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März 2004

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NAZCA – The White Wheel (Brennus/Point)

Wo liegt die Insel La Reunion (ka Ahnung. Jedenfalls net im 2. Hieb, sonst würd ich´s kennen. Andi)? Im indischen Ozean, in etwa 800 km von Madagaskar entfernt und gute 200 km vor Mauritius. Mit einer Fläche von ca. 2500 km2 ist die Vulkaninsel ungefähr so groß wie Vorarlberg (danke, Herr Lehrer, danke! Andi). Woran denkt der Durchschnittseuropäer, wenn der Name dieser Umgebung zur Sprache kommt? Urlaub, logisch. Woran denken wir, wann immer wir nach irgendetwas gefragt werden? Auch logo: Heavy Metal. Was will ich damit sagen (das würden wir dann schön langsam auch gerne mal wissen... Andi)? Auch auf dieser französischen Kolonie im indischen Ozean wird heftigst gerockt. Die von eben jenem Eiland stammenden NAZCA konnten bereits mit ihrem Demo für Aufsehen im Untergrund sorgen und haben nun mit Brennus ein französisches Label als Vertragspartner („Brennus“ ist aber auch ein Super-Name für ein Label... Andi). NAZCA gehen zwar traditionell hardrockig zur Sache, sind aber dennoch auch schwer progressiv. Irgendwie erinnert mich „The White Wheel“ bei jedem Durchlauf an eine rockigere, weniger vertrackte Version von THRESHOLD. Vermutlich liegt es daran, dass Sänger Blanc-Blanc einigermaßen wie Andrew Macdermott in seinen jungen Jahren klingt. Die Scheibe ist jedenfalls, Exotenbonus hin oder her, ein Prachtstück geworden und sollte allen Freunden von melodiösen, hart rockenden, aber dennoch einigermaßen abgedrehten Klängen munden.
Walter
 
 
CADAVERIA – Far Away From Conformity (Scarlet/Point)
Bei dieser Band aus Italien hat offensichtlich die Sängerin mit dem geschmackvollen Pseudonym Cadaveria das Sagen. Nach einem ebenfalls über Scarlet veröffentlichtem Debüt namens „The Shadows´ Madame“ kreuzt der Vierer nun abermals mit einer recht abgefahrenen Mischung unterschiedlichster Stilelemente auf. Von herkömmlichen Metal-Passagen über räudigen Thrash bis hin zu Death und Black Metal haben die Italiener alles anzubieten, was der Metal so hergibt. Der Gesang ist je nach Stimmung ebenfalls sehr unterschiedlich und erinnert in den heftigeren Momenten an Sabina Classen. Abwechslung innerhalb einer Scheibe ist ja immer etwas Feines, hier habe ich aber den Eindruck, dass sich die Musiker scheinbar nicht wirklich auf einen Stil einigen konnten. Von Hörgenuss kann dadurch nur bedingt gesprochen werden, da es recht anstrengend ist, sich „Far Away From Conformity“ am Stück anzuhören.
Walter
 
 
MANIGANCE – D´Un Autre Sang (NTS/Point)
Wie Bandname und Albumtitel bereits verraten, stammt das Sextett MANIGANCE (dt : Intrige) aus Frankreich. Die Band existiert bereits seit längerer Zeit und bereits eine Mini-CD namens „Signe De Vie“, sowie einen Longplayer mit dem Titel „Ange Ou Demon“ in Umlauf gebracht. Auf ihrem aktuellen Werk tragen die Franzosen eine opulente Mischung aus progressivem und melodiösem Metal vor, der kompetent vorgetragen wird und durchaus zu Gefallen weiß. Sänger Didier Delsaux  passt mit seinem leicht rauen Organ (wie meinen?? Andi) geradezu optimal zu Musik, wobei speziell die melodiösen Parts durch seinen Gesang in französischer Sprache noch ein wenig ausdrucksstärker wirken. Abgesehen vom eigenständigen Gesang könnte die ganze Angelegenheit als Mischung aus härteren VANDEN PLAS, ANGRA und den PRETTY MAIDS bezeichnet werden. Zur letztgenannten  Band dürfte überhaupt ein Nahverhältnis bestehen, denn als „Zuckerl“ bekommt der Fan einen Video-Track einer Coverversion von „Future World“ geboten, bei dem die Dänen als Gäste zu bewundern sind. Nach dem es lange Jahre relativ ruhig war um die französische Metal-Szene, scheinen nun wieder mehr und mehr Bands auch auf internationaler Ebene Fuß fassen zu können. Mit „D´Un Autre Sang“, was wörtlich übersetzt so viel bedeutet wie „Aus anderem Blut“, sollte für diese Band der Grundstein für Anerkennung und Lob weit über die Grenzen ihrer Heimat hinaus gelegt sein (nojo, zumindest bis nach Katzelsdorf zu Dir ham´sas ja schon mal g´schafft... Andi).
Walter
 
 
STEELHEART – Wait (Z Records/Point)
Ehrlich gesagt dachte ich nicht mehr daran, jemals wieder etwas von STEELHEART zu Gehör zu bekommen. Die offiziell in Europa erhältlichen Alben „Steelheart“ und „Tangled In Rain“ haben doch schon einige Jahre auf dem Buckel. Doch Mastermind Mike Matijevic hat sich über die Jahre hinweg offenbar nicht von seiner Linie abbringen lassen, gute, schwer melodiöse Rock-Scheiben zu veröffentlichen. „Wait“ ist allerdings nicht wirklich neu, sondern im Prinzip nur die, gegen Ende des letzten Jahres veröffentlichte, offizielle Ausgabe für Europa des bereits 1996 in Asien veröffentlichten Werkes gleichen Namens. Im Gegensatz zu vergangenen Tagen bestehen STEELHEART im Grunde genommen nur noch als Solo-Projekt von Herrn Matijevic, der aber zahlreiche Gastmusiker zu den Aufnahmen ins Studio gebeten hat. „Wait“ überzeugt zum einem mit fast schon LED ZEPPELIN-mäßigen Flair, das vor allem durch die Experimentierfreudigkeit, wie dem Einsatz von Streichern, noch hervorgehoben wird. Die Basis ist aber nach wie vor Melodic Rock geblieben. Über die Qualität des Gesangs bedarf es auch keiner großen Worte, Mike zählt schon seit den Anfängen von STEELHEART zu den schwer geschätzten Gesangsakrobaten im Melodic-Rock-Bereich.
Walter
 
 
MALEDICTION – Esclave Du Vice (NTS/Point)
Nach einem Demo, einer in Eigenregie veröffentlichten Scheibe und einem vielumjubelten Auftritt beim letztjährigen “Keep It True“-Festival hat es das aus Nordfrankreich stammende Quartett MALEDICTION nun geschafft, einen Plattendeal zu ergattern. „Esclave Du Vice“ überzeugt durch satten Power Metal, der immer wieder hart an der Grenze zum Speed Metal ist. Das Tempo wird nur selten gedrosselt, und wenn, dann gibt man sich gleich gefühlvoll-balladesk. Irgendwie fühle ich mich immer wieder an alte, höchstwahrscheinlich längst vergessene Franzosen-Metaller wie KILLERS, ADX oder SORTILEGE erinnert, was vor allem am Gesang von Sylain Mollard liegen dürfte. MALEDICTION überzeugen schlicht und ergreifend mit traditionellem Metal, der auch hierzulande seine Anhängerschaft finden müsste (mit etwas Glück könnte diese sogar im zweistelligen Bereich liegen... irgendwann mal, Andi).
Walter
 
 
BATTLEROAR – Same (Omicron/Point)
Ein Cover, auf dem scharenweise Krieger abgebildet sind, die gerade feindliche Reihen stürmen, wird der Zielgruppe wohl sofort ins Auge springen. Auf der Innenseite des Booklets ist dann auch noch ein gepfählter Kopf zu sehen -  in der Tat sehr barbarisch (san sicher Italiener, oder? Andi). Allerdings sind die Motive bloß gezeichnet, weshalb der Eine oder Andere beim Anblick dieser Scheibe wahrscheinlich eher zum Grinsen animiert wird (sag ich, ja, Italiener... Andi).  Ein wahres Frohlocken wird aber dem US Metal-Fanatiker entfleuchen, wenn er sich erst einmal mit der Musik der Griechen (nojo, knapp daneben... aber nur knapp, Andi) BATTLEROAR auseinander gesetzt hat. Vom Bandnamen angefangen, über die Musik an sich und die Texte, bis hin zu einem Gastauftritt von Kenny Powell an der Gitarre, scheinen sich die Hellenen nämlich schwerst von OMEN inspiriert zu fühlen. Klar, Sänger Marco Concereggis kann nicht ganz mit J.D. Kimball (RIP) mithalten, aber zur Musik passend ist seine Darbietung auf jeden Fall. Egal, ob das Tempo forciert wird, wie in „Victorious Path“ oder eher episch vorgetragen wird, wie in „Egyptian Doom“, BATTLEROAR sind mit ihrer Musik tief in den 80iger Jahren verwurzelt und lassen dem Hörer keine andere Wahl als unermüdlich das weise Haupt zu den Klängen dieses Debütalbums zu schütteln.
Walter
 
 
CUATRO GATOS –  La Caja De Musica (Avispa/Point)

„Vier Katzen“, so die Übersetzung des Bandnamens (a supa... Andi), aus Spanien, ziehen aus, um die Welt mit metallischen Klängen zu erfreuen (originelle Idee; hatte zuvor noch nie wer. Andi). Dabei stellt sich das Quintett(!!) durchaus geschickt an und überzeugt mit einer Mischung aus europäischen Metal-Einflüssen (MAIDEN, HELLOWEEN), britischen Prog-Elementen (ARENA, MARILLION) und vor allem reichlich amerikanisch-progressiv getünchten Passagen (SYMPHONY X, DREAM THEATER). Durch die Erfahrung, auf welche die Musiker durch jahrelanges Spielen in Bands wie BEETHOVEN R (eher unspektakulärer Power Speed Metal mit klassischen Einflüssen) oder SARATOGA (feiner Power Metal) zurückblicken können, ist es kein Wunder, dass musikalisch wie kompositorisch alles im Lot ist. Das Zusammenspiel von Keyboard und Gitarre ist wohldurchdacht und endet im Kampf um die Führungsposition eindeutig unentschieden. Dazu kommt der sehr rockige, dezent raue Gesang von Ivan Urbistondo, der vor allem in den ruhigeren Momente so richtig überzeugen kann. Sound und Aufmachung der Scheibe dürfen ebenfalls als gelungen betrachtet werden, weshalb ich sehr hoffe, dass die Herren Musiker ein weiteres Album unter diesem Banner veröffentlichen werden.
Walter
 
 
DISILLUSION – Back To Times Of Splendor (Metal Blade/NSM)

Selten habe ich in letzter Zeit eine derart dramaturgisch durchdachte und vorgetragene Scheibe gehört, großes Theater in Musikform sozusagen. Die aus Leipzig stammende Band DISILLUSION, die noch vor zwei Jahren mit ihrem Debüt „The Porter“ den Underground erfreute, konnte in Metal Blade einen Partner zur Veröffentlichung dieses Monumentalepos gewinnen.  Das Trio verarbeitet so unterschiedliche Einflüsse wie vertrackte Death Metal Parts, Akustik-Breaks, progressive Versatzstücke und klassischeEinsprengsel. In erster Linie ist „Back To Times Of Splendor“ aber die Intensität und der hohe Emotionsgehalt anzumerken. Neben der opulenten, teilweise doch recht heftig vorgetragenen Musik, sind es vor allem die immer wieder zu hörenden Cellisten, die aus dieser Scheibe ein Album voller Emotionen und musikalischem Tiefgang werden lassen, das bei jedem Durchlauf neue Facetten entdecken lässt, und am Besten in intensiver Kopfhörerbeschallung wirkt. In der Tat Burgtheater-reif!
Walter
 
 
TORCHBEARER – Yersinia Pestis (Metal Blade/NSM)
Die SLAYER-mäßige Spielzeit des Albums von knapp 37 Minuten, in der immerhin 10 Songs zum Besten gegeben werden, lässt schon erste Schlüsse auf das Tempo der Band zu. In der Tat, auf „Yersinia Pestis“ wird heftigst gebolzt, wobei vor allem aufgrund des Gesangs die Grenze zwischen Thrash und Death Metal wieder einmal verwischt werden. TORCHBEARER sind aus der Idee der Musiker Christian Älvestam (G) und Henrik Schönström (D), beide bei INCAPACITY und SOLAR DAWN mit von der Partie, entstanden. Weiters mit an Bord sind Göran Johansson (G, SETHERIAL) und die beiden SATARIEL-Recken Pär Johansson (V) und Mikael Degerman (B). Der Sensenmann auf dem Cover verheißt ebenso nichts Gutes, wie die Songtitel an sich, als Beispiel sei nur  „Dead Children, Black Rats“ genannt. Trotz des Tempos klingt die Scheibe aber nicht unorganisiert oder gar chaotisch, was auch am ungemein druckvollen Sound, den Jonas Kjellgren den Herrschaften gezaubert hat, liegen dürfte.
Walter



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