Firebox mit NECARE einen weiteren hoffnungsvollen Newcomer
anzubieten. Das Duett(!) R.H. (G, B, K, V) und G.C. (D, G, K), das sich
den lateinischen Ausdruck für töten als Bandnamen
gegeben hat, musiziert bereits seit 1999, kann aber erst auf die Veröffentlichung
eines Demos (Appassionata) zurückblicken. Ob sich die
Langsamkeit ihrer Klänge da auf den Arbeitsprozess ausgewirkt hat,
kann zwar nicht beantwortet werden, sehr wohl jedoch die Frage nach der
Intention hinter NECARE. Offensichtlich versuchen die beiden Musiker eine
bisher noch nicht zu hörende Mischung auszuarbeiten, was über
weite Strecken auch gut gelungen ist. Zwar ist Doom mit Sicherheit nicht
neu, aber die zahlreichen melodiösen Passagen, lassen die düstere
Grundstimmung immer wieder kippen und machen so aus Kompositionen wie
Desire (The Dawn & The Chrysalis) fast schon Ohrwürmer.
Die Amis verstehen es auch trostlose, bedrückende Songs ungemein
spannend zu arrangieren. Das knapp 14-minütige Celia
sei diesbezüglich als Anspieltipp genannt. Verbesserungswürdig
empfinde ich lediglich den Sound, der noch nicht druckvoll genug klingt
und einige Death Metal-lastige Gesangspassagen, da diese zu undifferenziert
rüberkommen. Summa summarum aber eine durchaus lohnende Investition.
Walter
VII GATES Fire, Walk With Me (Sound Riot/Twilight)
Aufgrund des Bandphotos und der Pseudonyme dachte ich zunächst eher
an eine Metal-Kommödianten-Truppe. Die Musik des schwedischen Sextetts
VII GATES belehrte mich aber eines Besseren. Schon der Opener Bounded
By Hate, ein fast schon Speed Metal verdächtiger Up-Tempo-Banger,
verleitet den Hörer die Sieben Türln aufzustoßen
und in die Welt der Band einzutreten. Fire, Walk With Me enthält
neben sechs Songs des The Madman Inside genannten Demos aus
dem Jahre 2002 noch vier relative neue Kompositionen, die zum Großteil
im UpTempo-Bereich anzusiedeln sind. Neben den gnadenlos drückenden
Gitarren darf auch das immer wieder eingesetzte Keyboard nicht unberücksichtigt
bleiben, das ein wenig an alte PRETTY MAIDS erinnert, bei denen die Tasten
ja auch immer eine tragende Rolle übernommen haben. Der Gesang von
Criss Blackburn erinnert ein wenig an Kai Hansen, allerdings tendiert
Criss eher in Richtung Schreihals. Trotz aller musikalischer
Fähigkeiten und der sehr brauchbaren Kompositionen habe ich ein kleines
Problem mit dieser Band. Auch nach oftmaligem Durchlauf von Fire,
Walk With Me habe ich es nicht geschnallt, ob die Kerle es ernst
meinen mit ihrer Musik, oder doch nur darauf erpicht sind, Leute wie mich
einfach verarschen zu wollen.
Walter
SPASTIC INK Ink Compatible (Eclectic Electric)
Die Namen der an SPASTIC INK beteiligten Musikanten sollte ausreichen,
um Fanatiker des frickeligen US Metals jubilieren zu lassen. Die Band
besteht nämlich aus den beiden WATCHTOWER-Musikern Ron Jarzombek
(G) und Jason McMaster (V), sowie Ron´s Bruder Bobby (nahezu überall
mit von der Partie) am Schlagzeug und RIOT-Bassisten Pete Perez. Wie nicht
anders zu erwarten, zelebrieren SPASTIC INK sogenannten Progressive
Metal in höchster Form. Immer wieder werden recht griffig wirkende
von extrem frickeligen Passagen abgelöst, ohne jedoch den roten
Faden zu verlieren. Bobby´s Drumming ist nicht nur gewohnt druckvoll
und präzise, sondern auch erwartungsgemäß von Breaks geprägt.
Als ob die Combo nicht schon ausreichend Potential besitzen würde,
um ein famoses Album einzuspielen, dürfen auch noch zahlreiche Gäste
in Erscheinung treten. Auf Ink Compatible konnten sich unter
anderem Marty Friedman, Sean Malone (B, GORDIAN KNOT), Doug Keyser (B,
WATCHTOWER) und Jens Johansson (K, STRATOVARIUS) verewigen, allen voran
aber PAIN OF SALVATION-Mastermind Daniel Gildenlöw, der mit seiner
einfühlsamen Stimme Melissa´s Friend, vor allem
gesangstechnisch zum absoluten Highlight der Scheibe gedeihen lässt.
Der Gesang stellt überhaupt den einzigen Kritikpunkt der Scheibe
dar. Wie schon bei WATCHTOWER, die ich schon seit ihrem Debüt Energetic
Disassembly, das ebenfalls von Jason McMaster eingesungen wurde,
verehre, finde ich seine leicht angekratzt wirkende, nicht unbedingt voluminöse
Stimme, als nicht gerade optimal für Musik wie diese. Wahrscheinlich
hätte ich nie Zweifel daran gehabt, dass die Kombination dieser Art
von Musik und die Stimme von McMaster nicht perfekt harmonieren,
hätten nicht WATCHTOWER im Jahre 1989 ein Album namens Control
And Resistance veröffentlicht hätten, auf dem Alan Tecchio
bewiesen hat, wie perfekt Musik und Gesang harmonieren können. Die
Frickel-Fraktion wird dennoch ihre helle Freude an Ink Compatible
haben, denn die Songs an sich sind einfach unbeschreiblich.
Walter
TILES Window Dressing (Inside Out/emv)
Wie erst kürzlich im Review der Re-Releases der ersten drei TILES
Scheiben vermutet, steht uns nun mit Window Dressing auch
ein neues Studioalbum der Band ins Haus. Um es gleich vorweg zu nehmen,
es ist alles beim Alten geblieben, sprich TILES spielen nach wie vor exzellenten
Prog Rock und werden wohl weiterhin in erster Linie an RUSH gemessen und
mit den Kanadiern verglichen werden, was meiner Meinung nach aber nicht
unbedingt zutrifft. Zugegeben, auch auf Window Dressing hat
RUSH-Haus und Hof-Produzent Terry Brown seine Finger im Spiel
und Sänger Paul Rarick klingt von Natur aus einigermaßen wie
Geddy Lee. Allerdings gibt es sehr wohl zahlreiche Unterschiede um nicht
von einem Plagiat der Kandier zu sprechen. Da wären in erste Linie
einmal die Integration von Melodien und Harmonien, die eher aus dem Dunstkreis
von KING`S X stammen könnten und die schon beim 17(!!)-minütigen
Titelsong, der das Album auch eröffnet, für Abwechslung und
Spannung sorgen. Paintings dagegen klingt fast schon rockig
im Stile junger amerikanischer Formationen wie STAIND und sorgt für
eine ganz besondere Duftmarke auf der Scheibe. Abgesehen von der konventionellen
Instrumentierung haben TILES aber auch mit Geigen experimentiert, das
Ergebnis nennt sich Tear-Water Tea und ist eine fast schon
melancholische Ballade geworden. Nicht unbedingt notwendig gewesen wären,
im Gegensatz zu den genannten feinen Kompositionen gleich drei, noch dazu
eher unspektakuläre Instrumentalnummern, die ein wenig den Hörfluss
unterbrechen. Abgesehen davon, stellt Window Dressing aber
eine Bereicherung für jede Prog-Kollektion dar.
Walter
VERSOVER House Of Bones (Mausoleum/Soulfood)
Leicht irritierend wirkt das gesprochene Intro dieser Scheibe, handelt
es sich doch um die Stimme einer Stewardess, die in deutscher Sprache
die Passagiere zum Ablegen des Handgepäcks auffordert. Bei VERSOVER
handelt es sich aber um keine Band aus dem deutschsprachigen Raum, sondern
um eine brasilianische Formation, die bereits einige Demos in Umlauf bringen
konnte und mit Bands wie EDGUY oder BLAZE in ihrer Heimat auftreten durfte.
Im Widerspruch zum Intro klingt House Of Bones aber auch viel
zu gut, um einfach abgelegt zu werden. Im Grunde genommen
haben wir es mit einer musikgewordenen Umsetzung eines Romans zu tun.
Dieser nennt sich A Casa Des Ossos und stammt vom brasilianischen
Schriftsteller Adriano Villa. Dieser und die Bandmitglieder lernten einander
im Rahmen der Arbeiten zu einer CD, die Shakespeare´s Hamlet zum
Thema hat, kennen. Da sich die recht verworrene Geschichte eines nach
Brasilien ausgewanderten Geschäftsmannes und dessen Halluzinationen
sehr gut für eine musikalische Umsetzung eignet, enterte das Quartett
zu Beginn des letzten Jahres das Studio um in Zusammenarbeit mit Ricardo
Nagata und Philip Colodetti, die auch schon für SHAMAN, ETERNA und
KRISIUN aktiv waren, vorliegendes Album einzuspielen. VERSOVER orientieren
sich über weite Strecken an traditionellem Power Metal, der jedoch
immer wieder von verspielten Keyboardsounds aufgefettet wird. Hinzugefügt
werden Einsprengsel aus dem Thrash, genauso aber auch für die NWOBHM
typische Elemente. Gitarrist Gustavo Carmo besticht durch ungemein
druckvolles Riffing, während Sänger Rodrigo Carmo mit seiner
mittelhohen, kraftvollen, vor allem aber sehr ausdruckstarken Stimme für
Akzente sorgen kann. VERSOVER klingen zumeist eher amerikanisch,
verstehen es jedoch ebenso Elemente des europäischen Metals in ihrem
Sound zu verpacken. House Of Bones ist eine sehr abwechslungsreiche
Power Metal Scheibe geworden, die auch bei uns ihre Anhängerschaft
finden sollte.
Walter
VOMITORY Primal Massacre (Metal Blade/NSM)
Primal Massacre, das bereits fünfte Studioalbum der Schweden
VOMITORY, klingt schwer nach traditionellem Death Metal amerikanischer
Prägung. Vom Opener und Titelsong bis hin zum abschließenden
Chainsaw Surgery wird hier so gut wie nie der Fuß vom
Gaspedal genommen. Sänger (und Basser) Erik Rundqvist röchelt
sich dazu die Lunge aus dem Leib, während die Gitarristen Urban Gustafsson
und Ulf Dalegren ein Riffgewitter nach dem anderen abfeuern. Auf Melodien
wird hier zum größten Teil verzichtet, Brachialgewalt beherrscht
diese Scheibe. Aufgrund dieser Intensität wird der Fanatiker auch
die nicht gerade üppige Spielzeit von knapp 35 Minuten gerne in Kauf
nehmen. Wer nach 15 Jahren heftigstem Death Metal noch immer derart reißerische
Kompositionen zu schreiben im Stande ist, dem gebührt ganz besondere
Beachtung.
Walter
VOODOO SHOCK Voodoom EP (PsycheDOOMelic)
Nachdem 2002 das selbstbetitelte Debütalbum dieser Band im Underground
für Furore sorgte, hat man nun die ursprünglich nur als Promo-CD
eingespielte EP aus dem Jahre 2000 endlich auch für die Fans erhältlich
gemacht. VOODOO SHOCK haben sich voll und ganz dem traditionellen Doom
in bester ST. VITUS-Manier verschrieben, mit Patra haben die
Deutschen gar einen Song ihrer Favoriten aufgenommen. Zu den vier Songs
der EP wurden mit Cordial Vicinity von einer Split-Single
mit IRON KIND und Fountain Of Freedom vom bereits erwähnten
Debüt zwei weitere Schmankerl aus dem Repertoire der Band auf Voodoom
verewigt. Mehr Doom können Sie für ihre Ohren nicht tun! Diese
notwendige Dosis kann für € 13,- über das Label direkt
unter www.psychedoomelic.com bestellt werden.
Walter
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