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CDs
RHAPSODY - Tales From The Emerald
Sword Saga (LMP/edel)
Eine "Best Of" von Rhapsody? Na okay,
die zwei Minuten hab´ ich auch noch. Im Ernst: man braucht diese
Band nicht zu mögen, man darf sie zurecht bescheuert finden. Aber
man muss ganz objektiv sagen, dass Rhapsody in ihrer Nische die Besten
sind. Keine andere Combo setzt diesen Ritter-Drachen-Symphonic-Quatsch
besser in Szene, niemand sonst reizt derartige (von Ronnie James schon
vor Jahrhunderten totgesunge) Klischees solchermaßen aus bis zum
letzten, keine andere Band produziert bessere La-La-Lalalala-La Hymnen.
Und, um die Ärze zu zitieren: "maaanchmaaaal, aber nur maaanchmaaaal"
tut selbst uns True-Metal-Hassern ein klein wenig Rhapsody doch ganz gut.
Ich rede hier nicht nur von Telefonaten mit 5jährigen Cousins, in
denen man gefragt wird, ob man nicht doch in seinem Archiv was passendes
für ihre Geburtstagsparties hat. Ich rede hier auch nicht nur von
obskuren Alkohol-Exzessen, wo einem schlicht und einfach schon blunz´n
ist, was man um drei Uhr morgens unterm Tisch liegend zu Gehör bekommt.
Nein, ich rede hier auch von Momenten großer Freude; Momenten, in
denen man eins mit sich und der Welt ist. Wenn man sich z.b. nach einem
knappen (aber verdienten!) Auswärtsieg bei den Furchentretern des
SV Altruppersdorf auf der Rückfahrt befindet und auf die Autobahn
auffährt, den entscheidenden Treffer noch klar vor den Augen. Dann,
mein lieber Herr Gesangsverein, dann ist die Zeit reif für "Land
Of Immortals", "Holy Thunderforce" oder "March Of
The Swordmaster". Jawoll, Hirn raus, 5. Gang rein, end deim hes nau
kam tu reeeeiiiid, biihiifooooor se end of se neeeiiiiid... Vollgas! Und
außerdem: Wer in einem seiner (auch hierauf vertretenen) Songs der
besten TV-Serie aller Zeiten Tribut zollt, der kann ein ganz Böser
nicht sein. In diesem Sinne: March on, my little "Knightrider Of
Doom"! VÖ: 23. Februar.
Andi
FORCE OF EVIL Same (Escapi/Musica)
Da KING DIAMOND im Moment
eher seine gleichnamige Band forciert, bleiben MERCYFUL FATE offenbar
auf der Strecke. Aber kein Grund zur Beunruhigung, denn wie bekannt sein
dürfte, starten Musiker mit jeder Menge Zeit schlicht und ergreifend
eine Zweitband. Im Falle der MF-Gitarristen Henk Shermann und Michael
Denner wurde die Sache FORCE OF EVIl genannt. Weil deren Idee offensichtlich
gut angekommen ist, konnte auch ihr MF-Kollege Bjarne T. Holm für
das Schlagzeug gewonnen werden, während mit Hal Patino ein Mann von
KING DIAMOND den Bass bedient. Hätte nur noch gefehlt, dass der King
persönlich den Gesang übernommen hätte. Dieser wurde aber
von Martin Steene (IRON FIRE) tadellos erledigt. Was die Songs betrifft,
kann festgestellt werden, dass der MERCYFUL FATE Schatten nicht
ganz abgelegt werden konnte. Immer wieder erinnern Passagen an das eigentliche
Betätigungsfeld des Songwriter-Duos Shermann/Denner. Vor allem das
leicht orientalisch anmutende "Mindbreaker" und "Fountain
Of Grace" hätten auch auf die letzten MF-Releases gepasst. Generell
bekommt man von FORCE OF EVIL relativ geradlinigen, düsteren Heavy
Metal geboten. Das Tempo ist zum größten Teil eher gemächlich
gehalten, was den Kompositionen jedoch noch mehr Druck verleiht. Die Gesangsleistung
von Martin Steene darf ebenfalls beklatscht werden, denn zu dieser Art
Musik passt sein Organ doch um einiges besser als zu den IRON FIRE´schen
Up-Tempo-Songs. Als "Newcomer" wären FORCE OF EVIL ein
ganz heißer Tipp für den traditionellen Metal, durch den Bekanntheitsgrad
der involvierten Musiker wäre alles andere als ein Knaller eine glatte
Enttäuschung gewesen. Allerdings bin ich gespannt, was sich der Diamantenkönig
für sich und seine Knaben als Nächstes einfallen wird lassen.
Sollte demnächst ein neues MERCYFUL FATEAlbum anstehen, befürchte
ich, dass FORCE OF EVIL eine einmalige Angelegenheit bleiben, aber warten
wir´s ab.
Walter
NEW
MACHINE Same (Mascot)
David Garcia und Bob Gilmartin nennen sich die beiden Musiker, deren musikalische
Zusammenarbeit unter dem Namen NEW MACHINE vor kurzem in die Läden
gestellt wurde. Während David für Schlagzeug und Keyboards verantwortlich
war, hat Bob sämtliche Saiteninstrumente eingespielt. Freundschaftlich
geteilt wurde der Gesang, wobei kaum größere Unterschiede zwischen
den beiden Stimmen feststellbar sind. Die beiden Herren kennen einander
bereits seit langer Zeit und neben persönlicher Freundschaft war
es vor allem die Musik, welche die beiden verbunden hat. NEW MACHINE erfinden
zwar nichts Neues, aber wer gerne englischen Progressive Rock im Stile
von MARILLION in Verbindung mit neueren RUSH und orchestralen Arrangements,
wie wir sie von KANSAS her kennen, mag, wird hier bestens bedient. Mitunter
erinnern NEW MACHINE auch an YES, vor allem was die ausladenden Instrumental-Parts
betrifft, sind sie nicht allzu weit davon entfernt. Die Songstrukturen
sind zwar nicht immer leicht nachvollziehbar, durch abwechslungsreiche
Arrangements und immer wieder vorhandene Tempowechsel, wird die Scheibe
aber vor aufkommender Langeweile bewahrt.
Walter
MISERY
INC: - Yesterday´s Grave (Golden Core/ZYX)
Aus dem schier unerschöpflichen Reservat an finnischen Nachwuchsbands
präsentiert sich mit MISERY INC. eine weitere talentierte Formation,
die auszieht um die Metalwelt zu erobern. Das noch recht jugendliche Quintett
wurde erst 2001 gegründet und spielte in dieser Zeit bereits drei
Demos ein, von denen das letzte namens "Suicide Serenade", ebenso
wie vorliegendes Album, von THUNDERSTONE-Mastermind Nino Laurenne produziert
wurde. Genanntes Demo brachte auch einen Plattendeal ein, was nicht verwunderlich
ist, denn hier wird Qualitätsware abgeliefert. Es gelingt MISERY
INC. vorzüglich heftige Gitarrenattacken mit typisch finnischer Melancholie
zu paaren, wobei ich meine, dass von ihren Landsleuten kaum jemand zu
den Hauptinspirationsquellen des Fünfers gezählt werden kann.
Bloß die eher beklemmende Atmosphäre erinnert ein wenig an
ältere AMORPHIS oder SENTENCED. Ansonsten dürften Bands wie
METALLICA (zur Zeit des "Schwarzen" Albums) und melodiöse
Death Metaller aus dem benachbarten Schweden eher zu den Idolen dieser
finnischen Jünglinge gehören. Die kraftvolle Stimme von Jukkis
Huuhtanen verleiht den Songs eine einzigartige Note und lässt "Yesterday´s
Grave" immer wieder im CD-Schacht rotieren.
Walter
ECLIPSE
ETERNAL Same (Eigenpressung)
Über den Namen ECLIPSE ETERNAL bin ich zum ersten Mal im Zusammenhang
mit EIDOLON gestolpert, hat doch Voldamares Gollum, seines Zeichens Sänger
von ECLIPSE ETERNAL, auf der letzten EIDOLON-Scheibe im Hintergrund für
einige grimmige Gesänge sorgen dürfen (Super! Endlich wissen
wir das auch... Andi). Im Gegenzug wurde vorliegende Scheibe von EIDOLON-Mastermind
Glen Drover nicht nur produziert, er hat auch einige Gitarrenparts eingespielt.
Das kanadische Trio, das neben besagtem Sangesbarden auch noch aus den
Herren Lord Abaddon (B und G) und Wulfgar (D) besteht, versucht also nun
mit dieser Eigenproduktion in der Szene Fuß fassen zu können.
Wie die herrlichen Pseudonyme der Herrschaften bereits verraten, haben
wir es mit Black Metal zu tun. Trotz aller musikalischer Rohheit, die
den Großteil der Kompositionen dominiert und die durch den eher
spartanischen Sound noch unterstützt wird, verstehen es ECLIPSE ETERNAL
aber auch orchestrale, schwer DIMMU BORGIR-lastige Parts in ihrem Sound
zu integrieren. Mitunter bolzen die Herrschaften ordentlich, um dann wieder
atmosphärisch vorzutragen, was für Abwechslung und spannende
Songaufbauten sorgt. Lediglich der Gesang von Voldamares Gollum ist ein
wenig gewöhnungsbedürftig, pendelt dieser doch zwischen heiserem
Krächzen und grimmigem Gegurgel hin und her, was im Black Metal ja
fast schon Usus ist. Genreüblich sind natürlich auch das Make-Up
(Korpspänt haßt des! Andi) die Texte und die "Message"
des Albums, das gegen sämtliche Religionen, im speziellen aber gegen
Anhänger vom Propheten Jehova und solche des Korans gerichtet ist.
Wie zahlreiche andere Schwarzmetaller auch, versuchen uns ECLIPSE ETERNAL
mit ihren Statements Furcht einzujagen. Ich zitiere wörtlich: "...your
time is over, forever live in fear of the Unholy Blackend Empire where
you will no longer be allowed to exist. Is´ klar, Jungs. Der
Kakao ist schon fertig, aber vorher wird noch das Lego aufgeräumt....
(und danach ab in die Heia! Andi).
Walter
BLIND
ALLEY Infinity Ends (AOR Heaven/Point)
Die Geschichte von BLIND ALLEY ist unmittelbar mit jener der schwedischen
Band FORTUNE verbunden (na bravo, das fängt ja gut an.... schnarch,
Andi). Magnus Olsson (laut Infoblatt zuständig für Instruments
& Programming) sowie Hans Dimberg (V) musizierten auch schon bei FORTUNE
gemeinsam und bilden nun den Kern von BLIND ALLEY. Allerdings war Hans
bei FORTUNE noch als Sänger mit von der Partie. Unterstützt
werden die zwei Herren auf "Infinity Ends" noch von Pierre Glans,
der sämtliche Gitarren eingespielt hat. In dieser Besetzung konnte
man bereits im Jahre 2001 für Furore sorgen, war damals doch das
Debüt der Band namens "On The Way" über mp3.com erhältlich
und dürfte auf diesem Weg auch zu akzeptablen Verkaufsergebnissen
geführt haben. Mit AOR Heaven hat man nun auch ein Label im Rücken
um nicht zuletzt die Möglichkeit einer regulären und herkömmlichen
Veröffentlichung, sprich das Album auch über den Handel in Umlauf
bringen zu können, zu genießen. Auf "Infinity Ends"
dominieren eingängige Melodien, die vom Keyboard zwar dominiert,
jedoch aufgrund der immer wieder quasi als Gegenpart vorhandenen Gitarre,
aber nie zu sehr verwässert wirken. Die Gesangsdarbietung von Hans
Dimberg passt dazu ebenfalls, seine Stimme könnte ich mir auch im
Pop-Bereich gut vorstellen. Allzu weit davon sind BLIND ALLEY aber ohnehin
nicht entfernt. Bei rockorientierten Radiosendern sollte "Infinity
Ends" zu zahlreichen Einsätzen kommen, denn genau da dürfte
die Zielgruppe auszumachen sein.
Walter
BALTIMOORE
Ultimate Tribute (Lion/Musica)
Wie der Titel der Scheibe bereits verkündet, haben sich BALTIMOORE
dazu entschlossen, ihren Helden Tribut zu zollen. Da es sich bei besagter
Band im Prinzip um das Solo-Projekt des Schweden Björn Lodin handelt,
kann aller Wahrscheinlichkeit nach von seinen persönlichen Favoriten
gesprochen werden. Wie bekannt sein dürfte, ist Björn schon
länger im Geschäft, weshalb die Bandzusammenstellung auf besagter
Scheibe auch nicht verwunderlich ist. Huldigungen ergehen an BLACK SABBATH,
DEEP PURPLE, AC/DC, RAINBOW und einige andere. Wären die Songs in
alphabetischer Reihenfolge, könnte man fast meinen ein musikgewordenes
Rocklexikon vor sich zu haben. Björn und seine Mannschaft - Ian Haugland
(D, EUROPE), Thomas Larsson (G, Glenn HUGHES) und Basser Weine Johansson
verstehen ihr Handwerk, weshalb auch keiner der Songs in irgendeiner
Form "vergenusswurschtelt" wurde. Allerdings frage ich, ob irgendjemand
bereit ist sein Geld in eine Veröffentlichung dieser Art zu investieren.
Vielleicht wollten sich BALTIMOORE eher auf diesem Weg wieder in Erinnerung
rufen, um demnächst auch mit neuen Kompositionen aufzuwarten.
Walter
FRAGMENTS
OF UNBECOMING Skywards A Sylphe´s Ascension (Metal Blade/NSM)
Der Name FRAGMENTS OF UNBECOMING kursierte bis vor kurzem noch in den
Tiefen des Underground. Erst 2002 veröffentlichte diese deutsches
Quartett ihre erste Mini-CD mit dem Titel "Bloodred Tales / Chapter
I The Crimson Season". Ein Werk, das nachhaltig Eindruck hinterlassen
hat. So durften wir die Band auf einem "Unerhört"-Sampler
des ROCK HARD ebenso bestaunen wie auf einer Ausgabe der "Metal Crusade"
von den Kollegen vom HOW. Beachtlich für eine Nachwuchstruppe, aber
erst der Anfang, denn fast zeitgleich mit den Beiträgen auf diesen
Samplern wurde auch Metal Blade auf die Band aufmerksam und so kam es
im Mai letzten Jahres zur Vertragsunterzeichnung. Als erstes Produkt dieser
Liasion offeriert uns die Band nun also "Skywards / Chapter II
A Sylphe´s Ascension". Die vier jungen Herren präsentieren
recht abwechslungsreichen Death Metal, der neben der zu erwartenden Brachialität
auch genügend Spielraum für technische Finessen und melodische
Einsprengsel lässt. Durch die Verwendung von Akustik-Gitarren bei
Songs wie "Mesmerized" stellen diese den optimalen Gegenpart
zu Dampfhämmern wie "Scattered In The Four Winds" dar.
Ab und zu geht es auch groove-betont zur Sache, was die Sache ziemlich
auflockert. Mir persönlich schmeckt das leckere Death Metal-Menü
dann am besten, wenn das Tempo innerhalb eines Songs wechselt. Als Beispiel
dafür sei "Insane Chaosphere" genannt, das zu Beginn schleppend
aus den Boxen kriecht um dann als Up-Tempo-Bolzen reihenweise Headbanger
zu köpfen.
Walter
MISTER
KITE The Hunger (Lion/Musica)
Diese Single ist als Appetizer für das kommende Album "Box Of
Fear gedacht. Neben den beiden vom Album stammenden Songs "The
Hunger" und "How Long" haben MISTER KITE dafür auch
noch den alten DEEP PURPLEGassenhauer "Bloodsucker" eingespielt.
Dabei ziehen sich die fünf Herrschaften recht beachtlich aus der
Affäre, schaffen sie es doch trotz der Nähe zum Original dem
Song einen modernen Anstrich zu verpassen. Generell scheinen sich MISTER
KITE an den Größen der Rockszene zu orientieren. Der Titelsong
erinnert einigermaßen an LED ZEPPELIN, wobei aber auch durchaus
SOUNDGARDEN als Vergleich herhalten dürfen, aber die waren ja ohnehin
nie allzu weit vom "Luftschiff" entfernt. "How Long"
dagegen geht nach eher verhaltenem Beginn so richtig ins Gebein; diese
Nummer wird wohl ein richtiger Rockdiskotheken-Feger werden. Vom Material
der Band scheint auch Meister DIO überzeugt zu sein, schließlich
wird der Herr wohl wissen, warum er ausgerechnet MISTER KITE für
seine letzte Skandinavien-Tour als Support auserwählt hat. Macht
richtig Appetit auf das gesamte Album!
Walter
HYPOCRISY
The Arrival (Nuclear Blast/edel)
Auf der letzten Scheibe "Catch 22 hatte sich Peter Tägtgren
doch einigermaßen von seiner nebenberuflichen Tätigkeit bei
PAIN beeinflussen lassen, wodurch das Album einigermaßen untypisch
geworden ist. Auf "The Arrival", dem aktuellen Output der Schweden,
wird uns einmal mehr griffiger, groove-betonter Death Metal geboten. Typisch
HYPOCRISY könnte man sagen, allerdings haben es sich Peter und seine
Mitstreiter nicht nehmen lassen, einige auflockernde Elemente einzubauen,
was dem Hörgenuss zugute kommt. Der Opener "Born Dead Buried
Alive" streckt den Zuhörer nieder, quasi eine Tägtgren-Linke
gleich als Einstieg. Das folgende "Eraser" (mein Fave auf dem
Album, Andi) beginnt zunächst eher verhalten um dann die nächste
Keule auszupacken und die Zuhörerschaft knapp vor dem K.O. zurückzulassen.
Bei "Stillborn" warten uns HYPOCRISY beinahe schon SIX FEET
UNDERmäßiges Riffing auf, während "Slaves To
The Parasites" mit viel Melodie ausgestattet wurde. Gerade dieser
Song sollte sich als Live-Abräumer der Sonderklasse entpuppen. Bei
"The Abyss" klingt Peter sogar fast schon TYPE O NEGATIVE verdächtig,
ohne zu vergessen, der Nummer die für ihn typische Duftmarke zu verpassen.
Mit "The Arrival" werden es HYPOCRISY schaffen ihre ohnehin
schon mächtige Fanbase weiter auszubauen,
Walter
FRAMESHIFT
Unweaving The Rainbow (Progrock Records/JustforKicks)
Initiator und Cheffe von FRAMESHIFT ist der deutsche Musiker Henning Pauly.
Im Alter von 22 Jahren zog es den jungen Mann in Richtung der Vereinigten
Staaten, um auf dem Berklee College von Boston Musik zu studieren. Scheinbar
war Henning vom Ami-Land dermaßen angetan, dass er es vorzog seiner
alten Heimat den Rücken zuzuwenden (Ob Deutschland oder USA is eh
a scho blunz´n irgendwie... Andi). Da Musik seinen Lebensunterhalt
darstellt, versucht er nun mit FRAMESHIFT reussieren zu können. "Unweaving
The Rainbow" zeichnet sich durch fein strukturierten Prog Rock aus,
der immer wieder durch Sequenzen, die Soundtrack-lastig klingen, aufgelockert
wird. Als Sänger ist kein geringerer als DREAM THEATER-Mann James
LaBrie zu hören. Weitere Unterstützung erhielt Henning unter
anderem von seinem Bruder Eduard, der den Schlagzeug-Part übernahm.
Unbedingt erwähnt werden muss noch ein Herr namens Matt Cash, der
für das lyrische Konzept von "Unweaving The Rainbow" verantwortlich
ist. Dieses beruht auf dem gleichnamigen Buch des amerikanischen Wissenschafters
Richard Dawkins, der sich mit den Evolutionstheorien von Charles Darwin
auseinander setzte und dessen Lehre weiterführt. Als Leitfaden kann
festgehalten werden, dass sich vorliegendes Album mit der Stellung der
Wissenschaft in unserer Gesellschaft und deren Auswirkung auf die heutige
Kultur auseinandersetzt. Ähnlich schwer zu begreifen wie der lyrische
Hintergrund des Werkes ist auch die Musik, die einige Durchläufe
benötigt, um richtig aufgenommen werden zu können. Eine intensive
Beschäftigung mit "Unweaving The Rainbow" lohnt sich aber
in jedem Fall, schon allein wegen der eher untypischen, einfühlsamen
Gesangsdarbietung des Herren LaBrie.
Walter
DRUM
NATION Volume One (Magna Carta)
Die Zeitschrift "Modern Drummer (wer liest sie nicht...außer
mir, Andi) und Magna Carta präsentieren uns einen Sampler, der nahezu
ausschließlich für Schlagzeuger interessant sein dürfte.
Es sei denn, man zählt zu den Liebhabern von Instrumentalkompositionen,
die noch dazu schwer Rhythmus-lastig aufgebaut sind. Sicherlich ist es
beeindruckend, was Herren wie Bill Bruford oder Terry Bozzio von ihren
Hockern aus zu leisten im Stande sind, der musikalische Genuß bleibt
Nicht-Drummern jedoch eher vorenthalten. Die Idee eines solchen Albums
ist mit Sicherheit gut, ob sich diesbezüglich allerdings Käufer
finden werden, wage ich zu bezweifeln.
Walter
PRIMAL
FEAR Devil´s Ground (Nuclear Blast/edel)
Sie machen es sich nicht gerade einfach, die Herrschaften von PRIMAL FEAR.
Schon seit der Veröffentlichung ihres Debütwerkes im Jahre 1998
musste das Quintett immer wieder Vergleiche mit JUDAS PRIEST über
sich ergehen lassen, die allerdings anlässlich der letzten Scheibe
"Black Sun" im Jahre 2002 einigermaßen verstummt sind.
Zu "Devil´s Ground", dem mittlerweile fünften Album
der süddeutschen Band, werden aber die Vergleiche zu den Priestern
wiederum mehr als nur deutlich werden. Vergleiche hin oder her, Tatsache
ist, dass vorliegendes Album ein wahrer Knaller des traditionellen Heavy
Metals geworden ist. Schon der Einstieg "Metal Is Forever" macht
klar, dass Scheepers und Konsorten eine ernstzunehmende Konkurrenz für
sämtliche "Großen" dieses Genres geworden sind. Dieser
Titel, programmatischer könnte nicht er gar sein, weißt uns
den Weg über die gesamte Spielzeit. Weitere Titel aufzuzählen
lohnt sich gar nicht, denn hier jagt ein Highlight das Nächste. Die
in der Zwischenzeit reformierten PRIEST werden sich ordentlich anstrengen
müssen, um ein Werk von vergleichbarer Qualität auf den Markt
schmeißen zu können und auch ICED EARTH sollten, in Anbetracht
der kommenden Europa-Tournee, auf der Hut sein um nicht von einer der
Vorgruppen allabendlich an die Wand gespielt zu werden. Lang, lang ist´s
her, aber nach 14 Jahren scheint der ultimative "Painkiller"-Nachfolger
endgültig veröffentlicht worden zu sein (jetzt tun wir aber
ein bissi bissi übertreiben, hm, Herr Scheuer? Andi).
Walter
SHINING
FURY Last Sunrise (Metal Blade/NSM)
Zunächst dachte ich, dass es sich bei SHINING FURY um einen Newcomer
aus Italien handelt. Doch die in der Band involvierten Musiker und "Aushilfskräfte"
sind keinesfalls unerfahrene Jungspunde, sondern viel mehr langgediente
Mitglieder der italienischen Metal-Szene. Bandgründer und Drummer
Ross Lukather war beispielsweise schon bei DEATH SS am Musizieren, mit
LABYRINTH auf Tour und hat auch bei ATHENA mitgewirkt. Ihm zur Seite stehen
unter anderem der ehemalige ATHENA-Sänger Francesco Neretti und an
den Keyboards allerdings nur "leihweise" - Oleg Smirnoff
(ELDRITCH, DEATH SS und VISION DIVINE). Unterstützt wurde Ross auf
"Last Sunrise" auch von den ELDRITCH-Musikern Terence Holler
(V) und Martin Khyn (B). Zwar machen Namen alleine noch keine gute Scheibe
aus, der Erfahrung und dem Können der genannten Herrschaften ist
es aber zu verdanken, dass "Last Sunrise" ein immer wieder gerne
gehörtes Stück Musik geworden ist. Zudem sind die melodiösen
Metal-Kompositionen sehr prog-lastig geworden, wodurch sich bei jedem
Durchlauf neue Feinheiten erkennen lassen. Daneben ist es SHINING FURY
auch noch gelungen sich vom Großteil ihrer italienischen Kollegen
abzuheben, was vor allem an den so gut wie nicht vorhandenen Klassikanteilen
liegen dürfte. Die Kompositionen sind ausreichend songdienlich konzipiert,
um nicht zur Selbstdarstellung der einzelnen Musiker zu verkommen, und
werden mit der Zeit zu amtlichen Ohrwürmern. Bleibt nur zu hoffen,
dass es zu einer Fortsetzung kommt!
Walter
EASY
RIDER Animal (Locomotive/NSM)
Trotz des eher unvorteilhaften Bandnamens - wir haben es mit einer ernstzunehmenden
Metal-Formation und nicht mit einer Wochenend-Bikerfestival-Combo zu tun
- konnte sich das spanische Quintett im Laufe ihrer fast fünfzehnjährigen
Geschichte bereits einen recht guten Ruf erspielen. Zahlreiche Konzerte
in ihrer Heimat Spanien lassen auf reichlich Gefolgschaft schließen.
Karrierefördernd kommt auch noch die langjährige Kooperation
mit ihrer Plattenfirma dazu, um nicht in Eigenregie auch noch den businesstechnischen
Part übernehmen zu müssen, sondern um schlicht und ergreifend
für die Musik verantwortlich zu sein. Diese kann grob als Power Metal
US-amerikanischer Prägung mit einer mächtigen Portion NWOBHM
bezeichnet werden. Auch einige Prog Metal-Versatzstücke können
uns die Spanier anbieten, was "Animal" zu einer feinen Angelegenheit
macht. Diese Tatsache und die einprägsame Stimme des amerikanischen
Sängers Ron Finn, der sich hervorragend in das Bandgefüge einarbeiten
konnte, lassen den Zuhörer immer wieder zu "Animal" greifen.
Ich könnte mir vorstellen, dass EASY RIDER, nicht zuletzt auf Grund
des englischsprachigen Gesanges, in unseren Breiten eher Zuhörer
finden können als zahlreiche ihrer spanisch singenden Landsleute.
Walter
WUTHERING
HEIGHTS Far From The Madding Crowd (Locomotive/NSM)
Vor wenigen Monaten erst versetzte mich das Vorgängerwerk "To
Travel For Evermore" in Entzücken. Doch siehe da, der skandinavischen
(drei Dänen, zwei Schweden) Band WUTHERING HEIGHTS ist es gelungen
diese Leistung mit "Far From The Madding Crowd" problemlos zu
übertreffen. Im Unterschied zu zitiertem Vorgängerwerk ist diesmal
Patrik Nils Johansson, der zuletzt mit ASTRAL DOORS für Aufsehen
gesorgt hat, mit von der Partie. Allerdings ist der gute Mann hier kaum
wiederzuerkennen. Es ist einfach unglaublich, über welch´ variable
Stimme dieser junge Mann verfügt. Während er bei den "Türln"
eher klassisch hardrockig im Sinne eines Glenn Hughes oder David Coverdale
singt, zeigt er uns auf dieser Scheibe, dass er sich auch vor Vergleichen
mit Prog Metal-Sangesbarden wie James LaBrie oder Andre Matos nicht zu
verstecken braucht. Auf "Far From The Madding Crowd" haben die
Herren in die ANGRA/SYMPHONY Xlastigen, symphonischen Progressive
Metal-Kompositionen zahlreiche Folk-Einflüsse im Stile von FALCONER
mit einfließen lassen, was dieser Band ungemein gut zu Gesicht steht.
Das, im übrigen auf dem Konzept einer Fantasy-Story basierende, extrem
abwechslungsreiche Album, auf dem vom folk-lastigen Flötengeträller
bis hin zum reinrassigen symphonischen Speed Metal ALLES geboten wird,
was sich das Bangerherz von einer Scheibe wünscht, zeigt uns WUTHERING
HEIGHTS jetzt schon als eine der hoffnungsvollsten Bands für das
noch junge Jahr 2004.
Walter
THUNDERSTONE
The Burning (Nuclear Blast/edel)
Trotz aller Beziehungen zu STRATOVARIUS-Mastermind Timo Tolkki hat es
das Quintett rund um den ehemaligen ANTIDOTE-Gitarristen Nino Laurenne
problemlos geschafft, sich stilistisch vom drohenden Schatten ihrer Landsleute
fernzuhalten. Mehr noch, die fünf Finnen haben es geschafft, den
bereits auf ihrem selbstbetitelten Debüt aus dem Jahre 2002 enthaltenen
melodiösen Power Metal weiter zu veredeln. Trotz des permanenten
Einsatzes eines Keyboards laufen THUNDERSTONE zu keiner Zeit Gefahr in
die Kitsch-Abteilung abzudriften, denn dafür sind die Gitarren einfach
zu heavy und prägnant. Noch dazu erschaffen eben genannte Klampfen
auch fantastische Melodiebögen, die sich nicht so schnell aus den
Gehörgängen entfernen lassen. Auch in Sachen Songwriting wirkt
"The Burning" ausgereifter als das Debüt. Es scheint, als
ob hier ein ganz großer Act für die nächsten Jahre heranwächst.
So reiht sich vom Opener "Until We TouchThe Burning Sun" bis
hin zum finalen Opus namens "Evil Within nahezu Hit an Hit.
THUNDERSTONE überzeugen sowohl im Up-Tempo-Bereich - wie beim erwähnten
Eröffnungssong - genauso wie in melödioser, getragener Gangart.
Als Referenzstück für Letztgenanntes sei vor allem der Überflieger
"Mirror Never Lies" genannt. Diese Herrschaften MUSS man im
Auge behalten!!
Walter
PINK
CREAM 69 Thunderdome (Steamhammer/edel)
Welch` eine Überraschung! Nach dem doch eher unspektakulären
Wechsel zu Steamhammer haben die Pinkies anno 2004 aber nicht nur businesstechnische
Neuigkeiten aufzuwarten. Das neue Album zeigt die Multi-Kulti-Truppe aus
Karlsruhe von ihrer Schokoladenseite. "Thunderdome" hat über
die gesamte Spielzeit feinsten melodiösen Hardrock zu bieten, wie
ich ihn in den letzten Jahren immer wieder von der Band erhofft, jedoch
leider immer nur ansatzweise erhalten habe. Nach einem kurzen Intro überzeugt
der Titeltrack mit leichter AC/DC-Schlagseite, das darauffolgende "Gods
Come Together" erweise sich als Ohrwurm par excellence. Im Prinzip
sucht der Kritiker vergeblich nach Ausfällen. Das eher getragene
"Carnaby Road" beispielsweise hätte schon damals auf "Games
People Play" bestens funktioniert. Besagtes Album aus dem Jahre 1993,
das in meinen Augen den Wendepunkt in der Karriere der Band darstellte,
scheint gewissermaßen wie ein Schatten über dem Quartett gehangen
zu sein. Mit "Thunderdome" ist dieser Standard locker erreicht
und ich für meinen Teil denke, dass die Karriere der Band von jetzt
an wieder ordentlich nach oben gehen wird.
Walter
SYMPHORCE
Twice Second (Metal Blade/NSM)
Man kann es drehen und wenden wie man will, meiner bescheidenen Meinung
nach sind SYMPHORCE, bei aller Verehrung die ich BRAINSTORM gegenüber
aufbringe, die anbetungswürdigere Formation, bei der Andy Franck
seine Stimmbänder vibrieren lässt. Der progressive, teilweise
recht moderne, Power Metal der "SYMPHORCIKER" trifft meine Geschmacksnerven
beinahe zu 100%. Die Instrumentalfraktion wartet mit einigen Sahneteilen
auf, dazu noch die Sangesleistung des Herrn Franck; Power Metaller, was
willst Du mehr? Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass sich die Band mit
dem Vorgänger "PhorcefulAhead" die Meßlatte selbst
sehr hoch gelegt hat und es war auch nicht unbedingt zu erwarten, so ein
Wunderwerk in derart kurzer zeit nochmals zu Gehör zu bekommen. Doch
mit "Twice Second" sind SYMPHORCE ihrem eigenen Qualitätsstandard
verdammt nahe gekommen. Schon der Opener "Fallen" zieht die
Zuhörerschaft mit zwingenden Melodiebögen in seinen Bann, das
folgende "Tears" kann das Niveau ebenfalls halten und überzeugt
mit Gitarrenspielereien, die Cedric Dupont als Geheimtipp unter den Gitarrenhelden
entpuppen. Kurzes Entsetzen meinerseits stellt sich lediglich bei "Cause
Of Laughter" ein, da die Nummer im Ansatz schwer New Metallastig
klingt, jedoch durch einen packenden, traditionell ausgerichteten Refrain,
gerettet wird. Diese Idee will ich als Experiment verstanden wissen, es
wäre nämlich sehr schade, wenn man in Zukunft nicht an den vorhandenen
Qualitäten festhalten würde. Aber davon abgesehen, haben wir
abermals ein Hammeralbum erhalten. Wie auch immer, "Twice Second"
sollte SYMPHORCE endlich den längst verdienten Erfolg einbringen,
denn ein Album dieser Qualität muss die Konkurrenz erst einmal abliefern!
Walter
DEATH
MACHINE Same (Sensory Dark/Point)
Hinter DEATH MACHINE verbergen sich im Prinzip die Zwillingsbrüder
Jasun und Troy Tipton sowie Drummer Mike Guy, die zusammen auch bei ZERO
HOUR aktiv sind. Scheinbar wurden sie von einem langjährigen Fan
der Band namens Kirk solange angelabert, ein Nebenprojekt ins Leben zu
rufen, bis die Begeisterung des Typen auf alle Beteiligten überschwappte
(toll... Andi). In Zusammenarbeit mit Produzent Dino Alden liefern DEATH
MACHINE nun also ihr Debütwerk ab, das nicht gerade leicht verdauliche
Kost bietet. Bereits der Opener "Loss For Words" überzeugt
durch rifflastige Brachialgewalt im Stile des Herren Devin Townsend. Riffmonsterattacken
dieser Art ballern uns beinahe über die gesamte Spielzeit aus den
Boxen entgegen. Allerdings lässt sich mitunter die eigentliche musikalische
Herkunft der Tipton-Twins nicht verleugnen, denn bei "Last Breath"
oder "Schmeg" sind feine Strukturen zu vernehmen, die auch zu
Edel-Kompositionen aus dem Hause ZERO HOUR passen würden. Die gewaltigen
Eröffnungsriffs von "Believing" könnten auch von NEVERMORE
stammen, während "Cycle Of Conscience" vom Aufbau her ein
wenig an ältere DEATH-Kompositionen erinnert. Trotz aller Brachialgewalt
die uns hier in musikalischer Form entgegnet, wird nie vergessen für
ausreichend Abwechslung zu sorgen, was dem Genuss der Scheibe sehr zugute
kommt, da musikgewordene Brachialkultur längerfristig relativ eintönig
klingt. Nur eines noch, meine Herrschaften: "moderne" Musik
wie diese mag zwar auch nach dem nötigen Outfit verlangen, doch wie
schon bei SLIPKNOT und Konsorten wirkt die Ansammlung von Faschingskostümen
auch in diesem Fall einfach nur lächerlich.
Walter
DESTRUCTOR
Sonic Bullet (Auburn Records)
Es ist mittlerweile doch schon an die zwanzig Jahre her, dass sich die
hiesige Metal-Gemeinde gen Cleveland/Ohio verbeugte. In jenen Tagen existierte
in dieser amerikanischen Stadt eine florierende Metal-Szene, die immer
wieder feine Bands hervorbrachte. Mit DESTRUCTOR ist eine jener anbetungswürdigen
Formationen auch heute noch aktiv und mit Auburn Records konnte noch dazu
jener Partner wieder gefunden werden, der uns 1985 das Debüt "Maximum
Destruction" bescherte. Auf "Sonic Bullet", einer sogenannten
"Extended EP" mit einer Gesamtspielzeit von knapp über
45 Minuten, offeriert uns das Quartett fünf neue, sprich 2003 aufgenommene,
Songs, darunter den famosen Titelsong und einen nicht minder knallenden
Hit namens "Heavy Artillery". Weiters bekommen wir zwei aus
dem Jahr 2000 stammende Tracks präsentiert, und obendrauf Live-Versionen
von "Iron Curtain" (aufgenommen in Cleveland, als man letztes
Jahr für SLAYER eröffnen durfte) und "Pounding Evil",
das im Jahre 2002 auf dem Classic Metal Festival mitgeschnitten wurde.
DESTRUCTOR konnten letztes Jahr auch auf dem "Bang Your Head"-Festival
in Balingen überzeugen, was bei dieser von der Band vorgetragenen
Power/Thrash-Melange auch kein Wunder ist. Geradeaus, immer volles Rohr
in Richtung der Zuhörerschaft, so präsentieren DESTRUCTOR ihre
Geschosse. Anhänger des amerikanischen Power Metals mit mächtiger
Thrash Metal-Schlagseite wissen hoffentlich, was zu tun ist und kontaktieren
wegen dieser Scheibe wahlweise den Mailorder ihres Vertrauens oder wenden
sich über www.auburnrecords.com
direkt an das Label.
Walter
ASTERIUS
A Moment Of Singularity (Cruz Del Sur Music)
Es ist wohl keine besondere Novität mehr, wenn eine im Black Metal
oder Gothic-Genre angesiedelte Band damit hausieren geht, dass zwei Sangespartner
mit von der Partie sind. Im Falle der deutschen ASTERIUS sollte jedoch
aufgemerkt werden. Mit den Herren Sir-I-Us und Andrash sind zwei männliche
Sangesbarden bei ASTERIUS involviert, wobei Andrash mittelhoch und klar
singt und dadurch auch für Traditionsmetaller von Interesse sein
sollte, während Sir-I-Us eher für die grimmig klingenden Teile
der Gesangsdarbietung zuständig ist. Die Musik des Quintetts lässt
sich am ehesten als experimenteller, atmosphärischer Black Metal/Gothic-Mix
beschreiben, wobei positiv zu erwähnen ist, dass das Hauptaugenmerk
auf harten Metal gelegt wurde und auf allzu viel genretypischen Kitsch
verzichtet wurde. Die Gesangsparts auf "A Moment In Singularity"
sind fast brüderlich aufgeteilt worden, wobei die Stimmlagen der
Vokalisten bestens mit den eigentlichen Stimmungen harmonieren. Nicht
zuletzt dadurch ist das Album zu einer kurzweiligen, abwechslungsreichen
Angelegenheit geworden, das seine Zuhörerschaft finden wird.
Walter
ALIAS
EYE A Different Point Of You (DVS//Musica)
Schon mit ihrem Debüt "Field Of Names im Jahre 2001 gelang
es dieser deutschen Band, für Aufsehen zu sorgen. Prog-Fans sollten
sich diesen Namen notieren, denn das vorliegende Album "A Different
Point Of You" zielt gekonnt in Richtung Art/Prog-Rock ab. Die Mannheimer
zelebrieren feinen, dezent an englische Formationen vom Schlage MARILLION
erinnernde Epen, deren Vielschichtigkeit erst nach mehrere Durchläufen
so richtig zur Geltung kommt. Nichtsdestotrotz sind Songs wie der Opener
"A Clown´s Tale" oder "Icarus Unworded" zwingende
Kompositionen mit Wiedererkennungswert geworden. Sehr viel Wert scheint
die Band auch auf musikalische Vielfalt und ausgeklügelte Arrangements
zu legen. Bei "Your Other Way" ist ein Akkordeon zu vernehmen,
dass den Song ein wenig in Richtung Chanson driften lässt, während
bei "On The Fringe" auf ein Didgeridoo zurückgegriffen
wurde, um den Song aufzulockern. Der Rausschmeißer in Form der lässig
intonierten, jazzig angehauchten, Pianonummer "Too Much Toulouse"
stellt ein weiteres Highlight dieses Albums dar, welches ALIAS EYE zu
einem Geheimtipp des deutschen Prog-Rocks macht.
Walter
BLINDED
COLONY Divine (Scarlet/Point)
Von der "Göttlichkeit", die uns die Band mit diesem Album
verkaufen will, sind BLINDED COLONY noch recht weit entfernt. Aber was
nicht ist, kann ja noch werden. Das schwedische Quintett existiert erst
seit dem Jahre 2000 und vorliegendes Album stellt das Debüt der Band
dar. Aus welchem Grund der frühere Bandname STIGMATA abgelegt wurde,
bedarf wohl kaum weiterer Kommentare. Wer oder was die "Kolonie erblinden"
ließ, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. Sehr wohl lässt
sich aber feststellen, bei welchen Formationen die Burschen sehr genau
und häufig hingehört haben. Ihre Landsleute von IN FLAMES und
DARK TRANQUILITY scheinen es auch dieser Band besonders angetan zu haben,
denn auch auf "Divine" wird Death Metal mit Melodien kombiniert,
die bedenkenlos auch von traditionell orientierten Metallern liebgewonnen
werden sollten. Allerdings reizen BLINDED COLONY die ganze Angelegenheit
noch weiter aus als die bereits erwähnten Formationen. Songs wie
"Selfobtained Paranoia" oder "Discrown The Holy" könnten
mit klarem Gesang durchaus als Power Metal-Kompositionen durchgehen. Ich
für meinen Teil kann mit den Songs an sich recht viel anfangen, im
Laufe der Zeit stört allerdings der Gesang von Niklas Svensson, da
er für Death Metal nicht tief genug ist und von "klar"
auch nicht die Rede sein können.
Walter
VHÄLDEMAR
I Made My Own Hell (Arise/Point)
"I Made My Own Hell" ist das bereits zweite Werk dieses spanischen
Quartetts mit dem nicht gerade Metal-typischen Bandnamen VHÄLDEMAR.
Nach ihrem Debüt "Fight To The End", das im April 2002
das Licht der Plattenläden erblickte, haben sich die fünf Herren
aber nicht auf die faule Haut gelegt, sondern gleich eifrig begonnen neue
Songs zu schreiben. Im Gegensatz zu zahlreichen musizierenden Landsleuten
setzen diese Iberer auf englischsprachigen Gesang, was zu ihrem "Euro-Metal"
auch besser passt. Der Band-Slogan "100 % Energy, 100 % Heavy Metal"
darf blind unterschrieben werden, weiters können die Spanier, nicht
zuletzt ob des Gesanges von Carlos Escudero, als Mischung aus MANOWAR
und GRAVE DIGGER bezeichnet werden. Den Instrumentalisten dürften
aber auch die "üblichen Verdächtigen" aus Hamburg
als Inspirationsquelle dienen, was "I Made My Own Hell" zu einer
sehr einprägsamen und unterhaltsamen Angelegenheit macht. VHÄLDEMAR
haben vom waschechten Speed Metal ("House Of War") über
melodiöse Power Metal Songs ("Breakin´All The Rules")
bis hin zu gefühlvollen Kompositionen wie "Old King´s
Visions (Part II)" alles zu bieten, was das Bangerherz begehrt.
Walter
LYNCH
MOB REvolution (Mascot)
Wie vor einigen Monaten angekündigt, ist George Lynch im Moment nicht
nur wieder mit Jeff Pilson unter dem Banner LYNCH/PILSON am Musizieren,
sondern hat auch LYNCH MOB wieder am Laufen. Als erstes Werk des wiedererstarkten
MOB präsentiert uns der als etwas eigenwillig bekannte, amerikanische
Gitarrist nun also "REvolution". In der aktuellen Besetzung
mit Robert Mason (V), Anthony Esposito (B), Michael Frowein (D) und George
liefert uns der MOB zwar keine neuen Songs, dafür aber einen feinen
Querschnitt aus dem Schaffen des Herren und Meisters an der Klampfe. Die
Songs wurden allerdings "aktualisiert", sprich neu eingespielt,
soundtechnisch aufgepeppt und teilweise auch neu arrangiert. Diese Idee
ist zwar nicht besonders innovativ, macht aber immerhin Hoffnung auf weitere
neue Scheiben. Die Interpretationen der LYNCH MOB-Songs gehen auch voll
in Ordnung, aber alte DOKKEN-Gassenhauer wie "Breaking The Chains"
oder "Paris Is Burning" wirken für meinen Geschmack eher
wie gekünstelt "moderne" Coverversionen. Vielleicht wollte
uns George aber auch lediglich mitteilen, dass er heutzutage eine andere
Auffassung von Rock´n´Roll hat, als sein Ex-Chef und er damals
hatten.
Walter
HIRAX
Barrage Of Noise (Deep Six Records)
Drehen wir das Rad der Zeit zurück und begeben uns ins Jahr 1985.
In der Umgebung von San Francisco, jenem Gebiet, das unter dem Begriff
"Bay Area" bekannt ist, formieren sich unzählige Bands
um eine neue, schon damals revolutionäre Form des Heavy Metal zu
präsentieren. Jener Stil ist mittlerweile zum Kult ernannt worden,
zahlreiche Formationen ebenso. In den letzten Jahren und Monaten durften
wir auch die eine oder andere Band abermals bejubeln, wie zuletzt DEATH
ANGEL, die nach langjähriger Auszeit nun endlich wieder aktiv sind.
Eine Band, die ebenfalls in Insiderkreisen zum Kultobjekt gemacht wurde,
nennt sich HIRAX. Aushängeschild und Identifikationsfigur dieser
Combo war und bleibt der farbige Sänger Kanton DePena. Nach einer
Schaffenspause von gut 10 Jahren konnte auch er wieder Musiker rekrutieren,
mit denen er den typischen Sound seiner Band zum besten geben kann. "Barrage
Of Noise" nennt sich also das "aktuelle Werk der Amis,
das zwar bereits 2001 fertiggestellt wurde, jedoch erst jetzt auch in
Europa einigermaßen promotet wird. Stilistisch hat sich seit den
Achtzigern so gut wie nichts geändert. HIRAX brillieren nach wie
vor mit grobschlächtigem Thrash Metal, der hart an der Grenze zum
Hardcore anzusiedeln ist und stellen somit das Bindeglied zwischen EXODUS
und DRI dar. Fans von "damals", aber auch Jungspunde, die endlich
wissen wollen, was die älteren Herrschaften immer als "Kult"
bezeichnen, sei dieses Werk ans Herz gelegt. Zu erhalten ist "Barrage
Of Noise" mit Sicherheit beim Label direkt (www.deepsixrecords.com)
oder über die belgische Promagentur der Band. (www.hardebaran.com)
Walter
INVOCATOR
Through The Flesh To The Soul (Scarlet/Point)
Der Name INVOCATOR sollte eigentlich noch ein Begriff sein, veröffentlichten
die dänischen Thrasher doch in den frühen 90er Jahren einige
feine Thrash-Granaten. Nach dem Ende der Band im Jahre 1995 war es relativ
still um die einzelnen Musiker geworden, nur Sänger Jacob Hansen
konnte sich als Produzent etablieren. Seit gut zwei Jahren ist man nun
aber wieder damit beschäftigt neue Songs zu schreiben. Das aktuelle
Werk "Through The Flesh To The Soul" klingt allerdings deutlich
anders als seine Vorgängerwerke. Orientierten sich die Dänen
damals noch recht deutlich an brutalen Thrash Metal- Bands wie DARK ANGEL,
so ist nun wesentlich mehr Melodie zu vernehmen. Ein ähnlicher stilistischer
Wechsel ist vor einigen Jahren auch den Belgiern CHANNEL ZERO gelungen,
die mir beim Hören von "Through The Flesh To The Soul"
ab und zu in den Sinn kommen. In dieser Form und mit diesem Album in der
Hinterhand könnte INVOCATOR für das kommende Jahr die eine oder
andere Festivalverpflichtung ins Haus flattern. Alle Thrash Metal-Fanatiker
werden an dieser Scheibe, die noch dazu mit einem ungemein heftigen und
furztrockenem Sound ausgestattet wurde, ihre helle Freude haben.
Walter
SEVEN
SERAPHIM Believe In Angels (Scarlet/Point)
Was dieses amerikanische Quartett mit seinem Debüt hier abliefert,
wird mit Sicherheit ein heißer Anwärter auf eine sogenannte
Plus/Minus-Kritik. Die Mischung aus bombastischem Symphonic Metal und
mehr als nur Prog-lastigen Frickeleien alleine sollte ausreichen, um wahlweise
Begeisterung auszulösen, oder den Zuhörer schlicht weglaufen
zu lassen. Die Grenzen der genannten Stile werden jedoch mächtig
ausgereizt und mit Greg Hupp haben SEVEN SERAPHIM auch noch einen Sänger
in ihren Reihen, der wegen seiner hohen, teilweise "gekünstelt"
wirkenden Stimme, für noch mehr Unstimmigkeiten sorgen wird. Meine
Wenigkeit hat musikalisch nicht das geringste Problem mit der Band, denn
Songs, wie das verschachtelte, aber dennoch mit eingängigem Refrain
und Hookline ausgestatte "Anastasia" oder "Cyanide By The
Moonlight", das wie eine Jam-Session von DREAM THEATER und SYMPHONY
X nach Konsum einer Flasche Helium für alle Beteiligten klingt, sind
wahre Hämmer geworden. Wenn man sich erst an den Gesang gewöhnt
hat, was zugegebenermaßen eine Weile dauert, steht einer langfristigen
Fan-Beziehung zu SEVEN SERAPHIM nichts mehr im Wege.
Walter
SUN
CAGED Same (Lion/Musica)
In den Niederlande scheint sich eine phantastische Progressive Metal-Szene
entwickelt zu haben. Nicht nur mir sollte aufgefallen sein, dass die bekannteren
Vertreter dieses Genres bei jedem auch noch so kurzem Europa-Trip zumindest
einmal Station in jenem Land machen. Nebenbei haben sich auch einheimische
Bands gut entwickelt und legen immer wieder Veröffentlichungen vor,
die mehr als nur beachtlich sind. Mit SUN CAGED ist eine weitere Formation
in diesem Zusammenhang zu nennen. Die vom ehemaligen LEMUR VOICE-Gitarristen
Marcel Coenen und ex-WITHIN TEMPTATION-Drummer Mario Leeflang gegründete
Band hat zwar schon mit einer ebenfalls selbstbetitelten Mini-CD im Underground
für Aufsehen gesorgt, allerdings dürfte erst jetzt mit einem
Label im Rücken einigermaßen Feedback zu erhalten sein. Wie
auch immer, SUN CAGED haben es verdient gehört zu werden. Wer diese
Kompositionen erst einmal intensiv gehört hat, den lassen die Songs
auch nicht mehr so schnell los. Die Instrumentalfraktion versteht ihr
Handwerk vorzüglich und vergisst trotz aller Frickel-Parts nicht
sowohl song- wie auch banddienlich aufzuspielen. Abgesehen davon haben
die Niederländer mit Andre Vuurboom (ex-IMPERIUM; falls zufälligerweise
jemand deren einzige CD "Too Short A Season" erspäht, möge
er sich diese SOFORT zulegen, glaubt mir der Verf.) einen Sänger
in ihren Reihen, der über eine wunderbare und zugleich einprägsame
und prägnante Stimme verfügt. In manche Passagen, und zwar vor
allem dann, wenn er besonders viel Leidenschaft in den Ausdruck legt und
dadurch eine Spur höher singt als im "Normalfall", erinnert
mich Andre ein wenig an den jungen Buddy Lackey. Was das jetzt für
Euch bedeutet, ist hoffentlich klar, oder? K-A-U-F-E-N !
Walter
ROB
LAMOTHE, CRAIG ERICKSON & THE VOODOO BROTHERS Ride (Mascot)
Es gibt Kollaborationen im Rock-Business, die scheinen schon von Beginn
an wie geschaffen dafür zu sein, perfekt zu harmonieren. Ein Partner
ergänzt den anderen und heraus kommt ein Album, dass so ziemlich
alle Käuferschichten ansprechen sollte. Mit einer solchen Liasion
haben wir es auch im vorliegenden Fall zu tun. Das Duo Rob Lamothe (V,
ex-RIVERDOGS) und der Gitarrenheld Craig Erickson passt musikalisch zusammen
wie beispielsweise Tipton/Downing oder Blackmore/Lord. Zusammen haben
die beiden Herren ein klassisches Rockalbum aufgenommen, bei dem der Blues
genauso aus den Boxen quillt, wie trockener, erdiger Rock. Das Hauptaugenmerk
wird allerdings dem Blues geschenkt, was hervorragend zu Rob´s Stimme
passt. Zwar ist das vorliegende Album noch immer kein vollwertiger Ersatz
für ein vollständiges Album der RIVERDOGS, wer sich aber vom
angenehmen Organ Rob´s verzaubern lassen will und nebenbei noch
bei feinen Blueskompositionen die Seele baumeln lassen möchte, ist
mit "Ride" bestens bedient.
Walter
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