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CDs
SEVENDUST - - Southside Double-Wide Acoustic
Live (TVT/edel)
Die Ami (genauer: Atlanta)-Rocker punkteten zuletzt
mit ihrem gelungenen Album “Seasons", auf dem sie zwischen hartem
Modern Rock und emotional überlaufenden Balladen die dezente Sau rausließen.
Nun überraschen sie ihre Fans mit dem wunderbar zusammengestellten Album
“Southside Double-Wide Acoustic Live“, das neben dem Bonus-Studiotrack
„Broken Down“ mit über 14 Live-Songs erfreut - inklusive einer Coverversion
des Nine Inch Nails-Songs “Hurt“ (das übrigens jedoch nicht good ol´ supersexy
Trent, sondern dem Meister aller Meister, Johnny Cash gewidmet ist). Das
Ganze im Special-Kartönchen mit einem Sevendust-Plektron sowie einem fetten
Packen an Konzertfotos, die man (bzw. eher frau *pfeif*) sich übers Nachtkästchen
hängen kann. Must-Have. Für Fans. (Und natürlich solche, die es noch werden
wollen.) www.sevendust.com
Althea
LAMB OF GOD - - As The Palaces Burn (Sony Music)
Das Attribut “pure american metal“ haben sich
die fünf Herren aus Virginia nicht nur selbst gegeben; - gar werden sie
von Kritikern dank ihrer aktuellen Scheibe “As The Palaces Burn“ mit Göttern
wie Slayer und Pantera verglichen! Bis hierhin war's jedoch ein w/breiter
Weg, denn bereits seit genau einem Jahrzehnt bolzt sich die Thrash Metal
Combo durch die Staaten (anfangs übrigens noch besonders freundlich BURN
THE PRIEST benannt); und nun erst scheint neben ihrem Heimatland auch
der Rest der Welt - Europa, zum Beispiel - auf sie aufmerksam zu werden
- und wie! Mit von diversen Stilblüten gezuckertem Aggressivo-Geknüppel
inklusive kompromißlos betexteten Vocal-Orgien pustet LAMB OF GOD uns
hübsch freundich, aber bestimmt schlichtweg den Kopf von den Schultern.
Fazit: Oh Jesus... www.lamb-of-god.com
Althea
BEAUTY IN DARKNESS Vol. 7 DVD
(Nuclear Blast/emv)
Wer kennt sie nicht, die legendäre Beauty in Darkness-Reihe? Auch auf
Volume 7 herrscht eine gute Mischung aus Gothic, Metal, Rock und Electro.
Von den Newcomern Deathstars über die reunionierten Crematory bis hin
zu Anne Clark bleiben bei einer Spiellänge von 169 Minuten (44 Tracks!)
keine Wünsche offen. Weiters gibt es eine Gallery mit je einem Foto und
Cover der vertretenen Acts. Von „einzigartig“ kann man nicht ganz sprechen,
da diverse Clips schon von anderen DVDs bekannt sind, empfehlenswert ist
die neue BID aber natürlich trotzdem.
Susi
BLOODJUNKIES Maladies (emv)
Ein abwechslungsreiches Album, welches uns BLOODJUNKIES hier präsentieren.
Die Mischung aus Country, Punk, Rockabilly und Gothic lässt deren Musikstil
in keine übliche Schublade stecken. Von rockig bis melancholisch wird
alles geboten. Einflüsse von New Model Army, Jonny Cash oder The Bad Seeds
sind herauszuhören. Die rockigen Stücke wie "June Gloom" oder "Eating
Our Enemies" sind richtige Ohrwürmer; die langsameren Songs wie "This
Curse Placed" fügen die richtige Würze hinzu. Zu erwähnen wäre auch Sänger
Kama´s Stimme, die eine Mischung aus Nick Cave und Scott Weiland klingt,
ohne jedoch einen von den beiden imitieren zu wollen...
Susi
NEKROMANTIX - Dead Girls Don´t
Cry (Hellcat/emv)
Einer Mischung aus Stray Cats und NOFX gehen diese Herrschaften hier nach,
oder wie sie es selbst nennen „Psychobilly“. Hervorzuheben wäre der
Opener auf diesem Album "Black Wedding". Alleine das Intro ist extrem:
ein gregorianischer Chor trifft auf Mariachi-Gitarren! Das Album basiert
auf Rockabilly-Sound, verfeinert mit Punk- und Jazzeinflüssen. Musik wie
der Soundtrack zu einem Horrorfilm... Für „Psychobillys“ wohl ein absolutes
Must!
Susi
SUGAR FOR LUCY - - Enter Me (Eigenprod.)
Von luftig leicht bis sehr emotional reicht die
Songpalette der gelungen Scheibe dieser Grazer Band: "Nu OverXMusic"
nennen SUGAR FOR LUCY selbst ihr eingängiges Menü zwischen sympathisch
quäkendem Gitarrenherzblut und groovig abgestimmtem Modern Rock.
Wunder-Schön-Melodien inklusive. Unbedingt reinhören! Und gleich
a bissi glücklicher sein ... www.sugarforlucy.tk
Althea
ORION RIDERS A New Dawn
(Lion/Al!ve)
Tonangebend scheint bei dieser italienischen Band
ein junger Mann mit großem Namen zu sein. Keyboarder und Drummer
Tony Zappa ist nämlich nicht nur für diese Instrumente, sondern
auch für die orchestralen Arrangements zuständig. Mit A
New Dawn liefern Tony und seine Mitstreiter, die seit 1997 zusammen
musizieren und seit dieser Zeit auch schon zwei Demos in Umlauf gebracht
haben, ihr Debüt ab. Herausgekommen ist eine recht gefällige
Mischung aus ungemein melodiösen Metal-Passagen, die zusammen mit
den bereits erwähnten orchestralen Arrangements perfekt zusammengefügt
wurden. Als Basis der Mischung muss auf der einen Seite mit Sicherheit
die Hamburger Schule erwähnt werden, andererseits dürfen
aber auch klassisch inspirierte Formationen wie RHAPSODY oder SONATA ARCTICA
als Querverweise nicht vergessen werden. A New Dawn klingt
über die meiste Zeit recht ansprechend, die Arrangements als solche
sind perfekt gelungen, und auch die Instrumentalfraktion und Sänger
Joe Lombardo verstehen ihr Handwerk. Allerdings mangelt es noch ein wenig
am ausgefeilten Songwriting, da sich kaum Ohrwürmer im Material der
ORION RIDERS versteckt halten. Um im internationalen Geschäft an
der Spitze mitmischen zu können, muss da schon noch einiges besser
gemacht werden.
Walter
VISION DIVINE Stream Of
Conciousness (Metal Blade/NSM)
Was 1998 als Solo-Projekt des damaligen LABYRINTH-Gitarristen
Olaf Thörsen begonnen hat, ist in der Zwischenzeit zu seiner hauptberuflichen
Band geworden. Olaf hat seinen ehemaligen Bandkollegen längst den
Rücken zugewandt und sein aktuelles Betätigungsfeld VISION DIVINE
ist in der Zwischenzeit bereits mit dem dritten Album am Start. Mit dabei
sind 2004 sein Langzeitgefährte Andrea Toricini (B), sowie die Neuzugänge
Oleg Smirnoff (K, ex-ELDRITCH), Matteo Amoios (D, ex-ATHENA) und ein junger,
bisher noch unbekannter Sänger namens Michele Luppi, der sich vor
seinem Vorgänger Fabio Leone aber nicht zu verstecken braucht. Stream
Of Conciousness ist ein in 14 Kapitel unterteiltes Konzeptalbum
geworden und handelt, grob umschrieben, vom menschlichen Bewusstsein.
Protagonist der Geschichte ist ein Insasse einer Irrenanstalt (zu dem
man als italienischer Metal-Musiker sicher guten Kontakt hat, Andi), der
mit seinen persönlichen Schutzengeln konferiert. Nachdem er, so der
Beginn der Geschichte, einen Song im Radio hört, diesen wiedererkennt
und mitsummt, wird ihm so richtig bewusst, wo er sich eigentlich aufhält
und beginnt die ganze Sache zu hinterfragen. So beginnt eine Rückschau
in das Leben des Titelhelden, die damit endet, dass dem Kerl endlich klar
wird, dass sämtliche Schutzengel nichts anderes sind, als er selbst.
Nicht ganz so verworren wie das Konzept der Scheibe ist die Musik der
Italiener, die zwar mitunter auch ganz schön abgefahren und frickelig
daherkommt, im Grunde genommen aber auf feinen, melodiösen Metal-Kompositionen
basiert. Die auf den Vorgängeralben noch stilbestimmenden Euro-MetalZitate
spielen auf Stream Of Conciousness nur noch ein untergeordnete
Rolle und fügen sich hervorragend in das Klangbild ein.
Walter
RIVAL State Of Mind (Metal
Blade/NSM)
Warum musste es denn so lange dauern, bis uns
das amerikanische Quartett RIVAL endlich einen Nachfolger für den
im Underground euphorisch bejubelten Vorgänger namens Modern
World abliefern konnte? Naja, weshalb auch immer, die Fans
dürfen schon einmal jubeln. Tatsache ist, dass diese Band aus Chicago
noch immer aktiv ist und nach einigen, vielumjubelten Festivalauftritten
(u.a. Bang-Your-Head 2002) in Europa nun bei Metal Blade unter Vertrag
steht. State Of Mind ist, wie nicht anders zu erwarten, ein
amtliches Stück Power Metal geworden, dass dezente Thrash-Versatzstücke
aufweist und vor allem von den drückenden Riffs der Gitarren-Armada
Chuck McNulty und Neven Trivic, sowie der kraftvollen Röhre von John
Johnsson lebt (jaja, die kraftvollen Röhren..., Andi).
Somit darf sich die Klientel also endlich über eine neue RIVAL-Scheibe
freuen, was auf Grund der Qualität des Songmaterials auch völlig
bedenkenlos geschehen kann und man darf hoffen, nicht noch einmal eine
so lange Durststrecke in Kauf nehmen zu müssen. An Kritikpunkten
wären lediglich der ein wenig diffus gestaltete Sound in den Höhenbereichen
und vor allem die eher bescheiden ausgefallenen Spielzeit von 37 Minuten
zu nennen. Wobei über Letzteres aufgrund der Qualität der Songs
aber wieder einigermaßen hinweggesehen werden kann.
Walter
ENSOPH Opus Dementiae
(Cruz Del Sur/Twilight)
Gar eigenwillig klingt Opus Dementiae,
das mittlerweile dritte Album des italienischen Quartetts ENSOPH. Der
Opener Jaldabaoth At The Spring Of Time .lässt sich am
ehesten als experimentierfreudige SISTERS OF MERCY auf einem Black Metal-Trip
beschreiben. Sänger Nicolas hat die Gesangsstilistik eines Andrew
Eldritch recht gut gelernt und ebenso perfekt drauf, wie jene eines traditionellen
Panda-Bären. Die Instrumentalfraktion verwendet sehr
eigenwillige und gewöhnungsbedürftige Elektronik-Parts, die
ab und zu gar nach einer wildgewordenen Blockflöte klingen. Die Basis
ist eine Mischung aus Elektronik-Samples und heftigem Metal, der für
meinen Geschmack allerdings ein wenig als Minderheit anzutreffen
ist. Überzeugend wirken ENSOPH vor allem dann, wenn sich Stimmung
und Stilistik innerhalb eines Songs abwechseln, wobei ich persönlich
die vom Metal geprägten und dominierten Songs, wie Faith Defeat
bevorzuge. Der Experimentierfreude scheint keine Grenze gesetzt worden
zu sein, weshalb manche Songs schon sehr nahe an einer Sound-Collage anzusiedeln
sind.
Walter
MESSIAH`S KISS Metal (Steamhammer/emv)
Ganz ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass
MESSIAH`S KISS nach ihrem Debüt No Prayer For The Dying
nochmals mit einem Werk aufkreuzen würden. Zu sehr lag der Verdacht
eines musikalischen One-Night-Stands nahe. Doch die Zusammenarbeit
der deutschen Truppe mit dem amerikanischen Sänger Mike Tirelli scheint
trotz der gleichzeitigen Existenz von Tirelli´s Stammformation HOLY
MOTHER von längerfristiger Dauer zu sein. Wie der Titel schon verrät,
haben MESSIAH`S KISS ein ordentliches Stück traditionellen Metal
abgeliefert, dass auf der einen Seite zwar nicht gerade spektakulär
ausgefallen ist, dafür aber grundsolide und vor allem handwerklich
einwandfrei ausgeführt wirkt. An Vergleichen müssen logischerweise
- HOLY MOTHER herhalten, deren letzte Alben ähnlich gehaltvollen
Metal geboten haben. Aber auch diverse, fast schon als klassisch
zu bezeichnende Teutonen-Combos wie GRAVE DIGGER sind kompositorisch nicht
allzu weit von MESSIAH´S KISS entfernt. Für die Produktion
zeichnete übrigens Gitarrenhexer Nikolo Kotzev verantwortlich, der
Metal einen amtlichen Sound verpassen konnte. Im Endeffekt
ist diese Scheibe ein Fall für die Werbeabteilung geworden..., ihr
wisst schon, nur wo Metal draufsteht ist auch Metal
drin.
Walter
ORPHANAGE Driven (Nuclear Blast/emv)
Aufgrund der Tatsache, dass ORPHANAGE aus den Niederlanden stammen und
eine Sängerin im Line-Up haben, werden Vergleiche zu WITHIN TEMPTATION
nicht ausbleiben. Allerdings gehen ORPHANAGE auf ihrem mittlerweile
vierten Werk wesentlich heftiger zur Sache als die Durchstarter der letzten
Jahre. Das liegt vor allem daran, dass Rosan Van der Aa, die Sängerin
des Sextetts nur sporadisch zum Einsatz kommt, während George Oosthoek
für den Großteil der Sangespassagen zuständig ist. George´s
Stimme klingt viel eher nach klassischen Doom/Death-Bands, weshalb ich
ORPHANAGE, auch was die Atmosphäre betrifft, deutlich näher
bei Bands vom Schlage der alten MY DYING BRIDE sehe als bei ihrer berühmten
Landsleuten. Driven ist ein Wechselbad der Gefühle
geworden, wobei je nach Grundstimmung zwischen romantisch-düster
bis dezent depressiv wahlweise die Gitarren oder das Keyboard dominant
sind. ORPHANGE beweisen uns, dass auch 2004 noch genug Freiraum für
Bands mit Beauty & Beast - Gesang vorhanden ist, um nicht
als Allerwelts-Gothic bezeichnet zu werden.
Walter
GREAT WHITE Revisiting
Familiar Waters (Mausoleum/Soulfood)
Bei Revisiting Familiar Waters handelt
es sich keineswegs um ein neues Album der amerikanischen Hardrocker GREAT
WHITE. Viel mehr haben wir es mit Songs zu tun, die bereits 1989 eingespielt
wurden, was aber kein Hindernis darstellt, da es sich um GREAT WHITE´sche
Interpretationen alter Rock-Klassiker handelt. Im Oktober 2001 wurde die
Angelegenheit neu abgemischt und im vergangenen Jahr als Lizenzpressung
für den europäischen Markt von Mausoleum Records veröffentlicht.
Im 1989er LineUp, also Jack Russell (V), Mark Kendall (G), Michael Lardie
(G), Tony Montana (B) und Audie Desbrow (D), haben GREAT WHITE seinerzeit
etliche Rockstandards in ihrer eigenen Form interpretiert. Von den ROLLING
STONES, von denen man gleich drei Songs zu einem Medley (Bitches
And Other Women) verarbeitete, über STATUS QUO (Again
And Again) und AC/DC (Sin City) reicht die Palette bis
hin zu THE CULT deren Love Removal Machine nie besser geklungen
hat als in der GREAT WHITE-Version. Weiters dürfte vor allem Jack
Russell ein besonders Faible für Paul Rodgers haben, denn sowohl
beim BAD COMPANY-Gassenhauer Ready For Love, wie auch bei
der FREE-Nummer Fire And Water hält sich Jack fast schon
verdächtig nahe an die Originalversionen. Revisiting
Familiar Waters ist ein richtiges Gute Laune-Album geworden,
dass auf keiner der demnächst ins Haus stehenden Grill-Parties fehlen
sollte. Weniger erfreulich sind dagegen die Bonüsse
ausgefallen, da Unchained (VAN HALEN) und nochmals Sin
City in gar unrockigen Remix-Version derart verunstaltet wurden,
dass dem traditionsbewussten Hardrocker beim Genuss dieser
Versionen schlichtweg die letzte Mahlzeit aus dem Gesicht fallen wird
(was dann aber auch wieder ganz gut zu den in Haus stehenden Grillparties
passt, Andi).
Walter
ANUBIS GATE Purification
(Locomotive/Al!ve)
Bandname und Covermotiv sind der ägyptischen
Mythologie entliehen. Anubis, dargestellt als Mensch mit dem Kopf eines
Schakals, war dafür zuständig, die verlorenen Seelen durch die
Unterwelt hin zum Königreich von Osiris zu begleiten. Hinter dem
Decknamen ANUBIS GATE verbergen sich mehr oder minder bekannte Musiker
der dänischen Metal-Szene um recht mystisch angehauchten Power Metal
mit zahlreichen Prog-Einsprengsel zum Besten zu geben. Ins Leben gerufen
wurde die Band vom ehemaligen INVOCATOR-Gitarristen Jesper
M. Jensen, der auf Purification für Gitarren, Bass und
Keyboards verantwortlich zeichnet. Ihm zur Seite stehen Morten Sörensen
(D) und Torben Askholm, ein Mann dessen musikalische Vergangenheit leider
in Vergessenheit geraten ist. Oder erinnert sich noch jemand daran, dass
Torben bei PROPHETS OF DOOM am Mikro zu hören war (wahrscheinlich
grad mal er selber, und net amoi des sicher... Andi)? Unterstützt
von einigen Gastmusikern begab sich die Band ins Studio von Jacob Hansen,
dem ehemaligen INVOCATOR-Mitstreiter von Jesper, um die insgesamt 10 Songs
von Purification einzuspielen. Wie schon erwähnt, passen
die musikalische Darbietung und das Cover bzw. Bandname recht gut zusammen.
Stilistisch sind ANUBIS GATE von der mystischen Atmosphäre her CRIMSON
GLORY recht nahe. Ein Vergleich, der ja nicht gerade als Hohn zu betrachten
ist. Rein musikalisch erinnert die Scheibe dazu noch ein wenig an die
Frühwerke von EVERGREY, aber auch ICED EARTH zu Barlow-Zeiten klangen
mitunter nicht unähnlich. In der Hoffnung, dass es sich bei
ANUBIS GATE nicht um ein Eintagsprojekt handelt, verbleibe
ich mit wärmsten Empfehlungen für Purification
an Fans aller genannten Bands.
Walter
MAR DE GRISES The Tatterdemalion
Express (Firebox/Twilight)
Fragt mich bitte nicht, was es mit dem Bandnamen auf sich hat und schon
gar nicht, wohin der Tatterdemalion Express fährt. (Noch)
habe ich keine Ahnung. Doch immerhin weiß ich, dass es sich um eine
nicht gerade alltägliche Combo aus dem fernen Chile handelt. Die
Musik des Quintetts zu beschreiben gestaltet sich als ebenso schwierig,
da diese einfach zu mannigfaltig und vielschichtig ist, um ein klares
Statement abgeben zu können. Der Opener El Otro... ist
ein elfminütiges Klangmonster geworden, dass bedrohlich aus den Boxen
wabbert und den Zuhörer nicht zuletzt durch die guttural-klingende
Stimme von Marcelo Rodriguez ins Doom-Nirvana verfrachtet. In weiterer
Folge tönen aber auch recht verspielte, proggige Klänge aus
den Boxen, die für Gänsehaut-Feeling sorgen um dann, nach gekonnten
Breaks, abermals zu wahren Doom-Walzen zu mutieren. Gegen Ende hin wird
mitunter sogar das Tempo verschärft, wobei aber speziell Be
Welcome Oh Hideous Hell (was´n Songtitel! Andi) wiederum klarstellt,
dass Doom in seiner reinsten Form die Basis des Klangbildes von MAR DE
GRISES ausmacht. Also ob The Tatterdemalion Express nicht
schon qualitativ hochwertig genug wäre, um der Band in Insiderkreisen
zu Kult-Status zu verhelfen, eine weitere Tatsache sollte ebenfalls im
Auge behalten werden. Wenn man sich noch dazu bewusst ist, dass die Band
erst seit knapp vier Jahren existiert, kann man in der Tat davon ausgehen,
dass hier eine große Hoffnung heranwächst.
Walter
WITHERING Gospel Of Madness
(Firebox/Twilight)
Das finnische Quartett WITHERING liefert mit Gospel
Of Madness ein sogenanntes Grenzgängeralbum ab.
Die Grenze zwischen Doom, Death und Gothic wird dabei einige Male überschritten.
Generell kann den noch recht jungen Finnen bescheinigt werden, auf dieser
Scheibe alles richtig gemacht zu haben. Mit ihrer mitunter recht düsteren
Melange aus Doom und Death Metal, sowie dezenten Gothic-Anleihen treffen
WITHERING zwar nicht unbedingt den Zeitgeist, was die Band
aber höchstwahrscheinlich ebenso wenig kümmern wird wie meine
Wenigkeit. Beim Hören von Gospel Of Madness kamen mir
immer wieder die ganz alten PARADISE LOST und AMORPHIS in den Sinn . Wenn
es einmal ruppiger zur Sache geht, müssen unbedingt auch noch SENTENCED
als Querverweis erwähnt werden. Also nicht gerade innovativ, was
uns WITHERING anzubieten haben, dafür aber ungemein effektiv. Die
Jungs sollten noch ein wenig an ihrer Eigenständigkeit arbeiten,
die nötigen handwerklichen Fähigkeiten sind aber bereits
vorhanden.
Walter
SWALLOW THE SUN The Morning
Never Come (Firebox/Twilight)
Wenn die Sonne verschluckt wird, bedeckt endlose
Dunkelheit die Erde (und Klein-Walter widmet sich wieder seinen Groschenromanen...
Andi). Ebenso verheißungsvoll wie dieses Horror-Szenario
klingt auch die Musik dieser finnischen Formation. SWALLOW THE SUN zelebrieren
Doom/Death-Metal in seiner ureigensten Form. Das Sextett aus dem hohen
Norden vermag mit seinen in Richtung Grundwasser gestimmten Klampfen und
dem mehr als nur gemächlichen Tempo bei Fans von Formationen wie
den ganz alten MY DYING BRIDE oder THE GATHERING zu deren Frühphase
mit Sicherheit für Jubelstimmung sorgen. Wenn das Tempo ab und zu
verschärft wird kommt der recht raukehlige Gesang von
M. Kotamäki noch ein wenig besser zur Geltung. Jene Passagen erinnern
mich ein klein wenig an SENTENCED zur Amok - Phase. Durch
recht geschickt eingestreute Breaks verstehen es SWALLOW THE SUN den Zuhörer
immer wieder aus der drohenden Lethargie zu reißen. The Morning
Never Come wird in einschlägigen Fankreisen mit Sicherheit
seine Anhänger finden, nervenschwächere Zeitgenossen sollten
zur Sicherheit eine Vertrauensperson zum Probegalopp
mitnehmen, da mit Nebenwirkungen zu rechnen ist.
Walter
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