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Juni 2004

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IRON SAVIOR – Battering Ram (Noise/NSM)
Mit ihrem mittlerweile fünften Werk hat die deutsche Band IRON SAVIOR ihr mit Sicherheit stärkstes und zugleich auch heftigstes Album vorgelegt. Die Formation rund um Mastermind, Sänger, Gitarristen und Produzenten Piet Sielck hat zum ersten Mal auf den Einsatz eines Keyboards verzichtet, was sich im Endeffekt positiv auf den Gesamteindruck ausgewirkt hat. Nicht, dass IRON SAVIOR bislang „verwässert“ geklungen hätten, aber die auf „Battering Ram“ ungemein drückenden Gitarren wirken so noch eine Spur dominanter. Generell fühle ich mich nicht zuletzt auf Grund des Gitarrensounds und der Riffattacken immer wieder an JUDAS PRIEST erinnert. Piet ist ja als PRIEST-Fan bekannt, doch so offensichtlich hat der gute Mann seine Liebe zu den Priestern noch nie zur Schau gestellt. Weiters fällt auf, dass „Battering Ram“ auf keiner Konzept-Story basiert und nur noch zum Teil Science Fiction-lastige Songtitel anzubieten hat. Persönlich angesprochen fühle ich mich vor allem vom „Rausschmeißer“ mit dem verheißungsvollen Titel „H.M. Powered Man“, mit dessen Text ich mich voll und ganz identifizieren kann. Zwar ist der Song als Piet´s Hommage an die von uns allen von ganzem Herzen geliebte Musik gedacht, die „Seelenverwandtschaft“ zwischen Musikern und Fans wird hier aber wieder einmal deutlich.
Walter

 
 
BLAZE – Blood & Belief (Steamhammer/emv)
Seit seinem „Ausstieg“ bei IRON MAIDEN entpuppt sich Blaze Bailey als wahres Arbeitstier. „Blood & Belief“ stellt immerhin das vierte Album innerhalb von fünf Jahren dar. Okay die letztjährige Veröffentlichung „As Live As It Gets“ war ein Live-Album, aber im Vergleich zu anderen Bands, die in diesem Zeitraum noch nicht einmal Gitarrensaiten für den Studiobesuch eingekauft haben, ist es schon eine gewaltige Arbeitsleistung, die BLAZE vollbracht haben. Noch dazu, wenn man sich die Tatsache vor Augen hält, dass die Band in der Zwischenzeit auch zahlreiche Gigs absolviert hat. Auf dem aktuellen Werk ziehen BLAZE sämtliche Register ihres Könnens. Auffällig ist zunächst der gnadenlos drückende, von Andy Sneap perfekt in Szene gesetzte Gitarrensound. Der Großteil der Songs klingt so zwar mächtig heavy; durch das Vermögen gute Songs zu schreiben, bleiben aber auch zahlreiche Melodien im Gehör hängen. Über den Umfang und das Volumen der Stimmbänder des Herrn Bailey kann man diskutieren, wie man will. Tatsache ist, dass es sich um einen Sänger der Rubrik „Love Them or Hate Them“ handelt. Wer sich also noch nie mit der Stimme von Blaze anfreunden konnte, wird auch weiterhin gewisse Schwierigkeiten damit haben. Ein Wort sei noch zu den lyrischen Ergüssen angemerkt. Durch seine langjährigen Drogen- und Alkoholprobleme verarbeitet Blaze in seinen Texten einiges aus seinem wahrscheinlich eher fragwürdigen „Erfahrungsschatz“, wodurch sämtliche Vokalpassagen immens persönlich, ja fast schon als „Seelenstriptease“, zu verstehen sind.
Walter

 
 
MOB RULES – Among The Gods (Steamhammer/emv)

Beständigkeit zahlt sich immer aus, natürlich auch in der Welt der Musik. Bestes Beispiel dafür sind die norddeutschen MOB RULES. Nachdem mit „Among The Gods” ihr mittlerweile viertes Werk innerhalb von fünf Jahren erscheint, die Band in den letzten Jahren unzählige Male auf den Bühnen dieser Welt zu bewundern war und so ganz „nebenbei“ auch als eine der wenigen Formationen von sich behaupten kann, noch nie einen LineUp-Wechsel hingenommen haben zu müssen, kann man den Herrschaften schon einmal Fleiß und Ausdauer bescheinigen. Abgesehen davon hat sich das Sextett im Laufe der Zeit aber auch musikalisch prächtig entwickelt. Während auf den ersten beiden Veröffentlichungen zwar gut gemachter, aber ein wenig unspektakulärer Melodic Metal teutonischer Prägung enthalten war, zeichnete sich im Laufe der Zeit eine musikalische Weiterentwicklung ab. Schon auf dem letzten Studiowerk „Hollowed Be Thy Name“ war zu bemerken, dass es MOB RULES durch feine Arrangements spielerisch gelungen ist, sich vom HELLOWEEN-geprägten Sound zu lösen. Auf der aktuellen Veröffentlichung zeigt sich die Band noch weiter gereift. Von den Arrangements her sehe ich MOB RULES einigermaßen in der Nähe der späteren SAVATAGE, mit Klaus Dirks verfügt man noch dazu über einen eigenständig klingenden Sänger, weshalb „Among The Gods“ einen weiteren Schritt nach oben für die Band darstellen sollte. Wie man die Herrschaften in der Zwischenzeit kennt, wird es auch nicht allzu lange dauern, bis und die aktuellen Songs auch im Rahmen einer Gastspielreise präsentiert werden.
Walter

 
 
JERRY GASKILL – Come Somewhere (Inside Out/emv)

Irgendwie war es abzusehen, dass nach den Solo-Aktivitäten der Herren Doug Pinnick und Ty Tabor auch KING`S X-Drummer Jerry Gaskill eines Tages mit einem Solo-Album aufkreuzen würde. „Come Somewhere“ stellt zwar sein „Debüt“ dar, der Begriff ist aber einigermaßen zu relativieren, da Jerry ja seit gut 15 Jahren mit seinem Schlagzeugspiel die Werke des amerikanischen Trios veredelt. Die insgesamt 15 auf dieser CD verewigten Songs hat Jerry nicht nur komponiert, sondern auch musikalisch umgesetzt. Allerdings hat er nicht nur das Schlagzeug eingespielt, sondern auch den Gesang übernommen und war für einen Teil der Gitarren und Keyboards zuständig. „Come Somewhere“ ist ein richtiges „Familienalbum“ geworden, denn Jerry´s Bruder Herb hat ihm bei den Kompositionen unter die Arme gegriffen, während sein Langzeit-Gefährte Ty Tabor neben einigen Gitarrenparts auch den Bass und die Produktion übernommen hat. Noch deutlicher als bei seiner Stammband werden BEATLES-Einflüsse erkennbar, manche Passagen haben sogar eher einen Art Singer/Songwriter-Flair, was durch Jerry´s Vorliebe für diese Art von Musik zu erklären ist. „Come Somewhere“ ist somit die optimale Scheibe zum Relaxen geworden!
Walter

 
 
SHAMAN – RituAlive (NTS/Point)
Nach nur einer Studioscheibe gleich mit einer Live-Scheiblette aufzuwarten, ist eine äußerst gewagte Sache (man könnte auch den Termus „Schwachsinn“ verwenden, Andi). Im Falle der brasilianischen Bombast-Melodic Metaller SHAMAN kommt die Angelegenheit noch dazu als „Kombipack“ mit einer DVD in den Handel. Aufgenommen wurde ein wildumjubelter Auftritt in der Credicard Hall zu Sao Paolo am 5. April des Vorjahres. Offensichtlich war die Band an jenem Abend in Topform, denn den ehemaligen ANGRA-Komplizen Andre Matos (V), Luis Mariutti (B) und Ricardo Confessori (D), sowie ihrem Bandkollegen Hugo Marutti (G) und Gastkeyboarder Fabio Ribeiro ist die Spielfreude sowohl anzusehen wie auch anzuhören. Logischerweise kommen zum größten Teil Songs des SHAMAN-Debütalbums zum Zug, auf der DVD sind zusätzlich noch einige ANGRA-Schmankerl („Lisbon“, Carry On“ und „Lasting Child“) vertreten und auch üppige Solo-Parts für die Ewigkeit festgehalten. Als Special Guests konnten an diesem Abend die HELLOWEEN-Recken Andi Deris und Michael Weikath, die zusammen mit den „Shamanen“ „Eagle Fly Free“ zum Besten geben, sowie Sascha Paeth und Tobias Sammet für den AVANTASIA-Song „Sign Of The Cross“ gewonnen werden. Die für DVDs üblichen Specials wie Hintergrund-Informationen und Tourberichte sind ebenfalls vorhanden, weshalb „RituAlive“ für Ohren und Augen gleichermaßen empfehlenswert ist. Ein wenig lächerlich wirkt allerdings die Angabe „Discography“ bei Vorhandensein lediglich eines Werkes einer Band.
Walter

 
 
PYRAMAZE – Melancholy Beast (NTS/Point)
Das Cover mit einem in Flammen aufgegangenen Roboter-artigen Wesen lädt zwar nicht gerade dazu ein, sich mit diesem Album auseinander zu setzen. Noch dazu ist die Zeichnung nicht gerade beeindruckend ausgefallen und ein „Melancholy Beast“ hatte ich mir einfach irgendwie anders vorgestellt. Wie auch immer, in diesem Fall ist der Inhalt wesentlich besser als die Verpackung. Die Geschichte von PYRAMAZE begann erst im Jahre 2001, als der dänische Gitarrist Michael Kammeyer seiner ehemaligen Formation DAMION den Rücken zukehrte um einen neue Band zu gründen. Innerhalb kürzester Zeit war das LineUp nahezu komplett und über das Internet konnte man den amerikanische Keyboarder Jonah Weingarten für das bereits entstandene Material begeistern. Das stilistisch irgendwo zwischen Progressive und Power Metal anzusiedelnde, mit reichlich Melodien versehene, Material bedurfte nur noch eines Sängers. Zunächst nahm Michael diese Position ebenfalls ein, auf Anraten des Managements wurde jedoch versucht, sich diesbezüglich noch nach Verbesserungen umzusehen. Als geeigneter Kandidat erwies sich dabei Lance King, ein Ami, der hierzulande zumindest durch seine Arbeit mit BALANCE OF POWER bekannt sein sollte. Seine mittelhohe, prägnante Stimme macht aus den Kompositionen die irgendwo zwischen älteren KAMELOT und ANGRA mit einer kleinen Prise MAIDEN einzuordnen sind, ein wohlklingendes Album, das, mit Ausnahme einiger zwingender Ohrwürmer, die meiner Meinung nach noch fehlen, den angegebenen Referenzbands in Nichts nachsteht.
Walter

 
 
PERSUADER – Evolution Purgatory (Noise/NSM)
Das schwedische Quartett PERSUADER war deshalb in die Schlagzeilen geraten, weil es bei dem von ihrem nunmehrigen Label Noise ins Leben gerufene Wettbewerb “Young Metal Gods” bis ins Finale gekommen war. Als Prämie durfte eben jener Vertrag bei Noise unterschrieben werden, dazu kam noch eine von Piet Sielck perfekt umgesetzte Produktion. Soweit zur Vorgeschichte der Zusammenarbeit. Die Band existiert schon seit längerer Zeit und kann schon auf die Veröffentlichung einer Split-CD mit FRETERNIA und ein Debüt namens „The Hunter“ zurückblicken. Im Gegensatz zu BEYOND SURFACE, einer der  anderen Siegerbands, regiert bei PRESUADER der traditionelle Metal. Durch die bereits erwähnte Produktion donnern die Drums ungemein und auch die Gitarren klingen rasierklingenscharf. Über die gesamte Spielzeit wird mächtig Gas gegeben, was den zwar sehr melodiösen, aber dennoch brettharten, Nummern sehr zu Gute kommt. Dazu gesellt sich mit Jens Carlsson ein Sänger der am ehesten mit dem jungen Hansi Kürsch zu vergleichen ist, allerdings ein wenig rauer rüberkommt. Das eigentliche Potential der Band verbirgt sich allerdings im Songwriting. Selten habe ich in letzter Zeit einen Silberling gespickt mit so vielen Ohrwürmern zu Gehör bekommen. Testet Songs wie „Sanity Soiled“ oder „Godfather“ einfach an und Ihr werdet wissen, was ich meine.
Walter

 
 
REQUIEM – Mask Of Damnation (Sound Riot/Twilight)
In Finnland, genauer gesagt in Haapajärvi, gründeten drei junge Burschen im Jahre 1999 eine Band namens REQUIEM (toll... Andi). Zugegeben, dieser Name war nicht erst einmal in Gebrauch, allerdings dürften sie im Moment kein Namensproblem haben. Nach einigen Besetzungswechseln und zwei Demos konnte man im Jahre 2002 das Debüt namens „The Arrival“ veröffentlichen. Für die Zeit während der Aufnahmen verfüge man über ein konstantes LineUp, wobei die bekanntesten Musiker wohl SONATA ARCTICA-Keyboarder Henrik Klingenberg und ALTARIA-Sänger Jouni Nikula sein dürften. Letztgenannter zählt allerdings in der Zwischenzeit nicht mehr zum LineUp. Während REQUIEM zu Anfangszeiten eher im melodiösen Death Metal beheimatet waren, hat sich im Laufe der Zeit musikalisch einiges geändert. Melodien sind zwar immer noch sehr zahlreich vorhanden, nun allerdings mit reichlich neoklassizistischen Elementen angereicht. Gesangstechnisch ist auf „Mask Of Damnation“ ebenfalls keinerlei Bezug zur bandeigenen Vergangenheit erkennbar. Meister Nikula verfügt über eine klare, relativ hohe Stimme, die jedoch mitunter zu sehr in den Hintergrund gemischt wurde. Durch zahlreiche Breaks aufgelockert und vor allem durch die immer wieder eingestreuten Prog-Passagen wird „Mask Of Damnation“ zu einer mehr als nur hörenswerten Angelegenheit.
Walter

 
 
STORMHAMMER – Lord Of Darkness (Mausoleum/Soulfood)

Da schau, her, alte Bekannte! Nach zwei recht guten Veröffentlichungen („Cold Desert Moon“, 2000 bzw. „FireBall“, 2001) und der Ehre, die BLIND GUARDIAN-Tournee 2002 als Opener bestreiten zu dürfen, sowie auf deren Open Air zu gastieren, haben sich die fünf Recken nun mit Mausoleum zusammen getan, um der Metal-Szene wieder einmal zu zeigen, wo der „Sturm“-Hammer hängt. Das deutsche Quintett präsentiert auch auf „Lord Of Darkness“ nichts anderes als traditionellen, gut gemachten Heavy Metal. Neben einem formidabel aufspielenden Gitarrenduett (Alex Heigl bzw. Many Ewender) und einer ebenso druckvollen, wie mächtig musizierenden Rhythmusfraktion (Horst Teßmann (B) und Chris Widmann (D)) haben STORMHAMMER vor allem einen Könner am Mikro anzubieten. Niemand Geringerer als der ehemalige DRIFTER-Barde Tommy Lion ist hier zu hören (super... Andi). Noch immer schafft es der Kerl mit seine Röhre Kompositionen wie „Ace In The Hole“ oder „Meduza´s Head“, die ohnehin schon druckvoll genug sind, noch heftiger klingen zu lassen (na dann; es lebe seien Röhre... Andi). Aber Tommy zeigt uns auch seine sanfte Seite. Mit der Ballade „Wise Man“ ist STORMHAMMER eine zeitlose, kitschfreie Nummer geglückt, die für mich zu den Höhepunkte dieser Metal-Scheibe zu zählen ist, die zwar auch bereits vor gut 15 Jahre auf dem Markt kommen hätte können, aber auch heute noch voll und ganz ihre Berechtigung hat.
Walter

 
 
VINTERSORG – The Focusing Blur (Napalm/Rebeat)
Ein kurzes Intro namens „Prologue Dialouge – The Reason“, von Violinen sehr gediegen vorgetragen, leitet dieses Album ein. Nahtlos folgt dabei der Übergang in einen elektronischen Part, der seinerseits von dunkel klingender Orchestrierung abgelöst wird. Ohne Pause folgt dann der eigentliche Eröffnungssong „The Essence“, der von Akusikgitarren dominiert wird, die sich mit brachialen Knüppelparts abwechseln. Bereits der Beginn dieses Albums beweist dem Hörer die musikalische Vielfalt des norwegischen Duos. Ebenso abwechslungsreich gestaltet ist der Gesang, der zwischen düster, tief und traditionell melodiös hin- und herpendelt.  Selbst eher traditionell veranlagten Metallern wie meiner Wenigkeit fällt bei intensivem Genuss von „The Focusing Blur“ in erster Linie die musikalische Vielfalt in höchster Form auf. Nicht unerwähnt bleiben darf das abermals perfekte Zusammenspiel der angeheuerten Rhythmusabteilung Asgeir Mickelson (D) und Steve Di Giorgio (B). Diese beiden Herren sind im Moment schon beinahe „Usus“ im extremen Metal, wie zuletzt bei LUNARIS. Der nahezu permanente Stimmungs-, Rhythmus- und Instrumentierungswechsel lässt den Zuhörer in ein Wechselbad der Gefühle eintauchen und macht „The Focusing Blur“ zu einem der wohl mannigfaltigsten Hörerlebnisse der letzten Zeit.
Walter

 
 
MEMORIZED DREAMS – Theater Of Life (Sound Riot/Twilight)
Die Geschichte dieser Band begann im Jahre 1999 unter dem Namen SYMPHONICA DIVINE. Während man damals noch vom eher gemäßigten Power Metal angetan war und solchen zum Besten gab, entwickelte sich das Septett im Laufe der Zeit eher in Richtung progressiver Klänge. Nach den üblichen LineUp-Wechseln in der Anfangszeit konnte schließlich im Jahre 2002 eine Demo-CD namens „Mirror Of Life“ eingespielt werden, die den Norwegern einen Plattenvertrag eingebracht hat. MEMORIZED DREAMS, deren bekanntestes Bandmitglied wohl DIVIDED MULTITUDE-Drummer Olav Skei sein dürfte (ach, ja, der!... Andi), haben musikalisch und stilistisch eine Menge zu bieten. Anklänge aus dem Power Metal sind genauso zu hören wie progressive Passagen. Die ganze Angelegenheit ist auch noch mit reichlich bombastischen Arrangements und Keyboard-Klängen versehen und dazu noch mit unzähligen orchestralen Fragmenten veredelt worden. Speziell was die Arrangements betrifft, lässt sich der Einfluss der klassischen Musik deutlich heraushören.  Soweit also alles im Lot bei MEMORIZED DREAMS, allerdings klingt Sänger Terje Haroy in manchen Passagen ein wenig unpassend. Ich kann zwar nicht behaupten, dass ich die Stimme nicht gut finden würde, aber der Kerl verfügt über ein recht dunkles Timbre, das bei den ersten „Hörtests“ ein wenig eigenartig wirkt und nicht unbedingt zu den eher „lieblichen“ Klängen passen will. Weiters singt Terje phasenweise deutlich langsamer als die Musik vorgetragen wird. Nach wenigen Durchläufen hat man sich jedoch an diese Konstellation gewöhnt und kann sich auf die Songs an sich konzentrieren, die von melodiös und heftig-metallischen Power-Songs („Haloes And Wings“ oder „Revelating Paradise“)  bis hin zur Gänsehautverursachenden Piano-Ballade („Sea Of Oblivion“) ein breites Spektrum abdecken. Eher nervig sind allerdings die immer wieder in den Sound integrierten poppigen Synthie-Klänge, die den positiven Gesamteindruck einigermaßen schmälern.
Walter

 
 
DREAMS…..OF WHAT LIFE COULD HAVE BEEN – The Ultimate Sludge Compilation (PsycheDOOMelic)
Wie der Name schon verrät, handelt es sich hier um eine Zusammenstellung nicht gerade lebensbejahender, freundlicher Klänge. Auf dieser Compilation sind sieben Bands mit insgesamt 10 Songs vertreten, bei denen ausnahmslos der extrem derbe, langsame Rock, auch Sludge genannt, regiert. Die Gitarren sind teilweise in Richtung Grundwasser gestimmt, die Riffs zum größten Teil einfach, prägnant, und natürlich auch ungemein träge. Zu den bekannteren Bands dürften wohl die Engländer RAMSSES und die Amis NEGATIVE REACTION zählen, beide erst unlängst auf einer Split-CD von PsycheDOOMelic verewigt. Weiters vertreten sind die Belgier THEE PLAGUE OF GENTLEMEN sowie die Amis GRIEF, SOUL PREACHER und FISTULA. Zu den derben, abgrundtiefen Klängen und Gesängen passend ist auch das Artwork gestaltet. Infos zu jeder Band sind jeweils auf einer Seite des Booklets verewigt, im Hintergrund ist dazu eine unheimlich trostlose Abbildung zu sehen, die zwischen Industrieruinen- und Bahnhofstristesse verdeutlichen soll, mit welcher Art von Musik es der Hörer zu tun hat. „Dreams…“ ist mit Sicherheit keine Scheibe für Schöngeister und nervenschwache Mitbürger geworden, sehr wohl aber eine prima Zusammenstellung für alle, die immer schon wissen wollten, wie sehr man das Genre „Doom“ ausreizen kann. Für  € 13,-  bei Mark Hegedüs, Mauerbachstraße 42/2/6, 1140 Wien zu erhalten.
Walter

 
 
FREEDOM CALL – Live Invasion (Steamhammer/emv)

Nach drei Studioalben haben die süddeutschen Melodic Metaller FREEDOM CALL nun ihren „Taragon“-Zyklus abgeschlossen. Um die Sache stilgerecht zu vollenden, präsentiert uns das Quintett auf „Live Invasion“, einer Doppel-CD, zunächst einmal einen bunten Querschnitt der ersten drei Alben, aufgenommen während dreier Gigs, die im Rahmen der Tour als Vorgruppe von BLIND GUARDIAN in München, Stuttgart und Düsseldorf absolviert wurden. Da Charlie Bauerfeind und dessen Equipment anlässlich der Tour zur Verfügung standen, haben FREEDOM CALL die Chance genützt, um ihre Songs aufnehmen zu können. Die Stimmung konnte dadurch optimal eingefangen werden und Songs wie „Metal Invasion“ oder „Warriors“ haben ohnehin genügend Klasse, um auch in einigen Jahren noch in Erinnerung der Fans zu sein. Als besonderes Schmankerl bieten uns die Franken auf der zweiten CD ihre, in Zentraleuropa bislang nur sehr schwer erhältliche, Debüt-EP „Taragon“. Dazu kommen noch drei Cover-Versionen, die ansonsten in den Archiven verschimmelt wären. Mit „Dancing With Tears In My Eyes“ von ULTRAVOX und dem alten Disco-Knüller „Hiroshima“ beweisen FREEDOM CALL musikalischen Weitblick, während das für einen HELLOWEEN-Tribut –Sampler gedachte „Dr. Stein“ die Kritiker der Band wieder einmal laut werden lässt, die behaupten, dass es sich bei FREEDOM CALL ohnehin nur um eine weitere Band aus dieser Richtung handelt.  Aber was soll´s; durch die Klasse der Songs und den auch auf der Live-Scheibe nachvollziehbaren Fähigkeiten der Band lässt sich ganz klar feststellen, dass FREEDOM CALL längst zu einer ernstzunehmenden Formation emporgestiegen sind, über deren Songqualität und musikalische Fähigkeiten schon längst nicht mehr diskutiert werden muss.
Walter

 
 
ANNIHILATOR – All For You (AFM/NSM)
Neues Spiel, neues Glück. Oder sollte es vielleicht besser heißen: Ein neues LineUp, ein neues Album? Jeff Waters, einer der wohl begnadetsten Gitarristen der Metal-Szene schlechthin, hat wieder einmal eine neue Scheibe in  runderneuerter ANNIHILATOR-Besetzung anzubieten. Mit dem bereits auf den letztjährigen Sommer-Festivals vorgestellten jungen Sänger Dave Padden und dem ehemaligen Steve VAI und EXTREME-Drummer Mike Mangini hat Jeff zumindest zwei Posten wieder besetzen können. Ein neuer Bassist sollte nach dem finanziell bedingten Ausstieg von Russell Bergquist folgen. So ganz nebenbei liefern ANNIHILATOR auch ihre erste Studio-Scheibe für AFM Records ab, nachdem die Zusammenarbeit ja mit der Live-Doppel-CD „Double Live Annihilation“ schon recht erfolgreich begonnen hat.  „All For You“ enthält neben den Waters-typischen Thrash-Riffs aber auch jede Menge musikalischer Neuigkeiten. So sind mit „The One“ und „Holding On“ gleich zwei radiotauglliche Balladen vorhanden, die von Dave´s variabler und melodiöser Stimme getragen werden. Aber der Knabe kann auch Thrash-Metal-Songs famos intonieren. Als bestes Beispiel lässt sich die Wundernummer „Both Of Me“ nennen, die mit zu den besten ANNIHILATOR-Songs überhaupt zu zählen ist.  Schwache Songs hat Jeff ohnehin noch nie komponiert, das größte „Problem“ hat er sich wahrscheinlich selbst zuzuschreiben. Wer Alben wie „Alice In Hell“ und „Never, Neverland“ gleich zu Beginn seiner Karriere aus dem Ärmel schüttelt, wird auf ewige Zeiten daran gemessen werden und die Klasse dieser Jahrhundertalben erreichen ANNIHILATOR auch mit „All For You“ nicht.
Walter

 
 
VEHEMENCE – Helping The World To See (Metal Blade/NSM)

Inwiefern es den Amis VEHEMENCE gelingen wird, ihren Albumtitel in die Tat umzusetzen, vermag ich nicht zu kommentieren. Es ist der Band allerdings schon mit ihrem Debüt „God Was Created“ im Jahre 2002 gelungen, die Welt auf sich aufmerksam werden zu lassen, also haben sie zumindest „Helping The World To Hear“ bereits erreicht.  Zugegeben, es war nicht die ganze Welt, aber immerhin jener Anteil der Bevölkerung, welcher heftigen Death Metal mit vereinzelten Grind-Passagen, zahlreichen technischen Finessen und einer nicht zu überhörenden Portion Thrash zu den persönlichen Vorlieben zählt. Für mich überraschend perfekt klingt dabei der Sound, der trotz aller „Vehemenz“ einzelne Instrumente glasklar klingen lässt und nie als „Brei“ endet. Mit Nathan Gearhart hat die Band einen Sänger in ihren Reihen der die musikalische Vielfalt noch ein wenig erweitert. Bei seiner Vorstellung pendelt er zwischen traditionellem Death Metal Gesang und hektischem Black Metal-Keifen hin und her. Unterstützung erhält Nathan beim Gesang auch von Basser Mark Kozuback, der immer wieder spitze Schreie von sich gibt und so für ein wenig Auflockerung sorgt. Da die Band aber nicht nur im Studio sehr fleißig zu Werke geht, sondern auch häufig die Bühne entert, kann man für VEHEMENCE nur hoffen, dass dieses Arbeitspensum beibehalten wird, denn dann sollten VEHEMENCE schon mit dem nächsten Album in die Death Metal-Oberliga aufsteigen können.
Walter

 
 
SKYFIRE - :// Spectral (Arise/Point)

Im Underground sind SKYFIRE längst keine Unbekannten mehr. Nach zwei Alben, die über das mittlerweile nicht mehr existierende Label Hammerheart Records erschienen sind, versuchen es SKYFIRE nun mit einem anderen Label im Hintergrund. Musikalisch hat sich nicht sehr viel geändert. Noch immer zelebrieren die Schweden extrem keyboard-lastigen, melodiösen Death Metal. Generell erinnert die Band bei ihrem musikalischen Vortrag einigermaßen an ältere DARK TRANQUILITY oder IN FLAMES. Durch den  - teilweise ein wenig übertriebenen – Einsatz des Tasteninstruments schaffen es SKYFIRE aber dennoch, ihre eigene Note zu bewahren. Sänger Henrik Wenngren wirkt mitunter ein wenig übermotiviert, denn die über seine Stimme vermittelte Aggression klingt phasenweise zu sehr gekünstelt. Durch die Kombination Keyboards, aggressiver Gesang und massig Melodien fielen mir beim Hören von „:// Spectral“ immer wieder CHILDREN OF BODOM ein, deren Songs allerdings über das größere Hitpotential verfügen. Gerade diesbezüglich besteht Nachholbedarf, obwohl Anhänger der genannten Bands mit Sicherheit ihre Freude an „:// Spectral“ haben werden
Walter

 
 
THE ORDEAL – Kings Of Pain (Mausoleum/Soulfood)

Recht gewöhnungsbedürftig klingt „Kings Of Pain“, das Debüt einer französisch-deutschen Liasion namens THE ORDEAL. Die einzelnen Musiker haben allesamt bereits jahrelange Erfahrung im Musikgeschäft sammeln können, jedoch sind die im Infozetterl angeführten Bands wie ZENO, wo Drummer Philippe Candras mit von der Partie war, oder JANE, bei denen Gitarrist Kai Reuter für kurze Zeit aktiv war, überhaupt nicht mit THE ORDEAL in Verbindung zu bringen. In ihren Songs verarbeitet das Quartett jede Menge Einflüsse der NWOBHM, ebenso sind Thrash Metal-lastige Passagen auszumachen, die aber immer mit ausreichend Melodien versehen sind, um nicht im Stakkato-Riffing unterzugehen. Manche Songaufbauten sind durch stark Rhythmusgeprägtes Spiel gekennzeichnet, was die Band in die Nähe von groove-betonten Thrash Metal bringt. Diesbezüglich fallen mir ANTHRAX - abzüglich deren Donnerdrums und vor allem der Klasse und Genialität, aber wer hat die schon? – und die längst verblichenen Amis von MARAYA ein, die nicht unähnlich musiziert haben. Zu den recht abwechslungsreich gestalteten Songs an sich gesellt sich noch die nicht minder variable Stimme von Oliver Oppermann, der sich mit seiner Stimme perfekt an den jeweiligen Song anpasst und „Kings Of Pain“ zu einem prima Album macht. Eher nervig dagegen ist die Tatsache, dass die Songtitel nicht in der angegebenen Reihenfolge auf dem Silberling verewigt wurden. Dafür wird aber wohl nicht die Band zuständig gewesen sein, weshalb das auch kein Kritikpunkt sein sollte, sondern lediglich eine Feststellung.
Walter

 
 
DEATH BY DESIGN – Discreation (Thunderring/Twilight)

Aus dem französischen Rambouillet stammt dieses Quintett, dessen Geschichte als NO SOBRIETY begonnen hat. Damals durfte man an einem Tribute-Sampler für die französische Band S.U.P. mitwirken und konnte zwei in Eigenregie veröffentliche Scheiben in Umlauf bringen. In ihrer Heimat scheinen die Herrschaften schon damals einen recht guten Ruf gehabt zu haben, der nicht zuletzt auf zahlreiche Konzerte zurückzuführen ist. DEATH BY DESIGN tragen sehr abwechslungsreichen Death Metal vor. Begonnen bei diversen, fast schon Doom-lastigen Instrumentalpassagen über traditionelle, MAIDEN-beeinflußte Gitarrensoli bis hin zu Thrash Metal und derbem Gebolze haben die fünf Jungs eine sehr breite Palette an Musik anzubieten. Negativ fällt an „Discreation“ lediglich die Gesangsleistung von Sänger Marc auf. Trotz der im Booklet angeführten lyrischen Ergüsse ist es dem Zuhörer nahezu unmöglich, auch nur einer Silbe zu folgen. Zum einen ist der „Gesang“ leider nicht ausreichend kräftig genug in Szene gesetzt worden, andererseits lassen sich die Gutturallaute schlicht und ergreifend auch nicht als gesungene Textpassagen entziffern. Lediglich wenn der Knabe kreisch-keifend sein Mikrophon anbrüllt, wird für Abwechslung gesorgt. Im Endeffekt trübt diese Darbietung eine ansonsten durchaus formidable Leistung.
Walter

 
 
THE ETERNAL – The Sombre Light Of Isolation (Firebox/Twilight)
Welch opulentes Werk! Was zuvor unter dem Banner CRYPTAL DARKNESS begonnen hat, wird nun als THE ETERNAL fortgesetzt. Nach nur einer einzigen Promo-CD konnte ein Deal mit dem ebenso unbekannten wie agilen finnischen Label Firebox an Land gezogen werden. Die Australier kredenzen eine gar melancholische Melange unterschiedlicher Klänge, die jedoch allesamt von Schwermut geprägt sind. Manche Passagen sind vom traditionellen Doom Metal beeinflusst, während vor allem jene, von Streichinstrumenten perfekt untermalten, Fragmente einen Hauch typisch britischer Melancholie versprühen. Ältere ANATHEMA oder MY DYING BRIDE sind diesbezüglich die Wegweiser für den Pfad, den THE ETERNAL ihren Fans vorgeben um ihrer Musik zu folgen. Durch die düstere Stimmung, die ebenso gestimmten Gitarren und vor allem ob der Atmosphäre, erinnert die Band ab und zu an ihre Landsleute VIRGIN BLACK. Doch während die Letztgenannten eher in den Gothic Bereich abdriften, ist THE ETERNAL immer wieder ihre Liebe zum Metal anzumerken.  Für mich zählen die Australier zusammen mit WHILE HEAVEN WEPT zur momentanen Speerspitze im melancholischen Doom. „The Sombre Light Of Isolation“ wird für diese, noch recht junge, Formation mit Sicherheit einen Riesenschritt auf der Erfolgsleiter nach oben darstellen.
Walter

 
 
THE SHITHEADZ – Dirty Pounding Gasoline (Locomotive/Al!ve)
THE SHITHEADZ stammen aus Mönchengladbach und existieren bereits seit über 10 Jahren. Nach einem Demo und einem Beitrag auf dem „Unerhört“-Sampler vom Rock Hard, erscheint nun das Debüt des Quintetts. Die Herrschaften zelebrieren eine Mischung aus traditionellem Hardrock, einer Prise Stoner-Rock, einem Schuss Metal und einer Messerspitze Punk. Hier ist nichts überproduziert oder gar aufgesetzt, sondern klingt genau so, wie es im Proberaum entstanden ist.  Hier stimmt der Groove, hier rockt, bangt, hüpft, tanzt (oder was sonst auch immer) DEATH BY DESIGN der Zuhörer; kurz gesagt: eine Scheibe, die gute Laune ohne Ende verbreitet. Auch Sänger Christoph Birx´s Stimme passt hervorragend zur musikalischen Melange der „Scheißschädl´n“, weshalb ich „Dirty Pounding Gasoline“ für Rockmusik jeglicher Art liebende Zeitgenossen wärmstens empfehlen kann.
Walte



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