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Juli 2004

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EVERGREY – The Inner Circle (Inside Out/emv)
Die Erwartungshaltung meinerseits an „The Inner Circle“ war deshalb recht hoch, da der Vorgänger „Recreation Day“ mit zu meinen Favoriten zählt. Doch siehe da, das Quintett hat es sogar noch geschafft, an Intensität und Tiefgründigkeit zuzulegen. Über die musikalische Qualität von EVERGREY bedarf es ohnehin keiner großen Worte mehr, auch auf „The Inner Circle“ stimmt schlicht und ergreifend alles. Mit ihrem ungemein düsteren Power Metal, der von gefühlvoll und balladesk bis hin zu dezent frivkelig alle Facetten des Genres abdeckt, haben EVERGREY stilistisch ein recht breites Spektrum anzubieten. Tom Englund´s teilweise recht rauer Gesang passt sich je nach Stimmungslage dem jeweiligen Song perfekt an und vermag mehr als nur einmal für Gänsehaut zu sorgen. Bei „In The Wake Of The Weary“ sorgt er zusammen mit seiner Frau Carina für ein Duett der Sonderklasse. Passend zur mitunter recht bedrückenden Stimmung des Albums scheinen auch die Texte formuliert worden zu sein, denen auch auf diesem Album besonderes Augenmerk zugewandt werden sollte. „The Inner Circle“ ist ein sehr tiefschürfendes Konzeptalbum geworden, das auf einer fiktiven Geschichte, die so unrealistisch aber gar nicht ist, aufbaut. Inhaltlich geht es kurz gesagt darum, welche Gefahren es mit sich bringt, wenn sich ein Individuum im Leben lediglich darauf beschränkt, seine Taten in den Dienst religiöser Führer zu stellen. Trotz der teilweise recht beklemmenden Stimmung vermögen EVERGREY aber auch immer wieder, den Hörer „aufzumuntern“, sprich nicht in völlige Hoffnungslosigkeit verfallen zu lassen, sondern durch schlicht ergreifend schöne Passagen positive Emotionen zu entfachen. Vielleicht wurde aus eben diesem Grund als „Rausschmeißer“ ein famoses Instrumental mit dem Titel „When The Walls Go Down“ gewählt, das lediglich mit Hilfe einiger Sprech-Passagen und eines Orchesters zu Beginn zwar ein wahrlich beklemmendes Gefühl erzeugt, gegen Ende hin jedoch ausgeglichen wirkt und beinahe beruhigende Wirkung auf den Hörer ausübt und diesen somit in Glückseligkeit (ob dieses Albums) und Hoffnung (auf weitere Werke aus dem Hause EVERGREY) zurücklässt.
Walter
 
 
HIGHLORD – Medusa´s Coil (Arise/Point)
Die neue KOTIPELTO (weiche Satan, Andi)!?! Nein, das nicht, aber HIGHLORD aus Italien haben mit Andrea Marchisio ein Sangestalent in ihren Reihen, dass dem Finnen sehr ähnelt. Aber nicht nur gesangstechnisch lassen sich Parallelen zur ehemaligen(??) Band von Timo K. ausmachen. STRATOVARIUS können auch musikalisch als Vergleich genannt werden, wenn es darum geht „Medusa´s Coil“, das mittlerweile vierte Album von HIGHLORD, zu beschreiben. Vor allem die sehr dominanten Keyboards lassen den Zuhörer immer wieder an die genannten Finnen oder auch RHAPSODY denken. Stilistisch ähnlich klingende Bands wie HIGHLORD gibt es im Moment wohl genügend, weshalb es die Italiener sicherlich sehr schwer haben werden, sich zu etablieren.  Vielleicht sollten sich HIGHLORD eher ein wenig umorientieren, das Können dafür sollte vorhanden sein, wie die Scheibe in weiterer Folge beweist. Mit „Where My Hero Lies“ ist eine brauchbare  – zugegebenermaßen aber ein wenig kitschig geratene – Ballade auf „Medusa´s Coil“ vertreten, wo Andrea sein Stimmvolumen wesentlich besser zur Geltung bringen kann als im Up-Tempo-Bereich. Das eigentliche „Schmankerl“ der Scheibe haben die Herrschaften aber erst am Ende der Scheibe  versteckt. „The Hand Of God“, so der Titel des Abschlußtracks, versprüht ein mystisch-düsters Flair, wie es weiland nur CRIMSON GLORY zustand brachten. Hier erhält Andrea noch dazu Unterstützung einer Sängerin namens Ea, was sich ebenfalls positiv auf den Höreindruck auswirkt. Ob ein wirklich starker Song aber ausreicht, um sich eine Scheibe zuzulegen, sei aber dahingestellt.
Walter
 
 
I
MAGO MORTIS – Vida: The Play Of Change (Mausoleum/Soulfood)
Ein sehr opulentes Werk kredenzen uns die brasilianischen Metaller IMAGO MORTIS mit „Vida: The Play Of Change“. Dabei haben die vier Herren samt  Dame an den Tasten nicht nur musikalisch einiges zu bieten, sondern auch inhaltlich.  Das Konzept der Scheibe, auf welches ich noch näher eingehen werde, verlangt, je nach Stimmung, nach sehr unterschiedlich vorgetragener Musik, weshalb IMAGO MORTIS von druckvollem Power Metal, über ebenso kraftvollen Doom und Progressive-Passagen eine sehr gefällige Bandbreite anzubieten haben. Dazu werden vereinzelt Death Metal- mäßige Gesangspassagen hinzugefügt und sogar vor Inspirationen aus Musicals scheint die Band nicht zurückzuschrecken. Das Grundgerüst besteht allerdings aus tiefschürfendem Metal mit jeder Menge Power. Sänger Alex Voorhees scheint ein großer Anhänger von CANDLEMASS zu sein, zumindest ähnelt seine Stimme jener von Messiah Marcolin. In den theatralischen Momenten erinnert er mich dazu noch ein wenig an SAVIOUR MACHINE-Mastermind Eric Clayton.  Zur relativ dunklen Stimmung von Musik und Gesang passt auch das Konzept. Dieses basiert auf der Leidensgeschichte des Protagonisten der an „Vida“, einer unheilbaren Krankheit leidet. In den Texten sind „nebenbei“ noch Patientenberichte und wissenschaftlich-philosophische Betrachtung zu dieser, mir völlig unbekannten, Krankheit integriert worden. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Konzeptalben endet „Vida: The Play Of Change“ allerdings nicht positiv. Der Hörer, der von Anfang an – die Geschichte beginnt mit der Einlieferung ins Krankenhaus - mit dem Protagonisten mitleidet, muss sich am Ende von der Hauptfigur am Grabe verabschieden und wird in tiefer Trauer hinterlassen. Trotz aller Tristesse, in die sich der Fan beim Konsum der Scheibe stürzt, ein sehr empfehlenswertes Album.
Walter
 
 
INSANE – Mechanical Revolt (Thundering/Twilight)
Die auf „Mechanical Revolt“, der aktuellen Veröffentlichung des französischen Quintetts INSANE, verewigten elf Songs können bedenkenlos als Thrash Metal bezeichnet werden, wobei die Herrschaften ihre Einflussquellen zu keiner Zeit verbergen. Da wären in erster Linie US-Bands zu nennen, denen wir seit Jahren die Ehre erweisen, allen voran ältere MEGADETH, die vor allem Gitarrist Gilles Mathieu nicht nur einmal in seiner Jugend gehört haben dürfte. Wenn richtig losgebrettert wird, wie beim Opener „Scarves Of War“, erscheinen Brutalo-Thrasher wie DARK ANGEL vor dem geistigen Auge des Rezensenten, während man bei der „Verschnaufpause“, der Ballade „Illusions“ dagegen meint, Meister Hetfield in jungen Jahren zu hören. Durch das immer wieder einsetzende Stakkato-Riffing sollten sich auch Freunde älterer PANTERA angesprochen fühlen, während die immer wieder druckvoll eingesetzten Keyboards INSANE einen modernen Anstrich verleihen. Kurz gesagt: Ein Album, dass Thrash Metal-Fans jeden Alters munden sollte!
Walter
 
 
JORN – Out To Every Nation (AFM/NSM)
Über die Fähigkeiten des Herrn Lande als Sänger zu diskutieren, sollte sich aufgrund der unzähligen Beweise, die er in den letzten Jahren abgeliefert hat, längst erübrigt haben. Egal, ob mit ARK, BEYOND TWILIGHT, MASTERPLAN oder seinen Solo-Scheiben, der gute Mann verfügt über eine sehr variable Stimme, die noch dazu mit fabulöser Ausdruckskraft ausgestattet ist. Mit „Out To Every Nation” erscheint wieder einmal ein Album unter seinem Vornamen, wobei er auch diesmal von kompetenten Musikern, wie beispielsweise HAMMERFALL-Basser Magnus Rosen, unterstützt wurde. Wie schon auf seiner letzten Solo-Scheibe „Worldcharger“ tendiert JORN  in Richtung schwermetallischer Tradition. Irgendwo zwischen klassischem Hardrock und Melodic Metal sind die Nummern anzusiedeln, die JORN mit seiner Stimme, die mich an eine Mischung aus David Coverdale, Ronnie James Dio und  Tony Martin erinnert, zu veredeln weiß. Dabei ist es völlig „blunzn“, ob JORN eher heftig rockt, oder gefühlvolle Balladen vorträgt, denn der Mann scheint Stimmbänder aus Gold zu haben. Wollen wir bloß hoffen, dass sein kreativer Output noch lange Jahre anhält.
Walter
 
 

NECARE – Ruin (Firebox/Twilight)

Nach der Veröffentlichung der Debütwerke von MAR DE GRISES und THE ETERNAL haben Firebox mit NECARE einen weiteren hoffnungsvollen Newcomer anzubieten. Das Duett(!) R.H. (G, B, K, V) und G.C. (D, G, K), das sich den lateinischen Ausdruck für „töten“ als Bandnamen gegeben hat, musiziert bereits seit 1999, kann aber erst auf die Veröffentlichung eines Demos („Appassionata“) zurückblicken. Ob sich die Langsamkeit ihrer Klänge da auf den Arbeitsprozess ausgewirkt hat, kann zwar nicht beantwortet werden, sehr wohl jedoch die Frage nach der Intention hinter NECARE. Offensichtlich versuchen die beiden Musiker eine bisher noch nicht zu hörende Mischung auszuarbeiten, was über weite Strecken auch gut gelungen ist. Zwar ist Doom mit Sicherheit nicht neu, aber die zahlreichen melodiösen Passagen, lassen die düstere Grundstimmung immer wieder kippen und machen so aus Kompositionen wie „Desire (The Dawn & The Chrysalis)“ fast schon Ohrwürmer. Die Amis verstehen es auch trostlose, bedrückende Songs ungemein spannend zu arrangieren. Das knapp 14-minütige „Celia“ sei diesbezüglich als Anspieltipp genannt.  Verbesserungswürdig empfinde ich lediglich den Sound, der noch nicht druckvoll genug klingt und einige Death Metal-lastige Gesangspassagen, da diese zu undifferenziert rüberkommen.  Summa summarum aber eine durchaus lohnende Investition.
Walter
 
 

VII GATES – Fire, Walk With Me (Sound Riot/Twilight)

Aufgrund des Bandphotos und der Pseudonyme dachte ich zunächst eher an eine Metal-Kommödianten-Truppe. Die Musik des schwedischen Sextetts VII GATES belehrte mich aber eines Besseren. Schon der Opener „Bounded By Hate“, ein fast schon Speed Metal verdächtiger Up-Tempo-Banger, verleitet den Hörer die „Sieben Türln“ aufzustoßen und in die Welt der Band einzutreten. „Fire, Walk With Me“ enthält neben sechs Songs des “The Madman Inside” genannten Demos aus dem Jahre 2002 noch vier relative neue Kompositionen, die zum Großteil im UpTempo-Bereich anzusiedeln sind. Neben den gnadenlos drückenden Gitarren darf auch das immer wieder eingesetzte Keyboard nicht unberücksichtigt bleiben, das ein wenig an alte PRETTY MAIDS erinnert, bei denen die Tasten ja auch immer eine tragende Rolle übernommen haben. Der Gesang von Criss Blackburn erinnert ein wenig an Kai Hansen, allerdings tendiert Criss eher in Richtung „Schreihals“. Trotz aller musikalischer Fähigkeiten und der sehr brauchbaren Kompositionen habe ich ein kleines Problem mit dieser Band.  Auch nach oftmaligem Durchlauf von „Fire, Walk With Me“ habe ich es nicht geschnallt, ob die Kerle es ernst meinen mit ihrer Musik, oder doch nur darauf erpicht sind, Leute wie mich einfach verarschen zu wollen.
Walter
 
 

SPASTIC INK – Ink Compatible (Eclectic Electric)

Die Namen der an SPASTIC INK beteiligten Musikanten sollte ausreichen, um Fanatiker des frickeligen US Metals jubilieren zu lassen. Die Band besteht nämlich aus den beiden WATCHTOWER-Musikern Ron Jarzombek (G) und Jason McMaster (V), sowie Ron´s Bruder Bobby (nahezu überall mit von der Partie) am Schlagzeug und RIOT-Bassisten Pete Perez. Wie nicht anders zu erwarten, zelebrieren SPASTIC INK sogenannten „Progressive“ Metal in höchster Form. Immer wieder werden recht griffig wirkende von extrem frickeligen  Passagen abgelöst, ohne jedoch den roten Faden zu verlieren. Bobby´s Drumming ist nicht nur gewohnt druckvoll und präzise, sondern auch erwartungsgemäß von Breaks geprägt. Als ob die Combo nicht schon ausreichend Potential besitzen würde, um ein famoses Album einzuspielen, dürfen auch noch zahlreiche Gäste in Erscheinung treten. Auf „Ink Compatible“ konnten sich unter anderem Marty Friedman, Sean Malone (B, GORDIAN KNOT), Doug Keyser (B, WATCHTOWER) und Jens Johansson (K, STRATOVARIUS) verewigen, allen voran aber PAIN OF SALVATION-Mastermind Daniel Gildenlöw, der mit seiner einfühlsamen Stimme „Melissa´s Friend“, vor allem gesangstechnisch zum absoluten Highlight der Scheibe gedeihen lässt. Der Gesang stellt überhaupt den einzigen Kritikpunkt der Scheibe dar. Wie schon bei WATCHTOWER, die ich schon seit ihrem Debüt „Energetic Disassembly“, das ebenfalls von Jason McMaster eingesungen wurde, verehre, finde ich seine leicht angekratzt wirkende, nicht unbedingt voluminöse Stimme, als nicht gerade optimal für Musik wie diese. Wahrscheinlich hätte ich nie Zweifel daran gehabt, dass die Kombination dieser Art von  Musik und die Stimme von McMaster nicht perfekt harmonieren, hätten nicht WATCHTOWER im Jahre 1989 ein Album namens „Control And Resistance“ veröffentlicht hätten, auf dem Alan Tecchio bewiesen hat, wie perfekt Musik und Gesang harmonieren können. Die Frickel-Fraktion wird dennoch ihre helle Freude an „Ink Compatible“ haben, denn die Songs an sich sind einfach unbeschreiblich.
Walter
 
 
TILES – Window Dressing (Inside Out/emv)
Wie erst kürzlich im Review der Re-Releases der ersten drei TILES Scheiben vermutet, steht uns nun mit „Window Dressing“ auch ein neues Studioalbum der Band ins Haus. Um es gleich vorweg zu nehmen, es ist alles beim Alten geblieben, sprich TILES spielen nach wie vor exzellenten Prog Rock und werden wohl weiterhin in erster Linie an RUSH gemessen und mit den Kanadiern verglichen werden, was meiner Meinung nach aber nicht unbedingt zutrifft. Zugegeben, auch auf „Window Dressing“ hat RUSH-„Haus und Hof“-Produzent Terry Brown seine Finger im Spiel und Sänger Paul Rarick klingt von Natur aus einigermaßen wie Geddy Lee. Allerdings gibt es sehr wohl zahlreiche Unterschiede um nicht von einem Plagiat der Kandier zu sprechen. Da wären in erste Linie einmal die Integration von Melodien und Harmonien, die eher aus dem Dunstkreis von KING`S X stammen könnten und die schon beim 17(!!)-minütigen Titelsong, der das Album auch eröffnet, für Abwechslung und Spannung sorgen. „Paintings“ dagegen klingt fast schon rockig im Stile junger amerikanischer Formationen wie STAIND und sorgt für eine ganz besondere Duftmarke auf der Scheibe. Abgesehen von der konventionellen Instrumentierung haben TILES aber auch mit Geigen experimentiert, das Ergebnis nennt sich „Tear-Water Tea“ und ist eine fast schon melancholische Ballade geworden. Nicht unbedingt notwendig gewesen wären, im Gegensatz zu den genannten feinen Kompositionen gleich drei, noch dazu eher unspektakuläre Instrumentalnummern, die ein wenig den Hörfluss unterbrechen. Abgesehen davon, stellt „Window Dressing“ aber eine Bereicherung für jede Prog-Kollektion dar.
Walter
 
 
VERSOVER – House Of Bones (Mausoleum/Soulfood)
Leicht irritierend wirkt das gesprochene Intro dieser Scheibe, handelt es sich doch um die Stimme einer Stewardess, die in deutscher Sprache die Passagiere zum Ablegen des Handgepäcks auffordert. Bei VERSOVER handelt es sich aber um keine Band aus dem deutschsprachigen Raum, sondern um eine brasilianische Formation, die bereits einige Demos in Umlauf bringen konnte und mit Bands wie EDGUY oder BLAZE in ihrer Heimat auftreten durfte. Im Widerspruch zum Intro klingt „House Of Bones“ aber auch viel zu gut, um einfach „abgelegt“ zu werden. Im Grunde genommen haben wir es mit einer musikgewordenen Umsetzung eines Romans zu tun. Dieser nennt sich „A Casa Des Ossos“ und stammt vom brasilianischen Schriftsteller Adriano Villa. Dieser und die Bandmitglieder lernten einander im Rahmen der Arbeiten zu einer CD, die Shakespeare´s Hamlet zum Thema hat, kennen. Da sich die recht verworrene Geschichte eines nach Brasilien ausgewanderten Geschäftsmannes und dessen Halluzinationen sehr gut für eine musikalische Umsetzung eignet, enterte das Quartett zu Beginn des letzten Jahres das Studio um in Zusammenarbeit mit Ricardo Nagata und Philip Colodetti, die auch schon für SHAMAN, ETERNA und KRISIUN aktiv waren, vorliegendes Album einzuspielen. VERSOVER orientieren sich über weite Strecken an traditionellem Power Metal, der jedoch immer wieder von verspielten Keyboardsounds aufgefettet wird. Hinzugefügt werden Einsprengsel aus dem Thrash, genauso aber auch für die NWOBHM typische Elemente. Gitarrist Gustavo Carmo besticht  durch ungemein druckvolles Riffing, während Sänger Rodrigo Carmo mit seiner mittelhohen, kraftvollen, vor allem aber sehr ausdruckstarken Stimme für Akzente sorgen kann. VERSOVER klingen zumeist eher „amerikanisch“, verstehen es jedoch ebenso Elemente des europäischen Metals in ihrem Sound zu verpacken.  „House Of Bones“ ist eine sehr abwechslungsreiche Power Metal Scheibe geworden, die auch bei uns ihre Anhängerschaft finden sollte.
Walter
 
 
VOMITORY – Primal Massacre (Metal Blade/NSM)
„Primal Massacre“, das bereits fünfte Studioalbum der Schweden VOMITORY, klingt schwer nach traditionellem Death Metal amerikanischer Prägung. Vom Opener und Titelsong bis hin zum abschließenden „Chainsaw Surgery“ wird hier so gut wie nie der Fuß vom Gaspedal genommen. Sänger (und Basser) Erik Rundqvist röchelt sich dazu die Lunge aus dem Leib, während die Gitarristen Urban Gustafsson und Ulf Dalegren ein Riffgewitter nach dem anderen abfeuern. Auf Melodien wird hier zum größten Teil verzichtet, Brachialgewalt beherrscht diese Scheibe. Aufgrund dieser Intensität wird der Fanatiker auch die nicht gerade üppige Spielzeit von knapp 35 Minuten gerne in Kauf nehmen. Wer nach 15 Jahren heftigstem Death Metal noch immer derart reißerische Kompositionen zu schreiben im Stande ist, dem gebührt ganz besondere Beachtung.
Walter
 
 
VOODOO SHOCK – Voodoom EP (PsycheDOOMelic)
Nachdem 2002 das selbstbetitelte Debütalbum dieser Band im Underground für Furore sorgte, hat man nun die ursprünglich nur als Promo-CD eingespielte EP aus dem Jahre 2000 endlich auch für die Fans erhältlich gemacht. VOODOO SHOCK haben sich voll und ganz dem traditionellen Doom in bester ST. VITUS-Manier verschrieben, mit „Patra“ haben die Deutschen gar einen Song ihrer Favoriten aufgenommen. Zu den vier Songs der EP wurden mit „Cordial Vicinity“ von einer Split-Single mit IRON KIND und „Fountain Of Freedom“ vom bereits erwähnten Debüt zwei weitere Schmankerl aus dem Repertoire der Band auf „Voodoom“ verewigt. Mehr Doom können Sie für ihre Ohren nicht tun! Diese notwendige Dosis kann für € 13,-  über das Label direkt unter www.psychedoomelic.com bestellt werden.
Walter



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