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CDs
KNIGHT AREA The Sun Also Rises (The Laser´s
Edge/Musica)
Das amerikanische Label The Laser´s Edge ist ja für nicht gerade
alltägliche Klänge bekannt. Immer wieder verblüffen uns
die Amis auch mit europäischen Formationen, die hier kein Mensch
entdeckt und die dadurch unbekannt bleiben. Erst vor wenigen Monaten schafften
es die Ungarn NEMESIS so, mich voll und ganz zu überzeugen. Anfang
des Jahres 2004 schickt man nun mit KNIGHT AREA eine niederländische
Formation ins Rennen. Mit Ritterhymnen oder ähnlichen Schlachtgesängen
hat diese Band entgegen den Erwartungen auf Grund des Bandnamens aber
nichts am Hut. Die aus insgesamt 11 Musikern bestehende Formation, deren
Kern im Prinzip das Brüderpaar Gerben (K,D) und Joop (Flöte)
Klazinga ausmacht, ist in wesentlich gemäßigteren, situierteren
musikalischen Gefilden beheimatet. Die Niederländer orientieren sich
ein wenig an Größen des Prog Rocks, wobei mir sowohl englische
Helden wie MARILLION, IQ oder ältere GENESIS, wie auch amerikanische
Proggies vom Schlage SPOCK`S BEARD in den Sinn kommen. Immer wieder werden
auch sehr symphonische Elemente in den Gesamtsound eingebracht, wodurch
KNIGHT AREA besondere Spannungselemente aufbauen. Trotz aller Prog-Anleihen
und opulenter Instrumentierung schaffen es die Herrschaften aber, ihre
Kompositionen relativ kurz zu halten. Welche Proggies schaffen es schon,
innerhalb von fünf Minuten fertig zu sein und dennoch
einen fein konzipierten Song abzuliefern? Die knapp zwei Jahre,
die nötig waren um The Sun Also Rises fertig zustellen,
haben sich bezahlt gemacht.
Walter
GLASS HAMMER Shadowlands (Aurion/Justforkicks)
Es ist immer wieder erstaunlich, welche Perlen unterschiedlichster musikalischer
Ausrichtung im Underground zu finden sind. Erwähnenswert aus der
Prog-Ecke sind in jedem Fall die Amis GLASS HAMMER. Die Band existiert
bereits seit 1992 und hat mittlerweile auch schon sieben Alben veröffentlicht,
die aber kaum eine Menschenseele kennt. Daran sollte sich aber mit ihrem
aktuellen Werk Shadowlands etwas ändern, denn der noch
recht neue, aber ungemein aktive deutsche Vertrieb und Mailorder Just
For Kicks Music (www.justforkicks.de) kümmert sich ab sofort um die
Belange der Band hier in Europa. So spröde und zerbrechlich
der Name auch klingen mag, die Kompositionen klingen durchaus standfest.
Die langjährige Erfahrung ist den Musikern anzumerken. Die Initiatoren
namens Fred Schendel (V, G,K ,D) und Steve Babb (B, K) verstehen ihr Handwerk
vorzüglich und auch die ihnen zur Seite stehenden Vokalisten Walter
Moore, Sarah Snyder und Susie Bogdaowicz fallen im Vergleich nicht ab.
Die insgesamt fünf vorgetragenen Prog-Epen verzaubern den Zuhörer
geradezu mit vorzüglichen Arrangements, wobei vor allem die immer
wieder eingesetzten mehrstimmigen Gesangspassagen für Gänsehaut
sorgen. Shadowlands ist ein rundum schönes Werk, bei
dem trotz vermutlich geringem Budget auch der Sound und vor allem das
von Travis Smith entworfene Cover gelungen sind.
Walter
MELODINE Out Of Your Hands (Atenzia/Musica)
Ich dachte zunächst, dass es sich hier um ein Solo-Projekt handelt.
Evan Frankfort, die treibende Kraft hinter MELODINE, tritt nämlich
nicht nur als Sänger und Songwriter in Erscheinung, sondern auch
als Produzent. Wie auch immer, MELODINE werden als Band betrachtet; soll
uns auch recht sein. Als solche konnte man bereits 2001 ein Werk namens
Appreciation in Umlauf bringen. Out Of Your Hands
ist eine Gratwanderung zwischen herkömmlichem, aber recht rockigem
Pop und Gitarrenrock geworden. Ab und zu klingt die Sache nach Brit Pop,
wobei hier die Grenze zwischen Pop und Rock ohnehin noch nie wirklich
ganz deutlich zu erkennen war. Radiotauglich sind die Kompositionen allesamt,
wenn auch die für einen Hit zwingenden Melodien fehlen.
Für den herkömmlichen Popmusikkonsument sind MELODINE wahrscheinlich
zu heftig, während der Hardrocker die Scheibe eher gegen Schlafstörungen
verwenden wird.
Walter
INNERSELF Emotional Disorder (Locomotive/NSM)
Auf der vor kurzem zu Ende gegangenen Tour von GRAVE DIGGER durch Spanien
hatten INNERSELF die Ehre, im Vorprogramm auftreten zu dürfen. Dadurch
wird die Band ihren Status in der Heimat mit Sicherheit noch weiter ausbauen
können. In unseren Breitengraden sind INNERSELF aber noch unbekannt,
was auch nicht verwundert, denn bei Emotional Disorder handelt
es sich um das Debüt dieser erst seit 2001 existierenden Band. Das
Quintett präsentiert uns recht gefälligen Power Metal, der dezent
thrashig klingt und vor allem aufgrund der Schrubb-Gitarren
ab und zu an die Frühwerke von MORGANA LEFAY erinnert. Die Stimme
von Fernando Mateos ist relativ rau und tief, im Stimmumfang allerdings
einigermaßen limitiert, weshalb den Songs auf Dauer auch ein wenig
mehr musikalische Abwechslung gut getan hätte. In den Ansätzen
kann man der Band aber durchaus Potential bescheinigen und da dies erst
der Anfang einer musikalische Karriere ist, sehe ich kein Problem genanntes
Manko schon beim nächsten Album verbessert präsentiert zu bekommen.
Walter
DEACON STREET PROJECT Same (AOR Heaven/Musica)
Hinter diesem Projekt verbirgt sich einmal mehr eine Kooperation diverser
Musiker, die ihren Überschuss an musikalischer Kreativität nicht
verbergen wollen. Das ist auch gut so, denn schon häufig wurden wir
durch Projekte erst so richtig auf bestimmte Musiker bzw. Bands aufmerksam.
Bei DEACON STREET PROJECT haben wir es mit der Liasion Tony Denander (G,
u.a. RADIOACTIVE) und Chris Demming (V, AOR) zu tun. So ganz nebenbei
konnten, neben anderen, die Herren Marcel Jacob, Jeff Northrup und Lars
Chriss zur Mitarbeit überredet werden - klingende Namen, die keiner
weiteren Erklärung bedürfen. Mit AOR Heaven fand sich auch das
zur Musik passende Label, denn wer sich nach Songtitel wie Before
I Loved Just You oder Love Got A Hold On Me noch immer
nicht ganz im Klaren ist, welche stilistische Bandbreite hier geboten
wird, dem sei durch das Label geholfen. Als Vergleiche fallen mir immer
wieder JOURNEY oder GIANT ein, wobei deren musikalische Klasse (hä?
Andi) aber nicht ganz erreicht wird. Für den hoffentlich demnächst
kommenden Frühling ist dieses Album aber schon einmal die optimale
musikalische Einstimmung.
Walter
GRIP INC. Incorporated (Steamhammer/edel)
>>> Interview
Es hat ja reichlich lange gedauert, bis uns die deutsch-amerikanische
Thrash Metal-Formation GRIP INC. endlich wieder mit einem neuen Album
erfreuen konnte. Warum, weshalb und weitere Infos zur neuen Scheibe lest
Ihr im INTERVIEW, das uns Waldemar Sorychta gegeben hat. „Incorporated“
entstand zwar unter recht üblen Vorrausetzungen, lebt aber im Endeffekt
dennoch nicht nur von purer Aggression. Dafür sind die in der Band involvierten
Musiker (Waldemar Sorychta (G), Dave Lombardo (D) und Gus Chambers (V))
technisch zu versiert und offensichtlich auch als Songwriter zu begnadet.
An Ideen mangelte es der Band beim Songwriting nämlich überhaupt nicht.
Viel eher besteht die Gefahr, dass die Scheibe bei traditionell veranlagten
Thrashern für Probleme sorgen könnte. Neben einer schwer modern donnernden
Produktion sind nämlich auch Elektronik-Einsprengsel und gar Industrial-angelehnte
Passagen zu vernehmen. Zum Glück ist die Basis des Werkes aber immer noch
heftigster Thrash. Was uns die Herren in ihren Texten zu vermitteln versuchen,
ist mitunter (logischerweise, wer die Entstehungsgeschichte kennt) fast
schon mit punkiger Attitüde gleichzusetzen. Mir fallen auf Anhieb nur
die längst verblichenen Thrasher SACRED REICH ein, die auf ähnliche Weise
politische Missstände aufgezeigt haben. Aber dieser Vergleich bezieht
sich nur auf die Songtexte, denn musikalisch sind GRIP INC. eigenständig
genug, um mit dieser Scheibe wieder einmal aus der Masse herauszuragen.
Walter
AFTER FOREVER Exordium (Transmission/Musica)
Diese Niederländer sollten in Prog-Kreisen genau so bekannt sein wie bei
Freunden von gothisch angehauchten Klängen. Das Mikro schwingt hier mit
Floor Jansen eine der begnadetsten Sängerin Europas. Nicht umsonst hat
Arjen Lucassen sie immer wieder auf seiner Gästeliste, wenn es darum geht,
ein neues AYREON-Werk einzuspielen. Mit jener Art von Musik haben AFTER
FOREVER aber weniger gemeinsam. Die vorliegende Mini-CD, die jedoch als
Special-Edition noch eine DVD enthält, soll zeigen, in welche Richtung
die Musik der Niederländer in Zukunft gehen wird. Nach einem Instrumental
als Opener werden zunächst die Gothic-Freunde mit „Beneath“ erfreut. Das
folgende „My Choice“ entpuppt sich als relativ kitschige Ballade, die
aber dennoch im Stande ist Gänsehaut zu erzeugen. Wesentlich heftiger
geht es dann bei „Gloryfing Means“ zur Sache, was auch am abwechselnden
Gesang zwischen der Engelsstimme von Floor und dem derb-aggressiven Shouting
von Sander Gomanns, dem Gitarristen der Band, liegt. In weiterer Folge
wird mit „The Evil That Men Do“ ein Metal-Klassiker (nojo... Andi). vorgetragen.
Die AFTER FOREVER Version des alten MAIDEN-Schinkens ist zwar durchaus
geglückt, aber auch nicht unbedingt umwerfend. Mit „One Day I´ll Fly Away“
von Randy Crawford versuchen sich AFTER FOREVER auch noch an einer Pop-Nummer,
die ich aber im Original nicht kenne, weshalb mir ein Vergleich nicht
möglich ist. Generell passt aber auch diese Nummer recht gut zur Formation.
Ich denke, wir werden in Zukunft noch abwechslungsreichere Songs von den
Niederländern aufgetischt bekommen. Warten wir erst einmal die demnächst
erscheinende CD ab.
Walter
SHUGAAZER Shift (Atenzia/Musica)
Nicht ganz meine Welt, die Musik von SHUGAAZER. Aber die Amis rund um
den ehemaligen DANGER DANGER-Sänger Paul Laine haben durchaus das Zeug
im Pop/Rock-Bereich für Furore zu sorgen. Zwar weiß ich nicht, ob klischeefreier
Gitarrenrock seinen Sendeplatz in den bekannteren Radiostationen bekommen
wird, für Rock-orientierte Sender muss diese Band aber doch von Interesse
sein. Mit ihrer Mischung aus weniger rauen NICKELBACK-Gesängen, erdigen
Gitarren, die jedoch eher unverzerrt gespielt werden und einer Prise Brit-Pop,
lassen sich mit Sicherheit jene Fangruppen erschließen, die nicht zwingend
METAL zum Frühstück serviert bekommen müssen, aber auch vom Pseudo-Punk
der Konsorten wie SUM 41 die Schnauze voll haben.
Walter
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