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METAL REVIEWS I
Die allerersten Metal Reviews, Launch von PLANET METAL war am 3.11.2001. Hier
leider nicht mehr im original Layout aber inhaltlich ist alles original!
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VEHEMENCE "God Was Created"
(Metal Blade/NSM)
Metal Blade, das Cover und der Hinweis "Parental
Advisory Explicit Content" ließen mich annehmen, daß es sich
bei vorliegender Scheibe von VEHEMENCE um Death Metal der Marke CANNIBAL CORPSE
handeln würde. Doch das war nicht der Fall, denn obwohl "God Was Created"
sehr wohl auch Knüppelattacken beinhaltet, sind diese doch ganz anders
gestrickt als bei ihren zuvor erwähnten Labelkollegen. Sänger Nathan
Gearhart singt zwar ebenfalls mit einer schon fast unmenschlichen Stimme, aber
die Musik von VEHEMENCE ist sehr melodiös, verschachtelt und ganz anders
aufgebaut als die von so richtigen Old School Death Metal Bands. "God Was
Created" ist eines der Alben, die nicht beim ersten und auch nicht beim
zweiten Durchlauf ihre ganze Pracht entfalten, denn dazu ist das Material mit
vielen verschiedenen Elementen angereichert. Ist ein Song relativ straight und
brutal, so entdeckt man bei der nächsten Nummer zwischen Blasteinlagen
plötzlich die Klänge eines Pianos oder einer Akustikgitarre. Das mag
im ersten Moment zwar seltsam klingen, aber keine Angst, diese nicht unbedingt
für den Death Metal typischen Instrumente fügen sich perfekt in das
Gesamtbild der Musik ein. Die Produktion der Scheibe läßt meiner
Ansicht nach keine Wünsche offen, denn der Sound ist nicht verwaschen und
zu undergroundig, ist aber auch von dem so mancher megasterilen Werke weit entfernt.
"God Was Created" ist ein absolutes Meisterwerk und es bleibt zu hoffen,
daß VEHEMENCE damit die wohlverdienten Lorbeeren ernten werden! Vampira
DOPED NOMAD "Red"
(Eigenprod.)
DOPED NOMAD machen es dem Hörer nicht leicht, denn
kaum hat man sich an den Death Metal lastigen Sound der ersten Nummer "Walking"
gewöhnt, geht es bei Track Nummer zwei "Scoop in Passion" erst
einmal ruhig und fast schon alternative zur Sache. Und dieses Wechselbad zieht
sich wie ein roter Faden durch das komplette Album. "Red" ist nicht
Fisch und nicht Fleisch, aber es ist beileibe kein schlechter Versuch, verschiedene
Metalrichtungen zu verbinden. Musikalisch ist das den Österreichern fast
perfekt gelungen, denn die Kombination ruhiger Klänge mit wuchtigen Riffs
und tightem Drumming weiß absolut zu gefallen. Was mir persönlich
nicht ganz so zusagt, ist der zweistimmige Gesang auf "Red", denn
irgendwie harmoniert die Stimme von Petra Koller nicht mit der von Matthias
Wick. Petras Stimme klingt eher für den Alternative- oder Rockbereich
geeignet, während Matthias kräftig ins Mikro growlt. Aber das mag
wohl Ansichtssache sein ... Ein enormer Pluspunkt vorliegender Scheibe ist mit
Sicherheit die Produktion, denn die Songs tönen kräftig und fett aus
den Boxen. Sollte nun Euer Interesse an "Red" erwacht sein, kontaktiert
bitte Matthias Wick, Diesterweggasse 28/A, 1140 Vienna, Austria oder schreibt
ein paar Zeilen an dopednomad@chello.at
.Vampira
EYETOLEGY "Morbid Reality"
(Demo-CD)
EYETOLEGY haben sich dem Old School Death Metal verschrieben
und präsentieren auf "Morbid Reality" 6 durchaus interessante
Songs. Meist bewegt sich die Band im Midtempobereich, nur hin und wieder wird
ein wenig aufs Gaspedal gedrückt, was in den Stücken für Abwechslung
sorgt. Besonders genial finde ich den Gesang auf "Morbid Reality",
denn es wird gegrunzt und gekreischt bis zum Abwinken. Diese Vocals in Verbindung
mit den eingängigen Riffs erzeugen eine Unmenge an Aggression und Brutalität,
die wirklich mächtig durchs Wohnzimmer schallt. Weniger gelungen ist hingegen
die Produktion des Demos, denn der Sound vermittelt dem Hörer das Gefühl,
als ob etwa das Schlagzeug von einer überdimensionalen Dose umhüllt
wurde. Mit dem Möglichkeiten, die ein halbwegs anständiges Studio
bieten würde, könnten EYETOLEGY sicher noch viel mehr aus ihren Songs
heraus holen. Aber abgesehen von diesem Manko ist "Morbid Reality"
ein hörenswertes Death Metal Werk, welches man sich unbedingt zulegen sollte.
Kontaktieren könnt ihr EYETOLEGY ganz einfach über ihre Homepage www.eyetolegy.tk
.
Vampira
SICK OF SOCIETY "PornnRoll
Forever" (Eigenprod.)
SICK OF SOCIETY bewegen sich mit ihrer Musik so irgendwo
zwischen Punk und Hardcore. Die Songs auf "PornnRoll Forever"
sind ziemlich straight und eingängig, die Band rockt munter drauf los und
gönnt dem Hörer kaum eine Verschnaufpause. SICK OF SOCIETY vermitteln
auf dem Album jede Menge Spielfreude und die Songs haben irgendwie Livecharakter.
Gefallen fand ich vor allem am Gitarrensound, der absolut sauber und präzise
aus den Boxen tönt. Gleiches gilt für das Drumming von Jörg Keller,
denn der Mann beherrscht sowohl das typisch punkige Dreitakt-Geklopfe als auch
den waschechten Hardcore-Groove. Der Gesang von Shouter Thomas variiert zwischen
Schreiattacken und etwas heiser gesungenen cleanen Parts, was sehr gut zur Musik
paßt. Obwohl ich in diesem Musikbereich bei Gott (bei wem bitte?! Andi)
keine Fachfrau bin, traue ich mich zu behaupten, daß SICK OF SOCIETY mit
"PornnRoll Forever" durchaus frischen Wind in die Szene
bringen werden und ein Werk veröffentlicht haben, welches eine Menge Beachtung
verdient. Bei Interesse wendet Euch bitte an SICK OF SOCIETY, c/o Oliver Kast,
Römerstraße 26, D-89269 Vöhringen, Germany bzw. an SickofSocienty@gmx.de
.
Vampira
MEDUZA - Now And Forever (Massacre/edel)
Meduza ist die Band des schwedischen Gitarristen Stefan
Berg, der seine Karriere mit den Autumn Lords startete. Im Zuge der Umbenennung
in Meduza, konnte man den aus Griechenland stammenden Ex-Majestic Sänger
Apollo (geiler Name! (Gö? Wia des Kino... Andi)) verpflichten, dessen Vocals
sich deutlich vom üblichen Kastratengekreische abheben. Beim Gitarrespiel
hat wieder mal Meister Malmsteen deutliche Spuren hinterlassen, allerdings spielt
Stefan Berg erfreulicherweise wesentlich songdienlicher. Musikalisch treten
Meduza (wie viele andere) eindeutig in die Fußstapfen von Stratovarius
oder Sonata Arctica. Melodischer Power Metal, perfekt in Szene gesetzt, aber
halt leider nicht sonderlich originell. Ob das reicht um "Now And Forever"
in dieser hoffnungslos überlaufenen Szene Fuß zu fassen, wird die
Zukunft weisen.
Ger-Hard
DORMITORY "Inhuman Conditions" (Eigenprod.)
Deutschland scheint eine absolut florierende Underground-Szene
zu haben, denn DORMITORY sind ebenfalls in unserem Nachbarland beheimatet und
auch sie beherrschen ihr Handwerk ziemlich perfekt. Ihr Stil ist irgendwo zwischen
Death und Thrash Metal angesiedelt und besticht durch treffsichere Killerriffs,
wuchtige Drums und wütenden Gesang. Es ist eine reine Freunde, den Jungs
zuzuhören und außerdem beruhigt es mich innerlich, daß es auch
noch Bands gibt, die geradlinig ihren Weg gehen und sich nicht durch irgendwelche
angesagten Trends aus dem Konzept bringen lassen. Auf "Inhuman Conditions"
ist kein Platz für Keyboards oder sonstige technische Frickeleien, das
Material schallt geradlinig aus den Boxen und versprüht jede Menge aggressiven
Charme, der das Album zum absoluten Genuß für metallisch orientierte
Ohren macht. Obwohl DORMITORY scheinbar noch ohne Plattenvertrag sind, dürften
sie dennoch eine Menge Kohle in den Sound investiert haben, denn die Produktion
klingt sehr professionell und ist erstaunlich makellos für eine Demo-CD.
Wer jetzt noch zögert, sich "Inhuman Conditions" zuzulegen, ist
selber schuld. Zu erstehen gibt es das Album bei Richard Klein, Hafermarsch,
D-49324 Melle, Germany, E-Mail: DormitoryMetal@aol.com
.
Vampira
WAYD "Barriers" (Metal Age Productions)
Das der CD beiliegende Presseinfoblatt beschreibt den
Stil von WAYD als technischen Death Metal mit Jazz Einflüssen. Und ich
muß gestehen, diese Definition trifft die Musik der Slovaken auf den Punkt,
wobei ich mich mit den zahlreich vorhandenen technischen Death Metal Parts absolut
anfreunden kann. Aber die sehr introvertierten in jeder Hinsicht metalfremden
Einlagen, die offensichtlich tatsächlich aus dem Jazz stammen dürften,
martern meine Ohren nach einiger Zeit doch massiv. Keine Frage, "Barriers"
ist ein absolut innovatives Werk, das seinesgleichen sucht, aber es drängt
sich der Gedanke auf, ob man Jazz und Metal wirklich in einem erträglichen
Rahmen kombinieren kann. Die Death Metal Elemente der Stücke, die zum Teil
an die neueren DEATH Werke erinnern, gehen nach etlichen Durchläufen auch
einigermaßen ins Ohr, aber zu den jazzigen Parts finde ich einfach keinen
Zugang. Ich möchte mit diesem Review "Barriers" nicht als unhörbar
abwerten, aber ich denke doch, daß die von WAYD gebotene Kost sehr schwer
verdaulich ist und daß man vor dem Kauf unbedingt einen Lauschangriff
riskieren sollte, um nicht grenzenlos enttäuscht zu sein.Vampira
FANGORN "Fangorn (G.U.C. Records)
"Fangorn" ist ein eingängiges und melodiöses
Death Metal Album, das bis auf wenige Mankos wirklich gelungen ist. Die Band
aus Dresden zeichnet sich über weite Strecken durch gutes Songwriting und
astreine musikalische Umsetzung ihrer Ideen aus und hat auf vorliegendem Album
vielschichtige und abwechslungsreiche Songs mit jeder Menge Energie veröffentlicht.
Am meisten beeindrucken die im Midtempo gehaltenen Stücke, die jede Menge
Frische besitzen und trotz viel Melodie und Gefühl nie langweilig werden.
Die Momente, wo in die Felle gedroschen wird, klingen zwar auch nicht übel,
wirken aber im Gegensatz zu den langsameren Parts manchesmal ein wenig unausgegoren
und gekünstelt. Einzig das Wechselspiel von tief grunzender Männerstimme
und glockenheller Frauenstimme, welches zwar technisch perfekt in Szene gesetzt
wurde, wertet das positive Hörerlebnis ein wenig ab. Und zwar aus dem Grund,
weil es einfach mittlerweile viel zu viele Bands gibt, die diesen zweistimmigen
Gesang in ihrer Musik verwursten und es meiner Ansicht nach langsam an der Zeit
ist, neue innovative Ideen betreffend des Gesanges in den Death oder Black Metal
einfliessen zu lassen. Der Sound von "Fangorn" weiß auch zu
gefallen, denn die Produktion besticht durch Geradlinigkeit und bringt das Material
der Deutschen direkt auf den Punkt, ohne es durch allzu viel Technik steril
klingen zu lassen. FANGORN besitzen das Potential, mit dieser Scheibe eine breite
Anhängerschaft zu gewinnen und es wäre wünschenswert, daß
ihre Plattenfirma die Möglichkeit hat, die Band in naher Zukunft auf Tour
zu entsenden.
Vampira
MAJESTY - Sword & Sorcery (Massacre/edel)
Von der Plattenfirma werden sie großspurig als
die deutsche Antwort auf Manowar angepriesen. Na endlich! Darauf haben wir alle
ungeduldig gewartet! Oder?! Nun, was die Texte betrifft, kann man mit den großen
Vorbildern locker mithalten. Die feinsinnigen Verse zu "Fight Of War",
"Epic War" oder "Fist Of Steel" könnten genausogut
aus Joey DeMayo´s Feder stammen. Auch musikalisch wird keines der gängigen
True Metal Klischees ausgelassen, da darf selbstverständlich auch die obligate,
vor Pathos triefende Halbballade "Aria Of Bravery" nicht fehlen. Für
das hymnische "Heavy Metal" greift sogar Ex-Manowar Ross The Boss
höchstpersönlich in die Saiten. Natürlich hat auch die germanische
Power Metal Front ihre Spuren hinterlassen; Edguy, Gamma Ray & Co lassen
an allen Ecken und Enden grüßen. Was soll`s - gut geklaut ist halb
gewonnen! Erstaunlich das gleichbleibend hohe Niveau, daß sich über
das gesamte Album erstreckt. Der Titel "Metal To The Metalheads" spricht
für sich. Im Gegensatz zur letzten Manowar-CD gibt`s hier keinen einzigen
echten Durchhänger zu beklagen. Eingefleischte True-Metaller werden mit
"Sword & Sorcery" bestens bedient. Vorsicht! Nicht mit den Malmsteen-Clones
"Majestic" verwechseln!
Ger-Hard
DORO - Fight (SPV/Musica) >>>
LIVE
Sie ist meines Wissens die einzige Metalsängerin,
die sich seit mehr als 20 Jahren in der von "Harten Kerlen" dominierten
Heavy-Szene behauptet. Ob zu Recht oder Unrecht sei dahingestellt. Der Opener
"Fight" tönt vielversprechend, erinnert an glorreiche Warlock
Zeiten, so sollte es weitergehen. Leider Nein! Das pausenlose "Yeah, Yeah,
Yeah" bei "Always Live To Win" nervt gewaltig. Darauf folgt mit
"Descent" ein weiteres Highlight, ein düsteres Duett mit Riesenbaby
Pete Steele von Type O Negative. Mit Savatage-Gitarrero Chris Cafferty und dem
Crown Of Thorns Frontman Jean Beauvoir konnten zwei weitere namhafte Gastmusiker
verpflichtet werden. Insgesamt halten sich auf "Fight" Licht und Schatten
die Waage. Doro`s Balladen wie "Legends Never Die", "Fight By
Your Side", "Undying" oder "Hoffnung" (aua, des tuat
weh!) fand ich eigentlich schon immer mega-peinlich. Vier Stück auf einem
Album, ist das nicht ein wenig zu viel?! Andererseits lässt`s die Metal
Barbie in Songs wie "Rock Before You Bleed" oder "Sister Darkness"
auch mächtig krachen, für Abwechslung ist jedenfalls gesorgt. Ganz
einfach mal reinhören. Bin schon gespannt auf`s Österreich-Debüt
(ist es doch?!) am 28.11. im Planet. Yeah, Yeah, Yeaaaaaah....
Ger-Hard
THUNDERSTONE - Thunderstone (Nuclear
Blast/edel)
In deutschen Metal-Magazinen werden sie als die neue
Power Metal Sensation abgefeiert. Haben die eine andere CD als ich? Mit Metal
hat das für mich eigentlich nicht mehr viel zu tun. Ich halte die 5 Finnen
für eine perfekte Stratovarius Kopie, was soll daran sensationell sein?!
Versteht mich nicht falsch, dieses Album ist um einiges besser als die letzten
Veröffentlichungen der mittlerweilen nur noch langweiligen Stratovarius.
Druckvoll produziert, eine pefekte Mixtur aus Heavy Rock und Melodie. "Voice
In A Dream" ist beispielsweise ein super Song. Allerdings haben wir das
schon tausend Mal in ähnlicher Form gehört, ein bißchen mehr
Eigenständigkeit wäre kein Fehler gewesen! Was soll`s, wenn man Bands
wie Sonata Arctica, Hammerfall oder Freedom Call immer noch gerne hört,
sind Thunderstone zweifellos die richtige Wahl.
Ger-Hard
| SEX PISTOLS Jubilee (Virgin) Altes im neuen Gewand kommt im Juni von den Punk-Heroen theirselves: auf "Jubilee" findet ihr alle (und wenn wir "alle" sagen, meinen wir "alle"!) jemals veröffentlichten Singles der Pistols, unter anderem natürlich die absoluten Klassiker "God Save The Queen" sowie "Anarchy In The UK". Als Bonus gibt's auf der Scheibe auch noch drei Video-Tracks. Als absolutes Must-Have für Fans und Sammler gilt der zweite Streich der Combo, nämlich das ultimative |
|
| Box-Set (Virgin) inklusive der CDs "Studio
Tracks & Early Demos", "Demos and Rarities" und "Live".
Das fette Booklet dazu präsentiert Infos, Set-Lists und seltene Fotos
der Kultband. Haben wollen? Kaufen! More: www.sex-pistols.net Althea |
|
| KORN - "Untouchables"
(Sony Music) Auch mit ihrem neuesten Werk "Untouchables" enttäuschen Fieldy Arvizu & Co. die Fans nicht von den typischen, experimentellen Crossover-Sounds bis hin zu unerwartet gemäßigten, ins Ohr gehenden Nummern setzen die Kalifornier mit diesem (übrigens technisch völlig neuartig produzierten) Album einen Meilenstein mehr auf ihrem Weg in den Musikolymp. |
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| Dass ihnen der Platz dort gewiss
ist, war aber, ehrlich gesagt, schon bei der Veröffentlichung ihres
selbstbetitelten Debüts vor acht Jahren klar, als sie mit "even
lower" 7-String Klampfen, in Metalgetöse eingeflochtenen Rap/Hip
Hop/Core-Elementen sowie neben unbarmherzigen Brüll- und Wimmerorgien
auch noch mit echten (!) Tränen den aufrüttelnden, weltweiten
Durchbruch schafften. |
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| Wer CDs und weiteren really
asskicking stuff bzw. gar eine Sommer-Reise zu einem KoRn-Gig in den Staaten
gewinnen will (wer nicht??), checkt die folgende Page aus: www.korntv.at Und das aller-, aller-, allerbeste: KORN kommen live nach Österreich! Am 31. August 2002 treten sie im Rahmen des TWO DAYS A WEEK Festivals in Wiesen auf. Unglaublich, aber wirklich wahr! www.wiesen.at Fotos: Sony Music |
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IRON SAVIOR - Condition Red (Noise/edel)
Manchmal kommt es vor, daß es sich positiv auf
eine Band auswirkt, wenn berühmte Gastmusiker NICHT mehr mit von der Partie
sind. Auf dem aktuellen Longplayer "Condition Red" der Hamburger IRON
SAVIOR ist "Dauergast" Kai Hansen nicht mehr zu hören. Ich will
weder dem guten Kai etwas unterstellen, noch weiß ich seine Fähigkeiten
nicht zu schätzen. Aber Piet Sielck und seine Mannschaft haben gut daran
getan, auf sich alleine gestellt zu arbeiten. Wo früher die Hauptkritikpunkte
der Formation lagen, nämlich in der permanent vorhandene Nähe zu den
Größen der Hamburger Schule, hat man auf diesem Werk die Einflüsse
der englischen Helden MAIDEN oder PREIST verstärkt an die Oberfläche
befördert. Über die gesamte Spielzeit von knapp 67 Minuten wird traditioneller,
logischerweise aber dennoch typisch deutscher Metal geboten, der sowohl zum
Mitbangen animiert als auch schnell in den Gehörgängen haften bleibt.
Einzig mit der Coverversion von Seal´s "Crazy" kann ich nicht
allzu viel anfangen, aber ich finde ja auch das Original für den Popo.
Wie auch immer, die Herren Weikarth und Co., aber auch Hansen und Gefolgschaft
werden sich in Zukunft ordentlich ins Zeug legen müssen, um nicht von IRON
SAVIOR überholt zu werden.
Walter
EIDOLON - Coma Nation (Metal Blade/NSM)
Bevor ich näher auf "Coma Nation" eingehe,
möchte ich kurz die wichtigsten Details am Rande zusammenfassen. EIDOLON
kommen aus Kanada, sind seit ihrer dritten Scheibe bei MB unter Vertrag und
legen mit "Coma Nation" das mittlerweile fünfte Album in ihrer
noch nicht einmal 10- jährigen Geschichte vor. Waren auf den letzten beiden
Longplayern "Nightmare World" und "Hallowed Apparition"
noch vorwiegend Speed und Power Metal an der Tagesordnung, wurden diese auf
besagter, aktueller Scheiblette um Elemente aus den Bereichen Doom, Epic und
Melodic Metal angereichert. Ihr seht schon, hier wird ALLES geboten, was das
Bangerherz begehrt. Beginnend vom Titeltrack, der auch AGENT STEEL gut zu Gesicht
stehen würde, über das eher gemächlich vorgetragene "Life
in Agony", bis zu Finale Grande, einem mit schenkerösen (mit einem
was? Andi) Akustikintro startendem Song namens "Within the Gates",
den ich mir auch von SOLITUDE AETURNUS gut vorstellen könnte. In meinen
Augen haben wir es bis jetzt mit DEM Power Metal Highlight des Jahres
zu tun; soll doch die Konkurrenz bitte noch einen drauflegen. Uns kann es nur
Recht sein !
Walter
DOOMSWORD - Resound The Horn (Dragonheart/NSM)
Die Band kommt aus Italien und am Cover ist ein Wikinger
abgebildet. Wer jetzt meint, gleich zum nächsten Review springen zu können
(Gö, Andi! (jaja, Walter Andi)) sollte besser noch ein wenig Zeit
mit den folgenden Zeilen verbringen. Diese Band ist absolut UNTYPISCH für
ihr Heimatland, denn die sieben Songs sind viel eher dem Genre Epic Power Metal
zuzuordnen. Wer sich eine Mischung aus CIRITH UNGOL, MANILLA ROAD und alten
VIRGIN STEELE vorstellen kann, sollte unbedingt ein Öhrchen riskieren.
Wie es üblich ist, regiert auch bei dieser Formation das Klischee, so hören
die Musiker auf "hübsche" Pseudonyme wie DEATHMASTER (V), GUARDIAN
ANGEL II (G, soviel ich weiß der Ex Klampfer von ARKHE und TIME
MACHINE) oder GROM (D; seines Zeichens Drummer der Norweger ANCIENT). Wer doomlastigen
Epic Metal zu seinen favorisierten Spielarten zählt, MUSS Diese Scheibe
einfach haben !
Walter
DIO - Killing the Dragon (Spitfire/edel)
Ronnie James DIO ist aus unserer Szene einfach nicht
wegzudenken. Waren die Scheiben "Angry Machine" und "Strange
Highways" vor einigen Jahren auf Grund der modernen Elemente eher durchschnittlich,
so zeigte Ronnie bereits auf seiner letzten StudioScheiblette "Magica"
bereits, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Was er jedoch
mit "Killing the Dragon" auf die Menschheit loslässt, hätten
selbst die Treuesten seiner Anhänger nicht erwartet. Diese Platte kann
ohne wenn und aber als amtlicher Nachfolger von "Lock up the Wolves"
durchgehen. DIO und seine Mannschaft zeigen sich von ihrer besten Seite. Schon
der Opener und Titeltrack lassen dich in einen vermeintlichen Jungbrunnen fallen,
als ob die letzen Jahre überhaupt nie existent gewesen wären. Weitere
Highlights gefällig ? Kein Problem, ob das schleppende "Along comes
a Spider", "Throw away Children", das mit einem KeyboardSolo
ausgestattete "Bevor the Fall" oder das Finale Grande "Cold Feet",
hier jagt ein Zukunftsklassiker den Nächsten. Hoffentlich gibt es DIO in
Bälde auch live bei uns zu sehen!!!
Walter
CRYSTAL BALL - Virtual Empire (Nuclear
Blast/edel)
Beim Namen "Crystal Ball" dachte ich zunächst
an einen Song aus der Feder der schwedischen DoomHeroes Candlemass. Ob
der auch Pate für diese Schweizer Formation stand, ist mir unbekannt und
eigentlich egal. Faktum ist, dass es sich bei "Virtual Empire" um
das bereits dritte Album der Truppe handelt. Da ich die ersten beiden nicht
kenne, habe ich auch keinerlei Vergleichsmöglichkeiten, was stilistische
Änderungen oder Weiterentwicklung betrifft. CRYSTAL BALL haben sich mit
Ausnahme des spacigen und eher irreführenden Intros voll und ganz dem Melodic
Metal verschrieben, der mich an PRETTY MAIDS ("Savage Mind" ), ihre
Landsleute von GOTTHARD - als die noch rockten ("Dance with the Devil")
- oder auch an Legenden wie Y &T ("Talk in Circles") erinnert.
Fans der genannten Bands können bei einem Kauf absolut NICHTS falsch machen,
aber auch die (falls noch existierende) MelodicUS Metal Front kann
zugreifen.
Walter
RAGE - Unity
(Steamhammer/SPV/Musica)
Nach jahrelanger Liasion mit GUN/BMG stehen RAGE seit kurzer Zeit bei Steamhammer
unter Vertrag. Doch nicht allein diese Novität ist von der deutschen MetalInstitution
rund um Peavy Wagner zu vermelden. Nach Abspecken des LineUps auf TrioGröße
hat Peavy mit Mike Terrana (D) und Victor Smolski (G,K) endlich wieder Musikanten
in seinen Reihen, von denen nicht anzunehmen ist, dass sie demnächst den
schnellen Euro wittern, zum Friseur rennen, sich bei H&M neu einkleiden
und "komische" Musik machen (ich weiß, dass mit dem schnellen
Euro und Herren Terrana ..., naja, wuarscht). Auch soundtechnisch sind Neuerungen
zu vermelden, so wurden die gegen Schluß hin ohnehin schon ausgelutschten
KlassikElemente völlig von Bord gestoßen und RAGE widmen sich
wieder dem Metal. An die früheren Scheiben erinnert jedoch nur noch Peavy´s
Gesang. Denn alles in allem ist die Plätte härter als die Meisten
zuvor ausgefallen. Scheinbar von Smolksi´s Spielwitz und Fähigkeiten
getrieben klingen Passagen fast schon progressiv... meiner bescheidenen Meinung
erinnert das Ganze ein wenig an MIND ODYSSEY, der alten Band des Herrn Smolski.
Wie auch immer, wer RAGE nur noch in der KlassikAbteilung vermutete, der
kann aufatmen, denn hier ist ein amtliches SchwermetallWerk abgeliefert
worden.
Walter
DRAKKAR - Razorblade
God (Dragonheart/NSM)
Wer diese Band bis jetzt in die Kategorie "typisch italienischer Happy
Metal" einordnete, hatte zwar recht, muß aber spätestens
nach dem Genuß dieser Platte umdenken. Mit Davide Dell´Orto steht
ein neuer Sangesbarde in den Reihen der Formation, der nicht unwesentlich an
der Änderung des Gesamtsounds beteiligt zu sein scheint. Er klingt deutlich
rauer als sein Vorgänger Luca Cappellari, wodurch ein härteres Klangbild
entstanden ist. Die Kompositionen sind ebenfalls härter, direkter, aber
auch teilweise progressiver ausgefallen. Es scheint als ob DRAKKAR vom (selbstauferlegten?)
Image einer italienischen Wikingerband (man erinnere sich an die Cover der ersten
beiden Alben) Abstand gewinnen möchten. Der neue "Anzug" steht
den Herrschaften vorzüglich, denn der Opener (und Titeltrack) sowie die
Songs "To the Future", oder "The Next Generation" sind schmackhafte
Power Metal Zuckerl geworden, die auch jeden ItalienSkeptiker erfreuen
sollten. Auch die Ballade "Galadriel´s Song" weiß ohne
Kitsch und Pomp zu überzeugen. Mir persönlich gefällt die Band
aber dann am Besten, wenn sie wie in "Man and Machine" oder "The
Matrix" in Progressive Power Metal Regionen eindringt, ohne dabei Vergleiche
zu anderen Genregrößen scheuen zu müssen. Mit "Razorblade
God" haben DRAKKAR zur rechten Zeit einen entscheidenden Schritt getan,
um nicht in der Veröffentlichungsflut zu ersaufen.
Walter
ENGINE - Superholic (Metal Blade/NSM)
>> Interviews
Vor drei Jahren überraschte FATES WARNINGSänger
Ray Alder die Fangemeinde mit einem ENGINE betitelten SideProject. Die
Musik hatte wahrlich wenig mit der seiner Hauptband zu tun, ebenso mit jener
die in den Stammformationen seiner Mitstreiter zelebriert wird. Seine "Begleitband"
sind Joey Vera (B, FW, ARMORED SAINT,...), Bernie Versailles (G, AGENT STEEL)
und Pete Parada (D, nirgendwo anders (komischer Bandname, Andi)) geblieben.
Aus dem Projekt ist quasi eine richtige Band geworden, die nun mit "Superholic"
ihr zweites Werk veröffentlicht. Grooveorientierter Rock steht nach
wie vor an der Tagesordnung, wobei diesmal eine Ecke härter aufgespielt
wird als auf dem Debüt. Vor allem Ray´s Performance ist emotional
wie selten zuvor. Man kann förmlich spüren wie er seine Lyrics an
die Fanschar bringen will. Der Opener "Losing Ground", aber auch "Suffocation"
haben das Zeug, die Charts zu stürmen (Deine hausinternen vielleicht...
Andi). Musik wie diese, nämlich groovig, hart und zugleich voller Emotionen
sollte in Zeiten wie diesen absolut "Up to Date" sein. Mit "Perfect
Star" wird auch noch eine eher unkonventionelle, soll heißen kitschfreie
Ballade zum Besten gegeben, die ebenfalls mehr als nur hörenswert ist.
Man kann den Herren zum diesem Werk nur gratulieren und hoffen, dass noch weitere
Alben in dieser Konstellation aufgenommen werden.
Walter
BEYOND THE EMBRACE - Against the Elements
(Metal Blade/NSM)
Die Talentscouts von MB haben erneut zugeschlagen und
eine junge Band aus den Staaten unter ihre Fittiche genommen. BEYOND THE EMBRACE
nennt sich diese, besteht aus sechs jungen Herrschaften. Dieser Tage kreuzen
sie mit ihrem Debüt bei uns auf. Ausschlaggebend für den druckvollen
Sound sind zum einen die Tatsache, dass gleich drei Gitarristen am Start sind,
weiters die amtliche Produktion, die über die nötige Transparenz verfügt
und alle Einzelheiten des vielschichtigen Sounds an den Hörer weiterzugeben
vermag. Die Stimme des singenden Keyboarders Shawn Gallagher ist zwar eindeutig
dem Death Metal zuzuordnen, die Musik enthält aber jede Menge in diesem
Genre eher selten vorkommende Parts. Ich kann sowohl MelodicParts entdecken,
wie auch Passagen, die einer Power Metal Formation gut zu Gesicht stehen
würden. Für den großen Durchbruch ist es für die Herrschaften
mit Sicherheit noch zu früh, sollten sie konsequent ihre Linie beibehalten,
könnte aber schon mit der nächsten Scheiblette ein ganz großer
Stern aufgehen.
Walter
BELPHEGOR - "Infernal Live Orgasm"
(Phallelujah Productions)
Nach langer Wartezeit ist es nun soweit, die österreichischen Urgesteine von
BELPHEGOR haben zu ihrem 10-jährigen Bestehen eine Live-CD unters metallische
Volk gebracht, welche die Band sowohl in musikalischer als auch in visueller
Hinsicht perfekt repräsentiert. Es ist eine reine Freude, Songs wie "March of
the Dead", "Diabolical Possession", "The last Supper" oder "Necrodaemon Terrorsathan"
in typischer BELPHEGOR Live-Manier um die Ohren gedroschen zu bekommen und außerdem
sorgen die Ansagen von Shouter Heli für das eine oder andere breite Grinsen
im Gesicht - "Schnaps und Nutten" rules!!! Mit "Der Untergang" und "Swarm of
Rats" sind auch zwei neue Nummern auf der CD vertreten, die sich durch gnadenloser
Härte und Brutalität auszeichnen und damit nahtlos an das Material von "Necrodaemon
Terrorsathan" anknüpfen. Zu "Vomit upon the Cross" gibt es einen Videoclip zu
sehen, der jedoch nicht ganz so professionell gelungen ist und für meinen Geschmack
ein wenig zu sehr klischeebehaftet ist. Besser gefällt mir da schon das Live-Video
zu "Purity through Fire", welches am Hell on Earth Festival im Juli 2001 in
Wiener Neustadt mitgeschnitten wurde. Auch beim Cover haben BELPHEGOR nicht
gespart, im aufwendig gestalteten Booklet gibt's alles zu sehen, was Gott verboten
hat (und auch sonst keinen über 16-jährigen interessiert, Andi). Kult! "Infernal
Live Orgasm" ist ein Stück österreichische Metalgeschichte und könnte besser
nicht gelungen sein. Support the Underground!
Vampira
DREAM EVIL - Dragon Slayer (Century
Media/NSM)
Na da schau ich aber! Aufgrund des Titels "Dragon Slayer" hätte ich mir eigentlich
das 199´ste (grobe Schätzung) Power Metal Album des Monats erwartet. So ist`s
aber nicht. Stilistisch würde ich das Album am ehesten unter "Melodic Heavy-Rock"
einreihen. Lässt sich mit den Pretty Maids zu "Future World"-Zeiten vergleichen.
Gegründet wurde die schwedische Band im Herbst 1999. Unterstützt wurden DREAM
EVIL durch das Gothenburg Philharmonic Orchestra (bekannt durch das Dimmu Borgir-Opus
"Puritanical Euphoric Misanthropia"), das drei Songs mit Streicherklängen unterlegte.
Gebt euch mal das hymnische "Chosen One" oder "Heavy Metal In The Night" bei
angemessener Lautstärke - geil! Für Freunde extremer Metal-Sounds (featuring
Meister Appel) denkbar ungeeignet. Ist schon verdammt kommerziell. Und wird
trotzdem nicht viel verkaufen (irgendwie unlogisch). Na ja, Musik wie diese
ist im Moment halt nicht sonderlich angesagt. Macht aber trotzdem (oder gerade
deswegen) Spaß. Von Zeit zu Zeit ist ein wenig Melodic-Rock zum Entspannen auch
was schönes. Ein hammerstarkes Debüt.
Ger-Hard
SACRED STEEL - Slaughter Prophecy
(Massacre/edel)
Endlich hat das Warten ein Ende! Vor einigen Wochen wurde "Slaughter Prophecy",
das mittlerweile vierte Album der süddeutschen Metaller Sacred Steel veröffentlicht.
Neben einem neuen Label kann die Band auch mit Neuerungen im Klangbild aufwarten.
Der Titeltrack verfügt über klar auszumachende Death Metal-Elemente, wobei der
Gesang Gerrit´s noch nie so variabel war. Vom DM Growling bis hin zu King Diamond´schen
Höhenflügen ist alles vorhanden. Überhaupt ist "Slaughter Prophecy" das meiner
Meinung nach härteste Album des Quintetts geworden. Mit "Lay me to the Grave"
ist auch noch ein Song vorhanden, der ganz gut auf eine neue Veröffentlichung
des Side -Projects DAWN OF WINTER gepasst hätte, das ja von Gerrit Mutz (V)
und Gitarristen Jörg Knittel schon seit Jahren am Leben gehalten wird und sein
Unwesen im Doom-Undergrund treibt. Aber eingefleischte Sacred Steel - Fans (alle
15? Andi) werden dieses Album auch lieben, wenn sie mit den Neuerung nicht zufrieden
sein sollten, denn Nummern "Raise the Metal Fist" oder "Faces of the Antichrist"
verfügen über alle Trademarks, die diese Band auszeichnet. Sacred Steel sind
und bleiben eine der im Moment wichtigsten europäischen Bands, wenn sie so weitermachen,
kommen sie mit dem nächsten Album GANZ GROß raus !!!
Walter
IRON MAIDEN - Rock In Rio (EMI)
Ein Live-Album nach Maß, ein besseres Publikum als 250 000 heißblütige Brasilianer
kann man sich wohl kaum wünschen (naja, 251.000 heißblütige Brasilianer vielleicht,
Andi)! Als zusätzlicher Kaufanreiz dient ein schickes 3D Cover, fast zwei Stunden
Musik sowie 2 Video-Clips, die eine recht ausführliche Backstage - Dokumentation
rund um`s "Rock in Rio Festival" sowie den Song "Brave New World" beinhalten.
Beide Clips von der in Kürze erscheinenden DVD. Macht Lust auf mehr! Musikalisch
wie soundtechnisch bleiben keine Wünsche offen, Maiden in absoluter Bestform.
Kein Wunder bei dem Publikum! Stattliche 6 Titel stammen von "Brave New World",
die gegenüber den Klassikern in keinster Weise abfallen. Insgesamt 19 Songs,
wobei erstaunlicherweise "The Clansman" und "Sign Of The Cross" aus der Blaze
Bailey Ära besonders gut rüberkommen. Einziger kleiner Wermutstropfen, Klassiker
wie z.B. "2 Minutes To Midnight", "Fear Of The Dark" oder das unvermeidliche
"The Number Of The Beast" unterscheiden sich nur unwesentlich von den bereits
hinlänglich bekannten Versionen auf "Live After Death" bzw. "A Real Live One"
(was hätten´sn anders tun sollen bitte? Unplugged spielen? Andi). Aber damit
kann man ganz gut leben. Und wird mit "Sanctuary", "Wrathchild" oder dem stimmungsvollen
"Blood Brothers" mehr als nur entschädigt. Keine Frage, "Rock In Rio" sollte
in keiner ordentlichen Metal - Sammlung (und sei sie noch so klein) fehlen.
www.ironmaiden.com
Ger-Hard
STAR ONE - Space Metal (InsideOut/Musica)
Da ist es also, das neueste Projekt des Multiinstrumentalisten Arjen Anthony
Lucassen. Seit seligen Vengeance Tagen hat mich dieser geniale Künstler noch
nie enttäuscht.Und das wird sich mit diesem Album sicher nicht ändern. Ayreon
ist ohnedies über jeden Zweifel erhaben, das im Vorjahr erschienene Ambeon Projekt
bezauberte mit wunderschönen Melodien und Star One...??? Nun, Star One ist sicher
das härteste Lucassen Project seit Jahren, erinnert vom Sound her fallweise
natürlich etwas an Ayreon, ist aber wesentlich weniger verspielt, hier dominieren
wuchtige Heavy Riffs, gepaart mit genialen Melodien. Meister Lucassen hat das
Rocken nicht verlernt. Für gesangliche Unterstützung sorgen diesmal Dan Swanö
(Nightingale/ex-Edge Of Sanity), Russell Allen (Symphony X - Yeah!), Damian
Wilson (Rick Wakeman/ex-Treshold) und die holde Weiblichkeit ist durch Floor
Jansen (After Forever) mehr als würdig vertreten. Unmöglich auf jeden Song einzeln
einzugehen (damit könnte ich Seiten füllen, würde wohl niemand wirklich interessieren?!).
Schon der erste Titel ("Set Your Controls") rockt wie die Hölle. Aber egal ob
das orientalisch angehauchte "The Eye Of Ra", das groovige "Perfect Survivor"
oder das epische, 9minütige "Starchild", die Songs sind durch die Bank intergalaktisch
gut. Ein heißer Tip für alle Fans (und nicht nur die): unbedingt die Limited
Edition mit Bonus CD verlangen (und dann natürlich auch kaufen!). Mal abgesehen
vom edlen Cover in Buchform, haben`s die 41 Minuten Extras mächtig in sich!
Es beginnt mit einem fast 10minütigen Hawkwind-Medley (featuring "Silver Machine")
mit Originalsänger Dave Brock, erreicht einen weiteren Höhepunkt mit "Spaced
Out", einem genialen Rocker mit deutlichem Rainbow/Deep Purple Touch, fällt
mit dem an Ayreon erinnernden "Inseperable Enemies" nur unwesentlich ab, um
in ein überirdisch schräges Remake von David Bowies "Space Oddity" überzugehen.
Auf diesen 4 Songs spielt Lucassen alle Instrumente selbst und ist, abgesehen
vom Hawkwind-Medley, auch für den Gesang verantwortlich. Daß er alles selbst
komponiert (auch die Hawkwind- und Bowie-Nummern? Andi) arrangiert und produziert
versteht sich mittlerweilen schon fast von selbst. Ergänzt wird die Bonus-CD
durch einen Remix von "Starchild" in Dolby Pro Logic (??? - klingt aber eindeutig
besser) sowie einer 2. Version von "Spaced Out", diesmal gesungen von Damien,
Floor und Robert Soeterboek (Ayreon). Der Überhammer ist allerdings der "Hidden
Bonus Track", darüber will ich aber nicht mehr verraten. Sollte Progressive
wie auch Heavy Metal Fans gleichermaßen ansprechen. Space Metal ist ausserirdisch
gut (schon gut Gerhard, wir haben kapiert, daß Dir das Teil zusagt, Andi).
www.ayreon.com
Ger-Hard
PENTAGRAM - First Daze Here (Relapse/NSM)
Beinahe zeitgleich mit dem neuesten Longplayer "Sub - Basement" veröffentlichen
Pentagram, oder besser gesagt Relapse Records, diese Compilation, die den "jüngeren"
Doom Metal - Freaks Aufnahmen dieser Genre-Legende näher bringt. Die Band rund
um Sänger und Mastermind Bobby Liebling existiert mittlerweile seit 30(!) Jahren.
Vorliegendes Scheibchen enthält neben Live - Aufnahmen aus dem Jahre 1974 noch
überarbeitete und soundmäßig aufgepeppte Versionen von "When the Screams come"
oder "Starlady". Sämtliche Songs stammen aus der Zeit zwischen 1971 und 1976.
Nichtsdestotrotz wissen die Songs aufgrund ihrer Atmosphäre voll zu überzeugen.
Pentagram hatten nie den Einfluß den Black Sabbath,, sondern verblieben dem
Untergrund. Doom - Liebhaber werden sich "First Daze Here" schon allein zur
Sammlungsvervollständigung ins CD- Regal stellen. Die "Rock -Jugend", allen
voran jene, die meinen "Stoner Rock" sei etwas Neuartiges oder gar Innovatives,
sollten sich umgehend von Bobby´s Röhre verzaubern lassen, denn den von Euch
so geliebten Sound gab es schon vor vielen Jahren (danke für diese Erkenntnis,
Opa Scheurer! Andi)...
Walter
CHINCHILLA - The Last Millenium? (Metal
Blade/NSM)
Im süddeutschen Raum sind nicht nur die wichtigsten Metal-Labels, sowie das
im deutschsprachigen Raum exquisiteste Magazin, das sich mit den von uns geliebten
Klänge beschäftigt, zu Hause, sondern auch zahlreiche Bands (Super Einleitung
Walter! Andi). Ein Beispiel, dass in jener Region Musik nicht nur verkauft,
vertrieben und kritisiert, sondern auch außerordentlich fein komponiert wird,
stellt die Band Chinchilla dar. Mit ihrem bislang reifsten Werk "The Last Millenium?",
übrigens ein Konzeptalbum zum Thema der negativen Seite der Menschheit, liefern
die deutschen ein echtes Machtwerk ab. Power Metal der melodiösen Art wird kompetent
vorgetragen, und zu keiner Sekunde kommt so etwas wie Langeweile auf. Abwechslungsreichtum
wird groß geschrieben, denn neben den klasse Eigenkompositionen wirkt auch die
Coverversion des THIN LIZZY-Oldies "The Boys are back in Town" durch erhöhte
Geschwindigkeit und einen Patzen Power wie eine Chinchilla-Nummer (da Lynott
routiert im Grab, Andi). Wer Power Metal nicht auf den leider zur Zeit herrschenden
Boom an Helloween-Kopisten reduziert, sondern dieses Genre in seinem gesamten
Spektrum zu schätzen weiß, kann mit dieser Scheibe eigentlich nichts falsch
machen. Walter
PLANET X - Live From Oz (Inside Out/SPV)
Instrumentalalben sind eine ganz eigene Angelegenheit. Ich muß zu meiner Schande
gestehen, als Nicht-Musiker Zugang zu solchen Alben nur sehr schwierig finden
zu können. Als einfacher "Konsument" fehlt einem oft die nötige Eingängigkeit
oder einfach auch nur die Wiedererkennungsmerkmale, die sehr häufig durch die
Gesangsleistung gesetzt werden. Aber auch im Genre der instrumentalen Rockmusik
gibt es Ausnahmen. Eine davon wurde auf den Namen PLANET X getauft und legt
mit "Live from Oz" Zeugnis ab, dass auch bei Konzerten derartiger Formationen
einiges los sein kann. Gegründet wurde die Band von ex- DREAM THEATER Tastendrücker
Derek Sherinian knapp vor seiner Kündigung beim Traumtheater. Ihm zur Seite
stehen mit Tony Macalpine an der Gitarre und Schlagzeuger Virgil Donati (war
letztes Jahr auch in der Band von Steve VAI zu bestaunen) zwei herausragende
Persönlichkeiten, über deren Können sich wohl niemand Gedanken zumachen braucht.
Die von Sherinian und Donati komponierten Songs überzeugen nicht nur durch technische
Feinheiten, sondern grooven auch ganz ordentlich. Aufgenommen wurde "Live From
Oz" während der letztjährigen Tournee in Melbourne, Australien (womit endlich
bewiesen ist, dass der Zauberer von Oz ein Australier gewesen ist (net g´wußt?
Andi)). Vor allem "Lost Island", "Dog Boots" und "War Finger" zünden schon nach
wenigen Durchläufen., aber auch die restlichen Songs wissen zu gefallen. Die
Liveatmosphäre konnte ebenfalls toll eingefangen werden, somit kann die Zielgruppe
dieses Album bedenkenlos erwerben.
Walter
PRIMAL FEAR - Black Sun (Nuclear Blast/edel)
Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind, auch
die süddeutschen Power Metaller PRIMAL FEAR sind diesem Veröffentlichungsrahmen
schon sehr nahe. Ähnlich wie zu Weihnachten weiß man zwar auch bei dieser Band
was sie uns an Geschenken mitbringt, doch wird der Hörer von Album zu Album
überrascht. Die Herrschaften rund um ex-Gamma Ray-Sangesbarden Ralf Scheepers
und (ex?-)Sinner-Bassisten Mat Sinner haben sich für Longplayer Nummero vier
eine spektakuläre Science Fiction-Story ausgedacht, aus der ein Konzeptalbum
erarbeitet wurde. Musikalisch ist alles beim Alten geblieben, also "klassischer",
purer, ursprünglicher Power Metal. Meiner Meinung nach klangen Primal Fear nie
so kompakt, so perfekt aufeinander eingespielt wie auf "Black Sun". Aufgenommen
wurde mit Achim Köhler im House of Music , der Endmix erfolgtin gleicher Besetzung
in Texas. Der Titelsong, das herausragende "Lightyears from Home", oder aber
auch der Brecher "Fear" überzeugen nicht nur auf Tonträger, ich bin davon überzeugt,
dass diese Songs das Publikum bei den Shows abgehen lassen werden wie Zapferln.
Primal Fear sind für mich ein weiteres Beispiel dafür, dass der Süden Deutschlands
im Moment die Vormachtstellung in Sachen METAL in unserem Nachbarland eingenommen
hat.
Walter
RED AIM - Flesh for Fantasy (Metal
Blade/NSM)
Flammenhemden, Stiefletten und Rock´n´Roll sind wieder schwer angesagt! Wie
am Cover des aktuellen Rundlings der deutschen Band Red Aim unschwer zu erkennen
ist, haben sich auch diese Herrschaften dem schmutzigen Rock verschrieben. Seit
1995 treibt diese Formation ihr Unwesen, nach zwei in Eigenregie veröffentlichten
Mini-CDs konnte ein Deal beim Century Media-Unterlabel People Like You eingeheimst
werden. Zwei Longplayer wurden in Folge auf die Menschheit losgelassen und neben
einem Ruf als äußerst grandiose Live-Band konnte ein Vertrag bei Metal Blade
unter Dach und Fach gebracht werden. Vorliegendes Album stellt quasi das Debut
dieser Liasion dar. Die Songs treten gehörig Popo und vor geschlossenen Augen
vermag ich die Combo in ätzendem rosafarbenem Bühnenlicht vor mir abrocken sehen.
Die Einflüsse reichen vom "Godfather of Rock - Elvis - bis hin zu psychedelisch
angehauchten Passagen, die heutzutage gerne unter dem, meiner Meinung nach beknackten
Begriff "Stoner Rock" geführt werden. Wie auch immer der Stil beschrieben werden
mag, Faktum ist, dass Red Aim es verstehen, ordentlich abgehende, eingängige
Rocksongs zu schreiben. Die Band scheint auch mit jeder Menge Humor ausgestattet
zu sein, denn das Remake des Scorpions-Klassikers "Rock you like a Hurricane"
animiert mehr als nur zum Schmunzeln (zum Speiben? Andi). So let it rock and
have a good time!
Walter
THOTEN Beyond the Tomorrow (Scarlet/NSM)
Die Besonderheiten dieses brasilianischen Quintetts liegen in erster Linie an
deren Nahverhältnis zu Angra. Der Sänger dieser Band Renato Tribuzi wäre beinahe
als Nachfolger des abgewanderten Andre Matos geholt worden Warum aus der Zusammenarbeit
schlussendlich nichts geworden ist, wissen wahrscheinlich nicht einmal die Beteiligten
selbst. Als Produzent konnte jedoch Kiko Loureiro, einer der beiden Angra-Gitarristen
verpflichtet werden. Na, wie wird sich diese Platte wohl anhören? Falsch! Auch
ich war erstaunt, kaum vergleichbare Passagen zu Brasilien´s Nummer Eins Band
(in Sachen Melodic Metal, meine Herren von der Cavalera-Fraktion!) herauszuhören.
Thoten sind irgendwo im Grenzbereich des melodiösen sowie des progressiven Metals
beheimatet. Leider verstricken sich die Herrschaften phasenweisen zu sehr in
undurchschaubaren Prog-Parts, so dass die Spannungsmomente leider abhanden kommen.
Zumindest meine Ohren und Gehirnwindungen konnten sich erst nach mehreren Durchläufen
an den Stil der Südamerikaner gewöhnen und erst zu diesem Zeitpunkt sind mir
Bands in den Sinn gekommen, die als ungefähre Anhaltspunkte zur Beschreibung
der Musik herangezogen werden können. In den schnelleren Passagen meine ich
die Skandinavier HOLLOW zu entdecken, während mich manche der langsamen Stellen
ein wenig an FIFTH REASON denken lassen (super Vergleiche, Oida, die Bands kennen
hierzulande außer Dir vielleicht no 7 andere... Andi). Diese Scheibe benötigt
Zeit, Ruhe und Aufmerksamkeit, wenn aber der Funke erst einmal übergesprungen
ist, wird euch "Beyond Tomorrow" viel Freude bereiten.
Walter
MESMERIZE Off the beaten Path (Dragonheart/NSM)
Wer eine Band bereits nach dem Herkunftsland meint beurteilen zu können, hat
in diesem Fall völlig recht. Mesmerize kommen aus Italien und erfüllen sämtliche
im Moment aktuellen Klischees einer Metal-Band aus jenem Land. Obwohl sie nicht
so klassisch zu Werke gehen wie Rhapsody, nicht so kraftvoll musizieren wie
Labyrinth und auch vom Italo-Prog der Sorte Time Machine meilenweit entfernt
sind, können sie ihre Herkunft nie verleugnen. Die Herrschaften musizieren zumeist
im Up-Tempobereich, wobei die Hamburger Schule auch ihre Einflüsse hinterlassen
haben dürfte. Songs wie "King of Terror", "Gates of Mercy", oder der Titeltrack
zeichnen sich zwar durch ihre Eingängigkeit aus, können aber nicht darüber hinweg
sehen lassen, alles bereits irgendwo anders gehört zu haben. Wer unbedingt alle
Bands aus Italien in seiner Sammlung haben muß, bitte sehr... Ach ja, noch etwas.
In letzter Zeit scheinen Labels auf Grund eklatanter Finanzschwierigkeiten Coverzeichnungen
in Volksschulen fertigen zu lassen. Vorliegende könnte einen Wettbewerb mit
dem Titel "Der Weihnachtsmann wurde in Italien vom frühzeitigem Frühlingseinbruch
überrascht" gewonnen haben.
Walter
MANOWAR - Warriors Of The World United
- SINGLE! (Nuclear Blast/edel)
Also, was den Sympathiefaktor betrifft, zählen
Manowar schon lange nicht mehr zu meinen Favoriten. Egal ob ich jetzt an das
wegen eines Plastikbechers abgebrochene Konzert in der Libro-Halle oder ihr
unmögliches Gehabe bei "Rock In Allhau" denke, rein menschlich
sind die selbsternannten "Kings Of Metal" bei mir unten durch. Musikalisch
schaut das Ganze allerdings völlig anders aus. Denn gute Musik bleibt gute
Musik, selbst wenn sich die Band aus völlig behämmerten Vollkoffern
(eigentlich eh nur einer) zusammensetzt. Womit wir nun endlich beim Thema -
der neuen Manowar-Single - wären. Und die ist ganz einfach purer Heavy
Metal! Keine andere Band verkörpert diesen Begriff derart punktgenau wie
Manowar. Eine typische, gnadenlos vorwärtsstampfende und dennoch hochmelodiöse
Hymne, ideal zum Headbangen, Mitgröhlen, Ansaufen und was echte Metaller
in ihrer Freizeit sonst noch alles anstellen. D.h. wer Manowar mag, sollte sich
diese Single schnellstens einverleiben. Vor allem, weil das Teil mit "March
Of Revenge" (9.13 Min.) und "Carry On" zwei exzellente Live-Tracks
aus dem Jahr 1999, inklusive Video-Clips, enthält. Und glaubt mir, auch
das am 27. Mai erscheinende Album "Warriors Of The World" (welch einfallsreicher
Titel!) wird ein Hammer, hab schon das Vorab-Tape gehört. Aber das ist
noch Zukunftsmusik, die Single wird die Wartezeit hoffentlich etwas verkürzen.
Man mag sie lieben oder hassen - aber irgendwie stimmt`s halt doch: "...other
bands play - Manowar kill!!!"
Ger-Hard
U.D.O. - Man And Machine (SPV/Musica)
Udo Dirkschneider, eines der dienstältesten Schlachtrösser
der germanischen Metal-Szene, gibt mit "Man And Machine" ein unüberhörbares
Lebenszeichen von sich. Über seinen markanten Gesangstil braucht man eigentlich
nicht mehr zu diskutieren. "Love it or hate it" heißt die Devise,
unverwechselbar ist die krächzige Reibeisenstimme allemal. Schon der Opener
"Man And Machine" ist ein mächtiger Ohrwurm in bester Accept
Manier (mein absoluter Favorit) und auch beim Rest des Albums fühle ich
mich immer wieder in glorreichen "Balls To The Walls-Zeiten" zurückversetzt.
Grundsolider deutscher Edelstahl - extrahart. Einzige echte Schwachstelle (dafür
aber eine gewaltige!) ist die mega-peinliche Ballade "Dancing With An Angel",
auf der sich Udo auf ein Duett mit Metal-Blondchen Doro Pesch einlässt.
Muß das sein? Das tut weh und passt so absolut nicht auf dieses Album.
Glücklicherweise der einzige echte Ausfall, das restliche Material besticht
mit fetten Chören ("Animal Instinct") und hymnischen Refrains
"(Like A Lion" (mit de Viecha hot er´s offensichtlich... Andi)),
die allesamt kraftvoll aus den Speakern knallen. Mit der superben Midtempo-Hymne
"Unknown Traveller" galoppiert "Schlachtross" (ah, deshalb!
Andi) Udo ohne sicht- bzw. hörbare Ermüdungserscheinungen mit überlegenem
Vorsprung über die Ziellinie. Und lässt die identitätslosen Masse
der zahllosen German-Metal Newcomer meilenweit hinter sich. Sicher nicht das
innovativste Album des Jahres. Und trotzdem (oder gerade deswegen) saugut. Weiter
so!
Ger-Hard
SUPER VALUE - ReReleases:
Die Firma SPV (Musica) startete vor kurzem ihre "Super
Value"-Aktion, in deren Rahmen diverse ältere Scheiben von ihren Bands
neu aufgelegt und mit diversen Bonus-Tracks und sonstigen Extras versehen werden.
Momentan betrifft dies folgende CDs, weitere sollen folgen:
SAVATAGE - Power Of The Night:
Der Klassiker erstrahlt in neuem Licht, als Bonus-Tracks erwarten uns Live-Aufnahmen
vom Titeltrack sowie von der alten Band-Hymne "Sirens".
SAVATAGE - Hall Of The Mountain King: Einer der
besten Power-Metal-Scheiben ever wurden "Devastation" und der mächtige
Titelsong als Live-Aufnahmen beigelegt. Beide wurden bei einem Gig in Cleveland,
Agora anno 1987 (!) mitgeschnitten.
SAVATAGE - Fight For The
Rock: Nicht unbedingt eine der besten Sava-Platten. Die Neuauflage kann
dafür aber in Form der Live-Tracks "The Dungeons Are Calling"
und "City Beneath The Surface" zwei Classics aufweisen.
Alle drei Alben enthalten außerdem bis dato unveröffentlichtes Fotomaterial,
Liner Notes und ´n neues Booklet.
ANNIHILATOR - King Of The
Kill: Diesem Evergreen wurden anläßlich des Re-Releases der
Song "Only Be Lonely" sowie persönliche Kommentare von Jeff Waters
angehängt.
ANNIHILATOR - Refresh The Demon: Hier erwarten
Euch "The Box" und "Riff Raff" als Bonus-Tracks.
ANNIHILATOR - Remains: Als Special gibt´s
den Track "It´s You" sowie eine achtminütige Ansprache
von Jeff.
Auch die 3 Annihilator-CDs erscheinen in der "Neu-Version" mit bis
dato unveröffentlichtem Fotomaterial, Liner Notes und neuem Booklet.
MEGADETH - Rude Awakening (Sanctuary/edel)
>>>
INTERVIEW
Es wurde ja echt schon Zeit für die allererste
Live-CD von Megadeth, und hier ist sie! Wobei, um genau zu sein, sind es sogar
zwei, und das ist gut so. Dem eingefleischten Fan (ser´s Jeff) mag zwar
noch immer der eine oder andere Song darauf fehlen, aber das haben Live-Alben
von Bands, die´s schon länger als drei Platten lang gibt, wohl so
an sich (welch´ schlaue Erkenntnis, ich weiß, danke). Aber im Großen
und Ganzen kann man mit der Auswahl der 24 gespielten und aufgenommenen Tracks
zufrieden sein, sofern diese schon vorab die Fans per Homepage übernahmen.
Sprechen wir über Titel: "Rude Awakening" beginnt eher "modern"
mit "Dread And The Fugitive Mind" und "Kill The King", bietet
dann aber einen guten Querschnitt aus so gut wie allen Epochen der Gruppe: "A
Tout Le Monde", "Mechanix" (!), "Almost Honest", "In
My Darkest Hour" (yes!), "Tornado Of Souls", "Sweating Bullets",
die beiden "Hangar"-Songs ("...18" bzw. "Return To...")
hintereinander und ein grandioses Finale mit "Symphony Of Destruction",
"Peace Sells" und "Holy Wars". Eines steht nach Genuß
dieser Doppel-Scheibe fest: man kann über die letzten Studio-Alben von
Megadeth streiten, aber tot, tot ist diese Band noch lange nicht. "Rude
Awakening" sells... and you are buying! www.megadeth.com
Andi
Diverse - How We Rock (Burning Hear/edel)
Ha! Wer ob des Titels an die 725. Born To Wild/Smoke On The Water/Whatever You
Want-SchasCD denkt, liegt damit genauso falsch wie jene, die dahinter eine Ansammlung
von sogenannten "Nu Rock"-Acts (Nickelback, Creed, und wie all die Heulsusen
heißen mögen) vermutet. Vielmehr verschafft "How We Rock" einen recht gefälligen
Überblick über die momentan angesagtesten Rotzpunkrock-Gruppierungen. Da dürfen
Gluefcifer natürlich genausowenig fehlen wie die seligen Turbonegro, die zur
Zeit heftig gehypten The Hives oder die Polit-Punk-Rocker der (International)
Noise Conspiracy. Die kultigen Zeke geben sich ebenso ein Stelldichein wie Puffball
oder die New Bomb Turks. In Form der Donnas und (ihrer Supportband auf der letzten
Tour) Sahara Hotnights dürfen sich ein paar freche Gören austoben und Electric
Frankenstein oder Zeke braucht man dem Genre-Fan auch nicht mehr vorstellen.
18 Bands mit je einem Track, das Ganze hübsch gestaltet und zum Special Price
erhältlich - that´s how we rock! www.burningheart.com
Andi
NAZARETH - Homecoming (eagle/edel)
Bei dieser Band muß ich
zunächst immer an "Das Leben des Brian" (ihr Name) und an das bittere Ende einer
Hauptschulromanze (uuhuuuhuuuuu, laaahahaaf höööörts...) denken. Okay, haben
wir darüber auch gesprochen. "Homecoming", ihr neuester Release, stellt einen
Live-Mitschnitt der letzten Tour dar und zeigt sowohl Band als auch Publikum
überraschend fit... da hat wohl jemand seinen Fans vor Show-Beginn Kukident-Gutscheine
versprochen, hm? Anders kann man sich Mitklatsch- und -gröhl-Orgien wie etwa
bei "Broken Down Angel" schwer vorstellen. Genug gelästert, lassen wir die Fakten
sprechen: der Gig startet mit "When The Lights Come Down" vom "Boogaloo"-Album,
bevor "Razamanaz" gleichmal Erinnerungen an ganz große Taten und Zeiten aufkommen
läßt. Nach "Miss Misery" folgt mit "Dream On" die erste der zahlreichen Nazareth-Hit-Balladen
und wieder tanzt Miss Jugendball vor´m geistigen Auge mit einem anderen ab.
Also zur Beruhigung einen kräftigen Schluck schottischen Whiskey; "Simple Solution"
nennt die Band das wohl und so heißt dann auch der nächste Song im Set. Jetzt
wird also ein bisserl gerockt, aber bevor der Puls-Wert dann doch das Durchschnittsalter
zu übersteigen droht, schalten wir lieber wieder einen Gang runter und werfen
in Form von "Heart´s Grown Cold" erneut einen riesigen Schmachtfetzen ins Publikum.
Ganz am Schluß droht die Chose auszuufern, lassen "Hair Of The Dog", This Flight
Tonight" und "Beggar´s Day" hintereinander den Baldrian-Verbrauch auf und vor
der Bühne rasant ansteigen. Also gibt man Band und Audienz wieder ein wenig
Zeit zu Verschnauffen, um dann nochmal alles zu geben: frische Zähne rein, (Grab-)Kerzen
in die Höhe und "Love Hurts" erschallt aus tausenden von Kehlen. Ein grandioser
Abschluß einer grandiosen Live-CD. Scheiße, bin ich alt. www.eagle-records.com
Andi
DEAD SOUL TRIBE - Same (Inside Out/SPV)
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bitte Sie, das Rauchen einzustellen
und die Sicherheitsgurte anzulegen. Hier spricht Ihr Flugbegleiter, ich werde
Sie auf diesem Flug begleiten. Unser Ziel ist der "DEAD SOUL TRIBE". Auf dieser
Reise werden wir von Devon Graves, dem Kapitän der Maschine und seiner neuen
Mannschaft ins Reich der musikalischen Kunst mitgenommen. Der Name mag Ihnen
eventuell bekannt vorkommen, denn unter dem Namen Buddy Lackey war selbiger
Herr jahrelang für die zauberhaften Gesangsdarbietungen in einer Band mit dem
Namen PSYCHOTIC WALTZ zuständig. Des Kapitän´s neue Band lässt jedoch nur ganz
selten mit jenen musikalischen Ergüssen in Verbindung bringen. Heutzutage wird
ein wenig Melancholie in den Songs verarbeitet. Auch die "Moderne" hat ein etwas
Einzug gehalten, denn bei Kompositionen wie "The Drowning Machine" meine ich
TOOL als Inspirationsquelle zu vernehmen. "Under the Weight Of My Stone" nennt
sich ein weiteres edles Werk, welches auch auf dem anno 1993 veröffentlichten
Soloscheibchen des Kapitäns hätte stehen können. Ich bin sicher eine Reise in
diese musikalische Landschaft wird Ihnen nicht genügen, denn erst nach mehrmaligem
Anflug können Ziele wie "Cry For Tomorrow" oder "Into the Spiral Cathedral"
vollständig erschlossen werden. Buchen Sie noch heute weitere Reisen ins Land
des "DEAD SOUL TRIBE", denn Musik wie in jener Region erhalten Sie in Zeiten
wie diesen leider viel zu selten. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche
einen angenehmen Aufenthalt.
"Flugbegleiter" Walter
ETERNAL TEARS OF SORROW - A Virgin
And A Whore (Drakkar/BMG)
In Sachen ETERNAL TEARS OF SORROW bin ich noch Jungfrau, soll heißen mir sind
die bereits veröffentlichten Werke dieser finnischen Band unbekannt. Damit wäre
die Hälfte des Titels schon besprochen. Das mit der Hure werden wir auch hinbekommen,
denn mit Drakkar haben die Herren ja ein finanzkräftiges Label im Rücken...
Spaß beiseite, WIR SIND UNBESTECHLICH (sowieso, Andi). Ich muß gestehen, mit
dem Sound des Quintetts so meine Probleme zu haben, denn in meinen Ohren vertragen
sich der teilweise gekeifte Black Metal-mäßige Gesang und die manchmal arg poppig
klingenden Melodien nicht unbedingt. Ich werde auch nach mehrmaligem Durchlauf
das Gefühl nicht los, das hier jemand mit allen Mitteln den Durchbruch schaffen
will. Diese Tatsache ist ja an und für sich nichts Verwerfliches, denn es wird
mit Sicherheit eine Zielgruppe zu finden sein, die auf eine Band namens CRADLE
OF HIM gewartet hat (wer immer diese Gruppe darstellen soll: i bin net dabei,
Andi). Nun, hier ist sie - antesten ist für die Fans der genannten Fans Pflicht
!
Walter
PEGAZUS - The Headless Horseman (Nuclear Blast/edel)
Trotz Austausch der halben Mannschaft - Sänger und Bassist sind neu - hat sich
im Hause der Stoj-Brüder keinerlei Stiländerung eingeschlichen. Da Pegazus ja
beinahe ein "Familienbetrieb" ist (näheres im Interview mit Jonny demnächst)
und eben diese Beiden den Laden am Laufen halten, sind sie auch für die Musik
zuständig. Auch auf "The Headless Horseman" dem mittlerweile vierten Longplayer
der Australier, zeigen sie ihre permanente Vorliebe für den Metal, wie er in
den 80er Jahren fabriziert wurde. Die Produktion klingt logischerweise wesentlich
besser als damals, aber einen Klang wie er damals auf Ebony - Records Scheiben
zu hören war, ist heute einfach nicht mehr produzierbar. Songs wie der Titeltrack,
"Dragon Slayer", oder "The Patriot" haben durchaus Charme und überzeugen vor
allem durch ihre Eingängigkeit. Wer sich immer noch gerne Werke aus der Zeit
der NWOBHM reinzieht, bekommt hier ein aktuelles Album, dass gefallen wird.
Die Vergleiche zu den zahlreichen (süd)europäischen Konkurrenten kann ich nicht
wirklich nachvollziehen, da Pegazus weniger von der "Hamburger Schule" beeinflusst
wurden. Aber es ist nicht alles eitel Wonne : Mit einem Cover wie diesem lässt
sich anno 2002 nicht einmal der Malwettbewerb in der örtlichen Vorschule gewinnen
!
Walter
DESTILLERY - Ferrum (Iron Glory Records/NSM)
Jörg M. Knittel scheint eine eigene Zeitrechnung zu haben. Nicht nur, dass dieser
Herr als Gitarrist der deutschen Power Metaller SACRED STEEL bekannt sein sollte,
so nebenbei hat er mit der Doom-Formation DAWN OF WINTER und den Deathern MY
DARKEST HATE gleich zwei Nebenprojekte am Start. Da dennoch Zeit zur Verfügung
sein dürfte, hat Jörg vor geraumer Zeit auch ein eigenes Label gegründet. Neben
der Wiederveröffentlichung "oider Hodan" (DANKE übrigens für IRON CROSS!!!)
haben Iron Glory aber auch junge, talentierte Bands unter Vertrag. Eines jener
"Rösser" nennt sich DESTILLERY und bringt mit "Ferrum" bereits ihr drittes Werk
auf den Markt. Wie bereits auf den Vorgängeralben wird tradioneller Metal geboten,
der trotz der Herkunft der Band allerdings kein bisschen "teutonisch" klingt.
Viel mehr meine Einflüsse des amerikanischen Power Metals aus vergangenen Tagen
zu vernehmen, aber auch die Epoche der NWOBHM scheint nicht ganz ohne Einfluß
geblieben sein. Tempomäßig hat die Rythmusfraktion alles gut im Griff, die recht
abwechslungsreich gestalteten Songs laufen gut in die Gehörgänge, um sich festzusetzen.
Auch von balladesken Tönen scheut die Band nicht zurück - ihr merkt schon, auf
"Ferrum" wird so ziemlich ALLES geboten, was der traditionell veranlagte Banger
wünscht. Von meiner Seite gibt es auf jeden Fall eifrigen Beifall, oder um es
mit den Worten Scooter´s (owa scho der aus der Muppet -Show, und ka Techno-Doim)
zu sagen: "Applaus, Applaus, Applaus!".
Walter
KING DIAMOND - Abigail II - The Revenge
(Metal Blade/NSM)
Schon seit einigen Jahren wartet die treue Anhängerschaft des Diamantenkönigs
auf die Fortsetzung der "Abigail"-Story. Da die Gnädigste im ersten Teil ja
nicht wirklich verschieden ist, bedurfte es auch keiner allzu problematischen
Re(h - für Kari)-Animation. Wie immer werden sich auch an diesem Werke die Geister
scheiden. Entweder man kommt mit der Falsett-Stimme des Meisters zurecht, oder
eben nicht. Mir persönlich ist jedenfalls niemand bekannt, der MERCYFUL FATE
oder die Solo-Alben des King als durchschnittlich oder mit einem "geht so" beurteilt.
Diese Stimme kann man nur mögen oder eben nicht! Musikalisch gesehen gab es
ja ohnehin nie Zweifel über die Kompetenz der involvierten Musikanten. Ich für
meinen Teil würde "Abigail II" als das bisweilen progressivste Album der ohnehin
nicht gerade simpel gestrickten Power Metal-Epen von King Diamond bezeichnen.
Ein Muß für die Zielgruppe!!!
Walter
METALIUM - Hero-Nation (Massacre)
Die Herren Ratz / Lange und Basse haben allen Unkenrufen zum Trotz ein neues
Album eingespielt und Verstärkung durch Gastmusiker lediglich an den Keyboards
benötigt. Dafür wurden mit Don AIREY und Ken HENSLEY gleich zwei der bekanntesten
Größen des Genres engagiert. Musikalisch hat sich nicht viel verändert, man
setzt weiterhin auf melodiösen Metal, der recht ordentlich durch die "Hamburger
Schule" geprägt ist, und, vielleicht gerade deshalb, recht flott ins Gehör geht.
Als lyrisches Konzept haben sich die Herrschaften die Geschichten "Alter Helden"
vorgenommen, ( Hero - Nation ist eigentlich die Kurzform von "Hero - Reincarnation).,
wobei unter anderem Russland ("Rasputin"), Schweden ("Odin´s Spell") und Griechenland
("Odyssey") textmäßig bearbeitet wurden. Was auch immer die breite Masse über
diese Band denkt, in meinen Augen hat eine Formation wie METALIUM mit Werken
wie z. B. diesem ihre Beachtung verdient !
Walter
CANNIBAL CORPSE - Gore Obssessed (Metal Blade/NSM)
Die Band, deren Alben in Australien, Neuseeland und Korea aus angeblichen Moralitätsgründen
nicht zu erhalten sind, veröffentlicht dieser Tage ihr mittlerweile achtes Studioalbum.
"Gore Obssessed" nennt sich jener Silberling, der Death Metal-Maniacs weltweit
zur Raserei bringen wird. Angeführt von der Rythmusabteilung Alex Webster (B)
und Paul Mazurkiewicz (D), die präzise wie ein Uhrwerk jeden Tempowechsel vorgibt
und auch in den schnellsten Passagen keinerlei Abstimmungsprobleme zeigt, über
die Gitarrenfront Jack Owen und Pat O´Brien , die technisch Hervorragendes zum
Besten gibt und so George Fisher mit seiner Röhre noch mehr in Szene setzen
kann. In manchen Passagen frage ich mich tatsächlich, wie weit Thrash und Death
Metal überhaupt auseinanderliegen, denn ein Großteil der Songs hätten mit einer
andersartigen Stimme auch problemlos als Thrasher allererster Güte auf den Markt
gebracht werden können. Aber CC sind nun einmal eines der Zugpferde des Death
Metal - Genres und mit "Gore Obssessed" wird diese Stellung mit Sicherheit ausgebaut
werden können. Für die "Zensurfraktion" ist mit Songs wie "Savage Butchery"
oder "When Death Replaces Life" auch wieder reichlich Stoff zum Aufregen vorhanden,
aber eigenartigerweise sind jene Filme, die die Herren zu ihren Texten animieren,
in der Videothek ums Eck im Sonderangebot übers Wochenende auszuborgen. Was
ist denn jetzt an CANNIBAL CORPSE derart jugendgefährdend, frage ich mich, aber
Antwort erwarte ich ehrlichgesagt ohnehin keine. Summa summarum ein Kracher
vor dem Herren!!!
Walter
PRO-PAIN - Shreds of Dignity (Nuclear Blast/edel)
Alles beim Alten im Hause PRO-PAIN im Jahre 2002. Sänger/Bassist Gary Meskil
und seine Mannschaft (noch immer die Herren Klimchuck , Klinger und Matthews)
haben sich im Laufe der Zeit eine treue Fangemeinde erspielt. Diese wird auch
mit "Shreds of Dignity" bestens bedient. Aber wozu sollte der Sound auch großartig
verändert werden? Trendreiterei oder Anbiederung an moderne Musikstile war den
Herrschaften schon seit jeher fremd. So überzeugt auch das neue Album über die
gesamte Spieldauer von knapp 38 Minuten (bzw. 12 Songs) mit recht Metal-lastigem
Hardcore. PRO - PAIN sind - in meinen Augen - eine jener wenigen Bands auf die
der Begriff "CROSSOVER" zutrifft wie die Faust auf´s Auge. Die einzelnen Tracks
eignen sich hervorragend zum Hüpfen, Stampfen, Humpeln (vor allem zum Humpeln...
Andi) oder was die jeweilige Körperverfassung sonst so zulässt. Von der Kompaktheit
und Durchschlagskraft der neuen Songs sollte man sich am besten bei der demnächst
anstehenden Tournee ein Bild machen, denn diese Band funktioniert am Besten
auf den Brettern, die die Welt bedeuten!
Walter
VOMITORY - Blood Rapture (Metal Blade/NSM)
Bereits seit 13 Jahren treibt diese schwedische Formation ihr Unwesen im metallischen
Untergrund. Nach einigen Demos und einer Single wurde im Jahr 1996 das Debüt
"Raped In Their Own Blood" auf den Markt gebracht. Mit ihrem derben, aber dennoch
klar strukturierten Death Metal überzeugten die Schweden dermaßen, dass nach
der zweiten Scheiblette "Redemption" ein Vertrag bei Metal Blade ins Haus flatterte.
Seit dem war die Band oft auf Tour, unter anderem im Rahmen der "NO MERCY" -
Festivals im Jahre 2000 bzw bei den "X -Mas-Festivals" im letzten Jahr. Nun
steht mit "Blood Rapture" also das mittlerweile vierte Machwerk in den Regalen.
Wiederum wird brutaler Death Metal geboten, der von Henrik Larsson im Berno
Studio mit dem nötigen "Wumms" ausgestattet wurde um die Zielgruppe zu erfreuen.
Zwar ist die Spielzeit mit 32 Minütchen doch relativ bescheiden ausgefallen,
aber beim vorgelegten Tempo kann auch die geübteste Halsmuskulatur nicht länger
durchhalten. Wer sich kompromisslosen Death Metal ohne technische Finessen hineinziehen
will, sollte zugreifen.
Walter
MERCENARY Everblack (Hammerheart/NSM)
Pure, "zeitgemäße" Härte mischen
die sechs Herren von Mercenary mit einer gesunden, weil gerade noch erträglichen
Note an augennassem Gekreische, recht brutale Knüppeleien und höllenschlündiges
Gegröhle fügen sich anschmiegsam in zutiefst melancholische Jammergesänge,
und nach einer leidenschaftlichen und gerade noch und trotzdem ganz locker
am Kitsch vorbei schrammenden "AOR"-lastigen Passage, in die
ganz nebenbei ein atemberaubendes Gitarrensolo eingebaut wird, legt sich der
dunkle Stimmpart schnell mal wieder in die Kurve dunkeldüsteren Geflüsters
... Extrem schnell und abwechslungsreich, höchst angenehm ins Ohr gehend
und trotzdem nicht als Light-Food abzustempeln, befriedigt diese Scheibe in
vollem Maße die Ansprüche von sowohl (toleranten) Schwermetallern
wie auch (toleranten) Fans von Melodic oder gar huch! Goth Metal.
Finde ich.
Althea
THEATRE OF TRAGEDY - Assembly (Nuclear Blast/edel)
Nach ihrer letzten Scheibe "Musique", die
in ihrer Ich-Will-Ja-Aber-Ich-Kann-Echt-Nicht-Manier nicht nur verwirrend und
sterbenslangweilig, sondern vor allem wirklich "tragisch" war, haben
die Mannen rund um Front-Girl Liv Kristine nun endlich wieder etwas Grenzgeniales
geschaffen. Vom ersten Takt an einfach aber wahrheitsgetreu gesagt mitreißend,
stellt das nagelneue Werk "Assembly" die von den Norwegern hörbar
perfektionierte Symbiose von abwechselnd treibenden und atmosphärischen
Electro-Stößen und wohl dosierten Metal-Wogen dar. Und positiv aggressiver,
erotischer und energetischer klangen sowohl männlicher als auch weiblicher
Gesang garantiert noch nie zuvor. Fazit: ein Mörder-gutes Album, das endlich
mal wieder echt Respekt verdient. Da kann man der Band nur gratulieren. Und
die Fans werden sich garantiert auch alle freuen. In Kürze wird hier ein
großes INTERVIEW mit der Band online gehen > check it out!
Althea
TAPPING THE VEIN The Damage (Nuclear Blast/edel)
Das Quartett aus Philadelphia wurde jahrelang als Independent
Tipp mit großartigen Live-Qualitäten gehandelt. Mit ihrem seit kurzem
veröffentlichten Debüt steht nun aber endlich die Tür zu noch
größeren Erfolgen offen: rockig die toughen Gitarrenströme,
wogend die verworrenen Elektrosphären und bezaubernd verführerisch
die Elfenstimme von Sängerin Heather, die den Songs erst das Leben einhaucht,
hat man sich bereits nach dem allerersten Anhördurchgang hemmungslos in
Band und Album verliebt.
Althea
PERSEPHONE Home (EFA/Ixthuluh)
"L'me Immortelle" hatten ja jetzt erst mal Pause, damit alle Beteiligten
ihren Soloprojekten nachgehen konnten, und wenn man sich anhört, was dabei
zum Teil so raus kommt, dankt man Gott. Zumindest im Fall der charismatischen
Sängerin Sonja Kraushofer, die sich hinter dem Hexen-Pseudonym verbirgt.
Magisch mutet dabei aber nicht nur das absolut perfekt kreierte Digipak-Artwork
an, magisch sind vor allem die musikalischen Höchstleistungen, die die
Dame auf ihrem Solo-Debüt bietet. Mal in die Klassik abdriftend, mal in
mittelalterlicher Leidenschaft verschwindend, entführen die multi-instrumentierten
Lieder den gebannten Zuhörer in unendliche Täler der Traurigkeit,
die einzig von einem Kerzenmeer und einer abwechselnd filigranen und gewaltigen
Stimme erhellt wird. Und wenn man erfährt, dass die Ausnahmekünstler
von Janus ihre Produzentenhändchen im Spiel hatten, wundert einen sowieso
gar nichts mehr. Kann man nur hoffen, dass "Sonja Solo" bald wieder
was von sich hören lässt ...
Althea
TIAMAT Judas Christ (Century
Media/NSM)
Für Leute wie mich, die immer noch an der einzig
wahren Tiamat-Scheibe "Wildhoney" im wahrsten Sinne des Wortes
kleben, ist auch das zugestanden wirklich gelungene neue Album der skandinavischen
Charismatiker rund um Teufelsglatze Johan Edlund anfangs gewöhnungsbedürftig
(wie es nun mal jede Platte ist, die nach "Wildhoney" kam ... and
with every tear ...). Dicht und stimmungsvoll, mal direkt beschwingt, mal gewohnt
düster, und in jedem Fall Edlunds unvergleichlich raue Stimme als Allzeit-Trumpf
ausspielend, legt sich "Judas Christ" allerdings bereits nach kurzem
ins geneigte Ohr, um mit sphärischem Saitenspiel, bittersüßen
Melodien und den wundervollen Einlagen von Gastsängerin Trille den einfach
nicht tot zu kriegenden Dämon zu beschwören. Mein Interview mit Tiamat
werden wir in Kürze hier online stellen, watch out!
Althea
SOIL Scars (J-Records/BMG)
Wer in der zweiten Hälfte der 90er Jahre
mit schwarz gefärbten Haaren und den coolsten 1er-Böcken des Kuhdorfes
bestückt auf die hübschen Jungs von Sundown abfuhr und Paradise
Lost-Poster ansabberte, darf sich gleich mal freuen: Jahre später gibt
es erstmals vergleichbares Frischfleisch in Form der verdammt netten Burschen
von Soil, die zur Abwechslung mal nicht ihre extra für MTV kreierten Peckerln
in die Kamera strecken, sondern einfach "echt" cool rüber kommen.
Soviel zum subjektiv-visuellen Teil der Geschichte. Nun aber losgerissen von
dem guten Eindruck, den die Pressefotos machen, tsts, immer diese viel zu weiblichen
Journalisten ... Nur mal angenommen, Creed klingen tatsächlich, als hätte
der Sänger Wattebäusche im Mund, und Therapy? würden wirklich
nichts mehr taugen, und Soundgarden verschwänden (wie alle Götter
irgendwann) hinauf in ihren Olymp (ups, das ist ja bereits wirklich passiert!
Sowas!) wenn all das Wirklichkeit werden würde, dann stünden
Soil in der Mitte, um das Gesamtwerk zu vollenden. Alles klar? Die Songs auf
"Scars" haben (mindestens) drei klare Aussagen: "Wir rocken so
heavy und dunkel und steinig, dass euch die Luft weg bleibt. + Unsere Kindheit
war garantiert kein Honigschlecken, auch, wenn wir in den Credits unsere Moms
und Families lieb grüßen lassen. + Wir machen in erster Linie für
uns Musik und nicht für die kreischenden Nu Metal-Fans des neuen Jahrtausends."
Okay. Eventuell habe ich mir diese Aussagen aus den Fingern gesuckt. Eventuell
steht hier mal wieder viel zu viel Unwesentliches. Eventuell aber freue ich
mich einfach so unglaublich über diese Platte, dass es schwer ist, sie
mit Worten zu umschreiben. Eventuell rate ich euch deshalb, sie euch selbst
zu holen. Und hol mich der Geier, wenn ihr nicht genauso überzeugt seid
wie ich!!
Althea
FREUND HEIN Subversive Revolution (Doing! Rec./Eigenprod.)
Ein bißchen Black-Gegröhle, eine gute Portion
Death-Gekreische, das alles in den Thrash-Eimer gekippt und mit dem nötigen
Gewürz an hyperaktivem Wahnsinn umgerührt, fertig ist die gesellschaftskritische
Suppe, die uns Freund Hein mit ihrem aktuellen 5-Track-Album kredenzen. Auf
Full-Speed getrimmtes Instrumenten- sowie gefährlich intellektuelles Gedankengut
paaren "die, die direkt aus der Hölle kamen" mit Hysterie, rollenden
Augäpfeln und der Stimmung eines alles verwüstenden Orkans, in der
Chor-ähnliche Drohungen und unglaubliche Keys auch das letzte Gyros-Eck
durch pusten. Das beeindruckt und verschafft den Jungs spätestens jetzt
den wohlverdienten Respekt. Schluß mit lustig, die Schlümpfe sind
tot und Engstirnler haben sowieso nix mehr zu lachen, denn Freund Hein ist auf
schwerst metallischem Fuße zurückgekommen. Und da freut man sich
schon jetzt ganz ehrlich auf den nächsten hieb- und stichfesten Sensenschwung!
www.freundhein.com
Althea
DROWNING POOL Sinner (Epic/Sony
Music)
Sie meinen's gut, die neuesten Nachfolger von Papa Kakerlak,
sprich: die neuen Nu Metal-Söhne von Drowning Pool, doch das sündige
Debüt "besticht" auf den ersten Blick vor allem erst einmal durch
ein schlechtes Cover und ein lachhaft hochgestyltes Foto der Jungs. Dabei ist
die Musik an sich nicht so schlecht: sehr energiegeladen und ziemlich sauer
wird der Welt entgegen geschleudert, was alles sch*** läuft. Dass alle
Menschen Sünder sind, dass falsch eingesetzte Religion denkwürdige
Schäden hinterlassen kann und dass Liebe eigentlich auch nicht so toll
ist. Genauso wie dieses Album. Allerdings sind zugegeben gute Ansätze vorhanden:
rhythmische Passagen mit Bang-Faktor, cool-straighte Gitarreneinlagen und ein
beeindruckendes Stimmpotential, zum Beispiel. Fazit: das nächste Album
kommt bestimmt. Und das wird dann vielleicht wirklich der Hammer. Warum nicht?
Althea
BETO VAZQUEZ INFINITY (Drakkar/BMG)
"Atmosphärische Rockballaden mit Classic-Touch,
interpretiert von fantastischen Stimmen". Ausnahmsweise spricht das Info
der Plattenfirma NICHT mit gespaltener Zunge. Die Vocals stammen von: Candice
Night (Blackmore`s Night), Tarja Turunen (Nightwish!), Sabine Edelbacher (Edenbridge)
und Fabio Leone (Rhapsody). An den Drums Jörg Michael (Stratovarius + noch
99 andere Bands). Initiiert wurde das Allstar-Projekt von einem Argentinier
namens Beto Vazquez (nie zuvor gehört (tröste Dich, er von Dir wohl
a net...Andi)). Mit Metal hat das Ganze, wie die Einleitung schon unschwer erkennen
lässt, nicht viel zu tun. Wer allerdings Edenbridge, Blackmore`s Night
bzw. die Balladen von Nightwish mag (da soll`s ja einige geben), kann mit dieser
Scheibe nichts falsch machen. Existiert der Begriff "Kuschel-Metal"
eigentlich schon? Trifft in diesem Fall den Appel (`tschuldigung, Nagel wollt
ich sagen) auf den sprichwörtlichen Kopf (Dich wird auch bald was "auf
den Kopf treffen", Andi). Mit der Schlußnummer "The Battle Of
The Past" wird man zuguterletzt unerwarteter Weise (Fabio Leone sei Dank!)
mit einem Power Metal Kracher unsanft aus seinen wohligen Träumen (oder
womit auch immer man sich beim Hören dieser CD beschäftigt?!) gerissen.
Bekommt einen Ehrenplatz neben der 95teiligen "Kuschelrock-Collection".
Der optimale Soundtrack für Stunden in trauter Zweisamkeit (bei Cradle
Of Filth kuschelt sich`s halt doch nicht so toll)!
Ger-Hard
SQUEALER - Under the Cross (AFM/NSM)
Endlich wieder einmal was Neues aus dem Hause SQUEALER!
Vor einigen Jahren war diese deutsche Formation ja in unseren heiligen Hallen
als Support für die ArizonaThrasher SACRED REICH zu sehen. Seit dem
haben die Herrschaften einen ordentlichen Entwicklungsschub durchgemacht. Vom
eher brachialen Thrash der Vergangenheit hat sich der Stil in Richtung Power
Metal verlagert. Genau diese Tatsache macht "Under the Cross" zu einer
der besseren Veröffentlichungen in den letzten Wochen. Abwechslungsreichtum
wird hier groß geschrieben, und so wundert es nicht von Power-Hämmern
wie dem Opener "Painful Lust" über speedige Kompositionen bis
hin zur Ballade "Fade Away" sowie dem überaus gelungenen Remake
des alten "Disco Hodans" "In Zaire" ein breites Spektrum
schwermetallischen Schaffens präsentiert zu bekommen. "Under the Cross"
sollte JEDEN, der sich zur Gattung der Metaller zählt, hoch erfreuen !
Walter
SOILWORK - Natural Born Chaos (Nuclear Blast/edel)
Da sind sie wieder, die fünf jungen Schweden, die
vor allem dafür bekannt sind, dass sie als eine der persönlichen Favoriten
des "Herrn und Meisters" Rob Halford gelten. Es wäre unfair zu
behaupten, dass nur diese Tatsache ihren Erfolg ausmacht. Zum einen haben wir
es mit einer äußert fleißigen Formation zu tun, denn seit der
Bandgründung 1997 liegt nun schon das vierte(!!) Album vor. In der Zeit
haben andere Bands gerade die Instrumente ins Studio gebracht! Stilistisch liegen
sie irgendwo im "Niemandsland" zwischen melodiösem Death Metal,
traditionellen Metalklängen und einer Menge Einflüsse des "Modern
Thrash". Zum Gelingen dieses Scheibchens hat mit Sicherheit auch Produzent
Devin Townsend beigetragen, der den Kompositionen den nötigen "Wumms"
verliehen hat. Jetzt noch einmal so eine Tournee wie letztes Jahr mit ANNIHILATOR
und NEVERMORE und der Weg zur Spitze ist kein allzu langer mehr.
Walter
UNDERGROUND MOON -same (Revolution Entertainment/edel)
So klingt also der Rock für das neue Jahrtausend.
Interessant, interessant. Aus den Vereinigten Staaten kommt diese, zumindest
für die Aufnahmen zweiköpfige Formation, die mit Sicherheit groß
werden kann. Kann? Ja, denn im Endeffekt hängt es noch immer davon ab,
ob und vor allem wie viele dieser Scheiblette über die Verkauspulte wandern
(was für eine revolutionäre, die Musik-Welt völlig auf den Kopf
stellende Information... danke Walter! Andi) Das Duo Dominic Moon am Bass, Schlagwerk
und Gesang und Gitarrist Tommy Henriksen, kann durchaus begeistern. Ich würde
grob einen Vergleich mit den längst in den ewigen Jagdgründen befindlichen
Schweden von SHOTGUN MESSIAH heranziehen. Gründe dafür gibt es mehrere.
Da hätten wir diese ständigen IndustrialEinflüsse, speziell
der verzerrte Gesang deutet in diese Richtung. Weiters muß aber auch festgestellt
werden, dass wie bei den erwähnten Schweden, die ja auch als Melodic Rocker
begonnen haben, diese Einflüsse nicht von der Hand zu weisen sind. Jetzt
aber des Rätsel´s Lösung woher diese MelodicAnteile stammen
: bei dem Herrn Dominic Moon handelt es sich um niemand Geringeren als Ex(?)DOKKEN
und DIOBassisten Jeff PILSON. Warum und woher der plötzliche Namens
bzw. Gesinnungswechsel kommt, ist mir zwar unbekannt, aber ich schätze,
wenn der Durchbruch geschafft ist, wird es eine Erklärung geben.
Walter
BLUDGEON - Crucify the Priest (Metal Blade/NSM)
Es ist soweit : MANOWARBoss und ErlitzIntimus
(haha, Andi) Joey DeMaio hat sein eigenes Label gegründet. Magic Circle
Music nennt sich dieses und mit BLUDGEON feiert nun eine vierköpfige amerikanische
Band ihren Einstand im Musikbusiness. Joey hat die Band auch noch produziert,
womit einige Fragen z.B. warum MANOWAR immer sooo lange brauchen, bis
ein neues Album fertig ist geklärt sein dürften. Wer jetzt
der Meinung ist, eine eher traditionell ausgerichtete Formation oder gar MANOWARClones
vor sich zu haben, irrt gewaltig. Verständlicherweise hat sich Joey NICHT
die Konkurrenz ins Haus geholt. BLUDGEON sind stilistisch irgendwo zwischen
Thrash, Death und Black Metal einzuordnen. Vor allem in den thrashigen Momenten
erinnert die Chose ein wenig an die kultigen NY Thrasher DEMOLITION HAMMER
(Amen. Andi). Aber auch die 90´er sind an den Chicagoern (? Andi) nicht
spurlos vorüber gegangen, speziell die skandinavische Black MetalSzene
hat es dem Quartett angetan, was der Titelsong, "Inner Hell" und "Stained
in Blood" belegen. Von einem MUSS kann noch nicht gesprochen werden, wer
aber Werke der genannten Genres liebt, ist mit "Crucify the Priest"
bestens bedient.
Walter
CROWN - Crowned in Terror (Metal Blade/NSM)
"Death Metal Holocaust: der Titel der letzten
von insgesamt 11 Nummern kann als Programm für diese Scheibe verstanden
werden. Was hier auf den Hörer zukommt, macht dem Titel "Crowned in
Terror" alle Ehre. Wie kaum eine andere Band der TodesFraktion schaffen
es die Schweden mit derartiger Geschwindigkeit durch die Songs zu "holzen",
dass einem schwindlig wird. Das Feinste an der Sache ist allerdings, das es
keineswegs stupid grindcorig zur Sache geht, sondern der nötige Groove
nicht vermisst werden muß. Auch Neuzugang Sänger Tomas Lindberg
ja, genau DER! (ExAT THE GATES) - trägt mit seiner "satanischen"
Röhre sehr viel zum Gelingen des Albums bei. SO muß Metal direkt
aus der Hölle klingen, nämlich amtlich dröhnend, dennoch eingängig
und mit dem nötigen Augenzwinkern, wie das neue Bandlogo auf der Innenseite
des Covers verrät.
Walter
BLIND GUARDIAN - A Night At The Opera
(Virgin)
Das lange Warten, Bangen und Hoffen hat ein Ende. Um
es gleich vorweg zu nehmen: die 4jährige Wartezeit hat sich gelohnt. Man
hat das unglaubliche Kunststück zuwege gebracht, die Qualität der
bisherigen Veröffentlichungen nochmals zu toppen! Man nehme den Bombast
und Pathos von "Nightfall In Middle Earth", kombiniere ihn mit der
Härte von "Tales From The Twilight World"; so ist "A Night
At The Opera" in kurzen Worten wohl bestens (und doch wieder unzureichend)
umschrieben. Es fällt schwer, diese geballte Ladung an großartigen
Songs in Worte zu fassen. Noch mächtigere Chöre, noch kompliziertere
Arrangements, eine unendliche Fülle von Details, rasend schnelle Double-Bass
Attacken (z.B. "Under The Ice"), mörder-geile Refrains, Hansi
singt wie ein junger Gott, (jetzt sollte ich mich schön langsam einbremsen!
Blind Guardian sind einfach mit nichts und niemandem vergleichbar. Abgesehen
von der Halbballade "The Maiden And The Minstrel Knight" und dem bereits
als Vorab-Single bekannten, 14minütigen "And Then There Was Silence",
wird das Gaspedal auf die volle Distanz gnadenlos durchgetreten. Unmöglich,
das Gehörte nach nur einem Anlauf komplett zu verarbeiten. Aus dem Ideenreichtum,
der hier in einem einzelnen Song steckt, machen andere Bands ein komplettes
Album (oder 10, Anm. Andi). Meine momentanen Favoriten sind das epische "Age
Of False Innocence" bzw. das mächtig vorantreibende "Battlefield"
(Wahnsinns-Chorpassagen). Aber die Favoriten wechseln tagtäglich, dieses
Album braucht etliche Durchläufe, um die Vielzahl von Feinheiten und Details
auch nur halbwegs zu verarbeiten. Und macht in weiterer Folge hoffnungslos süchtig.
Genial! www.blind-guardian.com
Ger-Hard
FALCONER - Chapters From A Vale Forlord (Metal Balde
/ NSM)
Falconer sind die Band des Ex-Mithotyn Gitarristen Stefan
Weinerhall. Die einstigen Black-Einflüsse (bezieht sich auf Mithotyn) sind
Schnee von gestern. Auf ihrem 2. Album zeigen die Nordmänner den immer
zahlreicher werdenden Möchtegern-Wikingern, wo Thor´s Hammer hängt
(bei Dir am Heisl, oder? Andi). Galoppierende Riffs, hymnische Melodien, gepaart
mit zündender Härte, geschmackvoll mit sparsam eingesetzten Folk-Ingredienzen
garniert. Zudem hat man mit Mathias Blad einen Sänger rekrutiert, dessen
cleaner, prägnanter Gesang sich wohltuend vom öden Gekrächze
ähnlich gelagerter Formationen abhebt. Die Songs haben allesamt Ohrwurm-Qualität,
die hymnischen Refrains krallen sich gnadenlos in den Gehörgängen
fest. Hört beispielsweise mal in "Lament Of A Minstrel" rein,
ein Mitgröhl-Stampfer par excellence, da bleibt kein Auge trocken und kein
Becher leer (oder umgekehrt, Andi). Die Jungs drücken gar mörderisch
an und mit "Portals Of Light" hat man eine ausnahmsweise absolut nicht
peinliche Power-Ballade im Programm. Falconer sind ganz einfach anders, ihre
Musik macht Spaß und verbreitet gute Laune. Ein Album, das Viking- und
Power Metal-Fans gleichermaßen ansprechen dürfte. Ganz große
Klasse!
Ger-Hard
THE COMPANY OF SNAKES - Burst The Bubble
(Steamhammer/SPV/Musica)
Als Whitesnake-Fan der ersten Stunde (wundert keinen
bei Deinem Alter, Andi) begegne ich derartigen Projekten eher mit gemischten
Gefühlen. Das im letzten Jahr erschienene Live-Album, das fast ausschließlich
Whitesnake-Klassiker enthielt, war ja nicht gerade das Gelbe vom Ei. An ihrem
Konzert im Planet gab es, abgesehen von einigen Schwächen bei der gesanglichen
Umsetzung des alten Materials ("Here I Go Again" hat weh getan!),
allerdings absolut nichts auszusetzen. Schließlich haben sich hier mit
Neil Murrey (b.) sowie dem Gitarren-Duo Mickey Moody und Bernie Mardsen drei
ganz große Mitglieder der Ur-Besetzung zusammen gefunden. Daß Frontman
Stefan Berggren nicht ganz an David Coverdale heranreicht, ist bedauerlich,
war allerdings zu erwarten. Jorn Lande wäre hier die Idealbesetzung (was
zahlt Dir der Typ denn eigentlich immer? Andi). Auf "Burst The Bubble"
versucht man es nun mal ausschließlich mit Eigenkompositionen. Und das
Ergebnis kann sich hören lassen. Der Song "Back To The Blues"
gibt die Marschrichtung vor, musikalisch schließt man nahtlos an Klassiker
wie "Ready An` Willing" oder "Come And Get It" an. Blueslastiger
Hardrock britischer Prägung, momentan zwar nicht sonderlich angesagt, dafür
aber von zeitloser Qualität. Hat vielleicht nicht ganz die Klasse der alten
Klassiker (aber nah dran), kommt live aber sicher mörderisch gut. Ein Album,
mit dem auch eingefleischte Whitesnake-Maniacs wie ich leben können. Und
ganz sicher besser als die letzten beiden Coverdale-Scheiben "Restless
Heart" bzw. "Into The Light". Anspieltip gibt`s keinen, einfach
durchlaufen lassen und geniessen, es zahlt sich aus!
Ger-Hard
DREAM THEATER - Six Degrees Of Inner
Turbulence (Elektra/Warner)
Diese Band ist eine absolute Ausnahmeerscheinung in
der Rock/Metal Szene. Hier haben vier begnadete Ausnahme-Musiker zusammen gefunden,
die unbeschreiblich gute, fast schon außerirdische Musik machen. Ihr Name
bürgt für Qualität. Diese wird uns diesmal erfreulicherweise
in Form einer Doppel-CD geboten. Mit dem Begriff "Progressive-Metal"
lässt sich ihre Art von Musik noch am ehesten definieren. Der Opener "The
Glass Prison" ist zweifellos der härteste Dream Theater-Song ever,
die ersten 4 Minuten könnten beispielsweise, selbst vom Gesang her, locker
von einer alten Metallica Scheibe stammen. So rau bzw. heavy ging`s bislang
noch nie zur Sache. Oder "The Great Debate", ein Mörder-Song,
14 Minuten lang, leicht spacig angehaucht, einer der besten Dream Theater-Songs
aller Zeiten!! Mit dem verhaltenen "Disappear" (Pink Floyd meets Beatles),
der mit 6:48 kürzesten (!) Nummer des Albums, endet die erste CD. Wow!
Kann da noch etwas drübergehen?! Na sicher doch!
Die 2. CD enthält das 42minütige, in acht Kapitel unterteilte Titelstück,
das mit einer bombastischen orchestralen Overtuere beginnt, um in weiterer Folge
(ab "War Inside My Head") in einem wahren musikalischen Inferno zu
explodieren. Ja, sie sind härter geworden. Gut so! Mit "The Grand
Finale" nimmt das monumentale Epos ein beschauliches Ende. Was die musikalischen
Leistungen jedes einzelnen Musikers betrifft, so kommt man nicht umhin, in Superlativen
zu schwelgen. Das macht ihnen so schnell niemand nach. Diese Musik kann man
nicht in Worte fassen, unbedingt anhören! Als Hintergrundberieselung eher
ungeeignet, jedoch in Ruhe, am besten über Kopfhöre, ein Genuss! Ich
würde sie ja ur-gerne wieder mal live sehen, bitte holt sie doch endlich
wieder nach Wien!!!
Ger-Hard
ENSIFERUM - Ensiferum (Spinefarm)
Ensiferum werden desöfteren unter "Melodic
Death Metal" eingestuft. Dem kann ich absolut nicht beipflichten. Zwar
sind die Vocals fallweise ein bißchen "böse" (zum fürchten
reicht`s ned!), musikalisch bewegt man sich dann aber doch eher im melodischen
Bereich. Ich würde die Finnen als gelungenen Mix aus Vintersorg, Finntroll
und Children Of Bodom einstufen. Die Songs strotzen vor Folk-Elementen, die
hymnischen Refrains gehen sofort ins Ohr, die Gitarrenläufe erinnern mich
an In Flames, diese Musik ist viel zu fröhlich, um unter Death/Black eingeordnet
zu werden. Wenn schon in eine Schublade, dann bitte unter Viking-Metal einsortieren!
Der optimale Soundtrack für eine zünftige Wikinger Party inklusive
exzessivem Saufgelage. Schnell den Met anwärmen, rein in die stinkigen
Wikinger Klamotten, den "Battle Song" angewählt und auf geht`s!
Geniales Erstlingswerk. Hierzulande ist die CD etwas schwierig zu bekommen (special
thanxs to Mr. Appel), unbedingt bestellen! Viking-Metal at it`s best!!!
Ger-Hard
MIKE TRAMP - Recovering The Wasted
Years (Ulftone/edel)
Mit White Lion zählte er zu den ganz großen
des US-(Poser-)Metal, mit Freak Of Nature machte er nach dem Ende des Weißen
Löwen weiter. Dann wurde es ein wenig still um Mike Tramp, aber jetzt meldet
er sich mit einem Solo-Album zurück. Mit Metal hat der gute Mann mittlerweile
überhaupt nichts mehr am Hut, zumindest nicht auf dieser CD. "Recovering
The Wasted Years" ist ein sehr ruhiges, schönes, "gemütliches"
Album geworden, das natürlich in erster Linie von seiner einzigartigen
Stimme lebt. An der hat sich gottlob nicht viel geändert; ein bisserl älter
ist er halt geworden, der Herr Tramp, erwachsener und reifer. Das hört
man den 12 Tracks hierauf an, man kann also durchaus ´nen Euro ins Phrasen-Schweinchen
werfen und dafür das Zitat der "persönlichen Platte" hervorzaubern.
Die aber keineswegs langatmig rüberkommt wie soviele andere CDs von Menschen,
die glauben, der ganzen Welt von ihren Problemen beim Älter-Werden berichten
zu müssen, im Gegenteil. Mike Tramp hat ein paar ganz nette AOR/Melodic
Pop-Rock-Songs auf sein Album gepackt, die einem bei 130km/h zwischen Korneuburg
und Brigittenau durchaus zum Mitträllern animieren können. Und selbstverständlich
dürfen auch die "Obliballs" (obligate Balladen) nicht fehlen,
immerhin hat der Typ einstmals "When The Children Cry" gesungen...
Auf Track # 10 singt er "You Can Take All My Money, You Can Take My Fancy
Car... But Don´t You Take My Rock´n´Roll". Keine Angst,
Mr. Tramp, machen wir nicht - wäre ja schade. Und jetzt bitte live nach
Wien kommen und als letzte Zugabe "Lady Of The Valley" spielen. Danke!
www.miketramp.com
Andi
SKYCLAD - Another Fine Mess (Demolition)
Schade, vor einigen Monaten hat Martin Walkyier, Sänger
und sympathisches Aushängeschild der Irish-Rocker Skyclad, beschlossen,
der Band den Rücken zu kehren. Mir blutet das Herz bei dem Gedanken, die
Band in diesem Line Up vielleicht nie wieder livehaftig erleben zu dürfen.
Denn auf der Bühne hatten sie ihre stärksten Momente. Doch sag niemals
nie, Reunions sind heutzutage schließlich an der Tagesordnung. Bis dahin
kann man sich nun 7 Live-Tracks (+ Intro) vom 95´er Dynamo Festival zu
Gemüte führen. Und die sind wirklich saugut! Und machen Lust (lechz!)
auf mehr, warum hat man eigentlich nicht gleich einen kompletten Gig auf CD
gebannt?! Komplettiert wird das etwas dürftige Abschiedsgeschenk durch
die 4 Akustik-Tracks der 1997 erschienenen, auf 1000 Stück limitierten
"Outrageous Fortunes"-EP. Besonders gelungen: das wunderschöne
"Land Of The Rising Slum". Versteht mich nicht falsch, diese CD ist
ihr Geld 100%ig wert. Aber ein ganzes Konzert, am besten als Do-CD, das wär´
der Überhammer! Mal abwarten. Und ausserdem, Skyclad machen schließlich
ohne Mr. Walkyier weiter, ich werde ihnen sicher weiterhin die Treue halten.
Um dennoch auf eine Reunion zu hoffen...
Ger-Hard
SOUTHFORK - Straight Ahead (Black Mark)
Ned nur in Meidling, auch auf der Southfork Ranch (Dallas,
you remember?!) "schewat`s" wieder. Doch keine Panik, das ist glücklicherweise
nicht der Soundtrack zur Mutter aller Seifenopern (im Ernst? Echt net?? Andi),
sondern herrlich groovender Retro-Stoner-Schweine-Rock. Wummernde Bässe,
herrlich verzerrte Gitarren; Southfork rocken was das Zeug hält! Rau, dreckig,
heavy, ungestüm. Klingt verdammt nach Monster Magnet, das ist jedoch eher
im positiven Sinn gemeint. Anspieltips: "Perfect", "By Your Side",
na ja, eigentlich eh alles. Wer Spiritual Beggars, Kyuss & Co mag, sollte
"Straight Ahead" unbedingt mal antesten.
Ger-Hard
VANDEN PLAS - Beyond Daylight (Inside
Out/SPV/Musica)
Bisweilen war ich der Meinung, dass die deutsche Prog-Metal-Elite
entweder längst in die ewigen Jagdgründe (Mekong
Delta) übergegangen ist oder aus Gründen der Beteiligung einzelner
Bandmitglieder an lukrativeren Projekten auf dem besten Wege dorthin ist (Sieges
Even). Doch aus der Heimat der "Roten Teufel", aus Kaiserslautern,
schickt sich eine Band an, diesen Thron zu besteigen. Nun gut, mit den genannten
Formationen haben VANDEN PLAS außer dem Herkunftsland eigentlich kaum
Gemeinsamkeiten, und so richtig überraschend kommt ein Spitzenwerk aus
deren Händen auch nicht. Was sich bereits auf den letzten Werken angekündigt
hat, wurde lediglich weiter ausgearbeitet und verfeinert. Dabei wurde ein paar
Mal der "Prog - Tellerrand" verlassen, um andere, bis jetzt von den
Lautereren noch nicht gehörte,Einflüsse zu verarbeiten. Auf dieser
Scheibe ist ALLES vertreten, was diese, "unsere", Musik so liebenswert
macht. Vom frickelig-verspielten Proggie "Cold Wind", über echte
Mitgröhl-Hämmer wie "Free the Fire" bis hin zu einer Gänsehaut
- Ballade "Healing Tree". Wenn es dieser Band - mit diesem Album -
noch immer nicht gelingen sollte, den Durchbruch zu schaffen, dann muß
in diesem Business irgendetwas schief laufen!!
Walter
JORN - Worldchanger (Frontier / Point)
Also, ich liebe diese Stimme. Egal ob Jorn Lande bei
Ark, Millenium, Beyond Twilight oder in diversen Projekten sein unglaublich
kraftvolles Organ (ähem, Andi) strapaziert, dieser Name bürgt für
Qualität. Stimmlich irgendwo zwischen David Coverdale, Glenn Hughes, R.J.Dio
und Robert Plant angesiedelt, klingt "Worldchanger" für mich
wie eine rauhe Heavy-Version von Whitesnake`s legendärem 1987er Album mit
leichtem Led Zeppelin Touch. Ungestümer, unglaublich kraftvoller Heavy-Rock
mit einem zarten Schuß Rhythm&Blues. Gebt euch mal den Opener "Tungur
Knivur" bei voller Lautstärke und dann wisst ihr, was ich meine. Aber
auf dieser Scheibe findet man ohnehin keinen schwachen Song. Muß man ganz
einfach gehört haben. An den Drums übrigens Hellhammer von Mayhem!
Als nächstes plant die Powerröhre ein Album mit dem Ex-Helloween-Duo
Roland Grapow und Uli Kusch unter dem Namen Masterplan. Klingt interessant...
Ger-Hard
MAGNUM - Breath Of Life (SPV/Musica)
Bravo, so zerstört man Mythen! Aber irgenwie war
mir schon beim ersten Anblick des billigen Covers klar, daß da nix gutes
auf mich zukommt... leider bestätigte sich dieser Eindruck, als die ersten
Songs dieser Comeback-Scheibe durch die Boxen plätscherten. Und auch nach
mehrmaligen Hören der gesamten CD hat sich leider nix daran geändert...
Schnitt. Wir blenden zurück: die englische Rockband Magnum veröffentlicht
anno 1978 (!) ihr Debüt "Kingdom Of Madness" und legt damit den
Grundstein für eine große Karriere. Es folgen ein Haufen guter, sehr
guter und exzellenter Alben, etwa "Chase The Dragon", "On A Storyteller´s
Night" oder "Wings Of Heaven". Letztgenanntes Werk war nicht
nur ihr wohl kommerziell erfolgreichstes, sondern leider auch ihr letztes wirklich
essentielles. Die einstige Epic-Classic-Rockband (oder so ähnlich) tümpelt
in immer seichter werdenden Gewässern herum und lässt den gewaltigen
Melodic-Rock-Ozean mit seinen Prog-Wellen weit hinter sich. Irgendwann ziehen
die durchaus sympathischen Musiker die logische Konsequenz und lösen die
Combo auf. Sie gründen neue Bands, Solo- und gemeinsame Projekte und absolvieren
Gastauftritte bei diversen Rock-Opern. Am brauchbarsten davon wohl die letzte
Hard Rain, die "Jabberwocky"-Scheibe und die letzten beiden Alben
von Ausnahmestimme Bob Cately. An Magnum-Perlen (kleines Wortspiel, vielleicht
versteht´s ja wer) a´la "How Far Jerusalem", "Don´t
Wake The Lion" oder "Les Morts Dansant" reichte das trotzdem
bei weiten nicht heran. Soweit zur Vergangenheit, zurück in die Gegenwart:
vor mir liegt die neue (Promo-)CD der re-unionierten Band, von deren Innencover
mich vier alte Herren freundlich anlächeln. Sehr gerne würde ich zurücklächeln,
ihnen auf die Schulter klopfen, ein Guiness spendieren und zu "Breath Of
Life" gratulieren. Alleine, ich kann es nicht. Dieses Album ist weder Fisch
noch Fleisch, läuft einfach höhepunktlos an einem vorbei und man findet
nichts, das einen an die (ach so) guten alten (Magnum-)Zeiten erinnern mag.
Fast mitleidig befreie ich mich und meinen CD-Player von dieser Qual, ziehe
mir "One Sacred Hour" rein und mach´ dabei ein Stricherl auf
meiner "Liste der mißlungenen Comebacks". Wie sangen sie selbst
mal so schön: "Too old to die young"...
Andi
WARMEN - Beyond Abilities (Century Media/NSM)
Bei Warmen handelt es sich um das Side-Projekt des CHILDREN
OF BODOM-Keyboarders Janne Warman. Unterstützt wird er dabei von seinem
Bruder Antti, der SINERGY-Frontdame Kimberley Goss, STRATOVARIUS -Röhre
Timo Kotipelto und anderen finnischen Musikern. Logischerweise dominieren die
Keyboards über größte Strecken die Kompositionen, was aber auch
nicht unbedingt verwunderlich erscheint. Ein Großteil der Nummer sind
als Instrumentals konzipiert, leiden meiner Meinung nach jedoch an der fehlenden
"Ohrwurmqualität", um später einmal wiedererkannt zu werden.
Mir munden jene Songs am Besten, die von Ms. Goss vorgetragen werden, aber auch
Herr Kotipelto´s Stimme passt wunderbar zu den Songs. Alles in allem eine
Scheibe die für Keyboard- Fetischisten absolut hörenswert ist; allen
Anderen sei hiermit gesagt, dass von einem "Blindkauf" eher abgeraten
wird.
Walter
TAD MOROSE - Matters of the Dark (Century Media/NSM)
Endlich wieder einmal Neuigkeiten aus der schwedischen
Kleinstadt Bollnäs. Dort sind neben den angeblich inzwischen wieder aktiven
LEFAY auch TAD MOROSE zu Hause. Die beiden Bands sind nebenbei auch noch befreundet,
dadurch ist die Zusammenarbeit der "TADs" mit Charles Rytkönen
auch ganz einfach erklärt. Seit beinahe 10 Jahren liefern TM schon qualitativ
hochwertige, leicht progressiv angehauchten Power Metal ab, der immer über
das nötige Quäntchen Melodie verfügt. Grundsätzlich hat
sich an dieser Tatsache auch kaum etwas geändert, aber die angesprochene
Nähe zu LEFAY ist auf diesem Album so stark wie nie ausgeprägt. Beim
Titelsong teilen sich Sänger Urban Breed und Charles Rytkönen die
Vocals, woraus sich ein Duett der Spitzenklasse ergibt. Aber auch beim restlichen
Songwriting lassen sich Elemente der "Nachbarn" heraushören,
während ich in den melodiöseren Momenten meine, Reminiszenzen an die
Dänen PRETTY MAIDS ausmachen zu können. Summa summarum ein Album,
dass die Zielgruppe einfach haben muß, denn nur so kann es dieser Formation
auch gelingen, im "Overground" zu reüssieren.
Walter
SEVEN WITCHES - Xiled to Infinity &
One (Sanctuary/edel)
Jack Frost sollte jedem Metaller nicht erst seit seinem
Einstieg bei SAVATAGE ein Begriff sein. Viel zu lange dümpelt der Mann
schon mit seinen zahlreichen Bands und Projekten im Untergrund herum. Nebenbei
veröffentlicht er in regelmäßigen Abständen gute Scheiben
und hierzulande nimmt kaum ein Popo (alles andere ist in Anwesenheit von Kindern
untersagt!) davon Notiz. Schon mit den beiden Vorgängerscheiben dieser
Band konnte er eine kleine, aber feine Fangemeinschaft erfreuen. Mit seinem
mitreißenden, melodiösen Power Metal, der noch dazu von Bobby Lucas
gesangstechnisch verfeinert wurde, schaffte es "Frostie", sich Fans
zu erspielen. Seit geraumer Zeit hat Jack jedoch einige Neuerungen erfahren.
Anstelle des erwähnten Bobby Lucas nimmt er jetzt die Sangeskraft eines
gewissen Wade Black (na, geschnallt? Ja, genau der,der auf der letzten CRIMSON
GLORY zwar toll gesungen hat, aber dem typischen "eine Band mit neuem Sänger
klingt einfach anders"-Syndrom zum Opfer gefallen ist) in Anspruch und
für die Drums konnte niemand geringer als Brian Craig von na, von
wo denn, hm? ach ja von einer DER Götterformationen schlechthin - DESTINY`S
END gewonnen werden. In dieser Besetzung kann schon fast nichts mehr schief
gehen und schon der Opener mit dem mehr als aussagekräftigen Titel "Metal
Tyrant" zeigt uns, wo und wie es langgeht. Ein Power Metal Hammer jagt
den Nächsten, erreicht den Höhepunkt - nicht zuletzt durch die Mitarbeit
von Gott in Person eines gewissen Herrn Jon Oliva - bei "The Burning"
und endet mit einem Duett mit Joe Comeau (nö, kein Quiz mehr, zur Zeit
OVERKILL) bei der GRIM REAPER Coverversion "See you in Hell". Schluß
- Aus - MUSS man haben!!!
Walter
BLAZE - Tenth Dimension (SPV/Musica)
Auch wenn ich mit meiner Meinung so ziemlich alleine
dastehe - es ist mir reichlich egal, wer anders denkt -, Blaze Bailey war zwar
mit Sicherheit kein Ersatz für Bruce Dickinson bei den "Eisernen Jungfrauen",
aber Songs wie "Man on the Edge" oder "Futureal" klangen
in genau jener Besetzung einfach gut und die mit Blaze produzierten MAIDEN-
Scheibletten sind meiner Meinung nach um nichts schlechter, als die "Bruce
is back"-Platte "Brave New World". Doch darum soll es hier eigentlich
gar nicht gehen. Blaze ließ sich durch negative Pressemeinungen ebenso
wenig aus der Fassung bringen, wie durch enttäuschte "Die Hard"
Maiden-Fans. Er scharrte junge Musikanten um sich, um weiterhin dem Metal zu
fröhnen. Unter seinem Namen erschien schon 2000 das Debütalbum "Silicon
Messiah" und nun schickt er sich an, mit "Tenth Dimension" für
Furore zu sorgen. Stilistisch würde ich die Scheibe grob dem Power Metal
zuordnen, wobei die Produktion von Andy Sneap auch ihre Spuren hinterlassen
hat und als "modern" im positiven Sinne zu bezeichnen ist. Songs wie
"Kill and Destroy" oder "Speed of Light" knallen jedenfalls
ordentlich aus den Boxen und wer bei solchen Nummern nicht sein Haupt zu schütteln
beginnt, der sollte entweder einen Ohrenarzt aufsuchen oder vielleicht gleich
die Musikrichtung wechseln (guat d´rauf heite, Walter, hm? Andi). Von
meiner Seite aus gibt es jedenfalls ein dickes Lob an BLAZE und seine Mitstreiter
für diese Platte !
Walter
PAIN OF SALVATION - Remedy Lane (Inside Out/SPV/Musica)
Eine der erquickendsten europäischen Prog-Formationen,
die Schweden PAIN OF SALVATION, haben endlich ein neues Werk im Kasten. "Hurra!",
dachte ich und schob voller Freude die CD in den Player, nur noch aufdrehen
und ab ins Proggie-Traumland...doch HALT! Schon nach wenigen Nummern wird mir
richtig bewusst, dass an dieser Scheibe relativ wenig zum Träumen ist!
Selten habe ich eine Prog-Band derart melancholisch aufspielen gehört.
Manche Passagen hätten von der Atmosphäre her auch problemlos "verdoomt"
werden können. Aber keine Angst! Musikalisch wird immer noch Progressive
Metal der allerfeinsten Sorte geboten, die Band rund um Sänger und Gitarristen
Daniel Gildenlöw versteht es immer noch, ihre Songs beinahe schon zu zelebrieren,
obwohl anstelle des Ausfluges in die farbenprächtige Welt des Proggie-Landes
nur verschiedene Grautönen vor meinen Augen erscheinen (und Satzpunkte
sind Dir nachwievor unsympathisch, hm? Andi). Da der Promo-Kopie wie üblich
keine Texte beiliegen, hilft mir das in diesem Fall tatsächlich aussagekräftige
Infoblatt weiter. "Remedy Lane" ist ein Konzeptalbum, in welchem die
mehr als negativen Erfahrungen des Herrn Gildenlöw in den letzten Jahren
auf menschlicher Basis verarbeitet wurden. Nicht nur musikalisch, auch menschlich
ziehe ich meinen imaginären Hut (ja, ich brauch´ für eine Glatze
auch nur einen Hut!) vor diesem Manne , denn Schicksalsschläge wie die
Fehlgeburt eines Kindes sind bei Gott nicht einfach zu verarbeiten.
Walter
ILL NINO - Revolution Revolucion (Roadrunner/Musica)
Also, normalerweise ist das ja nicht meine Musik. Aber
diese Band ist genial! Am ehesten finde ich noch Ähnlichkeiten mit Soulfly,
Machine Head bzw. Sepultura zu "Roots"-Zeiten. Klingt aber doch wieder
völlig anders. Ill Nino ist die Band des Ex-Pro Pain/M.O.D.-Drummers Daver
Chavarri, der Rest der Mannschaft stammt größtenteils aus Südamerika.
Das Resultat ist ein unglaublich grooviger Cocktail aus agressivem Metal moderner
Prägung, zündenden Latino Rhythmen und großartigen Refrains,
der augenblicklich zu Kopf steigt und postwendend süchtig macht. Ganz aussergewöhnlich
ist der Gesangstil von Frontman Christian Machado, der einen permanent in ein
prickelndes Wechselbad aus ultabrutalen Shouts und einfühlsamen, melodiösen
Gesangsparts taucht. Als Anspieltips empfehle ich "I Am Loco" bzw.
den genialen Titeltrack, aber eigentlich rockt jeder einzelne Song wie die Hölle.
Unbedingt antesten!
Ger-Hard
IMMORTAL Sons of Northern Darkness (Nuclear Blast/edel)
Einmal mehr haben sich die Norweger Urgesteine IMMORTAL
auf den Pilgerweg zu Peter Tägtgren in Abyss Studio gemacht, um dort ihr
Treiben für die Nachwelt festzuhalten. "Sons of Northern Darkness"
nennt sich die neue Scheibe, die für altgediente IMMORTAL Fans anfangs
mit Sicherheit ein wenig ungewöhnlich ist. Der Sound ist nicht mehr ganz
so klirrend kalt und stellenweise klingt Abbaths Stimme direkt ein wenig
schaumgebremst. Allerdings geben die Jungs zwischendurch dann doch wieder ordentlich
Gas und bei diesen Parts knurrt der Frontmann auch in gewohnter Manier grimmig
böse wie eh und je. Genau diese Songs von "Sons of Northern Darkness"
sind die absoluten Highlights auf dem Album, denn der zwischendurch präsentierte
Midtempo Black Metal mit eingestreuten Thrash-Elementen ist zwar nicht schlecht,
aber man erwartet sich von einer Kultband wie IMMORTAL einfach wesentlich mehr
Aggression und Brutalität. Was jedoch positiv zu werten ist, ist die Tatsache,
daß "Sons of Northern Darkness" trotz der Produktion von Peter
Tägtgren einen sehr eigenständigen Sound hat und nicht wie die nullachtfünfzehn
Produktionen aus seinem Hause klingt. Von Keyboardteppichen und dergleichen
haben die Norweger dem Gehörnten sei Dank die Finger gelassen, aber diesem
Trend werden sie auch in Zukunft hoffentlich nie verfallen. Grundsätzlich
ist "Sons of Northern Darkness" kein schlechtes Album, aber IMMORTAL
haben leider von Scheibe zu Scheibe ein wenig an Substanz verloren und sind
anno 2001 nur noch ein Schatten der Band, die einst "Battles in the North"
eingeprügelt hat.
Vampira
HYPOCRISY - Catch 22 (Nuclear Blast/edel)
Aufmerksamen Lesern wird mit Sicherheit auffallen, daß
ich sehr selten Death Metal-Bands bespreche, da ich mich nicht unbedingt mit
den Gesangsleistungen anfreunden kann. Die aktuelle Veröffentlichung der
Schweden rund um Freizeit-Weirdo und Produzenten Peter Tägtgren ist jedoch
reichlich ANDERS geworden. Anders als die bislang veröffentlichten Werke
(okay, köpft mich, ich kenne NUR die im letzten Jahr auf den Markt geschmissene
"10 Years of Chaos & Confusion"-Best of) im Sinne von weniger
geradliniger DM, dafür mehr moderne Elemente. Peter hat sich beim Songwriting
scheinbar selbst inspiriert und jede Menge Einflüsse seiner Zweitformation
PAIN verarbeitet. Phasenweise erinnert die ganze Sache ein bisschen an Rock´n´Rolligen
Death Metal, wie ihn ENTOMBED vor einiger Zeit fabriziert haben. Ich denke,
dass Unterwürfige der Band treu bleiben werden (wenn Du denkst, Du denkst,
dann... Andi) und auch alle Anderen, die mit PAIN eher etwas anfangen können,
sollten auch HYPOCRISY antesten.
Walter
HYPOCRISY - "Catch 22" (Nuclear
Blast/edel)
Schon die ersten Klänge von "Catch 22" animieren den geneigten
HYPOCRISY-Fan dazu, ein wenig erstaunt die Augenbrauen Richtung Zimmerdecke
hochzuziehen. Irgendwie dürften die Herren rund um Frontmann Peter Tägtgren
einen neuen, aber nicht unbedingt überzeugenden Weg eingeschlagen haben
- der Sound von "Catch 22" ist sehr gewöhnungsbedürftig
und ein großer Teil der Songs geht auch nach dem x-ten Durchlauf nicht
wirklich ins Ohr. Desweiteren zeigt Mr. Tägtgren hinsichtlich des Gesanges
ebenfalls eine neue Seite und entfernt sich immer weiter von seinen Death Metal-Roots.
Zum Teil erinnert mich die Stimme sogar ein wenig an die Vocals von Industrialbands,
was aber zu der rausgerotzt klingenden Musik von "Catch 22" nicht
immer so recht passen will. HYPOCRISY-styled wird es dann erst beim dritten
Stück "Edge of Madness", auf dem ein absolut geiles Riff dominiert
und das noch dazu von einem angenehmen Keyboard-Teppich getragen wird. Zu den
weiteren Highlights zählen die beiden letzten Nummern "Seeds of the
chosen one" und "All turns black", da die Songs dort anknüpfen,
wo das letzte Album der Schweden geendet hat. Allerdings hat die Band bei "Seeds
of the chosen one" doch ein wenig heftig bei DANZIG abgekupfert - der Studiobesuch
der DANZIG-Fetischisten MARDUK dürfte wohl Spuren hinterlassen haben. Der
Rest der Tracks von "Catch 22" stimmt mich aber äußerst
nachdenklich und läßt in mir die Frage keimen, was aus meiner einstigen
Lieblingsband geworden ist. HYPOCRISY kreieren bei weitem nicht mehr die intensive
Musik, für die ich die Band so geschätzt habe und die sie zu etwas
besonderem für mich gemacht hat. Zu oberflächlich und zu lieblos tönt
das Album aus den Boxen und ernüchtert auf der ganzen Linie! Schade drum,
denn "Catch 22" ist im Grunde genommen nicht mehr als ein Durchschnittswerk,
welches einer Band wie HYPOCRISY, die schon für viele Sternstunden gesorgt
hat, einfach nicht würdig ist.
Vampira
THE QUILL - Voodoo Caravan (SPV/Musica)
"Oh mein Gott!", dachte ich, als mir die ersten
Songs von "Voodoo Caravan" entgegenschmetterten. Da hat sich doch
die Druckerei geirrt, 2001 kann doch gar nicht stimmen. Wenn 197? auf der Hülle
gestanden wäre, okay, aber was jetzt?! The Quill nennt sich ein Quartett
aus Schweden, das es sich also zur Aufgabe gemacht hat, uns den alten, kernigen
Hardrock neu zu kredenzen, wobei das Ganze dermaßen trocken und staubig
klingt, dass man meint, den Dreck unter den Boots aufwirbeln zu können
(wie meinen? Andi). Über weite Strecke können LED ZEPPELIN als Hauptinspirationsquelle
angegeben werden, aber auch US-Formationen jener Epoche wie GRAND FUNK RAILROAD
dürften den Herren nicht unbekannt sein. Mal fetzig, dann wieder eher schleppend,
musiziert man locker-flockig vor sich hin, um stes eine Tatsache vor den Augen
zu haben : Es muß ROCKEN... und das tut es !
Walter
FLOWING TEARS Serpentine (Century Media/NSM)
Nach einem relativ langen Intro wird der Zuhörer
von dieser deutschen Band auf einen "Starfish Ride" entführt.
Das Ziel der Reise ist das Land der Träume, das von so manchen ähnlich
veranlagten Bands mit weiblichen Vocals angestrebt wird. Im Gegensatz zu einem
Großteil der mir bekannten Combos dieser Fraktion, die mir nicht mehr
als ein langgezogenes Gähnen entlocken, versteht es die Band allerdings,
den Zuhörer zu verzaubern. Viel zu schön sind die Melodien der zum
Quartett geschrumpften Band rund um Sängerin Stefanie Duchene. Die Kompositionen
zeichnen sich vor allem durch völlig unerwartet eingebaute Spannungsmomente
auf ("Breach") oder verfügen über ausgezeichnete Ohrwurmqualitäten,
wie z.B. "Merlin". Man schwelgt in Gedanken vor sich hin und vielfältige
Farbspielereien sind mit geschlossenen Augen zu erkennen. SO - und nicht anders
- sollte SCHÖNE Musik klingen!
Walter
BLACKSHINE Soulless & Proud (Steamhammer/SPV)
Oh Gott!! Die Miss auf dem Cover scheint nach der Preisverteilung
aber ordentlich verunfallt zu sein... oder war es nur die Wahl zur "Miss
Butcher"? Im Endeffekt ist es egal, denn ich kann eigentlich keinerlei
Zusammenhänge zwischen Cover und der Musik dieser schwedischen Formation
ausmachen. Die Musik dröhnt dem Zuhörer nämlich reichlich MOTÖRHEAD-lastig
entgegen, was ja nicht schlecht ist. Die Klasse des Mr. Kilmister erreichen
BLACKSHINE zwar noch nicht, aber das kann ja noch werden (sicher, Walter, sicher.
Andi). Als reine Kopie sind sie ja auch nicht zu bezeichnen, werden doch vereinzelt
moderne Elemente verarbeitet, die die Chose recht zeitgemäß erklingen
lassen. Auch in gesangstechnischer Hinsicht wird die Räudigkeit Lemmy´s
noch nicht so ganz geschafft, doch mit der richtigen "Therapie" sollte
auch das, wenn es gewünscht wird, zu schaffen sein (ja, Walter, ja genau.
Andi). Wer´s gerne mal richtig ROCKIG haben will (bewusst "ROCK"-ig,
denn mit METAL habeben BLACKSHINE eigentlich nichts am Hut), kann sich mit "Soulless
& Proud" eine Perle dieser Richtung ins Regal stellen.
Walter
WAYLANDER - The Light, The Dark And The Endless Knot
(Blackened)
Das darf doch nicht wahr sein! Das 98´er-Debüt
"Reawakening Pride Once Lost" zählt meiner Meinung nach zum Besten,
das es am Sektor Viking-Metal je gab. Und dann das! Jedes drittklassige Proberaum-Demo
klingt besser. Scheinbar hat man sich den Umweg über`s Studio diesmal gespart,
das kann doch nur ein böser Scherz sein. Schon mal eine zu langsam laufende
CD erwischt? Diese kann`s... das kann doch nicht absichtlich so lau klingen?!
Lasst euch nicht vom sehr geschmackvollen CD-Cover täuschen, so etwas katastrophales
habe ich schon ewig nicht mehr gehört!
Ger-Hard
DOMINE - Stormbringer Ruler (Dragonheart/SPV)
Ein bißchen italienischer Power Metal gefällig?!
Ich weiß, den Andi krampft´s jetzt z`samm (*krampf* Andi). Nicht
zu unrecht. Hat zwar mit "The Ride Of The Valkyries" oder "The
Beare Of The Black Sword" einige gute Momente, aber das hohe G´sangl
nervt mörderisch. Dafür sind die Fotos von den grimmig blickenden,
mit riesigen Schwertern bewaffneten Musikern recht witzig. Doch spätestens
bei der mega-peinlichen Ballade "For Evermore" reißt die Geduld,
ab in den Sondermüll! Ganz schwacher Rhapsody Abklatsch. Muß man
nicht wirklich haben.
Ger-Hard
DIVERSE - A Tribute To The Beast (Nuclear Blast/edel)
Wieder mal ein Tribute, wieder mal an Iron Maiden. Zu
Beginn covern Steel Prophet brav traditionell "The Ides Of March/Purgatory",
bevor sich die Children Of Bodom auf die für sie typische Art an "Aces
High" ranmachen. "The Trooper" in der Version von Rage kennt
man ja schon, ebenso Cradle Of Filth´s Vergewaltigung von "Hallowed
Be Thy Name". Es folgen Grave Digger mit "Running Free" und Burden
Of Grief mit "Prowler" sowie Therion mit "Children Of The Damned".
Iced Earth covern "Transylvania", bevor sich Opeth an dem ihnen wirklich
gut stehenden "Remember Tomorrow" versuchen. "Stranger In A Strangeland"
klingt bei Disbelief natürlich etwas böser als im Original und auch
Tierra Santa geben dem "Flight Of Icarus" zumindest einen eigenen
Touch. "22 Acacia Avenue" in der Dark Tranquility-Version kennt und
mag man ebenfalls schon und auch "Wrathchild" von Six Feet Under hat
man (wie einige andere auf diesem Sampler) schon mal gehört (ob gewollt
oder nicht). Abgeschlossen wird dieser "Tribute To The Beast" von
Darkane, die sich durch "Powerslave" prügeln. Ein abschließendes
Fazit soll sich wie immer bei Scheiben dieser Art jeder selbst bilden, alle
Facts dafür habe ich Euch ja ganz artig geliefert. Up The Irons! VÖ:
18. 02. 2002, www.nuclearblast.de
Andi
FALCONER - Chapters From A Vale Forlord
(Metal Balde / NSM)
Falconer sind die Band des Ex-Mithotyn Gitarristen Stefan
Weinerhall. Die einstigen Black-Einflüsse (bezieht sich auf Mithotyn) sind
Schnee von gestern. Auf ihrem 2. Album zeigen die Nordmänner den immer
zahlreicher werdenden Möchtegern-Wikingern, wo Thor´s Hammer hängt
(bei Dir am Heisl, oder? Andi). Galoppierende Riffs, hymnische Melodien, gepaart
mit zündender Härte, geschmackvoll mit sparsam eingesetzten Folk-Ingredienzen
garniert. Zudem hat man mit Mathias Blad einen Sänger rekrutiert, dessen
cleaner, prägnanter Gesang sich wohltuend vom öden Gekrächze
ähnlich gelagerter Formationen abhebt. Die Songs haben allesamt Ohrwurm-Qualität,
die hymnischen Refrains krallen sich gnadenlos in den Gehörgängen
fest. Hört beispielsweise mal in "Lament Of A Minstrel" rein,
ein Mitgröhl-Stampfer par excellence, da bleibt kein Auge trocken und kein
Becher leer (oder umgekehrt, Andi). Die Jungs drücken gar mörderisch
an und mit "Portals Of Light" hat man eine ausnahmsweise absolut nicht
peinliche Power-Ballade im Programm. Falconer sind ganz einfach anders, ihre
Musik macht Spaß und verbreitet gute Laune. Ein Album, das Viking- und
Power Metal-Fans gleichermaßen ansprechen dürfte. Ganz große
Klasse!
Ger-Hard
THE COMPANY OF SNAKES - Burst The Bubble
(Steamhammer/SPV/Musica)
Als Whitesnake-Fan der ersten Stunde (wundert keinen
bei Deinem Alter, Andi) begegne ich derartigen Projekten eher mit gemischten
Gefühlen. Das im letzten Jahr erschienene Live-Album, das fast ausschließlich
Whitesnake-Klassiker enthielt, war ja nicht gerade das Gelbe vom Ei. An ihrem
Konzert im Planet gab es, abgesehen von einigen Schwächen bei der gesanglichen
Umsetzung des alten Materials ("Here I Go Again" hat weh getan!),
allerdings absolut nichts auszusetzen. Schließlich haben sich hier mit
Neil Murrey (b.) sowie dem Gitarren-Duo Mickey Moody und Bernie Mardsen drei
ganz große Mitglieder der Ur-Besetzung zusammen gefunden. Daß Frontman
Stefan Berggren nicht ganz an David Coverdale heranreicht, ist bedauerlich,
war allerdings zu erwarten. Jorn Lande wäre hier die Idealbesetzung (was
zahlt Dir der Typ denn eigentlich immer? Andi). Auf "Burst The Bubble"
versucht man es nun mal ausschließlich mit Eigenkompositionen. Und das
Ergebnis kann sich hören lassen. Der Song "Back To The Blues"
gibt die Marschrichtung vor, musikalisch schließt man nahtlos an Klassiker
wie "Ready An` Willing" oder "Come And Get It" an. Blueslastiger
Hardrock britischer Prägung, momentan zwar nicht sonderlich angesagt, dafür
aber von zeitloser Qualität. Hat vielleicht nicht ganz die Klasse der alten
Klassiker (aber nah dran), kommt live aber sicher mörderisch gut. Ein Album,
mit dem auch eingefleischte Whitesnake-Maniacs wie ich leben können. Und
ganz sicher besser als die letzten beiden Coverdale-Scheiben "Restless
Heart" bzw. "Into The Light". Anspieltip gibt`s keinen, einfach
durchlaufen lassen und geniessen, es zahlt sich aus!
Ger-Hard
DREAM THEATER - Six Degrees Of Inner
Turbulence (Elektra/Warner)
Diese Band ist eine absolute Ausnahmeerscheinung in
der Rock/Metal Szene. Hier haben vier begnadete Ausnahme-Musiker zusammen gefunden,
die unbeschreiblich gute, fast schon außerirdische Musik machen. Ihr Name
bürgt für Qualität. Diese wird uns diesmal erfreulicherweise
in Form einer Doppel-CD geboten. Mit dem Begriff "Progressive-Metal"
lässt sich ihre Art von Musik noch am ehesten definieren. Der Opener "The
Glass Prison" ist zweifellos der härteste Dream Theater-Song ever,
die ersten 4 Minuten könnten beispielsweise, selbst vom Gesang her, locker
von einer alten Metallica Scheibe stammen. So rau bzw. heavy ging`s bislang
noch nie zur Sache. Oder "The Great Debate", ein Mörder-Song,
14 Minuten lang, leicht spacig angehaucht, einer der besten Dream Theater-Songs
aller Zeiten!! Mit dem verhaltenen "Disappear" (Pink Floyd meets Beatles),
der mit 6:48 kürzesten (!) Nummer des Albums, endet die erste CD. Wow!
Kann da noch etwas drübergehen?! Na sicher doch!
Die 2. CD enthält das 42minütige, in acht Kapitel unterteilte Titelstück,
das mit einer bombastischen orchestralen Overtuere beginnt, um in weiterer Folge
(ab "War Inside My Head") in einem wahren musikalischen Inferno zu
explodieren. Ja, sie sind härter geworden. Gut so! Mit "The Grand
Finale" nimmt das monumentale Epos ein beschauliches Ende. Was die musikalischen
Leistungen jedes einzelnen Musikers betrifft, so kommt man nicht umhin, in Superlativen
zu schwelgen. Das macht ihnen so schnell niemand nach. Diese Musik kann man
nicht in Worte fassen, unbedingt anhören! Als Hintergrundberieselung eher
ungeeignet, jedoch in Ruhe, am besten über Kopfhöre, ein Genuss! Ich
würde sie ja ur-gerne wieder mal live sehen, bitte holt sie doch endlich
wieder nach Wien!!!
Ger-Hard
ENSIFERUM - Ensiferum (Spinefarm)
Ensiferum werden desöfteren unter "Melodic
Death Metal" eingestuft. Dem kann ich absolut nicht beipflichten. Zwar
sind die Vocals fallweise ein bißchen "böse" (zum fürchten
reicht`s ned!), musikalisch bewegt man sich dann aber doch eher im melodischen
Bereich. Ich würde die Finnen als gelungenen Mix aus Vintersorg, Finntroll
und Children Of Bodom einstufen. Die Songs strotzen vor Folk-Elementen, die
hymnischen Refrains gehen sofort ins Ohr, die Gitarrenläufe erinnern mich
an In Flames, diese Musik ist viel zu fröhlich, um unter Death/Black eingeordnet
zu werden. Wenn schon in eine Schublade, dann bitte unter Viking-Metal einsortieren!
Der optimale Soundtrack für eine zünftige Wikinger Party inklusive
exzessivem Saufgelage. Schnell den Met anwärmen, rein in die stinkigen
Wikinger Klamotten, den "Battle Song" angewählt und auf geht`s!
Geniales Erstlingswerk. Hierzulande ist die CD etwas schwierig zu bekommen (special
thanxs to Mr. Appel), unbedingt bestellen! Viking-Metal at it`s best!!!
Ger-Hard
MIKE TRAMP - Recovering The Wasted
Years (Ulftone/edel)
Mit White Lion zählte er zu den ganz großen
des US-(Poser-)Metal, mit Freak Of Nature machte er nach dem Ende des Weißen
Löwen weiter. Dann wurde es ein wenig still um Mike Tramp, aber jetzt meldet
er sich mit einem Solo-Album zurück. Mit Metal hat der gute Mann mittlerweile
überhaupt nichts mehr am Hut, zumindest nicht auf dieser CD. "Recovering
The Wasted Years" ist ein sehr ruhiges, schönes, "gemütliches"
Album geworden, das natürlich in erster Linie von seiner einzigartigen
Stimme lebt. An der hat sich gottlob nicht viel geändert; ein bisserl älter
ist er halt geworden, der Herr Tramp, erwachsener und reifer. Das hört
man den 12 Tracks hierauf an, man kann also durchaus ´nen Euro ins Phrasen-Schweinchen
werfen und dafür das Zitat der "persönlichen Platte" hervorzaubern.
Die aber keineswegs langatmig rüberkommt wie soviele andere CDs von Menschen,
die glauben, der ganzen Welt von ihren Problemen beim Älter-Werden berichten
zu müssen, im Gegenteil. Mike Tramp hat ein paar ganz nette AOR/Melodic
Pop-Rock-Songs auf sein Album gepackt, die einem bei 130km/h zwischen Korneuburg
und Brigittenau durchaus zum Mitträllern animieren können. Und selbstverständlich
dürfen auch die "Obliballs" (obligate Balladen) nicht fehlen,
immerhin hat der Typ einstmals "When The Children Cry" gesungen...
Auf Track # 10 singt er "You Can Take All My Money, You Can Take My Fancy
Car... But Don´t You Take My Rock´n´Roll". Keine Angst,
Mr. Tramp, machen wir nicht - wäre ja schade. Und jetzt bitte live nach
Wien kommen und als letzte Zugabe "Lady Of The Valley" spielen. Danke!
www.miketramp.com
Andi
SKYCLAD - Another Fine Mess (Demolition)
Schade, vor einigen Monaten hat Martin Walkyier, Sänger
und sympathisches Aushängeschild der Irish-Rocker Skyclad, beschlossen,
der Band den Rücken zu kehren. Mir blutet das Herz bei dem Gedanken, die
Band in diesem Line Up vielleicht nie wieder livehaftig erleben zu dürfen.
Denn auf der Bühne hatten sie ihre stärksten Momente. Doch sag niemals
nie, Reunions sind heutzutage schließlich an der Tagesordnung. Bis dahin
kann man sich nun 7 Live-Tracks (+ Intro) vom 95´er Dynamo Festival zu
Gemüte führen. Und die sind wirklich saugut! Und machen Lust (lechz!)
auf mehr, warum hat man eigentlich nicht gleich einen kompletten Gig auf CD
gebannt?! Komplettiert wird das etwas dürftige Abschiedsgeschenk durch
die 4 Akustik-Tracks der 1997 erschienenen, auf 1000 Stück limitierten
"Outrageous Fortunes"-EP. Besonders gelungen: das wunderschöne
"Land Of The Rising Slum". Versteht mich nicht falsch, diese CD ist
ihr Geld 100%ig wert. Aber ein ganzes Konzert, am besten als Do-CD, das wär´
der Überhammer! Mal abwarten. Und ausserdem, Skyclad machen schließlich
ohne Mr. Walkyier weiter, ich werde ihnen sicher weiterhin die Treue halten.
Um dennoch auf eine Reunion zu hoffen...
Ger-Hard
SOUTHFORK - Straight Ahead (Black Mark)
Ned nur in Meidling, auch auf der Southfork Ranch (Dallas,
you remember?!) "schewat`s" wieder. Doch keine Panik, das ist glücklicherweise
nicht der Soundtrack zur Mutter aller Seifenopern (im Ernst? Echt net?? Andi),
sondern herrlich groovender Retro-Stoner-Schweine-Rock. Wummernde Bässe,
herrlich verzerrte Gitarren; Southfork rocken was das Zeug hält! Rau, dreckig,
heavy, ungestüm. Klingt verdammt nach Monster Magnet, das ist jedoch eher
im positiven Sinn gemeint. Anspieltips: "Perfect", "By Your Side",
na ja, eigentlich eh alles. Wer Spiritual Beggars, Kyuss & Co mag, sollte
"Straight Ahead" unbedingt mal antesten.
Ger-Hard
VANDEN PLAS - Beyond Daylight (Inside
Out/SPV/Musica)
Bisweilen war ich der Meinung, dass die deutsche Prog-Metal-Elite
entweder längst in die ewigen Jagdgründe (Mekong
Delta) übergegangen ist oder aus Gründen der Beteiligung einzelner
Bandmitglieder an lukrativeren Projekten auf dem besten Wege dorthin ist (Sieges
Even). Doch aus der Heimat der "Roten Teufel", aus Kaiserslautern,
schickt sich eine Band an, diesen Thron zu besteigen. Nun gut, mit den genannten
Formationen haben VANDEN PLAS außer dem Herkunftsland eigentlich kaum
Gemeinsamkeiten, und so richtig überraschend kommt ein Spitzenwerk aus
deren Händen auch nicht. Was sich bereits auf den letzten Werken angekündigt
hat, wurde lediglich weiter ausgearbeitet und verfeinert. Dabei wurde ein paar
Mal der "Prog - Tellerrand" verlassen, um andere, bis jetzt von den
Lautereren noch nicht gehörte,Einflüsse zu verarbeiten. Auf dieser
Scheibe ist ALLES vertreten, was diese, "unsere", Musik so liebenswert
macht. Vom frickelig-verspielten Proggie "Cold Wind", über echte
Mitgröhl-Hämmer wie "Free the Fire" bis hin zu einer Gänsehaut
- Ballade "Healing Tree". Wenn es dieser Band - mit diesem Album -
noch immer nicht gelingen sollte, den Durchbruch zu schaffen, dann muß
in diesem Business irgendetwas schief laufen!!
Walter
JORN - Worldchanger (Frontier / Point)
Also, ich liebe diese Stimme. Egal ob Jorn Lande bei
Ark, Millenium, Beyond Twilight oder in diversen Projekten sein unglaublich
kraftvolles Organ (ähem, Andi) strapaziert, dieser Name bürgt für
Qualität. Stimmlich irgendwo zwischen David Coverdale, Glenn Hughes, R.J.Dio
und Robert Plant angesiedelt, klingt "Worldchanger" für mich
wie eine rauhe Heavy-Version von Whitesnake`s legendärem 1987er Album mit
leichtem Led Zeppelin Touch. Ungestümer, unglaublich kraftvoller Heavy-Rock
mit einem zarten Schuß Rhythm&Blues. Gebt euch mal den Opener "Tungur
Knivur" bei voller Lautstärke und dann wisst ihr, was ich meine. Aber
auf dieser Scheibe findet man ohnehin keinen schwachen Song. Muß man ganz
einfach gehört haben. An den Drums übrigens Hellhammer von Mayhem!
Als nächstes plant die Powerröhre ein Album mit dem Ex-Helloween-Duo
Roland Grapow und Uli Kusch unter dem Namen Masterplan. Klingt interessant...
Ger-Hard
MAGNUM - Breath Of Life (SPV/Musica)
Bravo, so zerstört man Mythen! Aber irgenwie war
mir schon beim ersten Anblick des billigen Covers klar, daß da nix gutes
auf mich zukommt... leider bestätigte sich dieser Eindruck, als die ersten
Songs dieser Comeback-Scheibe durch die Boxen plätscherten. Und auch nach
mehrmaligen Hören der gesamten CD hat sich leider nix daran geändert...
Schnitt. Wir blenden zurück: die englische Rockband Magnum veröffentlicht
anno 1978 (!) ihr Debüt "Kingdom Of Madness" und legt damit den
Grundstein für eine große Karriere. Es folgen ein Haufen guter, sehr
guter und exzellenter Alben, etwa "Chase The Dragon", "On A Storyteller´s
Night" oder "Wings Of Heaven". Letztgenanntes Werk war nicht
nur ihr wohl kommerziell erfolgreichstes, sondern leider auch ihr letztes wirklich
essentielles. Die einstige Epic-Classic-Rockband (oder so ähnlich) tümpelt
in immer seichter werdenden Gewässern herum und lässt den gewaltigen
Melodic-Rock-Ozean mit seinen Prog-Wellen weit hinter sich. Irgendwann ziehen
die durchaus sympathischen Musiker die logische Konsequenz und lösen die
Combo auf. Sie gründen neue Bands, Solo- und gemeinsame Projekte und absolvieren
Gastauftritte bei diversen Rock-Opern. Am brauchbarsten davon wohl die letzte
Hard Rain, die "Jabberwocky"-Scheibe und die letzten beiden Alben
von Ausnahmestimme Bob Cately. An Magnum-Perlen (kleines Wortspiel, vielleicht
versteht´s ja wer) a´la "How Far Jerusalem", "Don´t
Wake The Lion" oder "Les Morts Dansant" reichte das trotzdem
bei weiten nicht heran. Soweit zur Vergangenheit, zurück in die Gegenwart:
vor mir liegt die neue (Promo-)CD der re-unionierten Band, von deren Innencover
mich vier alte Herren freundlich anlächeln. Sehr gerne würde ich zurücklächeln,
ihnen auf die Schulter klopfen, ein Guiness spendieren und zu "Breath Of
Life" gratulieren. Alleine, ich kann es nicht. Dieses Album ist weder Fisch
noch Fleisch, läuft einfach höhepunktlos an einem vorbei und man findet
nichts, das einen an die (ach so) guten alten (Magnum-)Zeiten erinnern mag.
Fast mitleidig befreie ich mich und meinen CD-Player von dieser Qual, ziehe
mir "One Sacred Hour" rein und mach´ dabei ein Stricherl auf
meiner "Liste der mißlungenen Comebacks". Wie sangen sie selbst
mal so schön: "Too old to die young"...
Andi
WARMEN - Beyond Abilities (Century Media/NSM)
Bei Warmen handelt es sich um das Side-Projekt des CHILDREN
OF BODOM-Keyboarders Janne Warman. Unterstützt wird er dabei von seinem
Bruder Antti, der SINERGY-Frontdame Kimberley Goss, STRATOVARIUS -Röhre
Timo Kotipelto und anderen finnischen Musikern. Logischerweise dominieren die
Keyboards über größte Strecken die Kompositionen, was aber auch
nicht unbedingt verwunderlich erscheint. Ein Großteil der Nummer sind
als Instrumentals konzipiert, leiden meiner Meinung nach jedoch an der fehlenden
"Ohrwurmqualität", um später einmal wiedererkannt zu werden.
Mir munden jene Songs am Besten, die von Ms. Goss vorgetragen werden, aber auch
Herr Kotipelto´s Stimme passt wunderbar zu den Songs. Alles in allem eine
Scheibe die für Keyboard- Fetischisten absolut hörenswert ist; allen
Anderen sei hiermit gesagt, dass von einem "Blindkauf" eher abgeraten
wird.
Walter
TAD MOROSE - Matters of the Dark (Century Media/NSM)
Endlich wieder einmal Neuigkeiten aus der schwedischen
Kleinstadt Bollnäs. Dort sind neben den angeblich inzwischen wieder aktiven
LEFAY auch TAD MOROSE zu Hause. Die beiden Bands sind nebenbei auch noch befreundet,
dadurch ist die Zusammenarbeit der "TADs" mit Charles Rytkönen
auch ganz einfach erklärt. Seit beinahe 10 Jahren liefern TM schon qualitativ
hochwertige, leicht progressiv angehauchten Power Metal ab, der immer über
das nötige Quäntchen Melodie verfügt. Grundsätzlich hat
sich an dieser Tatsache auch kaum etwas geändert, aber die angesprochene
Nähe zu LEFAY ist auf diesem Album so stark wie nie ausgeprägt. Beim
Titelsong teilen sich Sänger Urban Breed und Charles Rytkönen die
Vocals, woraus sich ein Duett der Spitzenklasse ergibt. Aber auch beim restlichen
Songwriting lassen sich Elemente der "Nachbarn" heraushören,
während ich in den melodiöseren Momenten meine, Reminiszenzen an die
Dänen PRETTY MAIDS ausmachen zu können. Summa summarum ein Album,
dass die Zielgruppe einfach haben muß, denn nur so kann es dieser Formation
auch gelingen, im "Overground" zu reüssieren.
Walter
SEVEN WITCHES - Xiled to Infinity &
One (Sanctuary/edel)
Jack Frost sollte jedem Metaller nicht erst seit seinem
Einstieg bei SAVATAGE ein Begriff sein. Viel zu lange dümpelt der Mann
schon mit seinen zahlreichen Bands und Projekten im Untergrund herum. Nebenbei
veröffentlicht er in regelmäßigen Abständen gute Scheiben
und hierzulande nimmt kaum ein Popo (alles andere ist in Anwesenheit von Kindern
untersagt!) davon Notiz. Schon mit den beiden Vorgängerscheiben dieser
Band konnte er eine kleine, aber feine Fangemeinschaft erfreuen. Mit seinem
mitreißenden, melodiösen Power Metal, der noch dazu von Bobby Lucas
gesangstechnisch verfeinert wurde, schaffte es "Frostie", sich Fans
zu erspielen. Seit geraumer Zeit hat Jack jedoch einige Neuerungen erfahren.
Anstelle des erwähnten Bobby Lucas nimmt er jetzt die Sangeskraft eines
gewissen Wade Black (na, geschnallt? Ja, genau der,der auf der letzten CRIMSON
GLORY zwar toll gesungen hat, aber dem typischen "eine Band mit neuem Sänger
klingt einfach anders"-Syndrom zum Opfer gefallen ist) in Anspruch und
für die Drums konnte niemand geringer als Brian Craig von na, von
wo denn, hm? ach ja von einer DER Götterformationen schlechthin - DESTINY`S
END gewonnen werden. In dieser Besetzung kann schon fast nichts mehr schief
gehen und schon der Opener mit dem mehr als aussagekräftigen Titel "Metal
Tyrant" zeigt uns, wo und wie es langgeht. Ein Power Metal Hammer jagt
den Nächsten, erreicht den Höhepunkt - nicht zuletzt durch die Mitarbeit
von Gott in Person eines gewissen Herrn Jon Oliva - bei "The Burning"
und endet mit einem Duett mit Joe Comeau (nö, kein Quiz mehr, zur Zeit
OVERKILL) bei der GRIM REAPER Coverversion "See you in Hell". Schluß
- Aus - MUSS man haben!!!
Walter
BLAZE - Tenth Dimension (SPV/Musica)
Auch wenn ich mit meiner Meinung so ziemlich alleine
dastehe - es ist mir reichlich egal, wer anders denkt -, Blaze Bailey war zwar
mit Sicherheit kein Ersatz für Bruce Dickinson bei den "Eisernen Jungfrauen",
aber Songs wie "Man on the Edge" oder "Futureal" klangen
in genau jener Besetzung einfach gut und die mit Blaze produzierten MAIDEN-
Scheibletten sind meiner Meinung nach um nichts schlechter, als die "Bruce
is back"-Platte "Brave New World". Doch darum soll es hier eigentlich
gar nicht gehen. Blaze ließ sich durch negative Pressemeinungen ebenso
wenig aus der Fassung bringen, wie durch enttäuschte "Die Hard"
Maiden-Fans. Er scharrte junge Musikanten um sich, um weiterhin dem Metal zu
fröhnen. Unter seinem Namen erschien schon 2000 das Debütalbum "Silicon
Messiah" und nun schickt er sich an, mit "Tenth Dimension" für
Furore zu sorgen. Stilistisch würde ich die Scheibe grob dem Power Metal
zuordnen, wobei die Produktion von Andy Sneap auch ihre Spuren hinterlassen
hat und als "modern" im positiven Sinne zu bezeichnen ist. Songs wie
"Kill and Destroy" oder "Speed of Light" knallen jedenfalls
ordentlich aus den Boxen und wer bei solchen Nummern nicht sein Haupt zu schütteln
beginnt, der sollte entweder einen Ohrenarzt aufsuchen oder vielleicht gleich
die Musikrichtung wechseln (guat d´rauf heite, Walter, hm? Andi). Von
meiner Seite aus gibt es jedenfalls ein dickes Lob an BLAZE und seine Mitstreiter
für diese Platte !
Walter
PAIN OF SALVATION - Remedy Lane (Inside Out/SPV/Musica)
Eine der erquickendsten europäischen Prog-Formationen,
die Schweden PAIN OF SALVATION, haben endlich ein neues Werk im Kasten. "Hurra!",
dachte ich und schob voller Freude die CD in den Player, nur noch aufdrehen
und ab ins Proggie-Traumland...doch HALT! Schon nach wenigen Nummern wird mir
richtig bewusst, dass an dieser Scheibe relativ wenig zum Träumen ist!
Selten habe ich eine Prog-Band derart melancholisch aufspielen gehört.
Manche Passagen hätten von der Atmosphäre her auch problemlos "verdoomt"
werden können. Aber keine Angst! Musikalisch wird immer noch Progressive
Metal der allerfeinsten Sorte geboten, die Band rund um Sänger und Gitarristen
Daniel Gildenlöw versteht es immer noch, ihre Songs beinahe schon zu zelebrieren,
obwohl anstelle des Ausfluges in die farbenprächtige Welt des Proggie-Landes
nur verschiedene Grautönen vor meinen Augen erscheinen (und Satzpunkte
sind Dir nachwievor unsympathisch, hm? Andi). Da der Promo-Kopie wie üblich
keine Texte beiliegen, hilft mir das in diesem Fall tatsächlich aussagekräftige
Infoblatt weiter. "Remedy Lane" ist ein Konzeptalbum, in welchem die
mehr als negativen Erfahrungen des Herrn Gildenlöw in den letzten Jahren
auf menschlicher Basis verarbeitet wurden. Nicht nur musikalisch, auch menschlich
ziehe ich meinen imaginären Hut (ja, ich brauch´ für eine Glatze
auch nur einen Hut!) vor diesem Manne , denn Schicksalsschläge wie die
Fehlgeburt eines Kindes sind bei Gott nicht einfach zu verarbeiten.
Walter
ILL NINO - Revolution Revolucion (Roadrunner/Musica)
Also, normalerweise ist das ja nicht meine Musik. Aber
diese Band ist genial! Am ehesten finde ich noch Ähnlichkeiten mit Soulfly,
Machine Head bzw. Sepultura zu "Roots"-Zeiten. Klingt aber doch wieder
völlig anders. Ill Nino ist die Band des Ex-Pro Pain/M.O.D.-Drummers Daver
Chavarri, der Rest der Mannschaft stammt größtenteils aus Südamerika.
Das Resultat ist ein unglaublich grooviger Cocktail aus agressivem Metal moderner
Prägung, zündenden Latino Rhythmen und großartigen Refrains,
der augenblicklich zu Kopf steigt und postwendend süchtig macht. Ganz aussergewöhnlich
ist der Gesangstil von Frontman Christian Machado, der einen permanent in ein
prickelndes Wechselbad aus ultabrutalen Shouts und einfühlsamen, melodiösen
Gesangsparts taucht. Als Anspieltips empfehle ich "I Am Loco" bzw.
den genialen Titeltrack, aber eigentlich rockt jeder einzelne Song wie die Hölle.
Unbedingt antesten!
Ger-Hard
IMMORTAL Sons of Northern Darkness (Nuclear Blast/edel)
Einmal mehr haben sich die Norweger Urgesteine IMMORTAL
auf den Pilgerweg zu Peter Tägtgren in Abyss Studio gemacht, um dort ihr
Treiben für die Nachwelt festzuhalten. "Sons of Northern Darkness"
nennt sich die neue Scheibe, die für altgediente IMMORTAL Fans anfangs
mit Sicherheit ein wenig ungewöhnlich ist. Der Sound ist nicht mehr ganz
so klirrend kalt und stellenweise klingt Abbaths Stimme direkt ein wenig
schaumgebremst. Allerdings geben die Jungs zwischendurch dann doch wieder ordentlich
Gas und bei diesen Parts knurrt der Frontmann auch in gewohnter Manier grimmig
böse wie eh und je. Genau diese Songs von "Sons of Northern Darkness"
sind die absoluten Highlights auf dem Album, denn der zwischendurch präsentierte
Midtempo Black Metal mit eingestreuten Thrash-Elementen ist zwar nicht schlecht,
aber man erwartet sich von einer Kultband wie IMMORTAL einfach wesentlich mehr
Aggression und Brutalität. Was jedoch positiv zu werten ist, ist die Tatsache,
daß "Sons of Northern Darkness" trotz der Produktion von Peter
Tägtgren einen sehr eigenständigen Sound hat und nicht wie die nullachtfünfzehn
Produktionen aus seinem Hause klingt. Von Keyboardteppichen und dergleichen
haben die Norweger dem Gehörnten sei Dank die Finger gelassen, aber diesem
Trend werden sie auch in Zukunft hoffentlich nie verfallen. Grundsätzlich
ist "Sons of Northern Darkness" kein schlechtes Album, aber IMMORTAL
haben leider von Scheibe zu Scheibe ein wenig an Substanz verloren und sind
anno 2001 nur noch ein Schatten der Band, die einst "Battles in the North"
eingeprügelt hat.
Vampira
HYPOCRISY - Catch 22 (Nuclear Blast/edel)
Aufmerksamen Lesern wird mit Sicherheit auffallen, daß
ich sehr selten Death Metal-Bands bespreche, da ich mich nicht unbedingt mit
den Gesangsleistungen anfreunden kann. Die aktuelle Veröffentlichung der
Schweden rund um Freizeit-Weirdo und Produzenten Peter Tägtgren ist jedoch
reichlich ANDERS geworden. Anders als die bislang veröffentlichten Werke
(okay, köpft mich, ich kenne NUR die im letzten Jahr auf den Markt geschmissene
"10 Years of Chaos & Confusion"-Best of) im Sinne von weniger
geradliniger DM, dafür mehr moderne Elemente. Peter hat sich beim Songwriting
scheinbar selbst inspiriert und jede Menge Einflüsse seiner Zweitformation
PAIN verarbeitet. Phasenweise erinnert die ganze Sache ein bisschen an Rock´n´Rolligen
Death Metal, wie ihn ENTOMBED vor einiger Zeit fabriziert haben. Ich denke,
dass Unterwürfige der Band treu bleiben werden (wenn Du denkst, Du denkst,
dann... Andi) und auch alle Anderen, die mit PAIN eher etwas anfangen können,
sollten auch HYPOCRISY antesten.
Walter
HYPOCRISY - "Catch 22" (Nuclear
Blast/edel)
Schon die ersten Klänge von "Catch 22" animieren den geneigten
HYPOCRISY-Fan dazu, ein wenig erstaunt die Augenbrauen Richtung Zimmerdecke
hochzuziehen. Irgendwie dürften die Herren rund um Frontmann Peter Tägtgren
einen neuen, aber nicht unbedingt überzeugenden Weg eingeschlagen haben
- der Sound von "Catch 22" ist sehr gewöhnungsbedürftig
und ein großer Teil der Songs geht auch nach dem x-ten Durchlauf nicht
wirklich ins Ohr. Desweiteren zeigt Mr. Tägtgren hinsichtlich des Gesanges
ebenfalls eine neue Seite und entfernt sich immer weiter von seinen Death Metal-Roots.
Zum Teil erinnert mich die Stimme sogar ein wenig an die Vocals von Industrialbands,
was aber zu der rausgerotzt klingenden Musik von "Catch 22" nicht
immer so recht passen will. HYPOCRISY-styled wird es dann erst beim dritten
Stück "Edge of Madness", auf dem ein absolut geiles Riff dominiert
und das noch dazu von einem angenehmen Keyboard-Teppich getragen wird. Zu den
weiteren Highlights zählen die beiden letzten Nummern "Seeds of the
chosen one" und "All turns black", da die Songs dort anknüpfen,
wo das letzte Album der Schweden geendet hat. Allerdings hat die Band bei "Seeds
of the chosen one" doch ein wenig heftig bei DANZIG abgekupfert - der Studiobesuch
der DANZIG-Fetischisten MARDUK dürfte wohl Spuren hinterlassen haben. Der
Rest der Tracks von "Catch 22" stimmt mich aber äußerst
nachdenklich und läßt in mir die Frage keimen, was aus meiner einstigen
Lieblingsband geworden ist. HYPOCRISY kreieren bei weitem nicht mehr die intensive
Musik, für die ich die Band so geschätzt habe und die sie zu etwas
besonderem für mich gemacht hat. Zu oberflächlich und zu lieblos tönt
das Album aus den Boxen und ernüchtert auf der ganzen Linie! Schade drum,
denn "Catch 22" ist im Grunde genommen nicht mehr als ein Durchschnittswerk,
welches einer Band wie HYPOCRISY, die schon für viele Sternstunden gesorgt
hat, einfach nicht würdig ist.
Vampira
THE QUILL - Voodoo Caravan (SPV/Musica)
"Oh mein Gott!", dachte ich, als mir die ersten
Songs von "Voodoo Caravan" entgegenschmetterten. Da hat sich doch
die Druckerei geirrt, 2001 kann doch gar nicht stimmen. Wenn 197? auf der Hülle
gestanden wäre, okay, aber was jetzt?! The Quill nennt sich ein Quartett
aus Schweden, das es sich also zur Aufgabe gemacht hat, uns den alten, kernigen
Hardrock neu zu kredenzen, wobei das Ganze dermaßen trocken und staubig
klingt, dass man meint, den Dreck unter den Boots aufwirbeln zu können
(wie meinen? Andi). Über weite Strecke können LED ZEPPELIN als Hauptinspirationsquelle
angegeben werden, aber auch US-Formationen jener Epoche wie GRAND FUNK RAILROAD
dürften den Herren nicht unbekannt sein. Mal fetzig, dann wieder eher schleppend,
musiziert man locker-flockig vor sich hin, um stes eine Tatsache vor den Augen
zu haben : Es muß ROCKEN... und das tut es !
Walter
FLOWING TEARS Serpentine (Century Media/NSM)
Nach einem relativ langen Intro wird der Zuhörer
von dieser deutschen Band auf einen "Starfish Ride" entführt.
Das Ziel der Reise ist das Land der Träume, das von so manchen ähnlich
veranlagten Bands mit weiblichen Vocals angestrebt wird. Im Gegensatz zu einem
Großteil der mir bekannten Combos dieser Fraktion, die mir nicht mehr
als ein langgezogenes Gähnen entlocken, versteht es die Band allerdings,
den Zuhörer zu verzaubern. Viel zu schön sind die Melodien der zum
Quartett geschrumpften Band rund um Sängerin Stefanie Duchene. Die Kompositionen
zeichnen sich vor allem durch völlig unerwartet eingebaute Spannungsmomente
auf ("Breach") oder verfügen über ausgezeichnete Ohrwurmqualitäten,
wie z.B. "Merlin". Man schwelgt in Gedanken vor sich hin und vielfältige
Farbspielereien sind mit geschlossenen Augen zu erkennen. SO - und nicht anders
- sollte SCHÖNE Musik klingen!
Walter
BLACKSHINE Soulless & Proud (Steamhammer/SPV)
Oh Gott!! Die Miss auf dem Cover scheint nach der Preisverteilung
aber ordentlich verunfallt zu sein... oder war es nur die Wahl zur "Miss
Butcher"? Im Endeffekt ist es egal, denn ich kann eigentlich keinerlei
Zusammenhänge zwischen Cover und der Musik dieser schwedischen Formation
ausmachen. Die Musik dröhnt dem Zuhörer nämlich reichlich MOTÖRHEAD-lastig
entgegen, was ja nicht schlecht ist. Die Klasse des Mr. Kilmister erreichen
BLACKSHINE zwar noch nicht, aber das kann ja noch werden (sicher, Walter, sicher.
Andi). Als reine Kopie sind sie ja auch nicht zu bezeichnen, werden doch vereinzelt
moderne Elemente verarbeitet, die die Chose recht zeitgemäß erklingen
lassen. Auch in gesangstechnischer Hinsicht wird die Räudigkeit Lemmy´s
noch nicht so ganz geschafft, doch mit der richtigen "Therapie" sollte
auch das, wenn es gewünscht wird, zu schaffen sein (ja, Walter, ja genau.
Andi). Wer´s gerne mal richtig ROCKIG haben will (bewusst "ROCK"-ig,
denn mit METAL habeben BLACKSHINE eigentlich nichts am Hut), kann sich mit "Soulless
& Proud" eine Perle dieser Richtung ins Regal stellen.
Walter
WAYLANDER - The Light, The Dark And The Endless Knot
(Blackened)
Das darf doch nicht wahr sein! Das 98´er-Debüt
"Reawakening Pride Once Lost" zählt meiner Meinung nach zum Besten,
das es am Sektor Viking-Metal je gab. Und dann das! Jedes drittklassige Proberaum-Demo
klingt besser. Scheinbar hat man sich den Umweg über`s Studio diesmal gespart,
das kann doch nur ein böser Scherz sein. Schon mal eine zu langsam laufende
CD erwischt? Diese kann`s... das kann doch nicht absichtlich so lau klingen?!
Lasst euch nicht vom sehr geschmackvollen CD-Cover täuschen, so etwas katastrophales
habe ich schon ewig nicht mehr gehört!
Ger-Hard
DOMINE - Stormbringer Ruler (Dragonheart/SPV)
Ein bißchen italienischer Power Metal gefällig?!
Ich weiß, den Andi krampft´s jetzt z`samm (*krampf* Andi). Nicht
zu unrecht. Hat zwar mit "The Ride Of The Valkyries" oder "The
Beare Of The Black Sword" einige gute Momente, aber das hohe G´sangl
nervt mörderisch. Dafür sind die Fotos von den grimmig blickenden,
mit riesigen Schwertern bewaffneten Musikern recht witzig. Doch spätestens
bei der mega-peinlichen Ballade "For Evermore" reißt die Geduld,
ab in den Sondermüll! Ganz schwacher Rhapsody Abklatsch. Muß man
nicht wirklich haben.
Ger-Hard
DIVERSE - A Tribute To The Beast (Nuclear Blast/edel)
Wieder mal ein Tribute, wieder mal an Iron Maiden. Zu
Beginn covern Steel Prophet brav traditionell "The Ides Of March/Purgatory",
bevor sich die Children Of Bodom auf die für sie typische Art an "Aces
High" ranmachen. "The Trooper" in der Version von Rage kennt
man ja schon, ebenso Cradle Of Filth´s Vergewaltigung von "Hallowed
Be Thy Name". Es folgen Grave Digger mit "Running Free" und Burden
Of Grief mit "Prowler" sowie Therion mit "Children Of The Damned".
Iced Earth covern "Transylvania", bevor sich Opeth an dem ihnen wirklich
gut stehenden "Remember Tomorrow" versuchen. "Stranger In A Strangeland"
klingt bei Disbelief natürlich etwas böser als im Original und auch
Tierra Santa geben dem "Flight Of Icarus" zumindest einen eigenen
Touch. "22 Acacia Avenue" in der Dark Tranquility-Version kennt und
mag man ebenfalls schon und auch "Wrathchild" von Six Feet Under hat
man (wie einige andere auf diesem Sampler) schon mal gehört (ob gewollt
oder nicht). Abgeschlossen wird dieser "Tribute To The Beast" von
Darkane, die sich durch "Powerslave" prügeln. Ein abschließendes
Fazit soll sich wie immer bei Scheiben dieser Art jeder selbst bilden, alle
Facts dafür habe ich Euch ja ganz artig geliefert. Up The Irons! VÖ:
18. 02. 2002, www.nuclearblast.de
Andi
Brainstorm - Metus Mortis (Metal Blade/NSM)
Nicht mehr so ganz brandneu, dafür umso empfehlenswerter.
Denn nicht alles, was aus deutschen Landen kommt, muß wie Gamma Ray, Edguy
oder Helloween klingen (auch wenn`s der Hr. Appel nicht glauben mag (*hach*...
Andi). Brainstorm orientieren sich eher an amerikanischen Vorbildern. Rauher,
druckvoller Power Metal in Reinkultur. Melodisch und dennoch hart (ja, des gibt`s!).
Gebt auch mal bei voller Lautstärke "Shadowland" oder "Hollow
Hideaway"! Da tanzt die Sau, da fliegt die Kuh und beim Nachbar rieselt
der Verputz von der Decke (anscheinend nicht nur beim Nachbarn, haha, Andi)!
Starker Shouter, fette Klampfen, saugute Songs: "Volle Kanne Hoschie"
kann man da nur sagen!
Ger-Hard
Rhapsody - Rain of a thousand flames (LMP/SPV/Musica)
Dieser Silberling versteht sich eigentlich nur als Appetizer
für das für Februar 2002 angekündigte vierte full-lenght Album
und ist deshalb zum Special Price erhältlich. Bei über 40 Minuten
Spielzeit ein echtes Schnäppchen! Ich habe schon für kürzere
CDs den vollen Preis bezahlt. Schon der Titeltrack vereint alle typischen Rhapsody
- Trademarks in sich. Orchestraler Melodic - Speed vom Allerfeinsten. Inhaltlich
bereitet man das Ende der "Emerald Sword" Saga vor. Musikalisch schwelgt
man in noch üppigeren Arrangements, noch fetteren Chören und noch
mehr Dramatik und Bombast. Das kann so falsch nicht sein! Ganz genial ist das
abschließende, 23minütige "Rhymes Of A Tragic Poem - The Gothic
Saga", eine kleine, mit ausgiebigen Klassik - Zitaten und Folk - Elementen
ausstaffierte Mini - Oper! Also wenn schon bombastischer Symphonic - Metal,
dann nur Savatage, Nightwish, Blind Guardian und eben Rhapsody. Mit dieser CD
haben sich die blutjungen Italiener einen Stammplatz in der obersten Liga erspielt!
Ich warte schon ungeduldig auf das neue Album und die (hoffentlich) kommende
Tour!!! Sammler sollten unbedingt nach dem limitierten Digipack Ausschau halten
- echt geiles Cover.
Ger-Hard
SINERGY "Suicide By My Side" (Nuclear Blast/edel)
SINERGY haben die Gabe, dem Hörer treffsichere
Geschosse um die Ohren zu ballern, die ihresgleichen suchen. Nicht genug, daß
die Band ein geiles Riff nach dem anderen aus dem Ärmel schüttelt
sie hat auch mit Sängerin Kimberly eine Dame am Start, die ihr Handwerk
wirklich versteht. Mrs. Goss legt eine selten zuvor gehörte Intensität
in ihre Vocals, die für jede Menge Gänsehaut auf dem Rücken sorgt.
Eines allerdings hat sie dieses Mal ein wenig vernachlässigt, und zwar
den dreckigen und rockigen Schliff, mit dem sie die Stücke der Vorgängeralben
verfeinert hat. SINGERGY klingen 2002 etwas steriler als das in der Vergangenheit
der Fall war und das tut mir persönlich ein wenig leid, da damit ein typisches
Markenzeichen ihrer Musik kaum mehr vorhanden ist. Sonst allerdings läßt
"Suicide by my Side" kaum einen Wunsch offen, die Produktion ist vom
Feisten und jeder SINERGY Fans wird mit dem Album, welches vom Anfang bis zum
Ende ein hohes technisches und songwriterisches Niveau hat, nahezu restlos zufrieden
sein. Hoffen wir, daß sich die Truppe bald wieder auf Tour begibt, um
uns auch live mit dem neuen Material zu beglücken.
Vampira
NOLAN/WAKEMAN - The Hound Of Baskervilles (SPV/Musica)
Boah. Die beiden Keyboard-Größen Oliver Wakeman
und Clive Nolan ließen ja schon durch so manches gemeinsame Projekt in
der Progressive-Szene aufhorchen, nun vertonen die beiden tatsächlich die
berühmte Sherlock Holmes-Story. Für die (gesangliche) Darstellung
der einzelnen Charakter konnten sie durchaus prominente Mitstreiter gewinnen,
etwa (wieder einmal) Bob Catley und Robert Powell oder auch Tracy Hitchings.
An der Gitarre darf sich übrigens "Mr. Ayreon", Arjen Lucassen,
austoben. Herausgekommen ist eine in der Tat ansprechende Prog-Rock-Oper (wenn
ich das mal so nennen darf, danke), die sich vor ähnlichen Projekten nicht
zu verstecken braucht. Natürlich wird der Nicht-Die-Hard-Genre-Freak ob
des einen oder anderen überlangen Intros, dem Sprechgesang des Erzählers
oder der Zur-Schau-Stellung der instrumentalen Fähigkeiten der Protagonisten
desöfteren auf eine harte Geduldprobe gestellt, auf der anderen Seite wartet
die Hund´sn von Baskervilles aber auch mit wirklich tollen Melodien, Arrangements,
und, ja, gelungenen Songs - die auch für sich alleine stehen können
- auf (und beim nächsten Mal darf ich aufgrund dieses überlangen Satzes
auch mitmachen, okay? thanx!). Prog-Jünger müssen hier wohl sofort
zuschlagen und auch der eine oder andere tolerante Metal/Rock-Fan sollte das
Ding mal antesten. ww.progscape.com/thecry/clive
Andi
PS: Was aber erwartet uns aus dem Rock-Opern-Sektor als nächstes?? Vertonen
Hannes Bartsch, Wolfgang Ambros und Roman Gregory den "Mundl"? Hauchen
Alex Wank, Peter K. und Stefan Weber dem "lieben Augustin" neues Leben
ein? Man darf gespannt sein... (ja, ich sollte vor meinen Reviews nix trinken,
sagt mein Neurologe auch immer... T´schuldigung).
VIRGIN STEELE - Hymns To Victory (Metal Is/edel) >
Interviews
Ein Best of Album wie es sein soll, fast 80 Minuten
Spielzeit, alle Titel remastered, 2 unveröffentlichte Tracks (Saturday
Night + The Mists Of Avalon), 5 Alternative-Versions, ich würde sagen:
das passt! Der Sound ist selbst bei den älteren Tracks druckvoll und somit
zeitgemäß, für Neueinsteiger geradezu optimal. Denn geniale
Songs wie "The Burning Of Rome" oder "Noble Savage" zählen
zum kleinen Einmaleins jedes gestandenen Metallers! Und wer das nicht kann,
darf nicht zu Savatage und Iced Earth. Wird von Meister Appel beim Einlass sichprobenweise
abgefragt (klar, "Meister Appel" hat ja nix besseres zu tun... Andi)!
Ger-Hard
VIRGIN STEELE - The Book Of Burning (Metal Is/edel)
> Interviews
Warum man die beiden Alben nicht gleich als Doppel-CD
veröffentlicht hat, ist ein businesstechnisches Rätsel. Sollte es
da gar um Kohle gehen?! Dieses zum 20jährigen Bandjubiläum (die Zeit
vergeht!) veröffentlichte Werk enthält gleich 8 brandneue Songs sowie
eine Vielzahl vergessener Meisterwerke von den beiden, heute nur mehr schwer
erhältlichen Erstlingswerken (Virgin Steele - 82 & Guardians Of The
Flame - 83). Selbstverständlich wurde auch dieses Scheibchen klangtechnisch
aufpoliert und ist somit selbst für eingefleischte Fans hochinteressant.
Daß Virgin Steele bekannterweise verdammt nach Manowar klingen, ist kein
Geheimnis. Egal, wer auf lupenreinen, herrlich klischeebeladenen Heavy Metal
steht, kann mit Virgin Steele bekanntermaßen nichts falsch machen!
Ger-Hard
Silent Force Infatuator (Massacre/NSM)
Auch wenn`s Meister Appel nicht glauben kann (oder will),
Infatuator ist keines der unzähligen 08/15 Power Metal Alben (hab´
i nie behauptet, Andi)! Der Titeltrack ruft sofort Erinnerungen an glorreiche
Priest - Painkiller Zeiten wach (bitte, Gerhard, drah´ kann Film!). Die
Mannen um D.C. Cooper (Ex-Royal Hunt) und Alex Beyrodt (Sinner - gibt`s die
noch?!) haben ein mächtig rockendes Stück Heavy Metal in die imaginären
Rillen gehämmert. Bombastische Hymnen (Hear me calling - Ohrwurm), kraftvolle
Banger (Gladiator) - Metal Heart, was willst du mehr?! Auch das Judas Priest
Cover "All Guns Blazing" kommt mächtig, über den Sinn und
Zweck von Coverversionen kann man natürlich streiten. Ein Album , das sowohl
Melodic- als auch Heavy Metal Fans zufriedenstellen sollte.
Ger-Hard
Gilby Clarke - Swag (Eagle/edel)
Gaubt eigentlich noch irgendjemand an ein neues Guns`n`Roses
Album?! Braucht eh kaner! Stattdessen gibt`s was neues von Gilby Clarke. Obwohl,
so richtig neu klingt das gar nicht. Eher schon wie alte Roses, nur irgendwie
viel zu brav, das gehört viel rauher gespielt, da fehlen eindeutig Herz
und Power. Und ein besonders guter Sänger ist der gute Mann leider auch
nicht, da war mir "Crazy Axel" schon viel lieber. Den wenigen noch
verbliebenen Gunners Fans wird`s vermutlich dennoch gefallen.
Ger-Hard
EKPYROSIS - Fire (Eigenproduktion)
Uuuaaarrrggghhh ! Schock ! Sind das tatsächlich
jene EKPYROSIS, die ich noch von Ihrem Debut "Last & Only" in
Erinnerung hatte ? Das waren meine ersten Gedanken nach dem ersten Durchlauf
des aktuellen Werkes "Fire". In der Tat handelt es sich immer noch
um jene in der Steiermark beheimatete Formation. Im Laufe der Jahre haben sich
jedoch eine Menge Einflüsse in den Stil der "Ekys" eingeschlichen,
die zumindest in meinen Ohren äußerst gewöhnungsbedürftig
klingen. Ich meine jetzt nicht, daß mir die Musik nicht zusagt, aber wie
gesagt, ich hätte die Band beim besten Willen NICHT wiedererkannt. War
man zu Debüt-Zeiten noch deutlich im melodiösen Power Metal verwurzelt,
orientieren sich die Steirerbuam heute viel eher an thrashigen, manchmal sogar
Industrial-lastigen Klängen. Spätestens nach dem dritten Durchlauf
fräsen sich Songs wie "Miss World" oder "Snakes in the Grass"
dermaßen in die Gehörgänge, daß ein Drücken der Repeat-Taste
zum Zwang wird. Als Vergleich kann ich lediglich in manche Passagen die "neueren"
Acts der Bay Area wie z.B. 40 GRIT oder MANMADE GOD heranziehen.
Unbedingt unvoreingenommen an die Scheibe herangehen!!!
Walter
EDENBRIDGE - Arcana (Massacre/NSM)
Nach der Veröffentlichung ihres Debüts "Sunrise
in Eden" war ich noch überzeugt, daß es sich bei dieser Formation
lediglich um ein kurzzeitig existierendes Projekt handelt. Doch schneller als
erwartet legen EDENBRIDGE in diesen Tagen den Nachfolger "Arcana"
in die Läden. Gegründet wurde die Band 1998 von den in Prog-Kreisen
relativ bekannten Gitarristen Lanvall. Ihm zur Seite steht, neben der üblichen
Besetzung, auch eine junge Dame namens Sabine Edelsbacher. Diese sorgt mit ihrem
Gesang für eines der Markenzeichen von EDENBRIDGE.
Als Vergleich kann ich leider nichts Anderes als die in diesem Genre führenden
NIGHTWISH heranzuziehen. Als Kopie der Finnen dürfen die Österreicher
jedoch nicht bezeichnet werden, da zum einen der Gesang, der bei NIGHTWISH eher
opernhaft vorgetragen wird, in diesem Fall fast schon musicalverdächtig
klingt, zum anderen ist die Musik von EDENBRIDGE proglastiger ausgefallen. Wer
sich über 45 Minuten lang an Frauengesang in Verbindung mit schön
strukturierten Kompositionen erfreuen möchte, ist mit dieser Scheibe sicher
bestens bedient.
Walter
STORMWIND - Reflections (Massacre/NSM)
Nachdem erst vor wenigen Monaten die 98´er Scheibe
"Stargate" dieser schwedischen Melodic Rocker über Massacre Records
in Europa veröffentlicht wurde, steht nun ein aktueller Longplayer auf
dem akustischen Speiseplan. "Reflections" bietet im Prinzip alles,
was man von einer melodiösen Metalscheibe erwartet. Melodien (no na), die
sich in den Gehirnwindungen festkrallen und Refrains, die schon nach dem ersten
Durchlauf mitgeträllert werden können. Unerklärlich ist mir im
Zusammenhang mit dieser, von Mastermind und Gitarristen Thomas Wolf bereits
1996 gegründeten Band lediglich, warum sie nicht schon längst weiter
oben auf der Bekanntheitsskala stehen und noch immer tief im Melodic-Underground
verwurzelt sein müssen.
Walter
Royal Hunt - The Mission (Point Music)
Überraschung! Die Band um den Keyboard-Magier Andre
Andersen hat erfreulicher den schwülstigen Bombast der letzten Scheiben
über Board geworfen und rockt nun wieder, was das Zeug hält. Verbunden
werden die nahtlos ineinander übergehenden Songs durch 1-2 minütige
Intros, in denen immer noch heftigst soliert wird. Wem`s zuviel wird: wozu gibt`s
die Fernbedienung? Ist aber nicht notwendig, es lohnt sich, den Silberling in
einem Zug durchzuhören. Anspieltips: "Judgement Day" oder "The
Mission", doch auch der Rest ist nicht von schlechten Eltern. Der neue
Frontman John West ist ein mehr als gleichertiger Ersatz für den abgewanderten
DC Cooper und wer auf melodischen Heavy Rock mit einem kleinen Schuß Klassik
steht, ist mit "The Mission" bestens bedient.
Ger-Hard
Schandmaul - Von Spitzbuben und anderen Halunken (BMG
Ariola)
Lust auf ein wenig "schelmischen Mittelalter-Folkrock"?!
Seltsam, aber so steht es geschrieben! Schandmaul sind nicht so heavy wie In
Extremo, nicht so authentisch wie Corvus Corax und an Subway To Sally kommt
sowieso niemand heran. Würde sagen, daß man sich musikalisch irgendwo
zwischen Fiddler`s Green und Blackmore`s Night bewegt. Besonders neu bzw. originell
ist die Mischung aus Rock, Folk und Mittelalter ja mittlerweilen nicht mehr
(aber was ist das schon?!), macht aber nichtdestotrotz jede Menge Spaß.
Einziges Manko - der Sänger mit dem klangvollen Namen Thomas Lindner (ehrlich!)
erinnert mich allzusehr an Reinhard Mey (na und? der g´fallt Dir doch
eh... Andi). Na jo, es gibt ja auch 2 Instrumentals. Als Anspieltips empfehle
ich "Herren der Winde" (des is scho sehr schelmisch), Powerdudler
(Instrumental!) oder "Der letzte Tanz". Doch nach einigen Durchläufen
mutieren eigentlich sämtliche Tracks zu dicken, fetten Ohrwürmern.
Genug geschwafelt, rein in`s Kettenhemd, ein Flascherl Met geköpft, das
Excalibur-Video eingelegt, ein Burgfräulein entführt, so steht denn
einer handfesten Orgie nichts mehr im Wege. Ger-Hard
U.D.O. - Live From Russisa (SPV/Musica)
Sehr schön aufgemachtes Teil mit allerhand Fotos
und Geschwafel sowie natürlich 2 CDs. Darauf sind - die Intelligenteren
unter Euch werden sich´s aufgrund des Titels schon denken können
- Dirkschneider und Band bei ihrer Konzertreise durch Mütterchen Rußland
zu hören. Was einem Ausflug durch die Geschichte teutonischer Metal-Kunst
gleichkommt. Startend mit "Holy" über "Midnight Mover",
"Protectors Of Terror", "Winter Dreams", I´m A Rebel"
bis zum glorreichen Finale in Form von "They Want War". Wie anhand
dieser Beispiele absehbar, konzentrierte sich der gute Udo deutlich auf die
"jüngere" History, was zwar einige Klassiker vermissen läßt,
der guten Laune aber keinen Abbruch tut. Alte Hadern covern sowieso schon (genug)
andere... (sh. auch Review des "Tribute To Accept 2"-Samplers auf
diesen Seiten). Also: Weihnachten steht vor der Bude, auch für U.D.O-Fans!
www.udo-online.de
ROUGH SILK - Symphony Of Life (SPV/Musica)
Wieder einmal covern sich die Deutschen durch 30 Jahre
Rockgeschichte, wieder einmal lassen sie den Hörer bei jedem zweiten Song
die Frage "woher kenne ich diesen Teil bloß?" stellen. Aber
wieder einmal sind diese meinetwegen unabsichtlichen Ähnlichkeiten nicht
weiter störend, denn in Summe stehen Rough Silk mittlerweile - nach auch
schon wieder ca. 186 Alben - ohnehin für Rough Silk und daran ändert
auch "Symphony Of Life" nichts. Sehr melodiöser, mitunter sehr
bombastischer Melodic Metal steht also auf dem Programm, mitunter gar poppig,
aber stets ins Ohr gehend. Bei einem Song überrascht sogar Jon Oliva himself
(R.S. tourten ja mal mit Sava) mit guestvocals... alte Fans können mit
dem Kauf dieser Scheibe nix falsch machen, während all jene, die Rough
Silk bis dato schon als "Queen für Arme" befanden, ihre Meinung
auch jetzt (erst recht) nicht revidieren werden. Alle anderen sollten mal reinhören...
www.roughsilk.de
POWERGOD - Bleed For The Gods (Massacre/NSM)
Hierbei handelt es sich um kein
neues Studioalbum von Powergod, sondern um eine reine Cover-Scheibe, wie´s
der Album- und vor allem dessen Untertitel "That´s Metal - Lesson
I" (kommt da womöglich Lesson II auch noch?!) schon vermuten lassen
können. Die Band beweist uns also, daß sie durchaus Geschmack und
die eine oder andere Perle im heimischen Plattenregal hat - immerhin scheinen
auf der Tracklist Songs von Kultcombos wie Savage Grace, Metal Church, Hallow´s
Eve oder Warlock (hehe) auf. Auch Lizzy Borden, Nasty Savage oder gar Stryper
(!) - Nummern werden hier neu interpretiert und zwischendurch glaubt man sogar,
sich an "Stars", dem Song des (von Ronnie James Dio ins Leben gerufenen)
"Hear´n Aid"-Projektes versuchen zu müssen. Nun denn, all
die genannten (+ weitere, etwa von Yngwie Malmsteen- oder Manowar-) Lieder werden
von Powergod sehr ordentlich und astrein nachgespielt, nixdestotrotz darf sich
der Verfasser dieser Zeilen (und wohl nicht nur der) die Frage stellen, was
das Ganze für einen Sinn haben bzw. wer sich das kaufen soll (beinharte
Powergod-Freaks und Kollege Scheurer mal ausgenommen)?! An die Atmosphäre
der Originale kommt man - gerade bei einer Auswahl wie dieser, in der sich ja
viele Kultsongs / Klassiker befinden - sowieso von vornherein nicht heran. Klar
muß man der Truppe dankbar sein, daß sie uns an diese Songs erinnert
bzw. sie jüngeren Semestern schmackhaft macht, aber auch die werden früher
oder später ohnehin zurück zum Original greifen. Wie gesagt: gut gemachte
Scheibe, schöne Auswahl, ... aber wenn das jetzt Schule macht und jede
Band ihre Lieblingssongs covert und dies auf CD gebannt auf den Markt wirft...
einen Markt wohlgemerkt, der ohnedies schon mehr als überfüllt wirkt.
www.powergodonline.de
ANGRA - Rebirth (SPV/Musica)
Nachdem ihr ehemaliger Sänger
Andre Matos nun auf der "Virgo"-Scheibe seine Eier strapaziert und
mir dabei auf meine geht, meldet sich der verbliebene Angra-Rest mit komplett
überholter Mannschaft zurück und läutet die "Rebirth"
ein. Als Ersatz für Herrn Matos konnte man einen gewissen Edu Falaschi
(hat sein Pseudonym wohl auf der Speisekarte beim Griechen um´s Eck gefunden)
engagieren, welcher der Bio zufolge "als heißer Anwärter auf
den seinerzeit vakanten Posten des Iron Maiden-Sängers" (nach dem
Dickinson-Ausstieg) galt... stellt sich die Frage, ob Steve Harris und Co. auch
davon wußten oder nur Edu´s großer Bruder und seine brasilianischen
Straßenkumpels diese These vertraten. Wie auch immer; Angra sind nun wieder
komplett und liefern auf ihrer neuen CD ein astreines Metal-Feuerwerk ab, ganz
in der Tradition der Band, sprich eindeutig Teutonen-Metal-beeinflußt
und hie und da mit südamerikanischen Sound-Elementchen versehen. Letzteres
ist wohl der einzige Unterschied zwischen Angra und italienischen True Metal-Vertretern.
Helloween hier, Stratovarius da, Angra irgendwo dazwischen. Wer die Band bisher
mochte, wird sie auch mit dem neuen Sänger mögen (zumal die Songs
stimmen) und wem die Truppe bis dato suspekt war, der wird auch mit "Rebirth"
in den Lauschern seine Meinung nicht ändern. www.spv.de
BATHORY - Destroyer Of Worlds (Black Mark/SPV)
Ich nehme an, die meisten von Euch werden wohl auch
das Rock Hard-Magazin lesen. Falls ja, seid Ihr vielleicht in der aktuellen
Ausgabe auf den Verriß dieser Scheibe hier gestoßen. Ein Verriß,
den ich - um´s gleich direkt zu machen - nicht wirklich nachvollziehen
kann. Ich meine, die alten Bathory-Sachen, an die kommt sowieso nie wieder wer
heran, auch Quorthon selbst nicht mehr. Unter diesem Aspekt betrachtet erweist
sich "Destroyer Of Worlds" als durchaus passable CD mit ihren Stärken
und Schwächen. Zu letzteren zähle ich auch die Tatsache, daß
das ganze Album auf einmal durchgehört (und dies mehrmals hintereinander)
schon eine gewisse Fadesse einschleichen läßt. Nixdestotrotz gibt
es sie aber auch hierauf, die großen Momente. Wenn diese einzigartige
Stimme auf hymnische Melodien trifft und die gewohnten Chöre das Klangbild
verzaubern. Wenn einfache, aber effektive Riffs sich mit schleppenden Rythmen
abwechseln und Bathory von alten Welten und Göttern erzählen. "Destroyer
Of Worlds" ist keine Pflichtscheibe und schon gar kein Klassiker für
die ewige Besten-Liste, aber noch immer einzigartig und gut genug, um sich vom
Gros der aktuellen Release-Flut positiv hervorzutun. I smile against the wind
I fly... www.blackmark.net
Diverse - A Tribute To Accept II (Nuclear Blast/edel)
Wenngleich Tribute-Compilations eine Sache für
sich sind, dürfte zumindest der "Tribute To Accept"-Sampler ein
größerer Erfolg gewesen sein, sonst gäbe es nun wohl nicht Teil
2 zu kaufen. Naja, die Band um Udo Dirkschneider zählt nunmal (nachwievor)
zu den größten deutschen Metal-Bands und warum, wird klar, wenn man
sich die Songs auf vorliegender CD reinzieht (zum Teil seit Jahr(zehnt)en nimma
gehört, "de Hodern"!). Wie meist bei derartigen Zusammenstellungen
gibt es Beiträge von Bands, die sich ziemlich nah am Original halten und
dann wieder von solchen, die dem ausgewählten Klassiker ihren eigenen Stempel
aufdrücken, was wiederrum auch gut- und schiefgehen kann. Mit Ausnahme
von 4 Tracks sind hier aber zumindest alle (16 insgesamt) Songs exklusiv, d.h.
vorher in dieser Version noch nicht offiziell erhältlich, was ja auch wieder
ein Kaufanreiz sein könnte. Mit dabei ua. Witchery, Raise Hell, Rough Silk,
Darkseed, Spiral Tower, Darkseed, Breaker (no na net na), Agent Steel oder -
natürlich - U.D.O. Und jetzt alle: "Heidi, Heido, Heida,...!".
www.nuclearblast.de
SODOM - M 16 (SPV/Musica)
Ein Konzeptalbum über den Vietnamkrieg also...
guter Zeitpunkt. Naja, laß ma das, Sodom können auch nix dafür.
Sprechen wir lieber über die Musik auf "M-16" und die darf als
Thrash Metal von seiner besten Seite tituliert werden. Ein klassisches Sodom-Album,
das in der Form wohl auch schon vor 10 Jahren hätte erscheinen können
und das meine ich positiv. Thrash Metal heißt in diesem Falle aber nicht
nur, daß hier 11 Songs (soviele sind nämlich auf dem Silberling)
nur gedroschen und geprügelt wird; nönö. Das deutsche Kult-Trio
variert geschickt in punkto Songwriting und Tempo, agiert aber auch "mit
halber Geschwindigkeit" wesentlich härter und brutaler als viele Kollegen
auf Vollgas. Mit dieser CD haben Angelripper und Co. die einzig passende Antwort
auf "The Antichrist" und "Violent Revolution" gegeben und
die Vorfreude auf die gemeinsame Tour mit Destruction und Kreator (am 12. Jänner
2002 im Planet Music!!!) nochmal gestärkt, falls dies überhaupt noch
möglich war. Thrash, Thrash und nochmals Thrash!
AGNOSTIC FRONT - Dead Yuppies (Epitaph/edel)
Die einzig wahren New York Hardcore Kings melden sich
zurück, und das ziemlich eindrucksvoll! "Dead Yuppies" knallt
von vorne bis hinten und wirft der wütenden Meute 14 Tracks in bester Agnostic
Front-Tradition vor die Füße. Der flotte Vierer zeigt "No Mercy",
weder mit "Uncle Sam" noch mit seinen "Politician"s, besingt
die "Urban Decadence" und träumt von "Liberty". Mit
dieser Platte untermauern AF ihren Status in der Szene und weisen etwaige Anwärter
auf ihren Thron deren Grenzen auf.
Well Done! www.agnostic-front.com
DEEP PURPLE - This Time Around - Live In Tokyo (Purplerecords/edel)
Der eingefleischte Purple-Fan
wandert nun schnurrstracks in den näxten Platten-Laden und kauft sich dieses
Juwel einer CD und eigentlich könnte man damit dieses Review auch schon
wieder schließen. "This Time Around" wurde 1975 bei einem von
"Udo Artists" präsentierten Gig in Tokyo mitgeschnitten und featured
17 Tracks auf 2 CDs. David Coverdale singt, als würde er seit 5 Wochen
in einem durch dauerfett sein und sieht auf den wirklich amüsanten Live-Bildern
im ebenso gelungenen wie unterhaltsamen Booklet auch so aus. Oder ist das Janis
Joplin mit Vollbart? Egal... nicht minder witzig sind die Shots von Glenn Hughes
(Travolta mit Europe-Frisur (nach dazu lange bevor´s Europe überhaupt
gab...) oder Tommy Bolin beim Sushi futtern (mit lila gefärbter Haarsträhne
(nicht im Sushi, sondern auf dem Haupt!)). Eben sein Mitwirken auf dieser CD
macht "This Time Around" zu einem echten Schmuckkästchen für
den Fan, auf CD 2 darf er sogar über 7 Minuten lang solieren. Da stört
es auch keinen mehr, daß der Sound zum... Vergessen ist und Coverdale
gleich beim Opener "Burn" singt, als würde er seit 5
Wochen... www.purplerecords.net
KREATOR - Violent Revolution (SPV/Musica)
Na, Gott sei Dank! Vorbei das "Endor(d)rama", vorbei die Spielereien
mit ach-so-modernen Elementen, vorbei die Zeit der Experimente! Kreator sind
wieder Metal; Kreator sind wieder - Kreator! Schon beim ersten Song des neuen
Albums ist der Titel Programm: "Reconquering The Throne"! Und in der
Tat, nur wenige - egal, ob alt oder neue - Thrash-Metal-Bans können mit
dem mithalten, was Mille und Co. auf "Violent Revolution" abziehen.
Beweise? Neben erwähntem Opener seien vor allem der Titeltrack und das
etwas schleppende, aber nicht weniger brutale "Servant In Heaven / King
In Hell" als Pflicht-Hörbeispiele für den Thrash-Loonatic gepriesen.
Aber es geht gar nicht so sehr um einzelne Songs (von denen es übrigens
12 zu hören gibt hier), es geht um das ganze Album. Dieses kann man sich
getrost in einem durch reinziehen, um letztendlich anerkennend zu nicken (bangen)
und mein obiges Zitaterl zu bestätigen: Kreator sind - endlich! - wieder
Kreator!
www.kreator-terrorzone.de
DRAGONLORD - Rapture (Spitfire/edel)
Satan aber auch! Nun, daß ich nicht der größte Black Metal-Fan
der Welt bin, dürfte sich möglicherweise schon herumgesprochen haben.
Hoffentlich aber auch die Tatsache, daß mich doch - zumindest hin und
wieder - einige Releases aus dier Richtung durchaus musikalisch zu überzeugen
wissen. Dazu ist auch absofort diese CD hier zu zählen! Dragonlord ist
ein neues Projekt, richtig, jedoch nicht das 666. aus Norwegen, sondern - Achtung!
- jenes von Eric Peterson, bekannt aus Funk und Fernsehen, oder besser gesagt
aus seiner Zeit by mighty Testament. Mit denen hat sein neues Baby nicht allzuviel
gemeinsam, ein bißchen aber doch: die Kraft, die Dynamik und auch die
Kreativität, welche in "Rapture" zum Ausbruch kommt. Gemeinsam
mit seinen Mitstreitern, in deren Reihen sich auch - Wunder, oh Wunder! - ein
gewisser Steve Digiorgi am Bass wiederfindet, hat er hier ein wirklich überraschendes
und zeitlos gutes Black/Dark-Metal-Album eingespielt, welches sicherlich zu
den Genre-Highlights der letzten Monate zu zählen ist, und dies ohne Wenn
und Aber! Man darf gespannt sein, ob Herr Peterson und Co. damit auf Tour gehen
und falls ja, ob sie die Power von "Rapture" auch auf die Bühne
übertragen können. Das wäre nämlich sehr, sehr schön!
www.enterthedragonlord.com
DIVERSE - Twisted Forever (A Tribute To Twisted Sister
(Koch))
"What Do You Want To Do With Your Life?". "I Wanna Rock!!!".
Selbiger Song eröffnet in einer ziemlich authentischen Version von LIT
auch diesen Sampler, der ein Tribut an eine der wohl legendärsten Heavy-Kapellen
des Planeten darstellt. Erfreulich hierbei die Tatsache, daß - im Gegensatz
zu vielen anderen aktuellen CDs dieser Art - nicht nur Vertreter eines Genres
zum Handkuß kommen, sondern die stilistische Palette sehr breit gestreut
ist. So covern MOTÖRHEAD "Shoot `Em Down", während sich
ANTHRAX an "Destroyer" versuchen und CRADLE OF FILTH erkennen, daß
"The Fire Still Burns". Eine Spur "zu weit aus dem Fenster"
wagt sich allerdings CHUCK D mit "Wake Up...", während VISION
OF DISORDER mit ihrer "modernen" Variante von "Don´t Let
Me Down" durchaus punkten können. Selbiges gilt für die NASHVILLE
PUSSY(s), FU MANCHU ("Ride To Live", hehe), OVERKILL oder SEBASTIAN
BACH & Friends (ähem...). Völlig für die Geier ist JOAN JETT´s
Vergewaltigung von "We´re Not Gonna Take It", eine DER Hymnen
meiner (scheinbar niemals endenden) Pubertät! Als nette Überraschung
präsentieren sich dann TWISTED SISTER ganz am Schluß selbst als Coverband,
die sich herrlich durch AC/DC´s "Sin City" raunzt. Fazit: You
Can´t Stop Rock´n Roll!!!
PS: Alleine schon ein Kaufanreiz: die köstlichen Liner Notes der beteiligten
Combos!
www.twistedsister.com
JAYA THE CAT - Basement Style (Goldcircle/edel)
Diese Band formierte sich Mitte der Neunziger in Massachusetts, wo sie laut
eigener Angabe "für wenig Geld und viel Bier" die örtlichen
Clubs und Parties bespielten. Mittlerweile sind sie gern gesehene Stammgäste
auf großen Festivals rund um den Planeten. Zuletzt bekanntlich beim "Two
Days A Week", wo sie Wiesen - zu recht früher Tageszeit - ordentlich
rockten. Selbiges (ordentlich rocken) tun sie auch auf dieser CD hier, wobei
der Stil des Trios gar nicht mal sooo leicht zu beschreiben ist. Was Jaya The
Cat selbst als "Punk Reggae" definieren, läßt auch Elemente
des Folk und HipHop einfließen, öffnet sich auch für Folk, Ska
und Pop. Und oben drauf kommt der Punkrock-Stempel; fertig ist "Basement
Style". Naja, immer noch nicht ganz, aber macht nix. Hauptsache, die CD
klingt so wie sie klingt: ein höchst erfrischender und bestens funktionierender
Mix aus allen - und anderen - erwähnten musikalischen Richtung und dieser
Mix rockt und groovt, er geht nach vorne los, macht Spaß und rettet damit
jede Party! Wer auf eine coole Mischung aus - wir dürfen wieder die Band
zitieren - The Clash, Bad Brains, The Pogues und "zu viel 60´er Zeug"
neugierig ist, sollte dringend reinhören!
www.goldcircle.nl
FIELDS OF THE NEPHILIM - From Gehenna To Here (SPV/Musica)
1985, United Kingdom, und die Welt ist in Ordnung! Damals und genau dort entstand
nämlich die allererste Scheibe der legendären Fields Of The Nephilim
in Form der "Burning The Fields"-12". Ein Jahr später folgte
die heute als Kultscheibe titulierte "Returning To Gehenna"-EP. In
Folge mauserten sich FOTN zu einer der wichtigsten und wegweisendsten Gothic-Combo
und die genannten Veröffentlichungen wurden rasch zu teuer gehandelten
Raritäten. Nun aber hat die mühsame Suche ein Ende, denn beide Platten
wurden gemeinsam auf eine CD gepresst, welche absofort unter dem Namen "From
Gehenna To Here" beim Händler Eures Vertrauens ganz regulär gekauft
werden kann. Mehr zu sagen wäre Platzverschwendung.
www.jungle-records.com
DIVERSE - HOUSE OF PAIN Vol. 3 (edel)
Über die gleichnamige Sendung auf FM4 erzählen, hieße gute Acts
ins Planet Music zu bringen (*angeb*). Die Compilation zur Show geht nun auch
schon in ihre dritte Runde und bringt auf den Punkt, wie breit gefächert
"bad music for bad people" (Cover-Zitat) mittlerweile sein darf, kann
und vielleicht sogar muß. Von Tricky bis Brujeria, von Cortizone bis Monster
Magnet und von Soufly und Fear Factory bis Placebo und Everlast reicht die Palette!
Erfreulich, daß die Beiträge heimischer Beteiligungen nicht aus dem
(Qualitäts-)Rahmen fallen; so arbeiten Schneiderberg hierauf einmal mehr
mit Devon Graves zusammen, Mudfuzz beweisen ihr internationales Format, Schlund
aus dem WipeOut/Fuckhead-"Umfeld" fallen mit ihrem Avandgarde-Electro-Metal
(oder so) angenehm aus dem Rahmen und Naca 7 präsentieren Nu Metal made
in Flughafen-Atmosphäre. In Summe 19 abwechslungsreiche Tracks (+ Intro
& Interlude), die man dennoch problemlos in einem durchlaufen lassen kann.
Are you bad enough?
www.fm4.orf.at
NAZARETH - The Very Best Of (Eagle/edel)
Klar, von denen gibt´s wohl schon mehr Best Of´s als von vielen
anderen Bands reguläre Studio-CDs. Trotzdem - wie meist bei solchen Fällen
- kann man das Teil hier empfehlen und zwar einerseits für alte Fans, die
somit alle "Hodern" auf einer CD zusammen haben und andererseits für
"Neueinsteiger" in Sachen Nazareth (tja, gibt´s die überhaupt?).
Neben 20 Evergreens wie "This Flight Tonight", "Razamanaz",
"Broken Down Angel" oder "Hair Of The Dog" - zum Teil in
Single- oder "edited" versions - gibt´s auch zwei brandneue
Songs der lebenden Legende zu hören. Und im Booklet werden uralte Bandfotos
brandneuen gegenübergesellt (very funny indeed), außerdem gibt´s
amüsante/lehrreiche Liner-Notes. Ach so, klar: die beiden Welthit-Schnulzen
"Love Hurts" und "Dream On" fehlen auch nicht. Natürlich
nicht...
www.eagle-rock.com
SLIPKNOT - Iowa (Roadrunner/Musica)
Laut Info haben Slipknot ihr neues Album deswegen "Iowa" genannt,
weil sie sich vor einiger Zeit von genau dort aus auf den Weg machten, um ihr
"einziges gemeinsames Ziel" zu verfolgen: "Das Erlangen der absoluten
Weltherrschaft". Well, selbiges tun bekanntlich Pinky & The Brain auch
jede Folge auf´s neue und sind mir dabei wesentlich sympathischer als
der völlig überbewertete Haufen aus, richtig, Iowa. Nicht, daß
Slipknot musikalisch nichts drauf hätten. Nicht, daß sie nicht ihr
Genre beherrschen und halbwegs akzeptable Songs schreiben (lassen) können.
Aber mehr auch schon nicht. Lassen wir doch mal einfach das (mit Absicht) völlig
überzogene Image weg, vergessen wir die albernen Masken und all die anderen
Klischees; was bleibt über? Zuviel, um den Hype, der rund um sie veranstaltet
wird, rechtzufertigen. Vielleicht mögen Slipknot wirklich nur das verzerrte
Spiegelbild einer völlig kaputten Gesellschaft sein, aber: was interessiert
mich schon unsere verf*ckte Gesellschaft? Richtig, genauso wenig wie diese Platte
hier. Sorry...
www.slipknot1.com
CALEXICO - Spoke (Cargo/edel)
Endlich wieder erhältlich: Das legendäre Debüt einer mittlerweile
ebenso legendären Band. Einzigartig und unvergleichbar und durch diesen
offziellen Re-Release absofort auch wieder überall ohne Probleme (hoffentlich!)
erwerbbar.
www.edel.at
TWIN OBSCENITY - Bloodstone (Century Media/NSM)
Nordischer Metal, ziemlich intensiv. Liebäugelt
mit der "Viking"-Schublade, weiß aber auch durch gekonnten Einsatz
weiblicher Auflockerungs-Stimmübungen zu gefallen und versprüht dabei
jede Menge Atmosphäre. www.twinobscenity.com
EMPEROR - Prometheus - The Discipline... (Candlelight/edel)
Sollte dies wirklich das (wie angekündigt) letzte
Album von Emperor sein, dann ist das ein wahrer Abschied in Würde. Ein
Feuerwerk an Ideen und kompositorischen Details, die es zu entdecken gilt. Von
höllisch rasend bis majestätisch trabend, unterbrochen durch sanfte
Zwischenspiele. Ein Meisterwerk des dunklen Liedguts. www.emperorhorde.com
Andi
SAVIOUR MACHINE - Legend Part III:I (Massacre/NSM)
Der, äh, erste Teil des dritten und letzten Teils
(kann mir noch wer folgen?) der Endzeit-Saga. Der zweite Teil des dritten und....
kommt dann 2002. Bleiben nur noch 365 Tage Wartezeit. Und mindest ebensoviele
Airplays für diese Scheibe hier auf Appel-Radio. Die Hure Babylon wird
fallen; the end of the age hast just begun... www.saviourmachine.com
MADRIGAL - I Die, You Soar (Nuclear Blast/edel)
Madrigal geben sich dem Gothic Metal alter Schule hin.
Wie ihre "Vorbilder" - alte Anathema und ebensolche Paradise Lost
- bestechen sie durch melancholische Hymnen und schwermütige Mini-Dramen.
www.nuclearblast.de
WITCHERY - Symphony For The Devil (MFN/Zomba)
Die Gothenburg-Kultband prügelt, kreischt, sägt,
röchelt, brettert und brüllt sich durch 12 neue Songs. Pflicht für
den Thrash-Puristen! www.music-for-nations.co.uk
HEAVENLY - Sign Of The Winner (Noise/edel)
Deutlich weiterentwickelt präsentieren sich Heavenly
als große Hoffnung im True Metal-Bereich. Warum sie mit Edguy auf Tour
dürfen, wird auf dieser Scheibe klar. Die Zielgruppe darf ohne Zögern
zugreifen. www.noiserecords.com
AXXIS - Eyes Of Darkness (Massacre/NSM) >>>AXXIS
IM INTERVIEW
Axxis sind Axxis bleiben Axxis... auch ihr neues Album
glänzt durch eingängige Melodic Rock-Songs mit allen Trademarks der
Deutschen. www.massacre-records.com
DANZIG - Live On The Black Hand Side (Pias/Musica)
Ein "Album für Fans" wollte Herr Danzig
machen; ein solches ist ihm auch gelungen. 2 CDs mit Live-Aufnahmen aus 10 Jahren.
Alle "Hits", zum Teil doppelt. Und ganz, ganz am Schluß: "Mother".
www.restless.com
MASTIC SCUM - Zero (Ohne Maulkorb/Demonware)
Re-Release des "Klassikers" der heimischen
Grind-Heroen. Digital remastered (Wild One Music) und mit diversen zusätzlichen
"Bonussen" ( Live-Video, Multimedia-Special,..) versehen. www.demonware.com
MANNHAI - The Sons Of Yesterday´s Black Grouse
(Revolution/edel)
Ex-Amorphis und -Xysma-Members leben hier mal kurz ihre
Liebe zum sogennanten "Wüstenrock" aus. Das Ergebnis kann mit
rennomierten Genre-Acts durchaus mithalten. www.nuclearblast.de
NICKELBACK - Silver Side Up (Roadrunner/Musica)
Überraschende Weiterentwicklung seit dem ohnedies
nicht schlechten Vorgänger. Radiotauglicher Alternative-Rock einer Band,
die bald ganz groß sein könnte. www.nickelback.com
GRAVE DIGGER - The Grave Digger (Nuclear Blast/edel)
Nach diversen Business-Troubles (Namensrechte, Line-Up,...)
meldet sich die Teutonen-Metal-Legende (mit Manni Schmidt!) am 22. 10. zurück!
Die Pause tat gut; Chris und Co. agieren erfrischend, dynamisch und mitunter
überraschend heavy. Eines ihrer besten Alben! www.grave-digger.de
DIVERSE - Ozzfest 2001 (Sony)
Der Meister rief wieder einmal zur großen Festival-Tour
und alle, die ihm folgten, sind hier mit Live-Songs vertreten. Von Manson bis
Hatebreed, von Papa Roach bis Linkin Park. Und natürlich Sab´ selbst
("The Wizard"). www.ozzfest.com
NOSTRADAMEUS - The Prophet Of Evil (AFM/NSM)
Melodischer Speed/Power-Metal aus Schweden mit Wacken-Erfahrung.
Als Bonustrack ein Cover von Europe´s "Scream Of Anger". Noch
Fragen? Die Band könnte groß werden... www.afm-records.de
EVERGREY - In Search Of Truth (Inside Out/SPV)
Super-Scheibe in der Schnittmenge aus Power- und Prog-Metal
mit einem Schuß Düsternis. Technisch versiert und dennoch song- und
banddienlich vorgetragen. www.insideout.de
QUEENSRYCHE - Live Evolution (Metal Is/edel)
Doppel-Live-Album mit Klassikern aus allen Perioden.
Inklusive einer schönen Version einer der *subjektiv* schönsten Balladen
aller Zeiten, "Silent Lucidity". www.sanctuaryrecordsgroup.co.uk
MANILLA ROAD - Atlantis Rising (Iron Glory/NSM)
Noch immer sträflich unterbewertet, noch immer
genial! Epischer Heavy Metal, der auf die Tränendrüsen drückt
(mehrere Hördurchgänge vorausgesetzt). Nettes Detail am Rande: besucht
mal das Review-Archiv der Rock Hard-Homepage und lest Euch deren MR-Kritiken
chronologisch durch (*eg*)... www.truemetal.org/manillaroad
AGATHODAIMON - Chapter III (Nuclear Blast/edel)
Etwas weg von alten Pfaden (und somit vielleicht auch
von diversen "Kopier-Vorwürfen") bewegen sich die Deutschen auf
ihrer neuen CD. Akustische Gitarren und cleane Vocals tauchen da genauso auf
wie atmosphärische Keyboard-Klänge, rasende Gitarren und hasserfülltes
Gekeiffe. Alles sehr songorientiert. "Chapter III" wird Agathodaimon
einen Schritt näher an den BM-Thron bringen. www.agathodaimon.de
NO USE FOR A NAME - Live In A Dive (FatWreck/SPV)
"Das ist Punkrock, das ist live...". Alle
"Hits" der Band, Misfits-Cover, cooler Live-Sound, tolles (Comic/Fotos)
"Artwork", extra Video-Teil. www.fatwreck.de
WHISPERS IN THE SHADOWS - Permament Illusions
Als "Soundtrack Without An Movie" versteht sich die neue CD der "TripRocker"
um Ashley Dayour. Ein Konzeptalbum über Selbst- zweifel, - suche und -findung;
musikalisch superb vertont. Mitunter radiotauglich, aber auch überraschend
rockig und dennoch schön düster und mystisch. www.wits.tsx.org Mehr
über die Band auch im Dark
Planet
CROWBAR - Sonic Excess In It´s... (Spitfire/edel)
Und wieder einmal überrollt uns die Doom-Core-Walze
und hinterläßt uns plattgewaltzt am Daumen nuggelnd. www.spitfirerecords.com
STAIND - Break The Cycle (Warner)
Wer dieses Teil (weltweit an der Spitze der Charts)
noch nicht hat, dem sei hier es nochmal an´s Herz gelegt. Vorausgesetzt
natürlich, er steht auf "Nu Metal" im weiteren Sinne. Fred Durst
scheint als Gast auf. Womit alles gesagt wäre. www.staind.com
SNAKEGOD - Invitation (MTM Metal/Musica)
Jani Hölli und Jari Tiura sind keine Schisprung-Weltmeister,
sondern zwei Drittel von Snakegod. Einer finnischen Melodic-Combo, die auf einen
nicht alltäglichen Mix aus altem Heavy-Rock (das "Snake" im Namen
kommt nicht von ungefähr...) und Prog/Art-Metal fröhnt. Und der kann
sich hören lassen!
www.snakegod.com
Video
AC/DC - Stiff Upper Lip - Live DVD
(Warner)
Also bei dieser Band wurde ich live noch nie entäuscht.
Schon das irre Intro mit der zum Stadion stapfenden, überdimensionalen
Angus-Statue ist genial! In weitere Folge bekommt man einen kompletten AC/DC
Gig der diesjährigen Open Air Tour aus dem Münchner Olympiastadion
(schaut verdammt voll aus) geboten. Musikalisch bleiben wie gewohnt kaum Wünsche
offen. AC/DC wissen, was die Fans hören wollen. Und spielen es auch! Da
könnten sich etliche Bands (In Extremo & Co. aufgepasst!) ein Scheibchen
abschneiden. Und die enthusiastischen Reaktionen geben ihnen recht. Daß
ausgerechnet "Save In New York City" (in Wien noch im Programm) fehlt,
ist wohl kein Zufall. Hat man wohl aus Pietätsgründen rausgeschnitten.
Schade (hpmfh, Andi).
Auch optisch gibt`s nichts zu bekritteln. Super Kameraführung, witzige
Schwenks in die begeisterte Menge, die überdimensionale Plastik-Rosie,
der unvermeidliche Strip, Kanonen, Konfettiregen, was will man mehr?! Als Extra
noch ein unterhaltsames, 10minütiges Feature mit Interviews und Impressionen
rund um`s Konzert. Sind ja ur-symphatisch, die Jungs. Fazit: 140 Minuten Rock`n`Roll-Entertainment
pur! Ich denke bis zur nächsten Tour werden wir uns wohl wieder ein paar
Jährchen gedulden müssen. Bis dahin ist diese DVD eine mehr als brauchbare
Alternative.
Ger-Hard
Diverse - DEATH... Is Just The Beginning Vol. VI (Nuclear
Blast/edel) -VIDEO
Bereits in die sechste Runde geht diese erfolgreiche
Video-Compilation. Wobei zuerst doch mal gesagt werden sollte, daß dieser
aktuelle Teil mit dem Titel der Serie nicht mehr das meiste zu tun hat, wenn
man ihn auf den Musik-Stil DEATH Metal bezieht, denn damit haben von den insgesamt
16 "regulären" Bands nur wenige zu tun. Davon abgesehen, darf
"Death.... Vol. VI" aber dem visuellen Metaller durchaus empfohlen
werden. Von Crematory bis To/Die/For, von Danzig bis Children Of Bodom und von
Hammerfall bis Theatre Of Tragedy reicht die Palette der jeweils mit einem Song
vertretenen Bands. Wobei die einzelnen Clips - je nach Geschmack - von "genial"
bis "superpeinlich" beurteilt werden dürfen,
aber das haben Sampler dieser Art so auf sich. An einem netten Abend mit ein
paar Kumpels und noch mehr Bierchen kann das Stück aber ohne gröbere
Probleme in einem durchlaufen... und am Schluß kommen in Form der "Classic
Series Bonus Tracks" auch noch jene Freaks auf ihre Kosten, die das Teil
doch aufgrund seines Namens kaufen wollen, denn da kommt es zum Wiedersehen
DEATH - Live In L.A. - Death & Raw (Nuclear Blast/edel)
- VIDEO
Wie inzwischen wohl alle wissen, mußte Death-Frontman
Chuck gesundheitlich wieder einen schweren Rückfall erleiden. Da die notwendigen
Operationen eine Unmenge an Geld verschlingt, rollt ja inzwischen erfreulicherweise
eine große Welle der Hilfsbereitschaft durch die Metal-Szene, die sich
in dem Zusammenhang (wie auch z.b. bei Testament-Fronter Chuck Billy) wirklich
geschlossen als eine solche erweist. Auch dieses Teil darf oder muß aus
der Perspektive betrachtet werden, als Benefiz-Video für Chuck. Erwartet
Euch also kein superprofessionelles Meisterwerk bitte, keine Super-Extras und
keinen Wahnsinns-Sound, keine besonderen optischen Effekte. Bleiben aber immer
noch 72 Minuten "Death (&) Raw", live mitgeschnitten in L.A. "Spirit
Crusher" eröffnent den Reigen, gefolgt von "Trapped In A Corner"
und, jawoll, "Scavenger Of Human Sorrow". 8 weitere Songs folgen (die
Playlist ist mit der zeitgleich erschienenen Live-CD indent"), allesamt
zeigen sie den Vierer - als auch das Publikum - in absoluter Höchstform.
Nicht nur wegen des "gute Sache"-Aspektes ein Kauftipp, sondern gerade
wegen seiner Schlichtheit, die dich auch zuhause vor dem Kasten in ihren Bann
zieht.
www.nuclearblast.de