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| STEELWING - Lord Of The Wasteland (NoiseArt/edel)
Über die Tatsache, dass sich in Schweden eine überdimensional große Anzahl an Nachwuchsbands jeglicher Couleur tummelt, brauchen wir nicht diskutieren. Viel eher wäre es einmal wirklich interessant, in Erfahrung zu bringen, weshalb im Drei-Kronen-Land dabei auch die Dichte an hochklassigen Nachwuchs-Truppen dermaßen hoch ist, völlig egal, von welcher Art von verstärkter Stromgitarrenmusik wir auch sprechen. Mit dem erst seit dem letzten Frühjahr existierenden Quintett STEELWING wird dieser Reigen fortgesetzt, wobei am Beispiel dieser Truppe zudem nachzuvollziehen ist, dass der traditionelle, nach den 80er Jahren klingende Sound auch bei der Jugend wieder gehörigen Anklang findet. Das Kunststück dabei ist, jenen Sound glaubwürdig wiederzugeben und gerade dabei machen STEELWING wirklich gute Figur, denn ihr Heavy Metal wird in der Tat authentisch dargeboten. Der Fünfer lässt auf „Lord Of The Wasteland“ auf ungemein sympathische Weise die „gute, alte Zeit“ aufleben und kredenzt ein Menü, das zum Großteil auf Elementen der NWOBHM aufgebaut ist. Durch die doppelläufigen Gitarrenpassagen lassen STEELWING vorwiegend an Bands wie die früheren IRON MAIDEN denken, allerdings hat das Quintett mit Riley einen Gesangakrobaten in ihren Reihen, der eher nach Alan Marsh (ex-TOKYO BLADE) klingt als nach Paul Di’Anno und durch etliche Ausflüge in höhere Lagen auch die „Höhenluft-Fraktion“ zu bedienen weiß. Durch den Umstand, dass diese jungen Schweden quasi aus dem Nichts gekommen sind und mit einem dermaßen starken Debüt in der Szene auftauchen, braucht man kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass STEELWING wohl die nächsten HAMMERFALL (*Angst* Andi) sein werden! www.myspace.com/steelwing Walter TRIPTYKON - Eparistera Diamones (Century Media/EMI) CELTIC FROST sind tot – es lebe TRIPTYKON! Diese als Sideproject gestartete Angelegenheit beschert uns nicht nur den einzig legitimen „Monotheist“-Nachfolger, es ist auch noch so ziemlich das schwärzeste Stück Musik, das ich seit langem gehört habe. In der Schweiz gehen die Uhren halt anders. Tom G.Warrior hat das Album im Alleingang geschrieben, zusammen mit V.Santura (DARK FORTRESS) produziert, und sich noch Drummer Norman Lonhard von FEAR MY THOUGHTS und Bass-Mädel Vanja Slajh als kompetente Unterstützung ins Boot geholt. Das Quartett legt mit „Eparistera Daimones“ ein ziemlich bemerkenswertes (weil abgrundtief düsteres) Stück Metal vor. Es ist, als hätte der eigenwillige Warrior seine Bands HELLHAMMER, CELTIC FROST und APOLLYON SUN zu einem großen Ganzen verschmolzen. Da stehen mit „In Shrouds Decayed“ oder „Descendant“ gewaltige Monolithe, die die Musik zäh wie Lava einher fließen lassen, in Reih und Glied mit der Wuteruption „A Thousand Lies“ oder dem überragenden Opener „Goetia“. Nur kurz durchbrochen von dem schon fast an MASSIVE ATTACK erinnernden „My Pain“ – denn das finale „The Prolonging“ macht dem Hörer einmal mehr klar, dass allein in der Schweiz der Ursprung des wahren Dunkelmetalls ist. „Eparistera Daimones“ ist schwärzer als diese ganzen nordischen Black Metal-Kasperln jemals sein werden; und Tom G.Warrior ist der wahre Höllenfürst – da darf natürlich auch ein „Uh“ hier und dort nicht fehlen. Ein Album, das einen mit jedem Durchlauf nur noch weiter in den Abgrund zieht und das definitiv NICHT der Soundtrack dieses Frühlings ist. www.triptykon.net Mike SCORPIONS - Sting In The Tail (Sony Music) Es sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben, dass sich die Urväter der deutschen Rockmusik in den wohlverdienten Ruhestand begeben werden. Bevor es jedoch soweit sein wird, hat man uns als Geschenk mit „Sting In The Tail“ nochmals ein Album anzubieten, dass die Essenz der langjährigen Karriere dieser Institution beinhaltet. Man muss den Herrschaften nämlich fraglos attestieren, dass ihnen ihre Intention, „in Würde abzutreten“, mehr als imposant geglückt ist. Über weite Strecken gleicht „Sting In The Tail“ regelrecht einer Retrospektive auf die Höhepunkte der Karriere. So bekommt man neben fetzigen Rockern im Stile der frühen 80er Jahre, über Reminiszenzen an die heftigere Seite der Band, selbstredend auch Balladen zu Gehör (Nein. Net woahr? Andi). Gerade diese waren immerzu Bestandteil des Schaffens dieser Institution, führten auf der anderen Seite jedoch leider auch dazu, dass man die Band phasenweise fälschlicherweise sogar darauf reduziert hat. Aber egal, denn essentiell waren auch jene Kompositionen der SCORPIONS immerzu, weshalb sich die Großmeister auch dabei vorwiegend an ihrer eigenen Vergangenheit orientiert haben, ohne sich selbst zu kopieren. Mit „SLY“ (das nicht zufällig schon vom Titel her an „Still Loving You“ denken lässt) und „Lorelei“ stehen zwei Prachtexemplare bereit, um als weitere Single-Auskoppelungen der ersten „The Good Die Young“ (mit Tarja Turunen als Gast-Chanteuse (Mahlzeit! Andi)) nachgereicht zu werden. Bemerkenswert ist zudem, dass den Herren Meine, Schenker und Co. auch nach mehr als 40 Jahren der Spaß am Rock nicht vergangen ist, wie sie zum Abschluss mit programmatischen „Spirit Of Rock“ und dem selbstironischen „The Best Is Yet To Come“ beweisen. Auch wenn es den Fan traurig stimmen wird, dass sich diese Band in Bälde für immer von den Bühne dieser Welt verabschieden wird, muss man den SCORPIONS neidlos attestieren, dass sie uns kein gelungeneres Abschiedsgeschenk machen hätten können! www.the-scorpions.com Walter EXHIBIT A – Portrait In Rhyme (Rising Records) Seit ich die Freuden des Mutterdaseins genieße, habe ich mir auch einen etwas belastbareren Geduldsfaden zugelegt und genau dieser hat es mir ermöglicht, das vorliegende Album mehr als ein Mal konzentriert anzuhören. Beim Opener „Eden Will Die“ ist die Welt so weit noch in Ordnung, denn der dargebotene kranke Death/Industrial/Whatever Metal mit recht extremen zweistimmigem Gesang weiß sogar zu gefallen. Song Nummer zwei schleppt sich dann schon etwas mühsamer dahin, langsam lösen die quietschenden Gitarren und der eigenwillige Schlagzeugsound nervöse Schweißausbrüche aus und spätestens beim vierten Track wandert mein Blick dann sehnsüchtig auf die Anzeige des CD-Players, ob es sich dabei vielleicht schon um das Schlusslicht des Werkes handelt. Hin und wieder findet man durchaus gute Ansätze, sowohl betreffend des Songwritings als auch hinsichtlich der musikalischen Umsetzung, aber leider lösen sich diese Augenblicke ziemlich schnell in Chaos auf. EXHIBIT A versuchen mit Gewalt, so derb und krank wie nur möglich zu klingen, was der Band zwar perfekt gelingt, aber mir persönlich ist das Ganze einfach zu wirr, zu wenig melodisch und zu verfrickelt. Schade drum, denn die hellen Momente von „Portrait In Rhyme“ deuten sehr gut an, wozu die Band im Stande wäre, wenn sie sich auf das Wesentliche - in diesem Fall brutaler Metal ohne viel Faxen - konzentrieren würde. www.exhibitamusic.com Anita EREB ALTOR - The End (Napalm/edel) Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass die beiden ISOLE-Musiker Christer Olsson und Daniel Bryntse (die hier als Mats und Ragnar agieren) diese Nebenbaustelle, die ganz offensichtlich dazu dient, ihrem Idol Quorthon bzw. BATHORY zu huldigen, weiterhin am Leben halten. Doch ziemlich genau zwei Jahre nach dem Debüt „By Honour“ stehen EREB ALTOR erneut mit einem Album am Start und machen abermals kein Hehl daraus, worum es gehen soll. Auch „The End“ transferiert den Esprit und die Atmosphäre des Lebenswerkes des verstorbenen schwedischen Ausnahmekünstlers Tomas Forsberg auf geniale Manier in die Gegenwart. Hinsichtlich der musikalischen Darbietung lässt sich selbstredend die eigentliche Betätigungsstätte der beiden Protagonisten nicht verleugnen, doch anstelle sich ausschließlich hingebungsvoll in getragenen Doom-Epen zu suhlen, lassen uns die Herren wissen, wie man besagte Gangart auf Wikinger-Art darzubieten hat - und dabei Fans beider Genres gleichermaßen zufrieden stellt. Basierend auf monolithischen Riffs zelebrieren EREB ALTOR auf „The End“ ihre Vorstellung geradezu und lassen das Album in erhabener Schönheit erscheinen. Unterlegt werden die Kompositionen von elegischen Melodienbögen und zudem auch immer wieder von folkloristischen Sequenzen, wodurch die Chose zu einer schwermütigen und geradezu erschreckend intensiven Angelegenheit gedeiht. Während PRIMORDIAL die pechschwarze Seite von BATHORY als Vermächtnis weiterführen und die Italiener DOOMSWORD die epische Metal-Seite des Lebenswerkes von Quorthon als Hinterlassenschaft mitbekommen haben, wissen EREB ALTOR die Doom-Variante auf intensivste Manier darzubieten. Ganz, ganz großes Kino! Quorthon wäre stolz auf Euch. www.myspace.com/erebaltor Walter KISSIN’ DYNAMITE - Addicted To Metal (EMI) Diese fünf Jungs zählten für mich zu den Überraschungen beim letzten “Bang Your Head”-Festival, denn die Schwaben wussten schlicht und ergreifend perfekt für Stimmung zu sorgen. Obendrein konnten sie sich mit ihrer frischen und rotzigen Vorstellung in die Herzen zahlreicher Fans spielen, die ihre Erziehungsberechtigten sein könnten. Besonders angetan von der Vorstellung der Burschen war offenbar auch Großmeister Dirkschneider, der es der Band nicht nur ermöglichte, einige Shows als Opener für U.D.O. zu spielen, sondern obendrein auch als Gastsänger im Titelsong ihres zweiten Albums zu hören ist. Doch keineswegs nur deshalb haben wir es dabei mit einer astreinen Hardrock/Heavy Metal -Vorstellung zu tun, die keinerlei Vergleiche zu den Produkten von etablierten Stars der Szene zu scheuen braucht. Die Jungspunde rocken geradewegs los und agieren dabei ungezwungen und locker. Obendrein wissen sie mit einprägsamen Refrains ebenso zu punkten, wie mit markanten Melodien - egal, ob sie amtlich zur Sache gehen, oder mit balladesken Momenten aufwarten. In Zukunft werden KISSIN‘ DYNAMITE wohl des Öfteren auf Großveranstaltungen zu sehen sein, schließlich haben sie auf „Addicted To Metal“ mehrere Hymnen („Run For Your Life“, „Love Me Hate Me“) für die Stadien und Festivals dieser Welt verewigt. Darüber hinaus beweisen sie auch noch Geschmacksicherheit (und obendrein eine überaus geglückte musikalische Früherziehung) mit dem DAMN YANKEES-Gassenhauer „High Enough“, den sie auf lässige und fetzige Art interpretieren und mit jugendlichem Flair ausgestattet haben. KISSIN‘ DYNAMITE beweisen eindrucksvoll - wenn auch von der „anderen Seite“ - , dass Rock’N‘Roll keine Frage des Alters sein kann! www.kissin-dynamite.de Walter CATHEDRAL - The Guessing Game (Nuclear Blast/Warner) Na endlich! Im 20. Jahr ihrer Existenz, sowie nach der für ihre Fans unerträglich langen Wartezeit von fünf Jahren, lassen auch die Herrschaften von CATHEDRAL wieder einmal von sich hören und katapultieren einen neuen Silberling in die Umlaufbahn. Dass sich in den letzten 60 Monaten unzählige Ideen für Songs angesammelt haben, erscheint zwar geradezu logisch, eine dermaßen imposante Ansammlung von Musik, wie sie die Herren rund um Lee Dorrian hier vorexerzieren, ist aber dennoch eher ungewöhnlich. Das eigentliche Kunstwerk, dass den Briten gelungen ist, stellt jedoch der Umstand dar, dass sich in den knapp 85(!) Minuten Spielzeit keinerlei Lücken oder gar Leerläufe entdecken lassen. Ob dabei die Geschichte der Band bewusst erneut aufgerollt wurde, entzieht sich zwar meiner Kenntnis - Tatsache ist jedoch, dass CATHEDRAL ihren mitunter recht schwerverdaulichen Mix aus Doom Metal, Psychedelic Rock und diversen anderen Zutaten, die vom 70er Hardrock, über Stoner Rock, bis hin zum eher Death Metal-lastigem Material reichen, auf ihrem aktuellen Dreher in sensationell kompakter Form vorlegen. Klar hätte es ein simples „Best Of“-Album anlässlich des Jubiläums auch getan, doch eigenwillig waren CATHEDRAL immer schon und von daher ist es nur konsequent, die Essenz der Karriere in Form von brandaktuellen Tracks zu intonieren. Ganz besonders gelungen ist den Herrschaften dabei die Retrospektive namens „Journeys Into Jade“, die man sich als Art vertonte Version der Bandhistorie vorstellen darf. Den Refrain: “Twenty years it's been - what does the future bring? In twenty years time how will our music seem?” darf man als philosophischen Ansatz betrachten, selbst wenn der Band hoffentlich bewusst ist, dass ihre Musik schon immer als zeitlos zu bezeichnen gewesen ist. Mit „The Guessing Game“ werden CATHEDRAL Fans sämtlicher Phasen ihres Schaffens zufrieden stellen können. Was jetzt noch fehlt ist eine amtliche Jubiläums-Tour. www.cathedralcoven.com Walter GALLOWS POLE – Revolution (Karthago Records/Twilight) Auch wenn diese Band in der Heimat vielleicht nicht den selben Ruf und Bekanntheitsgrad genießt, wie manche ihrer Kollegen, muss man neidlos anerkennen, dass GALLOWS POLE als eine der ganz wenigen einheimischen Bands auch auf internationaler Ebene Erfolge einheimsen konnten. Alois Binder und seine Mannschaft haben sich mit ihrem Debütalbum „In Rock We Trust“ (1982) Kultstatus erspielt und konnten diesen - trotz des Umstandes, erst 1989 mit „We Wanna Come Come“ nachgelegt zu haben - am Leben erhalten. Selbst in jener Phase, als die Szene nahezu vollständig aus den Angeln gehoben wurde und traditioneller Rock in den Underground getaucht wurde, blieb der Status aufrecht, denn kein Trend bislang hat dem Ruf von GALLOWS POLE etwas entgegen setzen können. Loyalität war immer schon eine Tugend, vorexerziert von den Fans der Band in grimmigen (Musik)-Zeiten. Dennoch sollte es bis zum Ende der 90er Jahre dauern, ehe die Fans abermals Nachschub erhielten, der in Form von „The Smile Of The Dolphins“ nachgereicht wurde und sich deutlich von den Vorgängerwerken unterschied. Was genau exakt danach im Hause GALLOWS POLE los war, weiß ich nicht, denn es wurde verdammt ruhig um die Truppe. Allerdings hat man sich in den letzten Jahren dermaßen intensiv an die Arbeit gemacht, dass schon im Jahr 2008 ein Doppel-Decker erscheinen hätte können. Doch da ein solches Unterfangen wohl auch eine Frage der Finanzen ist, wurde zunächst „IV“ aufgelegt und erst jetzt, erneut mit der Hilfe eines Businesspartners, gibt es quasi als zweiten Teil, die „Revolution“ zu hören. All jene, die GALLOWS POLE längst in den ewigen Jagdgründen der Rockmusik-Szene wähnten, werden spätestens mit dem Opener „You’re In My Way“ erkennen, dass die Band quicklebendig ist. Mehr noch, mit diesem absolut hitverdächtigen Epos haben die Herrschaften den Brückenschlag zwischen ihrer ureigenen Gangart, der Vergangenheit und der Moderne geschafft. Die getreuen Fans brauchen sich aber kein Gedanken zu machen, man will sich damit keineswegs anbiedern. Der Großteil der Songs von „Revolution“ kommt nämlich sehr wohl mit mächtigen Reminiszenzen an die Vergangenheit daher, wobei trotz der immer schon vorhandenen Eigenständigkeit, sehr wohl auch Inspirationen von ganz großen Namen wie AC/DC oder ZZ TOP zu vernehmen sind. Als wichtigster Bestandteil neben der unnachahmlichen Stimme des Meisters entpuppt sich einmal mehr das prägnante Riffing, das auf diesem gitarrenorientierten Album abermals ungemein vielschichtig und mächtig ausgefallen ist. Klar wissen GALLOWS POLE auch Keyboards einzusetzen, doch das in erster Linie, um ihren Sound ein wenig mehr an „Fett“ zu verabreichen. Es ist schlicht eine Freude, GALLOWS POLE erneut zuhören zu können, zumal sich die Tracks - wie früher schon – recht hurtig ins Gedächtnis einprägen. Bleibt bloß noch zu hoffen, dass es der Band nun endlich gelingen kann, ihren Namen auch abseits der treuen Gefolgschaft etablieren zu können. Verdient hätten es GALLOWS POLE schon längst! /www.myspace.com/gallowspolerockband Walter ARMORED SAINT - La Raza (Metal Blade/Sony) Es spricht für sich, wenn es sich eine Band leisten kann, zwischen zwei Alben knappe zehn Jahre vergehen zu lassen - und ihre Fanbase dennoch erhalten bleibt. Dazu bedarf es nicht nur eines verdammt guten Rufes, sondern in erster Linie perfekten und zudem auch zeitlosen Werken, die in eben jenen „Pausenunterbrechungen“ gereicht werden, um die Klientel dann über die nächste Durststrecke hinwegtrösten zu können. Ein Kunststück, dass nur ganz wenige Acts zustande bringen. Eine dieser rühmlichen Ausnahmen sind mit Sicherheit die Amis ARMORED SAINT. Ganz ehrlich, schon nachdem es Mitte der 90er Jahre (also nach „Symbol Of Salvation“ von 1991) verdächtig still um die Band gewesen ist, habe ich nicht mehr wirklich daran geglaubt, dass die Herrschaften nochmals richtig durchstarten werden können, selbst wenn die Gruppe nie vollkommen verschwunden war. Erst durch „Revelation“, mit dem die Amis ihre Getreuen zur Jahrtausendwende versorgten, war alles wieder in Butter. Doch auch dieses Album entpuppte sich im Nachhinein als - zwar ungemein intensives und lange anhaltendes - einziges Lebenszeichen vor einer veröffentlichungstechnisch erneut zehnjährigen Pause. In diesen Jahren war es zwar zumeist Sänger John Bush, der durch sein unverschuldetes, aber doch eher „sprunghaftes“ Engagement bei ANTHRAX für Schlagzeilen zu sorgen wusste, doch auch der Name ARMORED SAINT geriet keineswegs in Vergessenheit. Im Gegenteil, die Herren besorgten es ihrer Klientel in Form von - zwar nur sporadischen, dafür aber durchwegs sensationellen - Festival-Gigs und ließen zuletzt allein durch die Vorfreude auf das in Aussicht gestellte kommende Werk in der Fanbase den Blutdruck mächtig ansteigen. Mit „La Raza“ bekommt der getreue Fan nun also endlich wieder einmal das geliefert, was er erwarten durfte, nämlich einmal mehr die ultimative Vollbedienung in Sachen ARMORED SAINT. Allerdings sei doch darauf hingewiesen, dass „La Raza“ in gewisser Weise eine Art „Neudefinition“ des Quintetts darstellt, denn man zeigt sich abwechslungsreicher und stilistisch offener als je zuvor. Logischerweise ist zwar spätestens nach den ersten Zeilen, die John Bush ins Mirko röhrt, keine Frage mehr notwendig, welche Band hier denn gerade zu vernehmen sei, dennoch klingt das Album unvorhersehbar und dermaßen facettenreich, so dass jeder Fan von Hardrock und Heavy Metal - in welcher Form auch immer - hier etwas für sich entdecken kann. Diese Herrschaften verstehen es schlichtweg perfekt, Songs zu kreieren, die immerzu ihre Handschrift tragen, dabei aber von traditionellem Rock über Groove Rock bis hin zum dynamischen, treibenden Heavy Metal in traditioneller Machart alles beinhalten. Selbst von ansonsten doch eher ungewöhnlichen Bereichen wie dem Blues oder der lateinamerikanischen Musik sind Anleihen zu vernehmen, die gut integriert werden konnten - und das Album an Intensität weiter zulegen lassen. Wenn man alle Tracks auf einen gemeinsamen Nenner bringen will, dann lässt sich attestieren, dass sie durch die Bank amtlich ROCKEN und das auf dermaßen hohem Niveau, dass man ARMORED SAINT einen neuerlichen Frühling voraussagen kann. Für den Zuhörer bedeutet das, sich nach ergiebigem Genuss dieses Albums auf „Frühlingsgefühle“ im wahrsten Sinne des Wortes einzustellen, denn Viagra war gestern, heute haben wir „La Raza“ (na hoffentlich verlierst Du die CD nicht... Andi). www.armoredsaint.com Walter OVERKILL – Ironbound (Nuclear Blast/Warner) Der Metaller aus Tradition hält in allen nur erdenklichen Lebenslagen zu seinen Favoriten, Voraussetzung ist lediglich, dass sich diese nicht aus unerfindlichen Gründen von ihrer Marschrichtung abgewendet haben. Exakt diese Loyalität stellt für mich einen der Gründe dar, weshalb so viele unserer alten „Helden“ noch immer aktiv sind.. Zudem wissen die meisten jener Herrschaften das Fan-Engagement auch zu schätzen und dieses adäquat mit musikalischen Darbietungen abzugelten. Im Gegensatz zu unzähligen anderen Szenegrößen waren OVERKILL zwar nie wirklich weg vom Fenster, sondern haben kontinuierlich - wenn auch zuletzt mit leider nur noch eher spärlichem Erfolg - gearbeitet und neue Longplayer in Umlauf gebracht. Diese Alben haben mir bis zuletzt zwar immerzu Freude bereitet, doch ein echter Klassiker war schon länger nicht mehr zu vernehmen. Gerade deshalb muss ich als langjähriger getreuer Anhänger der Band gestehen, dass ich ihnen ein dermaßen fettes Brett wie „Ironbound“ gar nicht mehr wirklich zugetraut hätte. Ganz ohne jedwede Übertreibung, meine Damen und Herren, „Ironbound“ enthält außer Hits nur Hits und kommt ganz im Stile der „alten Schule“ auf den Hörer zu. Dazu verfügt das Album über einen zeitgemäßen, mörderischen Sound, der beweist, dass man in Peter Tägtgren die Idealbesetzung für die Regler finden konnte. Auch ohne den Blick durch die - grün und schwarz getönte - Fanbrille wird man erkennen, dass Blitz und seine Kumpanen gleich mehrere zukünftige Klassiker ins Leben gesetzt haben. Beginnend beim idealen Konzerteinstieg, der Bandhymne „The Green And The Black“, über das mächtige „The Goal Is Your Soul“, den lässigen Groover „The Head And The Heart“, bis hin zum Finale Grande in Form von „The SRC“ reihen sich die Anspieltipps regelrecht wie Glieder zu einer Kette. In welchen Jungbrunnen die Herrschaften gefallen sind, entzieht sich zwar meiner Kenntnis, doch im Endeffekt ist es vollkommen egal, weshalb dieses Album dermaßen mächtig geworden ist. Wichtig ist doch nur, dass es sich um ein M.Ö.R.D.E.R.-Brett handelt! Auch wenn 2010 erst einmal begonnen hat, wage ich schon jetzt die Prophezeiung, dass „Ironbound“ am Ende des Jahres in etlichen Wertungen ganz vorne mit dabei sein wird. Freuen wir uns auf die Live-Umsetzung, denn auf der Bühne war diese Band ebenso immerzu eine Macht! www.wreckingcrew.com/Ironbound Walter INDYS - Ashes Of Dystopia (Eigenproduktion) Auch wenn sich die Innsbrucker INDYUS auf ihrem Debüt als Death Metal verkaufen, ein dezenter Thrash-Einfluss lässt sich nicht von der Hand weisen. Zu den hauptsächlichen Einflüssen des Quartetts zählen scheinbar etwas ältere Semester wie BENEDICTION, BOLT THROWER oder DISMEMBER. Was aber nicht heissen soll, dass „Ashes Of Dystopia“ verstaubt und abgelutscht klingt. Wer auf Deaththrash mit ein wenig Nostalgie-Faktor steht, wird mit knackigen Vorschlaghammer-Tracks wie „Theories“, „The Necrosis“ oder dem superben Rausschmeißer „Zeitgeist“ (SEPULTURA lassen grüßen...) seine helle Freude haben. Ich muss zugeben, die Burschen haben hier wirklich hart gearbeitet, und die handgeschriebenen Promo-Sheets versprühen den Charme einer vergangenen Epoche. Technisch gibt’s hier nix zu meckern, der Sound stimmt und das Artwork von Remy Cuveillier ( http://www.myspace.com/headsplitdesign) rundet das Package bestens ab. Mit INDYUS sollte also in Zukunft durchaus gerechnet werden, wenn es um einheimischen, handgemachten Metal geht. Und ein bis zwei Tracks haben sogar den Weg in meine „Permanent Rotation“ gefunden ... www.indyus.ned Mike ELUVEITIE – Everything remains (as it never was) (Nuclear Blast/Warner) Die Schweizer ELUVEITIE katapultieren sich mit „Everything remains...“ wohl endgültig in die oberste Liga der Folkmetal-Bands, wobei ich der Meinung bin, dass die Gewichtung auf diesem Silberling eher im Bereich Death Metal zu finden ist. Es sind zwar alle Zutaten vorhanden, die ein geiles Pagan/Folk Metal Album ausmachen, aber unterm Strich klingen die Stücke wesentlich dunkler und brutaler als das bisher bei den Eidgenossen der Fall war. Schon die ersten beiden Nummern zeigen, wo es lang geht und mit dem dritten Track „Thousandfold“ ist das erste Highlight der Scheibe am Start. Der Refrain frisst sich erbarmungslos durch die Gehörgänge ins Gehirn und bleibt darin bis in alle Ewigkeit gespeichert (Andi, bitte verharre in ehrfürchtigem Schweigen (ich verharre in ehrfürchtigem Schweigen. Andi)). Die restlichen Klänge des Albums glänzen ebenfalls durch Eingängigkeit, musikalischem Tiefgang und präsentieren ELUVEITIE in einer Hochform, die mich in ekstatische Freudentaumel ausbrechen lässt (Paganfest!!!). Witzig tönen die beiden Songs „Quoth The Raven“ und „Lugdunon“ aus den Boxen, da die Stücke durchaus ins Gesamtkonzept passen, aber trotzdem auf ihre Art eine gewisse Hitparadentauglichkeit nicht verleugnen können, was an der Art und Weise des weiblichen Gesanges liegen dürfte. Gemixt wurde das Teil von Colin Richardson (MACHINE HEAD, BEHEMOTH), der einmal mehr perfekte Arbeit geleistet hat und das Meisterwerk in glasklaren, bestechenden Sound verpackt hat, ohne den Songs dadurch etwas von ihrer Schlagkraft zu nehmen. Herz, was willst Du mehr?! www.eluveitie.ch Anita DESTINATION VOID - Xibalba (Eigenveröffentlichung) Die Wiener DESTINATION VOID rekrutieren sich aus drei ehemaligen MIASMA-Mitgliedern und Martin Schirenc himself hat die Patenschaft über das Debüt übernommen. Auf „Xibalba“ kracht es insgesamt recht ordentlich, ich würde das Teil ungefähr als Mittneunziger-Death Metal klassifizieren - obwohl sich die Band auch des öfteren im Hardcore-Regal bedient („World In Pieces“), Schräges á la VOIVOD zitiert („Saviour“) oder punkigen Speedmetal auf die Menschheit loslässt („The Maze“). Trends wird hier gottlob keinen hinterhergehechelt, aber es gibt auch kaum nennenswerte Überflieger unter den Songs. So gestalten sich die Hördurchgänge doch reichlich unspektakulär, und etwas weniger Gegurgel hätte so manchen Songs sicherlich gut getan. Aber das ist ohnehin Geschmackssache. Trotzdem: mit komotten Liedern wie dem bereits erwähnten „The Maze“ , frickelfreudigen Frontal-Bangern a´la „Cosmogenetics“ im Gepäck und einer durchaus anspruchsvollen Mixtur aus Death, HC und ein bisserl Grind werden DESTINATION VOID sicherlich den Grossteil der Kopfschüttel-Fraktion für sich gewinnen können. www.myspace.com/destinationvoid666 Mike SINESTESIA – The Day After Flower (Immaginifica Rec.) „The Day After Flower” ist unverkennbar italienisch angehaucht, dazu bräuchte man weder ein Booklet noch die beigelegte Presseinfo. Grundsätzlich verstehen SINESTESIA ihr Handwerk ganz gut, wobei für meinen Geschmack ein wenig viel Pathos und Kitsch mit von der Partie sind. Am überzeugendsten geht Sänger Ricky de Vito ans Werk, der Mann deckt stimmlich ein unglaublich breites Spektrum ab und glänzt sowohl bei den opernmäßigen Passagen als auch bei den dreckig rockigen oder aggressiv metallischen Einlagen. Musikalisch bleibt die Band auf ausgetretenen Pfaden, was durchaus in Ordnung ist, aber auf die Dauer für ein wenig Langatmigkeit sorgt. Die eingestreuten elektronischen Kinkerlitzchen sollen wohl diesbezüglich Akzente setzen, fallen aber eher in die Kategorie „unter ferner liefen“, da sie für das Gesamtwerk wenig bis gar keine Bedeutung haben. Die Produktion bietet jedoch keinen Anlass für etwaige Kritik und bildet den perfekten Rahmen für die neun dargebotenen Songs. Abschließend sei gesagt, dass mit dem Erwerb von „The Day...“ nix verhackt ist, man sich allerdings damit auch kein Ausnahmealbum ins Regal stellt. www.sinestesiaband.com Anita BIFRÖST – Heidenmetal (Einheit Produktionen/Soulfood) Deutlicher als mit dem Albumtitel hätten diese Burschen aus dem Salzburger Land gar nicht ausdrucken können, worum es bei ihnen geht. Seit mittlerweile gut fünf Jahren treiben die Jungs bereits ihr Unwesen und konnten auch schon durchaus Beachtung finden, u.a. für ihr Debüt „Schlachtklänge“. Da sich ja auch bei uns der Viking/Pagan Metal bestens verkauft, wie nicht zuletzt „Sold Out“-Schilder bei einschlägigen Konzerten verdeutlichen, sollte es auch kein allzu schwieriges Unterfangen für BIFRÖST darstellen, sich mit „Heidenmetal“ etablieren zu können. Auch wenn sich die Jungs hinsichtlich ihrer lyrischen Ergüsse den einen oder anderen Vorwurf gefallen lassen müssen, damit nicht wirklich die ersten zu sein, die sich an jenen Themenkreisen versuchen. Doch was soll’s, solange die Mixtur gekonnt dargeboten wird und ihre Wirkung als Gesamtpaket nicht verfehlt, braucht man sich wohl keinerlei Gedanken zu machen. Und jener Fall trifft auf BIFRÖST voll und ganz zu, denn das Quintett präsentiert sich musikalisch gehaltvoll und überaus fett (wie Du wahrscheinlich beim Schreiben („gehaltvoll und überaus fett“), Andi). Neben doppelläufigen Klampfen sind Keyboards lediglich zur „Verdichtung“ des Sounds zu vernehmen, wodurch die Musik von etwaigen Bombast oder Kitsch frei gehalten werden kann, weshalb der Begriff „Heidenmetal“ für beide Teile des Wortes voll und ganz als Programm zu verstehen ist. Die Jungs haben zudem exakt jene Ingredienzien zu bieten, die es braucht, um ein Album von dauerhafter Wirkung zu erschaffen. Einsturzgefahr besteht bei dieser Variante der „BIFRÖST-Brücke“ also keineswegs, viel eher ist anzunehmen, dass in absehbarer Zukunft sehr viele Fans diese „queren“ werden. /www.myspace.com/bifrst Walter PRIVILEGE OF APPROVAL - same (EP, Eigenveröffentlichung) Also, das Teil ist für ´ne knapp viertelstündige EP doch extrem schick aufgemacht. Da haben sich die im steirischen Rottenmann beheimateten Youngsters echt Mühe gegeben. Die drei Songs sind auch nicht ganz ohne – unerwarteter weise bin ich vor allem von „One Day Left“ schwer beeindruckt. Obwohl der Sound nicht ganz optimal gelungen ist, hat er dennoch Charme, und vor allem die Klampfen bratzen so schön wie selten. Beim etwas vertrackten „Huibu“ (ähm...) hat man ein wenig den Eindruck, dass hier irgendwie der Songfluss verloren geht. Aber Sänger Phil punktet immer wieder mit einer enormen Stilvielfalt ( und irgendwie merkt man, dass die Burschen nebenbei auch Hardcore hören...), und technisch detto gibt’s nix zu meckern. Dann schließlich „Now We Are Really In The Soup“ (Jungs, nächstes mal nicht vergessen: die Arbeitstitel kommen nicht aufs Cover!), ein sowohl melodischer als auch ultrabrutaler Todesmetall-Bastard. Da geht mir doch echt einer ab (is scho gut Andi, ich werf eh 10 Euro in die Kalauer-Kassa...(Du hast a „Kalauer-Kassa“?? Andi)). PRIVILEGE OF APPROVAL mögen heute noch Unbekannte in der Szene sein, aber mit solch einer Visitenkarte im Gepäck müsste sich das eigentlich bald ändern. www.myspace.com/privilegeofapproval Mike BUZZOVEN – Violence From The Vault (Relapse/Rebeat) Wo das Black Sabbath Spektrum endet, wo Bongzilla und Eyehategod sich zu Bier und Rauchware treffen und Alabama Thunderpussy ihre Kottlets wenden – genau dort tümpeln BUZZOVEN im zähflüssigen Sludgegewand durch Sümpfe aus tiefgurgelnden Gitarrenwänden, röchelnden Vocalergüssen und rhythmischer Monotonie. Freunde obengenannter Protagonisten werden an dem neuesten Relapse-Signing mehr als ihre dunkle Freude haben. Pop, Massentauglichkeit und Fingerspitzengefühl? Fehlanzeige! Hier geht’s um rohe, maskuline, biergeschwängerte Urgewalten – Regler nach rechts und willkommen zu Hause! www.myspace.com/buzzovenx Tompte VAN CANTO - Tribe Of Force (Napalm/edel) Dass VAN CANTO auch gänzlich ohne unsere heiß geliebten Bratzgitarren und wummernden Bässe astreinen Metal “spielen” können, haben sie ja schon auf ihren ersten beiden Alben bewiesen. Aber selbst auf „Tribe Of Force“ ist das Gehörte noch ein Novum, und man lauscht erneut fasziniert den in dar-din-doh-dohs, din-du-dins und ran-dan-duhs zerlegten Akkordfolgen. Besonders bei den „Gitarrensoli“ hat man sich diesmal Mühe gegeben, und so muss man schon zweimal gut hinhören, um dann verblüfft festzustellen: alles aus Stimmen geformt, bis aufs Schlagzeug. VAN CANTO bleiben ihrer Tradition treu und schicken auch auf ihrem dritten Album fast nur eigene Songs ins Rennen. Gecovert wird diesmal höchst amüsant METALLICA’s „Master Of Puppets“ und „Rebellion“ von GRAVE DIGGER, bei dem dann auch noch Chris Boltendahl himself an den Vocals ausgeholfen hat. „Tribe Of Force“ ist dank Gassenhauern wie „One To Ten“ oder „I Am Human“ ein kurzweiliges, unterhaltsames und noch dazu fast hitverdächtiges Album geworden. Wenn es das Sextett jetzt noch schafft, auch das Schlagzeug im Beatbox-Style runterzuklopfen, wäre das ja das Nonplusultra. Aber auch so fasziniert diese Truppe nach wie vor! www.vancanto.de Mike GOREAPHOBIA - Mortal Repulsion (Gore Music/Ibex Moon) Ok, es gab schon bessere Covermotive. Aber die Jungs aus Philadelphia machen auch musikalisch einen auf altmodisch, so gesehen passt dann auch das Zombie-Motiv wieder. Wie bei „Ibex Moon“-Releases nicht anders zu erwarten, zocken auch GOREAPHOBIA den guten alten Thrash/Death der Pionierzeit. Das kleine aber feine Label von INCANTATION-Boss John McEntee (der hier auch noch selber Hand an die Klampfe legt), ist mittlerweile Garant für wirklich obskuren und derben Underground-Metal: MASTER und ASPHYX finden sich im Roster genauso wie ARCHERON oder FATALIST. „Mortal Repulsion“ ist etwas für Puristen, die den räudigen Todesmetall des letzten Jahrhunderts schätzen und lieben – ohne Overdubs und ohne Triggering - und ohne schicke Bühnenshow. Dafür mit Schweiss, Blut und Tränen. Das funktioniert halt noch in den kleinen Clubs, wo das Kondenswasser von der Decke plätschert. Dass die Sache des öfteren ein wenig gar stark vom Black Metal norwegischer Machart beeinflusst klingt und auch HELLHAMMER ihre Spuren hinterlassen haben, stört hier nicht weiter. Anchecken würde ich auf jeden Fall das mit einem sehr kultigen Riff ausgestattete „Grave Plagues Planet“ und das ziemlich retromässige „Ascending Into Vices“. Fazit: guter Stoff für Nostalgiker ! www.goreaphobia.com Mike KAIPA - In The Wake Of Evolution (InsideOut/EMI) Unglaublich, dass diese Band bereits seit 35 Jahren existiert – auch wenn von der Urbesetzung nur noch Hans Lundin übrig ist. Da dieser aber eh der Mittelpunkt von KAIPA war und ist, um den alle anderen Musiker in planetenhaften Bahnen ihre kreativen Kreise ziehen, kann man getrost behaupten: Hans Lundin IST KAIPA. Gigantisch, wie viel Kreativität auch auf dem zehnten Album der Prog-Folk-Fusion-Truppe in Umlauf ist. Bereits der eröffnende Titeltrack wirkt, als würde man die Geschichte progressiver Rockmusik seit ihrem Anbeginn Revue passieren lassen. Ein wenig fühlt man sich in die Seventies zurückversetzt, was bei der Masse an Flowerpower-Wohlfühl-Stimmung auch kein Wunder nicht ist. Das zentrale (und mit knapp achtzehn Minuten auch längste) Stück der Scheibe, „Electric Power Water Notes“ hat seine Eigenschaften bereits im Songtitel vereint: YES jammen mit den FLOWER KINGS und AYREON, und die Blumenkinder tanzen barfuss in der grünen Wiese – ab und zu lugen vielleicht auch Elfen und andere Wesen hinter den Bäumen hervor (kommt ganz d´rauf an, in welches Fach des Erste-Hilfe-Kastens der Herr Mike vorher gegriffen hat...). Gitarrist Per Nilsson - normalerweise mit SCAR SYMMETRY in gänzlich anderen Sphären zugange - kann hier sein Prog-Faible ausleben, Aleena Gibsons Stimme klingt homogener als noch vor drei Jahren, und immer dann wenn’s folkig wird, sind KAIPA einfach unschlagbar göttlich. Aber selbst ich als Proggie muss zugeben: was hier alles an Eindrücken und Emotionen auf einen einströmt, ist beleibe nicht mit einem mal zu erfassen. „In The Wake Of Evolution“ lebt vor allem von seinen drei Longtracks und sollte mit seiner positiven Ausstrahlung der perfekte Soundtrack für den Frühling sein! www.kaipa.info Mike CATAMENIA – Cavalcade (Massacre/Soulfood) Ob „Fleiß” und „Strebsamkeit” finnischen Kindern schon zu deren Schulzeit als Tugenden nahe gelegt werden, weiß ich zwar ebenso wenig, wie auch, ob sich dieser Umstand auf die berühmte „PISA-Studie“ ausgewirkt hat, wenn dem so sein sollte. Bemerkenswert ist jedenfalls, dass sich unzählige finnische Musiker an diese Maxime halten und in sehr regelmäßigen und kurzen Abständen ihre Klientel mit neuem Material zu versorgen wissen. Ein Paradebeispiel dafür stellen meiner Meinung nach die Jungs von CATAMENIA dar, denen in der Tat ungemein viel daran liegen muss, ihre Fans bei Laune zu halten (Walter.. .kommen wir dann i-r-g-e-n-d-w-a-n-n zum Punkt? Bitte. Andi). In Zeiträumen, die anderen Formationen noch nicht einmal ausreichen, um sich im Studio einzurichten, schaffen es diese Burschen immer wieder, komplette Alben fertig stellen zu können - weshalb „Cavalcade“ auch das bereits neunte Langeisen in nur knapp mehr als zehn Jahren darstellt. Respekt dafür, die Herren und für den neuen Silberling gleich ein dickes Lob hinterher, da „Cavalcade“ überraschend „anders“ ausgefallen ist. Die Jungs haben ihre Marschrichtung aber nicht grundlegend geändert, um sich nun an andersartigen Klängen zu versuchen. Viel eher scheint es, als ob man sich im Lager der Band nun viel intensiver mit traditionellem Metal beschäftigt und sich daran ebenso verstärkt orientiert hätte, wie auch am melodischen Death Metal. Dadurch wurde der Schwarzwurzel-Sound der Vergangenheit aber keineswegs vollständig verdrängt, sondern viel mehr um besagte Zutaten aufgepeppt. Gerade diese „Neuerung“ macht CATAMENIA nun wohl auch für die Traditions-Banger interessanter. Passend dazu entpuppt sich die aktuelle Vorstelllung auch hinsichtlich der Stimmung und Atmosphäre im direkten Vergleich zu früher als deutlich „lichtdurchfluteter“. Anzumerken ist auch noch, dass vor allem Frontmann Ari Nissilä diese Gangart sehr zu Gute kommt. Der Knabe scheint sich nunmehr deutlich besser entfalten zu können und wirkt wesentlich stärker, wohl nicht zuletzt deshalb, weil er nun offenbar auch „natürlicher“ loszulegen scheint. Selbstredend bleibt aber immer noch ausreichend Stoff für die eingeschworene Fan-Gemeinde der Band erhalten, so dass sich diese keineswegs von den Finnen abwenden wird. Viel mehr ist davon auszugehen, dass die Fanschar durch „Cavalcade“ deutlich vergrößert wird. www.catamenia.net Walter SVARTSOT - Mulmets Viser (Napalm/edel) Gut, das Cover des Zweitlings der dänischen Folkmetal-Kapelle sollte eigentlich schon alles sagen: Trinkhorn gezückt, Met herbeigekarrt, “Mulmets Viser” in den Schacht und ab geht die Post! Aber aufgepasst: manche der zwölf Schunkel-Songs hängen echt schon sehr knapp am klischeetriefenden Spaßabgrund. Neuzugang am Mikrofon Thor Bagar grunzt leider etwas abwechslungsärmer als sein Vorgänger, aber durch diverse eingängige Riffs und viel Geflöte (jedoch nicht mehr ganz soviel wie noch auf dem Debut „Ravnenes Saga“) wird die Folklore-Fraktion trotzdem vollbedient. Wer auf KORPIKLAANI oder FINNTROLL abfährt, kann sicher auch diesem Teil hier etwas abgewinnen. SVARTSOT punkten immer wieder mit wunderbar unkomplizierten Melodien, die catchy sind und sich so richtig fürs Saufen am Lagerfeuer eignen: „Lokkevisen“ , „Paa Odden Af Hans Hedenske Svaerd“ (na dann ist´s ja gut, Andi) oder „Grendel“ verbreiten gute Laune und man möchte am liebsten anfangen, einfach nur herum zu hüpfen. Einzig das schleppende „Den Svarte Sot“ ist ein wenig öde. Die Folklore wird hier mit Sicherheit nicht neu definiert, aber Spaß macht „Mulmets Viser“ allemal – trotz den nervig-monotonen Vocals. /www.svartsot.dk Mike AGAIA GANZA - s/t (karmakosmetix/Rebeat) Zauberhaft schöner, melancholischer Alternative PopRock im Stile alter Radiohead-, Sigur Ros- oder Portishead-Alben lädt uns hier zum Träumen ein. Zerbrechlich-kühl und schauderhaft intensiv verbreiten diese Norweger Gänsehautstimmung, die berührt und den geneigten Hörer 6 Songs lang auf eine erste Klasse Gefühlsachterbahnfahrt entführt - und sprachlos zurück lässt. Hohe Kunst. Mein Album des Monats! www.myspace.com/agaiaganza Tompte RAM-ZET – Neutralized (Ascendance Rec.) Laut Labelinfo handelt es sich bei „Neutralized“ um Progressive-Extreme-Metal … hm, mit diesem Begriff kann ich letztendlich genauso wenig anfangen wie mit dem Album an sich. Es gibt durchaus Passagen, die gefallen und ins Ohr gehen und zwar ist das genau dann der Fall, wenn die Norweger ihr Augenmerk auf technischen Black Metal lenken. Irgendwie dürfte diese Mucke den Herren und Damen von RAM-ZET liegen, aber leider verzetteln sie sich umgehend und viel zu oft in Spielereien, die wohl den Begriff „progressiv“ rechtfertigen. Jede dieser Firlefanzen für sich verdient ebenfalls wieder eine Menge Lob, aber im Gesamtpaket sind sie zumindest für meine Ohren wenig geeignet. Schade um die zu Hauf aus dem Ärmel geschüttelten Melodien und um das Ausnahmekönnen von Sängerin Sfinx, denn gerade ihre großartige Stimme geht im Mischmasch der vielen in einen Song gepackten Einflüsse unter. Man weiß als Hörer eigentlich nicht mehr, worauf man sich genau konzentrieren soll, denn es stürmt eine solche Vielfalt von akustischen Eindrücken auf einen zu, die schwer bis gar nicht verarbeitbar sind. Was bleibt, ist ein schaler Geschmack, der sich weder als Fisch noch als Fleisch deuten lässt, wobei es für mich als Freund der eingängigeren Mucke doppelt schwer ist, den roten Faden in einem Album wie „Neutralized“ zu finden. Fans von abgedrehten Klängen dürften an dieser Scheibe ihre helle Freude haben, der Rest sollte eher die Finger davon lassen bzw. erst mal einen vorsichtigen Lauschangriff wagen. www.myspace.com/ramzetofficial Anita HEIDEVOLK - Uit Oude Grond (Napalm/edel) Im Gegensatz zu den Labelkollegen SVARTSOT hat das niederländische Folk-Metal-Kollektiv HEIDEVOLK den Pathos scheinbar für sich gepachtet. Das macht sich nicht nur in den holländischen Texten mit viel Bezug zum Heimatland bemerkbar, vor allem ist es der tiefe, zweistimmige Gesang, der nicht selten beinahe ins Opernhafte abgleitet. Dadurch rückt das Septett eher in die Nähe von TÝR, die ihre Chose ja ebenfalls mit sehr viel Ernst durchziehen. Die stilistische Bandbreite erstreckt sich dabei vom reinen Folk („Deemstering“) bis hin zu traditionellem Metal („Alvermans Wraak“) und irgendwo dazwischen fühlen sich HEIDEVOLK am wohlsten und sind auch am erträglichsten. Blöderweise erstreckt sich das Oevre auch in den belanglosen Bereich, wie man etwa beim Rausschmeißer „Beest Bij Nacht“ oder dem gähnlangweiligen „Gelders Lied“ wunderschön hören kann. Auf der Habenseite stehen dagegen der von wuchtigen Chören getragene Opener „Nehalennia“, das wunderbare „Dondergod“ mit seinem hitverdächtigen Refrain und „Reuzennacht“ (Gesundheit! Andi), bei dem die Trinkörner eindeutig nach oben zeigen. HEIDEVOLK haben (noch) den Bonus, dass ihr Gesang immer noch ein wenig außergewöhnlich ist - aber sie müssen Acht geben, dass sie ihn beim nächsten Album nicht verspielen. Also lieber noch ein paar Schwarten vom Kaliber der oben genannten Hits abliefern als auf Nummer sicher zu gehen, gell Herrschaften! www.heidevolk.com Mike SICK OF IT ALL - Based On A True Story (Century Media/EMI) SICK OF IT ALL braucht man heute niemandem mehr großartig zu erklären. Die Koller-Brüder stehen seit fast einem Vierteljahrhundert für kompromisslos ehrliche Voll-auf-die-Fresse-Songs, und daran wird sich scheinbar auch nicht mehr viel ändern. Auch auf dem gefühlten dreißigsten Album verfährt man nach dem altbewährten Rezept „kurz, hart, eingängig“ – bei soviel komprimierter Härte stört es auch nicht wirklich, dass nach einer guten halben Stunde schon wieder alles vorbei ist. Dass SOIA immer noch für gepflegte Partykracher gut sind, beweisen unter anderem „Good Cop“, „A Month Of Sunday“ oder „Lowest Common Denominator“. Insgesamt kann man sagen: die Jungs werden von Album zu Album besser, härter, bleiben dabei ihren Roots treu, faszinieren auch nach zwölf Langspielern immer noch und degradieren sogar die DROPKICK MURPHYS mit Vorschlaghämmern wie „Waiting For The Day“ und „Long As She’s Standing“ zu einem Häufchen Elend. „Based On A True Story“ sollte die ganzen abgehobenen Orange County-Möchtegerns fürs erste mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen und dem Rest der Belegschaft einmal mehr zeigen, wo der Bartl verdammt noch mal den Hardcore-Most herholt: aus New York City, und sonst von gar nirgends. Aus, Schluss, Basta. www.sickofitall.com Mike AETERNAM - Disciples Of The Unseen (Metal Blade/Sony) Aus dem französischen Teil Kanadas, genauer gesagt aus Quebec City, stammt diese Truppe, die hiermit ihr Debütalbum vorlegt. Da dieses noch dazu über eines der bekanntesten Labels überhaupt aufgelegt wird, sollte wohl außer Frage stellen, dass wir es mit einer überaus talentierten Formation zu tun haben. Auch wenn AETERNAM in der Tat noch keinerlei Veröffentlichungen in ihrer Biographie zu verbuchen haben, so dürften die Burschen bereits häufig auf den Bühnenbrettern zu sehen gewesen sein, denn die Truppe kann schon auf jede Menge an Auftritten, unter anderem zusammen mit SUFFOCATION und BEHEMOTH, zurückblicken. Speziell die polnischen Extremisten sind es auch, die mir im Verlauf der Spielzeit immer wieder als Anhaltspunkt in den Sinn gekommen sind, denn auch die Kanadier lassen trotz reichlich Brutalität in ihrem Sound ausreichend Platz für regelrecht ausladende Arrangements. Diese kommen der atmosphärischen Dichte des Albums sehr zu gute, weshalb AETERNAM ein sehr intensives Gesamtpaket an brutaler Metal-Kunst zu kredenzen haben. Hinsichtlich der lyrischen Komponente müssen auch noch Größen wie NILE oder MELECHESH genannt werden, denn auch auf „Disciples Of The Unseen“ wird Geschichtsunterricht (wobei die Themenkreise allerdings aus unterschiedlichen Kulturkreisen stammen) in schwermetallischer Variante und in Kombination mit diversesten Folklore-Anleihen auf überaus ambitionierte Weise geboten. Anzunehmen, dass sich diesbezüglich die eigentliche Herkunft vom marokkanischen Frontmann Achraf Loudiy (der dort mit IMPERIUM der wohl bekanntesten Metal-Band des Landes angehörte) ausgewirkt hat (anzunehmen... Andi). Davon unabhängig wissen AETERNAM in erster Linie jedoch mit überaus anspruchsvollen, spannungsgeladenen Kompositionen zu überzeugen, die dennoch live-kompatibel sind. Als Fazit lässt sich festhalten, dass AETERNAM zwar nicht ganz so bösartig wie BEHEMOTH agieren und ihre Songs auch nicht ganz so abgefahren klingen wie der Klangkosmos von NILE, doch irgendwo dazwischen lassen sich die Tracks von „Disciples Of The Unseen“ perfekt zuordnen. www.myspace.com/aeternammetal Walter DEMONICA – Demonstrous (Massacre Records/Soulfood) Zwar wird diese Band als neue Sensation aus der Bay Area anpreisen, doch das entspricht nicht ganz der Wahrheit. DEMONICA, die sich erst vor kurzer Zeit gegründet haben, liefern zwar sehr wohl ein fettes, astreines Thrash Metal-Album in bester Tradition jener Region ab, doch nur drei der fünf Musiker stammen aus den US of A. Genauer gesagt kommen überhaupt nur zwei Fünftel der Bandbesetzung aus der Bay Area, nämlich Gitarren-Ass Craig Locicero (FORBIDDEN) und Schlagzeuger Mark Hernandez, der zuletzt bei DEFIANCE gespielt hat, mittlerweile aber ebenso bei FORBIDDEN aktiv ist. Zusammen mit Bassist Marc Grabowski, der von den Denver-Thrashern CORRUPTION stammt, bilden die drei den amerikanischen Part von DEMONICA. Komplettiert wird das Line-Up von Mitgliedern aus Europa: der dänischen Klampfen-Ikone Hank Sherman und seinem Landsmann Klaus Hyr am Mikro, der früher bei FURIOUS TRAUMA und kurzeitig auch bei ARTILLERY gesungen hat (sammas dann? Andi). Unter dem Banner DEMONICA lieferten diese fünf Recken nun also ihr Debüt ab. Zwar dominieren die Gitarren logischerweise das Album, dennoch darf aber auch die ansprechende Gesangsleistung von Klaus nicht unerwähnt bleiben. Der bislang noch nicht wirklich bekannte Frontmann zeigt durchwegs seine Klasse und das nicht nur im aggressiven Bereich, sondern auch in den - natürlich wesentlich seltener enthaltenen - getragenen Passagen. Nicht zuletzt auf Grund der sensationellen Riffs und Gitarrenmelodien, die Sherman und Locicero permanent vom Stapel lassen, kommen immer wieder Erinnerungen an Bands wie FORBIDDEN (no, na…) oder TESTAMENT zu deren Blütezeit auf, selbst wenn es DEMONICA noch nicht geschafft haben, hinsichtlich der Hitdichte mit den genannten Größen konkurrieren zu können. Das Quintett demonstriert (im übertragenen Sinne des Titels) seine Klasse aber sehr wohl über die gesamte Spielzeit und sollte damit die Thrash-Abteilung vollständig zufrieden stellen können, zumal auch noch erwähnt werden muss, dass DEMONICA erpicht darauf gewesen sein dürften, trotz aller Brachialität keineswegs auf Melodien zu vergessen. www.demonica.net Walter |
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