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DEZEMBER 2003

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DOMAIN – The Sixth Dimension (Point Music)
Lange Zeit war es ruhig um diese deutsche Band, fast schon zu lange. Zumindest ich wähnte DOMAIN bereits in den ewigen Jagdgründen des Heavy Metal. Doch Gitarrenheld und Mastermind Axel Ritt und seine Mitstreiter, allen voran Sänger Carsten Schulz, der einmal mehr sein Können unter Beweis stellen kann, belehren mich und alle anderen Zweifler eines besseren. Nicht nur, dass die Band quicklebendig ist, in derartiger Form habe ich DOMAIN überhaupt noch nie gehört. Zum einen weil neben den erwarteten Melodic-Kompositionen einigermaßen der Metal Einzug gehalten hat. So sind mit "World Gone Crazy" und "Burning Red" Up-Tempo-Nummern enthalten, die zwar auch nicht unbedingt repräsentativ für das gesamte Album sind, allerdings eine bisweilen eher unentdeckte Facette im Sound der Deutschen aufzeigen. Generell fühlen sich Ritt und Co. in fast allen Spektren schwermetallischen Schaffens pudelwohl, denn neben diesen "Speedies" gibt es eine Faserschmeichlerballade ("One Perfect Moment") und eine symphonische Bombast-Komposition namens "King´s Tears". Logischerweise ist aber auch Melodic Metal auf "The Sixth Dimension" enthalten, als Referenzen hierfür können "Last Exit Moon" und "Skylighter" angeführt werden. Auch die Produktion, für die Axel himself verantwortlich zeichnet, kann als gelungen betrachtet werden, weshalb sich mein Blick gen Fußboden orientiert, ob der Tatsache, dass ich von DOMAIN und deren musikalischem Schaffen nicht auf dem aktuellsten Stand der Dinge war.
Walter

PENUMBRA – Seclusion (Season Of Mist/Musica)
Eigenwillig, gewöhnungsbedürftig, aber sehr interessant. Soweit mein erster Eindruck, dieser Scheibe. PENUMBRA aus Frankreich beweisen auf "Seclusion", dass auch im Gothic Metal-Bereich noch ausreichend Platz für eigenständiges Arbeiten und Kreativität vorhanden ist, und nicht, wie vielerorts behauptet (hüstel...) lediglich die Genre-Vorreiter nachgeäfft werden. Zwar sind die "handelsüblichen" Merkmale des Gothic Metals - wechselnder Gesang von Dame und Grunzer - vorhanden, allerdings wurde zusätzlich eine weitere, männliche Stimme in den Sound integriert, die das Album aus dem Großteil der Veröffentlichungen herauszuheben vermag. In manchen Passagen wird generell ein wenig zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt, allerdings kommen PENUMBRA immer wieder mit Passagen daher, die schlicht und ergreifend auch von einer neuzeitlichen, englischen Prog-Formation stammen könnten. Auch das Tempo ist zumeist gedrosselt, so dass dadurch und aufgrund der entstehenden Atmosphäre diesbezüglich ältere ANATHEMA als Vergleich herhalten können. Hat es eigentlich schon einmal den Ausdruck "Progressive Gothic Doom" gegeben? Wenn nicht, ist dieser hiermit erfunden (supa, danke Walter!, Andi). Wenn ja, PENUMBRA sind mit Sicherheit eine der zukünftigen Referenzformationen.
Walter

INFINTE DREAMS – Touch My Skin (TTS/Musica)
Wem gehört denn wohl der gepiercte Nabel samt formschönen Tattoo, der den Hörer auf dem Cover quasi dazu einlädt den Albumtitel "Touch My Skin" in die Tat umzusetzen? Keine Ahnung, da das Auge aber bekanntlich mitisst, wird es wohl auch mithören dürfen, oder (ja... alles ist gut. Andi)? Und somit wären wir auch schon bei der Sache. Die Gedanken also wieder frei gemacht, ihr Ferkelchen, und aufgehorcht, was uns diese Band namens INFINITE DREAMS so zu bieten hat. Das Quintett stammt aus der Schweiz, hat mit Miriam Pürro eine Sängerin am Mikro anzubieten und offeriert uns feinen Melodic Rock, der vor allem aufgrund der Stimme der Dame desöfteren an LEE AARON zur Zeit nach "Metal Queen" erinnert. Die Kompositionen sind generell als gelungen zu bezeichnen, in ruhigeren Momenten kommt gar ein leichter Soul-Touch aus den Boxen rüber. Die Songs scheinen perfekt auf Miriam abgestimmt zu sein, denn mit anderer Stimme würden die Songs schlicht ihr Flair verlieren. Mit INFINTE DREAMS ist die Schweiz um eine weitere Attraktion reicher (wieso "weitere"? Andi).
Walter

E FORCE – Evil Forces (Season Of Mist/Musica)
Nach seinem eher unschönen Rauswurf bei der kanadischen Thrash-Legende VOIVOD war es ein wenig still geworden um Eric Forest. Doch der gute Mann hat sich nicht verunsichern lassen und in seiner Heimatstadt Montreal junge Musiker gefunden, um unter dem Banner E FORCE weiterhin aufzuspielen. Im Gegensatz zu den mit seiner Hilfe entstanden Werken mit VOIVOD fällt auf, dass auf technische Finessen weniger Wert gelegt wurde, dafür die Thrash Metal-Keule ein ums andere Mal gnadenlos zuschlägt. Den direkten Vergleich zum letzten Werk seiner Ex-Band besteht Eric nebst Anhang allerdings mit Bravour, denn Songs wie "Mayhem" oder "Germ Warfare" stellen VOIVOD´s eher durchwachsenes Reunion-Scheibchen deutlich in den Schatten. "Evil Forces" ist ein relativ düsteres, aber dennoch mächtig brutales Thrash Metal-Album geworden, dass trotz des Demo-mäßigen Sounds kaum Wünsche offen lässt. Welcome Back, Eric!
Walter

ADAMANTER – The Shadow Mirror – (Black Lotus/Point)
Das Artwork von "The Shadow Mirror" wirkt recht düster und irritiert dadurch den Hörer ein wenig. Aber wie wir alle wissen, kommt es auf den Inhalt an. Die Musik der Herrschaften ist zwar eher fröhlich gehalten, dazu aber auch reichlich vorhersehbar. Das italienische Sextett ADAMANTER schafft es leider nicht, ihre, durchaus vorhanden, guten Ideen im Songwriting so auszuarbeiten, dass man die Scheibe immer wieder gerne in den CD-Schacht schiebt. Somit bleibt im Prinzip ein relativ schaler Beigeschmack, da Songs in ähnlicher Form von den "üblichen Verdächtigen" wie HELLOWEEN, STRATOVARIUS oder auch RHAPSODY bereits vor Jahren wesentlich besser aufgenommen wurden. Neben der fehlenden Eigenständigkeit muss leider auch noch der dürftige Sound bemängelt werden. Leute, es gibt unzählige Formationen, die im Wohnzimmer ihrer Oma ihr Demo mit druckvollerem Sound veredeln konnten. Da fehlt der Band also in jeder Hinsicht einiges....
Walter

ARACHNES – Primary Fear (Scarlet/Point)
Das italienische Quartett rund um die Gebrüder Franco (G) und Enzo (V, K) Caruso zählt schon seit einigen Jahren zu den hoffnungsvollsten Bands in ihrem Heimatland. Warum es immer noch nicht mit einem höheren Bekanntheitsgrad geklappt hat, lässt sich aber erklären. Am ehesten liegt es daran, dass ARACHNES mit ihrem stark von der Klassik inspiriertem Bombast Metal zur falschen Zeit am falschen Label ihre Alben veröffentlichten. Vielleicht liegt es aber auch nur an der Tatsache, dass ARACHNES nicht wirklich oft auf den Brettern, die die Welt bedeuten, zu finden sind. Natürlich müssen als Vergleich ihre Landsleute von RHAPSODY genannt werden, allerdings gehen ARACHNES um einiges "metallischer" zu Werke. Auf "Primary Fear" (super Titel! Andi), ihrem mittlerweile sechsten Album dominiert nach wie vor der Bombast, die Instrumentalfraktion weiß zu überzeugen und auch Enzo´s Stimme fällt im Vergleich nicht ab. Eventuell wird sich der eine oder andere Hörer an den "Höhenlagen" des Gesanges stoßen, im Endeffekt ist "Primary Fear" aber ein weiteres feines Werk aus dem Hause ARACHNES geworden. Ob es im Endeffekt zu Ruhm und Ehre reicht, darf auch diesmal bezweifelt werden, denn die Songs sind zwar gut, aber es fehlt ihnen noch das nötige Hitpotential.
Walter


SNAKE EYE – Wild Senses (Brennus/Point)

Nicht nur die Schlangenhaut auf dem Cover erinnert mich an die guten, alten 80er Jahre, als Motive wie dieses auf Bekleidungsstücken von Kopf bis Fuß zu finden waren (bei Dir zumindest... Andi). Monatlich erschienen Alben von Truppen aller Herren Länder, die den seinerzeit in und um L.A. fabrizierten Sound zwar gekonnt intonierten, schlussendlich aber wieder in der Versenkung verschwanden. Gut 15 Jahre später versucht ein französisches Quintett namens SNAKE EYE mit ihrem aktuellen Album diese Zeiten wieder aufleben zu lassen. SNAKE EYE zelebrieren auf "Wild Senses" förmlich den traditionellen Hardrock mit all seinen Facetten. Eingängige Mitsingrefrains stehen ebenso an der Tagesordnung, wie radiotaugliche Balladen. Die ganze Sache wird, sowohl von den Instrumentalisten, wie auch vom Sänger, kompetent vorgetragen. Bei "Tears In My Eyes" kommt auch eine Voice-Box zum Einsatz, heutzutage auch nicht mehr wirklich üblich. Ob jetzt das nächste Revival ins Haus steht bleibt abzuwarten, SNAKE EYE schaffen es jedenfalls den Hörer im Archiv ein wenig nach vergessenen Klassiker dieser Ära suchen zu lassen, diese abzustauben und neu zu entdecken. Diese Band sollte man im (Schlangen-)Auge behalten.
Walter

NECRODEATH – Ton(e)s Of Hate (Scarlet/Point)
Neben DEATH SS zählen NECRODEATH zu den Vorreitern der italienischen Thrash- und Death Metal-Szene. Kein Wunder, gilt ihr Debüt "Into The Macabre" aus dem Jahre 1987 doch als Genre-Klassiker. Heutzutage berufen sich zahlreiche junge Death- und Thrash- Bands auf diese Italiener als Einflussquelle. Nun, was haben uns die "Originale" anno 2003 zu bieten? "Ton(e)s Of Hate" , die fünfte Veröffentlichung des Quartetts könnte generell auch als "verlorenes" KREATOR-Album zu "Terrible Certainty"-Zeiten durchgehen. Im Prinzip sind die beiden Combos nämlich durchaus vergleichbar, auch der Gesang von Flegias ist nicht allzu weit von Mille´s Organ entfernt. Ab und zu geht den Italienern die Experimentierfreude durch, was die Scheibe aber auflockert und somit die Gefahr der Eintönigkeit nimmt. Lust auf eine feine Thrash Metal-Portion typisch europäischer Machart? Dann ist "Ton(e)s Of Hate" genau das richtige Album dafür.
Walter


TRIVIUM – Ember To Inferno (Lifeforce/Musica)
Vor wenigen Jahren, als der große Boom vorüber war, galt alles was unter der Bezeichnung "Crossover" geführt wurde, als abgedroschen und war verpönt. Doch die Zeiten haben sich wieder einmal geändert. Der Begriff selbst ist kaum noch zu hören, dennoch scheint es im Moment wieder mehr und mehr Bands zu geben, die im Prinzip nichts anders machen, als ihren Sound so zu gestalten, dass mehrere Subgenres abgedeckt werden. Auch das amerikanische Trio TRIVIUM zählt für mich zu dieser Kategorie. Auf "Ember To Inferno" werden gekonnt Death Metal und Hardcore vorgetragen, was ja generell nicht mehr wirklich neu ist. Allerdings kommen ebenso Passagen vor, die irgendwo zwischen traditionellem Metal und Alternative Rock anzusiedeln sind. Klingt komisch, ist aber so. Vor allem die Gitarrenarbeit weist Einflüsse des traditionellen Metals auf und auch die zum Einsatz kommende klare Stimme sorgt für mächtig Abwechslung. Direkte Vergleiche kann ich mir sparen, denn es wären einfach zu viele Referenzbands, die es zu erwähnen gäbe. TRIVIUM haben sich durch die zahlreichen, unterschiedlichen Einflüsse eine eigene Nische erschaffen, als "Crossover" kann die Sache aber sicher bezeichnet werden.

Walter



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