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CDs
PARAGON The Dark Legacy
(Remedy/NSM)
Auch auf ihrem mittlerweile sechsten Album bleiben die norddeutschen Metaller
PARAGON ihrem Stil treu. "The Dark Legacy" überzeugt über
die gesamte Spieldauer mit geradlinigem, solidem Power Metal. Egal, ob
dabei das Gaspedal bis zum Anschlag durchgedrückt wird, wie in "Back
From Hell", oder ein Stampfer in edelster ACCEPT-Manier aus den Boxen
donnert wie "Eye Of the Storm", PARAGON wissen den Hörer
gekonnt von ihren Qualitäten zu überzeugen. Besonders gelungen
empfinde ich das mächtig langsam dahinkriechende "The Afterlife",
welches PARAGON von einer fast schon doomigen Seite zeigt, die der Band
perfekt zu Gesicht steht. Auch was den Bonus-Track betrifft, haben PARAGON
ein Schmankerl auf Lager. Anstelle einer Cover-Version haben PARAGON im
eigenen Archiv geforstet und bringen den Bandklassiker "Into The
Black" in einer fantastischen Version rüber, damit endlich sämtliche
Ignoranten davon überzeugt werden, daß PARAGON durchaus zu
den Anwärtern auf den deutschen Power Metal Thron zu zählen
sind.
Walter
SYSTEM BREAKDOWN Same
(Rivel Records/Just For Kicks)
NARNIA dürften generell reichlich Zeit für Nebenbeschäftigungen
gewähren. Sänger Christian Rivel betreibt schon seit einiger
Zeit sein Label, auf welchem mit SYSTEM BREAKDOWN nun auch die aktuelle
"Nebenbaustelle" von NARNIA-Gitarristen Carljohan Grimmark unter
Vertrag steht (alles eine Inzucht! Andi). War der Gitarrist bis vor kurzem
auch noch bei den, in jeder Weise, göttlichen SAVIOUR MACHINE aktiv,
bereitet er seinen "Jüngern" nun mit dieser Band und dem
dazugehörigen Debüt Freude. Der Opener "Pain" ist
ein wenig sperrig und gewöhnungsbedürftig geraten, verrät
aber dem Zuhörer bereits, dass hier keineswegs "Easy Listening"-Stoff
angesagt ist. Das folgende "System Breakdown" kommt zwar schleppend
und fast schon doomig aus den Boxen, verfügt aber über gnadenlos
ins Ohr gehende Melodiebögen. "A Little More Of Everything"
dagegen ist ein recht hurtig durch die Prärie hoppelnder Up-Tempo-Banger
geworden. Abwechslung wird also groß geschrieben im Lager der Schweden.
Die Grundstimmung ist dabei generell eher düster, was sich nicht
zuletzt auch im Artwork widerspiegelt. Unbedingt erwähnt werden muss
auch noch "S.F.R.H.", das nach sehr poppig-experimentellem Beginn
vom Songaufbau her dezent an LED ZEPPELIN erinnert. Systeme von dieser
Klasse werden wohl nicht so schnell zusammenbrechen. Neugierig geworden?
Das Album gibt es unter www.justforkicks.de zu erwerben.
Walter
ASTRAL DOORS Of The
Son And The Father (Locomotive/NSM)
Die Retro-Schiene ist ja im Moment schwer angesagt. Neben den Monat für
Monat erscheinenden schwer spätsechziger bis frühsiebziger Jahre
inspirierten Combos, die allesamt mit "THE" beginnen und den
zahlreichen Achtziger-Metal inspirierten Formationen, wird jetzt auch
noch die bisweilen fast "vergessene" Phase zwischen den Mit-Siebzigern
bis zu den Anfängen der Achtziger als Inspirationsquelle entdeckt.
Vor allem die Werke der "DEEP PURPLE-Großfamilie", also
PURPLE, RAINBOW, DIO aber auch WHITESNAKE dürften es dieser schwedischen
Band angetan haben. Was ASTRAL DOORS auf diesem vorliegenden Debütalbum
abliefern, könnte grob geschätzt auch aus dem Fundus des Herrn
Blackmore stammen, bevor er sich zu sehr auf das Musizieren mit seinem
Burgfräulein festgelegt hat. Die Gesangsdarbietung von Patrick Johansson
kann durchaus als Mischung aus Glenn Hughes, Ronnie James Dio und David
Coverdale durchgehen. Das Motto dieser, traditionell veranlagten Hardrockern
mit Sicherheit wohlschmeckenden, Scheiblette, hat sich die Band selbst
mit einem Songtitel gegeben: "Rainbow On My Mind".
Walter
LACK OF FAITH Aeternus
Caligatio (Rivel Records/Just For Kicks)
Dieser schwedische Vierer versucht sich offenbar an einem Brückenschlag
zwischen traditionellem Metal und der Moderne. Während der Opener
"Suffocate" ein wenig an klassischen US Metal erinnert, hat
das darauffolgende "I" Passagen zu bieten, die auch von Devin
Townsend nicht viel anders geklungen hätten. In dieser Machart geht
es auch weiter, beinahe das gesamte Spektrum schwermetallischen Schaffens
wird dem Hörer innerhalb dieses Albums geboten. Beinahe bezeiht sich
dabei auf den extremen Metal-Bereich, soll heißen, lediglich Black
und Death Metal-Elemente sind nicht vorhanden. Besonders hervorzuheben
ist Sänger Ronny Hemlin, ohne dessen variabler Stimme eine derartige
Melange überhaupt nicht möglich wäre. Schon ein Blick in
seine Dankesliste verrät, dass Ronny von unterschiedlichste Bands
beeinflusst sein muss. Die Namen Tony Martin und EUROPE bzw. PANTERA oder
FEAR FACTORY lassen nicht nur einen ausgewogenen Geschmack erwarten, sondern
verraten auch schon einiges zur stilistischen Ausrichtung von LACK OF
FAITH. So ähnlich könnte ich mir die Zukunft des Metal vorstellen,
denn trotz aller Modernität vergessen LACK OF FAITH niemals ihre
Wurzeln. Interessenten wenden sich vertrauensvoll an den Vertrieb (www.justforkicks.de)
oder direkt an das Label (www.rivelrecords.com)
Walter
BALANCE OF POWER Heathen
Machine (Massacre/NSM)
B.O.P. beweisen uns auch mit ihrem aktuellen Werk, dass auf der britischen
Insel noch immer feinster Metal produziert wird. Nach dem Abgang von Sänger
Lance King konnte die Band in John K. von den Power Metallern BIOMECHANICAL
einen Ersatzmann finden und legt nun das erste Werk in dieser neuen Besetzung
vor. Die immer wieder zitierten QUEENSRYCHE-Vergleiche kann ich mit Ausnahme
des Openers "The Rising", das eher eine Art "gesungenes
Intro" darstellt, nicht ganz nachvollziehen, da BALANCE OF POWER
noch um einiges melodiöser aufspielen als QUEENSRYCHE zu ihrer Blütezeit.
Der Melodic Metal der Engländer wird immer wieder um Elemente aus
dem Prog angereichert, und ab und zu, wie in "Chemical Imbalance",
auch mit klassischen Einsprengsel versehen. Der Neuzugang am Mikro kann
uns sein gesamtes Können speziell zu Beginn von "No Place Like
Home" offerieren, denn die Kombination seiner Stimme mit einem Piano
lässt die Gänsehaut förmlich wuchern. Wer also immer noch
der Meinung ist, im United Kingdom würde kein brauchbarer Metal mehr
geschmiedet, sollte unbedingt mit BALANCE OF POWER Bekanntschaft machen.
Walter
FAIRYLAND Of Wars In
Osyrhia (NTS/Point)
Diese bislang recht unbekannte französische Band fand zum ersten
Mal Erwähnung in den gängigen Gazetten, als man sich die Dienste
von Elisa C. Martin, der früheren Sängerin der spanischen Bombast
Metaller DARK MOOR, für die Position am Mikro sichern konnte. Der
demnach erwartete Stil wird auch tatsächlich vorgetragen, denn an
Bombast wurde keinesfalls gespart. "Of Wars In Osyrhia" dürfte
ein Konzept aus dem Fantasy-Bereich abhandeln, genaueres dazu konnte ich
leider nicht in Erfahrung bringen (wie schade aber auch, Andi). An Vergleichen
müssen die in dieser Stilistik immer noch führenden RHAPSODY
erwähnt werden, wenn es ab und zu auch ein wenig heftiger zur Sache
geht, dürfen auch SYMPHONY X erwähnt werden. Das Album ist zwar
recht nett als Hintergrundbeschallung zu konsumieren, doch leider fehlen
die absoluten Highlights. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, vielleicht
sogar schon beim nächsten Album.
Walter
MÄGO DE OZ Gaia
(Locomotive/NSM)
Eine der wohl interessantesten Bands der iberischen Halbinsel, MÄGO
DE OZ, ist wieder einmal mit einem neuen Studioalbum am Start. "Gaia"
ist in der Zwischenzeit bereits der siebente Silberling aus dem Hause
der Spanier und setzt die Tradition seiner Vorgänger fort. Auch diesmal
wird uns eine mächtige Folklore-Metal-Melange geboten, die trotz
aller auf der Hand liegenden Unterschiede immer wieder die Engländer
SKYCLAD in Erinnerung ruft. Allerdings waren und sind diese logischerweise
von traditionellen Klängen aus ihrer Heimat sowie Irland beeinflusst,
während die "Zauberer" auf iberische Klänge zurückgreifen.
Diesbezüglich ist es auch nur logisch, dass der Gesang in spanischer
Sprache vorgetragen wird. Über weite Strecken verliert der Zuhörer
aber auch leicht den Überblick über die opulente Instrumentierung,
von "Easy Listening" kann also keine Rede sein. Wenn man aber
die Sprachbarriere erst einmal überwunden hat und die nötige
Konzentration mitbringt, eröffnet sich einem ein abwechslungsreiches
und vor allem mehr als nur unterhaltsames Werk, das MÄGO DE OZ zu
einer der derzeitigen Marktführer auf dem Sektor des folkloristisch
orientierten Metal machen kann.
Walter
LOCOMOTIVE BREATH Train
Of New Events (Rivel Records/Just For Kicks)
Einen netten Re-Release veröffentlicht NARNIASänger und
Label-Boss Christian Rivel in Form von "Train Of New Events.
LOCOMOTIVE BREATH, die Band rund um ex-OVERDRIVE-Gitarristen Janne Stark,
der übrigens auch als Autor hochwertige Kost abliefert - sein aktuelles
Werk " The Encyclopedia of Swedish Hardrock & Heavy Metal, Volume
II" ist schwerstens zu empfehlen ist bereits seit Jahren aktiv
und hatte bisweilen scheinbar nie wirklich Glück mit ihren Plattenfirmen.
Kurz nach der Veröffentlichung von "Train Of Events" im
Jahre 1997 musste das Label (Bluestone) nämlich Konkurs anmelden,
weswegen der Grund für diese Wiederveröffentlichung schon einmal
auf der Hand liegt. Von der Erstauflage wurde die Coverversion des JETHRO
TULL-Gassenhauers, der als Namensgeber herhalten musste, nicht mehr mitaufgenommen,
dafür ist mit "Captured" der seinerzeitige Japan-Bonustrack
auf dieser Scheibe enthalten. Ebenso wurde in den Archiven der Band gestöbert
und neben einer ordentlichen EUROPE-Coverversion ("Scream Of Anger")
präsentieren uns die "Eisenbahner" einige Songs aus den
Sessions zu ihrer zweiten Platte namens "Heavy Machinery". Mit
ihrem Stilmix aus Melodic Metal und traditionellem Hardrock sollte es
LOCOMOTIVE BREATH anno 2003 endlich gelingen, zumindest in kleinem Rahmen
erfolgreich zu sein. Ich drücke der Band und logischerweise auch
dem dazugehörigen Label jedenfalls beide Daumen, dass ihnen ein derartiger
Schicksalsschlag nicht nochmals widerfahren muss. Um das zu vermeiden,
hilft logischerweise der Erwerb dieses Scheibchens, das wahlweise direkt
über die Plattenfirma (www.rivelrecords.com) oder den Vertrieb (www.justforkicks.de)
bezogen werden kann.
Walter
EDGE OF SANITY Crimson
II (Black Mark/Musica)
So richtig wundern wird sich wohl kein Mensch über die Tatsache,
dass Dan Swanö eines Tages auch wieder ein neues Werk unter dem Namen
EDGE OF SANITY auf die Menschheit loslässt. Neben seinen Funktionen
als Songwriter und Produzent hat sich Dan auch gleich dazu hinreißen
lassen, sämtliche Instrumente in Eigenregie einzuspielen. So hat
er außer einigen Gesangsparts, die er einsingen hat lassen, nur
die Leadgitarren von Mike Wead (wo eigentlich nicht?) und Simon Johansson
(u.a. MEMORY GARDEN) einspielen lassen. "Crimson II" ist offensichtlich
als Soloscheibe des Herrn Swanö zu betrachten, aber im Grunde genommen
waren EDGE OF SANITY immer von den Ideen dieses Mannes geprägt. Als
Fortsetzung von "Crimson" ist auch dieses Stück Musik ein
Monumentalwerk geworden, das sämtliche Nuancen des Death Metal zu
bieten hat. Aber Swanö wäre nicht Swanö, wenn nicht einmal
mehr wieder seine Liebe zum Prog-Rock englischer Prägung in den Gesamtsound
miteingeflossen wäre. Somit ist "Crimson II" abermals ein
opulentes Machwerk des Death Metal geworden, das, wie immer, von Kristian
Wählin auch optisch ansprechend umgesetzt wurde und somit perfekt
zu den bisherigen EDGE OF SANITY-Alben passt.
Walter
ANNE CLARK - From The Heart -
Live in Bratislava (Zomba)
Eine perfekte Vorzeige-Chanteuse des New Wave
- Anne Clark. Das hier genannte Live-Album ist ein Mitschnitt ihrer Akustik-Tour
vom vergangen Jahr und wird von Folk-Einflüssen dominiert, wobei
auch ein wenig Weltschmerz der 80er Jahre die Songs prägen. Gitarre,
Piano und Cello überwiegen in den Songs und versetzen einem in melancholische
Stimmung. Weiters scheint Rock´n Roll eine neue Leidenschaft von
Anne Clark zu sein, was sehr stark in einigen Songs des Albums zu erkennen
ist. Anne Clark - in Zukunft ein Rockstar?
Susi
GIRLS UNDER GLASS - ...In Light & Darkness
- Live (Indigo)
Von Wave bis Future Pop ö es gibt nichts, was
die Kultformation im Bereich der düsteren Musik nicht ausprobiert
hat. Das neue Live Album lässt also keine Wünsche offen. Neben
der ersten CD mit Songs vom letzten Album "Minddiver", gibt
es noch eine Bonus-CD, die noch mal 16 Songs beinhaltet, welche sich sehr
ihrem alten Sound verschrieben haben. Evergreens wie ³Down In The Park
oder "Reach For The Stars" dürfen auf diesem Album natürlich
auf keinen Fall fehlen, sowie die ebenso geniale Coverversion von Madonna´s
"Frozen".
Susi
EISHEILIG "Die Gärten Des Herrn"
(Napalm Records)
Das neue Album glänzt von berührend
emotionalen Gesang und beeindruckt mit deutsch vorgetragenen lyrischen
Texten, welche mit der Musik, jeden Song zu einem Erlebnis machen. Nach
ihrem letzten Debüt ³Eisheilig haben die Jungs einen großen
Schritt getan und klingen nun um einiges straighter, wobei der Hang zum
Düsteren sowie die Traurigkeit, welche die Songs umgibt, noch immer
im Vordergrund steht und somit dieses Werk perfekt abrundet.
Susi
CADAVERES
DE TORTUGAS Incarnation (Eigenproduktion)
Im Laufe ihrer mittlerweile 10jährigen Karriere durften CADAVERES
DE TORTUGAS bereits für namhafte Acts wie SLAYER, D.R.I. oder die
CRO-MAGS eröffnen. Auch beim "Pepsi Sziget-Festival", in
etwa die ungarische Version des Donauinselfestes, konnte die Band ihre
Songs zum Besten geben. Recht beachtlich für eine Band ohne Plattenvertrag,
aber Beispiele wie dieses beweisen, dass Eigeninitiative in diesem Geschäft
mit zu den wichtigsten Eigenschaften gehört, die eine Band mitbringen
muss. Aber auch was das Durchhaltevermögen betrifft, sind CADAVERES
DE TORTUGAS hervorzuheben. Im Jahre 1999 mußte die Formation einen
herben Schicksalsschlag hinnehmen. Sänger und Gitarrist Tibor Zsombok
kam bei einem Autounfall ums Leben. Nach kurzzeitiger Resignation entschieden
sich die restlichen Mitglieder mit Peter Kecskes einen neuen Mann zu rekrutieren
und weiterzumachen. Stilistisch warten die Ungarn mit einer brachialen
Mischung aus Thrash, Hardcore und Punk auf, die ab und zu auch von "modernen"
Einflüssen durchzogen ist. Letztgenanntes hätte für meinen
Geschmack nicht unbedingt sein müssen, animiert jedoch beim Zuhören
nicht nur die Nackenmuskulatur zum Mitmachen, sondern vor allem die Beine.
Um diese an und für sich schon eigenwillige Mixtur noch ein wenig
eigenständiger klingen zu lassen, verfassen die Herrschaften Songs
in spanischer Sprache, wodurch sich das Quartett noch ein weniger mehr
aus der Masse abheben kann. Aufgeschlossene HC-Fanatiker und Thrash-Metal-Freaks
wenden sich bei Interesse vertrauensvoll an die Promo/Management-Agentur
der Band: www.hardebaran.com
oder checken vorab die Homepage www.cdtmusic.hu
der Band an.
Walter
NIGHTWARD
Face : The : Fall (Eigenproduktion)
Newcomer im wahrsten Sinne des Wortes sind die Italiener NIGHTWARD. Die
Band wurde erst 1997 gegründet und war bisweilen nur durch ein Demotape
namens "Beyond The Golden Gates" aus dem Jahre 1998 in Erscheinung
getreten. Nun legen die fünf Musiker in Form von "Face : The
: Fall" ihre Debüt-Mini-CD vor. Auf sechs Songs wird melodischer
Death Metal geboten, der sich in erster Linie an IN FLAMES oder älteren
DARK TRANQUILITY orientiert. Aber auch heftiger Thrash Metal scheint dem
Quintett nicht gerade fremd zu sein. Absolut erwähnenswert die Gesangsdarbietung
von Satraz, die gleichermaßen Death Metal wie räudigen Thrash
Metal und Black Metal abdeckt. Für den Rausschmeißer "Blick
Ins Traum" was immer auch der Titel bedeuten soll konnte
Carmelo Orlando von NOVEMBRE für die cleanen Gesangsparts als Gastmusiker
gewonnen werden. Da auch Produktion und Aufmachung für eine Underground-Formation
als gelungen zu bezeichnen sind, verbleibt mir nur noch der Hinweis zur
Kontaktaufnahme über die Homepage der Band www.nightward.com
oder www.hardebaran.com
Walter
EVER SINCE Fight
The Elements (Eigenproduktion)
Beeindruckend, in welcher Aufmachung heutzutage schon Newcomer ihre in
Eigenregie aufgenommenen Produkte anpreisen. EVER SINCE aus der Schweiz
bringen ihr Debüt gleich als Digipack heraus. Keine schlechte Idee,
da die Umsetzung durchaus gelungen ist. So kann man sich eventuell von
den zahlreichen anderen Veröffentlichungen abheben. Aber auch musikalisch
hat das Sextett fein säuberlich arrangiertes Material anzubieten.
"Fight The Elements" versprüht ein wenig SAMAEL-sche Atmosphäre,
aber auch pathetische Passagen im Stile ältere PARADISE LOST sind
zu vernehmen. Klar, diese Musik wird eher die "Dunkelheimer"
ansprechen, aber auch gemäßigte Death Metaler sollte sich den
Namen EVER SINCE notieren. Auch die in den Gesamtsound integrierten Streicher
tragen ihr Scherflein zur gelungenen Umsetzung des Klanges bei, da die
düstere Stimmung so noch ein wenig besser zur Geltung kommt. Die
optimale Untermalung für neblig-graue November-Tristesse gibt es
am ehesten über www.hardebaran.com.
Walter
TYR Erik The Red
(Eigenproduktion)
Die Band TYR stammt von jener zu Dänemark gehörenden Inselgruppe,
die österreichische Fußballfans vermutlich immer noch erschrecken
wird (mir is des wuarscht, bin i da Hickersberger? Andi). Genau, TYR sind
auf den Faröer Inseln beheimatet und der erste Kontakt meiner Wenigkeit
mit der dortigen Metal-Szene. Das Quartett existiert bereits seit einigen
Jahren und "Erik The Red" ist das zweite Album in der Geschichte
der Formation. Wie der Titel bereits verrät, sind TYR tief in nordischen
Traditionen verwurzelt. Ein Teil der Songs wird in dänischer Sprache
vorgetragen. Aber auch der inseleigene Dialekt (faröerisch? farönesisch?)
wird zur Umsetzung der Lyrics verwendet, ebenso wie die englische Sprache.
Um irgendwelche Unklarheiten diesbezüglich schon im Vorfeld auszuräumen,
sind sämtliche Texte im Booklet auch in Englisch abgedruckt. Die
Musik der Herren kann grob mit einer Mischung aus epischem Power Doom
und Folklore beschrieben werden, wobei letztgenanntes vor allem im irischen
Traditional "The Wild Rover" zum Ausdruck kommt. An dieser Scheibe
sollten sowohl Freunde von IN EXTREMO und Konsorten ihre Freude haben,
als auch Fans von kraftvollen Doom-Kompositionen. Eine geniale Mischung
einer ebensolchen Band! Neugierig geworden? Dann nichts wie ab an die
Tastatur und www.tyr.net
hineingehämmert, denn da könnt Ihr noch mehr über die Band
erfahren und sicherlich auch "Erik The Red" ordern.
Walter
3 WISHES Shake
Well Before Use (TTS/Musica)
Bereits mit ihrem Debüt "Electric Bullride gelang es dieser
deutschen Band reichlich Staub aufzuwirbeln. Die Pressereaktion auf besagte
Scheibe waren durch die Bank positiv. In weiterer Folge konnten zahlreiche
Gigs absolviert und ein Plattenvertrag an Land gezogen werden. TTS Media
kümmern sich nun seit gut einem Jahr um die Belange der Band und
so wie es aussieht, scheinen diese Herrschaften recht behalten zu haben.
Mit ihrer eigenständigen Mischung aus alten BON JOVI, MÖTLEY
CRÜE aber auch VAN HALEN könnten 3 WISHES auch in den Staaten
sehr bald zu gern gesehenen Gästen gezählt werden. Doch bevor
es soweit ist, wird erst einmal die alte Welt auf die Band aufmerksam
gemacht. Die Presseurteile zu "Shake Well Before Use" bislang
lassen ja einiges erwarten. Die mit einem Cover der besonders niedlichen
Art ausgestattete Scheibe wurde mit dermaßen viel Spielfreude aufgenommen,
dass diese förmlich zu spüren ist. Der gute, alte Hardrock kehrt
zurück und genau so sollte sich eine Scheibe dieses Geres anhören.
Walter
WOLFCRY Nightbreed
(Black Lotus/Point)
Na meine Lieben, seid Ihr enttäuscht von den letzten RUNNING WILD-Studioscheibletten
(ka Ahnung, hab´s mir net anghört, Andi) ? Traurig, dass der
europäische Metal mehr und mehr mit Elementen der Klassik ausgestattet
wird? Und gleichzeitig übersättigt von Crossover-Hüpfern,
Gothic-Träller-Tanten und keifenden Pandabären? Wenn ja, dann
hab´ ich da was für Euch (Drogen? Andi). WOLFCRY nennt sich
eine aus Griechenland stammende Band, die absolut nach eurem Geschmack
musiziert. Traditioneller Metal typisch europäischer Prägung
mit Hang zum Frühwerk von RUNNING WILD, wird von diesem Quartett
gespielt. Aber auch ACCEPT und ältere PRIEST sind desöfteren
zu vernehmen. Eine ordentliche Mischung also, wobei die Griechen auch
das gesamte Spektrum von akustischen Einleitungen und Zwischenspielen,
über Mid-Tempo-Stampfer bis hin zum krachenden Banger abdecken. Sänger
Costas Hatzigeorgiou vermag mit seiner variablen Stimme immer die richtige
Stimmung zu vermitteln, denn von sanftmütig bis rau-kehlig hat der
gute Mann ebenfalls so ziemlich alle Stilformen drauf. Logischerweise
werden WOLFCRY keinen Innovationspreis für ihre Musik erhalten, für
"Old-School"-Metaller jedoch führt kein Weg an der Band
vorbei.
Walter
DEVOURED Necrobscenity
(Eigenproduktion)
CANNIBAL CORPSE werden ob ihrer optischen und lyrischen Garstigkeit in
Deutschland zensiert? Lächerlich, wenn man bedenkt, was uns DEVOURED
aus Belgien im Vergleich dazu auftischen. Begonnen bei den Abbildungen
im Booklet bzw. auf dem Cover bis hin zu Songtiteln wie "Orgasm In
Blood" oder "Barbarian Sodomy", wird die Belastbarkeit
des Geschmackes noch ein wenig mehr auf die Probe gestellt als bei den
Amis. Auch musikalisch können die Frühwerke der Amis als Vergleich
herhalten, aber auch europäische Death-Ikonen wie BOLT THROWER dürften
den Belgiern nicht fremd sein. Sicher nicht schlecht vorgetragen die ganze
Sache, aber nicht unbedingt mein Universum. Wer derben Death Metal braucht,
wende sich unter www.devoured.be.tf vertrauensvoll an die Band direkt,
oder versucht es über www.hardebaran.com.
Walter
SICKHEAD Abuse
(Eigenproduktion)
Kurz und schmerzvoll ist nicht nur die Musik der Band, sondern auch meine
Worte dazu: Hardcore-Geknüppel mit gelegentlich eingestreuten Breaks
und gebrüllten Vocals ist ja nicht gerade rar. Da die Italiener mit
dem verheißungsvollen Namen SICKHEAD aber mitunter auch Melodien
vorzuweisen haben und durch teilweise italienische Texte ihre Scheiblette
interessant und abwechslungsreich gestaltet haben, schaffen es SICKHEAD
zumindest aus der Masse der Veröffentlichungen auf diesem Sektor
herauszuragen. Zum Abschluß verweise ich die Zielgruppe auf die
Homepage der Band www.sickhead.it
oder deren Promo-Agentur (www.hardebaran.com).
Walter
DESIRE Locus Horrendus
(Eigenproduktion)
Die Zeiten als richtig feiner Doom/Death angesagt war, sind leider vorbei.
Vorreiter dieses Genres, wie PARADISE LOST, sind zu Pop-Kombos verkommen,
andere, wie ANATHEMA, eher als PINK FLOYD-"Coverband" am Start.
Die Portugiesen DESIRE scheinen die Frühwerke besagter Bands innig
zu lieben, genauso aber MY DYING BRIDE oder auch WINTER (lechz... Andi).
Der Großteil der Songs wird also ungemein langsam und atmosphärisch
präsentiert, wobei durch die teilweise fast schon gehauchten Gesangsparts
der Gänsehautfaktor noch verstärkt wird. In der Tat ein äußerst
stimmungsvolles Stück Musik einer Band, die trotz ihres bereits 10jährigen
Bestehens noch immer keinen Deal an Land ziehen konnte. Vielleicht ist
den Damen und Herren bei diversen Labels der Stil einfach zu ungewöhnlich,
originell ist die ganze Sache nämlich auf jeden Fall. Erschwerend
bei der Suche nach einem Deal könnte die Tatsache hinzukommen, dass
die Texte teilweise in portugiesischer Sprache vorgetragen werden, was
in unseren Breitengraden vermutlich auch kaum als verkaufsfördernd
zu bezeichnen ist. Wie auch immer, DESIRE liefern den optimalen Soundtrack
für die kommenden Wochen. Wer dieses herbstliche Vorzeigewerk sein
Eigen nennen will, versuche es am besten unter www.hardebaran.com
(wo auch sonst, gähn... was haben die Dir eigentlich zahlt? Andi).
Walter
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