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September 2009
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im Archiv


SUBSIGNAL - Beautiful Monstrous (Goldencore/Zyx)

Alle, die dem Split von SIEGES EVEN (zurecht) nachtrauern, sollten ihr Leid erst mal mit SUBSIGNAL lindern.Wer „Paramount“ mochte, wird „Beautiful & Monstrous“ lieben - und den Verlust fast vergessen.

Arno Menses ist und bleibt einer der bemerkenswertesten Sänger der Artrock- und Prog-Abteilung, bei ihm kommen wahrscheinlich nicht nur mir regelmäßig die Tränen. Markus Steffens anspruchsvolle, trotzdem jederzeit zugängliche Gitarrenarrangements zünden wie immer sofort und gehen nicht nur unter die Haut, sondern durch Mark und Bein – bis ins Herz. Mit Session-Drummer Roel Van Helden , Ralf Schwager (B.) und David Bertok (Keys) - beide von DREAMSCAPE „geborgt“ -hat man überdies eine extrem fähige Mannschaft zusammengestellt, die sich mit SIEGES EVEN allemal messen lassen kann – und die einen die Holzwarth-Brüder mal eben vergessen lässt (no offence, though...).

Vergleiche sind zwangsläufig, aber nicht zwingend. „The Trick Is To Keep Breathing“ oder „To Hope The Road Is Long“ ist wunderbar verspielter, mit unheimlich viel Liebe zum Detail gewebter Artrock, die so kreierte Athmosphäre ist einfach nur bezaubernd und lässt einen immer wieder zum Anfang zurückkehren. Der zehnminütige Titeltrack ist ein überirdischer, perfekter Balanceakt aus Gefühl und Härte. Und wer bei „I Go With The Wind“ keine Gänsehaut bekommt, ist höchstwahrscheinlich tot. Ich habe mich schon nach den ersten drei Songs in dieses Album / Lineup verliebt und hoffe, dass sich die Truppe auch mal live in Ösiland blicken lässt.

www.subsignalband.com

Mike


SCAR SYMMETRY - Dark Matter Dimensions (Nuclear Blast/Warner)

Es kann gut sein, dass die Umstrukturierung im Line-Up der Band auch einen zusätzlichen Schub an Selbstvertrauen eingebracht hat. Fakt ist nämlich, dass es SCAR SYMMETRY gelungen ist, die Vielschichtigkeit ihres Sounds noch weiter auszudehnen, genauer gesagt hat man den Eindruck, die Truppe versucht, ihre Grenzen regelrecht auszureizen, weshalb „Dark Matter Dimensions“ wohl zu längeren Diskussionen innerhalb der Szene führen wird.

Da der ehemalige Fronter Christian Alvestam durch Robert Karlsson und Lars Palmqvist ersetzt wurde, die sich sowohl die derben Growls, wie auch den melodischen Gesang „teilen“ und dadurch auch diesbezüglich luftigere, offenere Klangdimensionen möglich sind, haben Jonas Kjellgren und seine Mannschaft die Gunst der Stunde offenbar genutzt und ihr ohnehin schon üppiges Stilgebräu weiterhin ausgebaut. Bemerkenswert (aber wohl auch polarisierend) ist zum einen, dass SCAR SYMMETRY mitunter in geradezu poppigen Regionen schippern (nachzuhören beispielsweise in „The Conciousness Eaters“), auf der anderen Seite haben sich die Herrschaften aber auch an ungewöhnlich harschen, mechanisch unterkühlten Arrangements („Mechanical Soul Cybernetics“) versucht, die bislang auch noch nicht in jenem Ausmaß zu vernehmen waren, aber ebenso gut ins Gesamtsoundbild passen. Zudem sei auch erwähnt, dass auch der moderne, progressive Metal Einzug in die Kompositionen der Schweden gehalten hat, wie im Titelsong nachzuvollziehen ist.

Das Konzept mit den zwei Vokalisten ist voll aufgegangen, denn SCAR SYMMETRY haben ihren Sound gerade dadurch für zusätzliche Elemente weiter öffnen können. Ob ihnen dafür jedoch die eingeschworne Death Metal-Gemeinde, aus der sie ja ursprünglich stammen, die Treue halten wird, sie dahingestellt. Meiner bescheidenen Meinung nach haben die Schweden mit „Dark Matter Dimensions“ ihr bislang experimentierfreudigstes, variantenreichstes und zugleich zugänglichstes Album abgeliefert. Aber Geschmäcker sind bekanntlich sehr verschieden……

www.scarsymmetry.com


Walter


Klaus SCHUBERT’S BLUES BUNNIES – same (Schubl Prod./Hoanzl)

Im letzten Jahr debütierte Klaus Schubert, einer der ganz Großen der österreichischen Hardrock-Szene, mit seinen BLUES BUNNIES und der EP „Save This Drama For Your Mama“. Der bekannteste „Hase“ im Stall des Herrn Schubert ist wohl Frontdame Verena Pötzl, die vor längerer Zeit bei „Starmania“ erfolgreich war und im Nachhinein betrachtet als eine von ganz wenigen TeilnehmerInnen ihre musikalische Marschrichtung trotz besagter Talent-Show beibehalten hat .

>Wie nicht anders zu erwarten, kredenzt Klaus nebst „Hasenstall“ ein sehr sattes Rock-Album mit reichlich Blues-infiltrierten Tracks, aber auch massig Hardrock-Nuancen, wie man es von ihm seit frühen NO BROS-Tagen gewöhnt ist. Auf dem ersten selbstbetitelten Album offeriert die Formation neben den bereits von der EP bekannten Tracks zwei Instrumentals, auf welchen Mr. Schubert die Klampfe auf altbewährte Weise jaulen lässt. Zudem hat die Formation auch einige gelungene Interpretationen von Fremdkompositionen in petto. Mir persönlich sagt vor allem „Chain Of Fools“ (einer von mehreren Live-Tracks, aufgenommen beim letztjährigen „New Orleans-Festival“ in Innsbruck) zu, in dem Verena ihr Sangestalent unter Beweis stellen kann. Das Mädel verfügt schlichtweg über die perfekte Stimme für derlei Tracks, aber auch bei der GOTTHARD-Nummer „In The Name“ weiß sie zu glänzen, wobei hier ihr ehemaliger „Starmania“-Kollege Michael Tschugnall ebenfalls sehr viel zum Gelingen beiträgt.

Ein wirklich lässiges Blues/Rock-Album, dass der Schubl und seine „Haserl“ abgeliefert haben und zudem der Beweis, dass Verena Pötzl im Moment wohl mit zu den größten Sangestalenten überhaupt hierzulande zu zählen ist, auch wenn ihr „Erfolg“ nach „Starmania“ doch nicht ein ganz so großer war.

www.nobros.com

Walter


WITCHBREED -Heretic Rapture (Ascendance Rec.)

Nachdem WITCHBREED bereits seit drei Jahren im Underground herumkrebsen, wird´s jetzt mal allerhöchste Zeit für ein Album.Ex-MOONSPELL-Basser Joao „Ares“ Pedro hat mit Sängerin Ruby einen wahrlichen Glücksgriff getätigt – die gute Frau verfügt über ein echt außergewöhnliches Organ, das etwa 90% der weiblichen Sangesgrazien aus dem Metal-/Gothic-Breich relativ alt aussehen lässt.

Endveredelt wurden die zwölf düsteren Monolithe von Waldemar Sorychta, was soviel heißt wie: der Sound lässt hier keine Fragen offen. Ähnlich wie seine ehemaligen Brötchengeber MOONSPELL verwurstet Ares treibenden Düstermetal zusammen mit südländischen und des öfteren auch orientalischen Versatzstücken.
Zwar ist „Heretic Rapture“ mit grosser Sicherheit nicht „one of the heaviest and darkest Metal records ever recorded with female vocals“ – wie uns der Pressetext hier dezent unterschieben möchte. Aber das Teil ist allemal interessanter als der Grossteil vom Elfengesangs-Verein, denn hier wird nichts auf stylish getrimmt und überorchestriert, sondern einfach klassischer Power Metal in ein opulentes, klebrig-süsses Dark-Gewand gesteckt.

Als Debüt kann die Scheibe damit echt überzeugen, und mit dieser fähigen Mannschaft an Bord kann schon fast nix mehr schief gehen.

www.myspace.com/witchbreed

Mike


CAGE – Science Of Annihilation (Heavy Metal Media / Musicbymail

Auch wenn üblicherweise beim dritten Album einer Band der berühmt-berüchtigte „Make It Or Break It”-Effekt eintritt, tut es gut zu wissen, dass sich unzählige Exponate der Szene keineswegs irritieren lassen, wenn das mit dem „Make It“ nicht so sein sollte und ihren Stiefel auch danach weiter gnadenlos durchziehen, um eventuell dann später einmal doch noch für Furore zu sorgen. Bei dem aus San Diego stammenden Quintett CAGE müsste ihr nunmehr fünftes Album „Science Of Annihilation“ endlich den entscheidenden Schritt nach oben auf der Erfolgsleiter bringen, denn was die Amis darauf abgeliefert haben, braucht wahrlich keinerlei Vergleiche zu Größen aus dem Business zu scheuen.

Zwar waren die Burschen auch bisher immerzu für hochwertige Kost bekannt und wussten ihren traditionellen, ungemein kraftvoll dargebotenen Heavy Metal auch live amtlich in Szene zu setzten, doch im Laufe der letzten Jahre hat sich dieser Fünfer, der nunmehr mit dem ehemaligen PSYCHOTIC WALTZ-Schlagzeuger Norm Leggio einen neuen Mann im Line-Up vorzuweisen hat, hinsichtlich Effizienz und Nachhaltigkeit beim Songwriting gewaltig steigern können. Auf ihrem aktuellen Dreher gehen es die Jungs zumeist mit ordentlichen Tempo an und erinnern mitunter - und das nicht nur auf Grund der mächtigen Sangesdemonstration von Sean Peck - gar an JUDAS PRIEST zu seligen „Painkiller“-Tagen. Auch das Duo Dave Garcia / Anthony McGinnis an den Klampfen scheint sich an Tipton/Downing orientiert zu haben und kredenzt ein Riff-Feuerwerk der Sonderklasse, zeigt sich in Summe aber noch ein wenig heftiger als die selbst auferlegte, aber keinesfalls mehr unerreichbare „Vorgabe“.

Doch anstelle von diesbezüglicher Eindimensionalität haben CAGE auf „Science Of Annihilation“ ein überaus reichhaltiges Programm zu bieten, das vom mächtigen Up-Tempo-Brecher bis hin zu semiballadesken Klängen reicht und im Endeffekt zu einer Art „Lehrstunde“ in Sachen P.O.W.E.R. Metal gediehen ist!

www.cageheavymetal.com


Walter


VALKYRJA - The Invocation Of Demise (Metal Blade/Sony)

Die schwedische Szene neigt momentan dazu, in VALKYRJA sowas wie die einzig legitimen Thronerben von DISSECTION zu sehen. Nun, die Richtung stimmt ja schon mal – denn auch hier wird relativ konventioneller Geradeaus-Blackmetal geboten. Der Vergleich hinkt aber schon alleine deswegen, weil „The Invocation Of Demise“ niemals auch nur annähernd die Klasse von „Storm Of The Lights Bane“ erreicht.

Die Songs krachen zwar ordentlich durchs Geäst, aber originell ist was anderes. Über dem Album schwebt irgendwie das Damoklesschwert der Mittelmäßigkeit. Das Teil ist wenigstens ordentlich (und trotz Dauer-Blastbeat-Beschuss relativ transparent) produziert, und trotzdem noch roh genug für Puristen – die werden hier auch einige großartige Momente vorfinden. „Plague Death“ (das entfernt an ganz frühe SATYRICON erinnert), der rasante Opener „As Everything Rupture“ und die überlange Dunkelschwarte „Sinister Obesession“ seien hier mal als Exempel genannt.

Warum Metal Blade die Scheiblette allerdings zwei Jahre nach ihrem eigentlichen Erscheinen nochmals neu rausbringt, entzieht sich meiner Kenntnis und ergibt auch nicht unbedingt einen Sinn. Sei’s drum, wer schnörkellosen Black Metal im Geiste von NECROPHOBIC und MARDUK mag, der wird auch bei VALKYRJA mit dem Kopf wackeln.

www.myspace.com/valkyrjaswe

Mike


REVERSION- King Of Deceit (Kampas Records)

Als echte Überraschung entpuppt sich das erste Langeisen der im Jahr 2005 gegründeten Finnen REVERSION. Das Quintett, das im Jahr 2006 für ein selbstbetiteltes Demo und im Jahr darauf für die EP „Hurt“ zumindest pressetechnisch durchaus respektable Resonanz erhalten konnte, zeigt sich darauf in erster Linie von den Großen des progressiven Metal inspiriert und weiß diesen auf hohem Niveau darzubieten.

Neben DREAM THEATER und FATES WARNING zur Ray Alder-Phase kommen mir mitunter auch noch REDEMPTION in den Sinn, aber auch die späteren RUSH-Alben scheinen sich in den Archiven der Finnen zu befinden. Melodien gibt es in rauen Mengen, einprägsame Momente ebenso, aber auch an herzerfrischende Solo-Passagen mangelt es nicht. Hervorzuheben gilt es jedoch vor allem den Gesang, denn mit Aleksi Parviainen haben die Finnen einen absoluten Könner in ihren Reihen, der mit einem variablen Sangesorgan gesegnet ist und in den heftigeren und abgefahrenen Passagen als Raukehlchen zu überzeugen weiß, jedoch in den gefühlsbetonten Momenten, die auf „King In Deceit“ einen nicht unerheblich Beitrag zum überaus gelungenen Gesamterscheinungsbild ausmachen, scheinbar erst so richtig zur Geltung kommt. Gänsehaut pur ist angesagt, wenn dieser Kerl seine Stimmbänder auf diese Weise erklingen lässt!

Gitarren und Keyboards lassen sich gegenseitig ausreichend Raum und zudem wissen die Instrumentalisten um die Stärke ihres Frontmannes und schaffen es perfekt, ihren Barden ins Rampenlicht zu stellen. Dazu haben die Jungs in den durchwegs über fünf Minuten andauernden, aber dennoch nie in den zweistelligen Minutenbereich ausufernden Kompositionen auch reichlich Zeit, selbst wenn es keinerlei „Löcher“ zu stopfen galt, sondern die Jungs ihren Sänger „lediglich“ gewieft in den Vordergrund zu spielen wissen.

Ein wirklich hörenswertes Album dieser noch recht jungen Finnen, die sich damit für Progressive Metaller jedweder Fan-Zugehörigkeit interessant gemacht haben sollten.

www.reversionband.com

Walter


EPICA - Design Your Universe (Nuclear Blast/Warner)

In der ausgelutschten “Gothic-Metal”-Szene fehlt momentan vor allem eines: wirklich gute Bands. Und bis auf wenige Lichtblicke wie die Portugiesen WITCHBREED (sh. Review) kommt auch nicht wirklich was nach. EPICA schlagen zwar nicht unbedingt in die selbe Kerbe, sprechen aber mit ihrem symphonischen Stil auch die gotische Zielgruppe an. Und das fünfte Album der Niederländer könnte auch ihr erster wirklich großer Wurf außerhalb der Heimat werden.

Durch eine überzeugende Mixtur aus AVANTASIA und THERION können ungewohnt harte Tracks („Martyr Of The Free World“ , „Semblance Of Liberty“) hier genauso punkten wie die nicht sehr zahlreichen Weichspüler („Tides Of Time“) oder die unumgänglichen Longtracks (das großartige „Kingdom Of Heaven“ schlägt mit satten 14 Minuten zu Buche !). Simone Simons ist stimmlich wieder voll auf dem Damm – mehr noch: sie läuft zur Höchstform auf. Und mit der halben Belegschaft von GOD DETHRONED (i.e. Gitarrist Isaac Delahaye und Drummer Arien Van Weesenbeek) an Bord kommt zusätzlich eine gesunde Portion Dynamik und Härte in die Sache. Der Kontrast zwischen den Death-Grunts von Mastermind Mark Jansen, Simones fast schon Opern-hafter Stimme und da und dort auch mal auch mal einem geschmeidigen Chor könnte größer nicht sein, ist aber gerade dadurch absolut catchy und hörenswert.

Anspruchsvolles, aber zu keinem Zeitpunkt zu kompliziertes Songwriting und die wie immer absolut gigantische Produktion von Sascha Paeth machen aus „Design Your Universe“ somit nicht nur einen Lichtblick sondern ein fast schon zu perfektes Album, vor dem sich die Konkurrenz schon mal ordentlich fürchten sollte... LIVE gastieren Epica am 25.10. in der Szene Wien!

www.epica.nl

Mike


INDUKTI– Idmen (Inside Out/EMI)

Als eher schwer verdaulich erweist sich die Melange der Polen INDUKTI auf den Erstkontakt hin, doch je intensiver man sich den Klängen dieser Formation hingibt, desto grandioser wirkt „Idmen“.

Einzige Vorraussetzung dafür ist die benötigte Muse, denn die zum Großteil rein instrumental dargebotenen Kompositionen können mit einer immensen Vielfalt an Details aufwarten und entführen den Zuhörer auf eine musikalische Reise in die Untiefen der Prog-Welt. Hinsichtlich der Rhythmik sind es zwar in erster Linie TOOL, die hier als Querverweis genannt werden müssen, doch die Kompositionen der Polen erweisen sich im Endeffekt noch ein wenig dunkler und vor allem vielschichtiger, weil man auch jede Menge „fremdartiger“ Stilistiken vernehmen kann. Stil- und Tempowechsel lassen sich trotz übermäßig häufigem Auftreten immerzu gut nachvollziehen, denn parallel dazu erhält auch die Atmosphäre eine Wendung und taucht den Zuhörer förmlich noch tiefer ins Geschehen ein.

„Mittendrin statt nur dabei“ ist hier das passende Motto, allerdings nur in den Instrumentalstücken, während man sich in den vokalisierten Beiträgen durchaus entspannt zurücklehnen kann um dem Vortrag schlichtweg zu lauschen. Auch wenn es unverständlich klingen mag, ich für meinen Teil hätte mir gut vorstellen können, auf „Idmen“ sogar zur Gänze auf Gesangsbeiträge zu verzichten, denn ein klein wenig irritierend wirken diese schon, auch wenn die Beiträge durchaus im Konsens des Gesamtkunstwerkes stehen. Meiner Meinung nach ist von daher völlig sinnlos, etwaige Anspieltipps zu nennen, denn „Idmen“ wirkt in seiner Gesamtheit fesselnd, betörend und mitunter sogar bedrückend.

www.indukti.com

Walter


AWAKEN DEMONS - The Mirror (Trustkill /Cargo)

Werte Herrschaften, schnell mal wieder das Proll-Gehabe verinnerlicht und ab in den Moshpit!

New York lässt grüßen, wenn die Italiener(!) AWAKEN DEMONS die Harke auspacken und die unumgängliche Wall of Death für offene Münder und Wunden vor der Bühne sorgt. Kurz und bündig zimmert der Italo-Fünfer ein HC-Satement mit Ausrufezeichen nach dem anderen runter, und das schon fast zu straight. Vorhersehbare Riffs, die genreüblichen „Brust-raus-und-böse-schauen“–Vocals und Songlängen so um die drei Minuten – „The Mirror“ sollte eigentlich alles haben, was das Hardcore-Herz erfreut.

Dass man dabei öfters an HATEBREED denken muss oder an FIRST BLOOD ist nebensächlich, denn diese halbe Stunde geballte Energie macht irgendwie Spaß, wird nicht fad und lädt zum Abreagieren ein. Ob nun daheim im Kinderzimmer oder im Circlepit Ihres Vertrauens ist dabei völlig wurscht. EARTH CRISIS–Frontsau Karl Büchner hat auch einen Gastauftritt, und insgesamt hauen einem die Italos ordentlich einen an die Glocke. „The Mirror“ ist kein Meilenstein und auch kein Rohrkrepierer – einfach nur solider, agressiver, aber trotzdem durchaus sympathischer Hardcore mit gelegentlicher Metal-Schlagseite.

www.myspace.com/awakendemons

Mike


THE GATHERING -The West Pole (Psychonaut Records)

Bemerkenswert, dass sich die Holländer einfach nicht unterkriegen lassen. Zuerst der jähe Tod von Vater Rutten, dann der genauso jähe Ausstieg von Anneke Van Giersbergen. Die grosse Frage, wie es mit THE GATHERING weitergehen wird – und vor allem: ob – stand mehrere Monate bedeutungsschwanger im Raum.

Doch nun ist es da, das Album eins nach Anneke. Und ja, es fehlt etwas auf „The West Pole“. Es ist nicht die immer noch großartig in Szene gesetzte, athmosphärische Rockmusik, die etwa in „Capital Of Nowhere“ eindrucksvoll zur Schau geboten wird. Und es ist auch nicht Neo-Sängerin Silje Wergeland – denn die rettet sich über 54 Minuten tapfer ans sichere Ufer. Sie drängt sich nicht auf, steht sie doch noch im übergroßen Schatten ihrer Vorgängerin, und nur ab und zu versteigt sie sich ins Selbstbewusste. Stimmlich ist sie übrigens Anneke nicht unähnlich, wenn auch (noch?) nicht von ganz so strahlender Präsenz.

Was „The West Pole“ fehlt, ist die Magie von „How To Measure A Planet“ und „Home“– eine Magie, die vielleicht dem Neubeginn zum Opfer fiel. Eine Magie, die vielleicht Anneke mit sich genommen hat. Man muss der Band diese Chance aber einfach geben – „The West Pole“ ist eine gute, wenn auch nicht umwerfende Platte, die fast ein wenig weinerlich klingt und wo die Songs nur zögerlich hängen bleiben. Ausnahme: „Pale Traces“ , das rockige „No One Spoke“ und “A Constant Run”, bei dem Silje ihrer Vorgängerin am nächsten kommt und andeutet, dass weit mehr in ihr steckt als “The West Pole” vermuten lässt. Man wird sehen, was aus THE GATHERING (Mark III) noch gedeihen kann – mit der traurigen Gewissheit im Hinterkopf, dass die Ära Anneke wohl abgehakt ist.

Nach dem Album ist doch auch vor dem Album...

www.gathering.nl

Mike


KOSTO AND FULL - A.D.I.S.T.O.M.I.A. (Eigenprod.)

>Diese Truppe aus Barcelona legt mit „A.D.I.S.T.O.M.I.A.“ ihr zweites Album vor. Das kann über die Myspace-Seite direkt (und ohne jeden Unkostenbeitrag) aus dem Netz gesaugt oder aber als auch ansehnliches Teil für einen Zehner bei den Burschen geordert werden.

KOSTO AND FULL sollten vor allem für jene „Jäger und Sammler“ unter den Metallern interessant sein, die sich an jenem Umstand ergötzen können, dass diese Jungs in ihrer Muttersprache singen. Aber nicht nur der „Exotenbonus“ kommt hier zum Tragen, denn die Musik, die uns das Quintett anzubieten hat, ist generell nicht von schlechten Eltern. Zwar wird es schwer werden, auch international damit erfolgreich zu sein, doch der fulminante, mitunter ein wenig ruppige, ungestüme Thrash Metal der Katalanen kommt durchwegs gefällig aus den Boxen. In erster Linie sehen sich KOSTO AND FULL von ANNIHILATOR und OVERKILL beeinflusst, doch hinsichtlich der Rhythmik, die das Geschehen ebenso prägt wie die Riffs, müssen unbedingt noch ältere ANTHRAX erwähnt werden, die man heraushören kann. Wenn es richtig deftig zur Sache geht, kommen mir zusätzlich noch einige Thrashcore-Helden wie D.R.I. in den Sinn, deren Einfluss aber nicht ganz so wichtig gewesen sein dürfte.

Die Burschen geben zumeist amtlich Gas, wissen aber auch im drückenden Mid-Tempo für Dampf ohne Ende zu erzeugen. Für Abwechslung sorgen vereinzelt eingestreute ruhigere Passagen, die jedoch immer wieder erneut in temporeichem Vortrag enden, der nicht nur instrumental ansprechend dargeboten wird, sondern von Antonio Munez und Luiz Bernal auch mit sehr mächtigen Gesängen ausgestattet wird.

Im Endeffekt haben KOSTO AND FULL ein recht eigenständiges Werk eingespielt, das eine überaus kurzweilige Dreiviertelstunde purer Thrash Metal Unterhaltung liefert.

www.kostandfull.com

Walter


BELPHEGOR Walpurgis Rites – Hexenwahn (Nuclear Blast/Warner)

“Piss on the damn mainstream” – das wollen Helmuth und seine BELPHEGOR-Holzhacker auch mit dem achten Studioalbum. Und es gelingt ihnen wieder mal recht gut.

Es wurde scheinbar viel älterer Schwarzmetall konsumiert in letzter Zeit, und so knallen einen der titelgebende Opener und „Hail The New Flesh“ gleich mal gewaltigst weg. Die Vocals sind böse und zornig wie immer, gitarrenmäßig gibt’s da und dort echt geniale Passagen, die sofort hängen bleiben, und die Produktion von Andy Classen ist einfach nur geil. Der Mann schafft es doch tatsächlich, die Rumpel-Blastbeat-Angriffe sowohl schweinederb als auch klar und transparent in Bits und Bytes zu fräsen.

„Reichswehr In Blood“ (ahäm...) galoppiert mit einem zielsicher in den finsteren Abgrund, die Mixtur aus Viking-Hymne und Oldschool-Geholze bei „The Crosses Made of Bone“ ist einfach nur atemberaubend. Beim schleppenden „Geistertreiber“ treibt Helmuth zwar keine Geister, dafür einem mit seinem Till Lindemann/Stumpen-Gesangscocktail die (Humor-)Tränen in die Augen, und der Blackmetal-Parforceritt „Destroyer Hekate“ ist an Speed kaum noch zu überbieten.

Insgesamt ist „Walpurgis Rites“ einen deutlichen Zacken stärker/kompromissloser als der Vorgänger, und BELPHEGOPR sind sowieso schon längst die einflussreichste Metal-Combo Österreichs - punktum. Ein geiles, sehr, sehr geiles Album, Jungs!

www.belphegor.at

Mike


CHAOS ASYLUM – Same (Eigenproduktion)

Herrlich melodischen Heavy Metal, der sowohl an US-amerikanische Helden wie auch an britische Großmeister erinnert, bieten CHAOS ASYLUM, ein zunächst als Studio-Projekt gestartetes Unternehmen.

Das Ziel der beiden Initiatoren Martin McManus und Guy Laverick war dabei nicht mehr, als schlicht und ergreifend ebensolchen Heavy Metal in bester Tradition zu kreieren und genau das ist ihnen auch fraglos gelungnen. Da Guy an sich bei BLITZKRIEG aktiv ist, dort aber „nur“ in die Saiten greift und diesbezüglich scheinbar momentan nicht unbedingt viel um die Ohren hat, dürfte er bei CHAOS ASYLUM das „Mädchen für alles“ sein, denn auf vorliegendem Demo hat der Knabe neben der Sechssaitigen auch noch den Bass, die Keyboards und die Produktion übernommen. Sein Partner Martin McManus verdiente sich seine Sporen bei einer Cover/Tribute-Truppe mit dem vielversprechenden Namen JUDAS BEAST. Der Einfluss von JUDAS PRIEST, aber auch der von Rob Halford hinsichtlich der Sangesleistung, ist auf diesem Demo unüberhörbar. Vor allem „Reign Of Terror“ und „A Legend Now“ lassen nicht nur hinsichtlich des Gesangs sofort an die „Priesterschaft“ denken, sondern auch die Gitarrenthemen und Strukturen dieser beiden Tracks selbst, könnten auch aus dem Fundus dieser Legende aus Birmingham entstammen.

Ein wenig anders scheint offenbar der Einfluss auf „Breakdown“ gewesen zu sein, denn der Opener lässt eher an US Metal der melodischen Art denken, was sich auch für das Finale in Form von „Kill Or Be Killed“ attestieren lässt, wobei im letztgenannten aber auch eine gepflegte Dosis NWOBHM zu vernehmen ist. Erwähnenswert ist weiters, dass es sich bei Guy offenbar auch um einen überaus begnadeten Solo-Gitarrist handelt und er uns des Öfteren seine Künste präsentiert. Das Duo hat mittlerweile weitere Mitstreiter gefunden, um CHAOS ASYLUM auch als „Band“ an den Start bringen zu können und ist obendrein auch bereits emsig dabei weitere Tracks zu komponieren. Gut so, denn von CHAOS ASYLUM würde ich gerne mehr zu Gehör bekommen!

www.chaosasylummusic.com

Walter



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