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METAL REVIEWS I

Die allerersten Metal Reviews, Launch von PLANET METAL war am 3.11.2001. Hier leider nicht mehr im original Layout aber inhaltlich ist alles original!
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VEHEMENCE – "God Was Created" (Metal Blade/NSM)
Metal Blade, das Cover und der Hinweis "Parental Advisory Explicit Content" ließen mich annehmen, daß es sich bei vorliegender Scheibe von VEHEMENCE um Death Metal der Marke CANNIBAL CORPSE handeln würde. Doch das war nicht der Fall, denn obwohl "God Was Created" sehr wohl auch Knüppelattacken beinhaltet, sind diese doch ganz anders gestrickt als bei ihren zuvor erwähnten Labelkollegen. Sänger Nathan Gearhart singt zwar ebenfalls mit einer schon fast unmenschlichen Stimme, aber die Musik von VEHEMENCE ist sehr melodiös, verschachtelt und ganz anders aufgebaut als die von so richtigen Old School Death Metal Bands. "God Was Created" ist eines der Alben, die nicht beim ersten und auch nicht beim zweiten Durchlauf ihre ganze Pracht entfalten, denn dazu ist das Material mit vielen verschiedenen Elementen angereichert. Ist ein Song relativ straight und brutal, so entdeckt man bei der nächsten Nummer zwischen Blasteinlagen plötzlich die Klänge eines Pianos oder einer Akustikgitarre. Das mag im ersten Moment zwar seltsam klingen, aber keine Angst, diese nicht unbedingt für den Death Metal typischen Instrumente fügen sich perfekt in das Gesamtbild der Musik ein. Die Produktion der Scheibe läßt meiner Ansicht nach keine Wünsche offen, denn der Sound ist nicht verwaschen und zu undergroundig, ist aber auch von dem so mancher megasterilen Werke weit entfernt. "God Was Created" ist ein absolutes Meisterwerk und es bleibt zu hoffen, daß VEHEMENCE damit die wohlverdienten Lorbeeren ernten werden! Vampira

DOPED NOMAD – "Red" (Eigenprod.)
DOPED NOMAD machen es dem Hörer nicht leicht, denn kaum hat man sich an den Death Metal lastigen Sound der ersten Nummer "Walking" gewöhnt, geht es bei Track Nummer zwei "Scoop in Passion" erst einmal ruhig und fast schon alternative zur Sache. Und dieses Wechselbad zieht sich wie ein roter Faden durch das komplette Album. "Red" ist nicht Fisch und nicht Fleisch, aber es ist beileibe kein schlechter Versuch, verschiedene Metalrichtungen zu verbinden. Musikalisch ist das den Österreichern fast perfekt gelungen, denn die Kombination ruhiger Klänge mit wuchtigen Riffs und tightem Drumming weiß absolut zu gefallen. Was mir persönlich nicht ganz so zusagt, ist der zweistimmige Gesang auf "Red", denn irgendwie harmoniert die Stimme von Petra Koller nicht mit der von Matthias Wick. Petra’s Stimme klingt eher für den Alternative- oder Rockbereich geeignet, während Matthias kräftig ins Mikro growlt. Aber das mag wohl Ansichtssache sein ... Ein enormer Pluspunkt vorliegender Scheibe ist mit Sicherheit die Produktion, denn die Songs tönen kräftig und fett aus den Boxen. Sollte nun Euer Interesse an "Red" erwacht sein, kontaktiert bitte Matthias Wick, Diesterweggasse 28/A, 1140 Vienna, Austria oder schreibt ein paar Zeilen an dopednomad@chello.at .Vampira

EYETOLEGY – "Morbid Reality" (Demo-CD)
EYETOLEGY haben sich dem Old School Death Metal verschrieben und präsentieren auf "Morbid Reality" 6 durchaus interessante Songs. Meist bewegt sich die Band im Midtempobereich, nur hin und wieder wird ein wenig aufs Gaspedal gedrückt, was in den Stücken für Abwechslung sorgt. Besonders genial finde ich den Gesang auf "Morbid Reality", denn es wird gegrunzt und gekreischt bis zum Abwinken. Diese Vocals in Verbindung mit den eingängigen Riffs erzeugen eine Unmenge an Aggression und Brutalität, die wirklich mächtig durchs Wohnzimmer schallt. Weniger gelungen ist hingegen die Produktion des Demos, denn der Sound vermittelt dem Hörer das Gefühl, als ob etwa das Schlagzeug von einer überdimensionalen Dose umhüllt wurde. Mit dem Möglichkeiten, die ein halbwegs anständiges Studio bieten würde, könnten EYETOLEGY sicher noch viel mehr aus ihren Songs heraus holen. Aber abgesehen von diesem Manko ist "Morbid Reality" ein hörenswertes Death Metal Werk, welches man sich unbedingt zulegen sollte. Kontaktieren könnt ihr EYETOLEGY ganz einfach über ihre Homepage www.eyetolegy.tk .
Vampira

SICK OF SOCIETY – "Porn’n’Roll Forever" (Eigenprod.)
SICK OF SOCIETY bewegen sich mit ihrer Musik so irgendwo zwischen Punk und Hardcore. Die Songs auf "Porn’n’Roll Forever" sind ziemlich straight und eingängig, die Band rockt munter drauf los und gönnt dem Hörer kaum eine Verschnaufpause. SICK OF SOCIETY vermitteln auf dem Album jede Menge Spielfreude und die Songs haben irgendwie Livecharakter. Gefallen fand ich vor allem am Gitarrensound, der absolut sauber und präzise aus den Boxen tönt. Gleiches gilt für das Drumming von Jörg Keller, denn der Mann beherrscht sowohl das typisch punkige Dreitakt-Geklopfe als auch den waschechten Hardcore-Groove. Der Gesang von Shouter Thomas variiert zwischen Schreiattacken und etwas heiser gesungenen cleanen Parts, was sehr gut zur Musik paßt. Obwohl ich in diesem Musikbereich bei Gott (bei wem bitte?! Andi) keine Fachfrau bin, traue ich mich zu behaupten, daß SICK OF SOCIETY mit "Porn’n’Roll Forever" durchaus frischen Wind in die Szene bringen werden und ein Werk veröffentlicht haben, welches eine Menge Beachtung verdient. Bei Interesse wendet Euch bitte an SICK OF SOCIETY, c/o Oliver Kast, Römerstraße 26, D-89269 Vöhringen, Germany bzw. an SickofSocienty@gmx.de .
Vampira

MEDUZA - Now And Forever (Massacre/edel)
Meduza ist die Band des schwedischen Gitarristen Stefan Berg, der seine Karriere mit den Autumn Lords startete. Im Zuge der Umbenennung in Meduza, konnte man den aus Griechenland stammenden Ex-Majestic Sänger Apollo (geiler Name! (Gö? Wia des Kino... Andi)) verpflichten, dessen Vocals sich deutlich vom üblichen Kastratengekreische abheben. Beim Gitarrespiel hat wieder mal Meister Malmsteen deutliche Spuren hinterlassen, allerdings spielt Stefan Berg erfreulicherweise wesentlich songdienlicher. Musikalisch treten Meduza (wie viele andere) eindeutig in die Fußstapfen von Stratovarius oder Sonata Arctica. Melodischer Power Metal, perfekt in Szene gesetzt, aber halt leider nicht sonderlich originell. Ob das reicht um "Now And Forever" in dieser hoffnungslos überlaufenen Szene Fuß zu fassen, wird die Zukunft weisen.
Ger-Hard

DORMITORY – "Inhuman Conditions" (Eigenprod.)
Deutschland scheint eine absolut florierende Underground-Szene zu haben, denn DORMITORY sind ebenfalls in unserem Nachbarland beheimatet und auch sie beherrschen ihr Handwerk ziemlich perfekt. Ihr Stil ist irgendwo zwischen Death und Thrash Metal angesiedelt und besticht durch treffsichere Killerriffs, wuchtige Drums und wütenden Gesang. Es ist eine reine Freunde, den Jungs zuzuhören und außerdem beruhigt es mich innerlich, daß es auch noch Bands gibt, die geradlinig ihren Weg gehen und sich nicht durch irgendwelche angesagten Trends aus dem Konzept bringen lassen. Auf "Inhuman Conditions" ist kein Platz für Keyboards oder sonstige technische Frickeleien, das Material schallt geradlinig aus den Boxen und versprüht jede Menge aggressiven Charme, der das Album zum absoluten Genuß für metallisch orientierte Ohren macht. Obwohl DORMITORY scheinbar noch ohne Plattenvertrag sind, dürften sie dennoch eine Menge Kohle in den Sound investiert haben, denn die Produktion klingt sehr professionell und ist erstaunlich makellos für eine Demo-CD. Wer jetzt noch zögert, sich "Inhuman Conditions" zuzulegen, ist selber schuld. Zu erstehen gibt es das Album bei Richard Klein, Hafermarsch, D-49324 Melle, Germany, E-Mail: DormitoryMetal@aol.com .
Vampira

WAYD – "Barriers" (Metal Age Productions)
Das der CD beiliegende Presseinfoblatt beschreibt den Stil von WAYD als technischen Death Metal mit Jazz Einflüssen. Und ich muß gestehen, diese Definition trifft die Musik der Slovaken auf den Punkt, wobei ich mich mit den zahlreich vorhandenen technischen Death Metal Parts absolut anfreunden kann. Aber die sehr introvertierten in jeder Hinsicht metalfremden Einlagen, die offensichtlich tatsächlich aus dem Jazz stammen dürften, martern meine Ohren nach einiger Zeit doch massiv. Keine Frage, "Barriers" ist ein absolut innovatives Werk, das seinesgleichen sucht, aber es drängt sich der Gedanke auf, ob man Jazz und Metal wirklich in einem erträglichen Rahmen kombinieren kann. Die Death Metal Elemente der Stücke, die zum Teil an die neueren DEATH Werke erinnern, gehen nach etlichen Durchläufen auch einigermaßen ins Ohr, aber zu den jazzigen Parts finde ich einfach keinen Zugang. Ich möchte mit diesem Review "Barriers" nicht als unhörbar abwerten, aber ich denke doch, daß die von WAYD gebotene Kost sehr schwer verdaulich ist und daß man vor dem Kauf unbedingt einen Lauschangriff riskieren sollte, um nicht grenzenlos enttäuscht zu sein.Vampira

FANGORN – "Fangorn (G.U.C. Records)
"Fangorn" ist ein eingängiges und melodiöses Death Metal Album, das bis auf wenige Mankos wirklich gelungen ist. Die Band aus Dresden zeichnet sich über weite Strecken durch gutes Songwriting und astreine musikalische Umsetzung ihrer Ideen aus und hat auf vorliegendem Album vielschichtige und abwechslungsreiche Songs mit jeder Menge Energie veröffentlicht. Am meisten beeindrucken die im Midtempo gehaltenen Stücke, die jede Menge Frische besitzen und trotz viel Melodie und Gefühl nie langweilig werden. Die Momente, wo in die Felle gedroschen wird, klingen zwar auch nicht übel, wirken aber im Gegensatz zu den langsameren Parts manchesmal ein wenig unausgegoren und gekünstelt. Einzig das Wechselspiel von tief grunzender Männerstimme und glockenheller Frauenstimme, welches zwar technisch perfekt in Szene gesetzt wurde, wertet das positive Hörerlebnis ein wenig ab. Und zwar aus dem Grund, weil es einfach mittlerweile viel zu viele Bands gibt, die diesen zweistimmigen Gesang in ihrer Musik verwursten und es meiner Ansicht nach langsam an der Zeit ist, neue innovative Ideen betreffend des Gesanges in den Death oder Black Metal einfliessen zu lassen. Der Sound von "Fangorn" weiß auch zu gefallen, denn die Produktion besticht durch Geradlinigkeit und bringt das Material der Deutschen direkt auf den Punkt, ohne es durch allzu viel Technik steril klingen zu lassen. FANGORN besitzen das Potential, mit dieser Scheibe eine breite Anhängerschaft zu gewinnen und es wäre wünschenswert, daß ihre Plattenfirma die Möglichkeit hat, die Band in naher Zukunft auf Tour zu entsenden.
Vampira

MAJESTY - Sword & Sorcery (Massacre/edel)
Von der Plattenfirma werden sie großspurig als die deutsche Antwort auf Manowar angepriesen. Na endlich! Darauf haben wir alle ungeduldig gewartet! Oder?! Nun, was die Texte betrifft, kann man mit den großen Vorbildern locker mithalten. Die feinsinnigen Verse zu "Fight Of War", "Epic War" oder "Fist Of Steel" könnten genausogut aus Joey DeMayo´s Feder stammen. Auch musikalisch wird keines der gängigen True Metal Klischees ausgelassen, da darf selbstverständlich auch die obligate, vor Pathos triefende Halbballade "Aria Of Bravery" nicht fehlen. Für das hymnische "Heavy Metal" greift sogar Ex-Manowar Ross The Boss höchstpersönlich in die Saiten. Natürlich hat auch die germanische Power Metal Front ihre Spuren hinterlassen; Edguy, Gamma Ray & Co lassen an allen Ecken und Enden grüßen. Was soll`s - gut geklaut ist halb gewonnen! Erstaunlich das gleichbleibend hohe Niveau, daß sich über das gesamte Album erstreckt. Der Titel "Metal To The Metalheads" spricht für sich. Im Gegensatz zur letzten Manowar-CD gibt`s hier keinen einzigen echten Durchhänger zu beklagen. Eingefleischte True-Metaller werden mit "Sword & Sorcery" bestens bedient. Vorsicht! Nicht mit den Malmsteen-Clones "Majestic" verwechseln!
Ger-Hard

DORO - Fight (SPV/Musica) >>> LIVE
Sie ist meines Wissens die einzige Metalsängerin, die sich seit mehr als 20 Jahren in der von "Harten Kerlen" dominierten Heavy-Szene behauptet. Ob zu Recht oder Unrecht sei dahingestellt. Der Opener "Fight" tönt vielversprechend, erinnert an glorreiche Warlock Zeiten, so sollte es weitergehen. Leider Nein! Das pausenlose "Yeah, Yeah, Yeah" bei "Always Live To Win" nervt gewaltig. Darauf folgt mit "Descent" ein weiteres Highlight, ein düsteres Duett mit Riesenbaby Pete Steele von Type O Negative. Mit Savatage-Gitarrero Chris Cafferty und dem Crown Of Thorns Frontman Jean Beauvoir konnten zwei weitere namhafte Gastmusiker verpflichtet werden. Insgesamt halten sich auf "Fight" Licht und Schatten die Waage. Doro`s Balladen wie "Legends Never Die", "Fight By Your Side", "Undying" oder "Hoffnung" (aua, des tuat weh!) fand ich eigentlich schon immer mega-peinlich. Vier Stück auf einem Album, ist das nicht ein wenig zu viel?! Andererseits lässt`s die Metal Barbie in Songs wie "Rock Before You Bleed" oder "Sister Darkness" auch mächtig krachen, für Abwechslung ist jedenfalls gesorgt. Ganz einfach mal reinhören. Bin schon gespannt auf`s Österreich-Debüt (ist es doch?!) am 28.11. im Planet. Yeah, Yeah, Yeaaaaaah....
Ger-Hard

THUNDERSTONE - Thunderstone (Nuclear Blast/edel)
In deutschen Metal-Magazinen werden sie als die neue Power Metal Sensation abgefeiert. Haben die eine andere CD als ich? Mit Metal hat das für mich eigentlich nicht mehr viel zu tun. Ich halte die 5 Finnen für eine perfekte Stratovarius Kopie, was soll daran sensationell sein?! Versteht mich nicht falsch, dieses Album ist um einiges besser als die letzten Veröffentlichungen der mittlerweilen nur noch langweiligen Stratovarius. Druckvoll produziert, eine pefekte Mixtur aus Heavy Rock und Melodie. "Voice In A Dream" ist beispielsweise ein super Song. Allerdings haben wir das schon tausend Mal in ähnlicher Form gehört, ein bißchen mehr Eigenständigkeit wäre kein Fehler gewesen! Was soll`s, wenn man Bands wie Sonata Arctica, Hammerfall oder Freedom Call immer noch gerne hört, sind Thunderstone zweifellos die richtige Wahl.
Ger-Hard

SEX PISTOLS – Jubilee (Virgin)
Altes im neuen Gewand kommt im Juni von den Punk-Heroen theirselves: auf "Jubilee" findet ihr alle (und wenn wir "alle" sagen, meinen wir "alle"!) jemals veröffentlichten Singles der Pistols, unter anderem natürlich die absoluten Klassiker "God Save The Queen" sowie "Anarchy In The UK". Als Bonus gibt's auf der Scheibe auch noch drei Video-Tracks. Als absolutes Must-Have für Fans und Sammler gilt der zweite Streich der Combo, nämlich das ultimative
 
Box-Set (Virgin) inklusive der CDs "Studio Tracks & Early Demos", "Demos and Rarities" und "Live". Das fette Booklet dazu präsentiert Infos, Set-Lists und seltene Fotos der Kultband. Haben wollen? Kaufen!
More: www.sex-pistols.net
Althea

 

KORN - "Untouchables" (Sony Music)
Auch mit ihrem neuesten Werk "Untouchables" enttäuschen Fieldy Arvizu & Co. die Fans nicht – von den typischen, experimentellen Crossover-Sounds bis hin zu unerwartet gemäßigten, ins Ohr gehenden Nummern setzen die Kalifornier mit diesem (übrigens technisch völlig neuartig produzierten) Album einen Meilenstein mehr auf ihrem Weg in den Musikolymp.
  Dass ihnen der Platz dort gewiss ist, war aber, ehrlich gesagt, schon bei der Veröffentlichung ihres selbstbetitelten Debüts vor acht Jahren klar, als sie mit "even lower" 7-String Klampfen, in Metalgetöse eingeflochtenen Rap/Hip Hop/Core-Elementen sowie neben unbarmherzigen Brüll- und Wimmerorgien auch noch mit echten (!) Tränen den aufrüttelnden, weltweiten Durchbruch schafften.
 
Wer CDs und weiteren really asskicking stuff bzw. gar eine Sommer-Reise zu einem KoRn-Gig in den Staaten gewinnen will (wer nicht??), checkt die folgende Page aus: www.korntv.at
Und das aller-, aller-, allerbeste: KORN kommen live nach Österreich! Am 31. August 2002 treten sie im Rahmen des TWO DAYS A WEEK Festivals in Wiesen auf. Unglaublich, aber wirklich wahr! www.wiesen.at
Fotos: Sony Music

IRON SAVIOR - Condition Red (Noise/edel)
Manchmal kommt es vor, daß es sich positiv auf eine Band auswirkt, wenn berühmte Gastmusiker NICHT mehr mit von der Partie sind. Auf dem aktuellen Longplayer "Condition Red" der Hamburger IRON SAVIOR ist "Dauergast" Kai Hansen nicht mehr zu hören. Ich will weder dem guten Kai etwas unterstellen, noch weiß ich seine Fähigkeiten nicht zu schätzen. Aber Piet Sielck und seine Mannschaft haben gut daran getan, auf sich alleine gestellt zu arbeiten. Wo früher die Hauptkritikpunkte der Formation lagen, nämlich in der permanent vorhandene Nähe zu den Größen der Hamburger Schule, hat man auf diesem Werk die Einflüsse der englischen Helden MAIDEN oder PREIST verstärkt an die Oberfläche befördert. Über die gesamte Spielzeit von knapp 67 Minuten wird traditioneller, logischerweise aber dennoch typisch deutscher Metal geboten, der sowohl zum Mitbangen animiert als auch schnell in den Gehörgängen haften bleibt. Einzig mit der Coverversion von Seal´s "Crazy" kann ich nicht allzu viel anfangen, aber ich finde ja auch das Original für den Popo. Wie auch immer, die Herren Weikarth und Co., aber auch Hansen und Gefolgschaft werden sich in Zukunft ordentlich ins Zeug legen müssen, um nicht von IRON SAVIOR überholt zu werden.
Walter

EIDOLON - Coma Nation (Metal Blade/NSM)
Bevor ich näher auf "Coma Nation" eingehe, möchte ich kurz die wichtigsten Details am Rande zusammenfassen. EIDOLON kommen aus Kanada, sind seit ihrer dritten Scheibe bei MB unter Vertrag und legen mit "Coma Nation" das mittlerweile fünfte Album in ihrer noch nicht einmal 10- jährigen Geschichte vor. Waren auf den letzten beiden Longplayern "Nightmare World" und "Hallowed Apparition" noch vorwiegend Speed und Power Metal an der Tagesordnung, wurden diese auf besagter, aktueller Scheiblette um Elemente aus den Bereichen Doom, Epic und Melodic Metal angereichert. Ihr seht schon, hier wird ALLES geboten, was das Bangerherz begehrt. Beginnend vom Titeltrack, der auch AGENT STEEL gut zu Gesicht stehen würde, über das eher gemächlich vorgetragene "Life in Agony", bis zu Finale Grande, einem mit schenkerösen (mit einem was? Andi) Akustikintro startendem Song namens "Within the Gates", den ich mir auch von SOLITUDE AETURNUS gut vorstellen könnte. In meinen Augen haben wir es bis jetzt mit DEM Power Metal – Highlight des Jahres zu tun; soll doch die Konkurrenz bitte noch einen drauflegen. Uns kann es nur Recht sein !
Walter

DOOMSWORD - Resound The Horn (Dragonheart/NSM)
Die Band kommt aus Italien und am Cover ist ein Wikinger abgebildet. Wer jetzt meint, gleich zum nächsten Review springen zu können (Gö, Andi! (jaja, Walter – Andi)) sollte besser noch ein wenig Zeit mit den folgenden Zeilen verbringen. Diese Band ist absolut UNTYPISCH für ihr Heimatland, denn die sieben Songs sind viel eher dem Genre Epic Power Metal zuzuordnen. Wer sich eine Mischung aus CIRITH UNGOL, MANILLA ROAD und alten VIRGIN STEELE vorstellen kann, sollte unbedingt ein Öhrchen riskieren. Wie es üblich ist, regiert auch bei dieser Formation das Klischee, so hören die Musiker auf "hübsche" Pseudonyme wie DEATHMASTER (V), GUARDIAN ANGEL II (G, soviel ich weiß der Ex – Klampfer von ARKHE und TIME MACHINE) oder GROM (D; seines Zeichens Drummer der Norweger ANCIENT). Wer doomlastigen Epic Metal zu seinen favorisierten Spielarten zählt, MUSS Diese Scheibe einfach haben !
Walter

DIO - Killing the Dragon (Spitfire/edel)
Ronnie James DIO ist aus unserer Szene einfach nicht wegzudenken. Waren die Scheiben "Angry Machine" und "Strange Highways" vor einigen Jahren auf Grund der modernen Elemente eher durchschnittlich, so zeigte Ronnie bereits auf seiner letzten Studio–Scheiblette "Magica" bereits, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Was er jedoch mit "Killing the Dragon" auf die Menschheit loslässt, hätten selbst die Treuesten seiner Anhänger nicht erwartet. Diese Platte kann ohne wenn und aber als amtlicher Nachfolger von "Lock up the Wolves" durchgehen. DIO und seine Mannschaft zeigen sich von ihrer besten Seite. Schon der Opener und Titeltrack lassen dich in einen vermeintlichen Jungbrunnen fallen, als ob die letzen Jahre überhaupt nie existent gewesen wären. Weitere Highlights gefällig ? Kein Problem, ob das schleppende "Along comes a Spider", "Throw away Children", das mit einem Keyboard–Solo ausgestattete "Bevor the Fall" oder das Finale Grande "Cold Feet", hier jagt ein Zukunftsklassiker den Nächsten. Hoffentlich gibt es DIO in Bälde auch live bei uns zu sehen!!!
Walter

CRYSTAL BALL - Virtual Empire (Nuclear Blast/edel)
Beim Namen "Crystal Ball" dachte ich zunächst an einen Song aus der Feder der schwedischen Doom–Heroes Candlemass. Ob der auch Pate für diese Schweizer Formation stand, ist mir unbekannt und eigentlich egal. Faktum ist, dass es sich bei "Virtual Empire" um das bereits dritte Album der Truppe handelt. Da ich die ersten beiden nicht kenne, habe ich auch keinerlei Vergleichsmöglichkeiten, was stilistische Änderungen oder Weiterentwicklung betrifft. CRYSTAL BALL haben sich mit Ausnahme des spacigen und eher irreführenden Intros voll und ganz dem Melodic Metal verschrieben, der mich an PRETTY MAIDS ("Savage Mind" ), ihre Landsleute von GOTTHARD - als die noch rockten ("Dance with the Devil") - oder auch an Legenden wie Y &T ("Talk in Circles") erinnert. Fans der genannten Bands können bei einem Kauf absolut NICHTS falsch machen, aber auch die (falls noch existierende) Melodic–US Metal –Front kann zugreifen.
Walter

RAGE - Unity (Steamhammer/SPV/Musica)
Nach jahrelanger Liasion mit GUN/BMG stehen RAGE seit kurzer Zeit bei Steamhammer unter Vertrag. Doch nicht allein diese Novität ist von der deutschen Metal–Institution rund um Peavy Wagner zu vermelden. Nach Abspecken des Line–Ups auf Trio–Größe hat Peavy mit Mike Terrana (D) und Victor Smolski (G,K) endlich wieder Musikanten in seinen Reihen, von denen nicht anzunehmen ist, dass sie demnächst den schnellen Euro wittern, zum Friseur rennen, sich bei H&M neu einkleiden und "komische" Musik machen (ich weiß, dass mit dem schnellen Euro und Herren Terrana ..., naja, wuarscht). Auch soundtechnisch sind Neuerungen zu vermelden, so wurden die gegen Schluß hin ohnehin schon ausgelutschten Klassik–Elemente völlig von Bord gestoßen und RAGE widmen sich wieder dem Metal. An die früheren Scheiben erinnert jedoch nur noch Peavy´s Gesang. Denn alles in allem ist die Plätte härter als die Meisten zuvor ausgefallen. Scheinbar von Smolksi´s Spielwitz und Fähigkeiten getrieben klingen Passagen fast schon progressiv... meiner bescheidenen Meinung erinnert das Ganze ein wenig an MIND ODYSSEY, der alten Band des Herrn Smolski. Wie auch immer, wer RAGE nur noch in der Klassik–Abteilung vermutete, der kann aufatmen, denn hier ist ein amtliches Schwermetall–Werk abgeliefert worden.
Walter

DRAKKAR - Razorblade God (Dragonheart/NSM)
Wer diese Band bis jetzt in die Kategorie "typisch italienischer Happy – Metal" einordnete, hatte zwar recht, muß aber spätestens nach dem Genuß dieser Platte umdenken. Mit Davide Dell´Orto steht ein neuer Sangesbarde in den Reihen der Formation, der nicht unwesentlich an der Änderung des Gesamtsounds beteiligt zu sein scheint. Er klingt deutlich rauer als sein Vorgänger Luca Cappellari, wodurch ein härteres Klangbild entstanden ist. Die Kompositionen sind ebenfalls härter, direkter, aber auch teilweise progressiver ausgefallen. Es scheint als ob DRAKKAR vom (selbstauferlegten?) Image einer italienischen Wikingerband (man erinnere sich an die Cover der ersten beiden Alben) Abstand gewinnen möchten. Der neue "Anzug" steht den Herrschaften vorzüglich, denn der Opener (und Titeltrack) sowie die Songs "To the Future", oder "The Next Generation" sind schmackhafte Power Metal – Zuckerl geworden, die auch jeden Italien–Skeptiker erfreuen sollten. Auch die Ballade "Galadriel´s Song" weiß ohne Kitsch und Pomp zu überzeugen. Mir persönlich gefällt die Band aber dann am Besten, wenn sie wie in "Man and Machine" oder "The Matrix" in Progressive Power Metal Regionen eindringt, ohne dabei Vergleiche zu anderen Genregrößen scheuen zu müssen. Mit "Razorblade God" haben DRAKKAR zur rechten Zeit einen entscheidenden Schritt getan, um nicht in der Veröffentlichungsflut zu ersaufen.
Walter

ENGINE - Superholic (Metal Blade/NSM) >> Interviews
Vor drei Jahren überraschte FATES WARNING–Sänger Ray Alder die Fangemeinde mit einem ENGINE betitelten Side–Project. Die Musik hatte wahrlich wenig mit der seiner Hauptband zu tun, ebenso mit jener die in den Stammformationen seiner Mitstreiter zelebriert wird. Seine "Begleitband" sind Joey Vera (B, FW, ARMORED SAINT,...), Bernie Versailles (G, AGENT STEEL) und Pete Parada (D, nirgendwo anders (komischer Bandname, Andi)) geblieben. Aus dem Projekt ist quasi eine richtige Band geworden, die nun mit "Superholic" ihr zweites Werk veröffentlicht. Groove–orientierter Rock steht nach wie vor an der Tagesordnung, wobei diesmal eine Ecke härter aufgespielt wird als auf dem Debüt. Vor allem Ray´s Performance ist emotional wie selten zuvor. Man kann förmlich spüren wie er seine Lyrics an die Fanschar bringen will. Der Opener "Losing Ground", aber auch "Suffocation" haben das Zeug, die Charts zu stürmen (Deine hausinternen vielleicht... Andi). Musik wie diese, nämlich groovig, hart und zugleich voller Emotionen sollte in Zeiten wie diesen absolut "Up to Date" sein. Mit "Perfect Star" wird auch noch eine eher unkonventionelle, soll heißen kitschfreie Ballade zum Besten gegeben, die ebenfalls mehr als nur hörenswert ist. Man kann den Herren zum diesem Werk nur gratulieren und hoffen, dass noch weitere Alben in dieser Konstellation aufgenommen werden.
Walter

BEYOND THE EMBRACE - Against the Elements (Metal Blade/NSM)
Die Talentscouts von MB haben erneut zugeschlagen und eine junge Band aus den Staaten unter ihre Fittiche genommen. BEYOND THE EMBRACE nennt sich diese, besteht aus sechs jungen Herrschaften. Dieser Tage kreuzen sie mit ihrem Debüt bei uns auf. Ausschlaggebend für den druckvollen Sound sind zum einen die Tatsache, dass gleich drei Gitarristen am Start sind, weiters die amtliche Produktion, die über die nötige Transparenz verfügt und alle Einzelheiten des vielschichtigen Sounds an den Hörer weiterzugeben vermag. Die Stimme des singenden Keyboarders Shawn Gallagher ist zwar eindeutig dem Death Metal zuzuordnen, die Musik enthält aber jede Menge in diesem Genre eher selten vorkommende Parts. Ich kann sowohl Melodic–Parts entdecken, wie auch Passagen, die einer Power Metal – Formation gut zu Gesicht stehen würden. Für den großen Durchbruch ist es für die Herrschaften mit Sicherheit noch zu früh, sollten sie konsequent ihre Linie beibehalten, könnte aber schon mit der nächsten Scheiblette ein ganz großer Stern aufgehen.
Walter

BELPHEGOR - "Infernal Live Orgasm" (Phallelujah Productions)
Nach langer Wartezeit ist es nun soweit, die österreichischen Urgesteine von BELPHEGOR haben zu ihrem 10-jährigen Bestehen eine Live-CD unters metallische Volk gebracht, welche die Band sowohl in musikalischer als auch in visueller Hinsicht perfekt repräsentiert. Es ist eine reine Freude, Songs wie "March of the Dead", "Diabolical Possession", "The last Supper" oder "Necrodaemon Terrorsathan" in typischer BELPHEGOR Live-Manier um die Ohren gedroschen zu bekommen und außerdem sorgen die Ansagen von Shouter Heli für das eine oder andere breite Grinsen im Gesicht - "Schnaps und Nutten" rules!!! Mit "Der Untergang" und "Swarm of Rats" sind auch zwei neue Nummern auf der CD vertreten, die sich durch gnadenloser Härte und Brutalität auszeichnen und damit nahtlos an das Material von "Necrodaemon Terrorsathan" anknüpfen. Zu "Vomit upon the Cross" gibt es einen Videoclip zu sehen, der jedoch nicht ganz so professionell gelungen ist und für meinen Geschmack ein wenig zu sehr klischeebehaftet ist. Besser gefällt mir da schon das Live-Video zu "Purity through Fire", welches am Hell on Earth Festival im Juli 2001 in Wiener Neustadt mitgeschnitten wurde. Auch beim Cover haben BELPHEGOR nicht gespart, im aufwendig gestalteten Booklet gibt's alles zu sehen, was Gott verboten hat (und auch sonst keinen über 16-jährigen interessiert, Andi). Kult! "Infernal Live Orgasm" ist ein Stück österreichische Metalgeschichte und könnte besser nicht gelungen sein. Support the Underground!
Vampira

DREAM EVIL - Dragon Slayer (Century Media/NSM)
Na da schau ich aber! Aufgrund des Titels "Dragon Slayer" hätte ich mir eigentlich das 199´ste (grobe Schätzung) Power Metal Album des Monats erwartet. So ist`s aber nicht. Stilistisch würde ich das Album am ehesten unter "Melodic Heavy-Rock" einreihen. Lässt sich mit den Pretty Maids zu "Future World"-Zeiten vergleichen. Gegründet wurde die schwedische Band im Herbst 1999. Unterstützt wurden DREAM EVIL durch das Gothenburg Philharmonic Orchestra (bekannt durch das Dimmu Borgir-Opus "Puritanical Euphoric Misanthropia"), das drei Songs mit Streicherklängen unterlegte. Gebt euch mal das hymnische "Chosen One" oder "Heavy Metal In The Night" bei angemessener Lautstärke - geil! Für Freunde extremer Metal-Sounds (featuring Meister Appel) denkbar ungeeignet. Ist schon verdammt kommerziell. Und wird trotzdem nicht viel verkaufen (irgendwie unlogisch). Na ja, Musik wie diese ist im Moment halt nicht sonderlich angesagt. Macht aber trotzdem (oder gerade deswegen) Spaß. Von Zeit zu Zeit ist ein wenig Melodic-Rock zum Entspannen auch was schönes. Ein hammerstarkes Debüt.
Ger-Hard

SACRED STEEL - Slaughter Prophecy (Massacre/edel)
Endlich hat das Warten ein Ende! Vor einigen Wochen wurde "Slaughter Prophecy", das mittlerweile vierte Album der süddeutschen Metaller Sacred Steel veröffentlicht. Neben einem neuen Label kann die Band auch mit Neuerungen im Klangbild aufwarten. Der Titeltrack verfügt über klar auszumachende Death Metal-Elemente, wobei der Gesang Gerrit´s noch nie so variabel war. Vom DM Growling bis hin zu King Diamond´schen Höhenflügen ist alles vorhanden. Überhaupt ist "Slaughter Prophecy" das meiner Meinung nach härteste Album des Quintetts geworden. Mit "Lay me to the Grave" ist auch noch ein Song vorhanden, der ganz gut auf eine neue Veröffentlichung des Side -Projects DAWN OF WINTER gepasst hätte, das ja von Gerrit Mutz (V) und Gitarristen Jörg Knittel schon seit Jahren am Leben gehalten wird und sein Unwesen im Doom-Undergrund treibt. Aber eingefleischte Sacred Steel - Fans (alle 15? Andi) werden dieses Album auch lieben, wenn sie mit den Neuerung nicht zufrieden sein sollten, denn Nummern "Raise the Metal Fist" oder "Faces of the Antichrist" verfügen über alle Trademarks, die diese Band auszeichnet. Sacred Steel sind und bleiben eine der im Moment wichtigsten europäischen Bands, wenn sie so weitermachen, kommen sie mit dem nächsten Album GANZ GROß raus !!!
Walter

IRON MAIDEN - Rock In Rio (EMI)
Ein Live-Album nach Maß, ein besseres Publikum als 250 000 heißblütige Brasilianer kann man sich wohl kaum wünschen (naja, 251.000 heißblütige Brasilianer vielleicht, Andi)! Als zusätzlicher Kaufanreiz dient ein schickes 3D Cover, fast zwei Stunden Musik sowie 2 Video-Clips, die eine recht ausführliche Backstage - Dokumentation rund um`s "Rock in Rio Festival" sowie den Song "Brave New World" beinhalten. Beide Clips von der in Kürze erscheinenden DVD. Macht Lust auf mehr! Musikalisch wie soundtechnisch bleiben keine Wünsche offen, Maiden in absoluter Bestform. Kein Wunder bei dem Publikum! Stattliche 6 Titel stammen von "Brave New World", die gegenüber den Klassikern in keinster Weise abfallen. Insgesamt 19 Songs, wobei erstaunlicherweise "The Clansman" und "Sign Of The Cross" aus der Blaze Bailey Ära besonders gut rüberkommen. Einziger kleiner Wermutstropfen, Klassiker wie z.B. "2 Minutes To Midnight", "Fear Of The Dark" oder das unvermeidliche "The Number Of The Beast" unterscheiden sich nur unwesentlich von den bereits hinlänglich bekannten Versionen auf "Live After Death" bzw. "A Real Live One" (was hätten´sn anders tun sollen bitte? Unplugged spielen? Andi). Aber damit kann man ganz gut leben. Und wird mit "Sanctuary", "Wrathchild" oder dem stimmungsvollen "Blood Brothers" mehr als nur entschädigt. Keine Frage, "Rock In Rio" sollte in keiner ordentlichen Metal - Sammlung (und sei sie noch so klein) fehlen.
www.ironmaiden.com
Ger-Hard

STAR ONE - Space Metal (InsideOut/Musica)
Da ist es also, das neueste Projekt des Multiinstrumentalisten Arjen Anthony Lucassen. Seit seligen Vengeance Tagen hat mich dieser geniale Künstler noch nie enttäuscht.Und das wird sich mit diesem Album sicher nicht ändern. Ayreon ist ohnedies über jeden Zweifel erhaben, das im Vorjahr erschienene Ambeon Projekt bezauberte mit wunderschönen Melodien und Star One...??? Nun, Star One ist sicher das härteste Lucassen Project seit Jahren, erinnert vom Sound her fallweise natürlich etwas an Ayreon, ist aber wesentlich weniger verspielt, hier dominieren wuchtige Heavy Riffs, gepaart mit genialen Melodien. Meister Lucassen hat das Rocken nicht verlernt. Für gesangliche Unterstützung sorgen diesmal Dan Swanö (Nightingale/ex-Edge Of Sanity), Russell Allen (Symphony X - Yeah!), Damian Wilson (Rick Wakeman/ex-Treshold) und die holde Weiblichkeit ist durch Floor Jansen (After Forever) mehr als würdig vertreten. Unmöglich auf jeden Song einzeln einzugehen (damit könnte ich Seiten füllen, würde wohl niemand wirklich interessieren?!). Schon der erste Titel ("Set Your Controls") rockt wie die Hölle. Aber egal ob das orientalisch angehauchte "The Eye Of Ra", das groovige "Perfect Survivor" oder das epische, 9minütige "Starchild", die Songs sind durch die Bank intergalaktisch gut. Ein heißer Tip für alle Fans (und nicht nur die): unbedingt die Limited Edition mit Bonus CD verlangen (und dann natürlich auch kaufen!). Mal abgesehen vom edlen Cover in Buchform, haben`s die 41 Minuten Extras mächtig in sich! Es beginnt mit einem fast 10minütigen Hawkwind-Medley (featuring "Silver Machine") mit Originalsänger Dave Brock, erreicht einen weiteren Höhepunkt mit "Spaced Out", einem genialen Rocker mit deutlichem Rainbow/Deep Purple Touch, fällt mit dem an Ayreon erinnernden "Inseperable Enemies" nur unwesentlich ab, um in ein überirdisch schräges Remake von David Bowies "Space Oddity" überzugehen. Auf diesen 4 Songs spielt Lucassen alle Instrumente selbst und ist, abgesehen vom Hawkwind-Medley, auch für den Gesang verantwortlich. Daß er alles selbst komponiert (auch die Hawkwind- und Bowie-Nummern? Andi) arrangiert und produziert versteht sich mittlerweilen schon fast von selbst. Ergänzt wird die Bonus-CD durch einen Remix von "Starchild" in Dolby Pro Logic (??? - klingt aber eindeutig besser) sowie einer 2. Version von "Spaced Out", diesmal gesungen von Damien, Floor und Robert Soeterboek (Ayreon). Der Überhammer ist allerdings der "Hidden Bonus Track", darüber will ich aber nicht mehr verraten. Sollte Progressive wie auch Heavy Metal Fans gleichermaßen ansprechen. Space Metal ist ausserirdisch gut (schon gut Gerhard, wir haben kapiert, daß Dir das Teil zusagt, Andi).
www.ayreon.com
Ger-Hard

PENTAGRAM - First Daze Here (Relapse/NSM)
Beinahe zeitgleich mit dem neuesten Longplayer "Sub - Basement" veröffentlichen Pentagram, oder besser gesagt Relapse Records, diese Compilation, die den "jüngeren" Doom Metal - Freaks Aufnahmen dieser Genre-Legende näher bringt. Die Band rund um Sänger und Mastermind Bobby Liebling existiert mittlerweile seit 30(!) Jahren. Vorliegendes Scheibchen enthält neben Live - Aufnahmen aus dem Jahre 1974 noch überarbeitete und soundmäßig aufgepeppte Versionen von "When the Screams come" oder "Starlady". Sämtliche Songs stammen aus der Zeit zwischen 1971 und 1976. Nichtsdestotrotz wissen die Songs aufgrund ihrer Atmosphäre voll zu überzeugen. Pentagram hatten nie den Einfluß den Black Sabbath,, sondern verblieben dem Untergrund. Doom - Liebhaber werden sich "First Daze Here" schon allein zur Sammlungsvervollständigung ins CD- Regal stellen. Die "Rock -Jugend", allen voran jene, die meinen "Stoner Rock" sei etwas Neuartiges oder gar Innovatives, sollten sich umgehend von Bobby´s Röhre verzaubern lassen, denn den von Euch so geliebten Sound gab es schon vor vielen Jahren (danke für diese Erkenntnis, Opa Scheurer! Andi)...
Walter

CHINCHILLA - The Last Millenium? (Metal Blade/NSM)
Im süddeutschen Raum sind nicht nur die wichtigsten Metal-Labels, sowie das im deutschsprachigen Raum exquisiteste Magazin, das sich mit den von uns geliebten Klänge beschäftigt, zu Hause, sondern auch zahlreiche Bands (Super Einleitung Walter! Andi). Ein Beispiel, dass in jener Region Musik nicht nur verkauft, vertrieben und kritisiert, sondern auch außerordentlich fein komponiert wird, stellt die Band Chinchilla dar. Mit ihrem bislang reifsten Werk "The Last Millenium?", übrigens ein Konzeptalbum zum Thema der negativen Seite der Menschheit, liefern die deutschen ein echtes Machtwerk ab. Power Metal der melodiösen Art wird kompetent vorgetragen, und zu keiner Sekunde kommt so etwas wie Langeweile auf. Abwechslungsreichtum wird groß geschrieben, denn neben den klasse Eigenkompositionen wirkt auch die Coverversion des THIN LIZZY-Oldies "The Boys are back in Town" durch erhöhte Geschwindigkeit und einen Patzen Power wie eine Chinchilla-Nummer (da Lynott routiert im Grab, Andi). Wer Power Metal nicht auf den leider zur Zeit herrschenden Boom an Helloween-Kopisten reduziert, sondern dieses Genre in seinem gesamten Spektrum zu schätzen weiß, kann mit dieser Scheibe eigentlich nichts falsch machen. Walter

PLANET X - Live From Oz (Inside Out/SPV)
Instrumentalalben sind eine ganz eigene Angelegenheit. Ich muß zu meiner Schande gestehen, als Nicht-Musiker Zugang zu solchen Alben nur sehr schwierig finden zu können. Als einfacher "Konsument" fehlt einem oft die nötige Eingängigkeit oder einfach auch nur die Wiedererkennungsmerkmale, die sehr häufig durch die Gesangsleistung gesetzt werden. Aber auch im Genre der instrumentalen Rockmusik gibt es Ausnahmen. Eine davon wurde auf den Namen PLANET X getauft und legt mit "Live from Oz" Zeugnis ab, dass auch bei Konzerten derartiger Formationen einiges los sein kann. Gegründet wurde die Band von ex- DREAM THEATER Tastendrücker Derek Sherinian knapp vor seiner Kündigung beim Traumtheater. Ihm zur Seite stehen mit Tony Macalpine an der Gitarre und Schlagzeuger Virgil Donati (war letztes Jahr auch in der Band von Steve VAI zu bestaunen) zwei herausragende Persönlichkeiten, über deren Können sich wohl niemand Gedanken zumachen braucht. Die von Sherinian und Donati komponierten Songs überzeugen nicht nur durch technische Feinheiten, sondern grooven auch ganz ordentlich. Aufgenommen wurde "Live From Oz" während der letztjährigen Tournee in Melbourne, Australien (womit endlich bewiesen ist, dass der Zauberer von Oz ein Australier gewesen ist (net g´wußt? Andi)). Vor allem "Lost Island", "Dog Boots" und "War Finger" zünden schon nach wenigen Durchläufen., aber auch die restlichen Songs wissen zu gefallen. Die Liveatmosphäre konnte ebenfalls toll eingefangen werden, somit kann die Zielgruppe dieses Album bedenkenlos erwerben.
Walter

PRIMAL FEAR - Black Sun (Nuclear Blast/edel) Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind, auch die süddeutschen Power Metaller PRIMAL FEAR sind diesem Veröffentlichungsrahmen schon sehr nahe. Ähnlich wie zu Weihnachten weiß man zwar auch bei dieser Band was sie uns an Geschenken mitbringt, doch wird der Hörer von Album zu Album überrascht. Die Herrschaften rund um ex-Gamma Ray-Sangesbarden Ralf Scheepers und (ex?-)Sinner-Bassisten Mat Sinner haben sich für Longplayer Nummero vier eine spektakuläre Science Fiction-Story ausgedacht, aus der ein Konzeptalbum erarbeitet wurde. Musikalisch ist alles beim Alten geblieben, also "klassischer", purer, ursprünglicher Power Metal. Meiner Meinung nach klangen Primal Fear nie so kompakt, so perfekt aufeinander eingespielt wie auf "Black Sun". Aufgenommen wurde mit Achim Köhler im House of Music , der Endmix erfolgtin gleicher Besetzung in Texas. Der Titelsong, das herausragende "Lightyears from Home", oder aber auch der Brecher "Fear" überzeugen nicht nur auf Tonträger, ich bin davon überzeugt, dass diese Songs das Publikum bei den Shows abgehen lassen werden wie Zapferln. Primal Fear sind für mich ein weiteres Beispiel dafür, dass der Süden Deutschlands im Moment die Vormachtstellung in Sachen METAL in unserem Nachbarland eingenommen hat.
Walter

RED AIM - Flesh for Fantasy (Metal Blade/NSM)
Flammenhemden, Stiefletten und Rock´n´Roll sind wieder schwer angesagt! Wie am Cover des aktuellen Rundlings der deutschen Band Red Aim unschwer zu erkennen ist, haben sich auch diese Herrschaften dem schmutzigen Rock verschrieben. Seit 1995 treibt diese Formation ihr Unwesen, nach zwei in Eigenregie veröffentlichten Mini-CDs konnte ein Deal beim Century Media-Unterlabel People Like You eingeheimst werden. Zwei Longplayer wurden in Folge auf die Menschheit losgelassen und neben einem Ruf als äußerst grandiose Live-Band konnte ein Vertrag bei Metal Blade unter Dach und Fach gebracht werden. Vorliegendes Album stellt quasi das Debut dieser Liasion dar. Die Songs treten gehörig Popo und vor geschlossenen Augen vermag ich die Combo in ätzendem rosafarbenem Bühnenlicht vor mir abrocken sehen. Die Einflüsse reichen vom "Godfather of Rock - Elvis - bis hin zu psychedelisch angehauchten Passagen, die heutzutage gerne unter dem, meiner Meinung nach beknackten Begriff "Stoner Rock" geführt werden. Wie auch immer der Stil beschrieben werden mag, Faktum ist, dass Red Aim es verstehen, ordentlich abgehende, eingängige Rocksongs zu schreiben. Die Band scheint auch mit jeder Menge Humor ausgestattet zu sein, denn das Remake des Scorpions-Klassikers "Rock you like a Hurricane" animiert mehr als nur zum Schmunzeln (zum Speiben? Andi). So let it rock and have a good time!
Walter

THOTEN Beyond the Tomorrow (Scarlet/NSM)
Die Besonderheiten dieses brasilianischen Quintetts liegen in erster Linie an deren Nahverhältnis zu Angra. Der Sänger dieser Band Renato Tribuzi wäre beinahe als Nachfolger des abgewanderten Andre Matos geholt worden Warum aus der Zusammenarbeit schlussendlich nichts geworden ist, wissen wahrscheinlich nicht einmal die Beteiligten selbst. Als Produzent konnte jedoch Kiko Loureiro, einer der beiden Angra-Gitarristen verpflichtet werden. Na, wie wird sich diese Platte wohl anhören? Falsch! Auch ich war erstaunt, kaum vergleichbare Passagen zu Brasilien´s Nummer Eins Band (in Sachen Melodic Metal, meine Herren von der Cavalera-Fraktion!) herauszuhören. Thoten sind irgendwo im Grenzbereich des melodiösen sowie des progressiven Metals beheimatet. Leider verstricken sich die Herrschaften phasenweisen zu sehr in undurchschaubaren Prog-Parts, so dass die Spannungsmomente leider abhanden kommen. Zumindest meine Ohren und Gehirnwindungen konnten sich erst nach mehreren Durchläufen an den Stil der Südamerikaner gewöhnen und erst zu diesem Zeitpunkt sind mir Bands in den Sinn gekommen, die als ungefähre Anhaltspunkte zur Beschreibung der Musik herangezogen werden können. In den schnelleren Passagen meine ich die Skandinavier HOLLOW zu entdecken, während mich manche der langsamen Stellen ein wenig an FIFTH REASON denken lassen (super Vergleiche, Oida, die Bands kennen hierzulande außer Dir vielleicht no 7 andere... Andi). Diese Scheibe benötigt Zeit, Ruhe und Aufmerksamkeit, wenn aber der Funke erst einmal übergesprungen ist, wird euch "Beyond Tomorrow" viel Freude bereiten.
Walter

MESMERIZE Off the beaten Path (Dragonheart/NSM)
Wer eine Band bereits nach dem Herkunftsland meint beurteilen zu können, hat in diesem Fall völlig recht. Mesmerize kommen aus Italien und erfüllen sämtliche im Moment aktuellen Klischees einer Metal-Band aus jenem Land. Obwohl sie nicht so klassisch zu Werke gehen wie Rhapsody, nicht so kraftvoll musizieren wie Labyrinth und auch vom Italo-Prog der Sorte Time Machine meilenweit entfernt sind, können sie ihre Herkunft nie verleugnen. Die Herrschaften musizieren zumeist im Up-Tempobereich, wobei die Hamburger Schule auch ihre Einflüsse hinterlassen haben dürfte. Songs wie "King of Terror", "Gates of Mercy", oder der Titeltrack zeichnen sich zwar durch ihre Eingängigkeit aus, können aber nicht darüber hinweg sehen lassen, alles bereits irgendwo anders gehört zu haben. Wer unbedingt alle Bands aus Italien in seiner Sammlung haben muß, bitte sehr... Ach ja, noch etwas. In letzter Zeit scheinen Labels auf Grund eklatanter Finanzschwierigkeiten Coverzeichnungen in Volksschulen fertigen zu lassen. Vorliegende könnte einen Wettbewerb mit dem Titel "Der Weihnachtsmann wurde in Italien vom frühzeitigem Frühlingseinbruch überrascht" gewonnen haben.
Walter

MANOWAR - Warriors Of The World United - SINGLE! (Nuclear Blast/edel)
Also, was den Sympathiefaktor betrifft, zählen Manowar schon lange nicht mehr zu meinen Favoriten. Egal ob ich jetzt an das wegen eines Plastikbechers abgebrochene Konzert in der Libro-Halle oder ihr unmögliches Gehabe bei "Rock In Allhau" denke, rein menschlich sind die selbsternannten "Kings Of Metal" bei mir unten durch. Musikalisch schaut das Ganze allerdings völlig anders aus. Denn gute Musik bleibt gute Musik, selbst wenn sich die Band aus völlig behämmerten Vollkoffern (eigentlich eh nur einer) zusammensetzt. Womit wir nun endlich beim Thema - der neuen Manowar-Single - wären. Und die ist ganz einfach purer Heavy Metal! Keine andere Band verkörpert diesen Begriff derart punktgenau wie Manowar. Eine typische, gnadenlos vorwärtsstampfende und dennoch hochmelodiöse Hymne, ideal zum Headbangen, Mitgröhlen, Ansaufen und was echte Metaller in ihrer Freizeit sonst noch alles anstellen. D.h. wer Manowar mag, sollte sich diese Single schnellstens einverleiben. Vor allem, weil das Teil mit "March Of Revenge" (9.13 Min.) und "Carry On" zwei exzellente Live-Tracks aus dem Jahr 1999, inklusive Video-Clips, enthält. Und glaubt mir, auch das am 27. Mai erscheinende Album "Warriors Of The World" (welch einfallsreicher Titel!) wird ein Hammer, hab schon das Vorab-Tape gehört. Aber das ist noch Zukunftsmusik, die Single wird die Wartezeit hoffentlich etwas verkürzen. Man mag sie lieben oder hassen - aber irgendwie stimmt`s halt doch: "...other bands play - Manowar kill!!!"
Ger-Hard

U.D.O. - Man And Machine (SPV/Musica)
Udo Dirkschneider, eines der dienstältesten Schlachtrösser der germanischen Metal-Szene, gibt mit "Man And Machine" ein unüberhörbares Lebenszeichen von sich. Über seinen markanten Gesangstil braucht man eigentlich nicht mehr zu diskutieren. "Love it or hate it" heißt die Devise, unverwechselbar ist die krächzige Reibeisenstimme allemal. Schon der Opener "Man And Machine" ist ein mächtiger Ohrwurm in bester Accept Manier (mein absoluter Favorit) und auch beim Rest des Albums fühle ich mich immer wieder in glorreichen "Balls To The Walls-Zeiten" zurückversetzt. Grundsolider deutscher Edelstahl - extrahart. Einzige echte Schwachstelle (dafür aber eine gewaltige!) ist die mega-peinliche Ballade "Dancing With An Angel", auf der sich Udo auf ein Duett mit Metal-Blondchen Doro Pesch einlässt. Muß das sein? Das tut weh und passt so absolut nicht auf dieses Album. Glücklicherweise der einzige echte Ausfall, das restliche Material besticht mit fetten Chören ("Animal Instinct") und hymnischen Refrains "(Like A Lion" (mit de Viecha hot er´s offensichtlich... Andi)), die allesamt kraftvoll aus den Speakern knallen. Mit der superben Midtempo-Hymne "Unknown Traveller" galoppiert "Schlachtross" (ah, deshalb! Andi) Udo ohne sicht- bzw. hörbare Ermüdungserscheinungen mit überlegenem Vorsprung über die Ziellinie. Und lässt die identitätslosen Masse der zahllosen German-Metal Newcomer meilenweit hinter sich. Sicher nicht das innovativste Album des Jahres. Und trotzdem (oder gerade deswegen) saugut. Weiter so!
Ger-Hard

SUPER VALUE - ReReleases:
Die Firma SPV (Musica) startete vor kurzem ihre "Super Value"-Aktion, in deren Rahmen diverse ältere Scheiben von ihren Bands neu aufgelegt und mit diversen Bonus-Tracks und sonstigen Extras versehen werden. Momentan betrifft dies folgende CDs, weitere sollen folgen:

SAVATAGE - Power Of The Night: Der Klassiker erstrahlt in neuem Licht, als Bonus-Tracks erwarten uns Live-Aufnahmen vom Titeltrack sowie von der alten Band-Hymne "Sirens".

SAVATAGE - Hall Of The Mountain King: Einer der besten Power-Metal-Scheiben ever wurden "Devastation" und der mächtige Titelsong als Live-Aufnahmen beigelegt. Beide wurden bei einem Gig in Cleveland, Agora anno 1987 (!) mitgeschnitten.

SAVATAGE - Fight For The Rock: Nicht unbedingt eine der besten Sava-Platten. Die Neuauflage kann dafür aber in Form der Live-Tracks "The Dungeons Are Calling" und "City Beneath The Surface" zwei Classics aufweisen.

Alle drei Alben enthalten außerdem bis dato unveröffentlichtes Fotomaterial, Liner Notes und ´n neues Booklet.

ANNIHILATOR - King Of The Kill: Diesem Evergreen wurden anläßlich des Re-Releases der Song "Only Be Lonely" sowie persönliche Kommentare von Jeff Waters angehängt.

ANNIHILATOR - Refresh The Demon: Hier erwarten Euch "The Box" und "Riff Raff" als Bonus-Tracks.

ANNIHILATOR
- Remains: Als Special gibt´s den Track "It´s You" sowie eine achtminütige Ansprache von Jeff.

Auch die 3 Annihilator-CDs erscheinen in der "Neu-Version" mit bis dato unveröffentlichtem Fotomaterial, Liner Notes und neuem Booklet.


MEGADETH - Rude Awakening (Sanctuary/edel) >>> INTERVIEW
Es wurde ja echt schon Zeit für die allererste Live-CD von Megadeth, und hier ist sie! Wobei, um genau zu sein, sind es sogar zwei, und das ist gut so. Dem eingefleischten Fan (ser´s Jeff) mag zwar noch immer der eine oder andere Song darauf fehlen, aber das haben Live-Alben von Bands, die´s schon länger als drei Platten lang gibt, wohl so an sich (welch´ schlaue Erkenntnis, ich weiß, danke). Aber im Großen und Ganzen kann man mit der Auswahl der 24 gespielten und aufgenommenen Tracks zufrieden sein, sofern diese schon vorab die Fans per Homepage übernahmen. Sprechen wir über Titel: "Rude Awakening" beginnt eher "modern" mit "Dread And The Fugitive Mind" und "Kill The King", bietet dann aber einen guten Querschnitt aus so gut wie allen Epochen der Gruppe: "A Tout Le Monde", "Mechanix" (!), "Almost Honest", "In My Darkest Hour" (yes!), "Tornado Of Souls", "Sweating Bullets", die beiden "Hangar"-Songs ("...18" bzw. "Return To...") hintereinander und ein grandioses Finale mit "Symphony Of Destruction", "Peace Sells" und "Holy Wars". Eines steht nach Genuß dieser Doppel-Scheibe fest: man kann über die letzten Studio-Alben von Megadeth streiten, aber tot, tot ist diese Band noch lange nicht. "Rude Awakening" sells... and you are buying! www.megadeth.com
Andi


Diverse - How We Rock (Burning Hear/edel)
Ha! Wer ob des Titels an die 725. Born To Wild/Smoke On The Water/Whatever You Want-SchasCD denkt, liegt damit genauso falsch wie jene, die dahinter eine Ansammlung von sogenannten "Nu Rock"-Acts (Nickelback, Creed, und wie all die Heulsusen heißen mögen) vermutet. Vielmehr verschafft "How We Rock" einen recht gefälligen Überblick über die momentan angesagtesten Rotzpunkrock-Gruppierungen. Da dürfen Gluefcifer natürlich genausowenig fehlen wie die seligen Turbonegro, die zur Zeit heftig gehypten The Hives oder die Polit-Punk-Rocker der (International) Noise Conspiracy. Die kultigen Zeke geben sich ebenso ein Stelldichein wie Puffball oder die New Bomb Turks. In Form der Donnas und (ihrer Supportband auf der letzten Tour) Sahara Hotnights dürfen sich ein paar freche Gören austoben und Electric Frankenstein oder Zeke braucht man dem Genre-Fan auch nicht mehr vorstellen. 18 Bands mit je einem Track, das Ganze hübsch gestaltet und zum Special Price erhältlich - that´s how we rock!
www.burningheart.com
Andi

NAZARETH - Homecoming (eagle/edel)
Bei dieser Band muß ich zunächst immer an "Das Leben des Brian" (ihr Name) und an das bittere Ende einer Hauptschulromanze (uuhuuuhuuuuu, laaahahaaf höööörts...) denken. Okay, haben wir darüber auch gesprochen. "Homecoming", ihr neuester Release, stellt einen Live-Mitschnitt der letzten Tour dar und zeigt sowohl Band als auch Publikum überraschend fit... da hat wohl jemand seinen Fans vor Show-Beginn Kukident-Gutscheine versprochen, hm? Anders kann man sich Mitklatsch- und -gröhl-Orgien wie etwa bei "Broken Down Angel" schwer vorstellen. Genug gelästert, lassen wir die Fakten sprechen: der Gig startet mit "When The Lights Come Down" vom "Boogaloo"-Album, bevor "Razamanaz" gleichmal Erinnerungen an ganz große Taten und Zeiten aufkommen läßt. Nach "Miss Misery" folgt mit "Dream On" die erste der zahlreichen Nazareth-Hit-Balladen und wieder tanzt Miss Jugendball vor´m geistigen Auge mit einem anderen ab. Also zur Beruhigung einen kräftigen Schluck schottischen Whiskey; "Simple Solution" nennt die Band das wohl und so heißt dann auch der nächste Song im Set. Jetzt wird also ein bisserl gerockt, aber bevor der Puls-Wert dann doch das Durchschnittsalter zu übersteigen droht, schalten wir lieber wieder einen Gang runter und werfen in Form von "Heart´s Grown Cold" erneut einen riesigen Schmachtfetzen ins Publikum. Ganz am Schluß droht die Chose auszuufern, lassen "Hair Of The Dog", This Flight Tonight" und "Beggar´s Day" hintereinander den Baldrian-Verbrauch auf und vor der Bühne rasant ansteigen. Also gibt man Band und Audienz wieder ein wenig Zeit zu Verschnauffen, um dann nochmal alles zu geben: frische Zähne rein, (Grab-)Kerzen in die Höhe und "Love Hurts" erschallt aus tausenden von Kehlen. Ein grandioser Abschluß einer grandiosen Live-CD. Scheiße, bin ich alt. www.eagle-records.com
Andi

DEAD SOUL TRIBE - Same (Inside Out/SPV)
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bitte Sie, das Rauchen einzustellen und die Sicherheitsgurte anzulegen. Hier spricht Ihr Flugbegleiter, ich werde Sie auf diesem Flug begleiten. Unser Ziel ist der "DEAD SOUL TRIBE". Auf dieser Reise werden wir von Devon Graves, dem Kapitän der Maschine und seiner neuen Mannschaft ins Reich der musikalischen Kunst mitgenommen. Der Name mag Ihnen eventuell bekannt vorkommen, denn unter dem Namen Buddy Lackey war selbiger Herr jahrelang für die zauberhaften Gesangsdarbietungen in einer Band mit dem Namen PSYCHOTIC WALTZ zuständig. Des Kapitän´s neue Band lässt jedoch nur ganz selten mit jenen musikalischen Ergüssen in Verbindung bringen. Heutzutage wird ein wenig Melancholie in den Songs verarbeitet. Auch die "Moderne" hat ein etwas Einzug gehalten, denn bei Kompositionen wie "The Drowning Machine" meine ich TOOL als Inspirationsquelle zu vernehmen. "Under the Weight Of My Stone" nennt sich ein weiteres edles Werk, welches auch auf dem anno 1993 veröffentlichten Soloscheibchen des Kapitäns hätte stehen können. Ich bin sicher eine Reise in diese musikalische Landschaft wird Ihnen nicht genügen, denn erst nach mehrmaligem Anflug können Ziele wie "Cry For Tomorrow" oder "Into the Spiral Cathedral" vollständig erschlossen werden. Buchen Sie noch heute weitere Reisen ins Land des "DEAD SOUL TRIBE", denn Musik wie in jener Region erhalten Sie in Zeiten wie diesen leider viel zu selten. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche einen angenehmen Aufenthalt.
"Flugbegleiter" Walter

ETERNAL TEARS OF SORROW - A Virgin And A Whore (Drakkar/BMG)
In Sachen ETERNAL TEARS OF SORROW bin ich noch Jungfrau, soll heißen mir sind die bereits veröffentlichten Werke dieser finnischen Band unbekannt. Damit wäre die Hälfte des Titels schon besprochen. Das mit der Hure werden wir auch hinbekommen, denn mit Drakkar haben die Herren ja ein finanzkräftiges Label im Rücken... Spaß beiseite, WIR SIND UNBESTECHLICH (sowieso, Andi). Ich muß gestehen, mit dem Sound des Quintetts so meine Probleme zu haben, denn in meinen Ohren vertragen sich der teilweise gekeifte Black Metal-mäßige Gesang und die manchmal arg poppig klingenden Melodien nicht unbedingt. Ich werde auch nach mehrmaligem Durchlauf das Gefühl nicht los, das hier jemand mit allen Mitteln den Durchbruch schaffen will. Diese Tatsache ist ja an und für sich nichts Verwerfliches, denn es wird mit Sicherheit eine Zielgruppe zu finden sein, die auf eine Band namens CRADLE OF HIM gewartet hat (wer immer diese Gruppe darstellen soll: i bin net dabei, Andi). Nun, hier ist sie - antesten ist für die Fans der genannten Fans Pflicht !
Walter

PEGAZUS - The Headless Horseman (Nuclear Blast/edel)
Trotz Austausch der halben Mannschaft - Sänger und Bassist sind neu - hat sich im Hause der Stoj-Brüder keinerlei Stiländerung eingeschlichen. Da Pegazus ja beinahe ein "Familienbetrieb" ist (näheres im Interview mit Jonny demnächst) und eben diese Beiden den Laden am Laufen halten, sind sie auch für die Musik zuständig. Auch auf "The Headless Horseman" dem mittlerweile vierten Longplayer der Australier, zeigen sie ihre permanente Vorliebe für den Metal, wie er in den 80er Jahren fabriziert wurde. Die Produktion klingt logischerweise wesentlich besser als damals, aber einen Klang wie er damals auf Ebony - Records Scheiben zu hören war, ist heute einfach nicht mehr produzierbar. Songs wie der Titeltrack, "Dragon Slayer", oder "The Patriot" haben durchaus Charme und überzeugen vor allem durch ihre Eingängigkeit. Wer sich immer noch gerne Werke aus der Zeit der NWOBHM reinzieht, bekommt hier ein aktuelles Album, dass gefallen wird. Die Vergleiche zu den zahlreichen (süd)europäischen Konkurrenten kann ich nicht wirklich nachvollziehen, da Pegazus weniger von der "Hamburger Schule" beeinflusst wurden. Aber es ist nicht alles eitel Wonne : Mit einem Cover wie diesem lässt sich anno 2002 nicht einmal der Malwettbewerb in der örtlichen Vorschule gewinnen !
Walter


DESTILLERY - Ferrum (Iron Glory Records/NSM)

Jörg M. Knittel scheint eine eigene Zeitrechnung zu haben. Nicht nur, dass dieser Herr als Gitarrist der deutschen Power Metaller SACRED STEEL bekannt sein sollte, so nebenbei hat er mit der Doom-Formation DAWN OF WINTER und den Deathern MY DARKEST HATE gleich zwei Nebenprojekte am Start. Da dennoch Zeit zur Verfügung sein dürfte, hat Jörg vor geraumer Zeit auch ein eigenes Label gegründet. Neben der Wiederveröffentlichung "oider Hodan" (DANKE übrigens für IRON CROSS!!!) haben Iron Glory aber auch junge, talentierte Bands unter Vertrag. Eines jener "Rösser" nennt sich DESTILLERY und bringt mit "Ferrum" bereits ihr drittes Werk auf den Markt. Wie bereits auf den Vorgängeralben wird tradioneller Metal geboten, der trotz der Herkunft der Band allerdings kein bisschen "teutonisch" klingt. Viel mehr meine Einflüsse des amerikanischen Power Metals aus vergangenen Tagen zu vernehmen, aber auch die Epoche der NWOBHM scheint nicht ganz ohne Einfluß geblieben sein. Tempomäßig hat die Rythmusfraktion alles gut im Griff, die recht abwechslungsreich gestalteten Songs laufen gut in die Gehörgänge, um sich festzusetzen. Auch von balladesken Tönen scheut die Band nicht zurück - ihr merkt schon, auf "Ferrum" wird so ziemlich ALLES geboten, was der traditionell veranlagte Banger wünscht. Von meiner Seite gibt es auf jeden Fall eifrigen Beifall, oder um es mit den Worten Scooter´s (owa scho der aus der Muppet -Show, und ka Techno-Doim) zu sagen: "Applaus, Applaus, Applaus!".
Walter

KING DIAMOND - Abigail II - The Revenge (Metal Blade/NSM)
Schon seit einigen Jahren wartet die treue Anhängerschaft des Diamantenkönigs auf die Fortsetzung der "Abigail"-Story. Da die Gnädigste im ersten Teil ja nicht wirklich verschieden ist, bedurfte es auch keiner allzu problematischen Re(h - für Kari)-Animation. Wie immer werden sich auch an diesem Werke die Geister scheiden. Entweder man kommt mit der Falsett-Stimme des Meisters zurecht, oder eben nicht. Mir persönlich ist jedenfalls niemand bekannt, der MERCYFUL FATE oder die Solo-Alben des King als durchschnittlich oder mit einem "geht so" beurteilt. Diese Stimme kann man nur mögen oder eben nicht! Musikalisch gesehen gab es ja ohnehin nie Zweifel über die Kompetenz der involvierten Musikanten. Ich für meinen Teil würde "Abigail II" als das bisweilen progressivste Album der ohnehin nicht gerade simpel gestrickten Power Metal-Epen von King Diamond bezeichnen. Ein Muß für die Zielgruppe!!!
Walter

METALIUM - Hero-Nation (Massacre)
Die Herren Ratz / Lange und Basse haben allen Unkenrufen zum Trotz ein neues Album eingespielt und Verstärkung durch Gastmusiker lediglich an den Keyboards benötigt. Dafür wurden mit Don AIREY und Ken HENSLEY gleich zwei der bekanntesten Größen des Genres engagiert. Musikalisch hat sich nicht viel verändert, man setzt weiterhin auf melodiösen Metal, der recht ordentlich durch die "Hamburger Schule" geprägt ist, und, vielleicht gerade deshalb, recht flott ins Gehör geht. Als lyrisches Konzept haben sich die Herrschaften die Geschichten "Alter Helden" vorgenommen, ( Hero - Nation ist eigentlich die Kurzform von "Hero - Reincarnation)., wobei unter anderem Russland ("Rasputin"), Schweden ("Odin´s Spell") und Griechenland ("Odyssey") textmäßig bearbeitet wurden. Was auch immer die breite Masse über diese Band denkt, in meinen Augen hat eine Formation wie METALIUM mit Werken wie z. B. diesem ihre Beachtung verdient !
Walter

CANNIBAL CORPSE - Gore Obssessed (Metal Blade/NSM)

Die Band, deren Alben in Australien, Neuseeland und Korea aus angeblichen Moralitätsgründen nicht zu erhalten sind, veröffentlicht dieser Tage ihr mittlerweile achtes Studioalbum. "Gore Obssessed" nennt sich jener Silberling, der Death Metal-Maniacs weltweit zur Raserei bringen wird. Angeführt von der Rythmusabteilung Alex Webster (B) und Paul Mazurkiewicz (D), die präzise wie ein Uhrwerk jeden Tempowechsel vorgibt und auch in den schnellsten Passagen keinerlei Abstimmungsprobleme zeigt, über die Gitarrenfront Jack Owen und Pat O´Brien , die technisch Hervorragendes zum Besten gibt und so George Fisher mit seiner Röhre noch mehr in Szene setzen kann. In manchen Passagen frage ich mich tatsächlich, wie weit Thrash und Death Metal überhaupt auseinanderliegen, denn ein Großteil der Songs hätten mit einer andersartigen Stimme auch problemlos als Thrasher allererster Güte auf den Markt gebracht werden können. Aber CC sind nun einmal eines der Zugpferde des Death Metal - Genres und mit "Gore Obssessed" wird diese Stellung mit Sicherheit ausgebaut werden können. Für die "Zensurfraktion" ist mit Songs wie "Savage Butchery" oder "When Death Replaces Life" auch wieder reichlich Stoff zum Aufregen vorhanden, aber eigenartigerweise sind jene Filme, die die Herren zu ihren Texten animieren, in der Videothek ums Eck im Sonderangebot übers Wochenende auszuborgen. Was ist denn jetzt an CANNIBAL CORPSE derart jugendgefährdend, frage ich mich, aber Antwort erwarte ich ehrlichgesagt ohnehin keine. Summa summarum ein Kracher vor dem Herren!!!
Walter

PRO-PAIN - Shreds of Dignity (Nuclear Blast/edel)

Alles beim Alten im Hause PRO-PAIN im Jahre 2002. Sänger/Bassist Gary Meskil und seine Mannschaft (noch immer die Herren Klimchuck , Klinger und Matthews) haben sich im Laufe der Zeit eine treue Fangemeinde erspielt. Diese wird auch mit "Shreds of Dignity" bestens bedient. Aber wozu sollte der Sound auch großartig verändert werden? Trendreiterei oder Anbiederung an moderne Musikstile war den Herrschaften schon seit jeher fremd. So überzeugt auch das neue Album über die gesamte Spieldauer von knapp 38 Minuten (bzw. 12 Songs) mit recht Metal-lastigem Hardcore. PRO - PAIN sind - in meinen Augen - eine jener wenigen Bands auf die der Begriff "CROSSOVER" zutrifft wie die Faust auf´s Auge. Die einzelnen Tracks eignen sich hervorragend zum Hüpfen, Stampfen, Humpeln (vor allem zum Humpeln... Andi) oder was die jeweilige Körperverfassung sonst so zulässt. Von der Kompaktheit und Durchschlagskraft der neuen Songs sollte man sich am besten bei der demnächst anstehenden Tournee ein Bild machen, denn diese Band funktioniert am Besten auf den Brettern, die die Welt bedeuten!
Walter

VOMITORY - Blood Rapture (Metal Blade/NSM)
Bereits seit 13 Jahren treibt diese schwedische Formation ihr Unwesen im metallischen Untergrund. Nach einigen Demos und einer Single wurde im Jahr 1996 das Debüt "Raped In Their Own Blood" auf den Markt gebracht. Mit ihrem derben, aber dennoch klar strukturierten Death Metal überzeugten die Schweden dermaßen, dass nach der zweiten Scheiblette "Redemption" ein Vertrag bei Metal Blade ins Haus flatterte. Seit dem war die Band oft auf Tour, unter anderem im Rahmen der "NO MERCY" - Festivals im Jahre 2000 bzw bei den "X -Mas-Festivals" im letzten Jahr. Nun steht mit "Blood Rapture" also das mittlerweile vierte Machwerk in den Regalen. Wiederum wird brutaler Death Metal geboten, der von Henrik Larsson im Berno Studio mit dem nötigen "Wumms" ausgestattet wurde um die Zielgruppe zu erfreuen. Zwar ist die Spielzeit mit 32 Minütchen doch relativ bescheiden ausgefallen, aber beim vorgelegten Tempo kann auch die geübteste Halsmuskulatur nicht länger durchhalten. Wer sich kompromisslosen Death Metal ohne technische Finessen hineinziehen will, sollte zugreifen.
Walter

MERCENARY – Everblack (Hammerheart/NSM)
Pure, "zeitgemäße" Härte mischen die sechs Herren von Mercenary mit einer gesunden, weil gerade noch erträglichen Note an augennassem Gekreische, recht brutale Knüppeleien und höllenschlündiges Gegröhle fügen sich anschmiegsam in zutiefst melancholische Jammergesänge, und nach einer leidenschaftlichen – und gerade noch und trotzdem ganz locker am Kitsch vorbei schrammenden – "AOR"-lastigen Passage, in die ganz nebenbei ein atemberaubendes Gitarrensolo eingebaut wird, legt sich der dunkle Stimmpart schnell mal wieder in die Kurve dunkeldüsteren Geflüsters ... Extrem schnell und abwechslungsreich, höchst angenehm ins Ohr gehend und trotzdem nicht als Light-Food abzustempeln, befriedigt diese Scheibe in vollem Maße die Ansprüche von sowohl (toleranten) Schwermetallern wie auch (toleranten) Fans von Melodic oder gar – huch! – Goth Metal. Finde ich.
Althea


THEATRE OF TRAGEDY - Assembly (Nuclear Blast/edel)
Nach ihrer letzten Scheibe "Musique", die in ihrer Ich-Will-Ja-Aber-Ich-Kann-Echt-Nicht-Manier nicht nur verwirrend und sterbenslangweilig, sondern vor allem wirklich "tragisch" war, haben die Mannen rund um Front-Girl Liv Kristine nun endlich wieder etwas Grenzgeniales geschaffen. Vom ersten Takt an einfach aber wahrheitsgetreu gesagt mitreißend, stellt das nagelneue Werk "Assembly" die von den Norwegern hörbar perfektionierte Symbiose von abwechselnd treibenden und atmosphärischen Electro-Stößen und wohl dosierten Metal-Wogen dar. Und positiv aggressiver, erotischer und energetischer klangen sowohl männlicher als auch weiblicher Gesang garantiert noch nie zuvor. Fazit: ein Mörder-gutes Album, das endlich mal wieder echt Respekt verdient. Da kann man der Band nur gratulieren. Und die Fans werden sich garantiert auch alle freuen. In Kürze wird hier ein großes INTERVIEW mit der Band online gehen > check it out!
Althea


TAPPING THE VEIN – The Damage (Nuclear Blast/edel)
Das Quartett aus Philadelphia wurde jahrelang als Independent Tipp mit großartigen Live-Qualitäten gehandelt. Mit ihrem seit kurzem veröffentlichten Debüt steht nun aber endlich die Tür zu noch größeren Erfolgen offen: rockig die toughen Gitarrenströme, wogend die verworrenen Elektrosphären und bezaubernd verführerisch die Elfenstimme von Sängerin Heather, die den Songs erst das Leben einhaucht, hat man sich bereits nach dem allerersten Anhördurchgang hemmungslos in Band und Album verliebt.
Althea


PERSEPHONE – Home (EFA/Ixthuluh)

"L'me Immortelle" hatten ja jetzt erst mal Pause, damit alle Beteiligten ihren Soloprojekten nachgehen konnten, und wenn man sich anhört, was dabei zum Teil so raus kommt, dankt man Gott. Zumindest im Fall der charismatischen Sängerin Sonja Kraushofer, die sich hinter dem Hexen-Pseudonym verbirgt. Magisch mutet dabei aber nicht nur das absolut perfekt kreierte Digipak-Artwork an, magisch sind vor allem die musikalischen Höchstleistungen, die die Dame auf ihrem Solo-Debüt bietet. Mal in die Klassik abdriftend, mal in mittelalterlicher Leidenschaft verschwindend, entführen die multi-instrumentierten Lieder den gebannten Zuhörer in unendliche Täler der Traurigkeit, die einzig von einem Kerzenmeer und einer abwechselnd filigranen und gewaltigen Stimme erhellt wird. Und wenn man erfährt, dass die Ausnahmekünstler von Janus ihre Produzentenhändchen im Spiel hatten, wundert einen sowieso gar nichts mehr. Kann man nur hoffen, dass "Sonja Solo" bald wieder was von sich hören lässt ...
Althea

TIAMAT – Judas Christ (Century Media/NSM)
Für Leute wie mich, die immer noch an der einzig wahren Tiamat-Scheibe "Wildhoney" – im wahrsten Sinne des Wortes – kleben, ist auch das zugestanden wirklich gelungene neue Album der skandinavischen Charismatiker rund um Teufelsglatze Johan Edlund anfangs gewöhnungsbedürftig (wie es nun mal jede Platte ist, die nach "Wildhoney" kam ... and with every tear ...). Dicht und stimmungsvoll, mal direkt beschwingt, mal gewohnt düster, und in jedem Fall Edlunds unvergleichlich raue Stimme als Allzeit-Trumpf ausspielend, legt sich "Judas Christ" allerdings bereits nach kurzem ins geneigte Ohr, um mit sphärischem Saitenspiel, bittersüßen Melodien und den wundervollen Einlagen von Gastsängerin Trille den einfach nicht tot zu kriegenden Dämon zu beschwören. Mein Interview mit Tiamat werden wir in Kürze hier online stellen, watch out!
Althea

SOIL – Scars (J-Records/BMG)
Wer in der zweiten Hälfte der 90er Jahre – mit schwarz gefärbten Haaren und den coolsten 1er-Böcken des Kuhdorfes bestückt – auf die hübschen Jungs von Sundown abfuhr und Paradise Lost-Poster ansabberte, darf sich gleich mal freuen: Jahre später gibt es erstmals vergleichbares Frischfleisch in Form der verdammt netten Burschen von Soil, die zur Abwechslung mal nicht ihre extra für MTV kreierten Peckerln in die Kamera strecken, sondern einfach "echt" cool rüber kommen. Soviel zum subjektiv-visuellen Teil der Geschichte. Nun aber losgerissen von dem guten Eindruck, den die Pressefotos machen, tsts, immer diese viel zu weiblichen Journalisten ... Nur mal angenommen, Creed klingen tatsächlich, als hätte der Sänger Wattebäusche im Mund, und Therapy? würden wirklich nichts mehr taugen, und Soundgarden verschwänden (wie alle Götter irgendwann) hinauf in ihren Olymp (ups, das ist ja bereits wirklich passiert! Sowas!) – wenn all das Wirklichkeit werden würde, dann stünden Soil in der Mitte, um das Gesamtwerk zu vollenden. Alles klar? Die Songs auf "Scars" haben (mindestens) drei klare Aussagen: "Wir rocken so heavy und dunkel und steinig, dass euch die Luft weg bleibt. + Unsere Kindheit war garantiert kein Honigschlecken, auch, wenn wir in den Credits unsere Moms und Families lieb grüßen lassen. + Wir machen in erster Linie für uns Musik und nicht für die kreischenden Nu Metal-Fans des neuen Jahrtausends." Okay. Eventuell habe ich mir diese Aussagen aus den Fingern gesuckt. Eventuell steht hier mal wieder viel zu viel Unwesentliches. Eventuell aber freue ich mich einfach so unglaublich über diese Platte, dass es schwer ist, sie mit Worten zu umschreiben. Eventuell rate ich euch deshalb, sie euch selbst zu holen. Und hol mich der Geier, wenn ihr nicht genauso überzeugt seid wie ich!!
Althea


FREUND HEIN – Subversive Revolution (Doing! Rec./Eigenprod.)
Ein bißchen Black-Gegröhle, eine gute Portion Death-Gekreische, das alles in den Thrash-Eimer gekippt und mit dem nötigen Gewürz an hyperaktivem Wahnsinn umgerührt, fertig ist die gesellschaftskritische Suppe, die uns Freund Hein mit ihrem aktuellen 5-Track-Album kredenzen. Auf Full-Speed getrimmtes Instrumenten- sowie gefährlich intellektuelles Gedankengut paaren "die, die direkt aus der Hölle kamen" mit Hysterie, rollenden Augäpfeln und der Stimmung eines alles verwüstenden Orkans, in der Chor-ähnliche Drohungen und unglaubliche Keys auch das letzte Gyros-Eck durch pusten. Das beeindruckt und verschafft den Jungs spätestens jetzt den wohlverdienten Respekt. Schluß mit lustig, die Schlümpfe sind tot und Engstirnler haben sowieso nix mehr zu lachen, denn Freund Hein ist auf schwerst metallischem Fuße zurückgekommen. Und da freut man sich schon jetzt ganz ehrlich auf den nächsten hieb- und stichfesten Sensenschwung! www.freundhein.com
Althea

DROWNING POOL – Sinner (Epic/Sony Music)
Sie meinen's gut, die neuesten Nachfolger von Papa Kakerlak, sprich: die neuen Nu Metal-Söhne von Drowning Pool, doch das sündige Debüt "besticht" auf den ersten Blick vor allem erst einmal durch ein schlechtes Cover und ein lachhaft hochgestyltes Foto der Jungs. Dabei ist die Musik an sich nicht so schlecht: sehr energiegeladen und ziemlich sauer wird der Welt entgegen geschleudert, was alles sch*** läuft. Dass alle Menschen Sünder sind, dass falsch eingesetzte Religion denkwürdige Schäden hinterlassen kann und dass Liebe eigentlich auch nicht so toll ist. Genauso wie dieses Album. Allerdings sind zugegeben gute Ansätze vorhanden: rhythmische Passagen mit Bang-Faktor, cool-straighte Gitarreneinlagen und ein beeindruckendes Stimmpotential, zum Beispiel. Fazit: das nächste Album kommt bestimmt. Und das wird dann vielleicht wirklich der Hammer. Warum nicht?
Althea

BETO VAZQUEZ INFINITY (Drakkar/BMG)
"Atmosphärische Rockballaden mit Classic-Touch, interpretiert von fantastischen Stimmen". Ausnahmsweise spricht das Info der Plattenfirma NICHT mit gespaltener Zunge. Die Vocals stammen von: Candice Night (Blackmore`s Night), Tarja Turunen (Nightwish!), Sabine Edelbacher (Edenbridge) und Fabio Leone (Rhapsody). An den Drums Jörg Michael (Stratovarius + noch 99 andere Bands). Initiiert wurde das Allstar-Projekt von einem Argentinier namens Beto Vazquez (nie zuvor gehört (tröste Dich, er von Dir wohl a net...Andi)). Mit Metal hat das Ganze, wie die Einleitung schon unschwer erkennen lässt, nicht viel zu tun. Wer allerdings Edenbridge, Blackmore`s Night bzw. die Balladen von Nightwish mag (da soll`s ja einige geben), kann mit dieser Scheibe nichts falsch machen. Existiert der Begriff "Kuschel-Metal" eigentlich schon? Trifft in diesem Fall den Appel (`tschuldigung, Nagel wollt ich sagen) auf den sprichwörtlichen Kopf (Dich wird auch bald was "auf den Kopf treffen", Andi). Mit der Schlußnummer "The Battle Of The Past" wird man zuguterletzt unerwarteter Weise (Fabio Leone sei Dank!) mit einem Power Metal Kracher unsanft aus seinen wohligen Träumen (oder womit auch immer man sich beim Hören dieser CD beschäftigt?!) gerissen. Bekommt einen Ehrenplatz neben der 95teiligen "Kuschelrock-Collection". Der optimale Soundtrack für Stunden in trauter Zweisamkeit (bei Cradle Of Filth kuschelt sich`s halt doch nicht so toll)!
Ger-Hard


SQUEALER - Under the Cross (AFM/NSM)
Endlich wieder einmal was Neues aus dem Hause SQUEALER! Vor einigen Jahren war diese deutsche Formation ja in unseren heiligen Hallen als Support für die Arizona–Thrasher SACRED REICH zu sehen. Seit dem haben die Herrschaften einen ordentlichen Entwicklungsschub durchgemacht. Vom eher brachialen Thrash der Vergangenheit hat sich der Stil in Richtung Power Metal verlagert. Genau diese Tatsache macht "Under the Cross" zu einer der besseren Veröffentlichungen in den letzten Wochen. Abwechslungsreichtum wird hier groß geschrieben, und so wundert es nicht von Power-Hämmern wie dem Opener "Painful Lust" über speedige Kompositionen bis hin zur Ballade "Fade Away" sowie dem überaus gelungenen Remake des alten "Disco – Hodans" "In Zaire" ein breites Spektrum schwermetallischen Schaffens präsentiert zu bekommen. "Under the Cross" sollte JEDEN, der sich zur Gattung der Metaller zählt, hoch erfreuen !
Walter


SOILWORK - Natural Born Chaos (Nuclear Blast/edel)
Da sind sie wieder, die fünf jungen Schweden, die vor allem dafür bekannt sind, dass sie als eine der persönlichen Favoriten des "Herrn und Meisters" Rob Halford gelten. Es wäre unfair zu behaupten, dass nur diese Tatsache ihren Erfolg ausmacht. Zum einen haben wir es mit einer äußert fleißigen Formation zu tun, denn seit der Bandgründung 1997 liegt nun schon das vierte(!!) Album vor. In der Zeit haben andere Bands gerade die Instrumente ins Studio gebracht! Stilistisch liegen sie irgendwo im "Niemandsland" zwischen melodiösem Death Metal, traditionellen Metalklängen und einer Menge Einflüsse des "Modern Thrash". Zum Gelingen dieses Scheibchens hat mit Sicherheit auch Produzent Devin Townsend beigetragen, der den Kompositionen den nötigen "Wumms" verliehen hat. Jetzt noch einmal so eine Tournee wie letztes Jahr mit ANNIHILATOR und NEVERMORE und der Weg zur Spitze ist kein allzu langer mehr.
Walter


UNDERGROUND MOON -same (Revolution Entertainment/edel)
So klingt also der Rock für das neue Jahrtausend. Interessant, interessant. Aus den Vereinigten Staaten kommt diese, zumindest für die Aufnahmen zweiköpfige Formation, die mit Sicherheit groß werden kann. Kann? Ja, denn im Endeffekt hängt es noch immer davon ab, ob und vor allem wie viele dieser Scheiblette über die Verkauspulte wandern (was für eine revolutionäre, die Musik-Welt völlig auf den Kopf stellende Information... danke Walter! Andi) Das Duo Dominic Moon am Bass, Schlagwerk und Gesang und Gitarrist Tommy Henriksen, kann durchaus begeistern. Ich würde grob einen Vergleich mit den längst in den ewigen Jagdgründen befindlichen Schweden von SHOTGUN MESSIAH heranziehen. Gründe dafür gibt es mehrere. Da hätten wir diese ständigen Industrial–Einflüsse, speziell der verzerrte Gesang deutet in diese Richtung. Weiters muß aber auch festgestellt werden, dass wie bei den erwähnten Schweden, die ja auch als Melodic Rocker begonnen haben, diese Einflüsse nicht von der Hand zu weisen sind. Jetzt aber des Rätsel´s Lösung woher diese Melodic–Anteile stammen : bei dem Herrn Dominic Moon handelt es sich um niemand Geringeren als Ex(?)–DOKKEN und DIO–Bassisten Jeff PILSON. Warum und woher der plötzliche Namens – bzw. Gesinnungswechsel kommt, ist mir zwar unbekannt, aber ich schätze, wenn der Durchbruch geschafft ist, wird es eine Erklärung geben.
Walter


BLUDGEON - Crucify the Priest (Metal Blade/NSM)
Es ist soweit : MANOWAR–Boss und Erlitz–Intimus (haha, Andi) Joey DeMaio hat sein eigenes Label gegründet. Magic Circle Music nennt sich dieses und mit BLUDGEON feiert nun eine vierköpfige amerikanische Band ihren Einstand im Musikbusiness. Joey hat die Band auch noch produziert, womit einige Fragen – z.B. warum MANOWAR immer sooo lange brauchen, bis ein neues Album fertig ist – geklärt sein dürften. Wer jetzt der Meinung ist, eine eher traditionell ausgerichtete Formation oder gar MANOWAR–Clones vor sich zu haben, irrt gewaltig. Verständlicherweise hat sich Joey NICHT die Konkurrenz ins Haus geholt. BLUDGEON sind stilistisch irgendwo zwischen Thrash, Death und Black Metal einzuordnen. Vor allem in den thrashigen Momenten erinnert die Chose ein wenig an die kultigen NY –Thrasher DEMOLITION HAMMER (Amen. Andi). Aber auch die 90´er sind an den Chicagoern (? Andi) nicht spurlos vorüber gegangen, speziell die skandinavische Black Metal–Szene hat es dem Quartett angetan, was der Titelsong, "Inner Hell" und "Stained in Blood" belegen. Von einem MUSS kann noch nicht gesprochen werden, wer aber Werke der genannten Genres liebt, ist mit "Crucify the Priest" bestens bedient.
Walter


CROWN - Crowned in Terror (Metal Blade/NSM)
"Death Metal Holocaust”: der Titel der letzten von insgesamt 11 Nummern kann als Programm für diese Scheibe verstanden werden. Was hier auf den Hörer zukommt, macht dem Titel "Crowned in Terror" alle Ehre. Wie kaum eine andere Band der Todes–Fraktion schaffen es die Schweden mit derartiger Geschwindigkeit durch die Songs zu "holzen", dass einem schwindlig wird. Das Feinste an der Sache ist allerdings, das es keineswegs stupid– grindcorig zur Sache geht, sondern der nötige Groove nicht vermisst werden muß. Auch Neuzugang Sänger Tomas Lindberg – ja, genau DER! (Ex–AT THE GATES) - trägt mit seiner "satanischen" Röhre sehr viel zum Gelingen des Albums bei. SO muß Metal direkt aus der Hölle klingen, nämlich amtlich dröhnend, dennoch eingängig und mit dem nötigen Augenzwinkern, wie das neue Bandlogo auf der Innenseite des Covers verrät.
Walter

BLIND GUARDIAN - A Night At The Opera (Virgin)
Das lange Warten, Bangen und Hoffen hat ein Ende. Um es gleich vorweg zu nehmen: die 4jährige Wartezeit hat sich gelohnt. Man hat das unglaubliche Kunststück zuwege gebracht, die Qualität der bisherigen Veröffentlichungen nochmals zu toppen! Man nehme den Bombast und Pathos von "Nightfall In Middle Earth", kombiniere ihn mit der Härte von "Tales From The Twilight World"; so ist "A Night At The Opera" in kurzen Worten wohl bestens (und doch wieder unzureichend) umschrieben. Es fällt schwer, diese geballte Ladung an großartigen Songs in Worte zu fassen. Noch mächtigere Chöre, noch kompliziertere Arrangements, eine unendliche Fülle von Details, rasend schnelle Double-Bass Attacken (z.B. "Under The Ice"), mörder-geile Refrains, Hansi singt wie ein junger Gott, (jetzt sollte ich mich schön langsam einbremsen! Blind Guardian sind einfach mit nichts und niemandem vergleichbar. Abgesehen von der Halbballade "The Maiden And The Minstrel Knight" und dem bereits als Vorab-Single bekannten, 14minütigen "And Then There Was Silence", wird das Gaspedal auf die volle Distanz gnadenlos durchgetreten. Unmöglich, das Gehörte nach nur einem Anlauf komplett zu verarbeiten. Aus dem Ideenreichtum, der hier in einem einzelnen Song steckt, machen andere Bands ein komplettes Album (oder 10, Anm. Andi). Meine momentanen Favoriten sind das epische "Age Of False Innocence" bzw. das mächtig vorantreibende "Battlefield" (Wahnsinns-Chorpassagen). Aber die Favoriten wechseln tagtäglich, dieses Album braucht etliche Durchläufe, um die Vielzahl von Feinheiten und Details auch nur halbwegs zu verarbeiten. Und macht in weiterer Folge hoffnungslos süchtig. Genial! www.blind-guardian.com
Ger-Hard


FALCONER - Chapters From A Vale Forlord (Metal Balde / NSM)
Falconer sind die Band des Ex-Mithotyn Gitarristen Stefan Weinerhall. Die einstigen Black-Einflüsse (bezieht sich auf Mithotyn) sind Schnee von gestern. Auf ihrem 2. Album zeigen die Nordmänner den immer zahlreicher werdenden Möchtegern-Wikingern, wo Thor´s Hammer hängt (bei Dir am Heisl, oder? Andi). Galoppierende Riffs, hymnische Melodien, gepaart mit zündender Härte, geschmackvoll mit sparsam eingesetzten Folk-Ingredienzen garniert. Zudem hat man mit Mathias Blad einen Sänger rekrutiert, dessen cleaner, prägnanter Gesang sich wohltuend vom öden Gekrächze ähnlich gelagerter Formationen abhebt. Die Songs haben allesamt Ohrwurm-Qualität, die hymnischen Refrains krallen sich gnadenlos in den Gehörgängen fest. Hört beispielsweise mal in "Lament Of A Minstrel" rein, ein Mitgröhl-Stampfer par excellence, da bleibt kein Auge trocken und kein Becher leer (oder umgekehrt, Andi). Die Jungs drücken gar mörderisch an und mit "Portals Of Light" hat man eine ausnahmsweise absolut nicht peinliche Power-Ballade im Programm. Falconer sind ganz einfach anders, ihre Musik macht Spaß und verbreitet gute Laune. Ein Album, das Viking- und Power Metal-Fans gleichermaßen ansprechen dürfte. Ganz große Klasse!
Ger-Hard

THE COMPANY OF SNAKES - Burst The Bubble (Steamhammer/SPV/Musica)
Als Whitesnake-Fan der ersten Stunde (wundert keinen bei Deinem Alter, Andi) begegne ich derartigen Projekten eher mit gemischten Gefühlen. Das im letzten Jahr erschienene Live-Album, das fast ausschließlich Whitesnake-Klassiker enthielt, war ja nicht gerade das Gelbe vom Ei. An ihrem Konzert im Planet gab es, abgesehen von einigen Schwächen bei der gesanglichen Umsetzung des alten Materials ("Here I Go Again" hat weh getan!), allerdings absolut nichts auszusetzen. Schließlich haben sich hier mit Neil Murrey (b.) sowie dem Gitarren-Duo Mickey Moody und Bernie Mardsen drei ganz große Mitglieder der Ur-Besetzung zusammen gefunden. Daß Frontman Stefan Berggren nicht ganz an David Coverdale heranreicht, ist bedauerlich, war allerdings zu erwarten. Jorn Lande wäre hier die Idealbesetzung (was zahlt Dir der Typ denn eigentlich immer? Andi). Auf "Burst The Bubble" versucht man es nun mal ausschließlich mit Eigenkompositionen. Und das Ergebnis kann sich hören lassen. Der Song "Back To The Blues" gibt die Marschrichtung vor, musikalisch schließt man nahtlos an Klassiker wie "Ready An` Willing" oder "Come And Get It" an. Blueslastiger Hardrock britischer Prägung, momentan zwar nicht sonderlich angesagt, dafür aber von zeitloser Qualität. Hat vielleicht nicht ganz die Klasse der alten Klassiker (aber nah dran), kommt live aber sicher mörderisch gut. Ein Album, mit dem auch eingefleischte Whitesnake-Maniacs wie ich leben können. Und ganz sicher besser als die letzten beiden Coverdale-Scheiben "Restless Heart" bzw. "Into The Light". Anspieltip gibt`s keinen, einfach durchlaufen lassen und geniessen, es zahlt sich aus!
Ger-Hard

DREAM THEATER - Six Degrees Of Inner Turbulence (Elektra/Warner)
Diese Band ist eine absolute Ausnahmeerscheinung in der Rock/Metal Szene. Hier haben vier begnadete Ausnahme-Musiker zusammen gefunden, die unbeschreiblich gute, fast schon außerirdische Musik machen. Ihr Name bürgt für Qualität. Diese wird uns diesmal erfreulicherweise in Form einer Doppel-CD geboten. Mit dem Begriff "Progressive-Metal" lässt sich ihre Art von Musik noch am ehesten definieren. Der Opener "The Glass Prison" ist zweifellos der härteste Dream Theater-Song ever, die ersten 4 Minuten könnten beispielsweise, selbst vom Gesang her, locker von einer alten Metallica Scheibe stammen. So rau bzw. heavy ging`s bislang noch nie zur Sache. Oder "The Great Debate", ein Mörder-Song, 14 Minuten lang, leicht spacig angehaucht, einer der besten Dream Theater-Songs aller Zeiten!! Mit dem verhaltenen "Disappear" (Pink Floyd meets Beatles), der mit 6:48 kürzesten (!) Nummer des Albums, endet die erste CD. Wow! Kann da noch etwas drübergehen?! Na sicher doch!
Die 2. CD enthält das 42minütige, in acht Kapitel unterteilte Titelstück, das mit einer bombastischen orchestralen Overtuere beginnt, um in weiterer Folge (ab "War Inside My Head") in einem wahren musikalischen Inferno zu explodieren. Ja, sie sind härter geworden. Gut so! Mit "The Grand Finale" nimmt das monumentale Epos ein beschauliches Ende. Was die musikalischen Leistungen jedes einzelnen Musikers betrifft, so kommt man nicht umhin, in Superlativen zu schwelgen. Das macht ihnen so schnell niemand nach. Diese Musik kann man nicht in Worte fassen, unbedingt anhören! Als Hintergrundberieselung eher ungeeignet, jedoch in Ruhe, am besten über Kopfhöre, ein Genuss! Ich würde sie ja ur-gerne wieder mal live sehen, bitte holt sie doch endlich wieder nach Wien!!!
Ger-Hard


ENSIFERUM - Ensiferum (Spinefarm)
Ensiferum werden desöfteren unter "Melodic Death Metal" eingestuft. Dem kann ich absolut nicht beipflichten. Zwar sind die Vocals fallweise ein bißchen "böse" (zum fürchten reicht`s ned!), musikalisch bewegt man sich dann aber doch eher im melodischen Bereich. Ich würde die Finnen als gelungenen Mix aus Vintersorg, Finntroll und Children Of Bodom einstufen. Die Songs strotzen vor Folk-Elementen, die hymnischen Refrains gehen sofort ins Ohr, die Gitarrenläufe erinnern mich an In Flames, diese Musik ist viel zu fröhlich, um unter Death/Black eingeordnet zu werden. Wenn schon in eine Schublade, dann bitte unter Viking-Metal einsortieren! Der optimale Soundtrack für eine zünftige Wikinger Party inklusive exzessivem Saufgelage. Schnell den Met anwärmen, rein in die stinkigen Wikinger Klamotten, den "Battle Song" angewählt und auf geht`s! Geniales Erstlingswerk. Hierzulande ist die CD etwas schwierig zu bekommen (special thanxs to Mr. Appel), unbedingt bestellen! Viking-Metal at it`s best!!!
Ger-Hard

MIKE TRAMP - Recovering The Wasted Years (Ulftone/edel)
Mit White Lion zählte er zu den ganz großen des US-(Poser-)Metal, mit Freak Of Nature machte er nach dem Ende des Weißen Löwen weiter. Dann wurde es ein wenig still um Mike Tramp, aber jetzt meldet er sich mit einem Solo-Album zurück. Mit Metal hat der gute Mann mittlerweile überhaupt nichts mehr am Hut, zumindest nicht auf dieser CD. "Recovering The Wasted Years" ist ein sehr ruhiges, schönes, "gemütliches" Album geworden, das natürlich in erster Linie von seiner einzigartigen Stimme lebt. An der hat sich gottlob nicht viel geändert; ein bisserl älter ist er halt geworden, der Herr Tramp, erwachsener und reifer. Das hört man den 12 Tracks hierauf an, man kann also durchaus ´nen Euro ins Phrasen-Schweinchen werfen und dafür das Zitat der "persönlichen Platte" hervorzaubern. Die aber keineswegs langatmig rüberkommt wie soviele andere CDs von Menschen, die glauben, der ganzen Welt von ihren Problemen beim Älter-Werden berichten zu müssen, im Gegenteil. Mike Tramp hat ein paar ganz nette AOR/Melodic Pop-Rock-Songs auf sein Album gepackt, die einem bei 130km/h zwischen Korneuburg und Brigittenau durchaus zum Mitträllern animieren können. Und selbstverständlich dürfen auch die "Obliballs" (obligate Balladen) nicht fehlen, immerhin hat der Typ einstmals "When The Children Cry" gesungen... Auf Track # 10 singt er "You Can Take All My Money, You Can Take My Fancy Car... But Don´t You Take My Rock´n´Roll". Keine Angst, Mr. Tramp, machen wir nicht - wäre ja schade. Und jetzt bitte live nach Wien kommen und als letzte Zugabe "Lady Of The Valley" spielen. Danke! www.miketramp.com
Andi


SKYCLAD - Another Fine Mess (Demolition)
Schade, vor einigen Monaten hat Martin Walkyier, Sänger und sympathisches Aushängeschild der Irish-Rocker Skyclad, beschlossen, der Band den Rücken zu kehren. Mir blutet das Herz bei dem Gedanken, die Band in diesem Line Up vielleicht nie wieder livehaftig erleben zu dürfen. Denn auf der Bühne hatten sie ihre stärksten Momente. Doch sag niemals nie, Reunions sind heutzutage schließlich an der Tagesordnung. Bis dahin kann man sich nun 7 Live-Tracks (+ Intro) vom 95´er Dynamo Festival zu Gemüte führen. Und die sind wirklich saugut! Und machen Lust (lechz!) auf mehr, warum hat man eigentlich nicht gleich einen kompletten Gig auf CD gebannt?! Komplettiert wird das etwas dürftige Abschiedsgeschenk durch die 4 Akustik-Tracks der 1997 erschienenen, auf 1000 Stück limitierten "Outrageous Fortunes"-EP. Besonders gelungen: das wunderschöne "Land Of The Rising Slum". Versteht mich nicht falsch, diese CD ist ihr Geld 100%ig wert. Aber ein ganzes Konzert, am besten als Do-CD, das wär´ der Überhammer! Mal abwarten. Und ausserdem, Skyclad machen schließlich ohne Mr. Walkyier weiter, ich werde ihnen sicher weiterhin die Treue halten. Um dennoch auf eine Reunion zu hoffen...
Ger-Hard


SOUTHFORK - Straight Ahead (Black Mark)
Ned nur in Meidling, auch auf der Southfork Ranch (Dallas, you remember?!) "schewat`s" wieder. Doch keine Panik, das ist glücklicherweise nicht der Soundtrack zur Mutter aller Seifenopern (im Ernst? Echt net?? Andi), sondern herrlich groovender Retro-Stoner-Schweine-Rock. Wummernde Bässe, herrlich verzerrte Gitarren; Southfork rocken was das Zeug hält! Rau, dreckig, heavy, ungestüm. Klingt verdammt nach Monster Magnet, das ist jedoch eher im positiven Sinn gemeint. Anspieltips: "Perfect", "By Your Side", na ja, eigentlich eh alles. Wer Spiritual Beggars, Kyuss & Co mag, sollte "Straight Ahead" unbedingt mal antesten.
Ger-Hard

VANDEN PLAS - Beyond Daylight (Inside Out/SPV/Musica)
Bisweilen war ich der Meinung, dass die deutsche Prog-Metal-Elite entweder längst in die ewigen Jagdgründe (Mekong Delta) übergegangen ist oder aus Gründen der Beteiligung einzelner Bandmitglieder an lukrativeren Projekten auf dem besten Wege dorthin ist (Sieges Even). Doch aus der Heimat der "Roten Teufel", aus Kaiserslautern, schickt sich eine Band an, diesen Thron zu besteigen. Nun gut, mit den genannten Formationen haben VANDEN PLAS außer dem Herkunftsland eigentlich kaum Gemeinsamkeiten, und so richtig überraschend kommt ein Spitzenwerk aus deren Händen auch nicht. Was sich bereits auf den letzten Werken angekündigt hat, wurde lediglich weiter ausgearbeitet und verfeinert. Dabei wurde ein paar Mal der "Prog - Tellerrand" verlassen, um andere, bis jetzt von den Lautereren noch nicht gehörte,Einflüsse zu verarbeiten. Auf dieser Scheibe ist ALLES vertreten, was diese, "unsere", Musik so liebenswert macht. Vom frickelig-verspielten Proggie "Cold Wind", über echte Mitgröhl-Hämmer wie "Free the Fire" bis hin zu einer Gänsehaut - Ballade "Healing Tree". Wenn es dieser Band - mit diesem Album - noch immer nicht gelingen sollte, den Durchbruch zu schaffen, dann muß in diesem Business irgendetwas schief laufen!!
Walter

JORN - Worldchanger (Frontier / Point)
Also, ich liebe diese Stimme. Egal ob Jorn Lande bei Ark, Millenium, Beyond Twilight oder in diversen Projekten sein unglaublich kraftvolles Organ (ähem, Andi) strapaziert, dieser Name bürgt für Qualität. Stimmlich irgendwo zwischen David Coverdale, Glenn Hughes, R.J.Dio und Robert Plant angesiedelt, klingt "Worldchanger" für mich wie eine rauhe Heavy-Version von Whitesnake`s legendärem 1987er Album mit leichtem Led Zeppelin Touch. Ungestümer, unglaublich kraftvoller Heavy-Rock mit einem zarten Schuß Rhythm&Blues. Gebt euch mal den Opener "Tungur Knivur" bei voller Lautstärke und dann wisst ihr, was ich meine. Aber auf dieser Scheibe findet man ohnehin keinen schwachen Song. Muß man ganz einfach gehört haben. An den Drums übrigens Hellhammer von Mayhem! Als nächstes plant die Powerröhre ein Album mit dem Ex-Helloween-Duo Roland Grapow und Uli Kusch unter dem Namen Masterplan. Klingt interessant...
Ger-Hard

MAGNUM - Breath Of Life (SPV/Musica)
Bravo, so zerstört man Mythen! Aber irgenwie war mir schon beim ersten Anblick des billigen Covers klar, daß da nix gutes auf mich zukommt... leider bestätigte sich dieser Eindruck, als die ersten Songs dieser Comeback-Scheibe durch die Boxen plätscherten. Und auch nach mehrmaligen Hören der gesamten CD hat sich leider nix daran geändert... Schnitt. Wir blenden zurück: die englische Rockband Magnum veröffentlicht anno 1978 (!) ihr Debüt "Kingdom Of Madness" und legt damit den Grundstein für eine große Karriere. Es folgen ein Haufen guter, sehr guter und exzellenter Alben, etwa "Chase The Dragon", "On A Storyteller´s Night" oder "Wings Of Heaven". Letztgenanntes Werk war nicht nur ihr wohl kommerziell erfolgreichstes, sondern leider auch ihr letztes wirklich essentielles. Die einstige Epic-Classic-Rockband (oder so ähnlich) tümpelt in immer seichter werdenden Gewässern herum und lässt den gewaltigen Melodic-Rock-Ozean mit seinen Prog-Wellen weit hinter sich. Irgendwann ziehen die durchaus sympathischen Musiker die logische Konsequenz und lösen die Combo auf. Sie gründen neue Bands, Solo- und gemeinsame Projekte und absolvieren Gastauftritte bei diversen Rock-Opern. Am brauchbarsten davon wohl die letzte Hard Rain, die "Jabberwocky"-Scheibe und die letzten beiden Alben von Ausnahmestimme Bob Cately. An Magnum-Perlen (kleines Wortspiel, vielleicht versteht´s ja wer) a´la "How Far Jerusalem", "Don´t Wake The Lion" oder "Les Morts Dansant" reichte das trotzdem bei weiten nicht heran. Soweit zur Vergangenheit, zurück in die Gegenwart: vor mir liegt die neue (Promo-)CD der re-unionierten Band, von deren Innencover mich vier alte Herren freundlich anlächeln. Sehr gerne würde ich zurücklächeln, ihnen auf die Schulter klopfen, ein Guiness spendieren und zu "Breath Of Life" gratulieren. Alleine, ich kann es nicht. Dieses Album ist weder Fisch noch Fleisch, läuft einfach höhepunktlos an einem vorbei und man findet nichts, das einen an die (ach so) guten alten (Magnum-)Zeiten erinnern mag. Fast mitleidig befreie ich mich und meinen CD-Player von dieser Qual, ziehe mir "One Sacred Hour" rein und mach´ dabei ein Stricherl auf meiner "Liste der mißlungenen Comebacks". Wie sangen sie selbst mal so schön: "Too old to die young"...
Andi


WARMEN - Beyond Abilities (Century Media/NSM)
Bei Warmen handelt es sich um das Side-Projekt des CHILDREN OF BODOM-Keyboarders Janne Warman. Unterstützt wird er dabei von seinem Bruder Antti, der SINERGY-Frontdame Kimberley Goss, STRATOVARIUS -Röhre Timo Kotipelto und anderen finnischen Musikern. Logischerweise dominieren die Keyboards über größte Strecken die Kompositionen, was aber auch nicht unbedingt verwunderlich erscheint. Ein Großteil der Nummer sind als Instrumentals konzipiert, leiden meiner Meinung nach jedoch an der fehlenden "Ohrwurmqualität", um später einmal wiedererkannt zu werden. Mir munden jene Songs am Besten, die von Ms. Goss vorgetragen werden, aber auch Herr Kotipelto´s Stimme passt wunderbar zu den Songs. Alles in allem eine Scheibe die für Keyboard- Fetischisten absolut hörenswert ist; allen Anderen sei hiermit gesagt, dass von einem "Blindkauf" eher abgeraten wird.
Walter

TAD MOROSE - Matters of the Dark (Century Media/NSM)
Endlich wieder einmal Neuigkeiten aus der schwedischen Kleinstadt Bollnäs. Dort sind neben den angeblich inzwischen wieder aktiven LEFAY auch TAD MOROSE zu Hause. Die beiden Bands sind nebenbei auch noch befreundet, dadurch ist die Zusammenarbeit der "TADs" mit Charles Rytkönen auch ganz einfach erklärt. Seit beinahe 10 Jahren liefern TM schon qualitativ hochwertige, leicht progressiv angehauchten Power Metal ab, der immer über das nötige Quäntchen Melodie verfügt. Grundsätzlich hat sich an dieser Tatsache auch kaum etwas geändert, aber die angesprochene Nähe zu LEFAY ist auf diesem Album so stark wie nie ausgeprägt. Beim Titelsong teilen sich Sänger Urban Breed und Charles Rytkönen die Vocals, woraus sich ein Duett der Spitzenklasse ergibt. Aber auch beim restlichen Songwriting lassen sich Elemente der "Nachbarn" heraushören, während ich in den melodiöseren Momenten meine, Reminiszenzen an die Dänen PRETTY MAIDS ausmachen zu können. Summa summarum ein Album, dass die Zielgruppe einfach haben muß, denn nur so kann es dieser Formation auch gelingen, im "Overground" zu reüssieren.
Walter

SEVEN WITCHES - Xiled to Infinity & One (Sanctuary/edel)
Jack Frost sollte jedem Metaller nicht erst seit seinem Einstieg bei SAVATAGE ein Begriff sein. Viel zu lange dümpelt der Mann schon mit seinen zahlreichen Bands und Projekten im Untergrund herum. Nebenbei veröffentlicht er in regelmäßigen Abständen gute Scheiben und hierzulande nimmt kaum ein Popo (alles andere ist in Anwesenheit von Kindern untersagt!) davon Notiz. Schon mit den beiden Vorgängerscheiben dieser Band konnte er eine kleine, aber feine Fangemeinschaft erfreuen. Mit seinem mitreißenden, melodiösen Power Metal, der noch dazu von Bobby Lucas gesangstechnisch verfeinert wurde, schaffte es "Frostie", sich Fans zu erspielen. Seit geraumer Zeit hat Jack jedoch einige Neuerungen erfahren. Anstelle des erwähnten Bobby Lucas nimmt er jetzt die Sangeskraft eines gewissen Wade Black (na, geschnallt? Ja, genau der,der auf der letzten CRIMSON GLORY zwar toll gesungen hat, aber dem typischen "eine Band mit neuem Sänger klingt einfach anders"-Syndrom zum Opfer gefallen ist) in Anspruch und für die Drums konnte niemand geringer als Brian Craig von – na, von wo denn, hm? ach ja von einer DER Götterformationen schlechthin - DESTINY`S END gewonnen werden. In dieser Besetzung kann schon fast nichts mehr schief gehen und schon der Opener mit dem mehr als aussagekräftigen Titel "Metal Tyrant" zeigt uns, wo und wie es langgeht. Ein Power Metal Hammer jagt den Nächsten, erreicht den Höhepunkt - nicht zuletzt durch die Mitarbeit von Gott in Person eines gewissen Herrn Jon Oliva - bei "The Burning" und endet mit einem Duett mit Joe Comeau (nö, kein Quiz mehr, zur Zeit OVERKILL) bei der GRIM REAPER Coverversion "See you in Hell". Schluß - Aus - MUSS man haben!!!
Walter


BLAZE - Tenth Dimension (SPV/Musica)
Auch wenn ich mit meiner Meinung so ziemlich alleine dastehe - es ist mir reichlich egal, wer anders denkt -, Blaze Bailey war zwar mit Sicherheit kein Ersatz für Bruce Dickinson bei den "Eisernen Jungfrauen", aber Songs wie "Man on the Edge" oder "Futureal" klangen in genau jener Besetzung einfach gut und die mit Blaze produzierten MAIDEN- Scheibletten sind meiner Meinung nach um nichts schlechter, als die "Bruce is back"-Platte "Brave New World". Doch darum soll es hier eigentlich gar nicht gehen. Blaze ließ sich durch negative Pressemeinungen ebenso wenig aus der Fassung bringen, wie durch enttäuschte "Die Hard" Maiden-Fans. Er scharrte junge Musikanten um sich, um weiterhin dem Metal zu fröhnen. Unter seinem Namen erschien schon 2000 das Debütalbum "Silicon Messiah" und nun schickt er sich an, mit "Tenth Dimension" für Furore zu sorgen. Stilistisch würde ich die Scheibe grob dem Power Metal zuordnen, wobei die Produktion von Andy Sneap auch ihre Spuren hinterlassen hat und als "modern" im positiven Sinne zu bezeichnen ist. Songs wie "Kill and Destroy" oder "Speed of Light" knallen jedenfalls ordentlich aus den Boxen und wer bei solchen Nummern nicht sein Haupt zu schütteln beginnt, der sollte entweder einen Ohrenarzt aufsuchen oder vielleicht gleich die Musikrichtung wechseln (guat d´rauf heite, Walter, hm? Andi). Von meiner Seite aus gibt es jedenfalls ein dickes Lob an BLAZE und seine Mitstreiter für diese Platte !
Walter


PAIN OF SALVATION - Remedy Lane (Inside Out/SPV/Musica)
Eine der erquickendsten europäischen Prog-Formationen, die Schweden PAIN OF SALVATION, haben endlich ein neues Werk im Kasten. "Hurra!", dachte ich und schob voller Freude die CD in den Player, nur noch aufdrehen und ab ins Proggie-Traumland...doch HALT! Schon nach wenigen Nummern wird mir richtig bewusst, dass an dieser Scheibe relativ wenig zum Träumen ist! Selten habe ich eine Prog-Band derart melancholisch aufspielen gehört. Manche Passagen hätten von der Atmosphäre her auch problemlos "verdoomt" werden können. Aber keine Angst! Musikalisch wird immer noch Progressive Metal der allerfeinsten Sorte geboten, die Band rund um Sänger und Gitarristen Daniel Gildenlöw versteht es immer noch, ihre Songs beinahe schon zu zelebrieren, obwohl anstelle des Ausfluges in die farbenprächtige Welt des Proggie-Landes nur verschiedene Grautönen vor meinen Augen erscheinen (und Satzpunkte sind Dir nachwievor unsympathisch, hm? Andi). Da der Promo-Kopie wie üblich keine Texte beiliegen, hilft mir das in diesem Fall tatsächlich aussagekräftige Infoblatt weiter. "Remedy Lane" ist ein Konzeptalbum, in welchem die mehr als negativen Erfahrungen des Herrn Gildenlöw in den letzten Jahren auf menschlicher Basis verarbeitet wurden. Nicht nur musikalisch, auch menschlich ziehe ich meinen imaginären Hut (ja, ich brauch´ für eine Glatze auch nur einen Hut!) vor diesem Manne , denn Schicksalsschläge wie die Fehlgeburt eines Kindes sind bei Gott nicht einfach zu verarbeiten.
Walter


ILL NINO - Revolution Revolucion (Roadrunner/Musica)
Also, normalerweise ist das ja nicht meine Musik. Aber diese Band ist genial! Am ehesten finde ich noch Ähnlichkeiten mit Soulfly, Machine Head bzw. Sepultura zu "Roots"-Zeiten. Klingt aber doch wieder völlig anders. Ill Nino ist die Band des Ex-Pro Pain/M.O.D.-Drummers Daver Chavarri, der Rest der Mannschaft stammt größtenteils aus Südamerika. Das Resultat ist ein unglaublich grooviger Cocktail aus agressivem Metal moderner Prägung, zündenden Latino Rhythmen und großartigen Refrains, der augenblicklich zu Kopf steigt und postwendend süchtig macht. Ganz aussergewöhnlich ist der Gesangstil von Frontman Christian Machado, der einen permanent in ein prickelndes Wechselbad aus ultabrutalen Shouts und einfühlsamen, melodiösen Gesangsparts taucht. Als Anspieltips empfehle ich "I Am Loco" bzw. den genialen Titeltrack, aber eigentlich rockt jeder einzelne Song wie die Hölle. Unbedingt antesten!
Ger-Hard


IMMORTAL – Sons of Northern Darkness (Nuclear Blast/edel)
Einmal mehr haben sich die Norweger Urgesteine IMMORTAL auf den Pilgerweg zu Peter Tägtgren in Abyss Studio gemacht, um dort ihr Treiben für die Nachwelt festzuhalten. "Sons of Northern Darkness" nennt sich die neue Scheibe, die für altgediente IMMORTAL Fans anfangs mit Sicherheit ein wenig ungewöhnlich ist. Der Sound ist nicht mehr ganz so klirrend kalt und stellenweise klingt Abbath’s Stimme direkt ein wenig schaumgebremst. Allerdings geben die Jungs zwischendurch dann doch wieder ordentlich Gas und bei diesen Parts knurrt der Frontmann auch in gewohnter Manier grimmig böse wie eh und je. Genau diese Songs von "Sons of Northern Darkness" sind die absoluten Highlights auf dem Album, denn der zwischendurch präsentierte Midtempo Black Metal mit eingestreuten Thrash-Elementen ist zwar nicht schlecht, aber man erwartet sich von einer Kultband wie IMMORTAL einfach wesentlich mehr Aggression und Brutalität. Was jedoch positiv zu werten ist, ist die Tatsache, daß "Sons of Northern Darkness" trotz der Produktion von Peter Tägtgren einen sehr eigenständigen Sound hat und nicht wie die nullachtfünfzehn Produktionen aus seinem Hause klingt. Von Keyboardteppichen und dergleichen haben die Norweger dem Gehörnten sei Dank die Finger gelassen, aber diesem Trend werden sie auch in Zukunft hoffentlich nie verfallen. Grundsätzlich ist "Sons of Northern Darkness" kein schlechtes Album, aber IMMORTAL haben leider von Scheibe zu Scheibe ein wenig an Substanz verloren und sind anno 2001 nur noch ein Schatten der Band, die einst "Battles in the North" eingeprügelt hat.
Vampira


HYPOCRISY - Catch 22 (Nuclear Blast/edel)
Aufmerksamen Lesern wird mit Sicherheit auffallen, daß ich sehr selten Death Metal-Bands bespreche, da ich mich nicht unbedingt mit den Gesangsleistungen anfreunden kann. Die aktuelle Veröffentlichung der Schweden rund um Freizeit-Weirdo und Produzenten Peter Tägtgren ist jedoch reichlich ANDERS geworden. Anders als die bislang veröffentlichten Werke (okay, köpft mich, ich kenne NUR die im letzten Jahr auf den Markt geschmissene "10 Years of Chaos & Confusion"-Best of) im Sinne von weniger geradliniger DM, dafür mehr moderne Elemente. Peter hat sich beim Songwriting scheinbar selbst inspiriert und jede Menge Einflüsse seiner Zweitformation PAIN verarbeitet. Phasenweise erinnert die ganze Sache ein bisschen an Rock´n´Rolligen Death Metal, wie ihn ENTOMBED vor einiger Zeit fabriziert haben. Ich denke, dass Unterwürfige der Band treu bleiben werden (wenn Du denkst, Du denkst, dann... Andi) und auch alle Anderen, die mit PAIN eher etwas anfangen können, sollten auch HYPOCRISY antesten.
Walter

HYPOCRISY - "Catch 22" (Nuclear Blast/edel)
Schon die ersten Klänge von "Catch 22" animieren den geneigten HYPOCRISY-Fan dazu, ein wenig erstaunt die Augenbrauen Richtung Zimmerdecke hochzuziehen. Irgendwie dürften die Herren rund um Frontmann Peter Tägtgren einen neuen, aber nicht unbedingt überzeugenden Weg eingeschlagen haben - der Sound von "Catch 22" ist sehr gewöhnungsbedürftig und ein großer Teil der Songs geht auch nach dem x-ten Durchlauf nicht wirklich ins Ohr. Desweiteren zeigt Mr. Tägtgren hinsichtlich des Gesanges ebenfalls eine neue Seite und entfernt sich immer weiter von seinen Death Metal-Roots. Zum Teil erinnert mich die Stimme sogar ein wenig an die Vocals von Industrialbands, was aber zu der rausgerotzt klingenden Musik von "Catch 22" nicht immer so recht passen will. HYPOCRISY-styled wird es dann erst beim dritten Stück "Edge of Madness", auf dem ein absolut geiles Riff dominiert und das noch dazu von einem angenehmen Keyboard-Teppich getragen wird. Zu den weiteren Highlights zählen die beiden letzten Nummern "Seeds of the chosen one" und "All turns black", da die Songs dort anknüpfen, wo das letzte Album der Schweden geendet hat. Allerdings hat die Band bei "Seeds of the chosen one" doch ein wenig heftig bei DANZIG abgekupfert - der Studiobesuch der DANZIG-Fetischisten MARDUK dürfte wohl Spuren hinterlassen haben. Der Rest der Tracks von "Catch 22" stimmt mich aber äußerst nachdenklich und läßt in mir die Frage keimen, was aus meiner einstigen Lieblingsband geworden ist. HYPOCRISY kreieren bei weitem nicht mehr die intensive Musik, für die ich die Band so geschätzt habe und die sie zu etwas besonderem für mich gemacht hat. Zu oberflächlich und zu lieblos tönt das Album aus den Boxen und ernüchtert auf der ganzen Linie! Schade drum, denn "Catch 22" ist im Grunde genommen nicht mehr als ein Durchschnittswerk, welches einer Band wie HYPOCRISY, die schon für viele Sternstunden gesorgt hat, einfach nicht würdig ist.
Vampira


THE QUILL - Voodoo Caravan (SPV/Musica)
"Oh mein Gott!", dachte ich, als mir die ersten Songs von "Voodoo Caravan" entgegenschmetterten. Da hat sich doch die Druckerei geirrt, 2001 kann doch gar nicht stimmen. Wenn 197? auf der Hülle gestanden wäre, okay, aber was jetzt?! The Quill nennt sich ein Quartett aus Schweden, das es sich also zur Aufgabe gemacht hat, uns den alten, kernigen Hardrock neu zu kredenzen, wobei das Ganze dermaßen trocken und staubig klingt, dass man meint, den Dreck unter den Boots aufwirbeln zu können (wie meinen? Andi). Über weite Strecke können LED ZEPPELIN als Hauptinspirationsquelle angegeben werden, aber auch US-Formationen jener Epoche wie GRAND FUNK RAILROAD dürften den Herren nicht unbekannt sein. Mal fetzig, dann wieder eher schleppend, musiziert man locker-flockig vor sich hin, um stes eine Tatsache vor den Augen zu haben : Es muß ROCKEN... und das tut es !
Walter


FLOWING TEARS Serpentine (Century Media/NSM)
Nach einem relativ langen Intro wird der Zuhörer von dieser deutschen Band auf einen "Starfish Ride" entführt. Das Ziel der Reise ist das Land der Träume, das von so manchen ähnlich veranlagten Bands mit weiblichen Vocals angestrebt wird. Im Gegensatz zu einem Großteil der mir bekannten Combos dieser Fraktion, die mir nicht mehr als ein langgezogenes Gähnen entlocken, versteht es die Band allerdings, den Zuhörer zu verzaubern. Viel zu schön sind die Melodien der zum Quartett geschrumpften Band rund um Sängerin Stefanie Duchene. Die Kompositionen zeichnen sich vor allem durch völlig unerwartet eingebaute Spannungsmomente auf ("Breach") oder verfügen über ausgezeichnete Ohrwurmqualitäten, wie z.B. "Merlin". Man schwelgt in Gedanken vor sich hin und vielfältige Farbspielereien sind mit geschlossenen Augen zu erkennen. SO - und nicht anders - sollte SCHÖNE Musik klingen!
Walter


BLACKSHINE Soulless & Proud (Steamhammer/SPV)
Oh Gott!! Die Miss auf dem Cover scheint nach der Preisverteilung aber ordentlich verunfallt zu sein... oder war es nur die Wahl zur "Miss Butcher"? Im Endeffekt ist es egal, denn ich kann eigentlich keinerlei Zusammenhänge zwischen Cover und der Musik dieser schwedischen Formation ausmachen. Die Musik dröhnt dem Zuhörer nämlich reichlich MOTÖRHEAD-lastig entgegen, was ja nicht schlecht ist. Die Klasse des Mr. Kilmister erreichen BLACKSHINE zwar noch nicht, aber das kann ja noch werden (sicher, Walter, sicher. Andi). Als reine Kopie sind sie ja auch nicht zu bezeichnen, werden doch vereinzelt moderne Elemente verarbeitet, die die Chose recht zeitgemäß erklingen lassen. Auch in gesangstechnischer Hinsicht wird die Räudigkeit Lemmy´s noch nicht so ganz geschafft, doch mit der richtigen "Therapie" sollte auch das, wenn es gewünscht wird, zu schaffen sein (ja, Walter, ja genau. Andi). Wer´s gerne mal richtig ROCKIG haben will (bewusst "ROCK"-ig, denn mit METAL habeben BLACKSHINE eigentlich nichts am Hut), kann sich mit "Soulless & Proud" eine Perle dieser Richtung ins Regal stellen.
Walter

WAYLANDER - The Light, The Dark And The Endless Knot (Blackened)
Das darf doch nicht wahr sein! Das 98´er-Debüt "Reawakening Pride Once Lost" zählt meiner Meinung nach zum Besten, das es am Sektor Viking-Metal je gab. Und dann das! Jedes drittklassige Proberaum-Demo klingt besser. Scheinbar hat man sich den Umweg über`s Studio diesmal gespart, das kann doch nur ein böser Scherz sein. Schon mal eine zu langsam laufende CD erwischt? Diese kann`s... das kann doch nicht absichtlich so lau klingen?! Lasst euch nicht vom sehr geschmackvollen CD-Cover täuschen, so etwas katastrophales habe ich schon ewig nicht mehr gehört!
Ger-Hard


DOMINE - Stormbringer Ruler (Dragonheart/SPV)
Ein bißchen italienischer Power Metal gefällig?! Ich weiß, den Andi krampft´s jetzt z`samm (*krampf* Andi). Nicht zu unrecht. Hat zwar mit "The Ride Of The Valkyries" oder "The Beare Of The Black Sword" einige gute Momente, aber das hohe G´sangl nervt mörderisch. Dafür sind die Fotos von den grimmig blickenden, mit riesigen Schwertern bewaffneten Musikern recht witzig. Doch spätestens bei der mega-peinlichen Ballade "For Evermore" reißt die Geduld, ab in den Sondermüll! Ganz schwacher Rhapsody Abklatsch. Muß man nicht wirklich haben.
Ger-Hard

DIVERSE - A Tribute To The Beast (Nuclear Blast/edel)
Wieder mal ein Tribute, wieder mal an Iron Maiden. Zu Beginn covern Steel Prophet brav traditionell "The Ides Of March/Purgatory", bevor sich die Children Of Bodom auf die für sie typische Art an "Aces High" ranmachen. "The Trooper" in der Version von Rage kennt man ja schon, ebenso Cradle Of Filth´s Vergewaltigung von "Hallowed Be Thy Name". Es folgen Grave Digger mit "Running Free" und Burden Of Grief mit "Prowler" sowie Therion mit "Children Of The Damned". Iced Earth covern "Transylvania", bevor sich Opeth an dem ihnen wirklich gut stehenden "Remember Tomorrow" versuchen. "Stranger In A Strangeland" klingt bei Disbelief natürlich etwas böser als im Original und auch Tierra Santa geben dem "Flight Of Icarus" zumindest einen eigenen Touch. "22 Acacia Avenue" in der Dark Tranquility-Version kennt und mag man ebenfalls schon und auch "Wrathchild" von Six Feet Under hat man (wie einige andere auf diesem Sampler) schon mal gehört (ob gewollt oder nicht). Abgeschlossen wird dieser "Tribute To The Beast" von Darkane, die sich durch "Powerslave" prügeln. Ein abschließendes Fazit soll sich wie immer bei Scheiben dieser Art jeder selbst bilden, alle Facts dafür habe ich Euch ja ganz artig geliefert. Up The Irons! VÖ: 18. 02. 2002, www.nuclearblast.de
Andi

FALCONER - Chapters From A Vale Forlord (Metal Balde / NSM)
Falconer sind die Band des Ex-Mithotyn Gitarristen Stefan Weinerhall. Die einstigen Black-Einflüsse (bezieht sich auf Mithotyn) sind Schnee von gestern. Auf ihrem 2. Album zeigen die Nordmänner den immer zahlreicher werdenden Möchtegern-Wikingern, wo Thor´s Hammer hängt (bei Dir am Heisl, oder? Andi). Galoppierende Riffs, hymnische Melodien, gepaart mit zündender Härte, geschmackvoll mit sparsam eingesetzten Folk-Ingredienzen garniert. Zudem hat man mit Mathias Blad einen Sänger rekrutiert, dessen cleaner, prägnanter Gesang sich wohltuend vom öden Gekrächze ähnlich gelagerter Formationen abhebt. Die Songs haben allesamt Ohrwurm-Qualität, die hymnischen Refrains krallen sich gnadenlos in den Gehörgängen fest. Hört beispielsweise mal in "Lament Of A Minstrel" rein, ein Mitgröhl-Stampfer par excellence, da bleibt kein Auge trocken und kein Becher leer (oder umgekehrt, Andi). Die Jungs drücken gar mörderisch an und mit "Portals Of Light" hat man eine ausnahmsweise absolut nicht peinliche Power-Ballade im Programm. Falconer sind ganz einfach anders, ihre Musik macht Spaß und verbreitet gute Laune. Ein Album, das Viking- und Power Metal-Fans gleichermaßen ansprechen dürfte. Ganz große Klasse!
Ger-Hard

THE COMPANY OF SNAKES - Burst The Bubble (Steamhammer/SPV/Musica)
Als Whitesnake-Fan der ersten Stunde (wundert keinen bei Deinem Alter, Andi) begegne ich derartigen Projekten eher mit gemischten Gefühlen. Das im letzten Jahr erschienene Live-Album, das fast ausschließlich Whitesnake-Klassiker enthielt, war ja nicht gerade das Gelbe vom Ei. An ihrem Konzert im Planet gab es, abgesehen von einigen Schwächen bei der gesanglichen Umsetzung des alten Materials ("Here I Go Again" hat weh getan!), allerdings absolut nichts auszusetzen. Schließlich haben sich hier mit Neil Murrey (b.) sowie dem Gitarren-Duo Mickey Moody und Bernie Mardsen drei ganz große Mitglieder der Ur-Besetzung zusammen gefunden. Daß Frontman Stefan Berggren nicht ganz an David Coverdale heranreicht, ist bedauerlich, war allerdings zu erwarten. Jorn Lande wäre hier die Idealbesetzung (was zahlt Dir der Typ denn eigentlich immer? Andi). Auf "Burst The Bubble" versucht man es nun mal ausschließlich mit Eigenkompositionen. Und das Ergebnis kann sich hören lassen. Der Song "Back To The Blues" gibt die Marschrichtung vor, musikalisch schließt man nahtlos an Klassiker wie "Ready An` Willing" oder "Come And Get It" an. Blueslastiger Hardrock britischer Prägung, momentan zwar nicht sonderlich angesagt, dafür aber von zeitloser Qualität. Hat vielleicht nicht ganz die Klasse der alten Klassiker (aber nah dran), kommt live aber sicher mörderisch gut. Ein Album, mit dem auch eingefleischte Whitesnake-Maniacs wie ich leben können. Und ganz sicher besser als die letzten beiden Coverdale-Scheiben "Restless Heart" bzw. "Into The Light". Anspieltip gibt`s keinen, einfach durchlaufen lassen und geniessen, es zahlt sich aus!
Ger-Hard

DREAM THEATER - Six Degrees Of Inner Turbulence (Elektra/Warner)
Diese Band ist eine absolute Ausnahmeerscheinung in der Rock/Metal Szene. Hier haben vier begnadete Ausnahme-Musiker zusammen gefunden, die unbeschreiblich gute, fast schon außerirdische Musik machen. Ihr Name bürgt für Qualität. Diese wird uns diesmal erfreulicherweise in Form einer Doppel-CD geboten. Mit dem Begriff "Progressive-Metal" lässt sich ihre Art von Musik noch am ehesten definieren. Der Opener "The Glass Prison" ist zweifellos der härteste Dream Theater-Song ever, die ersten 4 Minuten könnten beispielsweise, selbst vom Gesang her, locker von einer alten Metallica Scheibe stammen. So rau bzw. heavy ging`s bislang noch nie zur Sache. Oder "The Great Debate", ein Mörder-Song, 14 Minuten lang, leicht spacig angehaucht, einer der besten Dream Theater-Songs aller Zeiten!! Mit dem verhaltenen "Disappear" (Pink Floyd meets Beatles), der mit 6:48 kürzesten (!) Nummer des Albums, endet die erste CD. Wow! Kann da noch etwas drübergehen?! Na sicher doch!
Die 2. CD enthält das 42minütige, in acht Kapitel unterteilte Titelstück, das mit einer bombastischen orchestralen Overtuere beginnt, um in weiterer Folge (ab "War Inside My Head") in einem wahren musikalischen Inferno zu explodieren. Ja, sie sind härter geworden. Gut so! Mit "The Grand Finale" nimmt das monumentale Epos ein beschauliches Ende. Was die musikalischen Leistungen jedes einzelnen Musikers betrifft, so kommt man nicht umhin, in Superlativen zu schwelgen. Das macht ihnen so schnell niemand nach. Diese Musik kann man nicht in Worte fassen, unbedingt anhören! Als Hintergrundberieselung eher ungeeignet, jedoch in Ruhe, am besten über Kopfhöre, ein Genuss! Ich würde sie ja ur-gerne wieder mal live sehen, bitte holt sie doch endlich wieder nach Wien!!!
Ger-Hard


ENSIFERUM - Ensiferum (Spinefarm)
Ensiferum werden desöfteren unter "Melodic Death Metal" eingestuft. Dem kann ich absolut nicht beipflichten. Zwar sind die Vocals fallweise ein bißchen "böse" (zum fürchten reicht`s ned!), musikalisch bewegt man sich dann aber doch eher im melodischen Bereich. Ich würde die Finnen als gelungenen Mix aus Vintersorg, Finntroll und Children Of Bodom einstufen. Die Songs strotzen vor Folk-Elementen, die hymnischen Refrains gehen sofort ins Ohr, die Gitarrenläufe erinnern mich an In Flames, diese Musik ist viel zu fröhlich, um unter Death/Black eingeordnet zu werden. Wenn schon in eine Schublade, dann bitte unter Viking-Metal einsortieren! Der optimale Soundtrack für eine zünftige Wikinger Party inklusive exzessivem Saufgelage. Schnell den Met anwärmen, rein in die stinkigen Wikinger Klamotten, den "Battle Song" angewählt und auf geht`s! Geniales Erstlingswerk. Hierzulande ist die CD etwas schwierig zu bekommen (special thanxs to Mr. Appel), unbedingt bestellen! Viking-Metal at it`s best!!!
Ger-Hard

MIKE TRAMP - Recovering The Wasted Years (Ulftone/edel)
Mit White Lion zählte er zu den ganz großen des US-(Poser-)Metal, mit Freak Of Nature machte er nach dem Ende des Weißen Löwen weiter. Dann wurde es ein wenig still um Mike Tramp, aber jetzt meldet er sich mit einem Solo-Album zurück. Mit Metal hat der gute Mann mittlerweile überhaupt nichts mehr am Hut, zumindest nicht auf dieser CD. "Recovering The Wasted Years" ist ein sehr ruhiges, schönes, "gemütliches" Album geworden, das natürlich in erster Linie von seiner einzigartigen Stimme lebt. An der hat sich gottlob nicht viel geändert; ein bisserl älter ist er halt geworden, der Herr Tramp, erwachsener und reifer. Das hört man den 12 Tracks hierauf an, man kann also durchaus ´nen Euro ins Phrasen-Schweinchen werfen und dafür das Zitat der "persönlichen Platte" hervorzaubern. Die aber keineswegs langatmig rüberkommt wie soviele andere CDs von Menschen, die glauben, der ganzen Welt von ihren Problemen beim Älter-Werden berichten zu müssen, im Gegenteil. Mike Tramp hat ein paar ganz nette AOR/Melodic Pop-Rock-Songs auf sein Album gepackt, die einem bei 130km/h zwischen Korneuburg und Brigittenau durchaus zum Mitträllern animieren können. Und selbstverständlich dürfen auch die "Obliballs" (obligate Balladen) nicht fehlen, immerhin hat der Typ einstmals "When The Children Cry" gesungen... Auf Track # 10 singt er "You Can Take All My Money, You Can Take My Fancy Car... But Don´t You Take My Rock´n´Roll". Keine Angst, Mr. Tramp, machen wir nicht - wäre ja schade. Und jetzt bitte live nach Wien kommen und als letzte Zugabe "Lady Of The Valley" spielen. Danke! www.miketramp.com
Andi


SKYCLAD - Another Fine Mess (Demolition)
Schade, vor einigen Monaten hat Martin Walkyier, Sänger und sympathisches Aushängeschild der Irish-Rocker Skyclad, beschlossen, der Band den Rücken zu kehren. Mir blutet das Herz bei dem Gedanken, die Band in diesem Line Up vielleicht nie wieder livehaftig erleben zu dürfen. Denn auf der Bühne hatten sie ihre stärksten Momente. Doch sag niemals nie, Reunions sind heutzutage schließlich an der Tagesordnung. Bis dahin kann man sich nun 7 Live-Tracks (+ Intro) vom 95´er Dynamo Festival zu Gemüte führen. Und die sind wirklich saugut! Und machen Lust (lechz!) auf mehr, warum hat man eigentlich nicht gleich einen kompletten Gig auf CD gebannt?! Komplettiert wird das etwas dürftige Abschiedsgeschenk durch die 4 Akustik-Tracks der 1997 erschienenen, auf 1000 Stück limitierten "Outrageous Fortunes"-EP. Besonders gelungen: das wunderschöne "Land Of The Rising Slum". Versteht mich nicht falsch, diese CD ist ihr Geld 100%ig wert. Aber ein ganzes Konzert, am besten als Do-CD, das wär´ der Überhammer! Mal abwarten. Und ausserdem, Skyclad machen schließlich ohne Mr. Walkyier weiter, ich werde ihnen sicher weiterhin die Treue halten. Um dennoch auf eine Reunion zu hoffen...
Ger-Hard


SOUTHFORK - Straight Ahead (Black Mark)
Ned nur in Meidling, auch auf der Southfork Ranch (Dallas, you remember?!) "schewat`s" wieder. Doch keine Panik, das ist glücklicherweise nicht der Soundtrack zur Mutter aller Seifenopern (im Ernst? Echt net?? Andi), sondern herrlich groovender Retro-Stoner-Schweine-Rock. Wummernde Bässe, herrlich verzerrte Gitarren; Southfork rocken was das Zeug hält! Rau, dreckig, heavy, ungestüm. Klingt verdammt nach Monster Magnet, das ist jedoch eher im positiven Sinn gemeint. Anspieltips: "Perfect", "By Your Side", na ja, eigentlich eh alles. Wer Spiritual Beggars, Kyuss & Co mag, sollte "Straight Ahead" unbedingt mal antesten.
Ger-Hard

VANDEN PLAS - Beyond Daylight (Inside Out/SPV/Musica)
Bisweilen war ich der Meinung, dass die deutsche Prog-Metal-Elite entweder längst in die ewigen Jagdgründe (Mekong Delta) übergegangen ist oder aus Gründen der Beteiligung einzelner Bandmitglieder an lukrativeren Projekten auf dem besten Wege dorthin ist (Sieges Even). Doch aus der Heimat der "Roten Teufel", aus Kaiserslautern, schickt sich eine Band an, diesen Thron zu besteigen. Nun gut, mit den genannten Formationen haben VANDEN PLAS außer dem Herkunftsland eigentlich kaum Gemeinsamkeiten, und so richtig überraschend kommt ein Spitzenwerk aus deren Händen auch nicht. Was sich bereits auf den letzten Werken angekündigt hat, wurde lediglich weiter ausgearbeitet und verfeinert. Dabei wurde ein paar Mal der "Prog - Tellerrand" verlassen, um andere, bis jetzt von den Lautereren noch nicht gehörte,Einflüsse zu verarbeiten. Auf dieser Scheibe ist ALLES vertreten, was diese, "unsere", Musik so liebenswert macht. Vom frickelig-verspielten Proggie "Cold Wind", über echte Mitgröhl-Hämmer wie "Free the Fire" bis hin zu einer Gänsehaut - Ballade "Healing Tree". Wenn es dieser Band - mit diesem Album - noch immer nicht gelingen sollte, den Durchbruch zu schaffen, dann muß in diesem Business irgendetwas schief laufen!!
Walter

JORN - Worldchanger (Frontier / Point)
Also, ich liebe diese Stimme. Egal ob Jorn Lande bei Ark, Millenium, Beyond Twilight oder in diversen Projekten sein unglaublich kraftvolles Organ (ähem, Andi) strapaziert, dieser Name bürgt für Qualität. Stimmlich irgendwo zwischen David Coverdale, Glenn Hughes, R.J.Dio und Robert Plant angesiedelt, klingt "Worldchanger" für mich wie eine rauhe Heavy-Version von Whitesnake`s legendärem 1987er Album mit leichtem Led Zeppelin Touch. Ungestümer, unglaublich kraftvoller Heavy-Rock mit einem zarten Schuß Rhythm&Blues. Gebt euch mal den Opener "Tungur Knivur" bei voller Lautstärke und dann wisst ihr, was ich meine. Aber auf dieser Scheibe findet man ohnehin keinen schwachen Song. Muß man ganz einfach gehört haben. An den Drums übrigens Hellhammer von Mayhem! Als nächstes plant die Powerröhre ein Album mit dem Ex-Helloween-Duo Roland Grapow und Uli Kusch unter dem Namen Masterplan. Klingt interessant...
Ger-Hard

MAGNUM - Breath Of Life (SPV/Musica)
Bravo, so zerstört man Mythen! Aber irgenwie war mir schon beim ersten Anblick des billigen Covers klar, daß da nix gutes auf mich zukommt... leider bestätigte sich dieser Eindruck, als die ersten Songs dieser Comeback-Scheibe durch die Boxen plätscherten. Und auch nach mehrmaligen Hören der gesamten CD hat sich leider nix daran geändert... Schnitt. Wir blenden zurück: die englische Rockband Magnum veröffentlicht anno 1978 (!) ihr Debüt "Kingdom Of Madness" und legt damit den Grundstein für eine große Karriere. Es folgen ein Haufen guter, sehr guter und exzellenter Alben, etwa "Chase The Dragon", "On A Storyteller´s Night" oder "Wings Of Heaven". Letztgenanntes Werk war nicht nur ihr wohl kommerziell erfolgreichstes, sondern leider auch ihr letztes wirklich essentielles. Die einstige Epic-Classic-Rockband (oder so ähnlich) tümpelt in immer seichter werdenden Gewässern herum und lässt den gewaltigen Melodic-Rock-Ozean mit seinen Prog-Wellen weit hinter sich. Irgendwann ziehen die durchaus sympathischen Musiker die logische Konsequenz und lösen die Combo auf. Sie gründen neue Bands, Solo- und gemeinsame Projekte und absolvieren Gastauftritte bei diversen Rock-Opern. Am brauchbarsten davon wohl die letzte Hard Rain, die "Jabberwocky"-Scheibe und die letzten beiden Alben von Ausnahmestimme Bob Cately. An Magnum-Perlen (kleines Wortspiel, vielleicht versteht´s ja wer) a´la "How Far Jerusalem", "Don´t Wake The Lion" oder "Les Morts Dansant" reichte das trotzdem bei weiten nicht heran. Soweit zur Vergangenheit, zurück in die Gegenwart: vor mir liegt die neue (Promo-)CD der re-unionierten Band, von deren Innencover mich vier alte Herren freundlich anlächeln. Sehr gerne würde ich zurücklächeln, ihnen auf die Schulter klopfen, ein Guiness spendieren und zu "Breath Of Life" gratulieren. Alleine, ich kann es nicht. Dieses Album ist weder Fisch noch Fleisch, läuft einfach höhepunktlos an einem vorbei und man findet nichts, das einen an die (ach so) guten alten (Magnum-)Zeiten erinnern mag. Fast mitleidig befreie ich mich und meinen CD-Player von dieser Qual, ziehe mir "One Sacred Hour" rein und mach´ dabei ein Stricherl auf meiner "Liste der mißlungenen Comebacks". Wie sangen sie selbst mal so schön: "Too old to die young"...
Andi


WARMEN - Beyond Abilities (Century Media/NSM)
Bei Warmen handelt es sich um das Side-Projekt des CHILDREN OF BODOM-Keyboarders Janne Warman. Unterstützt wird er dabei von seinem Bruder Antti, der SINERGY-Frontdame Kimberley Goss, STRATOVARIUS -Röhre Timo Kotipelto und anderen finnischen Musikern. Logischerweise dominieren die Keyboards über größte Strecken die Kompositionen, was aber auch nicht unbedingt verwunderlich erscheint. Ein Großteil der Nummer sind als Instrumentals konzipiert, leiden meiner Meinung nach jedoch an der fehlenden "Ohrwurmqualität", um später einmal wiedererkannt zu werden. Mir munden jene Songs am Besten, die von Ms. Goss vorgetragen werden, aber auch Herr Kotipelto´s Stimme passt wunderbar zu den Songs. Alles in allem eine Scheibe die für Keyboard- Fetischisten absolut hörenswert ist; allen Anderen sei hiermit gesagt, dass von einem "Blindkauf" eher abgeraten wird.
Walter

TAD MOROSE - Matters of the Dark (Century Media/NSM)
Endlich wieder einmal Neuigkeiten aus der schwedischen Kleinstadt Bollnäs. Dort sind neben den angeblich inzwischen wieder aktiven LEFAY auch TAD MOROSE zu Hause. Die beiden Bands sind nebenbei auch noch befreundet, dadurch ist die Zusammenarbeit der "TADs" mit Charles Rytkönen auch ganz einfach erklärt. Seit beinahe 10 Jahren liefern TM schon qualitativ hochwertige, leicht progressiv angehauchten Power Metal ab, der immer über das nötige Quäntchen Melodie verfügt. Grundsätzlich hat sich an dieser Tatsache auch kaum etwas geändert, aber die angesprochene Nähe zu LEFAY ist auf diesem Album so stark wie nie ausgeprägt. Beim Titelsong teilen sich Sänger Urban Breed und Charles Rytkönen die Vocals, woraus sich ein Duett der Spitzenklasse ergibt. Aber auch beim restlichen Songwriting lassen sich Elemente der "Nachbarn" heraushören, während ich in den melodiöseren Momenten meine, Reminiszenzen an die Dänen PRETTY MAIDS ausmachen zu können. Summa summarum ein Album, dass die Zielgruppe einfach haben muß, denn nur so kann es dieser Formation auch gelingen, im "Overground" zu reüssieren.
Walter

SEVEN WITCHES - Xiled to Infinity & One (Sanctuary/edel)
Jack Frost sollte jedem Metaller nicht erst seit seinem Einstieg bei SAVATAGE ein Begriff sein. Viel zu lange dümpelt der Mann schon mit seinen zahlreichen Bands und Projekten im Untergrund herum. Nebenbei veröffentlicht er in regelmäßigen Abständen gute Scheiben und hierzulande nimmt kaum ein Popo (alles andere ist in Anwesenheit von Kindern untersagt!) davon Notiz. Schon mit den beiden Vorgängerscheiben dieser Band konnte er eine kleine, aber feine Fangemeinschaft erfreuen. Mit seinem mitreißenden, melodiösen Power Metal, der noch dazu von Bobby Lucas gesangstechnisch verfeinert wurde, schaffte es "Frostie", sich Fans zu erspielen. Seit geraumer Zeit hat Jack jedoch einige Neuerungen erfahren. Anstelle des erwähnten Bobby Lucas nimmt er jetzt die Sangeskraft eines gewissen Wade Black (na, geschnallt? Ja, genau der,der auf der letzten CRIMSON GLORY zwar toll gesungen hat, aber dem typischen "eine Band mit neuem Sänger klingt einfach anders"-Syndrom zum Opfer gefallen ist) in Anspruch und für die Drums konnte niemand geringer als Brian Craig von – na, von wo denn, hm? ach ja von einer DER Götterformationen schlechthin - DESTINY`S END gewonnen werden. In dieser Besetzung kann schon fast nichts mehr schief gehen und schon der Opener mit dem mehr als aussagekräftigen Titel "Metal Tyrant" zeigt uns, wo und wie es langgeht. Ein Power Metal Hammer jagt den Nächsten, erreicht den Höhepunkt - nicht zuletzt durch die Mitarbeit von Gott in Person eines gewissen Herrn Jon Oliva - bei "The Burning" und endet mit einem Duett mit Joe Comeau (nö, kein Quiz mehr, zur Zeit OVERKILL) bei der GRIM REAPER Coverversion "See you in Hell". Schluß - Aus - MUSS man haben!!!
Walter


BLAZE - Tenth Dimension (SPV/Musica)
Auch wenn ich mit meiner Meinung so ziemlich alleine dastehe - es ist mir reichlich egal, wer anders denkt -, Blaze Bailey war zwar mit Sicherheit kein Ersatz für Bruce Dickinson bei den "Eisernen Jungfrauen", aber Songs wie "Man on the Edge" oder "Futureal" klangen in genau jener Besetzung einfach gut und die mit Blaze produzierten MAIDEN- Scheibletten sind meiner Meinung nach um nichts schlechter, als die "Bruce is back"-Platte "Brave New World". Doch darum soll es hier eigentlich gar nicht gehen. Blaze ließ sich durch negative Pressemeinungen ebenso wenig aus der Fassung bringen, wie durch enttäuschte "Die Hard" Maiden-Fans. Er scharrte junge Musikanten um sich, um weiterhin dem Metal zu fröhnen. Unter seinem Namen erschien schon 2000 das Debütalbum "Silicon Messiah" und nun schickt er sich an, mit "Tenth Dimension" für Furore zu sorgen. Stilistisch würde ich die Scheibe grob dem Power Metal zuordnen, wobei die Produktion von Andy Sneap auch ihre Spuren hinterlassen hat und als "modern" im positiven Sinne zu bezeichnen ist. Songs wie "Kill and Destroy" oder "Speed of Light" knallen jedenfalls ordentlich aus den Boxen und wer bei solchen Nummern nicht sein Haupt zu schütteln beginnt, der sollte entweder einen Ohrenarzt aufsuchen oder vielleicht gleich die Musikrichtung wechseln (guat d´rauf heite, Walter, hm? Andi). Von meiner Seite aus gibt es jedenfalls ein dickes Lob an BLAZE und seine Mitstreiter für diese Platte !
Walter


PAIN OF SALVATION - Remedy Lane (Inside Out/SPV/Musica)
Eine der erquickendsten europäischen Prog-Formationen, die Schweden PAIN OF SALVATION, haben endlich ein neues Werk im Kasten. "Hurra!", dachte ich und schob voller Freude die CD in den Player, nur noch aufdrehen und ab ins Proggie-Traumland...doch HALT! Schon nach wenigen Nummern wird mir richtig bewusst, dass an dieser Scheibe relativ wenig zum Träumen ist! Selten habe ich eine Prog-Band derart melancholisch aufspielen gehört. Manche Passagen hätten von der Atmosphäre her auch problemlos "verdoomt" werden können. Aber keine Angst! Musikalisch wird immer noch Progressive Metal der allerfeinsten Sorte geboten, die Band rund um Sänger und Gitarristen Daniel Gildenlöw versteht es immer noch, ihre Songs beinahe schon zu zelebrieren, obwohl anstelle des Ausfluges in die farbenprächtige Welt des Proggie-Landes nur verschiedene Grautönen vor meinen Augen erscheinen (und Satzpunkte sind Dir nachwievor unsympathisch, hm? Andi). Da der Promo-Kopie wie üblich keine Texte beiliegen, hilft mir das in diesem Fall tatsächlich aussagekräftige Infoblatt weiter. "Remedy Lane" ist ein Konzeptalbum, in welchem die mehr als negativen Erfahrungen des Herrn Gildenlöw in den letzten Jahren auf menschlicher Basis verarbeitet wurden. Nicht nur musikalisch, auch menschlich ziehe ich meinen imaginären Hut (ja, ich brauch´ für eine Glatze auch nur einen Hut!) vor diesem Manne , denn Schicksalsschläge wie die Fehlgeburt eines Kindes sind bei Gott nicht einfach zu verarbeiten.
Walter


ILL NINO - Revolution Revolucion (Roadrunner/Musica)
Also, normalerweise ist das ja nicht meine Musik. Aber diese Band ist genial! Am ehesten finde ich noch Ähnlichkeiten mit Soulfly, Machine Head bzw. Sepultura zu "Roots"-Zeiten. Klingt aber doch wieder völlig anders. Ill Nino ist die Band des Ex-Pro Pain/M.O.D.-Drummers Daver Chavarri, der Rest der Mannschaft stammt größtenteils aus Südamerika. Das Resultat ist ein unglaublich grooviger Cocktail aus agressivem Metal moderner Prägung, zündenden Latino Rhythmen und großartigen Refrains, der augenblicklich zu Kopf steigt und postwendend süchtig macht. Ganz aussergewöhnlich ist der Gesangstil von Frontman Christian Machado, der einen permanent in ein prickelndes Wechselbad aus ultabrutalen Shouts und einfühlsamen, melodiösen Gesangsparts taucht. Als Anspieltips empfehle ich "I Am Loco" bzw. den genialen Titeltrack, aber eigentlich rockt jeder einzelne Song wie die Hölle. Unbedingt antesten!
Ger-Hard


IMMORTAL – Sons of Northern Darkness (Nuclear Blast/edel)
Einmal mehr haben sich die Norweger Urgesteine IMMORTAL auf den Pilgerweg zu Peter Tägtgren in Abyss Studio gemacht, um dort ihr Treiben für die Nachwelt festzuhalten. "Sons of Northern Darkness" nennt sich die neue Scheibe, die für altgediente IMMORTAL Fans anfangs mit Sicherheit ein wenig ungewöhnlich ist. Der Sound ist nicht mehr ganz so klirrend kalt und stellenweise klingt Abbath’s Stimme direkt ein wenig schaumgebremst. Allerdings geben die Jungs zwischendurch dann doch wieder ordentlich Gas und bei diesen Parts knurrt der Frontmann auch in gewohnter Manier grimmig böse wie eh und je. Genau diese Songs von "Sons of Northern Darkness" sind die absoluten Highlights auf dem Album, denn der zwischendurch präsentierte Midtempo Black Metal mit eingestreuten Thrash-Elementen ist zwar nicht schlecht, aber man erwartet sich von einer Kultband wie IMMORTAL einfach wesentlich mehr Aggression und Brutalität. Was jedoch positiv zu werten ist, ist die Tatsache, daß "Sons of Northern Darkness" trotz der Produktion von Peter Tägtgren einen sehr eigenständigen Sound hat und nicht wie die nullachtfünfzehn Produktionen aus seinem Hause klingt. Von Keyboardteppichen und dergleichen haben die Norweger dem Gehörnten sei Dank die Finger gelassen, aber diesem Trend werden sie auch in Zukunft hoffentlich nie verfallen. Grundsätzlich ist "Sons of Northern Darkness" kein schlechtes Album, aber IMMORTAL haben leider von Scheibe zu Scheibe ein wenig an Substanz verloren und sind anno 2001 nur noch ein Schatten der Band, die einst "Battles in the North" eingeprügelt hat.
Vampira


HYPOCRISY - Catch 22 (Nuclear Blast/edel)
Aufmerksamen Lesern wird mit Sicherheit auffallen, daß ich sehr selten Death Metal-Bands bespreche, da ich mich nicht unbedingt mit den Gesangsleistungen anfreunden kann. Die aktuelle Veröffentlichung der Schweden rund um Freizeit-Weirdo und Produzenten Peter Tägtgren ist jedoch reichlich ANDERS geworden. Anders als die bislang veröffentlichten Werke (okay, köpft mich, ich kenne NUR die im letzten Jahr auf den Markt geschmissene "10 Years of Chaos & Confusion"-Best of) im Sinne von weniger geradliniger DM, dafür mehr moderne Elemente. Peter hat sich beim Songwriting scheinbar selbst inspiriert und jede Menge Einflüsse seiner Zweitformation PAIN verarbeitet. Phasenweise erinnert die ganze Sache ein bisschen an Rock´n´Rolligen Death Metal, wie ihn ENTOMBED vor einiger Zeit fabriziert haben. Ich denke, dass Unterwürfige der Band treu bleiben werden (wenn Du denkst, Du denkst, dann... Andi) und auch alle Anderen, die mit PAIN eher etwas anfangen können, sollten auch HYPOCRISY antesten.
Walter

HYPOCRISY - "Catch 22" (Nuclear Blast/edel)
Schon die ersten Klänge von "Catch 22" animieren den geneigten HYPOCRISY-Fan dazu, ein wenig erstaunt die Augenbrauen Richtung Zimmerdecke hochzuziehen. Irgendwie dürften die Herren rund um Frontmann Peter Tägtgren einen neuen, aber nicht unbedingt überzeugenden Weg eingeschlagen haben - der Sound von "Catch 22" ist sehr gewöhnungsbedürftig und ein großer Teil der Songs geht auch nach dem x-ten Durchlauf nicht wirklich ins Ohr. Desweiteren zeigt Mr. Tägtgren hinsichtlich des Gesanges ebenfalls eine neue Seite und entfernt sich immer weiter von seinen Death Metal-Roots. Zum Teil erinnert mich die Stimme sogar ein wenig an die Vocals von Industrialbands, was aber zu der rausgerotzt klingenden Musik von "Catch 22" nicht immer so recht passen will. HYPOCRISY-styled wird es dann erst beim dritten Stück "Edge of Madness", auf dem ein absolut geiles Riff dominiert und das noch dazu von einem angenehmen Keyboard-Teppich getragen wird. Zu den weiteren Highlights zählen die beiden letzten Nummern "Seeds of the chosen one" und "All turns black", da die Songs dort anknüpfen, wo das letzte Album der Schweden geendet hat. Allerdings hat die Band bei "Seeds of the chosen one" doch ein wenig heftig bei DANZIG abgekupfert - der Studiobesuch der DANZIG-Fetischisten MARDUK dürfte wohl Spuren hinterlassen haben. Der Rest der Tracks von "Catch 22" stimmt mich aber äußerst nachdenklich und läßt in mir die Frage keimen, was aus meiner einstigen Lieblingsband geworden ist. HYPOCRISY kreieren bei weitem nicht mehr die intensive Musik, für die ich die Band so geschätzt habe und die sie zu etwas besonderem für mich gemacht hat. Zu oberflächlich und zu lieblos tönt das Album aus den Boxen und ernüchtert auf der ganzen Linie! Schade drum, denn "Catch 22" ist im Grunde genommen nicht mehr als ein Durchschnittswerk, welches einer Band wie HYPOCRISY, die schon für viele Sternstunden gesorgt hat, einfach nicht würdig ist.
Vampira


THE QUILL - Voodoo Caravan (SPV/Musica)
"Oh mein Gott!", dachte ich, als mir die ersten Songs von "Voodoo Caravan" entgegenschmetterten. Da hat sich doch die Druckerei geirrt, 2001 kann doch gar nicht stimmen. Wenn 197? auf der Hülle gestanden wäre, okay, aber was jetzt?! The Quill nennt sich ein Quartett aus Schweden, das es sich also zur Aufgabe gemacht hat, uns den alten, kernigen Hardrock neu zu kredenzen, wobei das Ganze dermaßen trocken und staubig klingt, dass man meint, den Dreck unter den Boots aufwirbeln zu können (wie meinen? Andi). Über weite Strecke können LED ZEPPELIN als Hauptinspirationsquelle angegeben werden, aber auch US-Formationen jener Epoche wie GRAND FUNK RAILROAD dürften den Herren nicht unbekannt sein. Mal fetzig, dann wieder eher schleppend, musiziert man locker-flockig vor sich hin, um stes eine Tatsache vor den Augen zu haben : Es muß ROCKEN... und das tut es !
Walter


FLOWING TEARS Serpentine (Century Media/NSM)
Nach einem relativ langen Intro wird der Zuhörer von dieser deutschen Band auf einen "Starfish Ride" entführt. Das Ziel der Reise ist das Land der Träume, das von so manchen ähnlich veranlagten Bands mit weiblichen Vocals angestrebt wird. Im Gegensatz zu einem Großteil der mir bekannten Combos dieser Fraktion, die mir nicht mehr als ein langgezogenes Gähnen entlocken, versteht es die Band allerdings, den Zuhörer zu verzaubern. Viel zu schön sind die Melodien der zum Quartett geschrumpften Band rund um Sängerin Stefanie Duchene. Die Kompositionen zeichnen sich vor allem durch völlig unerwartet eingebaute Spannungsmomente auf ("Breach") oder verfügen über ausgezeichnete Ohrwurmqualitäten, wie z.B. "Merlin". Man schwelgt in Gedanken vor sich hin und vielfältige Farbspielereien sind mit geschlossenen Augen zu erkennen. SO - und nicht anders - sollte SCHÖNE Musik klingen!
Walter


BLACKSHINE Soulless & Proud (Steamhammer/SPV)
Oh Gott!! Die Miss auf dem Cover scheint nach der Preisverteilung aber ordentlich verunfallt zu sein... oder war es nur die Wahl zur "Miss Butcher"? Im Endeffekt ist es egal, denn ich kann eigentlich keinerlei Zusammenhänge zwischen Cover und der Musik dieser schwedischen Formation ausmachen. Die Musik dröhnt dem Zuhörer nämlich reichlich MOTÖRHEAD-lastig entgegen, was ja nicht schlecht ist. Die Klasse des Mr. Kilmister erreichen BLACKSHINE zwar noch nicht, aber das kann ja noch werden (sicher, Walter, sicher. Andi). Als reine Kopie sind sie ja auch nicht zu bezeichnen, werden doch vereinzelt moderne Elemente verarbeitet, die die Chose recht zeitgemäß erklingen lassen. Auch in gesangstechnischer Hinsicht wird die Räudigkeit Lemmy´s noch nicht so ganz geschafft, doch mit der richtigen "Therapie" sollte auch das, wenn es gewünscht wird, zu schaffen sein (ja, Walter, ja genau. Andi). Wer´s gerne mal richtig ROCKIG haben will (bewusst "ROCK"-ig, denn mit METAL habeben BLACKSHINE eigentlich nichts am Hut), kann sich mit "Soulless & Proud" eine Perle dieser Richtung ins Regal stellen.
Walter

WAYLANDER - The Light, The Dark And The Endless Knot (Blackened)
Das darf doch nicht wahr sein! Das 98´er-Debüt "Reawakening Pride Once Lost" zählt meiner Meinung nach zum Besten, das es am Sektor Viking-Metal je gab. Und dann das! Jedes drittklassige Proberaum-Demo klingt besser. Scheinbar hat man sich den Umweg über`s Studio diesmal gespart, das kann doch nur ein böser Scherz sein. Schon mal eine zu langsam laufende CD erwischt? Diese kann`s... das kann doch nicht absichtlich so lau klingen?! Lasst euch nicht vom sehr geschmackvollen CD-Cover täuschen, so etwas katastrophales habe ich schon ewig nicht mehr gehört!
Ger-Hard


DOMINE - Stormbringer Ruler (Dragonheart/SPV)
Ein bißchen italienischer Power Metal gefällig?! Ich weiß, den Andi krampft´s jetzt z`samm (*krampf* Andi). Nicht zu unrecht. Hat zwar mit "The Ride Of The Valkyries" oder "The Beare Of The Black Sword" einige gute Momente, aber das hohe G´sangl nervt mörderisch. Dafür sind die Fotos von den grimmig blickenden, mit riesigen Schwertern bewaffneten Musikern recht witzig. Doch spätestens bei der mega-peinlichen Ballade "For Evermore" reißt die Geduld, ab in den Sondermüll! Ganz schwacher Rhapsody Abklatsch. Muß man nicht wirklich haben.
Ger-Hard

DIVERSE - A Tribute To The Beast (Nuclear Blast/edel)
Wieder mal ein Tribute, wieder mal an Iron Maiden. Zu Beginn covern Steel Prophet brav traditionell "The Ides Of March/Purgatory", bevor sich die Children Of Bodom auf die für sie typische Art an "Aces High" ranmachen. "The Trooper" in der Version von Rage kennt man ja schon, ebenso Cradle Of Filth´s Vergewaltigung von "Hallowed Be Thy Name". Es folgen Grave Digger mit "Running Free" und Burden Of Grief mit "Prowler" sowie Therion mit "Children Of The Damned". Iced Earth covern "Transylvania", bevor sich Opeth an dem ihnen wirklich gut stehenden "Remember Tomorrow" versuchen. "Stranger In A Strangeland" klingt bei Disbelief natürlich etwas böser als im Original und auch Tierra Santa geben dem "Flight Of Icarus" zumindest einen eigenen Touch. "22 Acacia Avenue" in der Dark Tranquility-Version kennt und mag man ebenfalls schon und auch "Wrathchild" von Six Feet Under hat man (wie einige andere auf diesem Sampler) schon mal gehört (ob gewollt oder nicht). Abgeschlossen wird dieser "Tribute To The Beast" von Darkane, die sich durch "Powerslave" prügeln. Ein abschließendes Fazit soll sich wie immer bei Scheiben dieser Art jeder selbst bilden, alle Facts dafür habe ich Euch ja ganz artig geliefert. Up The Irons! VÖ: 18. 02. 2002, www.nuclearblast.de
Andi

Brainstorm - Metus Mortis (Metal Blade/NSM)
Nicht mehr so ganz brandneu, dafür umso empfehlenswerter. Denn nicht alles, was aus deutschen Landen kommt, muß wie Gamma Ray, Edguy oder Helloween klingen (auch wenn`s der Hr. Appel nicht glauben mag (*hach*... Andi). Brainstorm orientieren sich eher an amerikanischen Vorbildern. Rauher, druckvoller Power Metal in Reinkultur. Melodisch und dennoch hart (ja, des gibt`s!). Gebt auch mal bei voller Lautstärke "Shadowland" oder "Hollow Hideaway"! Da tanzt die Sau, da fliegt die Kuh und beim Nachbar rieselt der Verputz von der Decke (anscheinend nicht nur beim Nachbarn, haha, Andi)! Starker Shouter, fette Klampfen, saugute Songs: "Volle Kanne Hoschie" kann man da nur sagen!
Ger-Hard


Rhapsody - Rain of a thousand flames (LMP/SPV/Musica)
Dieser Silberling versteht sich eigentlich nur als Appetizer für das für Februar 2002 angekündigte vierte full-lenght Album und ist deshalb zum Special Price erhältlich. Bei über 40 Minuten Spielzeit ein echtes Schnäppchen! Ich habe schon für kürzere CDs den vollen Preis bezahlt. Schon der Titeltrack vereint alle typischen Rhapsody - Trademarks in sich. Orchestraler Melodic - Speed vom Allerfeinsten. Inhaltlich bereitet man das Ende der "Emerald Sword" Saga vor. Musikalisch schwelgt man in noch üppigeren Arrangements, noch fetteren Chören und noch mehr Dramatik und Bombast. Das kann so falsch nicht sein! Ganz genial ist das abschließende, 23minütige "Rhymes Of A Tragic Poem - The Gothic Saga", eine kleine, mit ausgiebigen Klassik - Zitaten und Folk - Elementen ausstaffierte Mini - Oper! Also wenn schon bombastischer Symphonic - Metal, dann nur Savatage, Nightwish, Blind Guardian und eben Rhapsody. Mit dieser CD haben sich die blutjungen Italiener einen Stammplatz in der obersten Liga erspielt! Ich warte schon ungeduldig auf das neue Album und die (hoffentlich) kommende Tour!!! Sammler sollten unbedingt nach dem limitierten Digipack Ausschau halten - echt geiles Cover.
Ger-Hard


SINERGY – "Suicide By My Side" (Nuclear Blast/edel)

SINERGY haben die Gabe, dem Hörer treffsichere Geschosse um die Ohren zu ballern, die ihresgleichen suchen. Nicht genug, daß die Band ein geiles Riff nach dem anderen aus dem Ärmel schüttelt – sie hat auch mit Sängerin Kimberly eine Dame am Start, die ihr Handwerk wirklich versteht. Mrs. Goss legt eine selten zuvor gehörte Intensität in ihre Vocals, die für jede Menge Gänsehaut auf dem Rücken sorgt. Eines allerdings hat sie dieses Mal ein wenig vernachlässigt, und zwar den dreckigen und rockigen Schliff, mit dem sie die Stücke der Vorgängeralben verfeinert hat. SINGERGY klingen 2002 etwas steriler als das in der Vergangenheit der Fall war und das tut mir persönlich ein wenig leid, da damit ein typisches Markenzeichen ihrer Musik kaum mehr vorhanden ist. Sonst allerdings läßt "Suicide by my Side" kaum einen Wunsch offen, die Produktion ist vom Feisten und jeder SINERGY Fans wird mit dem Album, welches vom Anfang bis zum Ende ein hohes technisches und songwriterisches Niveau hat, nahezu restlos zufrieden sein. Hoffen wir, daß sich die Truppe bald wieder auf Tour begibt, um uns auch live mit dem neuen Material zu beglücken.
Vampira

NOLAN/WAKEMAN - The Hound Of Baskervilles (SPV/Musica)
Boah. Die beiden Keyboard-Größen Oliver Wakeman und Clive Nolan ließen ja schon durch so manches gemeinsame Projekt in der Progressive-Szene aufhorchen, nun vertonen die beiden tatsächlich die berühmte Sherlock Holmes-Story. Für die (gesangliche) Darstellung der einzelnen Charakter konnten sie durchaus prominente Mitstreiter gewinnen, etwa (wieder einmal) Bob Catley und Robert Powell oder auch Tracy Hitchings. An der Gitarre darf sich übrigens "Mr. Ayreon", Arjen Lucassen, austoben. Herausgekommen ist eine in der Tat ansprechende Prog-Rock-Oper (wenn ich das mal so nennen darf, danke), die sich vor ähnlichen Projekten nicht zu verstecken braucht. Natürlich wird der Nicht-Die-Hard-Genre-Freak ob des einen oder anderen überlangen Intros, dem Sprechgesang des Erzählers oder der Zur-Schau-Stellung der instrumentalen Fähigkeiten der Protagonisten desöfteren auf eine harte Geduldprobe gestellt, auf der anderen Seite wartet die Hund´sn von Baskervilles aber auch mit wirklich tollen Melodien, Arrangements, und, ja, gelungenen Songs - die auch für sich alleine stehen können - auf (und beim nächsten Mal darf ich aufgrund dieses überlangen Satzes auch mitmachen, okay? thanx!). Prog-Jünger müssen hier wohl sofort zuschlagen und auch der eine oder andere tolerante Metal/Rock-Fan sollte das Ding mal antesten. ww.progscape.com/thecry/clive
Andi
PS: Was aber erwartet uns aus dem Rock-Opern-Sektor als nächstes?? Vertonen Hannes Bartsch, Wolfgang Ambros und Roman Gregory den "Mundl"? Hauchen Alex Wank, Peter K. und Stefan Weber dem "lieben Augustin" neues Leben ein? Man darf gespannt sein... (ja, ich sollte vor meinen Reviews nix trinken, sagt mein Neurologe auch immer... T´schuldigung).

VIRGIN STEELE - Hymns To Victory (Metal Is/edel) > Interviews
Ein Best of Album wie es sein soll, fast 80 Minuten Spielzeit, alle Titel remastered, 2 unveröffentlichte Tracks (Saturday Night + The Mists Of Avalon), 5 Alternative-Versions, ich würde sagen: das passt! Der Sound ist selbst bei den älteren Tracks druckvoll und somit zeitgemäß, für Neueinsteiger geradezu optimal. Denn geniale Songs wie "The Burning Of Rome" oder "Noble Savage" zählen zum kleinen Einmaleins jedes gestandenen Metallers! Und wer das nicht kann, darf nicht zu Savatage und Iced Earth. Wird von Meister Appel beim Einlass sichprobenweise abgefragt (klar, "Meister Appel" hat ja nix besseres zu tun... Andi)!
Ger-Hard

VIRGIN STEELE - The Book Of Burning (Metal Is/edel) > Interviews
Warum man die beiden Alben nicht gleich als Doppel-CD veröffentlicht hat, ist ein businesstechnisches Rätsel. Sollte es da gar um Kohle gehen?! Dieses zum 20jährigen Bandjubiläum (die Zeit vergeht!) veröffentlichte Werk enthält gleich 8 brandneue Songs sowie eine Vielzahl vergessener Meisterwerke von den beiden, heute nur mehr schwer erhältlichen Erstlingswerken (Virgin Steele - 82 & Guardians Of The Flame - 83). Selbstverständlich wurde auch dieses Scheibchen klangtechnisch aufpoliert und ist somit selbst für eingefleischte Fans hochinteressant. Daß Virgin Steele bekannterweise verdammt nach Manowar klingen, ist kein Geheimnis. Egal, wer auf lupenreinen, herrlich klischeebeladenen Heavy Metal steht, kann mit Virgin Steele bekanntermaßen nichts falsch machen!
Ger-Hard

Silent Force – Infatuator (Massacre/NSM)
Auch wenn`s Meister Appel nicht glauben kann (oder will), Infatuator ist keines der unzähligen 08/15 Power Metal Alben (hab´ i nie behauptet, Andi)! Der Titeltrack ruft sofort Erinnerungen an glorreiche Priest - Painkiller Zeiten wach (bitte, Gerhard, drah´ kann Film!). Die Mannen um D.C. Cooper (Ex-Royal Hunt) und Alex Beyrodt (Sinner - gibt`s die noch?!) haben ein mächtig rockendes Stück Heavy Metal in die imaginären Rillen gehämmert. Bombastische Hymnen (Hear me calling - Ohrwurm), kraftvolle Banger (Gladiator) - Metal Heart, was willst du mehr?! Auch das Judas Priest Cover "All Guns Blazing" kommt mächtig, über den Sinn und Zweck von Coverversionen kann man natürlich streiten. Ein Album , das sowohl Melodic- als auch Heavy Metal Fans zufriedenstellen sollte.
Ger-Hard


Gilby Clarke - Swag (Eagle/edel)
Gaubt eigentlich noch irgendjemand an ein neues Guns`n`Roses Album?! Braucht eh kaner! Stattdessen gibt`s was neues von Gilby Clarke. Obwohl, so richtig neu klingt das gar nicht. Eher schon wie alte Roses, nur irgendwie viel zu brav, das gehört viel rauher gespielt, da fehlen eindeutig Herz und Power. Und ein besonders guter Sänger ist der gute Mann leider auch nicht, da war mir "Crazy Axel" schon viel lieber. Den wenigen noch verbliebenen Gunners Fans wird`s vermutlich dennoch gefallen.
Ger-Hard

EKPYROSIS - Fire (Eigenproduktion)
Uuuaaarrrggghhh ! Schock ! Sind das tatsächlich jene EKPYROSIS, die ich noch von Ihrem Debut "Last & Only" in Erinnerung hatte ? Das waren meine ersten Gedanken nach dem ersten Durchlauf des aktuellen Werkes "Fire". In der Tat handelt es sich immer noch um jene in der Steiermark beheimatete Formation. Im Laufe der Jahre haben sich jedoch eine Menge Einflüsse in den Stil der "Ekys" eingeschlichen, die zumindest in meinen Ohren äußerst gewöhnungsbedürftig klingen. Ich meine jetzt nicht, daß mir die Musik nicht zusagt, aber wie gesagt, ich hätte die Band beim besten Willen NICHT wiedererkannt. War man zu Debüt-Zeiten noch deutlich im melodiösen Power Metal verwurzelt, orientieren sich die Steirerbuam heute viel eher an thrashigen, manchmal sogar Industrial-lastigen Klängen. Spätestens nach dem dritten Durchlauf fräsen sich Songs wie "Miss World" oder "Snakes in the Grass" dermaßen in die Gehörgänge, daß ein Drücken der Repeat-Taste zum Zwang wird. Als Vergleich kann ich lediglich in manche Passagen die "neueren" Acts der Bay Area wie z.B. 40 GRIT oder MANMADE GOD heranziehen.
Unbedingt unvoreingenommen an die Scheibe herangehen!!!
Walter


EDENBRIDGE - Arcana (Massacre/NSM)

Nach der Veröffentlichung ihres Debüts "Sunrise in Eden" war ich noch überzeugt, daß es sich bei dieser Formation lediglich um ein kurzzeitig existierendes Projekt handelt. Doch schneller als erwartet legen EDENBRIDGE in diesen Tagen den Nachfolger "Arcana" in die Läden. Gegründet wurde die Band 1998 von den in Prog-Kreisen relativ bekannten Gitarristen Lanvall. Ihm zur Seite steht, neben der üblichen Besetzung, auch eine junge Dame namens Sabine Edelsbacher. Diese sorgt mit ihrem Gesang für eines der Markenzeichen von EDENBRIDGE.
Als Vergleich kann ich leider nichts Anderes als die in diesem Genre führenden NIGHTWISH heranzuziehen. Als Kopie der Finnen dürfen die Österreicher jedoch nicht bezeichnet werden, da zum einen der Gesang, der bei NIGHTWISH eher opernhaft vorgetragen wird, in diesem Fall fast schon musicalverdächtig klingt, zum anderen ist die Musik von EDENBRIDGE proglastiger ausgefallen. Wer sich über 45 Minuten lang an Frauengesang in Verbindung mit schön strukturierten Kompositionen erfreuen möchte, ist mit dieser Scheibe sicher bestens bedient.
Walter

STORMWIND - Reflections (Massacre/NSM)
Nachdem erst vor wenigen Monaten die 98´er Scheibe "Stargate" dieser schwedischen Melodic Rocker über Massacre Records in Europa veröffentlicht wurde, steht nun ein aktueller Longplayer auf dem akustischen Speiseplan. "Reflections" bietet im Prinzip alles, was man von einer melodiösen Metalscheibe erwartet. Melodien (no na), die sich in den Gehirnwindungen festkrallen und Refrains, die schon nach dem ersten Durchlauf mitgeträllert werden können. Unerklärlich ist mir im Zusammenhang mit dieser, von Mastermind und Gitarristen Thomas Wolf bereits 1996 gegründeten Band lediglich, warum sie nicht schon längst weiter oben auf der Bekanntheitsskala stehen und noch immer tief im Melodic-Underground verwurzelt sein müssen.
Walter

Royal Hunt - The Mission (Point Music)
Überraschung! Die Band um den Keyboard-Magier Andre Andersen hat erfreulicher den schwülstigen Bombast der letzten Scheiben über Board geworfen und rockt nun wieder, was das Zeug hält. Verbunden werden die nahtlos ineinander übergehenden Songs durch 1-2 minütige Intros, in denen immer noch heftigst soliert wird. Wem`s zuviel wird: wozu gibt`s die Fernbedienung? Ist aber nicht notwendig, es lohnt sich, den Silberling in einem Zug durchzuhören. Anspieltips: "Judgement Day" oder "The Mission", doch auch der Rest ist nicht von schlechten Eltern. Der neue Frontman John West ist ein mehr als gleichertiger Ersatz für den abgewanderten DC Cooper und wer auf melodischen Heavy Rock mit einem kleinen Schuß Klassik steht, ist mit "The Mission" bestens bedient.
Ger-Hard

Schandmaul - Von Spitzbuben und anderen Halunken (BMG Ariola)
Lust auf ein wenig "schelmischen Mittelalter-Folkrock"?! Seltsam, aber so steht es geschrieben! Schandmaul sind nicht so heavy wie In Extremo, nicht so authentisch wie Corvus Corax und an Subway To Sally kommt sowieso niemand heran. Würde sagen, daß man sich musikalisch irgendwo zwischen Fiddler`s Green und Blackmore`s Night bewegt. Besonders neu bzw. originell ist die Mischung aus Rock, Folk und Mittelalter ja mittlerweilen nicht mehr (aber was ist das schon?!), macht aber nichtdestotrotz jede Menge Spaß. Einziges Manko - der Sänger mit dem klangvollen Namen Thomas Lindner (ehrlich!) erinnert mich allzusehr an Reinhard Mey (na und? der g´fallt Dir doch eh... Andi). Na jo, es gibt ja auch 2 Instrumentals. Als Anspieltips empfehle ich "Herren der Winde" (des is scho sehr schelmisch), Powerdudler (Instrumental!) oder "Der letzte Tanz". Doch nach einigen Durchläufen mutieren eigentlich sämtliche Tracks zu dicken, fetten Ohrwürmern. Genug geschwafelt, rein in`s Kettenhemd, ein Flascherl Met geköpft, das Excalibur-Video eingelegt, ein Burgfräulein entführt, so steht denn einer handfesten Orgie nichts mehr im Wege. Ger-Hard

U.D.O. - Live From Russisa (SPV/Musica)
Sehr schön aufgemachtes Teil mit allerhand Fotos und Geschwafel sowie natürlich 2 CDs. Darauf sind - die Intelligenteren unter Euch werden sich´s aufgrund des Titels schon denken können - Dirkschneider und Band bei ihrer Konzertreise durch Mütterchen Rußland zu hören. Was einem Ausflug durch die Geschichte teutonischer Metal-Kunst gleichkommt. Startend mit "Holy" über "Midnight Mover", "Protectors Of Terror", "Winter Dreams", I´m A Rebel" bis zum glorreichen Finale in Form von "They Want War". Wie anhand dieser Beispiele absehbar, konzentrierte sich der gute Udo deutlich auf die "jüngere" History, was zwar einige Klassiker vermissen läßt, der guten Laune aber keinen Abbruch tut. Alte Hadern covern sowieso schon (genug) andere... (sh. auch Review des "Tribute To Accept 2"-Samplers auf diesen Seiten). Also: Weihnachten steht vor der Bude, auch für U.D.O-Fans! www.udo-online.de


ROUGH SILK - Symphony Of Life (SPV/Musica)

Wieder einmal covern sich die Deutschen durch 30 Jahre Rockgeschichte, wieder einmal lassen sie den Hörer bei jedem zweiten Song die Frage "woher kenne ich diesen Teil bloß?" stellen. Aber wieder einmal sind diese meinetwegen unabsichtlichen Ähnlichkeiten nicht weiter störend, denn in Summe stehen Rough Silk mittlerweile - nach auch schon wieder ca. 186 Alben - ohnehin für Rough Silk und daran ändert auch "Symphony Of Life" nichts. Sehr melodiöser, mitunter sehr bombastischer Melodic Metal steht also auf dem Programm, mitunter gar poppig, aber stets ins Ohr gehend. Bei einem Song überrascht sogar Jon Oliva himself (R.S. tourten ja mal mit Sava) mit guestvocals... alte Fans können mit dem Kauf dieser Scheibe nix falsch machen, während all jene, die Rough Silk bis dato schon als "Queen für Arme" befanden, ihre Meinung auch jetzt (erst recht) nicht revidieren werden. Alle anderen sollten mal reinhören...
www.roughsilk.de

POWERGOD - Bleed For The Gods (Massacre/NSM)
Hierbei handelt es sich um kein neues Studioalbum von Powergod, sondern um eine reine Cover-Scheibe, wie´s der Album- und vor allem dessen Untertitel "That´s Metal - Lesson I" (kommt da womöglich Lesson II auch noch?!) schon vermuten lassen können. Die Band beweist uns also, daß sie durchaus Geschmack und die eine oder andere Perle im heimischen Plattenregal hat - immerhin scheinen auf der Tracklist Songs von Kultcombos wie Savage Grace, Metal Church, Hallow´s Eve oder Warlock (hehe) auf. Auch Lizzy Borden, Nasty Savage oder gar Stryper (!) - Nummern werden hier neu interpretiert und zwischendurch glaubt man sogar, sich an "Stars", dem Song des (von Ronnie James Dio ins Leben gerufenen) "Hear´n Aid"-Projektes versuchen zu müssen. Nun denn, all die genannten (+ weitere, etwa von Yngwie Malmsteen- oder Manowar-) Lieder werden von Powergod sehr ordentlich und astrein nachgespielt, nixdestotrotz darf sich der Verfasser dieser Zeilen (und wohl nicht nur der) die Frage stellen, was das Ganze für einen Sinn haben bzw. wer sich das kaufen soll (beinharte Powergod-Freaks und Kollege Scheurer mal ausgenommen)?! An die Atmosphäre der Originale kommt man - gerade bei einer Auswahl wie dieser, in der sich ja viele Kultsongs / Klassiker befinden - sowieso von vornherein nicht heran. Klar muß man der Truppe dankbar sein, daß sie uns an diese Songs erinnert bzw. sie jüngeren Semestern schmackhaft macht, aber auch die werden früher oder später ohnehin zurück zum Original greifen. Wie gesagt: gut gemachte Scheibe, schöne Auswahl, ... aber wenn das jetzt Schule macht und jede Band ihre Lieblingssongs covert und dies auf CD gebannt auf den Markt wirft... einen Markt wohlgemerkt, der ohnedies schon mehr als überfüllt wirkt. www.powergodonline.de


ANGRA - Rebirth (SPV/Musica)
Nachdem ihr ehemaliger Sänger Andre Matos nun auf der "Virgo"-Scheibe seine Eier strapaziert und mir dabei auf meine geht, meldet sich der verbliebene Angra-Rest mit komplett überholter Mannschaft zurück und läutet die "Rebirth" ein. Als Ersatz für Herrn Matos konnte man einen gewissen Edu Falaschi (hat sein Pseudonym wohl auf der Speisekarte beim Griechen um´s Eck gefunden) engagieren, welcher der Bio zufolge "als heißer Anwärter auf den seinerzeit vakanten Posten des Iron Maiden-Sängers" (nach dem Dickinson-Ausstieg) galt... stellt sich die Frage, ob Steve Harris und Co. auch davon wußten oder nur Edu´s großer Bruder und seine brasilianischen Straßenkumpels diese These vertraten. Wie auch immer; Angra sind nun wieder komplett und liefern auf ihrer neuen CD ein astreines Metal-Feuerwerk ab, ganz in der Tradition der Band, sprich eindeutig Teutonen-Metal-beeinflußt und hie und da mit südamerikanischen Sound-Elementchen versehen. Letzteres ist wohl der einzige Unterschied zwischen Angra und italienischen True Metal-Vertretern. Helloween hier, Stratovarius da, Angra irgendwo dazwischen. Wer die Band bisher mochte, wird sie auch mit dem neuen Sänger mögen (zumal die Songs stimmen) und wem die Truppe bis dato suspekt war, der wird auch mit "Rebirth" in den Lauschern seine Meinung nicht ändern. www.spv.de

BATHORY - Destroyer Of Worlds (Black Mark/SPV)
Ich nehme an, die meisten von Euch werden wohl auch das Rock Hard-Magazin lesen. Falls ja, seid Ihr vielleicht in der aktuellen Ausgabe auf den Verriß dieser Scheibe hier gestoßen. Ein Verriß, den ich - um´s gleich direkt zu machen - nicht wirklich nachvollziehen kann. Ich meine, die alten Bathory-Sachen, an die kommt sowieso nie wieder wer heran, auch Quorthon selbst nicht mehr. Unter diesem Aspekt betrachtet erweist sich "Destroyer Of Worlds" als durchaus passable CD mit ihren Stärken und Schwächen. Zu letzteren zähle ich auch die Tatsache, daß das ganze Album auf einmal durchgehört (und dies mehrmals hintereinander) schon eine gewisse Fadesse einschleichen läßt. Nixdestotrotz gibt es sie aber auch hierauf, die großen Momente. Wenn diese einzigartige Stimme auf hymnische Melodien trifft und die gewohnten Chöre das Klangbild verzaubern. Wenn einfache, aber effektive Riffs sich mit schleppenden Rythmen abwechseln und Bathory von alten Welten und Göttern erzählen. "Destroyer Of Worlds" ist keine Pflichtscheibe und schon gar kein Klassiker für die ewige Besten-Liste, aber noch immer einzigartig und gut genug, um sich vom Gros der aktuellen Release-Flut positiv hervorzutun. I smile against the wind I fly... www.blackmark.net

Diverse - A Tribute To Accept II (Nuclear Blast/edel)
Wenngleich Tribute-Compilations eine Sache für sich sind, dürfte zumindest der "Tribute To Accept"-Sampler ein größerer Erfolg gewesen sein, sonst gäbe es nun wohl nicht Teil 2 zu kaufen. Naja, die Band um Udo Dirkschneider zählt nunmal (nachwievor) zu den größten deutschen Metal-Bands und warum, wird klar, wenn man sich die Songs auf vorliegender CD reinzieht (zum Teil seit Jahr(zehnt)en nimma gehört, "de Hodern"!). Wie meist bei derartigen Zusammenstellungen gibt es Beiträge von Bands, die sich ziemlich nah am Original halten und dann wieder von solchen, die dem ausgewählten Klassiker ihren eigenen Stempel aufdrücken, was wiederrum auch gut- und schiefgehen kann. Mit Ausnahme von 4 Tracks sind hier aber zumindest alle (16 insgesamt) Songs exklusiv, d.h. vorher in dieser Version noch nicht offiziell erhältlich, was ja auch wieder ein Kaufanreiz sein könnte. Mit dabei ua. Witchery, Raise Hell, Rough Silk, Darkseed, Spiral Tower, Darkseed, Breaker (no na net na), Agent Steel oder - natürlich - U.D.O. Und jetzt alle: "Heidi, Heido, Heida,...!". www.nuclearblast.de

SODOM - M 16 (SPV/Musica)
Ein Konzeptalbum über den Vietnamkrieg also... guter Zeitpunkt. Naja, laß ma das, Sodom können auch nix dafür. Sprechen wir lieber über die Musik auf "M-16" und die darf als Thrash Metal von seiner besten Seite tituliert werden. Ein klassisches Sodom-Album, das in der Form wohl auch schon vor 10 Jahren hätte erscheinen können und das meine ich positiv. Thrash Metal heißt in diesem Falle aber nicht nur, daß hier 11 Songs (soviele sind nämlich auf dem Silberling) nur gedroschen und geprügelt wird; nönö. Das deutsche Kult-Trio variert geschickt in punkto Songwriting und Tempo, agiert aber auch "mit halber Geschwindigkeit" wesentlich härter und brutaler als viele Kollegen auf Vollgas. Mit dieser CD haben Angelripper und Co. die einzig passende Antwort auf "The Antichrist" und "Violent Revolution" gegeben und die Vorfreude auf die gemeinsame Tour mit Destruction und Kreator (am 12. Jänner 2002 im Planet Music!!!) nochmal gestärkt, falls dies überhaupt noch möglich war. Thrash, Thrash und nochmals Thrash!

AGNOSTIC FRONT - Dead Yuppies (Epitaph/edel)
Die einzig wahren New York Hardcore Kings melden sich zurück, und das ziemlich eindrucksvoll! "Dead Yuppies" knallt von vorne bis hinten und wirft der wütenden Meute 14 Tracks in bester Agnostic Front-Tradition vor die Füße. Der flotte Vierer zeigt "No Mercy", weder mit "Uncle Sam" noch mit seinen "Politician"s, besingt die "Urban Decadence" und träumt von "Liberty". Mit dieser Platte untermauern AF ihren Status in der Szene und weisen etwaige Anwärter auf ihren Thron deren Grenzen auf.
Well Done!
www.agnostic-front.com


DEEP PURPLE - This Time Around - Live In Tokyo (Purplerecords/edel)

Der eingefleischte Purple-Fan wandert nun schnurrstracks in den näxten Platten-Laden und kauft sich dieses Juwel einer CD und eigentlich könnte man damit dieses Review auch schon wieder schließen. "This Time Around" wurde 1975 bei einem von "Udo Artists" präsentierten Gig in Tokyo mitgeschnitten und featured 17 Tracks auf 2 CDs. David Coverdale singt, als würde er seit 5 Wochen in einem durch dauerfett sein und sieht auf den wirklich amüsanten Live-Bildern im ebenso gelungenen wie unterhaltsamen Booklet auch so aus. Oder ist das Janis Joplin mit Vollbart? Egal... nicht minder witzig sind die Shots von Glenn Hughes (Travolta mit Europe-Frisur (nach dazu lange bevor´s Europe überhaupt gab...) oder Tommy Bolin beim Sushi futtern (mit lila gefärbter Haarsträhne (nicht im Sushi, sondern auf dem Haupt!)). Eben sein Mitwirken auf dieser CD macht "This Time Around" zu einem echten Schmuckkästchen für den Fan, auf CD 2 darf er sogar über 7 Minuten lang solieren. Da stört es auch keinen mehr, daß der Sound zum... Vergessen ist und Coverdale gleich beim Opener "Burn" singt, als würde er seit 5
Wochen...
www.purplerecords.net

KREATOR - Violent Revolution (SPV/Musica)
Na, Gott sei Dank! Vorbei das "Endor(d)rama", vorbei die Spielereien mit ach-so-modernen Elementen, vorbei die Zeit der Experimente! Kreator sind wieder Metal; Kreator sind wieder - Kreator! Schon beim ersten Song des neuen Albums ist der Titel Programm: "Reconquering The Throne"! Und in der Tat, nur wenige - egal, ob alt oder neue - Thrash-Metal-Bans können mit dem mithalten, was Mille und Co. auf "Violent Revolution" abziehen. Beweise? Neben erwähntem Opener seien vor allem der Titeltrack und das etwas schleppende, aber nicht weniger brutale "Servant In Heaven / King In Hell" als Pflicht-Hörbeispiele für den Thrash-Loonatic gepriesen. Aber es geht gar nicht so sehr um einzelne Songs (von denen es übrigens 12 zu hören gibt hier), es geht um das ganze Album. Dieses kann man sich getrost in einem durch reinziehen, um letztendlich anerkennend zu nicken (bangen) und mein obiges Zitaterl zu bestätigen: Kreator sind - endlich! - wieder Kreator!
www.kreator-terrorzone.de

DRAGONLORD - Rapture (Spitfire/edel)
Satan aber auch! Nun, daß ich nicht der größte Black Metal-Fan der Welt bin, dürfte sich möglicherweise schon herumgesprochen haben. Hoffentlich aber auch die Tatsache, daß mich doch - zumindest hin und wieder - einige Releases aus dier Richtung durchaus musikalisch zu überzeugen wissen. Dazu ist auch absofort diese CD hier zu zählen! Dragonlord ist ein neues Projekt, richtig, jedoch nicht das 666. aus Norwegen, sondern - Achtung! - jenes von Eric Peterson, bekannt aus Funk und Fernsehen, oder besser gesagt aus seiner Zeit by mighty Testament. Mit denen hat sein neues Baby nicht allzuviel gemeinsam, ein bißchen aber doch: die Kraft, die Dynamik und auch die Kreativität, welche in "Rapture" zum Ausbruch kommt. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern, in deren Reihen sich auch - Wunder, oh Wunder! - ein gewisser Steve Digiorgi am Bass wiederfindet, hat er hier ein wirklich überraschendes und zeitlos gutes Black/Dark-Metal-Album eingespielt, welches sicherlich zu den Genre-Highlights der letzten Monate zu zählen ist, und dies ohne Wenn und Aber! Man darf gespannt sein, ob Herr Peterson und Co. damit auf Tour gehen und falls ja, ob sie die Power von "Rapture" auch auf die Bühne übertragen können. Das wäre nämlich sehr, sehr schön!
www.enterthedragonlord.com

DIVERSE - Twisted Forever (A Tribute To Twisted Sister (Koch))
"What Do You Want To Do With Your Life?". "I Wanna Rock!!!". Selbiger Song eröffnet in einer ziemlich authentischen Version von LIT auch diesen Sampler, der ein Tribut an eine der wohl legendärsten Heavy-Kapellen des Planeten darstellt. Erfreulich hierbei die Tatsache, daß - im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen CDs dieser Art - nicht nur Vertreter eines Genres zum Handkuß kommen, sondern die stilistische Palette sehr breit gestreut ist. So covern MOTÖRHEAD "Shoot `Em Down", während sich ANTHRAX an "Destroyer" versuchen und CRADLE OF FILTH erkennen, daß "The Fire Still Burns". Eine Spur "zu weit aus dem Fenster" wagt sich allerdings CHUCK D mit "Wake Up...", während VISION OF DISORDER mit ihrer "modernen" Variante von "Don´t Let Me Down" durchaus punkten können. Selbiges gilt für die NASHVILLE PUSSY(s), FU MANCHU ("Ride To Live", hehe), OVERKILL oder SEBASTIAN BACH & Friends (ähem...). Völlig für die Geier ist JOAN JETT´s Vergewaltigung von "We´re Not Gonna Take It", eine DER Hymnen meiner (scheinbar niemals endenden) Pubertät! Als nette Überraschung präsentieren sich dann TWISTED SISTER ganz am Schluß selbst als Coverband, die sich herrlich durch AC/DC´s "Sin City" raunzt. Fazit: You Can´t Stop Rock´n Roll!!!
PS: Alleine schon ein Kaufanreiz: die köstlichen Liner Notes der beteiligten Combos!
www.twistedsister.com

JAYA THE CAT - Basement Style (Goldcircle/edel)
Diese Band formierte sich Mitte der Neunziger in Massachusetts, wo sie laut eigener Angabe "für wenig Geld und viel Bier" die örtlichen Clubs und Parties bespielten. Mittlerweile sind sie gern gesehene Stammgäste auf großen Festivals rund um den Planeten. Zuletzt bekanntlich beim "Two Days A Week", wo sie Wiesen - zu recht früher Tageszeit - ordentlich rockten. Selbiges (ordentlich rocken) tun sie auch auf dieser CD hier, wobei der Stil des Trios gar nicht mal sooo leicht zu beschreiben ist. Was Jaya The Cat selbst als "Punk Reggae" definieren, läßt auch Elemente des Folk und HipHop einfließen, öffnet sich auch für Folk, Ska und Pop. Und oben drauf kommt der Punkrock-Stempel; fertig ist "Basement Style". Naja, immer noch nicht ganz, aber macht nix. Hauptsache, die CD klingt so wie sie klingt: ein höchst erfrischender und bestens funktionierender Mix aus allen - und anderen - erwähnten musikalischen Richtung und dieser Mix rockt und groovt, er geht nach vorne los, macht Spaß und rettet damit jede Party! Wer auf eine coole Mischung aus - wir dürfen wieder die Band zitieren - The Clash, Bad Brains, The Pogues und "zu viel 60´er Zeug" neugierig ist, sollte dringend reinhören!
www.goldcircle.nl

FIELDS OF THE NEPHILIM - From Gehenna To Here (SPV/Musica)
1985, United Kingdom, und die Welt ist in Ordnung! Damals und genau dort entstand nämlich die allererste Scheibe der legendären Fields Of The Nephilim in Form der "Burning The Fields"-12". Ein Jahr später folgte die heute als Kultscheibe titulierte "Returning To Gehenna"-EP. In Folge mauserten sich FOTN zu einer der wichtigsten und wegweisendsten Gothic-Combo und die genannten Veröffentlichungen wurden rasch zu teuer gehandelten Raritäten. Nun aber hat die mühsame Suche ein Ende, denn beide Platten wurden gemeinsam auf eine CD gepresst, welche absofort unter dem Namen "From Gehenna To Here" beim Händler Eures Vertrauens ganz regulär gekauft werden kann. Mehr zu sagen wäre Platzverschwendung.
www.jungle-records.com

DIVERSE - HOUSE OF PAIN Vol. 3 (edel)
Über die gleichnamige Sendung auf FM4 erzählen, hieße gute Acts ins Planet Music zu bringen (*angeb*). Die Compilation zur Show geht nun auch schon in ihre dritte Runde und bringt auf den Punkt, wie breit gefächert "bad music for bad people" (Cover-Zitat) mittlerweile sein darf, kann und vielleicht sogar muß. Von Tricky bis Brujeria, von Cortizone bis Monster Magnet und von Soufly und Fear Factory bis Placebo und Everlast reicht die Palette! Erfreulich, daß die Beiträge heimischer Beteiligungen nicht aus dem (Qualitäts-)Rahmen fallen; so arbeiten Schneiderberg hierauf einmal mehr mit Devon Graves zusammen, Mudfuzz beweisen ihr internationales Format, Schlund aus dem WipeOut/Fuckhead-"Umfeld" fallen mit ihrem Avandgarde-Electro-Metal (oder so) angenehm aus dem Rahmen und Naca 7 präsentieren Nu Metal made in Flughafen-Atmosphäre. In Summe 19 abwechslungsreiche Tracks (+ Intro & Interlude), die man dennoch problemlos in einem durchlaufen lassen kann. Are you bad enough?
www.fm4.orf.at

NAZARETH - The Very Best Of (Eagle/edel)
Klar, von denen gibt´s wohl schon mehr Best Of´s als von vielen anderen Bands reguläre Studio-CDs. Trotzdem - wie meist bei solchen Fällen - kann man das Teil hier empfehlen und zwar einerseits für alte Fans, die somit alle "Hodern" auf einer CD zusammen haben und andererseits für "Neueinsteiger" in Sachen Nazareth (tja, gibt´s die überhaupt?). Neben 20 Evergreens wie "This Flight Tonight", "Razamanaz", "Broken Down Angel" oder "Hair Of The Dog" - zum Teil in Single- oder "edited" versions - gibt´s auch zwei brandneue Songs der lebenden Legende zu hören. Und im Booklet werden uralte Bandfotos brandneuen gegenübergesellt (very funny indeed), außerdem gibt´s amüsante/lehrreiche Liner-Notes. Ach so, klar: die beiden Welthit-Schnulzen "Love Hurts" und "Dream On" fehlen auch nicht. Natürlich nicht...
www.eagle-rock.com

SLIPKNOT - Iowa (Roadrunner/Musica)
Laut Info haben Slipknot ihr neues Album deswegen "Iowa" genannt, weil sie sich vor einiger Zeit von genau dort aus auf den Weg machten, um ihr "einziges gemeinsames Ziel" zu verfolgen: "Das Erlangen der absoluten Weltherrschaft". Well, selbiges tun bekanntlich Pinky & The Brain auch jede Folge auf´s neue und sind mir dabei wesentlich sympathischer als der völlig überbewertete Haufen aus, richtig, Iowa. Nicht, daß Slipknot musikalisch nichts drauf hätten. Nicht, daß sie nicht ihr Genre beherrschen und halbwegs akzeptable Songs schreiben (lassen) können. Aber mehr auch schon nicht. Lassen wir doch mal einfach das (mit Absicht) völlig überzogene Image weg, vergessen wir die albernen Masken und all die anderen Klischees; was bleibt über? Zuviel, um den Hype, der rund um sie veranstaltet wird, rechtzufertigen. Vielleicht mögen Slipknot wirklich nur das verzerrte Spiegelbild einer völlig kaputten Gesellschaft sein, aber: was interessiert mich schon unsere verf*ckte Gesellschaft? Richtig, genauso wenig wie diese Platte hier. Sorry...
www.slipknot1.com

CALEXICO - Spoke (Cargo/edel)
Endlich wieder erhältlich: Das legendäre Debüt einer mittlerweile ebenso legendären Band. Einzigartig und unvergleichbar und durch diesen offziellen Re-Release absofort auch wieder überall ohne Probleme (hoffentlich!) erwerbbar.
www.edel.at

TWIN OBSCENITY - Bloodstone (Century Media/NSM)
Nordischer Metal, ziemlich intensiv. Liebäugelt mit der "Viking"-Schublade, weiß aber auch durch gekonnten Einsatz weiblicher Auflockerungs-Stimmübungen zu gefallen und versprüht dabei jede Menge Atmosphäre. www.twinobscenity.com

EMPEROR - Prometheus - The Discipline... (Candlelight/edel)
Sollte dies wirklich das (wie angekündigt) letzte Album von Emperor sein, dann ist das ein wahrer Abschied in Würde. Ein Feuerwerk an Ideen und kompositorischen Details, die es zu entdecken gilt. Von höllisch rasend bis majestätisch trabend, unterbrochen durch sanfte Zwischenspiele. Ein Meisterwerk des dunklen Liedguts. www.emperorhorde.com
Andi

SAVIOUR MACHINE - Legend Part III:I (Massacre/NSM)
Der, äh, erste Teil des dritten und letzten Teils (kann mir noch wer folgen?) der Endzeit-Saga. Der zweite Teil des dritten und.... kommt dann 2002. Bleiben nur noch 365 Tage Wartezeit. Und mindest ebensoviele Airplays für diese Scheibe hier auf Appel-Radio. Die Hure Babylon wird fallen; the end of the age hast just begun... www.saviourmachine.com

MADRIGAL - I Die, You Soar (Nuclear Blast/edel)
Madrigal geben sich dem Gothic Metal alter Schule hin. Wie ihre "Vorbilder" - alte Anathema und ebensolche Paradise Lost - bestechen sie durch melancholische Hymnen und schwermütige Mini-Dramen.
www.nuclearblast.de

WITCHERY - Symphony For The Devil (MFN/Zomba)
Die Gothenburg-Kultband prügelt, kreischt, sägt, röchelt, brettert und brüllt sich durch 12 neue Songs. Pflicht für den Thrash-Puristen! www.music-for-nations.co.uk

HEAVENLY - Sign Of The Winner (Noise/edel)
Deutlich weiterentwickelt präsentieren sich Heavenly als große Hoffnung im True Metal-Bereich. Warum sie mit Edguy auf Tour dürfen, wird auf dieser Scheibe klar. Die Zielgruppe darf ohne Zögern zugreifen. www.noiserecords.com

AXXIS - Eyes Of Darkness (Massacre/NSM) >>>AXXIS IM INTERVIEW
Axxis sind Axxis bleiben Axxis... auch ihr neues Album glänzt durch eingängige Melodic Rock-Songs mit allen Trademarks der Deutschen. www.massacre-records.com

DANZIG - Live On The Black Hand Side (Pias/Musica)
Ein "Album für Fans" wollte Herr Danzig machen; ein solches ist ihm auch gelungen. 2 CDs mit Live-Aufnahmen aus 10 Jahren. Alle "Hits", zum Teil doppelt. Und ganz, ganz am Schluß: "Mother". www.restless.com

MASTIC SCUM - Zero (Ohne Maulkorb/Demonware)
Re-Release des "Klassikers" der heimischen Grind-Heroen. Digital remastered (Wild One Music) und mit diversen zusätzlichen "Bonussen" ( Live-Video, Multimedia-Special,..) versehen. www.demonware.com

MANNHAI - The Sons Of Yesterday´s Black Grouse (Revolution/edel)
Ex-Amorphis und -Xysma-Members leben hier mal kurz ihre Liebe zum sogennanten "Wüstenrock" aus. Das Ergebnis kann mit rennomierten Genre-Acts durchaus mithalten. www.nuclearblast.de

NICKELBACK - Silver Side Up (Roadrunner/Musica)
Überraschende Weiterentwicklung seit dem ohnedies nicht schlechten Vorgänger. Radiotauglicher Alternative-Rock einer Band, die bald ganz groß sein könnte. www.nickelback.com

GRAVE DIGGER - The Grave Digger (Nuclear Blast/edel)
Nach diversen Business-Troubles (Namensrechte, Line-Up,...) meldet sich die Teutonen-Metal-Legende (mit Manni Schmidt!) am 22. 10. zurück! Die Pause tat gut; Chris und Co. agieren erfrischend, dynamisch und mitunter überraschend heavy. Eines ihrer besten Alben! www.grave-digger.de

DIVERSE - Ozzfest 2001 (Sony)
Der Meister rief wieder einmal zur großen Festival-Tour und alle, die ihm folgten, sind hier mit Live-Songs vertreten. Von Manson bis Hatebreed, von Papa Roach bis Linkin Park. Und natürlich Sab´ selbst ("The Wizard"). www.ozzfest.com

NOSTRADAMEUS - The Prophet Of Evil (AFM/NSM)
Melodischer Speed/Power-Metal aus Schweden mit Wacken-Erfahrung. Als Bonustrack ein Cover von Europe´s "Scream Of Anger". Noch Fragen? Die Band könnte groß werden... www.afm-records.de

EVERGREY - In Search Of Truth (Inside Out/SPV)
Super-Scheibe in der Schnittmenge aus Power- und Prog-Metal mit einem Schuß Düsternis. Technisch versiert und dennoch song- und banddienlich vorgetragen. www.insideout.de

QUEENSRYCHE - Live Evolution (Metal Is/edel)
Doppel-Live-Album mit Klassikern aus allen Perioden. Inklusive einer schönen Version einer der *subjektiv* schönsten Balladen aller Zeiten, "Silent Lucidity". www.sanctuaryrecordsgroup.co.uk

MANILLA ROAD - Atlantis Rising (Iron Glory/NSM)
Noch immer sträflich unterbewertet, noch immer genial! Epischer Heavy Metal, der auf die Tränendrüsen drückt (mehrere Hördurchgänge vorausgesetzt). Nettes Detail am Rande: besucht mal das Review-Archiv der Rock Hard-Homepage und lest Euch deren MR-Kritiken chronologisch durch (*eg*)... www.truemetal.org/manillaroad

AGATHODAIMON - Chapter III (Nuclear Blast/edel)
Etwas weg von alten Pfaden (und somit vielleicht auch von diversen "Kopier-Vorwürfen") bewegen sich die Deutschen auf ihrer neuen CD. Akustische Gitarren und cleane Vocals tauchen da genauso auf wie atmosphärische Keyboard-Klänge, rasende Gitarren und hasserfülltes Gekeiffe. Alles sehr songorientiert. "Chapter III" wird Agathodaimon einen Schritt näher an den BM-Thron bringen. www.agathodaimon.de

NO USE FOR A NAME - Live In A Dive (FatWreck/SPV)
"Das ist Punkrock, das ist live...". Alle "Hits" der Band, Misfits-Cover, cooler Live-Sound, tolles (Comic/Fotos) "Artwork", extra Video-Teil. www.fatwreck.de

WHISPERS IN THE SHADOWS - Permament Illusions
Als "Soundtrack Without An Movie" versteht sich die neue CD der "TripRocker" um Ashley Dayour. Ein Konzeptalbum über Selbst- zweifel, - suche und -findung; musikalisch superb vertont. Mitunter radiotauglich, aber auch überraschend rockig und dennoch schön düster und mystisch. www.wits.tsx.org Mehr über die Band auch im Dark Planet

CROWBAR - Sonic Excess In It´s... (Spitfire/edel)
Und wieder einmal überrollt uns die Doom-Core-Walze und hinterläßt uns plattgewaltzt am Daumen nuggelnd. www.spitfirerecords.com

STAIND - Break The Cycle (Warner)
Wer dieses Teil (weltweit an der Spitze der Charts) noch nicht hat, dem sei hier es nochmal an´s Herz gelegt. Vorausgesetzt natürlich, er steht auf "Nu Metal" im weiteren Sinne. Fred Durst scheint als Gast auf. Womit alles gesagt wäre. www.staind.com

SNAKEGOD - Invitation (MTM Metal/Musica)
Jani Hölli und Jari Tiura sind keine Schisprung-Weltmeister, sondern zwei Drittel von Snakegod. Einer finnischen Melodic-Combo, die auf einen nicht alltäglichen Mix aus altem Heavy-Rock (das "Snake" im Namen kommt nicht von ungefähr...) und Prog/Art-Metal fröhnt. Und der kann sich hören lassen!
www.snakegod.com

 

Video

AC/DC - Stiff Upper Lip - Live DVD (Warner)
Also bei dieser Band wurde ich live noch nie entäuscht. Schon das irre Intro mit der zum Stadion stapfenden, überdimensionalen Angus-Statue ist genial! In weitere Folge bekommt man einen kompletten AC/DC Gig der diesjährigen Open Air Tour aus dem Münchner Olympiastadion (schaut verdammt voll aus) geboten. Musikalisch bleiben wie gewohnt kaum Wünsche offen. AC/DC wissen, was die Fans hören wollen. Und spielen es auch! Da könnten sich etliche Bands (In Extremo & Co. aufgepasst!) ein Scheibchen abschneiden. Und die enthusiastischen Reaktionen geben ihnen recht. Daß ausgerechnet "Save In New York City" (in Wien noch im Programm) fehlt, ist wohl kein Zufall. Hat man wohl aus Pietätsgründen rausgeschnitten. Schade (hpmfh, Andi).
Auch optisch gibt`s nichts zu bekritteln. Super Kameraführung, witzige Schwenks in die begeisterte Menge, die überdimensionale Plastik-Rosie, der unvermeidliche Strip, Kanonen, Konfettiregen, was will man mehr?! Als Extra noch ein unterhaltsames, 10minütiges Feature mit Interviews und Impressionen rund um`s Konzert. Sind ja ur-symphatisch, die Jungs. Fazit: 140 Minuten Rock`n`Roll-Entertainment pur! Ich denke bis zur nächsten Tour werden wir uns wohl wieder ein paar Jährchen gedulden müssen. Bis dahin ist diese DVD eine mehr als brauchbare Alternative.
Ger-Hard

Diverse - DEATH... Is Just The Beginning Vol. VI (Nuclear Blast/edel) -VIDEO
Bereits in die sechste Runde geht diese erfolgreiche Video-Compilation. Wobei zuerst doch mal gesagt werden sollte, daß dieser aktuelle Teil mit dem Titel der Serie nicht mehr das meiste zu tun hat, wenn man ihn auf den Musik-Stil DEATH Metal bezieht, denn damit haben von den insgesamt 16 "regulären" Bands nur wenige zu tun. Davon abgesehen, darf "Death.... Vol. VI" aber dem visuellen Metaller durchaus empfohlen werden. Von Crematory bis To/Die/For, von Danzig bis Children Of Bodom und von Hammerfall bis Theatre Of Tragedy reicht die Palette der jeweils mit einem Song vertretenen Bands. Wobei die einzelnen Clips - je nach Geschmack - von "genial" bis "superpeinlich" beurteilt werden dürfen,
aber das haben Sampler dieser Art so auf sich. An einem netten Abend mit ein paar Kumpels und noch mehr Bierchen kann das Stück aber ohne gröbere Probleme in einem durchlaufen... und am Schluß kommen in Form der "Classic Series Bonus Tracks" auch noch jene Freaks auf ihre Kosten, die das Teil doch aufgrund seines Namens kaufen wollen, denn da kommt es zum Wiedersehen

DEATH - Live In L.A. - Death & Raw (Nuclear Blast/edel) - VIDEO
Wie inzwischen wohl alle wissen, mußte Death-Frontman Chuck gesundheitlich wieder einen schweren Rückfall erleiden. Da die notwendigen Operationen eine Unmenge an Geld verschlingt, rollt ja inzwischen erfreulicherweise eine große Welle der Hilfsbereitschaft durch die Metal-Szene, die sich in dem Zusammenhang (wie auch z.b. bei Testament-Fronter Chuck Billy) wirklich geschlossen als eine solche erweist. Auch dieses Teil darf oder muß aus der Perspektive betrachtet werden, als Benefiz-Video für Chuck. Erwartet Euch also kein superprofessionelles Meisterwerk bitte, keine Super-Extras und keinen Wahnsinns-Sound, keine besonderen optischen Effekte. Bleiben aber immer noch 72 Minuten "Death (&) Raw", live mitgeschnitten in L.A. "Spirit Crusher" eröffnent den Reigen, gefolgt von "Trapped In A Corner" und, jawoll, "Scavenger Of Human Sorrow". 8 weitere Songs folgen (die Playlist ist mit der zeitgleich erschienenen Live-CD indent"), allesamt zeigen sie den Vierer - als auch das Publikum - in absoluter Höchstform. Nicht nur wegen des "gute Sache"-Aspektes ein Kauftipp, sondern gerade wegen seiner Schlichtheit, die dich auch zuhause vor dem Kasten in ihren Bann zieht.
www.nuclearblast.de