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CDs
EXHIBITION The Sign Of
Tomorrow (LMP/edel)
Macht es Sinn über eine Scheibe zu berichten, die bereits ein gutes
halbes Jahr auf dem Buckel hat? Nicht immer. Wenn aber besagtes Album
noch nicht gebührend gefeiert wurde, wie im Falle von EXHIBITION,
fühle ich mich aber geradezu verpflichtet auch noch meine Meinung
diesbezüglich kundzutun (danke auch... Andi). Bei EXHIBITION handelt
es sich gewissermaßen um die Nachfolgeformation der genialen ETERNITY
X, die nach dem Ausstieg von Sänger Keith Sudano in die ewigen Jagdgründe
befördert wurden. Mit Jeff Shernov (G), Jamie Mazur (K) und Jimmy
Peruta (D) stehen also drei ehemalige ETERNITY X-Recken in den Reihen
von EXHIBITION. Vervollständigt wird das Line-Up durch Brett Rome
(B) und Sänger Bobby Lucas. Wen es beim letztgenannten Namen jetzt
so richtig "gerissen" hat, dem sei mitgeteilt, daß es
sich in der Tat um jenen Herrn handelt, der durch seine famosen Darbietungen
auf den ersten SEVEN WITCHES-Scheiben oder der letzten OVERLORDE zu Ruhm
und Ehre gelangte. Die an und für sich schon gelungenen Progressive
Power Metal-Kompositionen werden durch Bobby´s Gesang jedenfalls
noch weiter veredelt, denn der gute Mann vermag sowohl fies zu klingen,
wie in "Queen Of Pain", sein Organ aber auch richtig gefühlsbetont
einzusetzen wie in "Shattered Memories". Als Fazit kann ich
nur mitteilen, dass es sich hier um eines der Highlights des Jahres handelt
und hoffentlich bald ein Nachfolgealbum in Aussicht ist.
Walter
EMERALD RAIN Short Sighted
(AOR Heaven/Point)
Jetzt, wo der Sommer entgültig gegangen ist (super Einleitung Walter!
Andi), die Sonne aber noch immer genug Kraft hat, um zumindest phasenweise
Volkes´ Seele zu erwärmen, werden auch die Klänge schon
langsam wieder düsterer (ich korregiere mich: voll super Einleitung
Walter! Andi). Zum Abschluss hat uns das kanadische Quartett EMERALD RAIN
ein richtiges "Sommeralbum" hinterlassen. Optimal um knapp vor
dem drohenden Herbsteinbruch nochmals so richtig Sommerstimmung aufkommen
zu lassen. Mit ihrem mittlerweile vierten Album zaubern die Herrschaften
um Gitarrenwiz Mike Dmitrovic elf Songs aus dem Hut, die allesamt feinen
Melodic Rock bieten. Um die ganze Sache nicht zu eindimensional zu gestalten,
wurde das Tempo ab und zu verschärft, wie bei "Second Sight"
oder "Need To Fly". Der Großteil ist aber eher gemächlich
gehalten und mit "Think Of Me" ist eine wunderhübsche Akustik-Ballade
enthalten. Ausfälle sind keine zu vernehmen, die geneigte Zielgruppe
wird mit Sicherheit gefallen an diesem Album finden. Wo sich der "Inside
Out" betitelte Bonustrack befindet, bleibt allerdings auch nach intensiver
Suche ein Geheimnis, vielleicht habe ich aber auch nur den Begriff "Hidden
Track" bisher falsch verstanden..... Wie auch immer, in meinen Augen
die optimale Beschallung für die letzte Ausfahrt des heurigen Jahres
im offenen, ähem, Kinderwagen.
Walter
STRATOVARIUS Elements
Part 2 (Nuclear Blast/edel)
Ganz ehrlich, nach den letzten Veröffentlichungen der Finnen hatte
ich nicht mehr damit gerechnet, dass sich die Band jemals wieder in Richtung
Metal orientieren wird. Kitsch und Klamauk wurden scheinbar auf ein Minimum
reduziert und somit ist vorliegende Scheibe in meinen Augen das Highlight
aus dem Hause STRATOVARIUS seit langer Zeit. Zugegeben, auf der Promo-Version
der Scheibe sind lediglich vier Songs enthalten und der Rest des Albums
ist mir noch nicht bekannt. Dennoch sollte das ausgewählte Material
repräsentativ genug sein, um ein Urteil abzugeben. Der Opener "Alpha
& Omega" erweist sich als schleppender Heavy Rocker in bester
DIO-Tradition, wobei Timo Kotipelto beweist, warum er zu den Meistern
seines Faches gezählt werden darf (welches Faches?! Andi). "I
Walk To My Own Song" verfügt über alle STRATOVARIUS-typischen
Trademarks und könnte als Rausschmeißer für anstehende
Konzerte gedacht sein (letzter Refrain und Abgang....), "I´m
Still Alive" erinnert mich vom Titel her an HELLOWEEN, ist musikalisch
aber scheinbar eher von RAINBOW beeinflusst und sollte ebenfalls für
die Bühnen dieser Welt geschrieben worden sein. Der Abschluss in
Form von "Awaken The Giant" dagegen fällt ein wenig ab,
da der verzerrte Gesang schlicht fehl am Platz ist. Nichtsdestotrotz rettet
Jörg Michael mit seinem präzisem Drumming den Song, der als
eher untypisch für die Band zu bezeichnen ist. Ich bin schon einmal
auf die vollständige Version dieser Scheibe gespannt!
Walter
PRIDE - Signs Of Purity (AOR
Heaven/Point)
Auf dem Melodic Rock-Sektor haben sich PRIDE bereits mit ihrem Debüt
"Far From The Edge" einen recht guten Ruf erspielen können
(na dann! Andi(. Daran wird sich zum Glück für die Band auch
mit "Signs Of Purity" nichts ändern. Viel eher ist damit
zu rechnen, dass diese Reputation noch weiter ausgebaut werden kann, denn
"Signs Of Purity" sollte nicht nur die Melodic Rocker erfreuen,
sondern auch tolerante Metaller mit Hang zu Melodien begeistern können.
Auffällig ist das dominierende Keyboard, das aus Songs wie "Say
You´re Not Lonely" oder "Heaven´s Waiting"
durchaus radiotaugliche Kompositionen macht. Die Dominanz dieses Instruments
ist jedoch nicht wirklich verwunderlich, handelt es sich bei PRIDE doch
im Prinzip um die Band des ehemaligen BALANCE OF POWER-Tastendrückers
Ivan Gunn. Aber keine Angst, auch die Gitarrenarbeit kommt nicht zu kurz,
so sind mit "Somewhere Someway" oder "Learn To Fly"
auch amtliche Hardrocker mit auf der Scheibe. Das einzige, was den Songs
ab und zu fehlt, sind die zwingenden Hooks und Melodylines, um richtige
Ohrwürmer zu werden. Doch dieses Manko wird mit dem nächsten
Album mit Sicherheit behoben sein (mit Sicherheit... Andi).
Walter
SILVER - Intruder (Point)
Ein wahres Staraufgebot hat dieses Album eingespielt. Zugegebenermaßen
sind mir die zwei unter dem Namen SILVER bereits erschienen Alben unbekannt,
doch angesichts der Fülle an hochwertigem Material bedarf es auch
gar keiner Vergleiche zur band(?)eigenen Vergangenheit. Die treibenden
Kräfte sind Gary Barden, der uns mit seiner Stimme schon auf den
ersten MSG-Scheiben erfreuen konnte, Bernie Torme (G, ex-GILLAN) und Michael
Voss (G, u.a. ex-MAD MAX). Zur Mitarbeit eingeladen wurden Musiker wie
Don Airey (K, DEEP PURPLE), Bob Daisley (B; u.a. ex-OZZY) oder Colin Hodgkinson
(B, ex-WHITESNAKE). Wie bereits die Namen vermuten lassen, wird traditioneller,
keyboard-lastiger Hardrock geboten, der die genreüblichen Balladen
("Bleed") genauso umfasst wie treibende Rocker ("Intruder")
oder eher grooveorientierte Stampfer wie ""Troublemaker".
Weiters kann festgestellt werden, daß vor allem gegen Ende der Scheibe
immer wieder durchschimmernde AOR-Anteile eine weitere Facette des Sounds
darstellen und dadurch der Hit-Faktor deutlich erhöht wird. "How
Does It Feel?" beispielsweise würde auch JOURNEY ganz gut zu
Gesicht stehen. Ob Band, Projekt oder sonst was, im Falle von SILVER ist
es egal, der Großteil der Nummern ist zumindest hitverdächtig
und verlangt förmlich nach mehr (unbedingt... Andi).
Walter
AXENSTAR Far From Heaven
(Arise Records)
Vor einigen Jahren war dieses schwedische Quintett unter dem Namen POWERAGE
aktiv und auf MAIDEN-Coverversionen spezialisiert. Nachdem die ersten
eigenen Songs komponiert und aufgenommen waren, musste logischerweise
auch ein neuer Bandname her. AXENSTAR wurde hierfür ausgewählt
(super Wahl... Andi) und im letzten Jahr konnte mit "Perpetual Twilight"
das Debüt auf dem aufstrebenden spanischen Label Arise Records veröffentlicht
werden. "Far From Heaven" erscheint dieser Tage ebendort und
ist grob umschrieben zwischen den Eckpfeilern MAIDEN, HELLOWEEN, STRATOVARIUS
und MALMSTEEN einzuordnen. Diese Mischung ist zwar nicht sonderlich originell
(net? Andi), AXENSTAR verfügen aber durch die Stimme von Magnus Eriksson
über ausreichend eigene Identität, da dieser eine ausgezeichnete
Metal-Röhre besitzt (ähm... Andi), die alle Nuancen des melodischen
Metals abdeckt. Die gleichzeitig kraftvollen, wie melodiösen Songs
werden ihr übriges tun, daß AXENSTAR ausreichend Fans gewinnen
können werden. Ich bin davon überzeugt, daß wir von dieser
Band noch einiges hören werden (das steht zur Befürchtung an.
Andi).
Walter
DARK MOOR Same (Arise
Records)
Auf den ersten Blick mag es vielleicht ein wenig seltsam erscheinen, dass
eine Band ihr mittlerweile fünftes Album ohne Titel in Umlauf bringt.
Doch zumindest im Fall der spanischen Bombast-Metaller DARK MOOR scheint
diese Tatsache einen Grund zu haben. Dieses Album könnte eine Art
Neuanfang darstellen, haben sich doch im April dieses Jahres drei Musiker
der alten Besetzung aus dem Staub gemacht. Darunter war auch Frontfräulein
Elisa C. Martin, die bisher mit ihrer Stimme so etwas wie das Markenzeichen
der Band darstellte. Die Bandhäuptlinge Enrik Garcia (G) und Anan
Kaddouri (B) ließen sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen, rekrutierten
neue Musikanten und können mit Alfred Romero erstmals einen Sänger
aufwarten. Doch nicht nur was den Gesang betrifft sind Neuerungen zu vernehmen.
Meiner Meinung nach haben es die Spanier auch geschafft, den bisher doch
reichlich vorhandenen Kitsch-Faktor deutlich zu reduzieren. Im Prinzip
lässt sich dieses Album mit "Mehr Metal, weniger Bombast"
umschreiben. Vergleichbar vortragende Kapellen, vor allem aber RHAPSODY,
schimmern zwar immer noch deutlich durch, dennoch sollten Freunde des
symphonisch-bombastischen Metals dringend ein Ohr riskieren, denn DARK
MOOR haben einiges zu bieten. Als besondere Anspieltipps seien noch "Cyrano
Of Bergerac" und "Philip The Second" genannt. Geschichtsunterricht
anno 2003 kann ja so nett sein!
Walter
ROUGH SILK End Of Infinity
(Common Ground/Point)
Auch von den deutschen Rockern ROUGH SILK gibt es wieder einmal etwas
Neues zu berichten. Nicht nur, daß es abermals zu Besetzungswechseln
gekommen ist, diesmal verzichtet die Band nach dem Abgang von Thomas Ludolphy
gar darauf, einen neuen Sänger zu verpflichten. Die Gesangsparts
werden auf "End Of Infinity" von den verbleibenden Bandmitgliedern
Nils Wunderlich (G), Ferdy Doernberg (K) und Herbert Hartmann (D) übernommen.
Dadurch wirkt das ohnehin schon mehr als abwechslungsreiche Songmaterial
noch ein wenig spontaner. ROUGH SILK mit der bloßen Bezeichnung
"Melodic Metal" abzufertigen, kann keinesfalls ausreichen, um
die dargebotenen Songs zu beschreiben. Von erdigen Hardrock-Songs ("Lucifer´s
Hotel" (bitte wie? bitte was? Andi) wird hier das gesamte Spektrum
des (harten) Rocks vorgetragen, bis hin zu reinrassigen Melodic Metal-Hymnen
("Isolation"). Was die Texte betrifft, scheinen die Herrschaften
wohl eine gehörige Portion Ironie in ihren Songs zu verarbeiten.
Gerade "Isolation" klingt im Refrain verdächtig nach "Happy
Metal" und verfügt über eine Zeile, die da lautet: "Welcome
To Your Isolation.....The Only Way Out Is To Die". Dazu bedarf es
wahrlich einer mächtigen Portion Humor (dann scheine ich ja ziemlich
humorlos zu sein. Andi). Über die Fähigkeiten der Herren Musiker
braucht ohnehin nicht diskutiert werden, viel eher sollte man sich "End
Of Infinity" in Ruhe zu Gemüte führen und auf die Details
achten. Nach mehreren Durchläufen habt Ihr dann die gesamte Palette
an Zutaten, von Swing über Country und Zitaten, die nach Chanson
klingen, ebenso entdeckt, wie die ungewöhnliche Instrumentierung,
die uns ein Akkordeon ebenso bieten kann, wie Trompeten oder auch Mandolinen.
Viel abwechslungsreicher geht es wohl nicht mehr (ist auch nicht zwingend
notwendig. Andi).
Walter
ADAGIO Underworld (NTS/Point)
Schon das erste Album "Sanctus Ignis" dieses internationalen
Projektes aus dem Jahre 1999 war geprägt von einer Melange aus Metal-Anteilen
und Elementen der Klassik. Der Initiator von ADAGIO, der französische
Gitarrist Stephan Forte, vermag besagte Stilverschmelzung auf "Underworld"
noch weiter auszureizen. Mit seinen Mitstreitern Dirk Bruinenberg (D,
ELEGY), Frank Hermany (B), Sänger David Readman (PC 69) sowie Keyboarder
Kevin Codfert zelebriert Stephan auf vorliegendem Album eine Gratwanderung
zwischen purer Klassik auf der einen Seite und progressiven, melodischen
Metal-Klängen im Sinne von DREAM THEATER, SYMPHONY X oder auch Yngwie
MALMSTEEN auf der anderen. Diese Beschreibung mag vielleicht eher davon
abhalten, sich das Werk zu Gemüte zu führen (indeed, Andi),
doch wer es sich so einfach macht, versäumt in der Tat einiges. Nicht
nur, dass Kompositionen wie der Titeltrack, "Next Profundis"
oder "The Mirror Stage" allein Anreiz genug sein sollten, es
gibt ja auch noch David Readman. Auf "Underworld" beweist David,
dass er, der ansonsten bei den "Pinkies" stilistisch doch ein
wenig limitiert wirkt, in sämtlichen Stimmlagen zu Hause ist, und
auch noch so kompliziert vorzutragendes Material mit seiner Röhre
zumindest in den Passagen, wo er zum Einsatz kommt zu amtlichen
Rocknummern verzaubert. Für Freunde seiner Sangesdarbietung ist ADAGIO
ebenso Pflicht, wie für Fans der genannten Vergleichsformationen.
Walter
ASPID Musa (Avispa/Point)
Bereits einige Jahre treiben ASPID ihr Wesen im spanischen Metal-Business.
Aber ähnlich wie bei zahlreichen anderen Formationen der iberischen
Halbinsel, nimmt auch von dieser Band zur Zeit nur ein kleiner Teil der
Szene deren Existenz wahr. Warum auch immer, ist mir nach wie vor ein
Rätsel. Es sollte aber weder an den Vertriebsmöglichkeiten,
noch an den notwendigen Pressereaktionen scheitern. Das Quartett bietet
uns eine recht ordentliche Mixtur aus traditionellen Hardrock-Klängen
und Metal-Anleihen, wobei letztere eher in der Unterzahl sind. Gesanglich
kann Joanjo Bosch mit seiner leicht rauen Stimme durchaus international
bestehen, wird aber voraussichtlich durch die Lyrics in spanischer Sprache
leider von der Mehrheit ignoriert werden. Das Spektrum reicht von balladesk
("A Lo Largo Del Camino..") bis zu amtlich heavy, wie in "Abandonar"
und lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Tolerante Metaller
sollten sich ASPID ebenso auf ihre Einkaufszettel notieren, wie andere
Highlights aus jener, noch immer völlig unterbewerteten, Region auf
der schwermetallischen Landkarte.
Walter
MIDNITE CLUB Running
Out Of Lies (Escape/Sony)
Was sich eher wie ein Filmtitel anhört, ist auch als Bandname brauchbar.
MIDNITE CLUB ist im Grunde das geistige Kind des deutschen Gitarristen
Stephen Seger, der eventuell von seiner Zeit mit MR: HATE und dem 1997
veröffentlichtem Album "Fragments" ein Begriff sein könnte
(eventuell, ja... Andi). Heute wie damals ist Sänger Carsten Schulze
an seiner Seite zu finden, wobei dieser schön langsam aber sicher
an einer Art "Jörg Michael-Syndrom" zu leiden scheint.
Wie der genannte Drummer vor einigen Jahren ist auch Carsten Schulze im
Moment auf unzähligen Scheiben zu hören. Neben MIDNITE CLUB
sind bereits die neue DOMAIN und EVIDENCE ONE zu nennen. Abwarten, was
da noch auf uns zu kommt. Wobei der gute Mann eine recht variable Stimme
besitzt, die er auch auf "Running Out Of Lies" in Szene zu setzen
kann. Auf vorliegendem Album wird feiner Melodic Rock geboten, der zwischen
hart rockend ("Heaven Beyond"), traditionell melodiös,
als Beispiel sei hier der Ohrwurm "Too Close To The Sun" erwähnt
und sanft-balladesk, wie in "Thoughts Away" hin und her pendelt.
Als weiteres Highlight muß unbedingt noch die DURAN DURAN
Coverversion "The Wild Boys" erwähnt werden, die MIDNITE
CLUB perfekt zu Gesicht steht (die Idee hatte aber wer anderer auch schon
mal... Andi).
Walter
MILESABOVE Further (Escape/Sony)
Auch in Kanada muss man sich um den Nachwuchs auf dem Rockmusiksektor
keine Sorgen machen (dann ist´s ja gut. Andi). Das Quartett MILESABOVE,
bestehend aus den Mancini-Zwillingen Anthony (G) und Adam (D) sowie Sänger
Tim Hicks und Bassist Sherman Arnold, kann bereits auf einige Gigs im
Vorprogramm illustrer Kapellen wie den CRASH TEST DUMMIES zurückblicken,
und das trotz des noch jugendlichen Alters der Kerle. Interessant zu erwähnen
ist, daß Sänger Tim als Vorbilder Lennon/McCartney, U2 oder
QUEEN anführt. Nicht unbedingt alltäglich für einen erst
22jährigen. Ruhigere Zeitgenossen, denen nicht unbedingt täglich
ein Meisterwerk der metallischen Musikgeschichte ins Gehirn dröhnen
muß, die sonst aber durchaus für gemäßigte Rockmusik
zu haben sind, sollten unbedingt ein Ohr riskieren. "Hits",
die ich mir auch gut in unseren Breitengraden im Radio vorstellen könnte,
gibt es auf "Further" genügend.
Walter
AOR Dreaming Of L.A (AOR
Heaven/Point)
´You´re My Obsession nennt sich der Opener dieses
Albums und deutet bereits an, dass es auf diesem Album um Beziehungen
geht (toll! Andi). Beziehungen, die nicht unbedingt zwischenmenschlicher
Natur sind. AOR, mitnichten eine Band, sondern das Projekt eines französischen
Musikers namens Frederic Slama, soll als Hommage an Kalifornien verstanden
werden. Frederic ist in Frankreich schon seit gut 20 Jahren als Musikjournalist
tätig und hat seit langer Zeit ein Faible für AOR (als Musikrichtung
zu verstehen) und Westcoastrock. Die Liebe zu jener Region lies in sogar
für einige Zeit in diesen Teil der Staaten ziehen, um noch näher
an der Materie zu sein. Vor einigen Jahren begann er auch Songs zu schreiben
und unter dem Namen AOR veröffentlichte er mittlerweile vier Alben,
die allesamt den Term "L.A." im Titel haben (oba an Poscher
hot der definitiv kann, oder? Andi). Das aktuelle davon nennt sich "Dreaming
Of L.A" und kann musikalisch gerade noch dem Genre Rock zugeordnet
werden. Ausflüge in den Pop-Bereich sind nämlich ebenso zu finden
wie nicht unbedingt branchenübliche Saxophon-Klänge. Da sich
Frederic im Laufe der Zeit auch einen recht guten Namen gemacht hat, kann
er auch mit einer stattlichen Gästeliste beeindrucken, die unter
anderem die Namen Steve Lukather, Steve Overland (FM) und Tommy Denander
(RADIOACTIVE) aufweist. Kein Headbanger-Stoff, aber Liebeserklärungen
sind nun einmal von eher sanfter Natur.
Walter
MACABRE Murder Metal
(Season Of Mist/Musica)
Das amerikanische Trio MACABRE existiert bereits seit mehr als 15 Jahren
in der aktuellen Besetzung Corporate Death (V,G), Nefarious (B) und Dennis
The Menace (D). Eine Seltenheit in diesem Business. Genauso ungewöhnlich
wie diese Tatsache ist auch der Stil von den Chicagoern. Irgendwie meine
ich neben den Hauptanteilen Death Metal und Grindcore eine Menge Jazz-Anteile
zu vernehmen, genauso wie Punk, aber auch klassische Passagen und volkstümliche
Klänge. Eine mehr als gewöhnungsbedürftige, schräge
Mischung, die uns MACABRE hier auftischen. Noch ein wenig abgedrehter
sind die lyrischen Ergüsse der Herrschaften. "Murder Metal"
beschäftigt sich, wie der Titel verrät mit Serienkillern und
Massenmördern. Zwar ist das nicht unbedingt neu oder originell (auch
für sie selbst nicht... Andi), allerdings in einer derart schrägen
musikalischen Verpackung und dadurch höchst, Achtung, jetzt kommt´s,
amüsant. Beginnend im 16. Jahrhundert, als ein gewisser "Werewolf
Of Bedburg" sein Unwesen trieb, über "Jack The Ripper"
bis hin zu "neuzeitlich" krankhaften Mördern wie "The
Iceman" oder "Fritz Haarmann Der Metzger", werden allerlei
obskure Persönlichkeiten besungen. Besonders letztgenannnter Song
entpuppt sich als ultimativer Schenkelklopfer. Nicht nur die musikalische
Mischung, die mit walzerartigen Klängen beginnt und über einen
Akustikteil und ein monströs langgezogenes Riff in einem amtlichen
"Reißer" endet, wird für Unterhaltung sorgen. Der
Titel ist in deutscher Sprache verfasst und gipfelt in einem Refrain,
der da lautet: "Warte noch ein Weilchen, dann kommt Haarmann auch
zu Dir, mit dem Hackebeilchen macht er Leberwurst aus Dir". Eine
der amüsantesten Scheiben des Jahres!
Walter
CRYSTAL BALL Hellvetia
(Nuclear Blast/edel)
"Virtual Empire, das letzte Werk der Schweizer CRYSTAL BALL,
wird mir recht lange in Erinnerung bleiben. In erster Linie verbinde ich
damit das seinerzeit im heimischen Kinderzimmer eingeführte "Schaukel-Bangen".
Hardrock-Schmankerl wie "Am I Free" oder "Talk In Circles"
sollten aber auch ohne weitere spezielle Erinnerungen Freunde gefunden
haben. Nun gut, CRYSTAL BALL setzen mit "Hellvetia" stilistisch
in etwa da fort, wo sie mit genanntem dritten Album aufgehört haben.
Den vom Label angegebenen Melodic (Power) Metal konnte ich allerdings
trotz oftmaligen Genusses der Scheibe nicht entdecken, was aber nicht
weiter störend sein sollte. Begonnen beim Opener und Titeltrack,
der mit dem coolsten Intro seit ACCEPT´s "Fast As A Shark"
beginnt, über ordentlich groovende Rocker wie "My Life"
und "Bird On A Wire" bis hin zu balladesken Momenten wie in
"Pictures Of Love", kann vorliegendes Album das gesamte Spektrum
des melodiebetonten Hardrocks abdecken. Sowohl die Instrumentalisten,
die immer wieder durch das harmonische von Duell Gitarre und Keyboard
überzeugen, als auch Goldkehlchen Mark Sweeney brauchen internationale
Vergleiche nicht zu scheuen. Das Vorgängerwerk brachte CRYSTAL BALL
bereits einiges an Beachtung ein, so durfte man mit DOKKEN auf der letzten
Europa-Tournee ja auch im PLANET gastieren. "Hellvetia" sollte
der Band zumindest vergleichbare Erfolge einbringen.
Walter
THE ARMADA Rage Of The
Armada (LMP/edel)
Bei THE ARMADA sind mit Davor Uzunovic (G) und Peter Langer (D) zwei Musiker
am Start, die zum letzten Aufgebot von STORMWITCH vor der "Reunion"
anlässlich des heurigen "BYH-Festivals" zählten. Mit
jenen Klängen hat THE ARMADA aber nicht wirklich etwas gemeinsam.
Zum einen ist die Musik weniger atmosphärisch gestaltet und mit unter
auch ein wenig heftiger. Zum anderen haben THE ARMADA in Dirk Schäffner
einen Sänger in ihren Reihen, der deutlich rauer klingt. Musikalisch
wird die gesamte Bandbreite von Up-Tempo-Melodic Metal ("Guiding
Star") über melodiöse Midtempo-Rocker ("Vermillion
Lake") und Balladen ("Crimson Winter Sunrise") geboten.
Die Mischung kann als durchaus gelungen bezeichnet werden. Allerdings
muß negativ angemerkt werden, daß Dirk Schäffner, der
mir von RITUAL SPIRIT positiv in Erinnerung war, in manchen Passagen einfach
zu sehr "gequält" wirkt. In den langsamen Passagen kommt
seine Stimme zwar perfekt zur Geltung, im Up-Tempo-Bereich dagegen wirkt
sich der Gesang allerdings eher störend auf den sonst positiven Gesamteindruck
aus. Hier ist unbedingt Handlungsbedarf angesagt. Anders kann ich es mir
nämlich vorstellen, dass diese Band die nötige Beachtung erhalten
wird.
Walter
HANAGORIK A Way To Freedom
(Eigenproduktion/Hardebaran)
Die brasilianische Musikszene bringt immer wieder interessante Formationen
aus dem Underground zu Tage. Auch HANAGORIK stammen aus dem Land des aktuellen
Fußballweltmeisters und musizieren in einer Art, die meine Wenigkeit
zwar nicht unbedingt anspricht, aber auf Grund der Mischung durchaus interessant
erscheint. Die Band ist bereits seit 1991 aktiv und kann bereits auf zwei
Demos und Cds zurückblicken. "A Way To Freedom" dürfte
als Appetizer für das demnächst erscheinende Album "The
Caravan" gedacht sein und bietet fünf Songs. Diese sind recht
unterschiedlich und lassen so nur schwer eine Schubladisierung der Band
zu. Der Opener und Titelsong klingt wie BIOHAZARD auf dem Nu Metal-Trip,
während das folgende "The Silence" ein eher straighter
Hardcore-Song geworden ist. Als besonderes Schmankerl wurde "Save
A Prayer" von DURAN DURAN gecovert, das hier einen leichten Alternative-Anstrich
erhält. Erst bei "Cold Blue Eyes" und dem Abschlußtrack
"Children Of Filth" kommen Erinnerungen an den Mann auf, der
Metal aus Brasilien salonfähig gemacht hat. Beide Songs würden
Max Cavalera nicht schlecht zu Gesicht stehen, vor allem in Sachen Gesang
ist man nicht weit von ihm entfernt. Allerdings musizieren HANAGORIK für
einen Vergleich zu SOULFLY zu wenig "Tribal"-lastig und im Gegensatz
zu SEPULTURA ist weniger Thrash Metal zu vernehmen.
Bei Interesse versucht es entweder bei der Band direkt unter www.hanagorik.com.br
oder bei deren belgischer Agentur www.hardebaran.com,
die sich um sämtliche Belange der Band kümmert.
Walter
BARROS Gemini (Point
Music)
Wenn eine neue Formation nach dem Gitarristen, in diesem Fall Paulo Barros,
der sonst bei TARANTULA die Saiten quält, benannt ist, vermutet der
Hörer zunächst eventuelle Soloeskapaden des jeweiligen Künstlers.
Im Falle BARROS sieht die Sache so aus, dass Paulo und seine Mitstreiter,
unter anderem sein Bruder Luis, der für das Schlagzeug und die Produktion
verantwortlich zeichnet, dem bei der Stammformation vorgetragenen melodiösen
Metal den Rücken zuwenden und wesentlich traditionellere Hardrock-Klänge
von sich geben. Das portugiesische Quartett wandelt auf "Gemini"
stark in der Tradition solcher Bands wie MSG oder DOKKEN. Fein vorgetragener
Hardrock dröhnt uns aus den Boxen entgegen und sollte Freuden genannter
Acts ebenfalls zusagen. Die Beispiele sind ganz bewusst auserkoren, denn
im Grunde sind auch diese unmittelbar auf einen Namensgeber bezogen. Im
Gegensatz zu anderen Gitarristen, die eben einmal ein Soloalbum veröffentlichen,
spielt Paulo aber immer banddienlich und orientiert sich weniger an Yngwie
und seinen Schützlingen. Ich für meinen Teil gebe dieser Scheibe
den Vorzug gegenüber jenen, die Herr BARROS mit TARANTULA auf den
Markt gebracht hat.
Walter
ION VEIN Reigning Memories
(Eigenproduktion)
Gut Ding braucht Weile. Daran scheinen auch ION VEIN zu glauben. Das Quartett
aus dem US-Bundesstaat Illinois benötigte satte vier Jahre, um einen
Nachfolger für das feine "Beyond Tomorrow" genannte Scheiblettchen,
das uns 1999 erfreuen konnte, zu veröffentlichen. Musikalisch sind
ION VEIN nach wie vor dem Progressiven Power Metal zuzuordnen, wobei der
schon bei besagtem Vorgängerwerk immer wieder herangezogene Vergleich
zu den Frühwerken von QUEENSRYCHE noch immer berechtigt ist. Es ist
vor allem der Gesang von Russ Klimczak, der jenem des jungen Geoff Tate
verdammt ähnlich ist. Aber auch die Gitarrenarbeit von Chris Lotesto
und John Malufka kann sich im direkten Vergleich zu "Seattle´s
(ehemals) Finest" durchaus sehen lassen. Allerdings zeigen sich ION
VEIN 2003 stark verbessert. Die Songs wirken wesentlich ausgereifter und
auch in Sachen Layout der CD hat man zugelegt. "Reigning Memories"
ist aber nicht nur optisch gelungen, sondern vor allem soundtechnisch
locker auf Major-Niveau. Letzteres ist aber auch nicht verwunderlich,
konnte doch Neil Kernon als Produzent verpflichtet werden, der sich in
der Vergangenheit bereits mit Acts wie, ähem, QUEENSRYCHE einen guten
Namen machen konnte. Die Songs selbst, beginnend beim atmosphärischen
Intro "Awakening" über relativ straighte Kompositionen
wie "Spiral Maze" oder das unter die Haut gehende "The
Power Of You" veranlassen den Hörer zu Freudensprüngen.
Als weitere Highlights müssen auch noch das melancholische "Twilight
Garden" und die Trilogie "Adrian´s Ladder" angegeben
werden.
Für mich ist es absolut unverständlich, weshalb sich kein Label
dieser Band annimmt. Mit "Reigning Memories" als Referenz kann
das doch kein Problem sein. Das Hammerteil ist für $ 16,- (inkl.
Porto und Versand) über die Homepage www.ionvein.com
zu erhalten. Wem das zu mühsam ist, kann es auch bei den größeren
Mailorder-Companies versuchen.
Walter
WINTERLONG The Second
Coming (Lion/Al!ve/Musica)
Bandname und Albumcover suggerieren musikgewordene Eiseskälte, doch
die Musik klingt wesentlich weniger unterkühlt. WINTERLONG nennt
sich das musikalische Kind des schwedischen Gitarristen Thorbjörn
Englund. Auf diesem Album, dem mittlerweile zweiten von WINTERLONG, wirken
ein Keyboarder mit dem Pseudonym Mistheria, VANDEN PLAS-Drummer Andreas
Lill bzw. HAMMERFALL-Schlagzeuger Anders Johansson und Sänger Mikael
Holm mit. Mir ist zwar nicht ganz klar, ob es sich um eine Band oder nur
ein Projekt handelt, im Endeffekt ist das aber auch nicht unbedingt relevant.
Trotz aller Melodien vergessen die Herrschaften aber nicht die nötige
Härte in ihre Kompositionen einwirken zulassen, wodurch "The
Second Coming" deutlich von den weiteren Veröffentlichungen
aus dem Hause Lion Music zu unterscheiden ist. Besonders hervorzuheben
ist in jedem Fall Mastermind Thorbjörn Englund, der nicht nur die
Gitarrenparts ubernimmt, sondern im Studio auch den Bass eingespielt hat
und auch für das komplette Songwriting und die Arrangements zuständig
ist. Projekt hin, Band her, es wäre schade, wenn da in Zukunft nichts
mehr kommen würde.
Walter
PROSPECT Moments (Eigenproduktion/Just
For Kicks)
Horch, was kommt von draußen rein? Es sind PROSPECT, ein slowenisches
Quintett aus Laibach, die heute zu Besuch sind. Was sie mitgebracht haben?
Ein neues Album natürlich (was auch sonst... Andi). Dieses nennt
sich "Moments" und stellt das zweite in der Historie der Formation
dar. Die Band existiert zwar bereits seit mehr als 10 Jahren, dennoch
gab es erst eine schlicht "#1" genannte Scheibe. Die gesamte
Auflage von 1700 Stück ist mittlerweile vergriffen, was schon auf
einen gewisse Fanbasis schließen lässt. Generell kann ich der
Musik der Slowenen eine Menge abgewinnen. Die Songs versprühen ein
ordentliches Prog Metal-Flair und können auch durchaus überzeugen.
Mit Rok Plestenjak (K) und Roman Files (G) sind Professionalisten am Werk,
die im bürgerlichen Beruf als Lehrer ihrer Instrumente ihr tägliches
Brot verdienen, was man der Scheibe auch durchaus anhört. Ein Kritikpunkt
muss aber auf jeden Fall erwähnt werden. Es sind etliche Passagen
zu vernehmen, die ich in sehr ähnlicher Form bereits von DREAM THEATER
gehört habe. Natürlich ist es für eine junge Band keine
Schande, sich an Vorbildern zu orientieren, ein wenig mehr Eigenständigkeit
wäre allerdings schon angebracht gewesen. Wer also nicht mehr länger
auf eine neue Scheibe des "Traumtheaters" warten möchte,
kann ja zunächst als "Methadon"-Programm zu "Moments"
greifen. Denn süchtig macht diese Scheibe ebenfalls. Danke für
den Besuch, bis zum nächsten Mal. Ach ja, bei der nächsten Eigenproduktion
bitte 1701 Exemplare fertigen lassen. Danke.
Walter
SHAKRA Rising (Point
Music)
Vor einigen Jahren hätte eine Band mit einer, wie von den Schweizern
SHAKRA gebotenen Musik, überhaupt keine Chance auf so etwas wie Erfolg
gehabt. Niemand anders als die Band selbst kann das besser bestätigen.
Doch die Zeiten haben sich wieder einmal geändert. Melodien sind
wieder gefragt, SHAKRA halten an diesen fest und tun gut daran. Mit "Rising"
stehen die Zeichen auf Erfolg wie nie zuvor im Lager der Eidgenossen.
Die insgesamt 12 Songs des Albums haben durch die Bank Ohrwurmqualität
und verfügen auch über die benötigten Hooks. Mit Mark Fox
präsentiert uns die Band auch einen neuen Sänger, der mit seiner
rauen Stimme knackig-rockende Songs wie "Run Away" oder "Too
Good For Me" noch zusätzlich veredelt. Aber auch bei den Genre-typischen
Balladen wie "I Will Be There" kann Mark durchaus überzeugen.
In der Schweiz scheint sich gerade auf dem Hardrock-Sektor einiges zu
tun. Neben den wiedererstarkten KROKUS und CRYSTAL BALL werden auch SHAKRA
einen nicht unerheblichen Teil der ehemaligen Anhänger der zur Pop-Combo
mutierten GOTTHARD erben.
Walter
EMPIRE Trading Souls
(Lion Music/Musica)
Nach seiner Zeit bei VANIZE, der Band rund um UDO´s kleinen Bruder
Peter Dirkschneider, schien Gitarrist Rolf Munkes genug zu haben vom Heavy
Metal. Sein Bereich dürfte eher der melodie-betonte, keyboard-lastige
Hardrock zu sein. EMPIRE sind in erster Linie seine Band, wobei die ganze
Sache aber den Beigeschmack eines Projektes hat. Eine Besetzungsliste
wie die vorliegende, sollte allerdings reges Interesse hervorrufen. Neben
Rolf sind sein Busenkumpel Gerald Kloos am Schlagzeug, Tony Martin (V,
unter anderem ex-BLACK SABBATH), Neil Murray (B, ex-WHITESNAKE usw.) und
der derzeitige DEEP PURPLE-Keyboarder Don Airey auf "Trading Souls"
zu hören. Speziell die Gesangsparts lassen erwarten, daß EMPIRE
auch als Band funktionieren, denn im Gegensatz zum Vorgängerwerk
"Hypnotica" (2001) ist zumindest einmal nur ein Sangesbarde
am Werk. Das Problem an "Trading Souls" ist aber, dass die Songs
noch nicht mit jenen der ganz großen Acts vom Schlage RAINBOW oder
DEEP PURPLE vergleichbar sind, obwohl sich Tony Martin ungemein emotionell
in Szene setzen kann und eine der besten Performances seiner Karriere
abliefert.
Walter
VADER Blood (Metal Blade/NSM)
Die polnische Death Metal-Institution VADER, von der ich bis vor kurzem
noch überzeugt war, dass die Mitglieder über einen "Zweitwohnsitz"
in Österreich verfügen (sollte es eine Statistik über die
Häufigkeit von Konzerten im ostösterreichischen Raum geben,
nehmen VADER mit Sicherheit eine Spitzenposition ein), schieben in fast
schon traditioneller Art eine Mini-CD als Überbrückung zum nächsten
Studiowerk ein. "Blood" überzeugt schon einmal optisch,
die Idee mit der Umsetzung des "Turiner Grabtuchs" als Covermotiv
finde ich sehr gelungen. Zugegebenermaßen waren mir VADER bisweilen
immer eine Spur zu heftig. Mit "Shape-Shifting" ist der Band
ein Opener gelungen, der zwar knüppelnd rüberkommt durch fast
schon doomlastige Elemente aber durchaus abwechslungsreich gestaltet wurde.
"We Wait" darf fast als "Hit" bezeichnet werden, bislang
ist mir noch kein Song der Polen bekannt, der derartige Ohrwurm-Qualitäten
aufzuweisen hatte. Auch die restlichen Songs können durchaus überzeugen,
wobei ich allerdings an "When Darkness Calls" keinen Unterschied
zu jener Version, die auf dem letzten Studio-Album "Revelations"
vertreten war, erkennen kann. Zum Abschluß hat sich die Band auch
noch an "Angel Of Death" herangewagt, diesen Song textmäßig
ein wenig aktualisiert und in ihrer eigenen Art und Weise wiedergegeben.
Nein, hier geht es nicht um den gleichnamigen SLAYER-Song, das wäre
wohl wenig originell gewesen, THIN LIZZY wird damit Tribute gezollt. Ob
man damit eingeschworene LIZZY-Jünger überzeugen wird, darf
wohl eher bezweifelt werden, aber VADER haben auch mit Sicherheit nicht
diese Klientel im Auge gehabt.
Walter
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