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Juni 2004

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CDs

SEVENDUST - - Southside Double-Wide Acoustic Live (TVT/edel)
Die Ami (genauer: Atlanta)-Rocker punkteten zuletzt mit ihrem gelungenen Album “Seasons", auf dem sie zwischen hartem Modern Rock und emotional überlaufenden Balladen die dezente Sau rausließen. Nun überraschen sie ihre Fans mit dem wunderbar zusammengestellten Album “Southside Double-Wide Acoustic Live“, das neben dem Bonus-Studiotrack „Broken Down“ mit über 14 Live-Songs erfreut - inklusive einer Coverversion des Nine Inch Nails-Songs “Hurt“ (das übrigens jedoch nicht good ol´ supersexy Trent, sondern dem Meister aller Meister, Johnny Cash gewidmet ist). Das Ganze im Special-Kartönchen mit einem Sevendust-Plektron sowie einem fetten Packen an Konzertfotos, die man (bzw. eher frau *pfeif*) sich übers Nachtkästchen hängen kann. Must-Have. Für Fans. (Und natürlich solche, die es noch werden wollen.) www.sevendust.com
Althea

LAMB OF GOD - - As The Palaces Burn (Sony Music)
Das Attribut “pure american metal“ haben sich die fünf Herren aus Virginia nicht nur selbst gegeben; - gar werden sie von Kritikern dank ihrer aktuellen Scheibe “As The Palaces Burn“ mit Göttern wie Slayer und Pantera verglichen! Bis hierhin war's jedoch ein w/breiter Weg, denn bereits seit genau einem Jahrzehnt bolzt sich die Thrash Metal Combo durch die Staaten (anfangs übrigens noch besonders freundlich BURN THE PRIEST benannt); und nun erst scheint neben ihrem Heimatland auch der Rest der Welt - Europa, zum Beispiel - auf sie aufmerksam zu werden - und wie! Mit von diversen Stilblüten gezuckertem Aggressivo-Geknüppel inklusive kompromißlos betexteten Vocal-Orgien pustet LAMB OF GOD uns hübsch freundich, aber bestimmt schlichtweg den Kopf von den Schultern. Fazit: Oh Jesus... www.lamb-of-god.com
Althea  

BEAUTY IN DARKNESS Vol. 7 ­ DVD (Nuclear Blast/emv)
Wer kennt sie nicht, die legendäre Beauty in Darkness-Reihe? Auch auf Volume 7 herrscht eine gute Mischung aus Gothic, Metal, Rock und Electro. Von den Newcomern Deathstars über die reunionierten Crematory bis hin zu Anne Clark bleiben bei einer Spiellänge von 169 Minuten (44 Tracks!) keine Wünsche offen. Weiters gibt es eine Gallery mit je einem Foto und Cover der vertretenen Acts. Von „einzigartig“ kann man nicht ganz sprechen, da diverse Clips schon von anderen DVDs bekannt sind, empfehlenswert ist die neue BID aber natürlich trotzdem.
Susi

BLOODJUNKIES ­ Maladies (emv)
Ein abwechslungsreiches Album, welches uns BLOODJUNKIES hier präsentieren. Die Mischung aus Country, Punk, Rockabilly und Gothic lässt deren Musikstil in keine übliche Schublade stecken. Von rockig bis melancholisch wird alles geboten. Einflüsse von New Model Army, Jonny Cash oder The Bad Seeds sind herauszuhören. Die rockigen Stücke wie "June Gloom" oder "Eating Our Enemies" sind richtige Ohrwürmer; die langsameren Songs wie "This Curse Placed" fügen die richtige Würze hinzu. Zu erwähnen wäre auch Sänger Kama´s Stimme, die eine Mischung aus Nick Cave und Scott Weiland klingt, ohne jedoch einen von den beiden imitieren zu wollen...
Susi

NEKROMANTIX - Dead Girls Don´t Cry (Hellcat/emv)
Einer Mischung aus Stray Cats und NOFX gehen diese Herrschaften hier nach, oder ­ wie sie es selbst nennen ­ „Psychobilly“. Hervorzuheben wäre der Opener auf diesem Album "Black Wedding". Alleine das Intro ist extrem: ein gregorianischer Chor trifft auf Mariachi-Gitarren! Das Album basiert auf Rockabilly-Sound, verfeinert mit Punk- und Jazzeinflüssen. Musik wie der Soundtrack zu einem Horrorfilm... Für „Psychobillys“ wohl ein absolutes Must!
Susi

SUGAR FOR LUCY - - Enter Me (Eigenprod.)
Von luftig leicht bis sehr emotional reicht die Songpalette der gelungen Scheibe dieser Grazer Band: "Nu OverXMusic" nennen SUGAR FOR LUCY selbst ihr eingängiges Menü zwischen sympathisch quäkendem Gitarrenherzblut und groovig abgestimmtem Modern Rock. Wunder-Schön-Melodien inklusive. Unbedingt reinhören! Und gleich a bissi glücklicher sein ... www.sugarforlucy.tk
Althea

ORION RIDERS – A New Dawn (Lion/Al!ve)
Tonangebend scheint bei dieser italienischen Band ein junger Mann mit großem Namen zu sein. Keyboarder und Drummer Tony Zappa ist nämlich nicht nur für diese Instrumente, sondern auch für die orchestralen Arrangements zuständig. Mit „A New Dawn“ liefern Tony und seine Mitstreiter, die seit 1997 zusammen musizieren und seit dieser Zeit auch schon zwei Demos in Umlauf gebracht haben, ihr Debüt ab. Herausgekommen ist eine recht gefällige Mischung aus ungemein melodiösen Metal-Passagen, die zusammen mit den bereits erwähnten orchestralen Arrangements perfekt zusammengefügt wurden. Als Basis der Mischung muss auf der einen Seite mit Sicherheit die „Hamburger Schule“ erwähnt werden, andererseits dürfen aber auch klassisch inspirierte Formationen wie RHAPSODY oder SONATA ARCTICA als Querverweise nicht vergessen werden. „A New Dawn“ klingt über die meiste Zeit recht ansprechend, die Arrangements als solche sind perfekt gelungen, und auch die Instrumentalfraktion und Sänger Joe Lombardo verstehen ihr Handwerk. Allerdings mangelt es noch ein wenig am ausgefeilten Songwriting, da sich kaum Ohrwürmer im Material der ORION RIDERS versteckt halten. Um im internationalen Geschäft an der Spitze mitmischen zu können, muss da schon noch einiges besser gemacht werden.
Walter

VISION DIVINE – Stream Of Conciousness (Metal Blade/NSM)
Was 1998 als Solo-Projekt des damaligen LABYRINTH-Gitarristen Olaf Thörsen begonnen hat, ist in der Zwischenzeit zu seiner hauptberuflichen Band geworden. Olaf hat seinen ehemaligen Bandkollegen längst den Rücken zugewandt und sein aktuelles Betätigungsfeld VISION DIVINE ist in der Zwischenzeit bereits mit dem dritten Album am Start. Mit dabei sind 2004 sein Langzeitgefährte Andrea Toricini (B), sowie die Neuzugänge Oleg Smirnoff (K, ex-ELDRITCH), Matteo Amoios (D, ex-ATHENA) und ein junger, bisher noch unbekannter Sänger namens Michele Luppi, der sich vor seinem Vorgänger Fabio Leone aber nicht zu verstecken braucht. „Stream Of Conciousness“ ist ein in 14 Kapitel unterteiltes Konzeptalbum geworden und handelt, grob umschrieben, vom menschlichen Bewusstsein. Protagonist der Geschichte ist ein Insasse einer Irrenanstalt (zu dem man als italienischer Metal-Musiker sicher guten Kontakt hat, Andi), der mit seinen persönlichen Schutzengeln konferiert. Nachdem er, so der Beginn der Geschichte, einen Song im Radio hört, diesen wiedererkennt und mitsummt, wird ihm so richtig bewusst, wo er sich eigentlich aufhält und beginnt die ganze Sache zu hinterfragen. So beginnt eine Rückschau in das Leben des Titelhelden, die damit endet, dass dem Kerl endlich klar wird, dass sämtliche Schutzengel nichts anderes sind, als er selbst.  Nicht ganz so verworren wie das Konzept der Scheibe ist die Musik der Italiener, die zwar mitunter auch ganz schön abgefahren und frickelig daherkommt, im Grunde genommen aber auf feinen, melodiösen Metal-Kompositionen basiert. Die auf den Vorgängeralben noch stilbestimmenden „Euro-Metal“–Zitate spielen auf „Stream Of Conciousness“ nur noch ein untergeordnete Rolle und fügen sich hervorragend in das Klangbild ein.
Walter

RIVAL – State Of Mind (Metal Blade/NSM)
Warum musste es denn so lange dauern, bis uns das amerikanische Quartett RIVAL endlich einen Nachfolger für den im Underground euphorisch bejubelten Vorgänger namens „Modern World“ abliefern konnte?  Naja, weshalb auch immer, die Fans dürfen schon einmal jubeln. Tatsache ist, dass diese Band aus Chicago noch immer aktiv ist und nach einigen, vielumjubelten Festivalauftritten (u.a. Bang-Your-Head 2002) in Europa nun bei Metal Blade unter Vertrag steht. „State Of Mind“ ist, wie nicht anders zu erwarten, ein amtliches Stück Power Metal geworden, dass dezente Thrash-Versatzstücke aufweist und vor allem von den drückenden Riffs der Gitarren-Armada Chuck McNulty und Neven Trivic, sowie der kraftvollen Röhre von John Johnsson lebt (jaja, die „kraftvollen Röhren...“, Andi).  Somit darf sich die Klientel also endlich über eine neue RIVAL-Scheibe freuen, was auf Grund der Qualität des Songmaterials auch völlig bedenkenlos geschehen kann und man darf hoffen, nicht noch einmal eine so lange „Durststrecke“ in Kauf nehmen zu müssen. An Kritikpunkten wären lediglich der ein wenig diffus gestaltete Sound in den Höhenbereichen und vor allem die eher bescheiden ausgefallenen Spielzeit von 37 Minuten zu nennen. Wobei über Letzteres aufgrund der Qualität der Songs aber wieder einigermaßen hinweggesehen werden kann.
Walter

ENSOPH – Opus Dementiae (Cruz Del Sur/Twilight)
Gar eigenwillig klingt „Opus Dementiae“, das mittlerweile dritte Album des italienischen Quartetts ENSOPH. Der Opener “Jaldabaoth At The Spring Of Time ”.lässt sich am ehesten als experimentierfreudige SISTERS OF MERCY auf einem Black Metal-Trip beschreiben. Sänger Nicolas hat die Gesangsstilistik eines Andrew Eldritch recht gut gelernt und ebenso perfekt drauf, wie jene eines traditionellen „Panda-Bären“. Die Instrumentalfraktion verwendet sehr eigenwillige und gewöhnungsbedürftige Elektronik-Parts, die ab und zu gar nach einer wildgewordenen Blockflöte klingen. Die Basis ist eine Mischung aus Elektronik-Samples und heftigem Metal, der für meinen Geschmack allerdings ein wenig als „Minderheit“ anzutreffen ist. Überzeugend wirken ENSOPH vor allem dann, wenn sich Stimmung und Stilistik innerhalb eines Songs abwechseln, wobei ich persönlich die vom Metal geprägten und dominierten Songs, wie „Faith Defeat“ bevorzuge. Der Experimentierfreude scheint keine Grenze gesetzt worden zu sein, weshalb manche Songs schon sehr nahe an einer Sound-Collage anzusiedeln sind.
Walter

MESSIAH`S KISS – Metal (Steamhammer/emv)
Ganz ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass MESSIAH`S KISS nach ihrem Debüt „No Prayer For The Dying“ nochmals mit einem Werk aufkreuzen würden. Zu sehr lag der Verdacht eines musikalischen „One-Night-Stands“ nahe. Doch die Zusammenarbeit der deutschen Truppe mit dem amerikanischen Sänger Mike Tirelli scheint trotz der gleichzeitigen Existenz von Tirelli´s Stammformation HOLY MOTHER von längerfristiger Dauer zu sein. Wie der Titel schon verrät, haben MESSIAH`S KISS ein ordentliches Stück traditionellen Metal abgeliefert, dass auf der einen Seite zwar nicht gerade spektakulär ausgefallen ist, dafür aber grundsolide und vor allem handwerklich einwandfrei ausgeführt wirkt. An Vergleichen müssen – logischerweise -  HOLY MOTHER herhalten, deren letzte Alben  ähnlich gehaltvollen Metal geboten haben. Aber auch diverse, fast schon als „klassisch“ zu bezeichnende Teutonen-Combos wie GRAVE DIGGER sind kompositorisch nicht allzu weit von MESSIAH´S KISS entfernt. Für die Produktion zeichnete übrigens Gitarrenhexer Nikolo Kotzev verantwortlich, der „Metal“ einen amtlichen Sound verpassen konnte. Im Endeffekt ist diese Scheibe ein Fall für die Werbeabteilung geworden..., ihr wisst schon, nur wo „Metal“ draufsteht ist auch „Metal“ drin.
Walter
 
 
ORPHANAGE – Driven (Nuclear Blast/emv)
Aufgrund der Tatsache, dass ORPHANAGE aus den Niederlanden stammen und eine Sängerin im Line-Up haben, werden Vergleiche zu WITHIN TEMPTATION nicht ausbleiben.  Allerdings gehen ORPHANAGE auf ihrem mittlerweile vierten Werk wesentlich heftiger zur Sache als die Durchstarter der letzten Jahre. Das liegt vor allem daran, dass Rosan Van der Aa, die Sängerin des Sextetts nur sporadisch zum Einsatz kommt, während George Oosthoek für den Großteil der Sangespassagen zuständig ist. George´s Stimme klingt viel eher nach klassischen Doom/Death-Bands, weshalb ich ORPHANAGE, auch was die Atmosphäre betrifft, deutlich näher bei Bands vom Schlage der alten MY DYING BRIDE sehe als bei ihrer berühmten Landsleuten.  „Driven“ ist ein Wechselbad der Gefühle geworden, wobei je nach Grundstimmung zwischen romantisch-düster bis dezent depressiv wahlweise die Gitarren oder das Keyboard dominant sind. ORPHANGE beweisen uns, dass auch 2004 noch genug Freiraum für Bands mit „Beauty & Beast“ - Gesang vorhanden ist, um nicht als „Allerwelts-Gothic“ bezeichnet zu werden.
Walter

GREAT WHITE – Revisiting Familiar Waters (Mausoleum/Soulfood)
Bei “Revisiting Familiar Waters” handelt es sich keineswegs um ein neues Album der amerikanischen Hardrocker GREAT WHITE. Viel mehr haben wir es mit Songs zu tun, die bereits 1989 eingespielt wurden, was aber kein Hindernis darstellt, da es sich um GREAT WHITE´sche Interpretationen alter Rock-Klassiker handelt. Im Oktober 2001 wurde die Angelegenheit neu abgemischt und im vergangenen Jahr als Lizenzpressung für den europäischen Markt von Mausoleum Records veröffentlicht. Im 1989er LineUp, also Jack Russell (V), Mark Kendall (G), Michael Lardie (G), Tony Montana (B) und Audie Desbrow (D), haben GREAT WHITE seinerzeit etliche Rockstandards in ihrer eigenen Form interpretiert. Von den ROLLING STONES, von denen man gleich drei Songs zu einem  Medley („Bitches And Other Women“) verarbeitete, über STATUS QUO („Again And Again“) und AC/DC („Sin City“) reicht die Palette bis hin zu THE CULT deren „Love Removal Machine“ nie besser geklungen hat als in der GREAT WHITE-Version. Weiters dürfte vor allem Jack Russell ein besonders Faible für Paul Rodgers haben, denn sowohl beim BAD COMPANY-Gassenhauer „Ready For Love“, wie auch bei der FREE-Nummer „Fire And Water“ hält sich Jack fast schon verdächtig nahe an die Originalversionen.  „Revisiting Familiar Waters“ ist ein richtiges „Gute Laune“-Album geworden, dass auf keiner der demnächst ins Haus stehenden Grill-Parties fehlen sollte.  Weniger erfreulich sind dagegen die „Bonüsse“ ausgefallen, da „Unchained“ (VAN HALEN) und nochmals „Sin City“ in gar unrockigen Remix-Version derart verunstaltet wurden, dass dem traditionsbewussten Hardrocker beim „Genuss“ dieser Versionen schlichtweg die letzte Mahlzeit aus dem Gesicht fallen wird (was dann aber auch wieder ganz gut zu „den in Haus stehenden Grillparties“ passt, Andi).
Walter

ANUBIS GATE – Purification (Locomotive/Al!ve)
Bandname und Covermotiv sind der ägyptischen Mythologie entliehen. Anubis, dargestellt als Mensch mit dem Kopf eines Schakals, war dafür zuständig, die verlorenen Seelen durch die Unterwelt hin zum Königreich von Osiris zu begleiten. Hinter dem Decknamen ANUBIS GATE verbergen sich mehr oder minder bekannte Musiker der dänischen Metal-Szene um recht mystisch angehauchten Power Metal mit zahlreichen Prog-Einsprengsel zum Besten zu geben. Ins Leben gerufen wurde die Band vom ehemaligen INVOCATOR-Gitarristen   Jesper M. Jensen, der auf „Purification“ für Gitarren, Bass und Keyboards verantwortlich zeichnet. Ihm zur Seite stehen Morten Sörensen (D) und Torben Askholm, ein Mann dessen musikalische Vergangenheit leider in Vergessenheit geraten ist. Oder erinnert sich noch jemand daran, dass Torben bei PROPHETS OF DOOM am Mikro zu hören war (wahrscheinlich grad mal er selber, und net amoi des sicher... Andi)? Unterstützt von einigen Gastmusikern begab sich die Band ins Studio von Jacob Hansen, dem ehemaligen INVOCATOR-Mitstreiter von Jesper, um die insgesamt 10 Songs von „Purification“ einzuspielen. Wie schon erwähnt, passen die musikalische Darbietung und das Cover bzw. Bandname recht gut zusammen. Stilistisch sind ANUBIS GATE von der mystischen Atmosphäre her CRIMSON GLORY recht nahe. Ein Vergleich, der ja nicht gerade als Hohn zu betrachten ist. Rein musikalisch erinnert die Scheibe dazu noch ein wenig an die Frühwerke von EVERGREY, aber auch ICED EARTH zu Barlow-Zeiten klangen mitunter nicht unähnlich.  In der Hoffnung, dass es sich bei ANUBIS GATE nicht um ein „Eintagsprojekt“ handelt, verbleibe ich mit wärmsten Empfehlungen für „Purification“  an Fans aller genannten Bands.
Walter

MAR DE GRISES – The Tatterdemalion Express (Firebox/Twilight)
Fragt mich bitte nicht, was es mit dem Bandnamen auf sich hat und schon gar nicht, wohin der “Tatterdemalion Express” fährt. (Noch) habe ich keine Ahnung. Doch immerhin weiß ich, dass es sich um eine nicht gerade alltägliche Combo aus dem fernen Chile handelt. Die Musik des Quintetts zu beschreiben gestaltet sich als ebenso schwierig, da diese einfach zu mannigfaltig und vielschichtig ist, um ein klares Statement abgeben zu können. Der Opener „El Otro...“ ist ein elfminütiges Klangmonster geworden, dass bedrohlich aus den Boxen wabbert und den Zuhörer nicht zuletzt durch die guttural-klingende Stimme von Marcelo Rodriguez ins Doom-Nirvana verfrachtet. In weiterer Folge tönen aber auch recht verspielte, proggige Klänge aus den Boxen, die für Gänsehaut-Feeling sorgen um dann, nach gekonnten Breaks, abermals zu wahren Doom-Walzen zu mutieren. Gegen Ende hin wird mitunter sogar das Tempo verschärft, wobei aber speziell „Be Welcome Oh Hideous Hell“ (was´n Songtitel! Andi) wiederum klarstellt, dass Doom in seiner reinsten Form die Basis des Klangbildes von MAR DE GRISES ausmacht. Also ob „The Tatterdemalion Express „ nicht schon qualitativ hochwertig genug wäre, um der Band in Insiderkreisen zu Kult-Status zu verhelfen, eine weitere Tatsache sollte ebenfalls im Auge behalten werden. Wenn man sich noch dazu bewusst ist, dass die Band erst seit knapp vier Jahren existiert, kann man in der Tat davon ausgehen, dass hier eine große Hoffnung heranwächst.
Walter

WITHERING – Gospel Of Madness (Firebox/Twilight)
Das finnische Quartett WITHERING liefert mit “Gospel Of Madness” ein sogenanntes “Grenzgängeralbum” ab. Die Grenze zwischen Doom, Death und Gothic wird dabei einige Male überschritten. Generell kann den noch recht jungen Finnen bescheinigt werden, auf dieser Scheibe alles richtig gemacht zu haben. Mit ihrer mitunter recht düsteren Melange aus Doom und Death Metal, sowie dezenten Gothic-Anleihen treffen WITHERING zwar nicht unbedingt den „Zeitgeist“, was die Band aber höchstwahrscheinlich ebenso wenig kümmern wird wie meine Wenigkeit. Beim Hören von „Gospel Of Madness“ kamen mir immer wieder die ganz alten PARADISE LOST und AMORPHIS in den Sinn . Wenn es einmal ruppiger zur Sache geht, müssen unbedingt auch noch SENTENCED als Querverweis erwähnt werden. Also nicht gerade innovativ, was uns WITHERING anzubieten haben, dafür aber ungemein effektiv. Die Jungs sollten noch ein wenig an ihrer Eigenständigkeit arbeiten, die nötigen  handwerklichen Fähigkeiten sind aber bereits vorhanden.
Walter

SWALLOW THE SUN – The Morning Never Come (Firebox/Twilight)
Wenn die Sonne verschluckt wird, bedeckt endlose Dunkelheit die Erde (und Klein-Walter widmet sich wieder seinen Groschenromanen... Andi). Ebenso „verheißungsvoll“ wie dieses Horror-Szenario klingt auch die Musik dieser finnischen Formation. SWALLOW THE SUN zelebrieren Doom/Death-Metal in seiner ureigensten Form. Das Sextett aus dem hohen Norden vermag mit seinen in Richtung Grundwasser gestimmten Klampfen und dem mehr als nur gemächlichen Tempo bei Fans von Formationen wie den ganz alten MY DYING BRIDE oder THE GATHERING zu deren Frühphase mit Sicherheit für Jubelstimmung sorgen. Wenn das Tempo ab und zu „verschärft“ wird kommt der recht raukehlige Gesang von M. Kotamäki noch ein wenig besser zur Geltung. Jene Passagen erinnern mich ein klein wenig an SENTENCED zur „Amok“ - Phase. Durch recht geschickt eingestreute Breaks verstehen es SWALLOW THE SUN den Zuhörer immer wieder aus der drohenden Lethargie zu reißen. „The Morning Never Come“ wird in einschlägigen Fankreisen mit Sicherheit seine Anhänger finden, nervenschwächere Zeitgenossen sollten zur Sicherheit eine Vertrauensperson zum „Probegalopp“  mitnehmen, da mit „Nebenwirkungen“ zu rechnen ist.
Walter



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