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CDs
DOMAIN
The Sixth Dimension (Point Music)
Lange Zeit war es ruhig um diese deutsche Band, fast schon zu lange. Zumindest
ich wähnte DOMAIN bereits in den ewigen Jagdgründen des Heavy
Metal. Doch Gitarrenheld und Mastermind Axel Ritt und seine Mitstreiter,
allen voran Sänger Carsten Schulz, der einmal mehr sein Können
unter Beweis stellen kann, belehren mich und alle anderen Zweifler eines
besseren. Nicht nur, dass die Band quicklebendig ist, in derartiger Form
habe ich DOMAIN überhaupt noch nie gehört. Zum einen weil neben
den erwarteten Melodic-Kompositionen einigermaßen der Metal Einzug
gehalten hat. So sind mit "World Gone Crazy" und "Burning
Red" Up-Tempo-Nummern enthalten, die zwar auch nicht unbedingt repräsentativ
für das gesamte Album sind, allerdings eine bisweilen eher unentdeckte
Facette im Sound der Deutschen aufzeigen. Generell fühlen sich Ritt
und Co. in fast allen Spektren schwermetallischen Schaffens pudelwohl,
denn neben diesen "Speedies" gibt es eine Faserschmeichlerballade
("One Perfect Moment") und eine symphonische Bombast-Komposition
namens "King´s Tears". Logischerweise ist aber auch Melodic
Metal auf "The Sixth Dimension" enthalten, als Referenzen hierfür
können "Last Exit Moon" und "Skylighter" angeführt
werden. Auch die Produktion, für die Axel himself verantwortlich
zeichnet, kann als gelungen betrachtet werden, weshalb sich mein Blick
gen Fußboden orientiert, ob der Tatsache, dass ich von DOMAIN und
deren musikalischem Schaffen nicht auf dem aktuellsten Stand der Dinge
war.
Walter
PENUMBRA
Seclusion (Season Of Mist/Musica)
Eigenwillig, gewöhnungsbedürftig, aber sehr interessant. Soweit
mein erster Eindruck, dieser Scheibe. PENUMBRA aus Frankreich beweisen
auf "Seclusion", dass auch im Gothic Metal-Bereich noch ausreichend
Platz für eigenständiges Arbeiten und Kreativität vorhanden
ist, und nicht, wie vielerorts behauptet (hüstel...) lediglich die
Genre-Vorreiter nachgeäfft werden. Zwar sind die "handelsüblichen"
Merkmale des Gothic Metals - wechselnder Gesang von Dame und Grunzer -
vorhanden, allerdings wurde zusätzlich eine weitere, männliche
Stimme in den Sound integriert, die das Album aus dem Großteil der
Veröffentlichungen herauszuheben vermag. In manchen Passagen wird
generell ein wenig zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt,
allerdings kommen PENUMBRA immer wieder mit Passagen daher, die schlicht
und ergreifend auch von einer neuzeitlichen, englischen Prog-Formation
stammen könnten. Auch das Tempo ist zumeist gedrosselt, so dass dadurch
und aufgrund der entstehenden Atmosphäre diesbezüglich ältere
ANATHEMA als Vergleich herhalten können. Hat es eigentlich schon
einmal den Ausdruck "Progressive Gothic Doom" gegeben? Wenn
nicht, ist dieser hiermit erfunden (supa, danke Walter!, Andi). Wenn ja,
PENUMBRA sind mit Sicherheit eine der zukünftigen Referenzformationen.
Walter
INFINTE
DREAMS Touch My Skin (TTS/Musica)
Wem gehört denn wohl der gepiercte Nabel samt formschönen Tattoo,
der den Hörer auf dem Cover quasi dazu einlädt den Albumtitel
"Touch My Skin" in die Tat umzusetzen? Keine Ahnung, da das
Auge aber bekanntlich mitisst, wird es wohl auch mithören dürfen,
oder (ja... alles ist gut. Andi)? Und somit wären wir auch schon
bei der Sache. Die Gedanken also wieder frei gemacht, ihr Ferkelchen,
und aufgehorcht, was uns diese Band namens INFINITE DREAMS so zu bieten
hat. Das Quintett stammt aus der Schweiz, hat mit Miriam Pürro eine
Sängerin am Mikro anzubieten und offeriert uns feinen Melodic Rock,
der vor allem aufgrund der Stimme der Dame desöfteren an LEE AARON
zur Zeit nach "Metal Queen" erinnert. Die Kompositionen sind
generell als gelungen zu bezeichnen, in ruhigeren Momenten kommt gar ein
leichter Soul-Touch aus den Boxen rüber. Die Songs scheinen perfekt
auf Miriam abgestimmt zu sein, denn mit anderer Stimme würden die
Songs schlicht ihr Flair verlieren. Mit INFINTE DREAMS ist die Schweiz
um eine weitere Attraktion reicher (wieso "weitere"? Andi).
Walter
E
FORCE Evil Forces (Season Of Mist/Musica)
Nach seinem eher unschönen Rauswurf bei der kanadischen Thrash-Legende
VOIVOD war es ein wenig still geworden um Eric Forest. Doch der gute Mann
hat sich nicht verunsichern lassen und in seiner Heimatstadt Montreal
junge Musiker gefunden, um unter dem Banner E FORCE weiterhin aufzuspielen.
Im Gegensatz zu den mit seiner Hilfe entstanden Werken mit VOIVOD fällt
auf, dass auf technische Finessen weniger Wert gelegt wurde, dafür
die Thrash Metal-Keule ein ums andere Mal gnadenlos zuschlägt. Den
direkten Vergleich zum letzten Werk seiner Ex-Band besteht Eric nebst
Anhang allerdings mit Bravour, denn Songs wie "Mayhem" oder
"Germ Warfare" stellen VOIVOD´s eher durchwachsenes Reunion-Scheibchen
deutlich in den Schatten. "Evil Forces" ist ein relativ düsteres,
aber dennoch mächtig brutales Thrash Metal-Album geworden, dass trotz
des Demo-mäßigen Sounds kaum Wünsche offen lässt.
Welcome Back, Eric!
Walter
ADAMANTER
The Shadow Mirror (Black Lotus/Point)
Das Artwork von "The Shadow Mirror" wirkt recht düster
und irritiert dadurch den Hörer ein wenig. Aber wie wir alle wissen,
kommt es auf den Inhalt an. Die Musik der Herrschaften ist zwar eher fröhlich
gehalten, dazu aber auch reichlich vorhersehbar. Das italienische Sextett
ADAMANTER schafft es leider nicht, ihre, durchaus vorhanden, guten Ideen
im Songwriting so auszuarbeiten, dass man die Scheibe immer wieder gerne
in den CD-Schacht schiebt. Somit bleibt im Prinzip ein relativ schaler
Beigeschmack, da Songs in ähnlicher Form von den "üblichen
Verdächtigen" wie HELLOWEEN, STRATOVARIUS oder auch RHAPSODY
bereits vor Jahren wesentlich besser aufgenommen wurden. Neben der fehlenden
Eigenständigkeit muss leider auch noch der dürftige Sound bemängelt
werden. Leute, es gibt unzählige Formationen, die im Wohnzimmer ihrer
Oma ihr Demo mit druckvollerem Sound veredeln konnten. Da fehlt der Band
also in jeder Hinsicht einiges....
Walter
ARACHNES
Primary Fear (Scarlet/Point)
Das italienische Quartett rund um die Gebrüder Franco (G) und Enzo
(V, K) Caruso zählt schon seit einigen Jahren zu den hoffnungsvollsten
Bands in ihrem Heimatland. Warum es immer noch nicht mit einem höheren
Bekanntheitsgrad geklappt hat, lässt sich aber erklären. Am
ehesten liegt es daran, dass ARACHNES mit ihrem stark von der Klassik
inspiriertem Bombast Metal zur falschen Zeit am falschen Label ihre Alben
veröffentlichten. Vielleicht liegt es aber auch nur an der Tatsache,
dass ARACHNES nicht wirklich oft auf den Brettern, die die Welt bedeuten,
zu finden sind. Natürlich müssen als Vergleich ihre Landsleute
von RHAPSODY genannt werden, allerdings gehen ARACHNES um einiges "metallischer"
zu Werke. Auf "Primary Fear" (super Titel! Andi), ihrem mittlerweile
sechsten Album dominiert nach wie vor der Bombast, die Instrumentalfraktion
weiß zu überzeugen und auch Enzo´s Stimme fällt
im Vergleich nicht ab. Eventuell wird sich der eine oder andere Hörer
an den "Höhenlagen" des Gesanges stoßen, im Endeffekt
ist "Primary Fear" aber ein weiteres feines Werk aus dem Hause
ARACHNES geworden. Ob es im Endeffekt zu Ruhm und Ehre reicht, darf auch
diesmal bezweifelt werden, denn die Songs sind zwar gut, aber es fehlt
ihnen noch das nötige Hitpotential.
Walter
SNAKE EYE Wild Senses (Brennus/Point)
Nicht nur die Schlangenhaut auf dem Cover erinnert mich an die guten,
alten 80er Jahre, als Motive wie dieses auf Bekleidungsstücken von
Kopf bis Fuß zu finden waren (bei Dir zumindest... Andi). Monatlich
erschienen Alben von Truppen aller Herren Länder, die den seinerzeit
in und um L.A. fabrizierten Sound zwar gekonnt intonierten, schlussendlich
aber wieder in der Versenkung verschwanden. Gut 15 Jahre später versucht
ein französisches Quintett namens SNAKE EYE mit ihrem aktuellen Album
diese Zeiten wieder aufleben zu lassen. SNAKE EYE zelebrieren auf "Wild
Senses" förmlich den traditionellen Hardrock mit all seinen
Facetten. Eingängige Mitsingrefrains stehen ebenso an der Tagesordnung,
wie radiotaugliche Balladen. Die ganze Sache wird, sowohl von den Instrumentalisten,
wie auch vom Sänger, kompetent vorgetragen. Bei "Tears In My
Eyes" kommt auch eine Voice-Box zum Einsatz, heutzutage auch nicht
mehr wirklich üblich. Ob jetzt das nächste Revival ins Haus
steht bleibt abzuwarten, SNAKE EYE schaffen es jedenfalls den Hörer
im Archiv ein wenig nach vergessenen Klassiker dieser Ära suchen
zu lassen, diese abzustauben und neu zu entdecken. Diese Band sollte man
im (Schlangen-)Auge behalten.
Walter
NECRODEATH
Ton(e)s Of Hate (Scarlet/Point)
Neben DEATH SS zählen NECRODEATH zu den Vorreitern der italienischen
Thrash- und Death Metal-Szene. Kein Wunder, gilt ihr Debüt "Into
The Macabre" aus dem Jahre 1987 doch als Genre-Klassiker. Heutzutage
berufen sich zahlreiche junge Death- und Thrash- Bands auf diese Italiener
als Einflussquelle. Nun, was haben uns die "Originale" anno
2003 zu bieten? "Ton(e)s Of Hate" , die fünfte Veröffentlichung
des Quartetts könnte generell auch als "verlorenes" KREATOR-Album
zu "Terrible Certainty"-Zeiten durchgehen. Im Prinzip sind die
beiden Combos nämlich durchaus vergleichbar, auch der Gesang von
Flegias ist nicht allzu weit von Mille´s Organ entfernt. Ab und
zu geht den Italienern die Experimentierfreude durch, was die Scheibe
aber auflockert und somit die Gefahr der Eintönigkeit nimmt. Lust
auf eine feine Thrash Metal-Portion typisch europäischer Machart?
Dann ist "Ton(e)s Of Hate" genau das richtige Album dafür.
Walter
TRIVIUM Ember To Inferno (Lifeforce/Musica)
Vor wenigen Jahren, als der große Boom vorüber war, galt alles
was unter der Bezeichnung "Crossover" geführt wurde, als
abgedroschen und war verpönt. Doch die Zeiten haben sich wieder einmal
geändert. Der Begriff selbst ist kaum noch zu hören, dennoch
scheint es im Moment wieder mehr und mehr Bands zu geben, die im Prinzip
nichts anders machen, als ihren Sound so zu gestalten, dass mehrere Subgenres
abgedeckt werden. Auch das amerikanische Trio TRIVIUM zählt für
mich zu dieser Kategorie. Auf "Ember To Inferno" werden gekonnt
Death Metal und Hardcore vorgetragen, was ja generell nicht mehr wirklich
neu ist. Allerdings kommen ebenso Passagen vor, die irgendwo zwischen
traditionellem Metal und Alternative Rock anzusiedeln sind. Klingt komisch,
ist aber so. Vor allem die Gitarrenarbeit weist Einflüsse des traditionellen
Metals auf und auch die zum Einsatz kommende klare Stimme sorgt für
mächtig Abwechslung. Direkte Vergleiche kann ich mir sparen, denn
es wären einfach zu viele Referenzbands, die es zu erwähnen
gäbe. TRIVIUM haben sich durch die zahlreichen, unterschiedlichen
Einflüsse eine eigene Nische erschaffen, als "Crossover"
kann die Sache aber sicher bezeichnet werden.
Walter
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