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CDs
NAZCA The White Wheel (Brennus/Point)
Wo liegt die Insel La Reunion (ka Ahnung. Jedenfalls net im 2. Hieb, sonst
würd ich´s kennen. Andi)? Im indischen Ozean, in etwa 800 km
von Madagaskar entfernt und gute 200 km vor Mauritius. Mit einer Fläche
von ca. 2500 km2 ist die Vulkaninsel ungefähr so groß wie Vorarlberg
(danke, Herr Lehrer, danke! Andi). Woran denkt der Durchschnittseuropäer,
wenn der Name dieser Umgebung zur Sprache kommt? Urlaub, logisch. Woran
denken wir, wann immer wir nach irgendetwas gefragt werden? Auch logo:
Heavy Metal. Was will ich damit sagen (das würden wir dann schön
langsam auch gerne mal wissen... Andi)? Auch auf dieser französischen
Kolonie im indischen Ozean wird heftigst gerockt. Die von eben jenem Eiland
stammenden NAZCA konnten bereits mit ihrem Demo für Aufsehen im Untergrund
sorgen und haben nun mit Brennus ein französisches Label als Vertragspartner
(Brennus ist aber auch ein Super-Name für ein Label...
Andi). NAZCA gehen zwar traditionell hardrockig zur Sache, sind aber dennoch
auch schwer progressiv. Irgendwie erinnert mich The White Wheel
bei jedem Durchlauf an eine rockigere, weniger vertrackte Version von
THRESHOLD. Vermutlich liegt es daran, dass Sänger Blanc-Blanc einigermaßen
wie Andrew Macdermott in seinen jungen Jahren klingt. Die Scheibe ist
jedenfalls, Exotenbonus hin oder her, ein Prachtstück geworden und
sollte allen Freunden von melodiösen, hart rockenden, aber dennoch
einigermaßen abgedrehten Klängen munden.
Walter
CADAVERIA Far Away From Conformity (Scarlet/Point)
Bei dieser Band aus Italien hat offensichtlich die Sängerin mit dem
geschmackvollen Pseudonym Cadaveria das Sagen. Nach einem ebenfalls über
Scarlet veröffentlichtem Debüt namens The Shadows´
Madame kreuzt der Vierer nun abermals mit einer recht abgefahrenen
Mischung unterschiedlichster Stilelemente auf. Von herkömmlichen
Metal-Passagen über räudigen Thrash bis hin zu Death und Black
Metal haben die Italiener alles anzubieten, was der Metal so hergibt.
Der Gesang ist je nach Stimmung ebenfalls sehr unterschiedlich und erinnert
in den heftigeren Momenten an Sabina Classen. Abwechslung innerhalb einer
Scheibe ist ja immer etwas Feines, hier habe ich aber den Eindruck, dass
sich die Musiker scheinbar nicht wirklich auf einen Stil einigen konnten.
Von Hörgenuss kann dadurch nur bedingt gesprochen werden, da es recht
anstrengend ist, sich Far Away From Conformity am Stück
anzuhören.
Walter
MANIGANCE D´Un Autre Sang (NTS/Point)
Wie Bandname und Albumtitel bereits verraten, stammt das Sextett MANIGANCE
(dt : Intrige) aus Frankreich. Die Band existiert bereits seit längerer
Zeit und bereits eine Mini-CD namens Signe De Vie, sowie einen
Longplayer mit dem Titel Ange Ou Demon in Umlauf gebracht.
Auf ihrem aktuellen Werk tragen die Franzosen eine opulente Mischung aus
progressivem und melodiösem Metal vor, der kompetent vorgetragen
wird und durchaus zu Gefallen weiß. Sänger Didier Delsaux
passt mit seinem leicht rauen Organ (wie meinen?? Andi) geradezu optimal
zu Musik, wobei speziell die melodiösen Parts durch seinen Gesang
in französischer Sprache noch ein wenig ausdrucksstärker wirken.
Abgesehen vom eigenständigen Gesang könnte die ganze Angelegenheit
als Mischung aus härteren VANDEN PLAS, ANGRA und den PRETTY MAIDS
bezeichnet werden. Zur letztgenannten Band dürfte überhaupt
ein Nahverhältnis bestehen, denn als Zuckerl bekommt
der Fan einen Video-Track einer Coverversion von Future World
geboten, bei dem die Dänen als Gäste zu bewundern sind. Nach
dem es lange Jahre relativ ruhig war um die französische Metal-Szene,
scheinen nun wieder mehr und mehr Bands auch auf internationaler Ebene
Fuß fassen zu können. Mit D´Un Autre Sang,
was wörtlich übersetzt so viel bedeutet wie Aus anderem
Blut, sollte für diese Band der Grundstein für Anerkennung
und Lob weit über die Grenzen ihrer Heimat hinaus gelegt sein (nojo,
zumindest bis nach Katzelsdorf zu Dir ham´sas ja schon mal g´schafft...
Andi).
Walter
STEELHEART Wait (Z Records/Point)
Ehrlich gesagt dachte ich nicht mehr daran, jemals wieder etwas von STEELHEART
zu Gehör zu bekommen. Die offiziell in Europa erhältlichen Alben
Steelheart und Tangled In Rain haben doch schon
einige Jahre auf dem Buckel. Doch Mastermind Mike Matijevic hat sich über
die Jahre hinweg offenbar nicht von seiner Linie abbringen lassen, gute,
schwer melodiöse Rock-Scheiben zu veröffentlichen. Wait
ist allerdings nicht wirklich neu, sondern im Prinzip nur die, gegen Ende
des letzten Jahres veröffentlichte, offizielle Ausgabe für Europa
des bereits 1996 in Asien veröffentlichten Werkes gleichen Namens.
Im Gegensatz zu vergangenen Tagen bestehen STEELHEART im Grunde genommen
nur noch als Solo-Projekt von Herrn Matijevic, der aber zahlreiche Gastmusiker
zu den Aufnahmen ins Studio gebeten hat. Wait überzeugt
zum einem mit fast schon LED ZEPPELIN-mäßigen Flair, das vor
allem durch die Experimentierfreudigkeit, wie dem Einsatz von Streichern,
noch hervorgehoben wird. Die Basis ist aber nach wie vor Melodic Rock
geblieben. Über die Qualität des Gesangs bedarf es auch keiner
großen Worte, Mike zählt schon seit den Anfängen von STEELHEART
zu den schwer geschätzten Gesangsakrobaten im Melodic-Rock-Bereich.
Walter
MALEDICTION Esclave Du Vice (NTS/Point)
Nach einem Demo, einer in Eigenregie veröffentlichten Scheibe und
einem vielumjubelten Auftritt beim letztjährigen Keep It True-Festival
hat es das aus Nordfrankreich stammende Quartett MALEDICTION nun geschafft,
einen Plattendeal zu ergattern. Esclave Du Vice überzeugt
durch satten Power Metal, der immer wieder hart an der Grenze zum Speed
Metal ist. Das Tempo wird nur selten gedrosselt, und wenn, dann gibt man
sich gleich gefühlvoll-balladesk. Irgendwie fühle ich mich immer
wieder an alte, höchstwahrscheinlich längst vergessene Franzosen-Metaller
wie KILLERS, ADX oder SORTILEGE erinnert, was vor allem am Gesang von
Sylain Mollard liegen dürfte. MALEDICTION überzeugen schlicht
und ergreifend mit traditionellem Metal, der auch hierzulande seine Anhängerschaft
finden müsste (mit etwas Glück könnte diese sogar im zweistelligen
Bereich liegen... irgendwann mal, Andi).
Walter
BATTLEROAR Same (Omicron/Point)
Ein Cover, auf dem scharenweise Krieger abgebildet sind, die gerade feindliche
Reihen stürmen, wird der Zielgruppe wohl sofort ins Auge springen.
Auf der Innenseite des Booklets ist dann auch noch ein gepfählter
Kopf zu sehen - in der Tat sehr barbarisch (san sicher Italiener,
oder? Andi). Allerdings sind die Motive bloß gezeichnet, weshalb
der Eine oder Andere beim Anblick dieser Scheibe wahrscheinlich eher zum
Grinsen animiert wird (sag ich, ja, Italiener... Andi). Ein wahres
Frohlocken wird aber dem US Metal-Fanatiker entfleuchen, wenn er sich
erst einmal mit der Musik der Griechen (nojo, knapp daneben... aber nur
knapp, Andi) BATTLEROAR auseinander gesetzt hat. Vom Bandnamen angefangen,
über die Musik an sich und die Texte, bis hin zu einem Gastauftritt
von Kenny Powell an der Gitarre, scheinen sich die Hellenen nämlich
schwerst von OMEN inspiriert zu fühlen. Klar, Sänger Marco Concereggis
kann nicht ganz mit J.D. Kimball (RIP) mithalten, aber zur Musik passend
ist seine Darbietung auf jeden Fall. Egal, ob das Tempo forciert wird,
wie in Victorious Path oder eher episch vorgetragen wird,
wie in Egyptian Doom, BATTLEROAR sind mit ihrer Musik tief
in den 80iger Jahren verwurzelt und lassen dem Hörer keine andere
Wahl als unermüdlich das weise Haupt zu den Klängen dieses Debütalbums
zu schütteln.
Walter
CUATRO GATOS La Caja De Musica (Avispa/Point)
Vier Katzen, so die Übersetzung des Bandnamens (a supa...
Andi), aus Spanien, ziehen aus, um die Welt mit metallischen Klängen
zu erfreuen (originelle Idee; hatte zuvor noch nie wer. Andi). Dabei stellt
sich das Quintett(!!) durchaus geschickt an und überzeugt mit einer
Mischung aus europäischen Metal-Einflüssen (MAIDEN, HELLOWEEN),
britischen Prog-Elementen (ARENA, MARILLION) und vor allem reichlich amerikanisch-progressiv
getünchten Passagen (SYMPHONY X, DREAM THEATER). Durch die Erfahrung,
auf welche die Musiker durch jahrelanges Spielen in Bands wie BEETHOVEN
R (eher unspektakulärer Power Speed Metal mit klassischen Einflüssen)
oder SARATOGA (feiner Power Metal) zurückblicken können, ist
es kein Wunder, dass musikalisch wie kompositorisch alles im Lot ist.
Das Zusammenspiel von Keyboard und Gitarre ist wohldurchdacht und endet
im Kampf um die Führungsposition eindeutig unentschieden. Dazu kommt
der sehr rockige, dezent raue Gesang von Ivan Urbistondo, der vor allem
in den ruhigeren Momente so richtig überzeugen kann. Sound und Aufmachung
der Scheibe dürfen ebenfalls als gelungen betrachtet werden, weshalb
ich sehr hoffe, dass die Herren Musiker ein weiteres Album unter diesem
Banner veröffentlichen werden.
Walter
DISILLUSION Back To Times Of Splendor (Metal Blade/NSM)
Selten habe ich in letzter Zeit eine derart dramaturgisch durchdachte
und vorgetragene Scheibe gehört, großes Theater in Musikform
sozusagen. Die aus Leipzig stammende Band DISILLUSION, die noch vor zwei
Jahren mit ihrem Debüt The Porter den Underground erfreute,
konnte in Metal Blade einen Partner zur Veröffentlichung dieses Monumentalepos
gewinnen. Das Trio verarbeitet so unterschiedliche Einflüsse
wie vertrackte Death Metal Parts, Akustik-Breaks, progressive Versatzstücke
und klassischeEinsprengsel. In erster Linie ist Back To Times Of
Splendor aber die Intensität und der hohe Emotionsgehalt anzumerken.
Neben der opulenten, teilweise doch recht heftig vorgetragenen Musik,
sind es vor allem die immer wieder zu hörenden Cellisten, die aus
dieser Scheibe ein Album voller Emotionen und musikalischem Tiefgang werden
lassen, das bei jedem Durchlauf neue Facetten entdecken lässt, und
am Besten in intensiver Kopfhörerbeschallung wirkt. In der Tat Burgtheater-reif!
Walter
TORCHBEARER Yersinia Pestis (Metal Blade/NSM)
Die SLAYER-mäßige Spielzeit des Albums von knapp 37 Minuten,
in der immerhin 10 Songs zum Besten gegeben werden, lässt schon erste
Schlüsse auf das Tempo der Band zu. In der Tat, auf Yersinia
Pestis wird heftigst gebolzt, wobei vor allem aufgrund des Gesangs
die Grenze zwischen Thrash und Death Metal wieder einmal verwischt werden.
TORCHBEARER sind aus der Idee der Musiker Christian Älvestam (G)
und Henrik Schönström (D), beide bei INCAPACITY und SOLAR DAWN
mit von der Partie, entstanden. Weiters mit an Bord sind Göran Johansson
(G, SETHERIAL) und die beiden SATARIEL-Recken Pär Johansson (V) und
Mikael Degerman (B). Der Sensenmann auf dem Cover verheißt ebenso
nichts Gutes, wie die Songtitel an sich, als Beispiel sei nur Dead
Children, Black Rats genannt. Trotz des Tempos klingt die Scheibe
aber nicht unorganisiert oder gar chaotisch, was auch am ungemein druckvollen
Sound, den Jonas Kjellgren den Herrschaften gezaubert hat, liegen dürfte.
Walter
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