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OKTOBER 2003
Teil 2

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EXHIBITION – The Sign Of Tomorrow (LMP/edel)
Macht es Sinn über eine Scheibe zu berichten, die bereits ein gutes halbes Jahr auf dem Buckel hat? Nicht immer. Wenn aber besagtes Album noch nicht gebührend gefeiert wurde, wie im Falle von EXHIBITION, fühle ich mich aber geradezu verpflichtet auch noch meine Meinung diesbezüglich kundzutun (danke auch... Andi). Bei EXHIBITION handelt es sich gewissermaßen um die Nachfolgeformation der genialen ETERNITY X, die nach dem Ausstieg von Sänger Keith Sudano in die ewigen Jagdgründe befördert wurden. Mit Jeff Shernov (G), Jamie Mazur (K) und Jimmy Peruta (D) stehen also drei ehemalige ETERNITY X-Recken in den Reihen von EXHIBITION. Vervollständigt wird das Line-Up durch Brett Rome (B) und Sänger Bobby Lucas. Wen es beim letztgenannten Namen jetzt so richtig "gerissen" hat, dem sei mitgeteilt, daß es sich in der Tat um jenen Herrn handelt, der durch seine famosen Darbietungen auf den ersten SEVEN WITCHES-Scheiben oder der letzten OVERLORDE zu Ruhm und Ehre gelangte. Die an und für sich schon gelungenen Progressive Power Metal-Kompositionen werden durch Bobby´s Gesang jedenfalls noch weiter veredelt, denn der gute Mann vermag sowohl fies zu klingen, wie in "Queen Of Pain", sein Organ aber auch richtig gefühlsbetont einzusetzen wie in "Shattered Memories". Als Fazit kann ich nur mitteilen, dass es sich hier um eines der Highlights des Jahres handelt und hoffentlich bald ein Nachfolgealbum in Aussicht ist.
Walter

EMERALD RAIN – Short Sighted (AOR Heaven/Point)
Jetzt, wo der Sommer entgültig gegangen ist (super Einleitung Walter! Andi), die Sonne aber noch immer genug Kraft hat, um zumindest phasenweise Volkes´ Seele zu erwärmen, werden auch die Klänge schon langsam wieder düsterer (ich korregiere mich: voll super Einleitung Walter! Andi). Zum Abschluss hat uns das kanadische Quartett EMERALD RAIN ein richtiges "Sommeralbum" hinterlassen. Optimal um knapp vor dem drohenden Herbsteinbruch nochmals so richtig Sommerstimmung aufkommen zu lassen. Mit ihrem mittlerweile vierten Album zaubern die Herrschaften um Gitarrenwiz Mike Dmitrovic elf Songs aus dem Hut, die allesamt feinen Melodic Rock bieten. Um die ganze Sache nicht zu eindimensional zu gestalten, wurde das Tempo ab und zu verschärft, wie bei "Second Sight" oder "Need To Fly". Der Großteil ist aber eher gemächlich gehalten und mit "Think Of Me" ist eine wunderhübsche Akustik-Ballade enthalten. Ausfälle sind keine zu vernehmen, die geneigte Zielgruppe wird mit Sicherheit gefallen an diesem Album finden. Wo sich der "Inside Out" betitelte Bonustrack befindet, bleibt allerdings auch nach intensiver Suche ein Geheimnis, vielleicht habe ich aber auch nur den Begriff "Hidden Track" bisher falsch verstanden..... Wie auch immer, in meinen Augen die optimale Beschallung für die letzte Ausfahrt des heurigen Jahres im offenen, ähem, Kinderwagen.
Walter

STRATOVARIUS – Elements Part 2 (Nuclear Blast/edel)
Ganz ehrlich, nach den letzten Veröffentlichungen der Finnen hatte ich nicht mehr damit gerechnet, dass sich die Band jemals wieder in Richtung Metal orientieren wird. Kitsch und Klamauk wurden scheinbar auf ein Minimum reduziert und somit ist vorliegende Scheibe in meinen Augen das Highlight aus dem Hause STRATOVARIUS seit langer Zeit. Zugegeben, auf der Promo-Version der Scheibe sind lediglich vier Songs enthalten und der Rest des Albums ist mir noch nicht bekannt. Dennoch sollte das ausgewählte Material repräsentativ genug sein, um ein Urteil abzugeben. Der Opener "Alpha & Omega" erweist sich als schleppender Heavy Rocker in bester DIO-Tradition, wobei Timo Kotipelto beweist, warum er zu den Meistern seines Faches gezählt werden darf (welches Faches?! Andi). "I Walk To My Own Song" verfügt über alle STRATOVARIUS-typischen Trademarks und könnte als Rausschmeißer für anstehende Konzerte gedacht sein (letzter Refrain und Abgang....), "I´m Still Alive" erinnert mich vom Titel her an HELLOWEEN, ist musikalisch aber scheinbar eher von RAINBOW beeinflusst und sollte ebenfalls für die Bühnen dieser Welt geschrieben worden sein. Der Abschluss in Form von "Awaken The Giant" dagegen fällt ein wenig ab, da der verzerrte Gesang schlicht fehl am Platz ist. Nichtsdestotrotz rettet Jörg Michael mit seinem präzisem Drumming den Song, der als eher untypisch für die Band zu bezeichnen ist. Ich bin schon einmal auf die vollständige Version dieser Scheibe gespannt!
Walter

PRIDE - Signs Of Purity (AOR Heaven/Point)
Auf dem Melodic Rock-Sektor haben sich PRIDE bereits mit ihrem Debüt "Far From The Edge" einen recht guten Ruf erspielen können (na dann! Andi(. Daran wird sich zum Glück für die Band auch mit "Signs Of Purity" nichts ändern. Viel eher ist damit zu rechnen, dass diese Reputation noch weiter ausgebaut werden kann, denn "Signs Of Purity" sollte nicht nur die Melodic Rocker erfreuen, sondern auch tolerante Metaller mit Hang zu Melodien begeistern können. Auffällig ist das dominierende Keyboard, das aus Songs wie "Say You´re Not Lonely" oder "Heaven´s Waiting" durchaus radiotaugliche Kompositionen macht. Die Dominanz dieses Instruments ist jedoch nicht wirklich verwunderlich, handelt es sich bei PRIDE doch im Prinzip um die Band des ehemaligen BALANCE OF POWER-Tastendrückers Ivan Gunn. Aber keine Angst, auch die Gitarrenarbeit kommt nicht zu kurz, so sind mit "Somewhere Someway" oder "Learn To Fly" auch amtliche Hardrocker mit auf der Scheibe. Das einzige, was den Songs ab und zu fehlt, sind die zwingenden Hooks und Melodylines, um richtige Ohrwürmer zu werden. Doch dieses Manko wird mit dem nächsten Album mit Sicherheit behoben sein (mit Sicherheit... Andi).
Walter

SILVER - Intruder (Point)
Ein wahres Staraufgebot hat dieses Album eingespielt. Zugegebenermaßen sind mir die zwei unter dem Namen SILVER bereits erschienen Alben unbekannt, doch angesichts der Fülle an hochwertigem Material bedarf es auch gar keiner Vergleiche zur band(?)eigenen Vergangenheit. Die treibenden Kräfte sind Gary Barden, der uns mit seiner Stimme schon auf den ersten MSG-Scheiben erfreuen konnte, Bernie Torme (G, ex-GILLAN) und Michael Voss (G, u.a. ex-MAD MAX). Zur Mitarbeit eingeladen wurden Musiker wie Don Airey (K, DEEP PURPLE), Bob Daisley (B; u.a. ex-OZZY) oder Colin Hodgkinson (B, ex-WHITESNAKE). Wie bereits die Namen vermuten lassen, wird traditioneller, keyboard-lastiger Hardrock geboten, der die genreüblichen Balladen ("Bleed") genauso umfasst wie treibende Rocker ("Intruder") oder eher grooveorientierte Stampfer wie ""Troublemaker". Weiters kann festgestellt werden, daß vor allem gegen Ende der Scheibe immer wieder durchschimmernde AOR-Anteile eine weitere Facette des Sounds darstellen und dadurch der Hit-Faktor deutlich erhöht wird. "How Does It Feel?" beispielsweise würde auch JOURNEY ganz gut zu Gesicht stehen. Ob Band, Projekt oder sonst was, im Falle von SILVER ist es egal, der Großteil der Nummern ist zumindest hitverdächtig und verlangt förmlich nach mehr (unbedingt... Andi).
Walter

AXENSTAR – Far From Heaven (Arise Records)
Vor einigen Jahren war dieses schwedische Quintett unter dem Namen POWERAGE aktiv und auf MAIDEN-Coverversionen spezialisiert. Nachdem die ersten eigenen Songs komponiert und aufgenommen waren, musste logischerweise auch ein neuer Bandname her. AXENSTAR wurde hierfür ausgewählt (super Wahl... Andi) und im letzten Jahr konnte mit "Perpetual Twilight" das Debüt auf dem aufstrebenden spanischen Label Arise Records veröffentlicht werden. "Far From Heaven" erscheint dieser Tage ebendort und ist grob umschrieben zwischen den Eckpfeilern MAIDEN, HELLOWEEN, STRATOVARIUS und MALMSTEEN einzuordnen. Diese Mischung ist zwar nicht sonderlich originell (net? Andi), AXENSTAR verfügen aber durch die Stimme von Magnus Eriksson über ausreichend eigene Identität, da dieser eine ausgezeichnete Metal-Röhre besitzt (ähm... Andi), die alle Nuancen des melodischen Metals abdeckt. Die gleichzeitig kraftvollen, wie melodiösen Songs werden ihr übriges tun, daß AXENSTAR ausreichend Fans gewinnen können werden. Ich bin davon überzeugt, daß wir von dieser Band noch einiges hören werden (das steht zur Befürchtung an. Andi).
Walter

DARK MOOR – Same (Arise Records)
Auf den ersten Blick mag es vielleicht ein wenig seltsam erscheinen, dass eine Band ihr mittlerweile fünftes Album ohne Titel in Umlauf bringt. Doch zumindest im Fall der spanischen Bombast-Metaller DARK MOOR scheint diese Tatsache einen Grund zu haben. Dieses Album könnte eine Art Neuanfang darstellen, haben sich doch im April dieses Jahres drei Musiker der alten Besetzung aus dem Staub gemacht. Darunter war auch Frontfräulein Elisa C. Martin, die bisher mit ihrer Stimme so etwas wie das Markenzeichen der Band darstellte. Die Bandhäuptlinge Enrik Garcia (G) und Anan Kaddouri (B) ließen sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen, rekrutierten neue Musikanten und können mit Alfred Romero erstmals einen Sänger aufwarten. Doch nicht nur was den Gesang betrifft sind Neuerungen zu vernehmen. Meiner Meinung nach haben es die Spanier auch geschafft, den bisher doch reichlich vorhandenen Kitsch-Faktor deutlich zu reduzieren. Im Prinzip lässt sich dieses Album mit "Mehr Metal, weniger Bombast" umschreiben. Vergleichbar vortragende Kapellen, vor allem aber RHAPSODY, schimmern zwar immer noch deutlich durch, dennoch sollten Freunde des symphonisch-bombastischen Metals dringend ein Ohr riskieren, denn DARK MOOR haben einiges zu bieten. Als besondere Anspieltipps seien noch "Cyrano Of Bergerac" und "Philip The Second" genannt. Geschichtsunterricht anno 2003 kann ja so nett sein!
Walter

ROUGH SILK – End Of Infinity (Common Ground/Point)
Auch von den deutschen Rockern ROUGH SILK gibt es wieder einmal etwas Neues zu berichten. Nicht nur, daß es abermals zu Besetzungswechseln gekommen ist, diesmal verzichtet die Band nach dem Abgang von Thomas Ludolphy gar darauf, einen neuen Sänger zu verpflichten. Die Gesangsparts werden auf "End Of Infinity" von den verbleibenden Bandmitgliedern Nils Wunderlich (G), Ferdy Doernberg (K) und Herbert Hartmann (D) übernommen. Dadurch wirkt das ohnehin schon mehr als abwechslungsreiche Songmaterial noch ein wenig spontaner. ROUGH SILK mit der bloßen Bezeichnung "Melodic Metal" abzufertigen, kann keinesfalls ausreichen, um die dargebotenen Songs zu beschreiben. Von erdigen Hardrock-Songs ("Lucifer´s Hotel" (bitte wie? bitte was? Andi) wird hier das gesamte Spektrum des (harten) Rocks vorgetragen, bis hin zu reinrassigen Melodic Metal-Hymnen ("Isolation"). Was die Texte betrifft, scheinen die Herrschaften wohl eine gehörige Portion Ironie in ihren Songs zu verarbeiten. Gerade "Isolation" klingt im Refrain verdächtig nach "Happy Metal" und verfügt über eine Zeile, die da lautet: "Welcome To Your Isolation.....The Only Way Out Is To Die". Dazu bedarf es wahrlich einer mächtigen Portion Humor (dann scheine ich ja ziemlich humorlos zu sein. Andi). Über die Fähigkeiten der Herren Musiker braucht ohnehin nicht diskutiert werden, viel eher sollte man sich "End Of Infinity" in Ruhe zu Gemüte führen und auf die Details achten. Nach mehreren Durchläufen habt Ihr dann die gesamte Palette an Zutaten, von Swing über Country und Zitaten, die nach Chanson klingen, ebenso entdeckt, wie die ungewöhnliche Instrumentierung, die uns ein Akkordeon ebenso bieten kann, wie Trompeten oder auch Mandolinen. Viel abwechslungsreicher geht es wohl nicht mehr (ist auch nicht zwingend notwendig. Andi).
Walter

ADAGIO – Underworld (NTS/Point)
Schon das erste Album "Sanctus Ignis" dieses internationalen Projektes aus dem Jahre 1999 war geprägt von einer Melange aus Metal-Anteilen und Elementen der Klassik. Der Initiator von ADAGIO, der französische Gitarrist Stephan Forte, vermag besagte Stilverschmelzung auf "Underworld" noch weiter auszureizen. Mit seinen Mitstreitern Dirk Bruinenberg (D, ELEGY), Frank Hermany (B), Sänger David Readman (PC 69) sowie Keyboarder Kevin Codfert zelebriert Stephan auf vorliegendem Album eine Gratwanderung zwischen purer Klassik auf der einen Seite und progressiven, melodischen Metal-Klängen im Sinne von DREAM THEATER, SYMPHONY X oder auch Yngwie MALMSTEEN auf der anderen. Diese Beschreibung mag vielleicht eher davon abhalten, sich das Werk zu Gemüte zu führen (indeed, Andi), doch wer es sich so einfach macht, versäumt in der Tat einiges. Nicht nur, dass Kompositionen wie der Titeltrack, "Next Profundis" oder "The Mirror Stage" allein Anreiz genug sein sollten, es gibt ja auch noch David Readman. Auf "Underworld" beweist David, dass er, der ansonsten bei den "Pinkies" stilistisch doch ein wenig limitiert wirkt, in sämtlichen Stimmlagen zu Hause ist, und auch noch so kompliziert vorzutragendes Material mit seiner Röhre – zumindest in den Passagen, wo er zum Einsatz kommt – zu amtlichen Rocknummern verzaubert. Für Freunde seiner Sangesdarbietung ist ADAGIO ebenso Pflicht, wie für Fans der genannten Vergleichsformationen.
Walter

ASPID – Musa (Avispa/Point)
Bereits einige Jahre treiben ASPID ihr Wesen im spanischen Metal-Business. Aber ähnlich wie bei zahlreichen anderen Formationen der iberischen Halbinsel, nimmt auch von dieser Band zur Zeit nur ein kleiner Teil der Szene deren Existenz wahr. Warum auch immer, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Es sollte aber weder an den Vertriebsmöglichkeiten, noch an den notwendigen Pressereaktionen scheitern. Das Quartett bietet uns eine recht ordentliche Mixtur aus traditionellen Hardrock-Klängen und Metal-Anleihen, wobei letztere eher in der Unterzahl sind. Gesanglich kann Joanjo Bosch mit seiner leicht rauen Stimme durchaus international bestehen, wird aber voraussichtlich durch die Lyrics in spanischer Sprache leider von der Mehrheit ignoriert werden. Das Spektrum reicht von balladesk ("A Lo Largo Del Camino..") bis zu amtlich heavy, wie in "Abandonar" und lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Tolerante Metaller sollten sich ASPID ebenso auf ihre Einkaufszettel notieren, wie andere Highlights aus jener, noch immer völlig unterbewerteten, Region auf der schwermetallischen Landkarte.
Walter

MIDNITE CLUB – Running Out Of Lies (Escape/Sony)
Was sich eher wie ein Filmtitel anhört, ist auch als Bandname brauchbar. MIDNITE CLUB ist im Grunde das geistige Kind des deutschen Gitarristen Stephen Seger, der eventuell von seiner Zeit mit MR: HATE und dem 1997 veröffentlichtem Album "Fragments" ein Begriff sein könnte (eventuell, ja... Andi). Heute wie damals ist Sänger Carsten Schulze an seiner Seite zu finden, wobei dieser schön langsam aber sicher an einer Art "Jörg Michael-Syndrom" zu leiden scheint. Wie der genannte Drummer vor einigen Jahren ist auch Carsten Schulze im Moment auf unzähligen Scheiben zu hören. Neben MIDNITE CLUB sind bereits die neue DOMAIN und EVIDENCE ONE zu nennen. Abwarten, was da noch auf uns zu kommt. Wobei der gute Mann eine recht variable Stimme besitzt, die er auch auf "Running Out Of Lies" in Szene zu setzen kann. Auf vorliegendem Album wird feiner Melodic Rock geboten, der zwischen hart rockend ("Heaven Beyond"), traditionell melodiös, als Beispiel sei hier der Ohrwurm "Too Close To The Sun" erwähnt und sanft-balladesk, wie in "Thoughts Away" hin und her pendelt. Als weiteres Highlight muß unbedingt noch die DURAN DURAN – Coverversion "The Wild Boys" erwähnt werden, die MIDNITE CLUB perfekt zu Gesicht steht (die Idee hatte aber wer anderer auch schon mal... Andi).
Walter

MILESABOVE – Further (Escape/Sony)
Auch in Kanada muss man sich um den Nachwuchs auf dem Rockmusiksektor keine Sorgen machen (dann ist´s ja gut. Andi). Das Quartett MILESABOVE, bestehend aus den Mancini-Zwillingen Anthony (G) und Adam (D) sowie Sänger Tim Hicks und Bassist Sherman Arnold, kann bereits auf einige Gigs im Vorprogramm illustrer Kapellen wie den CRASH TEST DUMMIES zurückblicken, und das trotz des noch jugendlichen Alters der Kerle. Interessant zu erwähnen ist, daß Sänger Tim als Vorbilder Lennon/McCartney, U2 oder QUEEN anführt. Nicht unbedingt alltäglich für einen erst 22jährigen. Ruhigere Zeitgenossen, denen nicht unbedingt täglich ein Meisterwerk der metallischen Musikgeschichte ins Gehirn dröhnen muß, die sonst aber durchaus für gemäßigte Rockmusik zu haben sind, sollten unbedingt ein Ohr riskieren. "Hits", die ich mir auch gut in unseren Breitengraden im Radio vorstellen könnte, gibt es auf "Further" genügend.
Walter

AOR – Dreaming Of L.A (AOR Heaven/Point)
´”You´re My Obsession” nennt sich der Opener dieses Albums und deutet bereits an, dass es auf diesem Album um Beziehungen geht (toll! Andi). Beziehungen, die nicht unbedingt zwischenmenschlicher Natur sind. AOR, mitnichten eine Band, sondern das Projekt eines französischen Musikers namens Frederic Slama, soll als Hommage an Kalifornien verstanden werden. Frederic ist in Frankreich schon seit gut 20 Jahren als Musikjournalist tätig und hat seit langer Zeit ein Faible für AOR (als Musikrichtung zu verstehen) und Westcoastrock. Die Liebe zu jener Region lies in sogar für einige Zeit in diesen Teil der Staaten ziehen, um noch näher an der Materie zu sein. Vor einigen Jahren begann er auch Songs zu schreiben und unter dem Namen AOR veröffentlichte er mittlerweile vier Alben, die allesamt den Term "L.A." im Titel haben (oba an Poscher hot der definitiv kann, oder? Andi). Das aktuelle davon nennt sich "Dreaming Of L.A" und kann musikalisch gerade noch dem Genre Rock zugeordnet werden. Ausflüge in den Pop-Bereich sind nämlich ebenso zu finden wie nicht unbedingt branchenübliche Saxophon-Klänge. Da sich Frederic im Laufe der Zeit auch einen recht guten Namen gemacht hat, kann er auch mit einer stattlichen Gästeliste beeindrucken, die unter anderem die Namen Steve Lukather, Steve Overland (FM) und Tommy Denander (RADIOACTIVE) aufweist. Kein Headbanger-Stoff, aber Liebeserklärungen sind nun einmal von eher sanfter Natur.
Walter

MACABRE – Murder Metal (Season Of Mist/Musica)
Das amerikanische Trio MACABRE existiert bereits seit mehr als 15 Jahren in der aktuellen Besetzung Corporate Death (V,G), Nefarious (B) und Dennis The Menace (D). Eine Seltenheit in diesem Business. Genauso ungewöhnlich wie diese Tatsache ist auch der Stil von den Chicagoern. Irgendwie meine ich neben den Hauptanteilen Death Metal und Grindcore eine Menge Jazz-Anteile zu vernehmen, genauso wie Punk, aber auch klassische Passagen und volkstümliche Klänge. Eine mehr als gewöhnungsbedürftige, schräge Mischung, die uns MACABRE hier auftischen. Noch ein wenig abgedrehter sind die lyrischen Ergüsse der Herrschaften. "Murder Metal" beschäftigt sich, wie der Titel verrät mit Serienkillern und Massenmördern. Zwar ist das nicht unbedingt neu oder originell (auch für sie selbst nicht... Andi), allerdings in einer derart schrägen musikalischen Verpackung und dadurch höchst, Achtung, jetzt kommt´s, amüsant. Beginnend im 16. Jahrhundert, als ein gewisser "Werewolf Of Bedburg" sein Unwesen trieb, über "Jack The Ripper" bis hin zu "neuzeitlich" krankhaften Mördern wie "The Iceman" oder "Fritz Haarmann Der Metzger", werden allerlei obskure Persönlichkeiten besungen. Besonders letztgenannnter Song entpuppt sich als ultimativer Schenkelklopfer. Nicht nur die musikalische Mischung, die mit walzerartigen Klängen beginnt und über einen Akustikteil und ein monströs langgezogenes Riff in einem amtlichen "Reißer" endet, wird für Unterhaltung sorgen. Der Titel ist in deutscher Sprache verfasst und gipfelt in einem Refrain, der da lautet: "Warte noch ein Weilchen, dann kommt Haarmann auch zu Dir, mit dem Hackebeilchen macht er Leberwurst aus Dir". Eine der amüsantesten Scheiben des Jahres!
Walter

CRYSTAL BALL – Hellvetia (Nuclear Blast/edel)
"Virtual Empire”, das letzte Werk der Schweizer CRYSTAL BALL, wird mir recht lange in Erinnerung bleiben. In erster Linie verbinde ich damit das seinerzeit im heimischen Kinderzimmer eingeführte "Schaukel-Bangen". Hardrock-Schmankerl wie "Am I Free" oder "Talk In Circles" sollten aber auch ohne weitere spezielle Erinnerungen Freunde gefunden haben. Nun gut, CRYSTAL BALL setzen mit "Hellvetia" stilistisch in etwa da fort, wo sie mit genanntem dritten Album aufgehört haben. Den vom Label angegebenen Melodic (Power) Metal konnte ich allerdings trotz oftmaligen Genusses der Scheibe nicht entdecken, was aber nicht weiter störend sein sollte. Begonnen beim Opener und Titeltrack, der mit dem coolsten Intro seit ACCEPT´s "Fast As A Shark" beginnt, über ordentlich groovende Rocker wie "My Life" und "Bird On A Wire" bis hin zu balladesken Momenten wie in "Pictures Of Love", kann vorliegendes Album das gesamte Spektrum des melodiebetonten Hardrocks abdecken. Sowohl die Instrumentalisten, die immer wieder durch das harmonische von Duell Gitarre und Keyboard überzeugen, als auch Goldkehlchen Mark Sweeney brauchen internationale Vergleiche nicht zu scheuen. Das Vorgängerwerk brachte CRYSTAL BALL bereits einiges an Beachtung ein, so durfte man mit DOKKEN auf der letzten Europa-Tournee ja auch im PLANET gastieren. "Hellvetia" sollte der Band zumindest vergleichbare Erfolge einbringen.
Walter

THE ARMADA – Rage Of The Armada (LMP/edel)
Bei THE ARMADA sind mit Davor Uzunovic (G) und Peter Langer (D) zwei Musiker am Start, die zum letzten Aufgebot von STORMWITCH vor der "Reunion" anlässlich des heurigen "BYH-Festivals" zählten. Mit jenen Klängen hat THE ARMADA aber nicht wirklich etwas gemeinsam. Zum einen ist die Musik weniger atmosphärisch gestaltet und mit unter auch ein wenig heftiger. Zum anderen haben THE ARMADA in Dirk Schäffner einen Sänger in ihren Reihen, der deutlich rauer klingt. Musikalisch wird die gesamte Bandbreite von Up-Tempo-Melodic Metal ("Guiding Star") über melodiöse Midtempo-Rocker ("Vermillion Lake") und Balladen ("Crimson Winter Sunrise") geboten. Die Mischung kann als durchaus gelungen bezeichnet werden. Allerdings muß negativ angemerkt werden, daß Dirk Schäffner, der mir von RITUAL SPIRIT positiv in Erinnerung war, in manchen Passagen einfach zu sehr "gequält" wirkt. In den langsamen Passagen kommt seine Stimme zwar perfekt zur Geltung, im Up-Tempo-Bereich dagegen wirkt sich der Gesang allerdings eher störend auf den sonst positiven Gesamteindruck aus. Hier ist unbedingt Handlungsbedarf angesagt. Anders kann ich es mir nämlich vorstellen, dass diese Band die nötige Beachtung erhalten wird.
Walter

HANAGORIK – A Way To Freedom (Eigenproduktion/Hardebaran)
Die brasilianische Musikszene bringt immer wieder interessante Formationen aus dem Underground zu Tage. Auch HANAGORIK stammen aus dem Land des aktuellen Fußballweltmeisters und musizieren in einer Art, die meine Wenigkeit zwar nicht unbedingt anspricht, aber auf Grund der Mischung durchaus interessant erscheint. Die Band ist bereits seit 1991 aktiv und kann bereits auf zwei Demos und Cds zurückblicken. "A Way To Freedom" dürfte als Appetizer für das demnächst erscheinende Album "The Caravan" gedacht sein und bietet fünf Songs. Diese sind recht unterschiedlich und lassen so nur schwer eine Schubladisierung der Band zu. Der Opener und Titelsong klingt wie BIOHAZARD auf dem Nu Metal-Trip, während das folgende "The Silence" ein eher straighter Hardcore-Song geworden ist. Als besonderes Schmankerl wurde "Save A Prayer" von DURAN DURAN gecovert, das hier einen leichten Alternative-Anstrich erhält. Erst bei "Cold Blue Eyes" und dem Abschlußtrack "Children Of Filth" kommen Erinnerungen an den Mann auf, der Metal aus Brasilien salonfähig gemacht hat. Beide Songs würden Max Cavalera nicht schlecht zu Gesicht stehen, vor allem in Sachen Gesang ist man nicht weit von ihm entfernt. Allerdings musizieren HANAGORIK für einen Vergleich zu SOULFLY zu wenig "Tribal"-lastig und im Gegensatz zu SEPULTURA ist weniger Thrash Metal zu vernehmen.
Bei Interesse versucht es entweder bei der Band direkt unter www.hanagorik.com.br oder bei deren belgischer Agentur www.hardebaran.com, die sich um sämtliche Belange der Band kümmert.
Walter

BARROS – Gemini (Point Music)
Wenn eine neue Formation nach dem Gitarristen, in diesem Fall Paulo Barros, der sonst bei TARANTULA die Saiten quält, benannt ist, vermutet der Hörer zunächst eventuelle Soloeskapaden des jeweiligen Künstlers. Im Falle BARROS sieht die Sache so aus, dass Paulo und seine Mitstreiter, unter anderem sein Bruder Luis, der für das Schlagzeug und die Produktion verantwortlich zeichnet, dem bei der Stammformation vorgetragenen melodiösen Metal den Rücken zuwenden und wesentlich traditionellere Hardrock-Klänge von sich geben. Das portugiesische Quartett wandelt auf "Gemini" stark in der Tradition solcher Bands wie MSG oder DOKKEN. Fein vorgetragener Hardrock dröhnt uns aus den Boxen entgegen und sollte Freuden genannter Acts ebenfalls zusagen. Die Beispiele sind ganz bewusst auserkoren, denn im Grunde sind auch diese unmittelbar auf einen Namensgeber bezogen. Im Gegensatz zu anderen Gitarristen, die eben einmal ein Soloalbum veröffentlichen, spielt Paulo aber immer banddienlich und orientiert sich weniger an Yngwie und seinen Schützlingen. Ich für meinen Teil gebe dieser Scheibe den Vorzug gegenüber jenen, die Herr BARROS mit TARANTULA auf den Markt gebracht hat.
Walter

ION VEIN – Reigning Memories (Eigenproduktion)
Gut Ding braucht Weile. Daran scheinen auch ION VEIN zu glauben. Das Quartett aus dem US-Bundesstaat Illinois benötigte satte vier Jahre, um einen Nachfolger für das feine "Beyond Tomorrow" genannte Scheiblettchen, das uns 1999 erfreuen konnte, zu veröffentlichen. Musikalisch sind ION VEIN nach wie vor dem Progressiven Power Metal zuzuordnen, wobei der schon bei besagtem Vorgängerwerk immer wieder herangezogene Vergleich zu den Frühwerken von QUEENSRYCHE noch immer berechtigt ist. Es ist vor allem der Gesang von Russ Klimczak, der jenem des jungen Geoff Tate verdammt ähnlich ist. Aber auch die Gitarrenarbeit von Chris Lotesto und John Malufka kann sich im direkten Vergleich zu "Seattle´s (ehemals) Finest" durchaus sehen lassen. Allerdings zeigen sich ION VEIN 2003 stark verbessert. Die Songs wirken wesentlich ausgereifter und auch in Sachen Layout der CD hat man zugelegt. "Reigning Memories" ist aber nicht nur optisch gelungen, sondern vor allem soundtechnisch locker auf Major-Niveau. Letzteres ist aber auch nicht verwunderlich, konnte doch Neil Kernon als Produzent verpflichtet werden, der sich in der Vergangenheit bereits mit Acts wie, ähem, QUEENSRYCHE einen guten Namen machen konnte. Die Songs selbst, beginnend beim atmosphärischen Intro "Awakening" über relativ straighte Kompositionen wie "Spiral Maze" oder das unter die Haut gehende "The Power Of You" veranlassen den Hörer zu Freudensprüngen. Als weitere Highlights müssen auch noch das melancholische "Twilight Garden" und die Trilogie "Adrian´s Ladder" angegeben werden.
Für mich ist es absolut unverständlich, weshalb sich kein Label dieser Band annimmt. Mit "Reigning Memories" als Referenz kann das doch kein Problem sein. Das Hammerteil ist für $ 16,- (inkl. Porto und Versand) über die Homepage www.ionvein.com zu erhalten. Wem das zu mühsam ist, kann es auch bei den größeren Mailorder-Companies versuchen.
Walter

WINTERLONG – The Second Coming (Lion/Al!ve/Musica)
Bandname und Albumcover suggerieren musikgewordene Eiseskälte, doch die Musik klingt wesentlich weniger unterkühlt. WINTERLONG nennt sich das musikalische Kind des schwedischen Gitarristen Thorbjörn Englund. Auf diesem Album, dem mittlerweile zweiten von WINTERLONG, wirken ein Keyboarder mit dem Pseudonym Mistheria, VANDEN PLAS-Drummer Andreas Lill bzw. HAMMERFALL-Schlagzeuger Anders Johansson und Sänger Mikael Holm mit. Mir ist zwar nicht ganz klar, ob es sich um eine Band oder nur ein Projekt handelt, im Endeffekt ist das aber auch nicht unbedingt relevant. Trotz aller Melodien vergessen die Herrschaften aber nicht die nötige Härte in ihre Kompositionen einwirken zulassen, wodurch "The Second Coming" deutlich von den weiteren Veröffentlichungen aus dem Hause Lion Music zu unterscheiden ist. Besonders hervorzuheben ist in jedem Fall Mastermind Thorbjörn Englund, der nicht nur die Gitarrenparts ubernimmt, sondern im Studio auch den Bass eingespielt hat und auch für das komplette Songwriting und die Arrangements zuständig ist. Projekt hin, Band her, es wäre schade, wenn da in Zukunft nichts mehr kommen würde.
Walter

PROSPECT – Moments (Eigenproduktion/Just For Kicks)
Horch, was kommt von draußen rein? Es sind PROSPECT, ein slowenisches Quintett aus Laibach, die heute zu Besuch sind. Was sie mitgebracht haben? Ein neues Album natürlich (was auch sonst... Andi). Dieses nennt sich "Moments" und stellt das zweite in der Historie der Formation dar. Die Band existiert zwar bereits seit mehr als 10 Jahren, dennoch gab es erst eine schlicht "#1" genannte Scheibe. Die gesamte Auflage von 1700 Stück ist mittlerweile vergriffen, was schon auf einen gewisse Fanbasis schließen lässt. Generell kann ich der Musik der Slowenen eine Menge abgewinnen. Die Songs versprühen ein ordentliches Prog Metal-Flair und können auch durchaus überzeugen. Mit Rok Plestenjak (K) und Roman Files (G) sind Professionalisten am Werk, die im bürgerlichen Beruf als Lehrer ihrer Instrumente ihr tägliches Brot verdienen, was man der Scheibe auch durchaus anhört. Ein Kritikpunkt muss aber auf jeden Fall erwähnt werden. Es sind etliche Passagen zu vernehmen, die ich in sehr ähnlicher Form bereits von DREAM THEATER gehört habe. Natürlich ist es für eine junge Band keine Schande, sich an Vorbildern zu orientieren, ein wenig mehr Eigenständigkeit wäre allerdings schon angebracht gewesen. Wer also nicht mehr länger auf eine neue Scheibe des "Traumtheaters" warten möchte, kann ja zunächst als "Methadon"-Programm zu "Moments" greifen. Denn süchtig macht diese Scheibe ebenfalls. Danke für den Besuch, bis zum nächsten Mal. Ach ja, bei der nächsten Eigenproduktion bitte 1701 Exemplare fertigen lassen. Danke.
Walter

SHAKRA – Rising (Point Music)
Vor einigen Jahren hätte eine Band mit einer, wie von den Schweizern SHAKRA gebotenen Musik, überhaupt keine Chance auf so etwas wie Erfolg gehabt. Niemand anders als die Band selbst kann das besser bestätigen. Doch die Zeiten haben sich wieder einmal geändert. Melodien sind wieder gefragt, SHAKRA halten an diesen fest und tun gut daran. Mit "Rising" stehen die Zeichen auf Erfolg wie nie zuvor im Lager der Eidgenossen. Die insgesamt 12 Songs des Albums haben durch die Bank Ohrwurmqualität und verfügen auch über die benötigten Hooks. Mit Mark Fox präsentiert uns die Band auch einen neuen Sänger, der mit seiner rauen Stimme knackig-rockende Songs wie "Run Away" oder "Too Good For Me" noch zusätzlich veredelt. Aber auch bei den Genre-typischen Balladen wie "I Will Be There" kann Mark durchaus überzeugen. In der Schweiz scheint sich gerade auf dem Hardrock-Sektor einiges zu tun. Neben den wiedererstarkten KROKUS und CRYSTAL BALL werden auch SHAKRA einen nicht unerheblichen Teil der ehemaligen Anhänger der zur Pop-Combo mutierten GOTTHARD erben.
Walter

EMPIRE – Trading Souls (Lion Music/Musica)
Nach seiner Zeit bei VANIZE, der Band rund um UDO´s kleinen Bruder Peter Dirkschneider, schien Gitarrist Rolf Munkes genug zu haben vom Heavy Metal. Sein Bereich dürfte eher der melodie-betonte, keyboard-lastige Hardrock zu sein. EMPIRE sind in erster Linie seine Band, wobei die ganze Sache aber den Beigeschmack eines Projektes hat. Eine Besetzungsliste wie die vorliegende, sollte allerdings reges Interesse hervorrufen. Neben Rolf sind sein Busenkumpel Gerald Kloos am Schlagzeug, Tony Martin (V, unter anderem ex-BLACK SABBATH), Neil Murray (B, ex-WHITESNAKE usw.) und der derzeitige DEEP PURPLE-Keyboarder Don Airey auf "Trading Souls" zu hören. Speziell die Gesangsparts lassen erwarten, daß EMPIRE auch als Band funktionieren, denn im Gegensatz zum Vorgängerwerk "Hypnotica" (2001) ist zumindest einmal nur ein Sangesbarde am Werk. Das Problem an "Trading Souls" ist aber, dass die Songs noch nicht mit jenen der ganz großen Acts vom Schlage RAINBOW oder DEEP PURPLE vergleichbar sind, obwohl sich Tony Martin ungemein emotionell in Szene setzen kann und eine der besten Performances seiner Karriere abliefert.
Walter

VADER – Blood (Metal Blade/NSM)
Die polnische Death Metal-Institution VADER, von der ich bis vor kurzem noch überzeugt war, dass die Mitglieder über einen "Zweitwohnsitz" in Österreich verfügen (sollte es eine Statistik über die Häufigkeit von Konzerten im ostösterreichischen Raum geben, nehmen VADER mit Sicherheit eine Spitzenposition ein), schieben in fast schon traditioneller Art eine Mini-CD als Überbrückung zum nächsten Studiowerk ein. "Blood" überzeugt schon einmal optisch, die Idee mit der Umsetzung des "Turiner Grabtuchs" als Covermotiv finde ich sehr gelungen. Zugegebenermaßen waren mir VADER bisweilen immer eine Spur zu heftig. Mit "Shape-Shifting" ist der Band ein Opener gelungen, der zwar knüppelnd rüberkommt durch fast schon doomlastige Elemente aber durchaus abwechslungsreich gestaltet wurde. "We Wait" darf fast als "Hit" bezeichnet werden, bislang ist mir noch kein Song der Polen bekannt, der derartige Ohrwurm-Qualitäten aufzuweisen hatte. Auch die restlichen Songs können durchaus überzeugen, wobei ich allerdings an "When Darkness Calls" keinen Unterschied zu jener Version, die auf dem letzten Studio-Album "Revelations" vertreten war, erkennen kann. Zum Abschluß hat sich die Band auch noch an "Angel Of Death" herangewagt, diesen Song textmäßig ein wenig aktualisiert und in ihrer eigenen Art und Weise wiedergegeben. Nein, hier geht es nicht um den gleichnamigen SLAYER-Song, das wäre wohl wenig originell gewesen, THIN LIZZY wird damit Tribute gezollt. Ob man damit eingeschworene LIZZY-Jünger überzeugen wird, darf wohl eher bezweifelt werden, aber VADER haben auch mit Sicherheit nicht diese Klientel im Auge gehabt.
Walter



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