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Dezember 2009
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U.D.O. – Dominator (AFM / Soulfood)  >>> LIVE

Man muss als Musiker schon mächtig von seinem momentanen Wirken überzeugt sein, um seinen eingeschlagenen Weg konsequent beizubehalten und dem Lockruf des Geldes widerstehen zu können. Bestes Beispiel dafür, dass so etwas aber sehr wohl klappt, ist „Uns Udo“, der eine abermalige Wiedervereinigung mit seinen ehemaligen Bandkameraden abgelehnt hat und auch in Zukunft U.D.O. an den Start bringt. Meines Erachtens nach hat Meister Dirkschneider die momentane Situation perfekt gelöst, denn was auch immer unter dem Banner ACCEPT zu erwarten gewesen wäre, er hätte sein momentan perfekt funktionierendes Unternehmen U.D.O. dafür opfern müssen und das steht wohl im Moment nicht einmal im Ansatz zur Debatte.

Und ganz ehrlich, ACCEPT stehen und fallen - bei allem Respekt vor der zu erwartenden Leistung der Herren Hoffmann, Baltes und Co. - mit der Sangesdarbietung und diesbezüglich kann auch ein begnadeter Vokalist wie Mark Tornillo niemals mit Udo mithalten. Von daher ist es wahrlich eine Freude zu wissen, dass U.D.O. auch in Zukunft weiter bestehen, denn die Band ist momentan in Überform, wie uns auch mit „Domniator“ (und am 18. Jänner live in der Szene Wien) eindrucksvoll unter Beweis gestellt wird. Genau so muss man teutonischen Heavy Metal zu komponieren und darbieten, will man die Massen (na ja... Andi) in Verzückung versetzen.

Mächtige Kompositionen beinhaltet die Scheibe in rauer Menge, so dass es egal ist, ob man den mächtigen Groover von Opener mit dem Titel „Boogeyman“, das mehr als nur dezent nach ACCEPT zu deren Blütezeit klingende Titelstück, die programmatische Hymne „Heavy Metal Heaven“ oder auch das eher ungewöhnliche, weil swingende „Devil’s Rendezvous“ antestet. Schon nach den ersten Durchläufen von „Dominator“ wird klar, dass hier erneut reichlich Stoff verewigt werden konnte, der in Zukunft bei den Auftritten von U.D.O. mächtig abgefeiert werden wird.  Die Messlatte für die ACCEPT-Reunion ist damit ordentlich hoch angelegt, aber auch weitere Exponate aus dem Hause U.D.O. werden sich erst einmal an „Dominator“ messen lassen müssen.

Und wir sagen es gerne noch einmal: U.D.O. am 18. Jänner live in der Szene Wien!

www.udo-online.de

Walter


MASTIC SCUM -  Dust (Twilight)

Österreichs ehemalige Grindcore-Botschafter haben nun scheinbar endgültig ins Todesmetall-Fach gewechselt. Die Metamorphose hat sich ja bereits auf dem vier Jahre zurückliegenden „Mind“ vollzogen.

Jetzt operiert man überdies mit BEFORE THE FALL-Tieftöner Boris Balogh, und Shouter Maggo Wenzel (u.a. WATCH ME BLEED) ist auch kein ganz Unbekannter in der Szene. Dass die beiden frischen Wind in die Sache bringen, war vorherzusehen. Darüber hinaus haben sich aber auch die Gandler-Brothers mächtig ins Zeug gelegt, und Maestro Harry fallen die Killer-Riffs diesmal scheinbar nur so aus dem Ärmelchen.  Die Endveredelung hatte Andy Classen über, was einerseits Knüppel-aus-dem-Sack-Sound garantiert, und die Schwarte groovt trotzdem vor allem in den Midtempo-Parts enormst. Und so prügelt sich das Quartett auf permanent hohem  Niveau durch elf Todes-Schwarten. Hie und da vielleicht noch ein Augenzwinkern in Richtung Grind, aber sonst ist „Dust“ einfach nur das kompromissloseste Brett, das seit langem in heimischen Landen erschaffen wurde.

Auch wenn sich MASTIC SCUM manchmal zu weit in Richtung Ami-Death vorwagen, kann ich mir ein dezentes „bist du deppert“ dennoch nicht verkneifen. Für mich ihre bis dato beste Scheibe - wer „The Will To Kill“ und „Regression“ gehört hat, wird mir recht geben.

www.masticscum.com

Mike


ART OF FEAR – Powertrip (Eigenproduktion)

Auch wenn es nicht unbedingt zu erwarten war, dass sich die Vorarlberger ART OF FEAR nahezu zeitgleich mit der Veröffentlichung ihrer aktuellen Scheibe „Powertrip“ auflösen würden, sei gleich zu Beginn erwähnt, dass vorliegender Silberteller den Abgesang des Quartetts darstellt.

Anhaltender Frust, ausgelöst durch permanente Erfolglosigkeit war es, der die Herren nach nunmehr insgesamt zwölf Jahren und sechs Veröffentlichungen dazu geführt hat, das Kapitel ART OF FEAR zu beenden. Doch bevor ich jetzt in Tränen ausbreche, möchte ich an Hand ihres letzten Drehers noch einmal auf die Klasse der Westösterreicher hinweisen. Ein letztes Mal erfreut uns die Truppe mit herrlich sattem Power / Thrash Metal, der auch Fans ohne rot-weiß-roter Brille imponieren wird. Speziell das Riffing von Thomas Metzler hat es abermals in sich und kommt ungemein wuchtig und fett aus den Boxen. Orientiert hat sich die Formation für ihre aktuellen Tracks offenbar verstärkt am Thrash Metal, weshalb „Powertrip“ in Summe ein massives Brett geworden ist. Allerdings hat die Band nicht darauf vergessen, dass sie früher deutlich intensiver im Dickicht des Power Metals unterwegs war und lässt zumindest teilweise dementsprechende Passagen erklingen. Auch Frontmann Daniel Khan zeigt sich beim Schwanengesang aggressiver als zuvor, wodurch vor allem im Finale „The Beast“ eine mächtige Chuck Billy-Schlagseite nachzuvollziehen ist und besagter Track in bester „Demonic“-Manier aus den Boxen geballert kommt.

Bei aller Freude über „Powertrip“ tut es weh, feststellen zu müssen, dass mit ART OF FEAR eine der talentiertesten einheimischen Metal-Formationen nunmehr den Geschichtsbüchern angehört. In welcher Form uns diese Herrschaften in Zukunft beehren werden, steht wohl zum Großteil noch in den Sternen. Fix ist lediglich, dass Gitarrist Thomas Metzler mit MORTICIAN sein ehemaliges Betätigungsfeld abermals zum Leben erweckt hat um seine Fans bei Laune zu halten. Dennoch überwiegt bei mir momentan die Trauer darüber, dass dieses Kapitel endgültig geschlossen wird. Auch wenn meine Worte posthum nicht mehr viel bringen, möchte ich „Powertrip“ abschließend allen Power / Thrash-Lunatics dringend ans Herz legen. Von der Qualität dieser Truppe wird erneut kein Fan enttäuscht sein.

www.artoffear.eu

Walter


NILE -  Those Whom The Gods Detest (Nuclear Blast/Warner)

Also jetzt mal Butter bei die Fische: Wer die neue SLAYER wieder für die Ausgeburt allen Bösen und die härteste Platte seit Menschengedenken hält, der sollte das schleunigst wieder vergessen, und sich erst mal die neue NILE hineinkonsumieren. Danach wird nämlich nichts mehr so sein wie vorher.

Schon der Opener „Kafir!“ (inklusive Muezzin-Gesang!) bricht einem förmlich das Genick, trotz oder gerade wegen der massiven Stimmungs- und Tempi- Wechsel. Der Gitarrensound ist eine undurchdringbare Stahlbetonwand, George Kollias blastbeatet und doublebasst was das Drumkit hergibt, und Karl Sanders growlt und shoutet sich durch sämtliche Mysterien der ägyptischen Geschichte. Also nichts wirklich neues, wie man denken möchte. Der springende Punkt bei „Those Whom The Gods Detest“ ist also weniger der Inhalt, sondern dessen brutal-präzise Umsetzung. Und das funktioniert sowohl in den kurzen, abprupten Songs wie „Hitite Dung Incantation“ als auch in den unvermeidbaren Longtracks ( „4th Arra Of Dagon“ und der schweinepriestergeile Titeltrack).

Bei aller technischen und songwriterischen Komplexität degradieren sich NILE jedoch nie zu einem unübersichtlichen, orientierungslosen Moloch – der Fluss der Musik gleicht hier eher einer Erzählung, einem Hörspiel mit verschiedenen Charakteren, Stimmungen und Settings. Diese Kombination aus traditionellem Death Metal, epischer Erzählweise in einer Brutaliltät und Präzision, die ihresgleichen sucht, und ägyptischen Folklore-Elementen können eben nur NILE so überzeugend rüberbringen. Ich kann hier beileibe keinen wirklichen Absacker erkennen und das Loch, das das Trio einem hier in die Gehirnwindungen fräst, wird sich wohl nie mehr ganz schließen.

Deshalb gehört „Those Whom The Gods Detest“ für mich zu den Heavy-Höhepunkten 2009 und beweist einmal mehr, dass auch ohne alberne Masken, prolliges Rumgehüpfe und banaler Abkupferei der Metal für sich alleine noch wunderbar funktioniert.

www.nile-catacombs.net

Mike


HORSE SKELETON - Of Rise, Failure And Resurrection (Eigenproduktion)

„In Linz beginnt's", sagt man so schön und offensichtlich hat dieses alte Sprichwort auch in der Metal-Szene seine Berechtigung, denn nach BLOOD STAINED und SERGEANT STEEL (die beide auch in der Dankesliste von „Of Rise, Failure And Resurrection“ zu finden sind) steht mit HORSE SKELETON schon das nächste, ähem, Ross im Stall, mit dem die oberösterreichische Szene den guten, alten Heavy Metal am Leben zu erhalten versucht.

Das dem Augenschein nach noch sehr junge Quartett dürfte zwar die NWOBHM nur aus Erzählungen kennen, oder war damals maximal damit beschäftigt, in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Windeln zu befüllen, weiß aber dennoch den Sound samt Esprit jener Epoche glaubwürdig wiederzugeben. Hinsichtlich des Sounds scheinen sich die Burschen ebenfalls an den frühen 80er Jahren orientiert zu haben, denn zeitgemäß klingt „Of Rise, Failure And Resurrection" diesbezüglich keineswegs, dafür aber umso sympathischer.  Auch die Komposition selbst wissen durch jene Trademarks zu überzeugen, die man einst zu schätzen gelernt hat, so dass mitunter die Frage im Raum stehen muss, ob da in Linz nicht zufälligerweise einmal ein Demo sicher in Archiven untergebracht wurde, um erst knapp 25 Jahre später in Umlauf gebracht zu werden. Neben ihrem überaus reichhaltigen Angebot an NWOBHM-Anleihen haben die Jungs aber auch Elemente aus dem Epic- und dem Doom-Metal-Bereich in petto, während man im Finale „Haunted“ sogar klassischen Speed Metal als Inspiration erkennen kann.

Mit „Machine Made Of Steel“ hat das Quartett zudem bereits eine imposante True-Metal-Hymne im Talon, weshalb HORSE SKELETON wohl in Hinkunft auch auf ein internationales Gefolge blicken werden können.

www.horse-skeleton.com

Walter


VINEGAR HILL - From Deathbeds We’ll Rise (Eigenproduktion)


Warum sich gerade die Steiermark seit einigen Jahren als eine der Hochburgen für heftigen Metal in Österreich herauskristallisiert hat, weiß ich zwar nicht so ganz genau, doch ganz egal weshalb, Tatsache ist, dass in der „grünen Mark“ keineswegs nur die weltbekannten Kürbisse bestens gedeihen, sondern offenbar auch talentierte Musiker.

Ein Beispiel dafür stellt auch die bislang noch eher unbekannte Truppe VINEGAR HILL dar, die zumindest in ihrer Region bereits durchaus respektable Erfolge feiern konnte und Gigs zusammen mit Größen wie DEBAUCHERY oder ALL SHALL PERISH absolvieren durfte. Unerfahren sind die Jungs generell nicht mehr, denn einige Mitglieder konnten zuvor schon bei Formationen wie ARS MORIENDI, INNOCENCE und MANTICORE Erfahrung sammeln. Die aus der Region Zeltweg stammenden Jungs scheinen sich unter ihrem aktuellen Banner in erster Linie an Größen aus Göteborg zu orientieren, denn die immer wieder mit ausgeklügelten und überaus prägnanten Melodien versehenen sechs Tracks lassen des Öfteren an IN FLAMES und Konsorten denken. Die Heftigkeit ist bei VINEGAR HILL jedoch immerzu gewährleistet, denn die Melodien sind in durchwegs effiziente, wenn auch nicht wirklich spektakuläre Riffs eingebettet, die zumindest zu zünden wissen.

Was jedoch leider noch nicht wirklich ausgereift aus den Boxen kommt, sind die Gesangspassagen. Mit Christian Steiner hat das Quintett sicher keineswegs den ungeeigneten Mann dafür in ihren Reihen, denn der Kerl versteht es, als aggressiver Shouter wie auch mit melodischen Passagen zu gefallen, doch die Sangesmelodien selbst können leider mit dem Rest des Materials nicht mithalten. Will sagen, mitunter nehmen sich VINEGAR HILL einiges von ihrer Wucht, weil die Überleitungen der Instrumentaldarbietung zum Gesang nicht wirklich stimmig ausgefallen sind und etwas holprig klingen. Dadurch dauert es dann auch dementsprechend länger als sonst für den Zuhörer, um abermals wieder in „Fluss“ des Vortrags eintauchen zu können.

Daran muss die Band noch arbeiten, will sie in Zukunft auch überregional bekannt werden. Die Basisarbeit stimmt aber zumindest bereits, wobei ein wirklich guter Ansatz dafür mit Sicherheit die Tatsache ist, dass sich VINEGAR HILL - bei aller Heftigkeit - nicht zu sehr an angesagten “Rabiatperlen“ orientieren und mit ihren Melodien zu keiner Sekunde in Richtungen „Emo“ abdriften.

www.myspace.com/vinegarhillmetal

Walter


ALKEMYST - Through Painful Lanes (Nightmare Records)

Wirklich daran geglaubt, jemals wieder ein Album von ALKEMYST zu Gehör zu bekommen, habe ich ehrlich gestanden nicht mehr, schließlich stammt das bisher einzige Werk dieser Truppe aus dem Jahr 2003 und seit jener Zeit war es mehr als nur verdächtig still rund um diese Franzosen mit italienischer Verstärkung (Roberto Messina) am Mikro.

Doch die Truppe scheint offenbar über reichlich Durchhaltevermögen zu verfügen und lässt uns nun endlich einen Nachfolger zu „Meeting In The Mist“ vernehmen. Dieser erweist sich zunächst stilistisch als konsequenter „Nachsatz“, stellt aber zusätzlich auch unter Beweis, dass die Herrschaften in der Zwischenzeit kompositorisch merklich gereift sind. Im direkten Vergleich zu ihrem Debüt kommen die immer noch vorhandenen Einflüsse von Bands wie HELLOWEEN nunmehr nämlich nicht mehr ganz so offensichtlich zum Tragen, sondern konnten sehr gut in die bandeigene, fulminante und vielschichtigen Melange integriert werden, zu der die Burschen auch jede Menge an Progressive Metal verbraten haben. Gerade dieser Anteil wurde merklich verstärkt, wobei neben abermaligen Querverweisen zu SYMPHONY X auch eine wohldosierte Portion „neuzeitlicher“ BLIND GUARDIAN als Inspirationsquelle zu vernehmen ist. Ganz ohne den bereits erwähnten Hanseaten dürfte es aber doch nicht klappen, weshalb ALKEMYST sich deren Klassiker „Eagle Fly Free“ zur Brust genommen und in ansprechender Version an das Ende von „Through Painful Lanes“ gestellt haben.

Das Album lässt sich in Summe als überaus kräftiges Lebenszeichen werten, wobei es den Jungs im direkten Vergleich zu ihrem ersten Album gelungen ist, auch produktionstechnisch mehr aus ihrer schmucken Melange herauszuholen.  Jetzt aber bitte die Fans bloß nicht nochmals so lange hinhalten……

www.alkemyst.net

Walter


IN MORPHEUS’ ARMS - Distrust The Mantra (Eigenproduktion)


In die Arme von Morpheus, dem griechischen Gott des Traumes, begibt man sich nicht nur sprichwörtlich, wenn man sich „Distrust The Mantra“, dem ersten Langeisen der aus Duisburg stammenden Formation IN MORPHEUS’ ARMS hingibt.

Das gemischte Quintett, mit Damen am Bass sowie am Mikro, hat sich nämlich mitunter wahrlich „traumhaften“ Klängen verschrieben und kredenzt satte 50 Minuten herrlicher Progressive Metal-Unterhaltung. Zwar kommt in den heftigeren Sequenzen - vor allem hinsichtlich des Riffings - das weltbekannte „Traumtheater“ als Inspirationsquelle zum Vorschein, doch darüber hinaus lassen die Damen und Herren eine überaus abwechslungsreiche Melange an Klängen vernehmen, durch die ihnen ein sehr eigenständiges Werk gelungen ist. Neben Anleihen aus dem Progressive / Art Rock der 70er Jahre hat der Fünfer auch jede Menge an melancholischen Zutaten in ihren Sound integriert, die der Atmosphäre des Kunstwerkes gut tun. Sängerin Mira Kohli gelingt es gerade dabei immer wieder den Zuhörer in eine tiefgründige Traurigkeit regelrecht hinabzuziehen, doch das ist an sich nur eine Nuance der Stimmfarbe dieser Lady. Durch ihre zumeist kraftvolle, zum Teil regelrecht anrüchige Stimme erweckt die Musik der Truppe des Öfteren sogar einen regelrecht verführerischen Anschein, was sehr gut zur Gangart der Formation passt und die Chose noch ein wenig intensiver gestaltet.

Neben den bereits erwähnten gibt es aber auch noch weitere Ingredienzien zu entdecken, wie beispielsweise Anleihen bei zeitgenössischen Prog-Magiern, durch die IN MORPHEUS’ ARMS ihr Erscheinungsbild gekonnt abrunden. Besonderes Augenmerk scheint die Band zudem auf ihre Arrangements gelegt zu haben, denn durch diese konnten sie ihre Kompositionen zu in sich stimmigen, schlüssigen kleinen Kunstwerken gedeihen zu lassen.

Kurz gesagt: „Distrust The Mantra“ ist ein Album, das jedem Zeitgenossen empfohlen sei, der sich mit Vorliebe an „traumhaftem“ Metal ergötzt.

www.in-morpheus-arms.de

Walter

DEATH BY STEREO -  Death Is My Only Friend (I Scream Records )

Den Nerv der Zeit treffen dürften die Orange County-Jungs von DEATH BY STEREO mit diesem Album nahezu perfekt. „Death Is My Only Friend“ besticht nicht nur durch seine Frische, sondern vor allem durch seinen Abwechslungsreichtum. Zwar sind immer wieder Anleihen bei anderen sehr trendigen Kollegen wie LINKIN PARK oder BILLY TALENT auszumachen, aber das stört das Gesamtbild nur unwesentlich.

Hier funktionieren Balladen („Forever And A Day“), Melody-Core-Gehüpfe („Wake The Dead“), chartstauglicher Alternative („Dead To Me“) und sogar Speedmetal („We Sing For A Better Tomorrow“ mit Kult-Refrain!) perfekt nebeneinander.  Dazwischen gibt’s bei „For All My Friends“ noch amtliches Nullachtfuffzehn-Hardcore-Geschrote, und „The Ballad Of Sid Dynamite“ kommt mit Clean-/Growl-Vocals und einem guten Groove auch nicht allzu schlecht daher. Somit ist hier nicht nur für jeden was dabei, der irgendwie auf die melodiöse harte Tour steht, es wird auch noch relativ glaubwürdig in Szene gesetzt. So, dass man die OC-Jungs einfach lieben muss!

Mit „Death Is My Only Friend“ ist DEATH BY STEREO nicht der Wurf des Jahrhunderts gelungen, aber immerhin eine knappe Stunde Entertainment vom Feinsten.

www.deathbystereo.com

Mike


HAVOK – Burn (Candlellight Records / PHD)

Diese, hierzulande bislang noch eher unbekannten, HAVOK stammen aus Denver, Colorado und liefern mit „Burn“ ihr erstes Langeisen ab. Gegründet wurde die Formation im Jahr 2004, ein Demo („Thrash Can“, 2005), eine Single („Murder By Metal“, 2006), sowie eine EP („Pwn `Em All“, 2007) stehen bisher auf der Haben-Seite der Formation, doch viel mehr an Infos gibt es zu dieser Band bislang noch nicht. Zumindest auf den Bühnen in ihrer näheren Umgebung konnten sie sich aber bereits einen guten Namen machen und durch ihre nunmehrige Chance, bei einem international aktiven Label unter Vertrag zu sein, lassen die Burschen nun „Burn“ auf die Menschheit los, um damit die (Thrash Metal)-Welt zu erobern.

Die Truppe weiß mit einer mächtigen 80er Jahre Schlagseite aufzuwarten, hat aber auch neuzeitlichere Elemente in ihrem brachialen Stil-Mix anzubieten. Die elf Tracks werden durch die Bank auf hohem Energielevel dargeboten, sind aber durch unzählige Tempowechsel vor stumpfem Geballer sicher. Hinsichtlich der Riffs lassen selbstredend die Großmeister aus der Bay Area (und davon in erster Linie TESTAMENT), aber auch ANNIHILATOR oder MEGADETH grüßen, wobei die Truppe, die sich erst vor kurzer Zeit zusammen mit den Kollegen von HATCHET quer durch die US of A auf den Bühnen abrackerte, aber eben nicht nur an die Frühzeiten jener Truppen erinnert, sondern sich offenbar auch an den späteren Veröffentlichungen besagter Größen zu orientieren scheint, wodurch ein sehr schmackhafter Mix entstanden ist.

An sich machen HAVOK bei ihrer Darbietung alles richtig, die Burschen wissen ganz genau, wie man Thrash Metal komponieren und darbieten muss, aber dennoch fehlt ihnen zum Durchbruch momentan noch das „gewisse Etwas“.  Will sagen, die Klasse der genannten Bands kann auf Grund der Tatsache, dass HAVOK schlicht und ergreifend noch nicht die Kompetenz besitzen, ähnliche „Hämmer vor dem Herrn“ zu offerieren, noch nicht erreicht werden. Für Thrasher sollten HAVOK aber dennoch ein gefundenes Fressen darstellen und zudem verfügt die Truppe zumindest über eine mehr als nur ausbaufähige Basis, weshalb man diesen „Denver-Clan“ sehr wohl im Auge behalten sollte.

www.myspace.com/havok

Walter


IMPLOSION - Lucidity In Quietus (Steel Gallery Records)

Neben Athen ist wohl Thessaloniki in Sachen Heavy Metal als wichtigste Adresse Griechenlands zu nennen, denn auch jene Metropole hat, ebenso wie die Hauptstadt, in den letzten Jahren immer wieder reichlich talentierte Formationen jedweder Couleur ans Tageslicht befördert.

Unter anderem stammen die Prog Metaller von IMPLOSION von dort, die sich im Jahr 2002 zusammenfanden, um zunächst als Cover-Band erste Gigs in der näheren Umgebung zu absolvieren. Die branchenüblichen Line-Up-Wechsel zu Beginn der Karriere haben die Truppe zwar zunächst nur eher behäbig in Gang kommen lassen, doch das Ergebnis, ein schon seit dem Jahr 2006 in Arbeit befindliches Debütalbum, lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass sich die Wartezeit für die Fans, wie auch die „Reifezeit“ für Band und Album durchaus gelohnt haben. Als Basis von „Lucidity In Quietus“ lässt sich zwar ganz klar Progressive Metal erkennen, doch der Vierer hat zum Teil auch ungewöhnlich harsche, mitunter sogar Thrash Metal-lastige Sounds in petto, die dem Album eine mächtig brachiale Schlagseite verabreicht haben. Eben jene konnten von der Band jedoch ganz phantastisch integriert werden und lassen IMPLOSION auch weit über die Genre-Grenzen des Prog hinaus für Fans interessant werden.

In Summe erinnert die Chose phasenweise an eine überaus entspannte, aber dennoch aggressiv intonierte Melange aus der heftigsten Phase von DREAM THEATER, den früheren NEVERMORE und diversen Einsprengsel des seinerzeitigen „Techno Thrash“. Dazu offerieren man uns weiters Klänge, deren Entspanntheit auch aus dem Fundus von Prog-Ikonen der Kategorie PAIN OF SALVATION inspiriert sein könnte. Gerade zu jener Formation besteht sogar eine direkte Verbindung, schließlich haben IMPLOSION für „Temptation“ Unterstützung von deren ehemaligem Bassisten Kristoffer Gildenlöw erhalten, der hier ein Solo beisteuerte. Auf Hilfe von „Außen“ hat die Band aber auch produktionstechnisch zurückgegriffen, jedoch nur für den Endmix, den man Mika Jussila überlassen hat, während Tasos Korkovelos, Tastenzauberer und Sänger in Personalunion, die Produktion übernommen hat.

Ein wahrlich schmuckes Album, auf dessen Nachfolger ich mich heute schon freue.  Doch diese Wartezeit könnte doch ein wenig länger ausfallen, da Tasos in der Zwischenzeit in die USA (genauer gesagt ans „Berklee College of Music“) emigriert ist, um sich dort ausbilden zu lassen. Doch die Jungs wollen IMPLOSION dennoch am Leben halten, was wir auch sehr hoffen!

www.myspace.com/implosionprogmetal

Walter


ReUNation – A Tribute To RUNNING WILD (Remedy Records / Soulfood)

Wie sich herumgesprochen haben sollte, hat sich Rolf Kasparek, besser bekannt als „Rock’N’Rolf", dazu entschlossen das Kapitel RUNNING WILD ein für allemal abzuschließen. Selbst wenn in den letzten Jahren ohnehin nicht mehr wirklich großartig viel von den „Freibeutern“ des Heavy Metal zu vernehmen gewesen ist, kam das endgültige Aus für zahlreiche Fans doch etwas überraschend. Zwar konnte sich der Meister zumindest dazu durchringen. beim diesjährigen Wacken Open Air ein letztes Mal unter diesem Banner aufzutreten, doch seit diesem „Finale Grande“ ist eine der wohl essentiellsten Bands aus dem deutschsprachigen Raum überhaupt nun endgültig Geschichte.

Wenn die Tränen des Abschiedsschmerzes erst einmal getrocknet sind und der Blick erneut klar ist, sollte umgehend der nächste Fachhändler des Vertrauens aufgesucht werden, denn mit „ReUnation“ gibt es rezeptfreies Methadon für alle RUNNING WILD-Fans dieser Welt. Aber nicht nur all jenen, die besagtem musikhistorischen Event beiwohnen konnten, sei dieser Tribute-Sampler ans schwermetallische Herz gelegt, jeder RUNNING WILD-Anhänger auf dieser Weltkugel wird sich daran erfreuen können. Der Geist der Institution RUNNING WILD ist zwar in unserer Szene durch Formationen wie ALESTORM ohnehin permanent präsent (Einspruch! Andi) und den Herrschaften von der Waterkant wurde bereits im Jahr 2005 mit „The Revivalry“ ein Tribute-Sampler gewidmet, doch der Bedeutung der Formation ist man vor „ReUnation“ niemals dermaßen gerecht worden.

Insgesamt 31 Bands und Künstler geben sich ein Stelldichein, um Rolf und seiner Mannschaft die letzte Ehre zu erweisen. Hinsichtlich der Auswahl an Teilnehmern hat das Label weder Grenzen noch stilistische Limits festgelegt, und so bekommt der Hörer ein überaus opulentes und sattes Menü geboten. Von Melodic (Hard)Rockern wie FATE, die sich „Soul Vampires“ vorgenommen haben, über - logischerweise - jede Menge an traditionell orientierten Metal-Bands (unter anderem CHINCHILLA, CUSTARD oder EVERTALE, um nur einige zu nennen), bis hin zu eher an der Moderne orientierten Truppen wie DEADLOCK reicht die Liste derer, die sich an RUNNING WILD-Gassenhauern versuchen und dabei durch die Bank überzeugen. Zudem haben sich auch einige Bombast Melodic-Metal-Bands wie MAGICA oder HEAVENLY nicht lumpen lassen und Beiträge abgeliefert, wie auch die rumänischen Modern-Metaller THUNDERSTORM, bei denen sich der „Preacher“ persönlich ein Stelldichein gegeben hat, oder die Folk-Metaller SUIDAKRA.

Ein wahrlich imposantes Vorkommen an Bands also, das es auf „ReUnation“ zu vernehmen gibt, wobei alle Formationen dennoch auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen sind, und dieser nennt sich schlicht und ergreifend RUNNING WILD. Die Inspiration vom Werk und Wirken des Rolf Kasparek war offenbar in allen - nicht immerzu nur positiv erwähnten Phasen der Bandexistenz – dermaßen gewaltig, dass sich Tracks aus sämtlichen Schaffensperioden auf diesem Tribute-Sampler befinden. Dem Hörer wird im Laufe der Spielzeit (wir sprechen hier von mehr als zweieinhalb Stunden!) erneut bewusst werden, wie viele Klassiker auf das Konto von Rock’N’Rolf und seiner (sehr häufig wechselnden) Mannschaft gegangen sind. Dafür gebührt Herrn Kasparek Respekt und Anerkennung und exakt das ist Remedy Records mit „ReUnation“ fraglos gelungen, und zwar ohne Wenn und Aber. eshalb auch von meiner Seite ein herzliches Dankeschön an das Label für diesen Sampler und noch viel mehr an RUNNING WILD für all die Jahre.

Under Jolly Roger!

www.myspace.com/reunation

Walter


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