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NOVEMBER 2003
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PARAGON – The Dark Legacy (Remedy/NSM)
Auch auf ihrem mittlerweile sechsten Album bleiben die norddeutschen Metaller PARAGON ihrem Stil treu. "The Dark Legacy" überzeugt über die gesamte Spieldauer mit geradlinigem, solidem Power Metal. Egal, ob dabei das Gaspedal bis zum Anschlag durchgedrückt wird, wie in "Back From Hell", oder ein Stampfer in edelster ACCEPT-Manier aus den Boxen donnert wie "Eye Of the Storm", PARAGON wissen den Hörer gekonnt von ihren Qualitäten zu überzeugen. Besonders gelungen empfinde ich das mächtig langsam dahinkriechende "The Afterlife", welches PARAGON von einer fast schon doomigen Seite zeigt, die der Band perfekt zu Gesicht steht. Auch was den Bonus-Track betrifft, haben PARAGON ein Schmankerl auf Lager. Anstelle einer Cover-Version haben PARAGON im eigenen Archiv geforstet und bringen den Bandklassiker "Into The Black" in einer fantastischen Version rüber, damit endlich sämtliche Ignoranten davon überzeugt werden, daß PARAGON durchaus zu den Anwärtern auf den deutschen Power Metal Thron zu zählen sind.
Walter

SYSTEM BREAKDOWN – Same (Rivel Records/Just For Kicks)
NARNIA dürften generell reichlich Zeit für Nebenbeschäftigungen gewähren. Sänger Christian Rivel betreibt schon seit einiger Zeit sein Label, auf welchem mit SYSTEM BREAKDOWN nun auch die aktuelle "Nebenbaustelle" von NARNIA-Gitarristen Carljohan Grimmark unter Vertrag steht (alles eine Inzucht! Andi). War der Gitarrist bis vor kurzem auch noch bei den, in jeder Weise, göttlichen SAVIOUR MACHINE aktiv, bereitet er seinen "Jüngern" nun mit dieser Band und dem dazugehörigen Debüt Freude. Der Opener "Pain" ist ein wenig sperrig und gewöhnungsbedürftig geraten, verrät aber dem Zuhörer bereits, dass hier keineswegs "Easy Listening"-Stoff angesagt ist. Das folgende "System Breakdown" kommt zwar schleppend und fast schon doomig aus den Boxen, verfügt aber über gnadenlos ins Ohr gehende Melodiebögen. "A Little More Of Everything" dagegen ist ein recht hurtig durch die Prärie hoppelnder Up-Tempo-Banger geworden. Abwechslung wird also groß geschrieben im Lager der Schweden. Die Grundstimmung ist dabei generell eher düster, was sich nicht zuletzt auch im Artwork widerspiegelt. Unbedingt erwähnt werden muss auch noch "S.F.R.H.", das nach sehr poppig-experimentellem Beginn vom Songaufbau her dezent an LED ZEPPELIN erinnert. Systeme von dieser Klasse werden wohl nicht so schnell zusammenbrechen. Neugierig geworden? Das Album gibt es unter www.justforkicks.de zu erwerben.
Walter

ASTRAL DOORS – Of The Son And The Father (Locomotive/NSM)
Die Retro-Schiene ist ja im Moment schwer angesagt. Neben den Monat für Monat erscheinenden schwer spätsechziger bis frühsiebziger Jahre inspirierten Combos, die allesamt mit "THE" beginnen und den zahlreichen Achtziger-Metal inspirierten Formationen, wird jetzt auch noch die bisweilen fast "vergessene" Phase zwischen den Mit-Siebzigern bis zu den Anfängen der Achtziger als Inspirationsquelle entdeckt. Vor allem die Werke der "DEEP PURPLE-Großfamilie", also PURPLE, RAINBOW, DIO aber auch WHITESNAKE dürften es dieser schwedischen Band angetan haben. Was ASTRAL DOORS auf diesem vorliegenden Debütalbum abliefern, könnte grob geschätzt auch aus dem Fundus des Herrn Blackmore stammen, bevor er sich zu sehr auf das Musizieren mit seinem Burgfräulein festgelegt hat. Die Gesangsdarbietung von Patrick Johansson kann durchaus als Mischung aus Glenn Hughes, Ronnie James Dio und David Coverdale durchgehen. Das Motto dieser, traditionell veranlagten Hardrockern mit Sicherheit wohlschmeckenden, Scheiblette, hat sich die Band selbst mit einem Songtitel gegeben: "Rainbow On My Mind".
Walter

LACK OF FAITH – Aeternus Caligatio (Rivel Records/Just For Kicks)
Dieser schwedische Vierer versucht sich offenbar an einem Brückenschlag zwischen traditionellem Metal und der Moderne. Während der Opener "Suffocate" ein wenig an klassischen US Metal erinnert, hat das darauffolgende "I" Passagen zu bieten, die auch von Devin Townsend nicht viel anders geklungen hätten. In dieser Machart geht es auch weiter, beinahe das gesamte Spektrum schwermetallischen Schaffens wird dem Hörer innerhalb dieses Albums geboten. Beinahe bezeiht sich dabei auf den extremen Metal-Bereich, soll heißen, lediglich Black und Death Metal-Elemente sind nicht vorhanden. Besonders hervorzuheben ist Sänger Ronny Hemlin, ohne dessen variabler Stimme eine derartige Melange überhaupt nicht möglich wäre. Schon ein Blick in seine Dankesliste verrät, dass Ronny von unterschiedlichste Bands beeinflusst sein muss. Die Namen Tony Martin und EUROPE bzw. PANTERA oder FEAR FACTORY lassen nicht nur einen ausgewogenen Geschmack erwarten, sondern verraten auch schon einiges zur stilistischen Ausrichtung von LACK OF FAITH. So ähnlich könnte ich mir die Zukunft des Metal vorstellen, denn trotz aller Modernität vergessen LACK OF FAITH niemals ihre Wurzeln. Interessenten wenden sich vertrauensvoll an den Vertrieb (www.justforkicks.de) oder direkt an das Label (www.rivelrecords.com)
Walter

BALANCE OF POWER – Heathen Machine (Massacre/NSM)
B.O.P. beweisen uns auch mit ihrem aktuellen Werk, dass auf der britischen Insel noch immer feinster Metal produziert wird. Nach dem Abgang von Sänger Lance King konnte die Band in John K. von den Power Metallern BIOMECHANICAL einen Ersatzmann finden und legt nun das erste Werk in dieser neuen Besetzung vor. Die immer wieder zitierten QUEENSRYCHE-Vergleiche kann ich mit Ausnahme des Openers "The Rising", das eher eine Art "gesungenes Intro" darstellt, nicht ganz nachvollziehen, da BALANCE OF POWER noch um einiges melodiöser aufspielen als QUEENSRYCHE zu ihrer Blütezeit. Der Melodic Metal der Engländer wird immer wieder um Elemente aus dem Prog angereichert, und ab und zu, wie in "Chemical Imbalance", auch mit klassischen Einsprengsel versehen. Der Neuzugang am Mikro kann uns sein gesamtes Können speziell zu Beginn von "No Place Like Home" offerieren, denn die Kombination seiner Stimme mit einem Piano lässt die Gänsehaut förmlich wuchern. Wer also immer noch der Meinung ist, im United Kingdom würde kein brauchbarer Metal mehr geschmiedet, sollte unbedingt mit BALANCE OF POWER Bekanntschaft machen.
Walter

FAIRYLAND – Of Wars In Osyrhia (NTS/Point)
Diese bislang recht unbekannte französische Band fand zum ersten Mal Erwähnung in den gängigen Gazetten, als man sich die Dienste von Elisa C. Martin, der früheren Sängerin der spanischen Bombast Metaller DARK MOOR, für die Position am Mikro sichern konnte. Der demnach erwartete Stil wird auch tatsächlich vorgetragen, denn an Bombast wurde keinesfalls gespart. "Of Wars In Osyrhia" dürfte ein Konzept aus dem Fantasy-Bereich abhandeln, genaueres dazu konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen (wie schade aber auch, Andi). An Vergleichen müssen die in dieser Stilistik immer noch führenden RHAPSODY erwähnt werden, wenn es ab und zu auch ein wenig heftiger zur Sache geht, dürfen auch SYMPHONY X erwähnt werden. Das Album ist zwar recht nett als Hintergrundbeschallung zu konsumieren, doch leider fehlen die absoluten Highlights. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, vielleicht sogar schon beim nächsten Album.
Walter

MÄGO DE OZ – Gaia (Locomotive/NSM)
Eine der wohl interessantesten Bands der iberischen Halbinsel, MÄGO DE OZ, ist wieder einmal mit einem neuen Studioalbum am Start. "Gaia" ist in der Zwischenzeit bereits der siebente Silberling aus dem Hause der Spanier und setzt die Tradition seiner Vorgänger fort. Auch diesmal wird uns eine mächtige Folklore-Metal-Melange geboten, die trotz aller auf der Hand liegenden Unterschiede immer wieder die Engländer SKYCLAD in Erinnerung ruft. Allerdings waren und sind diese logischerweise von traditionellen Klängen aus ihrer Heimat sowie Irland beeinflusst, während die "Zauberer" auf iberische Klänge zurückgreifen. Diesbezüglich ist es auch nur logisch, dass der Gesang in spanischer Sprache vorgetragen wird. Über weite Strecken verliert der Zuhörer aber auch leicht den Überblick über die opulente Instrumentierung, von "Easy Listening" kann also keine Rede sein. Wenn man aber die Sprachbarriere erst einmal überwunden hat und die nötige Konzentration mitbringt, eröffnet sich einem ein abwechslungsreiches und vor allem mehr als nur unterhaltsames Werk, das MÄGO DE OZ zu einer der derzeitigen Marktführer auf dem Sektor des folkloristisch orientierten Metal machen kann.
Walter

LOCOMOTIVE BREATH – Train Of New Events (Rivel Records/Just For Kicks)
Einen netten Re-Release veröffentlicht NARNIA–Sänger und Label-Boss Christian Rivel in Form von "Train Of New Events”. LOCOMOTIVE BREATH, die Band rund um ex-OVERDRIVE-Gitarristen Janne Stark, der übrigens auch als Autor hochwertige Kost abliefert - sein aktuelles Werk " The Encyclopedia of Swedish Hardrock & Heavy Metal, Volume II" ist schwerstens zu empfehlen – ist bereits seit Jahren aktiv und hatte bisweilen scheinbar nie wirklich Glück mit ihren Plattenfirmen. Kurz nach der Veröffentlichung von "Train Of Events" im Jahre 1997 musste das Label (Bluestone) nämlich Konkurs anmelden, weswegen der Grund für diese Wiederveröffentlichung schon einmal auf der Hand liegt. Von der Erstauflage wurde die Coverversion des JETHRO TULL-Gassenhauers, der als Namensgeber herhalten musste, nicht mehr mitaufgenommen, dafür ist mit "Captured" der seinerzeitige Japan-Bonustrack auf dieser Scheibe enthalten. Ebenso wurde in den Archiven der Band gestöbert und neben einer ordentlichen EUROPE-Coverversion ("Scream Of Anger") präsentieren uns die "Eisenbahner" einige Songs aus den Sessions zu ihrer zweiten Platte namens "Heavy Machinery". Mit ihrem Stilmix aus Melodic Metal und traditionellem Hardrock sollte es LOCOMOTIVE BREATH anno 2003 endlich gelingen, zumindest in kleinem Rahmen erfolgreich zu sein. Ich drücke der Band und logischerweise auch dem dazugehörigen Label jedenfalls beide Daumen, dass ihnen ein derartiger Schicksalsschlag nicht nochmals widerfahren muss. Um das zu vermeiden, hilft logischerweise der Erwerb dieses Scheibchens, das wahlweise direkt über die Plattenfirma (www.rivelrecords.com) oder den Vertrieb (www.justforkicks.de) bezogen werden kann.
Walter

EDGE OF SANITY – Crimson II (Black Mark/Musica)
So richtig wundern wird sich wohl kein Mensch über die Tatsache, dass Dan Swanö eines Tages auch wieder ein neues Werk unter dem Namen EDGE OF SANITY auf die Menschheit loslässt. Neben seinen Funktionen als Songwriter und Produzent hat sich Dan auch gleich dazu hinreißen lassen, sämtliche Instrumente in Eigenregie einzuspielen. So hat er außer einigen Gesangsparts, die er einsingen hat lassen, nur die Leadgitarren von Mike Wead (wo eigentlich nicht?) und Simon Johansson (u.a. MEMORY GARDEN) einspielen lassen. "Crimson II" ist offensichtlich als Soloscheibe des Herrn Swanö zu betrachten, aber im Grunde genommen waren EDGE OF SANITY immer von den Ideen dieses Mannes geprägt. Als Fortsetzung von "Crimson" ist auch dieses Stück Musik ein Monumentalwerk geworden, das sämtliche Nuancen des Death Metal zu bieten hat. Aber Swanö wäre nicht Swanö, wenn nicht einmal mehr wieder seine Liebe zum Prog-Rock englischer Prägung in den Gesamtsound miteingeflossen wäre. Somit ist "Crimson II" abermals ein opulentes Machwerk des Death Metal geworden, das, wie immer, von Kristian Wählin auch optisch ansprechend umgesetzt wurde und somit perfekt zu den bisherigen EDGE OF SANITY-Alben passt.
Walter

ANNE CLARK - From The Heart - Live in Bratislava (Zomba)
Eine perfekte Vorzeige-Chanteuse des New Wave - Anne Clark. Das hier genannte Live-Album ist ein Mitschnitt ihrer Akustik-Tour vom vergangen Jahr und wird von Folk-Einflüssen dominiert, wobei auch ein wenig Weltschmerz der 80er Jahre die Songs prägen. Gitarre, Piano und Cello überwiegen in den Songs und versetzen einem in melancholische Stimmung. Weiters scheint Rock´n Roll eine neue Leidenschaft von Anne Clark zu sein, was sehr stark in einigen Songs des Albums zu erkennen ist. Anne Clark - in Zukunft ein Rockstar?
Susi


GIRLS UNDER GLASS - ...In Light & Darkness - Live (Indigo)
Von Wave bis Future Pop ö es gibt nichts, was die Kultformation im Bereich der düsteren Musik nicht ausprobiert hat. Das neue Live Album lässt also keine Wünsche offen. Neben der ersten CD mit Songs vom letzten Album "Minddiver", gibt es noch eine Bonus-CD, die noch mal 16 Songs beinhaltet, welche sich sehr ihrem alten Sound verschrieben haben. Evergreens wie ³Down In The Park„ oder "Reach For The Stars" dürfen auf diesem Album natürlich auf keinen Fall fehlen, sowie die ebenso geniale Coverversion von Madonna´s "Frozen".
Susi


EISHEILIG "Die Gärten Des Herrn" (Napalm Records)
Das neue Album glänzt von berührend emotionalen Gesang und beeindruckt mit deutsch vorgetragenen lyrischen Texten, welche mit der Musik, jeden Song zu einem Erlebnis machen. Nach ihrem letzten Debüt ³Eisheilig„ haben die Jungs einen großen Schritt getan und klingen nun um einiges straighter, wobei der Hang zum Düsteren sowie die Traurigkeit, welche die Songs umgibt, noch immer im Vordergrund steht und somit dieses Werk perfekt abrundet.
Susi

CADAVERES DE TORTUGAS – Incarnation (Eigenproduktion)
Im Laufe ihrer mittlerweile 10jährigen Karriere durften CADAVERES DE TORTUGAS bereits für namhafte Acts wie SLAYER, D.R.I. oder die CRO-MAGS eröffnen. Auch beim "Pepsi Sziget-Festival", in etwa die ungarische Version des Donauinselfestes, konnte die Band ihre Songs zum Besten geben. Recht beachtlich für eine Band ohne Plattenvertrag, aber Beispiele wie dieses beweisen, dass Eigeninitiative in diesem Geschäft mit zu den wichtigsten Eigenschaften gehört, die eine Band mitbringen muss. Aber auch was das Durchhaltevermögen betrifft, sind CADAVERES DE TORTUGAS hervorzuheben. Im Jahre 1999 mußte die Formation einen herben Schicksalsschlag hinnehmen. Sänger und Gitarrist Tibor Zsombok kam bei einem Autounfall ums Leben. Nach kurzzeitiger Resignation entschieden sich die restlichen Mitglieder mit Peter Kecskes einen neuen Mann zu rekrutieren und weiterzumachen. Stilistisch warten die Ungarn mit einer brachialen Mischung aus Thrash, Hardcore und Punk auf, die ab und zu auch von "modernen" Einflüssen durchzogen ist. Letztgenanntes hätte für meinen Geschmack nicht unbedingt sein müssen, animiert jedoch beim Zuhören nicht nur die Nackenmuskulatur zum Mitmachen, sondern vor allem die Beine. Um diese an und für sich schon eigenwillige Mixtur noch ein wenig eigenständiger klingen zu lassen, verfassen die Herrschaften Songs in spanischer Sprache, wodurch sich das Quartett noch ein weniger mehr aus der Masse abheben kann. Aufgeschlossene HC-Fanatiker und Thrash-Metal-Freaks wenden sich bei Interesse vertrauensvoll an die Promo/Management-Agentur der Band: www.hardebaran.com oder checken vorab die Homepage www.cdtmusic.hu der Band an.
Walter

NIGHTWARD – Face : The : Fall (Eigenproduktion)
Newcomer im wahrsten Sinne des Wortes sind die Italiener NIGHTWARD. Die Band wurde erst 1997 gegründet und war bisweilen nur durch ein Demotape namens "Beyond The Golden Gates" aus dem Jahre 1998 in Erscheinung getreten. Nun legen die fünf Musiker in Form von "Face : The : Fall" ihre Debüt-Mini-CD vor. Auf sechs Songs wird melodischer Death Metal geboten, der sich in erster Linie an IN FLAMES oder älteren DARK TRANQUILITY orientiert. Aber auch heftiger Thrash Metal scheint dem Quintett nicht gerade fremd zu sein. Absolut erwähnenswert die Gesangsdarbietung von Satraz, die gleichermaßen Death Metal wie räudigen Thrash Metal und Black Metal abdeckt. Für den Rausschmeißer "Blick Ins Traum" – was immer auch der Titel bedeuten soll – konnte Carmelo Orlando von NOVEMBRE für die cleanen Gesangsparts als Gastmusiker gewonnen werden. Da auch Produktion und Aufmachung für eine Underground-Formation als gelungen zu bezeichnen sind, verbleibt mir nur noch der Hinweis zur Kontaktaufnahme über die Homepage der Band www.nightward.com oder www.hardebaran.com
Walter

EVER SINCE – Fight The Elements (Eigenproduktion)
Beeindruckend, in welcher Aufmachung heutzutage schon Newcomer ihre in Eigenregie aufgenommenen Produkte anpreisen. EVER SINCE aus der Schweiz bringen ihr Debüt gleich als Digipack heraus. Keine schlechte Idee, da die Umsetzung durchaus gelungen ist. So kann man sich eventuell von den zahlreichen anderen Veröffentlichungen abheben. Aber auch musikalisch hat das Sextett fein säuberlich arrangiertes Material anzubieten. "Fight The Elements" versprüht ein wenig SAMAEL-sche Atmosphäre, aber auch pathetische Passagen im Stile ältere PARADISE LOST sind zu vernehmen. Klar, diese Musik wird eher die "Dunkelheimer" ansprechen, aber auch gemäßigte Death Metaler sollte sich den Namen EVER SINCE notieren. Auch die in den Gesamtsound integrierten Streicher tragen ihr Scherflein zur gelungenen Umsetzung des Klanges bei, da die düstere Stimmung so noch ein wenig besser zur Geltung kommt. Die optimale Untermalung für neblig-graue November-Tristesse gibt es am ehesten über www.hardebaran.com.
Walter

TYR – Erik The Red (Eigenproduktion)
Die Band TYR stammt von jener zu Dänemark gehörenden Inselgruppe, die österreichische Fußballfans vermutlich immer noch erschrecken wird (mir is des wuarscht, bin i da Hickersberger? Andi). Genau, TYR sind auf den Faröer Inseln beheimatet und der erste Kontakt meiner Wenigkeit mit der dortigen Metal-Szene. Das Quartett existiert bereits seit einigen Jahren und "Erik The Red" ist das zweite Album in der Geschichte der Formation. Wie der Titel bereits verrät, sind TYR tief in nordischen Traditionen verwurzelt. Ein Teil der Songs wird in dänischer Sprache vorgetragen. Aber auch der inseleigene Dialekt (faröerisch? farönesisch?) wird zur Umsetzung der Lyrics verwendet, ebenso wie die englische Sprache. Um irgendwelche Unklarheiten diesbezüglich schon im Vorfeld auszuräumen, sind sämtliche Texte im Booklet auch in Englisch abgedruckt. Die Musik der Herren kann grob mit einer Mischung aus epischem Power Doom und Folklore beschrieben werden, wobei letztgenanntes vor allem im irischen Traditional "The Wild Rover" zum Ausdruck kommt. An dieser Scheibe sollten sowohl Freunde von IN EXTREMO und Konsorten ihre Freude haben, als auch Fans von kraftvollen Doom-Kompositionen. Eine geniale Mischung einer ebensolchen Band! Neugierig geworden? Dann nichts wie ab an die Tastatur und www.tyr.net hineingehämmert, denn da könnt Ihr noch mehr über die Band erfahren und sicherlich auch "Erik The Red" ordern.
Walter

3 WISHES – Shake Well Before Use (TTS/Musica)
Bereits mit ihrem Debüt "Electric Bullride” gelang es dieser deutschen Band reichlich Staub aufzuwirbeln. Die Pressereaktion auf besagte Scheibe waren durch die Bank positiv. In weiterer Folge konnten zahlreiche Gigs absolviert und ein Plattenvertrag an Land gezogen werden. TTS Media kümmern sich nun seit gut einem Jahr um die Belange der Band und so wie es aussieht, scheinen diese Herrschaften recht behalten zu haben. Mit ihrer eigenständigen Mischung aus alten BON JOVI, MÖTLEY CRÜE aber auch VAN HALEN könnten 3 WISHES auch in den Staaten sehr bald zu gern gesehenen Gästen gezählt werden. Doch bevor es soweit ist, wird erst einmal die alte Welt auf die Band aufmerksam gemacht. Die Presseurteile zu "Shake Well Before Use" bislang lassen ja einiges erwarten. Die mit einem Cover der besonders niedlichen Art ausgestattete Scheibe wurde mit dermaßen viel Spielfreude aufgenommen, dass diese förmlich zu spüren ist. Der gute, alte Hardrock kehrt zurück und genau so sollte sich eine Scheibe dieses Geres anhören.
Walter

WOLFCRY – Nightbreed (Black Lotus/Point)
Na meine Lieben, seid Ihr enttäuscht von den letzten RUNNING WILD-Studioscheibletten (ka Ahnung, hab´s mir net anghört, Andi) ? Traurig, dass der europäische Metal mehr und mehr mit Elementen der Klassik ausgestattet wird? Und gleichzeitig übersättigt von Crossover-Hüpfern, Gothic-Träller-Tanten und keifenden Pandabären? Wenn ja, dann hab´ ich da was für Euch (Drogen? Andi). WOLFCRY nennt sich eine aus Griechenland stammende Band, die absolut nach eurem Geschmack musiziert. Traditioneller Metal typisch europäischer Prägung mit Hang zum Frühwerk von RUNNING WILD, wird von diesem Quartett gespielt. Aber auch ACCEPT und ältere PRIEST sind desöfteren zu vernehmen. Eine ordentliche Mischung also, wobei die Griechen auch das gesamte Spektrum von akustischen Einleitungen und Zwischenspielen, über Mid-Tempo-Stampfer bis hin zum krachenden Banger abdecken. Sänger Costas Hatzigeorgiou vermag mit seiner variablen Stimme immer die richtige Stimmung zu vermitteln, denn von sanftmütig bis rau-kehlig hat der gute Mann ebenfalls so ziemlich alle Stilformen drauf. Logischerweise werden WOLFCRY keinen Innovationspreis für ihre Musik erhalten, für "Old-School"-Metaller jedoch führt kein Weg an der Band vorbei.
Walter

DEVOURED – Necrobscenity (Eigenproduktion)
CANNIBAL CORPSE werden ob ihrer optischen und lyrischen Garstigkeit in Deutschland zensiert? Lächerlich, wenn man bedenkt, was uns DEVOURED aus Belgien im Vergleich dazu auftischen. Begonnen bei den Abbildungen im Booklet bzw. auf dem Cover bis hin zu Songtiteln wie "Orgasm In Blood" oder "Barbarian Sodomy", wird die Belastbarkeit des Geschmackes noch ein wenig mehr auf die Probe gestellt als bei den Amis. Auch musikalisch können die Frühwerke der Amis als Vergleich herhalten, aber auch europäische Death-Ikonen wie BOLT THROWER dürften den Belgiern nicht fremd sein. Sicher nicht schlecht vorgetragen die ganze Sache, aber nicht unbedingt mein Universum. Wer derben Death Metal braucht, wende sich unter www.devoured.be.tf vertrauensvoll an die Band direkt, oder versucht es über www.hardebaran.com.
Walter

SICKHEAD – Abuse (Eigenproduktion)
Kurz und schmerzvoll ist nicht nur die Musik der Band, sondern auch meine Worte dazu: Hardcore-Geknüppel mit gelegentlich eingestreuten Breaks und gebrüllten Vocals ist ja nicht gerade rar. Da die Italiener mit dem verheißungsvollen Namen SICKHEAD aber mitunter auch Melodien vorzuweisen haben und durch teilweise italienische Texte ihre Scheiblette interessant und abwechslungsreich gestaltet haben, schaffen es SICKHEAD zumindest aus der Masse der Veröffentlichungen auf diesem Sektor herauszuragen. Zum Abschluß verweise ich die Zielgruppe auf die Homepage der Band www.sickhead.it oder deren Promo-Agentur (www.hardebaran.com).
Walter

DESIRE – Locus Horrendus (Eigenproduktion)
Die Zeiten als richtig feiner Doom/Death angesagt war, sind leider vorbei. Vorreiter dieses Genres, wie PARADISE LOST, sind zu Pop-Kombos verkommen, andere, wie ANATHEMA, eher als PINK FLOYD-"Coverband" am Start. Die Portugiesen DESIRE scheinen die Frühwerke besagter Bands innig zu lieben, genauso aber MY DYING BRIDE oder auch WINTER (lechz... Andi). Der Großteil der Songs wird also ungemein langsam und atmosphärisch präsentiert, wobei durch die teilweise fast schon gehauchten Gesangsparts der Gänsehautfaktor noch verstärkt wird. In der Tat ein äußerst stimmungsvolles Stück Musik einer Band, die trotz ihres bereits 10jährigen Bestehens noch immer keinen Deal an Land ziehen konnte. Vielleicht ist den Damen und Herren bei diversen Labels der Stil einfach zu ungewöhnlich, originell ist die ganze Sache nämlich auf jeden Fall. Erschwerend bei der Suche nach einem Deal könnte die Tatsache hinzukommen, dass die Texte teilweise in portugiesischer Sprache vorgetragen werden, was in unseren Breitengraden vermutlich auch kaum als verkaufsfördernd zu bezeichnen ist. Wie auch immer, DESIRE liefern den optimalen Soundtrack für die kommenden Wochen. Wer dieses herbstliche Vorzeigewerk sein Eigen nennen will, versuche es am besten unter www.hardebaran.com (wo auch sonst, gähn... was haben die Dir eigentlich zahlt? Andi).
Walter



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