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JÄNNER 2004

Teil 2

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RHAPSODY - Tales From The Emerald Sword Saga (LMP/edel)
Eine "Best Of" von Rhapsody? Na okay, die zwei Minuten hab´ ich auch noch. Im Ernst: man braucht diese Band nicht zu mögen, man darf sie zurecht bescheuert finden. Aber man muss ganz objektiv sagen, dass Rhapsody in ihrer Nische die Besten sind. Keine andere Combo setzt diesen Ritter-Drachen-Symphonic-Quatsch besser in Szene, niemand sonst reizt derartige (von Ronnie James schon vor Jahrhunderten totgesunge) Klischees solchermaßen aus bis zum letzten, keine andere Band produziert bessere La-La-Lalalala-La Hymnen. Und, um die Ärze zu zitieren: "maaanchmaaaal, aber nur maaanchmaaaal" tut selbst uns True-Metal-Hassern ein klein wenig Rhapsody doch ganz gut. Ich rede hier nicht nur von Telefonaten mit 5jährigen Cousins, in denen man gefragt wird, ob man nicht doch in seinem Archiv was passendes für ihre Geburtstagsparties hat. Ich rede hier auch nicht nur von obskuren Alkohol-Exzessen, wo einem schlicht und einfach schon blunz´n ist, was man um drei Uhr morgens unterm Tisch liegend zu Gehör bekommt. Nein, ich rede hier auch von Momenten großer Freude; Momenten, in denen man eins mit sich und der Welt ist. Wenn man sich z.b. nach einem knappen (aber verdienten!) Auswärtsieg bei den Furchentretern des SV Altruppersdorf auf der Rückfahrt befindet und auf die Autobahn auffährt, den entscheidenden Treffer noch klar vor den Augen. Dann, mein lieber Herr Gesangsverein, dann ist die Zeit reif für "Land Of Immortals", "Holy Thunderforce" oder "March Of The Swordmaster". Jawoll, Hirn raus, 5. Gang rein, end deim hes nau kam tu reeeeiiiid, biihiifooooor se end of se neeeiiiiid... Vollgas! Und außerdem: Wer in einem seiner (auch hierauf vertretenen) Songs der besten TV-Serie aller Zeiten Tribut zollt, der kann ein ganz Böser nicht sein. In diesem Sinne: March on, my little "Knightrider Of Doom"! VÖ: 23. Februar.
Andi

FORCE OF EVIL – Same (Escapi/Musica)
Da KING DIAMOND im Moment eher seine gleichnamige Band forciert, bleiben MERCYFUL FATE offenbar auf der Strecke. Aber kein Grund zur Beunruhigung, denn wie bekannt sein dürfte, starten Musiker mit jeder Menge Zeit schlicht und ergreifend eine Zweitband. Im Falle der MF-Gitarristen Henk Shermann und Michael Denner wurde die Sache FORCE OF EVIl genannt. Weil deren Idee offensichtlich gut angekommen ist, konnte auch ihr MF-Kollege Bjarne T. Holm für das Schlagzeug gewonnen werden, während mit Hal Patino ein Mann von KING DIAMOND den Bass bedient. Hätte nur noch gefehlt, dass der King persönlich den Gesang übernommen hätte. Dieser wurde aber von Martin Steene (IRON FIRE) tadellos erledigt. Was die Songs betrifft, kann festgestellt werden, dass der MERCYFUL FATE –Schatten nicht ganz abgelegt werden konnte. Immer wieder erinnern Passagen an das eigentliche Betätigungsfeld des Songwriter-Duos Shermann/Denner. Vor allem das leicht orientalisch anmutende "Mindbreaker" und "Fountain Of Grace" hätten auch auf die letzten MF-Releases gepasst. Generell bekommt man von FORCE OF EVIL relativ geradlinigen, düsteren Heavy Metal geboten. Das Tempo ist zum größten Teil eher gemächlich gehalten, was den Kompositionen jedoch noch mehr Druck verleiht. Die Gesangsleistung von Martin Steene darf ebenfalls beklatscht werden, denn zu dieser Art Musik passt sein Organ doch um einiges besser als zu den IRON FIRE´schen Up-Tempo-Songs. Als "Newcomer" wären FORCE OF EVIL ein ganz heißer Tipp für den traditionellen Metal, durch den Bekanntheitsgrad der involvierten Musiker wäre alles andere als ein Knaller eine glatte Enttäuschung gewesen. Allerdings bin ich gespannt, was sich der Diamantenkönig für sich und seine Knaben als Nächstes einfallen wird lassen. Sollte demnächst ein neues MERCYFUL FATE–Album anstehen, befürchte ich, dass FORCE OF EVIL eine einmalige Angelegenheit bleiben, aber warten wir´s ab.
Walter

NEW MACHINE – Same (Mascot)
David Garcia und Bob Gilmartin nennen sich die beiden Musiker, deren musikalische Zusammenarbeit unter dem Namen NEW MACHINE vor kurzem in die Läden gestellt wurde. Während David für Schlagzeug und Keyboards verantwortlich war, hat Bob sämtliche Saiteninstrumente eingespielt. Freundschaftlich geteilt wurde der Gesang, wobei kaum größere Unterschiede zwischen den beiden Stimmen feststellbar sind. Die beiden Herren kennen einander bereits seit langer Zeit und neben persönlicher Freundschaft war es vor allem die Musik, welche die beiden verbunden hat. NEW MACHINE erfinden zwar nichts Neues, aber wer gerne englischen Progressive Rock im Stile von MARILLION in Verbindung mit neueren RUSH und orchestralen Arrangements, wie wir sie von KANSAS her kennen, mag, wird hier bestens bedient. Mitunter erinnern NEW MACHINE auch an YES, vor allem was die ausladenden Instrumental-Parts betrifft, sind sie nicht allzu weit davon entfernt. Die Songstrukturen sind zwar nicht immer leicht nachvollziehbar, durch abwechslungsreiche Arrangements und immer wieder vorhandene Tempowechsel, wird die Scheibe aber vor aufkommender Langeweile bewahrt.
Walter

MISERY INC: - Yesterday´s Grave (Golden Core/ZYX)
Aus dem schier unerschöpflichen Reservat an finnischen Nachwuchsbands präsentiert sich mit MISERY INC. eine weitere talentierte Formation, die auszieht um die Metalwelt zu erobern. Das noch recht jugendliche Quintett wurde erst 2001 gegründet und spielte in dieser Zeit bereits drei Demos ein, von denen das letzte namens "Suicide Serenade", ebenso wie vorliegendes Album, von THUNDERSTONE-Mastermind Nino Laurenne produziert wurde. Genanntes Demo brachte auch einen Plattendeal ein, was nicht verwunderlich ist, denn hier wird Qualitätsware abgeliefert. Es gelingt MISERY INC. vorzüglich heftige Gitarrenattacken mit typisch finnischer Melancholie zu paaren, wobei ich meine, dass von ihren Landsleuten kaum jemand zu den Hauptinspirationsquellen des Fünfers gezählt werden kann. Bloß die eher beklemmende Atmosphäre erinnert ein wenig an ältere AMORPHIS oder SENTENCED. Ansonsten dürften Bands wie METALLICA (zur Zeit des "Schwarzen" Albums) und melodiöse Death Metaller aus dem benachbarten Schweden eher zu den Idolen dieser finnischen Jünglinge gehören. Die kraftvolle Stimme von Jukkis Huuhtanen verleiht den Songs eine einzigartige Note und lässt "Yesterday´s Grave" immer wieder im CD-Schacht rotieren.
Walter

ECLIPSE ETERNAL – Same (Eigenpressung)
Über den Namen ECLIPSE ETERNAL bin ich zum ersten Mal im Zusammenhang mit EIDOLON gestolpert, hat doch Voldamares Gollum, seines Zeichens Sänger von ECLIPSE ETERNAL, auf der letzten EIDOLON-Scheibe im Hintergrund für einige grimmige Gesänge sorgen dürfen (Super! Endlich wissen wir das auch... Andi). Im Gegenzug wurde vorliegende Scheibe von EIDOLON-Mastermind Glen Drover nicht nur produziert, er hat auch einige Gitarrenparts eingespielt. Das kanadische Trio, das neben besagtem Sangesbarden auch noch aus den Herren Lord Abaddon (B und G) und Wulfgar (D) besteht, versucht also nun mit dieser Eigenproduktion in der Szene Fuß fassen zu können. Wie die herrlichen Pseudonyme der Herrschaften bereits verraten, haben wir es mit Black Metal zu tun. Trotz aller musikalischer Rohheit, die den Großteil der Kompositionen dominiert und die durch den eher spartanischen Sound noch unterstützt wird, verstehen es ECLIPSE ETERNAL aber auch orchestrale, schwer DIMMU BORGIR-lastige Parts in ihrem Sound zu integrieren. Mitunter bolzen die Herrschaften ordentlich, um dann wieder atmosphärisch vorzutragen, was für Abwechslung und spannende Songaufbauten sorgt. Lediglich der Gesang von Voldamares Gollum ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, pendelt dieser doch zwischen heiserem Krächzen und grimmigem Gegurgel hin und her, was im Black Metal ja fast schon Usus ist. Genreüblich sind natürlich auch das Make-Up (Korpspänt haßt des! Andi) die Texte und die "Message" des Albums, das gegen sämtliche Religionen, im speziellen aber gegen Anhänger vom Propheten Jehova und solche des Korans gerichtet ist. Wie zahlreiche andere Schwarzmetaller auch, versuchen uns ECLIPSE ETERNAL mit ihren Statements Furcht einzujagen. Ich zitiere wörtlich: "...your time is over, forever live in fear of the Unholy Blackend Empire where you will no longer be allowed to exist.” Is´ klar, Jungs. Der Kakao ist schon fertig, aber vorher wird noch das Lego aufgeräumt.... (und danach ab in die Heia! Andi).
Walter

BLIND ALLEY – Infinity Ends (AOR Heaven/Point)
Die Geschichte von BLIND ALLEY ist unmittelbar mit jener der schwedischen Band FORTUNE verbunden (na bravo, das fängt ja gut an.... schnarch, Andi). Magnus Olsson (laut Infoblatt zuständig für Instruments & Programming) sowie Hans Dimberg (V) musizierten auch schon bei FORTUNE gemeinsam und bilden nun den Kern von BLIND ALLEY. Allerdings war Hans bei FORTUNE noch als Sänger mit von der Partie. Unterstützt werden die zwei Herren auf "Infinity Ends" noch von Pierre Glans, der sämtliche Gitarren eingespielt hat. In dieser Besetzung konnte man bereits im Jahre 2001 für Furore sorgen, war damals doch das Debüt der Band namens "On The Way" über mp3.com erhältlich und dürfte auf diesem Weg auch zu akzeptablen Verkaufsergebnissen geführt haben. Mit AOR Heaven hat man nun auch ein Label im Rücken um nicht zuletzt die Möglichkeit einer regulären und herkömmlichen Veröffentlichung, sprich das Album auch über den Handel in Umlauf bringen zu können, zu genießen. Auf "Infinity Ends" dominieren eingängige Melodien, die vom Keyboard zwar dominiert, jedoch aufgrund der immer wieder quasi als Gegenpart vorhandenen Gitarre, aber nie zu sehr verwässert wirken. Die Gesangsdarbietung von Hans Dimberg passt dazu ebenfalls, seine Stimme könnte ich mir auch im Pop-Bereich gut vorstellen. Allzu weit davon sind BLIND ALLEY aber ohnehin nicht entfernt. Bei rockorientierten Radiosendern sollte "Infinity Ends" zu zahlreichen Einsätzen kommen, denn genau da dürfte die Zielgruppe auszumachen sein.
Walter

BALTIMOORE – Ultimate Tribute (Lion/Musica)
Wie der Titel der Scheibe bereits verkündet, haben sich BALTIMOORE dazu entschlossen, ihren Helden Tribut zu zollen. Da es sich bei besagter Band im Prinzip um das Solo-Projekt des Schweden Björn Lodin handelt, kann aller Wahrscheinlichkeit nach von seinen persönlichen Favoriten gesprochen werden. Wie bekannt sein dürfte, ist Björn schon länger im Geschäft, weshalb die Bandzusammenstellung auf besagter Scheibe auch nicht verwunderlich ist. Huldigungen ergehen an BLACK SABBATH, DEEP PURPLE, AC/DC, RAINBOW und einige andere. Wären die Songs in alphabetischer Reihenfolge, könnte man fast meinen ein musikgewordenes Rocklexikon vor sich zu haben. Björn und seine Mannschaft - Ian Haugland (D, EUROPE), Thomas Larsson (G, Glenn HUGHES) und Basser Weine Johansson – verstehen ihr Handwerk, weshalb auch keiner der Songs in irgendeiner Form "vergenusswurschtelt" wurde. Allerdings frage ich, ob irgendjemand bereit ist sein Geld in eine Veröffentlichung dieser Art zu investieren. Vielleicht wollten sich BALTIMOORE eher auf diesem Weg wieder in Erinnerung rufen, um demnächst auch mit neuen Kompositionen aufzuwarten.
Walter

FRAGMENTS OF UNBECOMING – Skywards A Sylphe´s Ascension (Metal Blade/NSM)
Der Name FRAGMENTS OF UNBECOMING kursierte bis vor kurzem noch in den Tiefen des Underground. Erst 2002 veröffentlichte diese deutsches Quartett ihre erste Mini-CD mit dem Titel "Bloodred Tales / Chapter I – The Crimson Season". Ein Werk, das nachhaltig Eindruck hinterlassen hat. So durften wir die Band auf einem "Unerhört"-Sampler des ROCK HARD ebenso bestaunen wie auf einer Ausgabe der "Metal Crusade" von den Kollegen vom HOW. Beachtlich für eine Nachwuchstruppe, aber erst der Anfang, denn fast zeitgleich mit den Beiträgen auf diesen Samplern wurde auch Metal Blade auf die Band aufmerksam und so kam es im Mai letzten Jahres zur Vertragsunterzeichnung. Als erstes Produkt dieser Liasion offeriert uns die Band nun also "Skywards / Chapter II – A Sylphe´s Ascension". Die vier jungen Herren präsentieren recht abwechslungsreichen Death Metal, der neben der zu erwartenden Brachialität auch genügend Spielraum für technische Finessen und melodische Einsprengsel lässt. Durch die Verwendung von Akustik-Gitarren bei Songs wie "Mesmerized" stellen diese den optimalen Gegenpart zu Dampfhämmern wie "Scattered In The Four Winds" dar. Ab und zu geht es auch groove-betont zur Sache, was die Sache ziemlich auflockert. Mir persönlich schmeckt das leckere Death Metal-Menü dann am besten, wenn das Tempo innerhalb eines Songs wechselt. Als Beispiel dafür sei "Insane Chaosphere" genannt, das zu Beginn schleppend aus den Boxen kriecht um dann als Up-Tempo-Bolzen reihenweise Headbanger zu köpfen.
Walter

MISTER KITE – The Hunger (Lion/Musica)
Diese Single ist als Appetizer für das kommende Album "Box Of Fear” gedacht. Neben den beiden vom Album stammenden Songs "The Hunger" und "How Long" haben MISTER KITE dafür auch noch den alten DEEP PURPLE–Gassenhauer "Bloodsucker" eingespielt. Dabei ziehen sich die fünf Herrschaften recht beachtlich aus der Affäre, schaffen sie es doch trotz der Nähe zum Original dem Song einen modernen Anstrich zu verpassen. Generell scheinen sich MISTER KITE an den Größen der Rockszene zu orientieren. Der Titelsong erinnert einigermaßen an LED ZEPPELIN, wobei aber auch durchaus SOUNDGARDEN als Vergleich herhalten dürfen, aber die waren ja ohnehin nie allzu weit vom "Luftschiff" entfernt. "How Long" dagegen geht nach eher verhaltenem Beginn so richtig ins Gebein; diese Nummer wird wohl ein richtiger Rockdiskotheken-Feger werden. Vom Material der Band scheint auch Meister DIO überzeugt zu sein, schließlich wird der Herr wohl wissen, warum er ausgerechnet MISTER KITE für seine letzte Skandinavien-Tour als Support auserwählt hat. Macht richtig Appetit auf das gesamte Album!
Walter

HYPOCRISY – The Arrival (Nuclear Blast/edel)
Auf der letzten Scheibe "Catch 22” hatte sich Peter Tägtgren doch einigermaßen von seiner nebenberuflichen Tätigkeit bei PAIN beeinflussen lassen, wodurch das Album einigermaßen untypisch geworden ist. Auf "The Arrival", dem aktuellen Output der Schweden, wird uns einmal mehr griffiger, groove-betonter Death Metal geboten. Typisch HYPOCRISY könnte man sagen, allerdings haben es sich Peter und seine Mitstreiter nicht nehmen lassen, einige auflockernde Elemente einzubauen, was dem Hörgenuss zugute kommt. Der Opener "Born Dead Buried Alive" streckt den Zuhörer nieder, quasi eine Tägtgren-Linke gleich als Einstieg. Das folgende "Eraser" (mein Fave auf dem Album, Andi) beginnt zunächst eher verhalten um dann die nächste Keule auszupacken und die Zuhörerschaft knapp vor dem K.O. zurückzulassen. Bei "Stillborn" warten uns HYPOCRISY beinahe schon SIX FEET UNDER–mäßiges Riffing auf, während "Slaves To The Parasites" mit viel Melodie ausgestattet wurde. Gerade dieser Song sollte sich als Live-Abräumer der Sonderklasse entpuppen. Bei "The Abyss" klingt Peter sogar fast schon TYPE O NEGATIVE verdächtig, ohne zu vergessen, der Nummer die für ihn typische Duftmarke zu verpassen. Mit "The Arrival" werden es HYPOCRISY schaffen ihre ohnehin schon mächtige Fanbase weiter auszubauen,
Walter

FRAMESHIFT – Unweaving The Rainbow (Progrock Records/JustforKicks)
Initiator und Cheffe von FRAMESHIFT ist der deutsche Musiker Henning Pauly. Im Alter von 22 Jahren zog es den jungen Mann in Richtung der Vereinigten Staaten, um auf dem Berklee College von Boston Musik zu studieren. Scheinbar war Henning vom Ami-Land dermaßen angetan, dass er es vorzog seiner alten Heimat den Rücken zuzuwenden (Ob Deutschland oder USA is eh a scho blunz´n irgendwie... Andi). Da Musik seinen Lebensunterhalt darstellt, versucht er nun mit FRAMESHIFT reussieren zu können. "Unweaving The Rainbow" zeichnet sich durch fein strukturierten Prog Rock aus, der immer wieder durch Sequenzen, die Soundtrack-lastig klingen, aufgelockert wird. Als Sänger ist kein geringerer als DREAM THEATER-Mann James LaBrie zu hören. Weitere Unterstützung erhielt Henning unter anderem von seinem Bruder Eduard, der den Schlagzeug-Part übernahm. Unbedingt erwähnt werden muss noch ein Herr namens Matt Cash, der für das lyrische Konzept von "Unweaving The Rainbow" verantwortlich ist. Dieses beruht auf dem gleichnamigen Buch des amerikanischen Wissenschafters Richard Dawkins, der sich mit den Evolutionstheorien von Charles Darwin auseinander setzte und dessen Lehre weiterführt. Als Leitfaden kann festgehalten werden, dass sich vorliegendes Album mit der Stellung der Wissenschaft in unserer Gesellschaft und deren Auswirkung auf die heutige Kultur auseinandersetzt. Ähnlich schwer zu begreifen wie der lyrische Hintergrund des Werkes ist auch die Musik, die einige Durchläufe benötigt, um richtig aufgenommen werden zu können. Eine intensive Beschäftigung mit "Unweaving The Rainbow" lohnt sich aber in jedem Fall, schon allein wegen der eher untypischen, einfühlsamen Gesangsdarbietung des Herren LaBrie.
Walter

DRUM NATION Volume One (Magna Carta)
Die Zeitschrift "Modern Drummer” (wer liest sie nicht...außer mir, Andi) und Magna Carta präsentieren uns einen Sampler, der nahezu ausschließlich für Schlagzeuger interessant sein dürfte. Es sei denn, man zählt zu den Liebhabern von Instrumentalkompositionen, die noch dazu schwer Rhythmus-lastig aufgebaut sind. Sicherlich ist es beeindruckend, was Herren wie Bill Bruford oder Terry Bozzio von ihren Hockern aus zu leisten im Stande sind, der musikalische Genuß bleibt Nicht-Drummern jedoch eher vorenthalten. Die Idee eines solchen Albums ist mit Sicherheit gut, ob sich diesbezüglich allerdings Käufer finden werden, wage ich zu bezweifeln.
Walter

PRIMAL FEAR – Devil´s Ground (Nuclear Blast/edel)
Sie machen es sich nicht gerade einfach, die Herrschaften von PRIMAL FEAR. Schon seit der Veröffentlichung ihres Debütwerkes im Jahre 1998 musste das Quintett immer wieder Vergleiche mit JUDAS PRIEST über sich ergehen lassen, die allerdings anlässlich der letzten Scheibe "Black Sun" im Jahre 2002 einigermaßen verstummt sind. Zu "Devil´s Ground", dem mittlerweile fünften Album der süddeutschen Band, werden aber die Vergleiche zu den Priestern wiederum mehr als nur deutlich werden. Vergleiche hin oder her, Tatsache ist, dass vorliegendes Album ein wahrer Knaller des traditionellen Heavy Metals geworden ist. Schon der Einstieg "Metal Is Forever" macht klar, dass Scheepers und Konsorten eine ernstzunehmende Konkurrenz für sämtliche "Großen" dieses Genres geworden sind. Dieser Titel, programmatischer könnte nicht er gar sein, weißt uns den Weg über die gesamte Spielzeit. Weitere Titel aufzuzählen lohnt sich gar nicht, denn hier jagt ein Highlight das Nächste. Die in der Zwischenzeit reformierten PRIEST werden sich ordentlich anstrengen müssen, um ein Werk von vergleichbarer Qualität auf den Markt schmeißen zu können und auch ICED EARTH sollten, in Anbetracht der kommenden Europa-Tournee, auf der Hut sein um nicht von einer der Vorgruppen allabendlich an die Wand gespielt zu werden. Lang, lang ist´s her, aber nach 14 Jahren scheint der ultimative "Painkiller"-Nachfolger endgültig veröffentlicht worden zu sein (jetzt tun wir aber ein bissi bissi übertreiben, hm, Herr Scheuer? Andi).
Walter

SHINING FURY – Last Sunrise (Metal Blade/NSM)
Zunächst dachte ich, dass es sich bei SHINING FURY um einen Newcomer aus Italien handelt. Doch die in der Band involvierten Musiker und "Aushilfskräfte" sind keinesfalls unerfahrene Jungspunde, sondern viel mehr langgediente Mitglieder der italienischen Metal-Szene. Bandgründer und Drummer Ross Lukather war beispielsweise schon bei DEATH SS am Musizieren, mit LABYRINTH auf Tour und hat auch bei ATHENA mitgewirkt. Ihm zur Seite stehen unter anderem der ehemalige ATHENA-Sänger Francesco Neretti und an den Keyboards – allerdings nur "leihweise" - Oleg Smirnoff (ELDRITCH, DEATH SS und VISION DIVINE). Unterstützt wurde Ross auf "Last Sunrise" auch von den ELDRITCH-Musikern Terence Holler (V) und Martin Khyn (B). Zwar machen Namen alleine noch keine gute Scheibe aus, der Erfahrung und dem Können der genannten Herrschaften ist es aber zu verdanken, dass "Last Sunrise" ein immer wieder gerne gehörtes Stück Musik geworden ist. Zudem sind die melodiösen Metal-Kompositionen sehr prog-lastig geworden, wodurch sich bei jedem Durchlauf neue Feinheiten erkennen lassen. Daneben ist es SHINING FURY auch noch gelungen sich vom Großteil ihrer italienischen Kollegen abzuheben, was vor allem an den so gut wie nicht vorhandenen Klassikanteilen liegen dürfte. Die Kompositionen sind ausreichend songdienlich konzipiert, um nicht zur Selbstdarstellung der einzelnen Musiker zu verkommen, und werden mit der Zeit zu amtlichen Ohrwürmern. Bleibt nur zu hoffen, dass es zu einer Fortsetzung kommt!
Walter

EASY RIDER – Animal (Locomotive/NSM)
Trotz des eher unvorteilhaften Bandnamens - wir haben es mit einer ernstzunehmenden Metal-Formation und nicht mit einer Wochenend-Bikerfestival-Combo zu tun - konnte sich das spanische Quintett im Laufe ihrer fast fünfzehnjährigen Geschichte bereits einen recht guten Ruf erspielen. Zahlreiche Konzerte in ihrer Heimat Spanien lassen auf reichlich Gefolgschaft schließen. Karrierefördernd kommt auch noch die langjährige Kooperation mit ihrer Plattenfirma dazu, um nicht in Eigenregie auch noch den businesstechnischen Part übernehmen zu müssen, sondern um schlicht und ergreifend für die Musik verantwortlich zu sein. Diese kann grob als Power Metal US-amerikanischer Prägung mit einer mächtigen Portion NWOBHM bezeichnet werden. Auch einige Prog Metal-Versatzstücke können uns die Spanier anbieten, was "Animal" zu einer feinen Angelegenheit macht. Diese Tatsache und die einprägsame Stimme des amerikanischen Sängers Ron Finn, der sich hervorragend in das Bandgefüge einarbeiten konnte, lassen den Zuhörer immer wieder zu "Animal" greifen. Ich könnte mir vorstellen, dass EASY RIDER, nicht zuletzt auf Grund des englischsprachigen Gesanges, in unseren Breiten eher Zuhörer finden können als zahlreiche ihrer spanisch singenden Landsleute.
Walter

WUTHERING HEIGHTS – Far From The Madding Crowd (Locomotive/NSM)
Vor wenigen Monaten erst versetzte mich das Vorgängerwerk "To Travel For Evermore" in Entzücken. Doch siehe da, der skandinavischen (drei Dänen, zwei Schweden) Band WUTHERING HEIGHTS ist es gelungen diese Leistung mit "Far From The Madding Crowd" problemlos zu übertreffen. Im Unterschied zu zitiertem Vorgängerwerk ist diesmal Patrik Nils Johansson, der zuletzt mit ASTRAL DOORS für Aufsehen gesorgt hat, mit von der Partie. Allerdings ist der gute Mann hier kaum wiederzuerkennen. Es ist einfach unglaublich, über welch´ variable Stimme dieser junge Mann verfügt. Während er bei den "Türln" eher klassisch hardrockig im Sinne eines Glenn Hughes oder David Coverdale singt, zeigt er uns auf dieser Scheibe, dass er sich auch vor Vergleichen mit Prog Metal-Sangesbarden wie James LaBrie oder Andre Matos nicht zu verstecken braucht. Auf "Far From The Madding Crowd" haben die Herren in die ANGRA/SYMPHONY X–lastigen, symphonischen Progressive Metal-Kompositionen zahlreiche Folk-Einflüsse im Stile von FALCONER mit einfließen lassen, was dieser Band ungemein gut zu Gesicht steht. Das, im übrigen auf dem Konzept einer Fantasy-Story basierende, extrem abwechslungsreiche Album, auf dem vom folk-lastigen Flötengeträller bis hin zum reinrassigen symphonischen Speed Metal ALLES geboten wird, was sich das Bangerherz von einer Scheibe wünscht, zeigt uns WUTHERING HEIGHTS jetzt schon als eine der hoffnungsvollsten Bands für das noch junge Jahr 2004.
Walter

THUNDERSTONE – The Burning (Nuclear Blast/edel)
Trotz aller Beziehungen zu STRATOVARIUS-Mastermind Timo Tolkki hat es das Quintett rund um den ehemaligen ANTIDOTE-Gitarristen Nino Laurenne problemlos geschafft, sich stilistisch vom drohenden Schatten ihrer Landsleute fernzuhalten. Mehr noch, die fünf Finnen haben es geschafft, den bereits auf ihrem selbstbetitelten Debüt aus dem Jahre 2002 enthaltenen melodiösen Power Metal weiter zu veredeln. Trotz des permanenten Einsatzes eines Keyboards laufen THUNDERSTONE zu keiner Zeit Gefahr in die Kitsch-Abteilung abzudriften, denn dafür sind die Gitarren einfach zu heavy und prägnant. Noch dazu erschaffen eben genannte Klampfen auch fantastische Melodiebögen, die sich nicht so schnell aus den Gehörgängen entfernen lassen. Auch in Sachen Songwriting wirkt "The Burning" ausgereifter als das Debüt. Es scheint, als ob hier ein ganz großer Act für die nächsten Jahre heranwächst. So reiht sich vom Opener "Until We TouchThe Burning Sun" bis hin zum finalen Opus namens "Evil Within” nahezu Hit an Hit. THUNDERSTONE überzeugen sowohl im Up-Tempo-Bereich - wie beim erwähnten Eröffnungssong - genauso wie in melödioser, getragener Gangart. Als Referenzstück für Letztgenanntes sei vor allem der Überflieger "Mirror Never Lies" genannt. Diese Herrschaften MUSS man im Auge behalten!!
Walter

PINK CREAM 69 – Thunderdome (Steamhammer/edel)
Welch` eine Überraschung! Nach dem doch eher unspektakulären Wechsel zu Steamhammer haben die Pinkies anno 2004 aber nicht nur businesstechnische Neuigkeiten aufzuwarten. Das neue Album zeigt die Multi-Kulti-Truppe aus Karlsruhe von ihrer Schokoladenseite. "Thunderdome" hat über die gesamte Spielzeit feinsten melodiösen Hardrock zu bieten, wie ich ihn in den letzten Jahren immer wieder von der Band erhofft, jedoch leider immer nur ansatzweise erhalten habe. Nach einem kurzen Intro überzeugt der Titeltrack mit leichter AC/DC-Schlagseite, das darauffolgende "Gods Come Together" erweise sich als Ohrwurm par excellence. Im Prinzip sucht der Kritiker vergeblich nach Ausfällen. Das eher getragene "Carnaby Road" beispielsweise hätte schon damals auf "Games People Play" bestens funktioniert. Besagtes Album aus dem Jahre 1993, das in meinen Augen den Wendepunkt in der Karriere der Band darstellte, scheint gewissermaßen wie ein Schatten über dem Quartett gehangen zu sein. Mit "Thunderdome" ist dieser Standard locker erreicht und ich für meinen Teil denke, dass die Karriere der Band von jetzt an wieder ordentlich nach oben gehen wird.
Walter

SYMPHORCE – Twice Second (Metal Blade/NSM)
Man kann es drehen und wenden wie man will, meiner bescheidenen Meinung nach sind SYMPHORCE, bei aller Verehrung die ich BRAINSTORM gegenüber aufbringe, die anbetungswürdigere Formation, bei der Andy Franck seine Stimmbänder vibrieren lässt. Der progressive, teilweise recht moderne, Power Metal der "SYMPHORCIKER" trifft meine Geschmacksnerven beinahe zu 100%. Die Instrumentalfraktion wartet mit einigen Sahneteilen auf, dazu noch die Sangesleistung des Herrn Franck; Power Metaller, was willst Du mehr? Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass sich die Band mit dem Vorgänger "PhorcefulAhead" die Meßlatte selbst sehr hoch gelegt hat und es war auch nicht unbedingt zu erwarten, so ein Wunderwerk in derart kurzer zeit nochmals zu Gehör zu bekommen. Doch mit "Twice Second" sind SYMPHORCE ihrem eigenen Qualitätsstandard verdammt nahe gekommen. Schon der Opener "Fallen" zieht die Zuhörerschaft mit zwingenden Melodiebögen in seinen Bann, das folgende "Tears" kann das Niveau ebenfalls halten und überzeugt mit Gitarrenspielereien, die Cedric Dupont als Geheimtipp unter den Gitarrenhelden entpuppen. Kurzes Entsetzen meinerseits stellt sich lediglich bei "Cause Of Laughter" ein, da die Nummer im Ansatz schwer New Metal–lastig klingt, jedoch durch einen packenden, traditionell ausgerichteten Refrain, gerettet wird. Diese Idee will ich als Experiment verstanden wissen, es wäre nämlich sehr schade, wenn man in Zukunft nicht an den vorhandenen Qualitäten festhalten würde. Aber davon abgesehen, haben wir abermals ein Hammeralbum erhalten. Wie auch immer, "Twice Second" sollte SYMPHORCE endlich den längst verdienten Erfolg einbringen, denn ein Album dieser Qualität muss die Konkurrenz erst einmal abliefern!
Walter

DEATH MACHINE – Same (Sensory Dark/Point)
Hinter DEATH MACHINE verbergen sich im Prinzip die Zwillingsbrüder Jasun und Troy Tipton sowie Drummer Mike Guy, die zusammen auch bei ZERO HOUR aktiv sind. Scheinbar wurden sie von einem langjährigen Fan der Band namens Kirk solange angelabert, ein Nebenprojekt ins Leben zu rufen, bis die Begeisterung des Typen auf alle Beteiligten überschwappte (toll... Andi). In Zusammenarbeit mit Produzent Dino Alden liefern DEATH MACHINE nun also ihr Debütwerk ab, das nicht gerade leicht verdauliche Kost bietet. Bereits der Opener "Loss For Words" überzeugt durch rifflastige Brachialgewalt im Stile des Herren Devin Townsend. Riffmonsterattacken dieser Art ballern uns beinahe über die gesamte Spielzeit aus den Boxen entgegen. Allerdings lässt sich mitunter die eigentliche musikalische Herkunft der Tipton-Twins nicht verleugnen, denn bei "Last Breath" oder "Schmeg" sind feine Strukturen zu vernehmen, die auch zu Edel-Kompositionen aus dem Hause ZERO HOUR passen würden. Die gewaltigen Eröffnungsriffs von "Believing" könnten auch von NEVERMORE stammen, während "Cycle Of Conscience" vom Aufbau her ein wenig an ältere DEATH-Kompositionen erinnert. Trotz aller Brachialgewalt die uns hier in musikalischer Form entgegnet, wird nie vergessen für ausreichend Abwechslung zu sorgen, was dem Genuss der Scheibe sehr zugute kommt, da musikgewordene Brachialkultur längerfristig relativ eintönig klingt. Nur eines noch, meine Herrschaften: "moderne" Musik wie diese mag zwar auch nach dem nötigen Outfit verlangen, doch wie schon bei SLIPKNOT und Konsorten wirkt die Ansammlung von Faschingskostümen auch in diesem Fall einfach nur lächerlich.
Walter

DESTRUCTOR – Sonic Bullet (Auburn Records)
Es ist mittlerweile doch schon an die zwanzig Jahre her, dass sich die hiesige Metal-Gemeinde gen Cleveland/Ohio verbeugte. In jenen Tagen existierte in dieser amerikanischen Stadt eine florierende Metal-Szene, die immer wieder feine Bands hervorbrachte. Mit DESTRUCTOR ist eine jener anbetungswürdigen Formationen auch heute noch aktiv und mit Auburn Records konnte noch dazu jener Partner wieder gefunden werden, der uns 1985 das Debüt "Maximum Destruction" bescherte. Auf "Sonic Bullet", einer sogenannten "Extended EP" mit einer Gesamtspielzeit von knapp über 45 Minuten, offeriert uns das Quartett fünf neue, sprich 2003 aufgenommene, Songs, darunter den famosen Titelsong und einen nicht minder knallenden Hit namens "Heavy Artillery". Weiters bekommen wir zwei aus dem Jahr 2000 stammende Tracks präsentiert, und obendrauf Live-Versionen von "Iron Curtain" (aufgenommen in Cleveland, als man letztes Jahr für SLAYER eröffnen durfte) und "Pounding Evil", das im Jahre 2002 auf dem Classic Metal Festival mitgeschnitten wurde. DESTRUCTOR konnten letztes Jahr auch auf dem "Bang Your Head"-Festival in Balingen überzeugen, was bei dieser von der Band vorgetragenen Power/Thrash-Melange auch kein Wunder ist. Geradeaus, immer volles Rohr in Richtung der Zuhörerschaft, so präsentieren DESTRUCTOR ihre Geschosse. Anhänger des amerikanischen Power Metals mit mächtiger Thrash Metal-Schlagseite wissen hoffentlich, was zu tun ist und kontaktieren wegen dieser Scheibe wahlweise den Mailorder ihres Vertrauens oder wenden sich über www.auburnrecords.com direkt an das Label.
Walter

ASTERIUS – A Moment Of Singularity (Cruz Del Sur Music)
Es ist wohl keine besondere Novität mehr, wenn eine im Black Metal oder Gothic-Genre angesiedelte Band damit hausieren geht, dass zwei Sangespartner mit von der Partie sind. Im Falle der deutschen ASTERIUS sollte jedoch aufgemerkt werden. Mit den Herren Sir-I-Us und Andrash sind zwei männliche Sangesbarden bei ASTERIUS involviert, wobei Andrash mittelhoch und klar singt und dadurch auch für Traditionsmetaller von Interesse sein sollte, während Sir-I-Us eher für die grimmig klingenden Teile der Gesangsdarbietung zuständig ist. Die Musik des Quintetts lässt sich am ehesten als experimenteller, atmosphärischer Black Metal/Gothic-Mix beschreiben, wobei positiv zu erwähnen ist, dass das Hauptaugenmerk auf harten Metal gelegt wurde und auf allzu viel genretypischen Kitsch verzichtet wurde. Die Gesangsparts auf "A Moment In Singularity" sind fast brüderlich aufgeteilt worden, wobei die Stimmlagen der Vokalisten bestens mit den eigentlichen Stimmungen harmonieren. Nicht zuletzt dadurch ist das Album zu einer kurzweiligen, abwechslungsreichen Angelegenheit geworden, das seine Zuhörerschaft finden wird.
Walter

ALIAS EYE – A Different Point Of You (DVS//Musica)
Schon mit ihrem Debüt "Field Of Names” im Jahre 2001 gelang es dieser deutschen Band, für Aufsehen zu sorgen. Prog-Fans sollten sich diesen Namen notieren, denn das vorliegende Album "A Different Point Of You" zielt gekonnt in Richtung Art/Prog-Rock ab. Die Mannheimer zelebrieren feinen, dezent an englische Formationen vom Schlage MARILLION erinnernde Epen, deren Vielschichtigkeit erst nach mehrere Durchläufen so richtig zur Geltung kommt. Nichtsdestotrotz sind Songs wie der Opener "A Clown´s Tale" oder "Icarus Unworded" zwingende Kompositionen mit Wiedererkennungswert geworden. Sehr viel Wert scheint die Band auch auf musikalische Vielfalt und ausgeklügelte Arrangements zu legen. Bei "Your Other Way" ist ein Akkordeon zu vernehmen, dass den Song ein wenig in Richtung Chanson driften lässt, während bei "On The Fringe" auf ein Didgeridoo zurückgegriffen wurde, um den Song aufzulockern. Der Rausschmeißer in Form der lässig intonierten, jazzig angehauchten, Pianonummer "Too Much Toulouse" stellt ein weiteres Highlight dieses Albums dar, welches ALIAS EYE zu einem Geheimtipp des deutschen Prog-Rocks macht.
Walter

BLINDED COLONY – Divine (Scarlet/Point)
Von der "Göttlichkeit", die uns die Band mit diesem Album verkaufen will, sind BLINDED COLONY noch recht weit entfernt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Das schwedische Quintett existiert erst seit dem Jahre 2000 und vorliegendes Album stellt das Debüt der Band dar. Aus welchem Grund der frühere Bandname STIGMATA abgelegt wurde, bedarf wohl kaum weiterer Kommentare. Wer oder was die "Kolonie erblinden" ließ, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. Sehr wohl lässt sich aber feststellen, bei welchen Formationen die Burschen sehr genau und häufig hingehört haben. Ihre Landsleute von IN FLAMES und DARK TRANQUILITY scheinen es auch dieser Band besonders angetan zu haben, denn auch auf "Divine" wird Death Metal mit Melodien kombiniert, die bedenkenlos auch von traditionell orientierten Metallern liebgewonnen werden sollten. Allerdings reizen BLINDED COLONY die ganze Angelegenheit noch weiter aus als die bereits erwähnten Formationen. Songs wie "Selfobtained Paranoia" oder "Discrown The Holy" könnten mit klarem Gesang durchaus als Power Metal-Kompositionen durchgehen. Ich für meinen Teil kann mit den Songs an sich recht viel anfangen, im Laufe der Zeit stört allerdings der Gesang von Niklas Svensson, da er für Death Metal nicht tief genug ist und von "klar" auch nicht die Rede sein können.
Walter

VHÄLDEMAR – I Made My Own Hell (Arise/Point)
"I Made My Own Hell" ist das bereits zweite Werk dieses spanischen Quartetts mit dem nicht gerade Metal-typischen Bandnamen VHÄLDEMAR. Nach ihrem Debüt "Fight To The End", das im April 2002 das Licht der Plattenläden erblickte, haben sich die fünf Herren aber nicht auf die faule Haut gelegt, sondern gleich eifrig begonnen neue Songs zu schreiben. Im Gegensatz zu zahlreichen musizierenden Landsleuten setzen diese Iberer auf englischsprachigen Gesang, was zu ihrem "Euro-Metal" auch besser passt. Der Band-Slogan "100 % Energy, 100 % Heavy Metal" darf blind unterschrieben werden, weiters können die Spanier, nicht zuletzt ob des Gesanges von Carlos Escudero, als Mischung aus MANOWAR und GRAVE DIGGER bezeichnet werden. Den Instrumentalisten dürften aber auch die "üblichen Verdächtigen" aus Hamburg als Inspirationsquelle dienen, was "I Made My Own Hell" zu einer sehr einprägsamen und unterhaltsamen Angelegenheit macht. VHÄLDEMAR haben vom waschechten Speed Metal ("House Of War") über melodiöse Power Metal Songs ("Breakin´All The Rules") bis hin zu gefühlvollen Kompositionen wie "Old King´s Visions (Part II)" alles zu bieten, was das Bangerherz begehrt.
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LYNCH MOB – REvolution (Mascot)
Wie vor einigen Monaten angekündigt, ist George Lynch im Moment nicht nur wieder mit Jeff Pilson unter dem Banner LYNCH/PILSON am Musizieren, sondern hat auch LYNCH MOB wieder am Laufen. Als erstes Werk des wiedererstarkten MOB präsentiert uns der als etwas eigenwillig bekannte, amerikanische Gitarrist nun also "REvolution". In der aktuellen Besetzung mit Robert Mason (V), Anthony Esposito (B), Michael Frowein (D) und George liefert uns der MOB zwar keine neuen Songs, dafür aber einen feinen Querschnitt aus dem Schaffen des Herren und Meisters an der Klampfe. Die Songs wurden allerdings "aktualisiert", sprich neu eingespielt, soundtechnisch aufgepeppt und teilweise auch neu arrangiert. Diese Idee ist zwar nicht besonders innovativ, macht aber immerhin Hoffnung auf weitere neue Scheiben. Die Interpretationen der LYNCH MOB-Songs gehen auch voll in Ordnung, aber alte DOKKEN-Gassenhauer wie "Breaking The Chains" oder "Paris Is Burning" wirken für meinen Geschmack eher wie gekünstelt "moderne" Coverversionen. Vielleicht wollte uns George aber auch lediglich mitteilen, dass er heutzutage eine andere Auffassung von Rock´n´Roll hat, als sein Ex-Chef und er damals hatten.
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HIRAX – Barrage Of Noise (Deep Six Records)
Drehen wir das Rad der Zeit zurück und begeben uns ins Jahr 1985. In der Umgebung von San Francisco, jenem Gebiet, das unter dem Begriff "Bay Area" bekannt ist, formieren sich unzählige Bands um eine neue, schon damals revolutionäre Form des Heavy Metal zu präsentieren. Jener Stil ist mittlerweile zum Kult ernannt worden, zahlreiche Formationen ebenso. In den letzten Jahren und Monaten durften wir auch die eine oder andere Band abermals bejubeln, wie zuletzt DEATH ANGEL, die nach langjähriger Auszeit nun endlich wieder aktiv sind. Eine Band, die ebenfalls in Insiderkreisen zum Kultobjekt gemacht wurde, nennt sich HIRAX. Aushängeschild und Identifikationsfigur dieser Combo war und bleibt der farbige Sänger Kanton DePena. Nach einer Schaffenspause von gut 10 Jahren konnte auch er wieder Musiker rekrutieren, mit denen er den typischen Sound seiner Band zum besten geben kann. "Barrage Of Noise" nennt sich also das "aktuelle” Werk der Amis, das zwar bereits 2001 fertiggestellt wurde, jedoch erst jetzt auch in Europa einigermaßen promotet wird. Stilistisch hat sich seit den Achtzigern so gut wie nichts geändert. HIRAX brillieren nach wie vor mit grobschlächtigem Thrash Metal, der hart an der Grenze zum Hardcore anzusiedeln ist und stellen somit das Bindeglied zwischen EXODUS und DRI dar. Fans von "damals", aber auch Jungspunde, die endlich wissen wollen, was die älteren Herrschaften immer als "Kult" bezeichnen, sei dieses Werk ans Herz gelegt. Zu erhalten ist "Barrage Of Noise" mit Sicherheit beim Label direkt (www.deepsixrecords.com) oder über die belgische Promagentur der Band. (www.hardebaran.com)
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INVOCATOR – Through The Flesh To The Soul (Scarlet/Point)
Der Name INVOCATOR sollte eigentlich noch ein Begriff sein, veröffentlichten die dänischen Thrasher doch in den frühen 90er Jahren einige feine Thrash-Granaten. Nach dem Ende der Band im Jahre 1995 war es relativ still um die einzelnen Musiker geworden, nur Sänger Jacob Hansen konnte sich als Produzent etablieren. Seit gut zwei Jahren ist man nun aber wieder damit beschäftigt neue Songs zu schreiben. Das aktuelle Werk "Through The Flesh To The Soul" klingt allerdings deutlich anders als seine Vorgängerwerke. Orientierten sich die Dänen damals noch recht deutlich an brutalen Thrash Metal- Bands wie DARK ANGEL, so ist nun wesentlich mehr Melodie zu vernehmen. Ein ähnlicher stilistischer Wechsel ist vor einigen Jahren auch den Belgiern CHANNEL ZERO gelungen, die mir beim Hören von "Through The Flesh To The Soul" ab und zu in den Sinn kommen. In dieser Form und mit diesem Album in der Hinterhand könnte INVOCATOR für das kommende Jahr die eine oder andere Festivalverpflichtung ins Haus flattern. Alle Thrash Metal-Fanatiker werden an dieser Scheibe, die noch dazu mit einem ungemein heftigen und furztrockenem Sound ausgestattet wurde, ihre helle Freude haben.
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SEVEN SERAPHIM – Believe In Angels (Scarlet/Point)
Was dieses amerikanische Quartett mit seinem Debüt hier abliefert, wird mit Sicherheit ein heißer Anwärter auf eine sogenannte Plus/Minus-Kritik. Die Mischung aus bombastischem Symphonic Metal und mehr als nur Prog-lastigen Frickeleien alleine sollte ausreichen, um wahlweise Begeisterung auszulösen, oder den Zuhörer schlicht weglaufen zu lassen. Die Grenzen der genannten Stile werden jedoch mächtig ausgereizt und mit Greg Hupp haben SEVEN SERAPHIM auch noch einen Sänger in ihren Reihen, der wegen seiner hohen, teilweise "gekünstelt" wirkenden Stimme, für noch mehr Unstimmigkeiten sorgen wird. Meine Wenigkeit hat musikalisch nicht das geringste Problem mit der Band, denn Songs, wie das verschachtelte, aber dennoch mit eingängigem Refrain und Hookline ausgestatte "Anastasia" oder "Cyanide By The Moonlight", das wie eine Jam-Session von DREAM THEATER und SYMPHONY X nach Konsum einer Flasche Helium für alle Beteiligten klingt, sind wahre Hämmer geworden. Wenn man sich erst an den Gesang gewöhnt hat, was zugegebenermaßen eine Weile dauert, steht einer langfristigen Fan-Beziehung zu SEVEN SERAPHIM nichts mehr im Wege.
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SUN CAGED – Same (Lion/Musica)
In den Niederlande scheint sich eine phantastische Progressive Metal-Szene entwickelt zu haben. Nicht nur mir sollte aufgefallen sein, dass die bekannteren Vertreter dieses Genres bei jedem auch noch so kurzem Europa-Trip zumindest einmal Station in jenem Land machen. Nebenbei haben sich auch einheimische Bands gut entwickelt und legen immer wieder Veröffentlichungen vor, die mehr als nur beachtlich sind. Mit SUN CAGED ist eine weitere Formation in diesem Zusammenhang zu nennen. Die vom ehemaligen LEMUR VOICE-Gitarristen Marcel Coenen und ex-WITHIN TEMPTATION-Drummer Mario Leeflang gegründete Band hat zwar schon mit einer ebenfalls selbstbetitelten Mini-CD im Underground für Aufsehen gesorgt, allerdings dürfte erst jetzt mit einem Label im Rücken einigermaßen Feedback zu erhalten sein. Wie auch immer, SUN CAGED haben es verdient gehört zu werden. Wer diese Kompositionen erst einmal intensiv gehört hat, den lassen die Songs auch nicht mehr so schnell los. Die Instrumentalfraktion versteht ihr Handwerk vorzüglich und vergisst trotz aller Frickel-Parts nicht sowohl song- wie auch banddienlich aufzuspielen. Abgesehen davon haben die Niederländer mit Andre Vuurboom (ex-IMPERIUM; falls zufälligerweise jemand deren einzige CD "Too Short A Season" erspäht, möge er sich diese SOFORT zulegen, glaubt mir – der Verf.) einen Sänger in ihren Reihen, der über eine wunderbare und zugleich einprägsame und prägnante Stimme verfügt. In manche Passagen, und zwar vor allem dann, wenn er besonders viel Leidenschaft in den Ausdruck legt und dadurch eine Spur höher singt als im "Normalfall", erinnert mich Andre ein wenig an den jungen Buddy Lackey. Was das jetzt für Euch bedeutet, ist hoffentlich klar, oder? K-A-U-F-E-N !
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ROB LAMOTHE, CRAIG ERICKSON & THE VOODOO BROTHERS – Ride (Mascot)
Es gibt Kollaborationen im Rock-Business, die scheinen schon von Beginn an wie geschaffen dafür zu sein, perfekt zu harmonieren. Ein Partner ergänzt den anderen und heraus kommt ein Album, dass so ziemlich alle Käuferschichten ansprechen sollte. Mit einer solchen Liasion haben wir es auch im vorliegenden Fall zu tun. Das Duo Rob Lamothe (V, ex-RIVERDOGS) und der Gitarrenheld Craig Erickson passt musikalisch zusammen wie beispielsweise Tipton/Downing oder Blackmore/Lord. Zusammen haben die beiden Herren ein klassisches Rockalbum aufgenommen, bei dem der Blues genauso aus den Boxen quillt, wie trockener, erdiger Rock. Das Hauptaugenmerk wird allerdings dem Blues geschenkt, was hervorragend zu Rob´s Stimme passt. Zwar ist das vorliegende Album noch immer kein vollwertiger Ersatz für ein vollständiges Album der RIVERDOGS, wer sich aber vom angenehmen Organ Rob´s verzaubern lassen will und nebenbei noch bei feinen Blueskompositionen die Seele baumeln lassen möchte, ist mit "Ride" bestens bedient.
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