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Februar 2004

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AXEL RUDI PELL - Kings And Queens (SPV/edel)
Eine CD - Zwei Meinungen: Alle Jahre wieder ein neues Scheibchen vom bekennenden Ritchie Blackmor- Verehrer A.R. Pell. Es scheint als wäre die Zeit stehen geblieben. Kann es sein, dass dieser Herr seit Jahren das gleiche Album mit ständig wechselnden Covers veröffentlicht?! Hier wird aber wirklich keinen Millimeter von der vor langen Jahren eingeschlagenen und stur verfolgten musikalischen Linie abgewichen. Das Songwriting ist genauso originell wie der Albumtitel "Kings And Queens". Nämlich überhaupt nicht. Auch was die hochtoupierte Haarpracht (Pracht, na ja?!) betrifft, fühlt man sich in die von Haarspray verseuchten Achtziger zurückversetzt. Handwerklich gibt`s eigentlich nicht wirklich etwas zu bemängeln. Das Line up mit Johnny Gioeli (voc.), Ferdy Doernberg (key.), Volker Krawcsek (b. - ok, den kenn ich nicht (er Di a net, Andi)) und dem nun fix bei Rage engagierten Mike Terrana (dr.) spricht eigentlich für sich. Pell & Co lassen die Musik der frühen Rainbow / Deep Purple in makelloser Manier wieder aufleben. So authentisch klingt Hr. Blackmore heutzutage nicht mal mehr selbst. Für unverbesserliche Nostalgiker sicher ganz ok. Überraschungen darf man allerdings keine erwarten.
Ger-Hard

Auch auf seinem mittlerweile zehnten Studioalbum (die zwei Balladensampler nicht mitgerechnet) weicht der deutsche Gitarrist Axel Rudi Pell keinen Millimeter von seinem Stil ab. Noch immer offeriert er uns die alte schwer Blackmore-lastige Schule. Dabei variiert er nebst prominenter Mannschaft, bestehend aus Andi´s Lieblingsschlagzeuger Mike Terrana, seinem ehemaligen STEELER-Gefährten Volker Krawczak am Bass, Ferdy Doernberg (ROUGH SILK) an den Tasten und Sangeswunder Jonny Gioeli, das Tempo von hurtig bis zu balladesk. Weiters trägt Pell sein Liedgut ab und an gekonnt episch vor und schafft es trotz offensichtlich mangelnder Innovation seine Fans in Verzückung zu versetzen. Warum das so ist, lässt sich kurz und bündig erklären. Seine Fans sind zufrieden mit dem, was sie haben und wollen auch bestimmt keine Experimente von Herrn Pell zu Gehör bekommen. Ob sich mit dieser Vorgangsweise jedoch neue Fankreise erschließen lassen, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass Axel Rudi PELL weiß, wie man in diesem Metier Songs verfasst und präsentiert.
Walter

UFO - You Are Here (SPV/edel)
Und das Besetzungskarussell dreht sich unablässig weiter. Primadonna Michael Schenker hat UFO wieder einmal den Rücken gekehrt. Von der Ur-Besatzung sind nur mehr die alten Haudegen Phil Mogg, Pete Way und Paul Raymond übergeblieben. Als Neuzugänge hat man Flitzefinger Vinnie Moore und Jason Bonham, den Sohn des legendären Led Zeppelin Drummers, an Bord geholt. Und diese Blutauffrischung hat der angeschlagenen Mannschaft hörbar gut getan. Eines ist klar, der Hardrock wird hier nicht neu erfunden. Ist auch gar nicht nötig. UFO haben dieses Genre jahrzehntelang mitbestimmt. Deshalb schert man sich auch einen Dreck um Trends und Charts. Auf "You Are Here" serviert man uns eine gelungene Mischung aus deftigen Rockern und Midtempo-Nummern, die man mit einer kleinen Prise Blues mundgerecht aufbereitet hat. Das ist Hardrock der Güteklasse 1A! Sowohl was das Songwriting als auch die musikalischen Fähigkeiten betrifft, schaffen es UFO mühelos, an glorreiche alte Zeiten anzuknüpfen. Und Phil Mogg drückt den Songs mit seiner unverwechselbaren Stimme noch immer den Stempel der Einzigartigkeit auf. Sicher, Ohrwürmer wie "Rock Bottom" oder "Doctor Doctor" schreibt man halt nur einmal im Leben. Aber "Call Me", "Mr. Freeze" oder "Jelloman" sind auch nicht von schlechten Eltern. Für Liebhaber klassischen Hardrocks eigentlich ein Pflichtkauf.
Ger-Hard

LOUDER THAN THE DRAGON ­ The Essential Of Limb Music (LMP/edel)

Ob ein Firmenjubiläum der Grund für diesen Sampler ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Im Endeffekt ist es aber auch relativ egal, weshalb das Teil veröffentlicht wird. Tatsache ist, dass Limb Music mit diesem Sampler dem erlauchten Fankreis zahlreiche Highlights, die vielleicht schon wieder ein wenig in Vergessenheit geraten sind, neuerlich ans Herz legen. Für jene Zeitgenossen, denen dieses deutsche Label bisher noch nicht aufgefallen ist, sei hier in kurzen Worten mitgeteilt, was ihnen durch ihre Unkenntnis entgeht. LMP veröffentlichen in regelmäßigen Abständen Scheiben in allen Stilformen des Power Metal, wobei hauptsächlich Werke mit viel Melodie auf die Menschheit losgelassen werden. Völlig wertungsfrei kommen auf dieser Doppel-CD, die noch dazu als "Nice Price"-Veröffentlichung in die Läden kommt, so ziemlich alle Highlights des bisherigen Schaffens dieses Labels in alphabetischer Reihenfolge zum Zug. Begonnen bei den australischen Prog Power Helden BLACK MAJESTY, über die nicht mehr unter Vertrag stehenden RHAPSODY, bis hin zu den amerikanischen Power Metal Kalibern ZANDELLE reicht die Palette. Besonders erwähnenswert erscheinen mir die Beiträge von INNER WISH und MAGIC KINGDOM, da die CDs dieser beiden Bands erst in ein paar Wochen auf den Markt kommen werden. Aber schon diese beiden Songs lassen auch in Zukunft nur feinstes Kulturgut aus dem Hause LMP erwarten.
Walter

CRIMINAL ­ No Gods No Masters (Metal Blade/NSM)

Auch mit ihrer mittlerweile vierten Veröffentlichung verabreichen uns die mittlerweile nach England ausgewanderten Chilenen CRIMINAL rund um Mastermind, Sänger und Gitarristen Andreas Reisenegger wieder eine aufs Maul. Der noch auf dem Vorgänger "Cancer" aus dem Jahre 2000 fabrizierte, eher traditionelle Thrash Metal wurde mit einem zeitgemäßen, modernem Anstrich versehen, weshalb "No Gods No Masters" mitunter Elemente aufweist, die für europäischen Industrial nicht untypisch sind. Besonders auffällig an der Scheibe ist die, nicht zuletzt durch die massive Produktion entstandene, "Kälte", die CRIMINAL in ihren Songs versprühen. Der harsche Klang der einzelnen Instrumente kommt so noch ein wenig besser zum Tragen und auch die nicht gerade lebensbejahenden Texte tragen dazu bei dieses Album als wahre Brachialgewalt zu bezeichnen. Perfekt in Szene gesetzt werden die lyrischen Ergüsse vom rauen Organ des Herrn Reisenegger, der mit dieser musikgewordenen Brutalität mit Sicherheit zahlreiche Fans dazugewinnen können wird.
Walter

LOS SUAVES ­ Si Yo Fuera Dios (Locomotive/NSM)
Ob und wieviele Kinder auf dieser Welt Ian «Lemmy» Kilmister als Vater in ihren Geburtsurkunden eingetragen haben, weiß ich nicht. Sollte ein Gerücht im Umlauf sein, Lemmy hätte auch in Spanien für Nachwuchs gesorgt, könnte es sich im vorliegenden Fall tatsächlich um einen seiner Söhne handeln. Der Junior hört auf den Namen Yosi, und ist, wie der Vater, Frontmann einer Band. Yosi nennt sich jedenfalls der Sänger von LOS SUAVES und klingt, um meine Einleitung zu einem Ende zu bringen, sehr stark nach der Rockikone Lemmy. Allerdings existiert seine Band LOS SUAVES bereits seit gut 25 Jahren und ist auf der iberischen Halbinsel zu einer Institution geworden. Nicht umsonst wird die Band auch als spanische Antwort auf MOTÖRHEAD bezeichnet (des braucht wer... Andi). Im Gegensatz zum Original erklingen die Songs von LOS SUAVES aber eine Ecke melodiöser, was nicht zuletzt an der spanischen Gesangsdarbietung liegen dürfte. Dadurch wird "Si Yo Fuera Dios" allerdings nur noch interessanter, und Songs wie "Ojos" oder der Titeltrack sollten (MOTÖR)Headbanger allerorts erfreuen!
Walter

DOMINE - Emperor Of The Black Runes (Dragonheart/NSM)
DOMINE hatten schon immer so etwas wie eine Vormachtstellung innerhalb der italienischen Metal-Szene inne. Zu recht, meine ich. Das Quintett existiert bereits seit gut 20 Jahren und hat neben zahlreichen Demos mittlerweile auch schon vier Alben, die aktuelle Veröffentlichung miteingerechnet, in Umlauf gebracht. Der epische Power Metal, den DOMINE zelebrieren, mag zwar nicht unbedingt Sache eines Jeden sein (vor allem nicht eines Andis.... Andi), allerdings sollten Verehrer der älteren MANOWAR oder VIRGIN STEELE die Formation einmal genauer unter die Lupe nehmen. Von diesen Einflussquellen abgesehen, ist die Basis des Sounds der Italiener ist immer noch jene Musik, die wir als NWOBHM verehren. Ältere MAIDEN oder SAXON sind ebenfalls heraus zu hören. Im Vergleich zu den Vorgängerwerken fällt auf, dass DOMINE auf "Emperor Of The Black Runes" noch mehr Power in ihre Songs verfrachten konnten als bisher. "Battle Gods" sei stellvertretend für diese Seite der Band genannt. Gleichzeitig sind aber die epischen Kompositionen noch getragener geworden. Das sechsteilige "The Aquilonia Suite ­ Part I" kann in Zukunft wohl als Referenzwerk dieses Genres betrachtet werden. Da die Herrschaften aber ab und zu auch über den metallischen Tellerrand hinausschauen, lassen sich in "The Forest Of Light" sogar folkloristische Elemente im Stile älterer JETHRO TULL entdecken. In Italien sind DOMINE längst zu Superstars ernannt worden. Es ist an der Zeit, auch außerhalb der Landesgrenzen richtig Fuß fassen zu können, was mit diesem Album durchaus möglich sein sollte.
Walter

MOLLY HATCHET ­ 25 Th Anniversary (Best Of Re-Recorded) (SPV/edel)
Mittlerweile ist es ja keine Seltenheit mehr, einen Bandgeburtstag mit einem neuen Album zu feiern. Auch die Neuaufnahme älterer Bandklassiker anlässlich eines Jubiläums ist nicht gerade innovativ. Nichtsdestotrotz muss diese Compilation aus dem Lager der Southern Rock Legende MOLLY HATCHET Erwähnung finden. In erster Linie ist das Album als Dank für die langjährige Treue der Fans gedacht, denn die Amis zählten wohl noch nie zu jener Kategorie Künstler, die in erster Linie Musik für sich selbst komponiert haben. Genauso bodenständig wie die Typen selbst waren, ist und wird, auf ewige Zeiten auch der harte Südstaaten-Rock dieser Band klingen. Deshalb sollte der Dank der Fans an die Band zurück gehen, MOLLY HATCHET haben über 25 Jahre ihre Anhänger nie enttäuscht und schaffen es, wie das Album, ihre Karrierehighlights auch nach so langer Zeit nicht nur perfekt zu intonieren, sondern keineswegs antiquiert zu klingen. Auf die nächsten 25 Jahre, meine Herrschaften (des geht se nimma aus, Andi)!
Walter

HATESPHERE ­ Something Old, Something New, Something Borrowed, Something Black (Scarlet/Point) Das dänische Quintett HATESPHERE legt uns nach zwei Veröffentlichungen (zuvor gab es bereits drei Scheibletten unter dem alten Bandnamen NECROSIS) nun also eine Art "Zwischenspiel” in die Läden, dessen Titel "Something Old, Something New, Something Borrowed, Something Black" bereits Rückschlüsse über die Songzusammenstellung gibt. Nach einem neuen Song namens "Release The Pain", offerieren uns die Dänen in Form von "Bark At The Moon" und "Caught In A Mosh" zwei "ausgeborgte" Nummern, von denen Erstgenanntes trotz heftigster Verunglimpfung als gelungen durchgehen kann. Bei der ANTHRAX-Nummer haben sie sich jedoch zu sehr am Original orientiert, weshalb die Sache auch nicht ganz so originell ausgefallen ist. Die weiters als Live-Versionen vertretenen Songs "Lowlife Vendetta", "Plague", "Bloodsoil" und Hate" stellen einmal mehr unter Beweis, dass diese Dänen mit zum Besten gehören, was in der Grauzone zwischen Brutalo-Thrash und Death Metal im Moment zu haben ist. Ich hoffe, dass Label bietet diese Mini-CD auch zu einem vertretbaren Preis an, denn ansonsten könnte es gut sein, dass hier ein Ladenhüter heranwächst.
Walter

MISTER KITE ­ Box Of Fear (Lion/Musica)
Heutzutage passiert es leider immer öfter, dass einem Bands unter der Bezeichnung "Hardrock" verkauft werden, obwohl die Musik mit dem, was alteingesessene Freaks darunter verstehen, nicht wirklich viel gemeinsam hat. Eine Formation, die es meinem Dafürhalten nach perfekt versteht, auch anno 2004 Hardrock abzuliefern und dabei dennoch dieser Musik einen zeitgemäßen Touch zu geben, nennt sich MISTER KITE und kommt aus Schweden. Erst vor kurzem kam ich zum ersten mal mit der Musik dieser Knaben in Kontakt, wurde doch knapp vor diesem Album auch einen Single veröffentlicht. Trotz des erst kurzen Bestehens der Band und der Tatsache, dass "Box Of Fear" erst den zweiten Silberling des Quintetts darstellt, überzeugen Songs wie "How Long", "Do Your Worst", oder die Singleauskopplung "The Hunger" durch harmonische Gesangsparts, perfekt vorgetragene Instrumentalpassagen und vor allem durch interessant und spannend aufgebaute Songs an sich. Die Produktion, die recht trocken und "schlagkräftig" geworden ist, weiß ebenso zu überzeugen. Wer seine Rock noch immer sehr hart liebt, wird mit MISTER KITE so richtig bedient.
Walter

FLESHCRAWL ­ Made Of Flesh (Metal Blade/NSM)
Zu einer Institution im Todesmetall hat sich die deutsche Formation FLESHCRAWL in ihrer fast 15jährigen Bandgeschichte entwickelt. Diese Tatsache würde ich zunächst vor allem einmal auf das Durchhaltevermögen der Herrschaften zurückführen, aber auch auf ihre Stiltreue. Der Fan weiß, was ihn erwartet, wenn er sich ein neues Werk der Band zulegt. Bemerkenswert und die Karriere fördernd war mit Sicherheit auch die Bühnenpräsenz der Jungs, denn beispielsweise im Jahre 2002, als der Vorgänger "Soulskinner" erst kurz veröffentlicht war, legten sich FLESHCRAWL richtig ins Zeug um diese Scheibe auch gut zu promoten. Nach einer Tour mit BOLT THROWER und BENEDICTION in Europa folgten einige Einzelgigs und Festivalauftritte, bevor man die Ehre hatte. zusammen mit HYPOCRISY nach Japan zu jetten. um dort aufzuspielen. Im letzten Jahr dagegen zog es die Band vor sich im Studio, respektive dem Proberaum, zu verschanzen um ein famosen neues Album auf den Markt zu bringen. (oder war doch die Leber jedes Musiker zu sehr in Mitleidenschaft gezogen worden?, schließlich waren sie mit HYPOCRISY unterwegs...) Dieses neue Album nennt "Made Of Flesh" und kann schon einmal optisch voll überzeugen. Aber auch der Inhalt weiß zu gefallen. Logisch, dass uns die Herren, wie gewohnt, schwedisch tönenden Death Metal offerieren, aber mit einem "Hit" wie "Flesh Bloody Flesh" haben wohl die Wenigsten gerechnet. Dieser Song hat das Zeug zum Abräumer in einschlägigen Clubs zu werden. Betont heftig gehen die Gitarristen zu Werke, Sänger Sven Gross passt sich den gen Keller gestimmten Klampfen an und auch die Rhythmusabteilung kann mithalten. Scheinbar haben sich FLESHCRAWL ausreichend regeneriert, denn schon sehr bald geht es wieder auf Tour.
Walter

CANNIBAL CORPSE ­ The Wretched Spawn (Metal Blade/NSM)

Es bedarf wohl kaum einer Einleitung, um die Band vorzustellen. CANNIBAL CORPSE wurden erst kürzlich dafür ausgezeichnet, dass sie alle ihre bisher veröffentlichten Alben zusammen eine Million mal an die Dame bzw. den Herren gebracht haben. Solche Verkaufszahlen sind für derart extreme Musik wohl eine Ausnahmeerscheinung. Das leidige Thema "Zensur" hat sich meiner Meinung nach ungemein positiv ausgewirkt. Zum einen, weil zahlreiche, jüngere Metaller erst dadurch auf die Band aufmerksam gemacht wurden, zum anderen weil wahrscheinlich in keiner anderen Musikrichtung die Fans derart viel von Loyalität halten, wie im METAL. Wie auch immer, Tatsache ist, dass die fünf Amis auch mit "The Wretched Spawn" reussieren werden können. Das Gitarrenduo Pat O´Brien und Jack Owen brilliert einmal mehr an den Saiten. Egal mit welchem Affenzahn der jeweilige Song vorgetragen wird, immer wieder schaffen es die Beiden, ungemein präzise Riffattacken auf den Hörer loszulassen. Dennoch werden immer wieder Breaks eingestreut, dass die Nackenmuskulatur beinahe verrückt spielt und das Rückgrat schwerst bruchgefährdet ist. Dazu gesellt sich noch ein "Corpsegrinder", der sich den Hass aus der Seele grunzt, wobei aber auffällig ist, dass mitunter sogar Fragmente der Texte verständlich sind. Die Death Metal Fraktion hat ihr Saison-Highlight schon erhalten! Ich bin ehrlich neugierig, wie die Karriere dieses Quintetts weiterverlaufen wird.
Walter

MONSTROSITY ­ Rise Of Power (Metal Blade/NSM)

Diese Amis gelten schon jahrelang als Vorzeigeband des technisch hochstehenden Death Metal. Bislang war die Band wohl in erster Linie dadurch bekannt, dass "Corpsegrinder" hier seine Stimmbänder malträtierte, bevor zum CANNIBALen wurde. Allerdings sind auf "Rise Of Power" derart viele technische Finessen im Detail zu entdecken, dass es mehrere Durchläufe bedarf, um der Sache auf den Grund zu gehen. Vor allem Schlagzeuger Lee Harrison scheint mir ein Meister seines Faches zu sein, denn neben ultratreibenden Doublbass-Attacken, die den Grossteil der Songs dominieren, wirbelt der gute Mann gleichzeitig wuchtig und präzise über seine Drums, dass mir als Vergleich nur Van Williams von NEVERMORE in den Sinn kommt, der scheinbar ähnlich arbeitet. Durch die Verwendung von Akustikgitarren und zahlreichen Breaks bleibt die Spannung von Anfang bis zum Schluss erhalten und für mich wird es jetzt endlich Zeit, mich mit dem Backkatalog der Amis zu beschäftigen.
Walter

BLÖOD DÜSTER ­ Same (Season Of Mist/Musica)

Was diese australische Combo hier abliefert, ist kaum mit Worten zu beschreiben. Stellt euch eine Mischung aus derben Grindcore-Attacken, schrägen S.O.D.-Passagen und einer stattlichen Prise Rock´n`Roll vor, wobei der dazugehörige "Gesang" nicht immer einwandfrei als solcher zu erkennen ist. So, jetzt wissen alle wie sich BLÖOD DÜSTER anhören. Auf insgesamt 26 Songs toben sich die Musiker so richtig an ihren Instrumenten aus. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Musik wie diese eigentlich nichts anderes darstellt als Selbsttherapie. Ganz nach dem Motto: "Heut´ schlag ich mal nicht die Nachbarin, sondern meine Gitarre". Allerdings könnte man für eine Therapie wiederum Geld von der Krankenkasse zurückerstattet bekommen, was mich auf eine hervorragende Idee bringt, was ich mit dieser Scheibe machen soll...
Walter



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