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CDs
AXEL RUDI PELL - Kings And Queens (SPV/edel)
Eine CD - Zwei Meinungen: Alle Jahre wieder ein neues Scheibchen vom bekennenden
Ritchie Blackmor- Verehrer A.R. Pell. Es scheint als wäre die Zeit stehen
geblieben. Kann es sein, dass dieser Herr seit Jahren das gleiche Album
mit ständig wechselnden Covers veröffentlicht?! Hier wird aber wirklich
keinen Millimeter von der vor langen Jahren eingeschlagenen und stur verfolgten
musikalischen Linie abgewichen. Das Songwriting ist genauso originell
wie der Albumtitel "Kings And Queens". Nämlich überhaupt nicht. Auch was
die hochtoupierte Haarpracht (Pracht, na ja?!) betrifft, fühlt man sich
in die von Haarspray verseuchten Achtziger zurückversetzt. Handwerklich
gibt`s eigentlich nicht wirklich etwas zu bemängeln. Das Line up mit Johnny
Gioeli (voc.), Ferdy Doernberg (key.), Volker Krawcsek (b. - ok, den kenn
ich nicht (er Di a net, Andi)) und dem nun fix bei Rage engagierten Mike
Terrana (dr.) spricht eigentlich für sich. Pell & Co lassen die Musik
der frühen Rainbow / Deep Purple in makelloser Manier wieder aufleben.
So authentisch klingt Hr. Blackmore heutzutage nicht mal mehr selbst.
Für unverbesserliche Nostalgiker sicher ganz ok. Überraschungen darf man
allerdings keine erwarten.
Ger-Hard
Auch auf seinem mittlerweile
zehnten Studioalbum (die zwei Balladensampler nicht mitgerechnet) weicht
der deutsche Gitarrist Axel Rudi Pell keinen Millimeter von seinem Stil
ab. Noch immer offeriert er uns die alte schwer Blackmore-lastige Schule.
Dabei variiert er nebst prominenter Mannschaft, bestehend aus Andi´s Lieblingsschlagzeuger
Mike Terrana, seinem ehemaligen STEELER-Gefährten Volker Krawczak am Bass,
Ferdy Doernberg (ROUGH SILK) an den Tasten und Sangeswunder Jonny Gioeli,
das Tempo von hurtig bis zu balladesk. Weiters trägt Pell sein Liedgut
ab und an gekonnt episch vor und schafft es trotz offensichtlich mangelnder
Innovation seine Fans in Verzückung zu versetzen. Warum das so ist, lässt
sich kurz und bündig erklären. Seine Fans sind zufrieden mit dem, was
sie haben und wollen auch bestimmt keine Experimente von Herrn Pell zu
Gehör bekommen. Ob sich mit dieser Vorgangsweise jedoch neue Fankreise
erschließen lassen, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass Axel Rudi PELL
weiß, wie man in diesem Metier Songs verfasst und präsentiert.
Walter
UFO - You Are Here (SPV/edel)
Und das Besetzungskarussell dreht sich unablässig weiter. Primadonna Michael
Schenker hat UFO wieder einmal den Rücken gekehrt. Von der Ur-Besatzung
sind nur mehr die alten Haudegen Phil Mogg, Pete Way und Paul Raymond
übergeblieben. Als Neuzugänge hat man Flitzefinger Vinnie Moore und Jason
Bonham, den Sohn des legendären Led Zeppelin Drummers, an Bord geholt.
Und diese Blutauffrischung hat der angeschlagenen Mannschaft hörbar gut
getan. Eines ist klar, der Hardrock wird hier nicht neu erfunden. Ist
auch gar nicht nötig. UFO haben dieses Genre jahrzehntelang mitbestimmt.
Deshalb schert man sich auch einen Dreck um Trends und Charts. Auf "You
Are Here" serviert man uns eine gelungene Mischung aus deftigen Rockern
und Midtempo-Nummern, die man mit einer kleinen Prise Blues mundgerecht
aufbereitet hat. Das ist Hardrock der Güteklasse 1A! Sowohl was das Songwriting
als auch die musikalischen Fähigkeiten betrifft, schaffen es UFO mühelos,
an glorreiche alte Zeiten anzuknüpfen. Und Phil Mogg drückt den Songs
mit seiner unverwechselbaren Stimme noch immer den Stempel der Einzigartigkeit
auf. Sicher, Ohrwürmer wie "Rock Bottom" oder "Doctor Doctor" schreibt
man halt nur einmal im Leben. Aber "Call Me", "Mr. Freeze" oder "Jelloman"
sind auch nicht von schlechten Eltern. Für Liebhaber klassischen Hardrocks
eigentlich ein Pflichtkauf.
Ger-Hard
LOUDER THAN THE DRAGON The Essential Of Limb Music (LMP/edel)
Ob ein Firmenjubiläum der Grund für diesen Sampler ist, entzieht sich
meiner Kenntnis. Im Endeffekt ist es aber auch relativ egal, weshalb das
Teil veröffentlicht wird. Tatsache ist, dass Limb Music mit diesem Sampler
dem erlauchten Fankreis zahlreiche Highlights, die vielleicht schon wieder
ein wenig in Vergessenheit geraten sind, neuerlich ans Herz legen. Für
jene Zeitgenossen, denen dieses deutsche Label bisher noch nicht aufgefallen
ist, sei hier in kurzen Worten mitgeteilt, was ihnen durch ihre Unkenntnis
entgeht. LMP veröffentlichen in regelmäßigen Abständen Scheiben in allen
Stilformen des Power Metal, wobei hauptsächlich Werke mit viel Melodie
auf die Menschheit losgelassen werden. Völlig wertungsfrei kommen auf
dieser Doppel-CD, die noch dazu als "Nice Price"-Veröffentlichung in die
Läden kommt, so ziemlich alle Highlights des bisherigen Schaffens dieses
Labels in alphabetischer Reihenfolge zum Zug. Begonnen bei den australischen
Prog Power Helden BLACK MAJESTY, über die nicht mehr unter Vertrag stehenden
RHAPSODY, bis hin zu den amerikanischen Power Metal Kalibern ZANDELLE
reicht die Palette. Besonders erwähnenswert erscheinen mir die Beiträge
von INNER WISH und MAGIC KINGDOM, da die CDs dieser beiden Bands erst
in ein paar Wochen auf den Markt kommen werden. Aber schon diese beiden
Songs lassen auch in Zukunft nur feinstes Kulturgut aus dem Hause LMP
erwarten.
Walter
CRIMINAL No Gods No Masters (Metal Blade/NSM)
Auch mit ihrer mittlerweile vierten Veröffentlichung verabreichen uns
die mittlerweile nach England ausgewanderten Chilenen CRIMINAL rund um
Mastermind, Sänger und Gitarristen Andreas Reisenegger wieder eine aufs
Maul. Der noch auf dem Vorgänger "Cancer" aus dem Jahre 2000 fabrizierte,
eher traditionelle Thrash Metal wurde mit einem zeitgemäßen, modernem
Anstrich versehen, weshalb "No Gods No Masters" mitunter Elemente aufweist,
die für europäischen Industrial nicht untypisch sind. Besonders auffällig
an der Scheibe ist die, nicht zuletzt durch die massive Produktion entstandene,
"Kälte", die CRIMINAL in ihren Songs versprühen. Der harsche Klang der
einzelnen Instrumente kommt so noch ein wenig besser zum Tragen und auch
die nicht gerade lebensbejahenden Texte tragen dazu bei dieses Album als
wahre Brachialgewalt zu bezeichnen. Perfekt in Szene gesetzt werden die
lyrischen Ergüsse vom rauen Organ des Herrn Reisenegger, der mit dieser
musikgewordenen Brutalität mit Sicherheit zahlreiche Fans dazugewinnen
können wird.
Walter
LOS SUAVES Si Yo Fuera Dios (Locomotive/NSM)
Ob und wieviele Kinder auf dieser Welt Ian «Lemmy» Kilmister als Vater
in ihren Geburtsurkunden eingetragen haben, weiß ich nicht. Sollte ein
Gerücht im Umlauf sein, Lemmy hätte auch in Spanien für Nachwuchs gesorgt,
könnte es sich im vorliegenden Fall tatsächlich um einen seiner Söhne
handeln. Der Junior hört auf den Namen Yosi, und ist, wie der Vater, Frontmann
einer Band. Yosi nennt sich jedenfalls der Sänger von LOS SUAVES und klingt,
um meine Einleitung zu einem Ende zu bringen, sehr stark nach der Rockikone
Lemmy. Allerdings existiert seine Band LOS SUAVES bereits seit gut 25
Jahren und ist auf der iberischen Halbinsel zu einer Institution geworden.
Nicht umsonst wird die Band auch als spanische Antwort auf MOTÖRHEAD bezeichnet
(des braucht wer... Andi). Im Gegensatz zum Original erklingen die Songs
von LOS SUAVES aber eine Ecke melodiöser, was nicht zuletzt an der spanischen
Gesangsdarbietung liegen dürfte. Dadurch wird "Si Yo Fuera Dios" allerdings
nur noch interessanter, und Songs wie "Ojos" oder der Titeltrack sollten
(MOTÖR)Headbanger allerorts erfreuen!
Walter
DOMINE - Emperor Of The Black
Runes (Dragonheart/NSM)
DOMINE hatten schon immer so etwas wie eine Vormachtstellung innerhalb
der italienischen Metal-Szene inne. Zu recht, meine ich. Das Quintett
existiert bereits seit gut 20 Jahren und hat neben zahlreichen Demos mittlerweile
auch schon vier Alben, die aktuelle Veröffentlichung miteingerechnet,
in Umlauf gebracht. Der epische Power Metal, den DOMINE zelebrieren, mag
zwar nicht unbedingt Sache eines Jeden sein (vor allem nicht eines Andis....
Andi), allerdings sollten Verehrer der älteren MANOWAR oder VIRGIN STEELE
die Formation einmal genauer unter die Lupe nehmen. Von diesen Einflussquellen
abgesehen, ist die Basis des Sounds der Italiener ist immer noch jene
Musik, die wir als NWOBHM verehren. Ältere MAIDEN oder SAXON sind ebenfalls
heraus zu hören. Im Vergleich zu den Vorgängerwerken fällt auf, dass DOMINE
auf "Emperor Of The Black Runes" noch mehr Power in ihre Songs verfrachten
konnten als bisher. "Battle Gods" sei stellvertretend für diese Seite
der Band genannt. Gleichzeitig sind aber die epischen Kompositionen noch
getragener geworden. Das sechsteilige "The Aquilonia Suite Part I" kann
in Zukunft wohl als Referenzwerk dieses Genres betrachtet werden. Da die
Herrschaften aber ab und zu auch über den metallischen Tellerrand hinausschauen,
lassen sich in "The Forest Of Light" sogar folkloristische Elemente im
Stile älterer JETHRO TULL entdecken. In Italien sind DOMINE längst zu
Superstars ernannt worden. Es ist an der Zeit, auch außerhalb der Landesgrenzen
richtig Fuß fassen zu können, was mit diesem Album durchaus möglich sein
sollte.
Walter
MOLLY HATCHET 25 Th Anniversary
(Best Of Re-Recorded) (SPV/edel)
Mittlerweile ist es ja keine Seltenheit mehr, einen Bandgeburtstag mit
einem neuen Album zu feiern. Auch die Neuaufnahme älterer Bandklassiker
anlässlich eines Jubiläums ist nicht gerade innovativ. Nichtsdestotrotz
muss diese Compilation aus dem Lager der Southern Rock Legende MOLLY HATCHET
Erwähnung finden. In erster Linie ist das Album als Dank für die langjährige
Treue der Fans gedacht, denn die Amis zählten wohl noch nie zu jener Kategorie
Künstler, die in erster Linie Musik für sich selbst komponiert haben.
Genauso bodenständig wie die Typen selbst waren, ist und wird, auf ewige
Zeiten auch der harte Südstaaten-Rock dieser Band klingen. Deshalb sollte
der Dank der Fans an die Band zurück gehen, MOLLY HATCHET haben über 25
Jahre ihre Anhänger nie enttäuscht und schaffen es, wie das Album, ihre
Karrierehighlights auch nach so langer Zeit nicht nur perfekt zu intonieren,
sondern keineswegs antiquiert zu klingen. Auf die nächsten 25 Jahre, meine
Herrschaften (des geht se nimma aus, Andi)!
Walter
HATESPHERE Something Old, Something
New, Something Borrowed, Something Black (Scarlet/Point) Das
dänische Quintett HATESPHERE legt uns nach zwei Veröffentlichungen (zuvor
gab es bereits drei Scheibletten unter dem alten Bandnamen NECROSIS) nun
also eine Art "Zwischenspiel” in die Läden, dessen Titel "Something Old,
Something New, Something Borrowed, Something Black" bereits Rückschlüsse
über die Songzusammenstellung gibt. Nach einem neuen Song namens "Release
The Pain", offerieren uns die Dänen in Form von "Bark At The Moon" und
"Caught In A Mosh" zwei "ausgeborgte" Nummern, von denen Erstgenanntes
trotz heftigster Verunglimpfung als gelungen durchgehen kann. Bei der
ANTHRAX-Nummer haben sie sich jedoch zu sehr am Original orientiert, weshalb
die Sache auch nicht ganz so originell ausgefallen ist. Die weiters als
Live-Versionen vertretenen Songs "Lowlife Vendetta", "Plague", "Bloodsoil"
und Hate" stellen einmal mehr unter Beweis, dass diese Dänen mit zum Besten
gehören, was in der Grauzone zwischen Brutalo-Thrash und Death Metal im
Moment zu haben ist. Ich hoffe, dass Label bietet diese Mini-CD auch zu
einem vertretbaren Preis an, denn ansonsten könnte es gut sein, dass hier
ein Ladenhüter heranwächst.
Walter
MISTER KITE Box Of Fear (Lion/Musica)
Heutzutage passiert es leider immer öfter, dass einem Bands unter der
Bezeichnung "Hardrock" verkauft werden, obwohl die Musik mit dem, was
alteingesessene Freaks darunter verstehen, nicht wirklich viel gemeinsam
hat. Eine Formation, die es meinem Dafürhalten nach perfekt versteht,
auch anno 2004 Hardrock abzuliefern und dabei dennoch dieser Musik einen
zeitgemäßen Touch zu geben, nennt sich MISTER KITE und kommt aus Schweden.
Erst vor kurzem kam ich zum ersten mal mit der Musik dieser Knaben in
Kontakt, wurde doch knapp vor diesem Album auch einen Single veröffentlicht.
Trotz des erst kurzen Bestehens der Band und der Tatsache, dass "Box Of
Fear" erst den zweiten Silberling des Quintetts darstellt, überzeugen
Songs wie "How Long", "Do Your Worst", oder die Singleauskopplung "The
Hunger" durch harmonische Gesangsparts, perfekt vorgetragene Instrumentalpassagen
und vor allem durch interessant und spannend aufgebaute Songs an sich.
Die Produktion, die recht trocken und "schlagkräftig" geworden ist, weiß
ebenso zu überzeugen. Wer seine Rock noch immer sehr hart liebt, wird
mit MISTER KITE so richtig bedient.
Walter
FLESHCRAWL Made Of Flesh (Metal
Blade/NSM)
Zu einer Institution im Todesmetall hat sich die deutsche Formation FLESHCRAWL
in ihrer fast 15jährigen Bandgeschichte entwickelt. Diese Tatsache würde
ich zunächst vor allem einmal auf das Durchhaltevermögen der Herrschaften
zurückführen, aber auch auf ihre Stiltreue. Der Fan weiß, was ihn erwartet,
wenn er sich ein neues Werk der Band zulegt. Bemerkenswert und die Karriere
fördernd war mit Sicherheit auch die Bühnenpräsenz der Jungs, denn beispielsweise
im Jahre 2002, als der Vorgänger "Soulskinner" erst kurz veröffentlicht
war, legten sich FLESHCRAWL richtig ins Zeug um diese Scheibe auch gut
zu promoten. Nach einer Tour mit BOLT THROWER und BENEDICTION in Europa
folgten einige Einzelgigs und Festivalauftritte, bevor man die Ehre hatte.
zusammen mit HYPOCRISY nach Japan zu jetten. um dort aufzuspielen. Im
letzten Jahr dagegen zog es die Band vor sich im Studio, respektive dem
Proberaum, zu verschanzen um ein famosen neues Album auf den Markt zu
bringen. (oder war doch die Leber jedes Musiker zu sehr in Mitleidenschaft
gezogen worden?, schließlich waren sie mit HYPOCRISY unterwegs...) Dieses
neue Album nennt "Made Of Flesh" und kann schon einmal optisch voll überzeugen.
Aber auch der Inhalt weiß zu gefallen. Logisch, dass uns die Herren, wie
gewohnt, schwedisch tönenden Death Metal offerieren, aber mit einem "Hit"
wie "Flesh Bloody Flesh" haben wohl die Wenigsten gerechnet. Dieser Song
hat das Zeug zum Abräumer in einschlägigen Clubs zu werden. Betont heftig
gehen die Gitarristen zu Werke, Sänger Sven Gross passt sich den gen Keller
gestimmten Klampfen an und auch die Rhythmusabteilung kann mithalten.
Scheinbar haben sich FLESHCRAWL ausreichend regeneriert, denn schon sehr
bald geht es wieder auf Tour.
Walter
CANNIBAL CORPSE The Wretched Spawn (Metal Blade/NSM)
Es bedarf wohl kaum einer Einleitung, um die Band vorzustellen. CANNIBAL
CORPSE wurden erst kürzlich dafür ausgezeichnet, dass sie alle ihre bisher
veröffentlichten Alben zusammen eine Million mal an die Dame bzw. den
Herren gebracht haben. Solche Verkaufszahlen sind für derart extreme Musik
wohl eine Ausnahmeerscheinung. Das leidige Thema "Zensur" hat sich meiner
Meinung nach ungemein positiv ausgewirkt. Zum einen, weil zahlreiche,
jüngere Metaller erst dadurch auf die Band aufmerksam gemacht wurden,
zum anderen weil wahrscheinlich in keiner anderen Musikrichtung die Fans
derart viel von Loyalität halten, wie im METAL. Wie auch immer, Tatsache
ist, dass die fünf Amis auch mit "The Wretched Spawn" reussieren werden
können. Das Gitarrenduo Pat O´Brien und Jack Owen brilliert einmal mehr
an den Saiten. Egal mit welchem Affenzahn der jeweilige Song vorgetragen
wird, immer wieder schaffen es die Beiden, ungemein präzise Riffattacken
auf den Hörer loszulassen. Dennoch werden immer wieder Breaks eingestreut,
dass die Nackenmuskulatur beinahe verrückt spielt und das Rückgrat schwerst
bruchgefährdet ist. Dazu gesellt sich noch ein "Corpsegrinder", der sich
den Hass aus der Seele grunzt, wobei aber auffällig ist, dass mitunter
sogar Fragmente der Texte verständlich sind. Die Death Metal Fraktion
hat ihr Saison-Highlight schon erhalten! Ich bin ehrlich neugierig, wie
die Karriere dieses Quintetts weiterverlaufen wird.
Walter
MONSTROSITY Rise Of Power (Metal Blade/NSM)
Diese Amis gelten schon jahrelang als Vorzeigeband des technisch hochstehenden
Death Metal. Bislang war die Band wohl in erster Linie dadurch bekannt,
dass "Corpsegrinder" hier seine Stimmbänder malträtierte, bevor zum CANNIBALen
wurde. Allerdings sind auf "Rise Of Power" derart viele technische Finessen
im Detail zu entdecken, dass es mehrere Durchläufe bedarf, um der Sache
auf den Grund zu gehen. Vor allem Schlagzeuger Lee Harrison scheint mir
ein Meister seines Faches zu sein, denn neben ultratreibenden Doublbass-Attacken,
die den Grossteil der Songs dominieren, wirbelt der gute Mann gleichzeitig
wuchtig und präzise über seine Drums, dass mir als Vergleich nur Van Williams
von NEVERMORE in den Sinn kommt, der scheinbar ähnlich arbeitet. Durch
die Verwendung von Akustikgitarren und zahlreichen Breaks bleibt die Spannung
von Anfang bis zum Schluss erhalten und für mich wird es jetzt endlich
Zeit, mich mit dem Backkatalog der Amis zu beschäftigen.
Walter
BLÖOD DÜSTER Same (Season Of Mist/Musica)
Was diese australische Combo hier abliefert, ist kaum mit Worten zu beschreiben.
Stellt euch eine Mischung aus derben Grindcore-Attacken, schrägen S.O.D.-Passagen
und einer stattlichen Prise Rock´n`Roll vor, wobei der dazugehörige "Gesang"
nicht immer einwandfrei als solcher zu erkennen ist. So, jetzt wissen
alle wie sich BLÖOD DÜSTER anhören. Auf insgesamt 26 Songs toben sich
die Musiker so richtig an ihren Instrumenten aus. Irgendwie werde ich
das Gefühl nicht los, dass Musik wie diese eigentlich nichts anderes darstellt
als Selbsttherapie. Ganz nach dem Motto: "Heut´ schlag ich mal nicht die
Nachbarin, sondern meine Gitarre". Allerdings könnte man für eine Therapie
wiederum Geld von der Krankenkasse zurückerstattet bekommen, was mich
auf eine hervorragende Idee bringt, was ich mit dieser Scheibe machen
soll...
Walter
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