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SUBSIGNAL - Beautiful Monstrous (Goldencore/Zyx)
Alle, die dem Split von SIEGES EVEN
(zurecht) nachtrauern, sollten ihr Leid erst mal mit SUBSIGNAL lindern.Wer „Paramount“ mochte, wird „Beautiful
& Monstrous“ lieben - und den Verlust fast vergessen.
Arno Menses ist und bleibt einer der
bemerkenswertesten Sänger der Artrock- und Prog-Abteilung, bei ihm kommen
wahrscheinlich nicht nur mir regelmäßig die Tränen. Markus Steffens
anspruchsvolle, trotzdem jederzeit zugängliche Gitarrenarrangements zünden wie
immer sofort und gehen nicht nur unter die Haut, sondern durch Mark und Bein –
bis ins Herz. Mit Session-Drummer Roel Van Helden , Ralf Schwager (B.) und
David Bertok (Keys) - beide von DREAMSCAPE „geborgt“ -hat man überdies eine extrem fähige Mannschaft
zusammengestellt, die sich mit SIEGES EVEN allemal messen lassen kann – und die
einen die Holzwarth-Brüder mal eben vergessen lässt (no offence, though...).
Vergleiche sind zwangsläufig, aber nicht
zwingend. „The Trick Is To Keep Breathing“ oder „To Hope The Road Is Long“ ist
wunderbar verspielter, mit unheimlich viel Liebe zum Detail gewebter Artrock,
die so kreierte Athmosphäre ist einfach nur bezaubernd und lässt einen immer
wieder zum Anfang zurückkehren. Der zehnminütige Titeltrack ist ein überirdischer,
perfekter Balanceakt aus Gefühl und Härte. Und wer bei „I Go With The Wind“
keine Gänsehaut bekommt, ist höchstwahrscheinlich tot. Ich habe mich schon nach
den ersten drei Songs in dieses Album / Lineup verliebt und hoffe, dass sich
die Truppe auch mal live in Ösiland blicken lässt.
www.subsignalband.com
Mike
SCAR SYMMETRY - Dark Matter Dimensions (Nuclear Blast/Warner)
Es kann gut sein, dass die Umstrukturierung im
Line-Up der Band auch einen zusätzlichen Schub an Selbstvertrauen eingebracht
hat. Fakt ist nämlich, dass es SCAR SYMMETRY gelungen ist, die
Vielschichtigkeit ihres Sounds noch weiter auszudehnen, genauer gesagt hat man
den Eindruck, die Truppe versucht, ihre Grenzen regelrecht auszureizen, weshalb
„Dark Matter Dimensions“ wohl zu längeren Diskussionen innerhalb der Szene
führen wird.
Da der ehemalige Fronter Christian Alvestam durch
Robert Karlsson und Lars Palmqvist ersetzt wurde, die sich sowohl die derben
Growls, wie auch den melodischen Gesang „teilen“ und dadurch auch diesbezüglich
luftigere, offenere Klangdimensionen möglich sind, haben Jonas Kjellgren und
seine Mannschaft die Gunst der Stunde offenbar genutzt und ihr ohnehin schon
üppiges Stilgebräu weiterhin ausgebaut. Bemerkenswert (aber wohl auch
polarisierend) ist zum einen, dass SCAR SYMMETRY mitunter in geradezu poppigen
Regionen schippern (nachzuhören beispielsweise in „The Conciousness Eaters“),
auf der anderen Seite haben sich die Herrschaften aber auch an ungewöhnlich
harschen, mechanisch unterkühlten Arrangements („Mechanical Soul Cybernetics“)
versucht, die bislang auch noch nicht in jenem Ausmaß zu vernehmen waren, aber
ebenso gut ins Gesamtsoundbild passen. Zudem sei auch erwähnt, dass auch der
moderne, progressive Metal Einzug in die Kompositionen der Schweden gehalten
hat, wie im Titelsong nachzuvollziehen ist.
Das Konzept mit den zwei Vokalisten ist voll
aufgegangen, denn SCAR SYMMETRY haben ihren Sound gerade dadurch für
zusätzliche Elemente weiter öffnen können. Ob ihnen dafür jedoch die
eingeschworne Death Metal-Gemeinde, aus der sie ja ursprünglich stammen, die
Treue halten wird, sie dahingestellt. Meiner bescheidenen Meinung nach haben
die Schweden mit „Dark Matter Dimensions“ ihr bislang experimentierfreudigstes,
variantenreichstes und zugleich zugänglichstes Album abgeliefert. Aber
Geschmäcker sind bekanntlich sehr verschieden……
www.scarsymmetry.com
Walter
Klaus SCHUBERT’S BLUES BUNNIES – same (Schubl Prod./Hoanzl)
Im letzten Jahr debütierte Klaus Schubert, einer der
ganz Großen der österreichischen Hardrock-Szene, mit seinen BLUES BUNNIES und
der EP „Save This Drama For Your Mama“. Der bekannteste „Hase“ im Stall des
Herrn Schubert ist wohl Frontdame Verena Pötzl, die vor längerer Zeit bei
„Starmania“ erfolgreich war und im Nachhinein betrachtet als eine von ganz
wenigen TeilnehmerInnen ihre musikalische Marschrichtung trotz besagter
Talent-Show beibehalten hat
.
>Wie nicht anders zu erwarten, kredenzt Klaus nebst
„Hasenstall“ ein sehr sattes Rock-Album mit reichlich Blues-infiltrierten
Tracks, aber auch massig Hardrock-Nuancen, wie man es von ihm seit frühen NO
BROS-Tagen gewöhnt ist. Auf dem ersten selbstbetitelten Album offeriert die
Formation neben den bereits von der EP bekannten Tracks zwei Instrumentals, auf
welchen Mr. Schubert die Klampfe auf altbewährte Weise jaulen lässt. Zudem hat
die Formation auch einige gelungene Interpretationen von Fremdkompositionen in
petto. Mir persönlich sagt vor allem „Chain Of Fools“ (einer von mehreren
Live-Tracks, aufgenommen beim letztjährigen „New Orleans-Festival“ in
Innsbruck) zu, in dem Verena ihr Sangestalent unter Beweis stellen kann. Das
Mädel verfügt schlichtweg über die perfekte Stimme für derlei Tracks, aber auch
bei der GOTTHARD-Nummer „In The Name“ weiß sie zu glänzen, wobei hier ihr
ehemaliger „Starmania“-Kollege Michael Tschugnall ebenfalls sehr viel zum
Gelingen beiträgt.
Ein wirklich lässiges Blues/Rock-Album, dass der
Schubl und seine „Haserl“ abgeliefert haben und zudem der Beweis, dass Verena
Pötzl im Moment wohl mit zu den größten Sangestalenten überhaupt hierzulande zu
zählen ist, auch wenn ihr „Erfolg“ nach „Starmania“ doch nicht ein ganz so
großer war.
www.nobros.com
Walter
WITCHBREED -Heretic Rapture (Ascendance Rec.)
Nachdem WITCHBREED bereits seit drei
Jahren im Underground herumkrebsen, wird´s jetzt mal allerhöchste Zeit für ein
Album.Ex-MOONSPELL-Basser Joao „Ares“
Pedro hat mit Sängerin Ruby einen wahrlichen Glücksgriff getätigt – die gute
Frau verfügt über ein echt außergewöhnliches Organ, das etwa 90% der weiblichen
Sangesgrazien aus dem Metal-/Gothic-Breich relativ alt aussehen lässt.
Endveredelt wurden die zwölf düsteren
Monolithe von Waldemar Sorychta, was soviel heißt wie: der Sound lässt hier
keine Fragen offen. Ähnlich wie seine ehemaligen Brötchengeber MOONSPELL
verwurstet Ares treibenden Düstermetal zusammen mit südländischen und des
öfteren auch orientalischen Versatzstücken.
Zwar ist „Heretic Rapture“ mit grosser Sicherheit nicht „one of the
heaviest and darkest Metal records ever recorded with female vocals“ – wie uns
der Pressetext hier dezent unterschieben möchte. Aber das Teil ist allemal
interessanter als der Grossteil vom Elfengesangs-Verein, denn hier wird nichts
auf stylish getrimmt und überorchestriert, sondern einfach klassischer Power
Metal in ein opulentes, klebrig-süsses Dark-Gewand gesteckt.
Als Debüt kann die Scheibe damit echt
überzeugen, und mit dieser fähigen Mannschaft an Bord kann schon fast nix mehr
schief gehen.
www.myspace.com/witchbreed
Mike
CAGE – Science Of Annihilation (Heavy Metal Media / Musicbymail
Auch wenn üblicherweise beim dritten Album einer
Band der berühmt-berüchtigte „Make It Or Break It”-Effekt eintritt, tut es gut
zu wissen, dass sich unzählige Exponate der Szene keineswegs irritieren lassen,
wenn das mit dem „Make It“ nicht so sein sollte und ihren Stiefel auch danach
weiter gnadenlos durchziehen, um eventuell dann später einmal doch noch für
Furore zu sorgen. Bei dem aus San Diego stammenden Quintett CAGE müsste ihr
nunmehr fünftes Album „Science Of Annihilation“ endlich den entscheidenden
Schritt nach oben auf der Erfolgsleiter bringen, denn was die Amis darauf
abgeliefert haben, braucht wahrlich keinerlei Vergleiche zu Größen aus dem
Business zu scheuen.
Zwar waren die Burschen auch bisher immerzu für
hochwertige Kost bekannt und wussten ihren traditionellen, ungemein kraftvoll
dargebotenen Heavy Metal auch live amtlich in Szene zu setzten, doch im Laufe
der letzten Jahre hat sich dieser Fünfer, der nunmehr mit dem ehemaligen
PSYCHOTIC WALTZ-Schlagzeuger Norm Leggio einen neuen Mann im Line-Up
vorzuweisen hat, hinsichtlich Effizienz und Nachhaltigkeit beim Songwriting
gewaltig steigern können. Auf ihrem aktuellen Dreher gehen es die Jungs zumeist
mit ordentlichen Tempo an und erinnern mitunter - und das nicht nur auf Grund
der mächtigen Sangesdemonstration von Sean Peck - gar an JUDAS PRIEST zu
seligen „Painkiller“-Tagen. Auch das Duo Dave Garcia / Anthony McGinnis an den
Klampfen scheint sich an Tipton/Downing orientiert zu haben und kredenzt ein
Riff-Feuerwerk der Sonderklasse, zeigt sich in Summe aber noch ein wenig
heftiger als die selbst auferlegte, aber keinesfalls mehr unerreichbare
„Vorgabe“.
Doch anstelle von diesbezüglicher Eindimensionalität
haben CAGE auf „Science Of Annihilation“ ein überaus reichhaltiges Programm zu
bieten, das vom mächtigen Up-Tempo-Brecher bis hin zu semiballadesken Klängen
reicht und im Endeffekt zu einer Art „Lehrstunde“ in Sachen P.O.W.E.R. Metal
gediehen ist!
www.cageheavymetal.com
Walter
VALKYRJA - The Invocation Of Demise (Metal Blade/Sony)
Die schwedische Szene neigt momentan
dazu, in VALKYRJA sowas wie die einzig legitimen Thronerben von DISSECTION zu
sehen. Nun, die Richtung stimmt ja schon mal – denn auch hier wird relativ
konventioneller Geradeaus-Blackmetal geboten. Der Vergleich hinkt aber schon
alleine deswegen, weil „The Invocation Of Demise“ niemals auch nur annähernd
die Klasse von „Storm Of The Lights Bane“ erreicht.
Die Songs krachen zwar ordentlich durchs
Geäst, aber originell ist was anderes. Über dem Album schwebt irgendwie das Damoklesschwert
der Mittelmäßigkeit. Das Teil ist wenigstens ordentlich (und trotz
Dauer-Blastbeat-Beschuss relativ transparent) produziert, und trotzdem noch roh
genug für Puristen – die werden hier auch einige großartige Momente vorfinden.
„Plague Death“ (das entfernt an ganz
frühe SATYRICON erinnert), der rasante Opener „As Everything Rupture“ und die
überlange Dunkelschwarte „Sinister Obesession“ seien hier mal als Exempel
genannt.
Warum Metal Blade die Scheiblette
allerdings zwei Jahre nach ihrem eigentlichen Erscheinen nochmals neu
rausbringt, entzieht sich meiner Kenntnis und ergibt auch nicht unbedingt einen
Sinn. Sei’s drum, wer schnörkellosen Black Metal im Geiste von NECROPHOBIC und
MARDUK mag, der wird auch bei VALKYRJA mit dem Kopf wackeln.
www.myspace.com/valkyrjaswe
Mike
REVERSION- King Of Deceit (Kampas Records)
Als echte Überraschung entpuppt sich das erste
Langeisen der im Jahr 2005 gegründeten Finnen REVERSION. Das Quintett, das im
Jahr 2006 für ein selbstbetiteltes Demo und im Jahr darauf für die EP „Hurt“
zumindest pressetechnisch durchaus respektable Resonanz erhalten konnte, zeigt
sich darauf in erster Linie von den Großen des progressiven Metal inspiriert
und weiß diesen auf hohem Niveau darzubieten.
Neben DREAM THEATER und FATES WARNING zur Ray
Alder-Phase kommen mir mitunter auch noch REDEMPTION in den Sinn, aber auch die
späteren RUSH-Alben scheinen sich in den Archiven der Finnen zu befinden. Melodien gibt es in rauen Mengen,
einprägsame Momente ebenso, aber auch an herzerfrischende Solo-Passagen mangelt
es nicht. Hervorzuheben gilt es jedoch vor allem den Gesang, denn mit Aleksi
Parviainen haben die Finnen einen absoluten Könner in ihren Reihen, der mit
einem variablen Sangesorgan gesegnet ist und in den heftigeren und abgefahrenen
Passagen als Raukehlchen zu überzeugen weiß, jedoch in den gefühlsbetonten
Momenten, die auf „King In Deceit“ einen nicht unerheblich Beitrag zum überaus
gelungenen Gesamterscheinungsbild ausmachen, scheinbar erst so richtig zur
Geltung kommt. Gänsehaut pur ist angesagt, wenn dieser Kerl seine Stimmbänder
auf diese Weise erklingen lässt!
Gitarren und Keyboards lassen sich gegenseitig
ausreichend Raum und zudem wissen die Instrumentalisten um die Stärke ihres
Frontmannes und schaffen es perfekt, ihren Barden ins Rampenlicht zu stellen.
Dazu haben die Jungs in den durchwegs über fünf Minuten andauernden, aber
dennoch nie in den zweistelligen Minutenbereich ausufernden Kompositionen auch
reichlich Zeit, selbst wenn es keinerlei „Löcher“ zu stopfen galt, sondern die
Jungs ihren Sänger „lediglich“ gewieft in den Vordergrund zu spielen wissen.
Ein wirklich hörenswertes Album dieser noch recht
jungen Finnen, die sich damit für Progressive Metaller jedweder
Fan-Zugehörigkeit interessant gemacht haben sollten.
www.reversionband.com
Walter
EPICA - Design Your Universe (Nuclear Blast/Warner)
In der ausgelutschten
“Gothic-Metal”-Szene fehlt momentan vor allem eines: wirklich gute Bands. Und
bis auf wenige Lichtblicke wie die Portugiesen WITCHBREED (sh. Review) kommt
auch nicht wirklich was nach. EPICA schlagen zwar nicht unbedingt in die selbe
Kerbe, sprechen aber mit ihrem symphonischen Stil auch die gotische Zielgruppe
an. Und das fünfte Album der Niederländer könnte auch ihr erster wirklich
großer Wurf außerhalb der Heimat werden.
Durch eine überzeugende Mixtur aus
AVANTASIA und THERION können ungewohnt harte Tracks („Martyr Of The Free World“
, „Semblance Of Liberty“) hier genauso punkten wie die nicht sehr zahlreichen
Weichspüler („Tides Of Time“) oder die unumgänglichen Longtracks (das
großartige „Kingdom Of Heaven“ schlägt mit satten 14 Minuten zu Buche !).
Simone Simons ist stimmlich wieder voll auf dem Damm – mehr noch: sie läuft zur
Höchstform auf. Und mit der halben Belegschaft von GOD DETHRONED (i.e.
Gitarrist Isaac Delahaye und Drummer Arien Van Weesenbeek) an Bord kommt
zusätzlich eine gesunde Portion Dynamik und Härte in die Sache. Der Kontrast
zwischen den Death-Grunts von Mastermind Mark Jansen, Simones fast schon
Opern-hafter Stimme und da und dort auch mal auch mal einem geschmeidigen Chor
könnte größer nicht sein, ist aber gerade dadurch absolut catchy und
hörenswert.
Anspruchsvolles, aber zu keinem Zeitpunkt
zu kompliziertes Songwriting und die wie immer absolut gigantische Produktion
von Sascha Paeth machen aus „Design Your Universe“ somit nicht nur einen
Lichtblick sondern ein fast schon zu perfektes Album, vor dem sich die Konkurrenz
schon mal ordentlich fürchten sollte... LIVE gastieren Epica am 25.10. in der
Szene Wien!
www.epica.nl
Mike
INDUKTI– Idmen (Inside Out/EMI)
Als eher schwer verdaulich erweist sich die Melange
der Polen INDUKTI auf den Erstkontakt hin, doch je intensiver man sich den
Klängen dieser Formation hingibt, desto grandioser wirkt „Idmen“.
Einzige Vorraussetzung dafür ist die benötigte Muse,
denn die zum Großteil rein instrumental dargebotenen Kompositionen können mit
einer immensen Vielfalt an Details aufwarten und entführen den Zuhörer auf eine
musikalische Reise in die Untiefen der Prog-Welt. Hinsichtlich der Rhythmik
sind es zwar in erster Linie TOOL, die hier als Querverweis genannt werden
müssen, doch die Kompositionen der Polen erweisen sich im Endeffekt noch ein
wenig dunkler und vor allem vielschichtiger, weil man auch jede Menge
„fremdartiger“ Stilistiken vernehmen kann. Stil- und Tempowechsel lassen sich
trotz übermäßig häufigem Auftreten immerzu gut nachvollziehen, denn parallel
dazu erhält auch die Atmosphäre eine Wendung und taucht den Zuhörer förmlich
noch tiefer ins Geschehen ein.
„Mittendrin statt nur dabei“ ist hier das passende
Motto, allerdings nur in den Instrumentalstücken, während man sich in den vokalisierten
Beiträgen durchaus entspannt zurücklehnen kann um dem Vortrag schlichtweg zu
lauschen. Auch wenn es unverständlich klingen mag, ich für meinen Teil hätte
mir gut vorstellen können, auf „Idmen“ sogar zur Gänze auf Gesangsbeiträge zu
verzichten, denn ein klein wenig irritierend wirken diese schon, auch wenn die
Beiträge durchaus im Konsens des Gesamtkunstwerkes stehen. Meiner Meinung nach
ist von daher völlig sinnlos, etwaige Anspieltipps zu nennen, denn „Idmen“
wirkt in seiner Gesamtheit fesselnd, betörend und mitunter sogar bedrückend.
www.indukti.com
Walter
AWAKEN DEMONS - The Mirror (Trustkill /Cargo)
Werte Herrschaften, schnell mal wieder das
Proll-Gehabe verinnerlicht und ab in den Moshpit!
New York lässt grüßen, wenn die Italiener(!) AWAKEN
DEMONS die Harke auspacken und die unumgängliche Wall of Death für offene
Münder und Wunden vor der Bühne sorgt. Kurz und bündig zimmert der Italo-Fünfer
ein HC-Satement mit Ausrufezeichen nach dem anderen runter, und das schon fast
zu straight. Vorhersehbare Riffs, die genreüblichen
„Brust-raus-und-böse-schauen“–Vocals und Songlängen so um die drei Minuten –
„The Mirror“ sollte eigentlich alles haben, was das Hardcore-Herz erfreut.
Dass man dabei öfters an HATEBREED denken muss oder
an FIRST BLOOD ist nebensächlich, denn diese halbe Stunde geballte Energie
macht irgendwie Spaß, wird nicht fad und lädt zum Abreagieren ein. Ob nun
daheim im Kinderzimmer oder im Circlepit Ihres Vertrauens ist dabei völlig wurscht.
EARTH CRISIS–Frontsau Karl Büchner hat auch einen Gastauftritt, und insgesamt
hauen einem die Italos ordentlich einen an die Glocke. „The Mirror“ ist kein
Meilenstein und auch kein Rohrkrepierer – einfach nur solider, agressiver, aber
trotzdem durchaus sympathischer Hardcore mit gelegentlicher Metal-Schlagseite.
www.myspace.com/awakendemons
Mike
THE GATHERING -The West Pole (Psychonaut Records)
Bemerkenswert, dass sich die Holländer
einfach nicht unterkriegen lassen. Zuerst der jähe Tod von Vater Rutten, dann
der genauso jähe Ausstieg von Anneke Van Giersbergen. Die grosse Frage, wie es mit THE GATHERING weitergehen wird – und
vor allem: ob – stand mehrere Monate bedeutungsschwanger im Raum.
Doch nun ist es da, das Album eins nach
Anneke. Und ja, es fehlt etwas auf „The West Pole“. Es ist nicht die immer noch
großartig in Szene gesetzte, athmosphärische Rockmusik, die etwa in „Capital Of
Nowhere“ eindrucksvoll zur Schau geboten wird. Und es ist auch nicht
Neo-Sängerin Silje Wergeland – denn die rettet sich über 54 Minuten tapfer ans
sichere Ufer. Sie drängt sich nicht auf, steht sie doch noch im übergroßen
Schatten ihrer Vorgängerin, und nur ab und zu versteigt sie sich ins
Selbstbewusste. Stimmlich ist sie übrigens Anneke nicht unähnlich, wenn auch
(noch?) nicht von ganz so strahlender Präsenz.
Was „The West Pole“ fehlt, ist die Magie
von „How To Measure A Planet“ und „Home“– eine Magie, die vielleicht dem
Neubeginn zum Opfer fiel. Eine Magie, die vielleicht Anneke mit sich genommen
hat. Man muss der Band diese Chance aber einfach geben – „The West Pole“ ist
eine gute, wenn auch nicht umwerfende Platte, die fast ein wenig weinerlich
klingt und wo die Songs nur zögerlich hängen bleiben. Ausnahme: „Pale Traces“ ,
das rockige „No One Spoke“ und “A Constant Run”, bei dem Silje ihrer
Vorgängerin am nächsten kommt und andeutet, dass weit mehr in ihr steckt als
“The West Pole” vermuten lässt. Man wird sehen, was aus THE GATHERING (Mark
III) noch gedeihen kann – mit der traurigen Gewissheit im Hinterkopf, dass die
Ära Anneke wohl abgehakt ist.
Nach dem Album ist doch auch vor dem
Album...
www.gathering.nl
Mike
KOSTO AND FULL - A.D.I.S.T.O.M.I.A. (Eigenprod.)
>Diese Truppe aus Barcelona legt mit
„A.D.I.S.T.O.M.I.A.“ ihr zweites Album vor. Das kann über die Myspace-Seite
direkt (und ohne jeden Unkostenbeitrag) aus dem Netz gesaugt oder aber als auch
ansehnliches Teil für einen Zehner bei den Burschen geordert werden.
KOSTO AND FULL sollten vor allem für jene „Jäger und
Sammler“ unter den Metallern interessant sein, die sich an jenem Umstand
ergötzen können, dass diese Jungs in ihrer Muttersprache singen. Aber nicht nur
der „Exotenbonus“ kommt hier zum Tragen, denn die Musik, die uns das Quintett
anzubieten hat, ist generell nicht von schlechten Eltern. Zwar wird es schwer
werden, auch international damit erfolgreich zu sein, doch der fulminante,
mitunter ein wenig ruppige, ungestüme Thrash Metal der Katalanen kommt
durchwegs gefällig aus den Boxen. In erster Linie sehen sich KOSTO AND FULL von
ANNIHILATOR und OVERKILL beeinflusst, doch hinsichtlich der Rhythmik, die das
Geschehen ebenso prägt wie die Riffs, müssen unbedingt noch ältere ANTHRAX
erwähnt werden, die man heraushören kann. Wenn es richtig deftig zur Sache
geht, kommen mir zusätzlich noch einige Thrashcore-Helden wie D.R.I. in den
Sinn, deren Einfluss aber nicht ganz so wichtig gewesen sein dürfte.
Die Burschen geben zumeist amtlich Gas, wissen aber
auch im drückenden Mid-Tempo für Dampf ohne Ende zu erzeugen. Für Abwechslung
sorgen vereinzelt eingestreute ruhigere Passagen, die jedoch immer wieder
erneut in temporeichem Vortrag enden, der nicht nur instrumental ansprechend
dargeboten wird, sondern von Antonio Munez und Luiz Bernal auch mit sehr
mächtigen Gesängen ausgestattet wird.
Im Endeffekt haben KOSTO AND FULL ein recht
eigenständiges Werk eingespielt, das eine überaus kurzweilige Dreiviertelstunde
purer Thrash Metal Unterhaltung liefert.
www.kostandfull.com
Walter
BELPHEGOR Walpurgis Rites – Hexenwahn (Nuclear Blast/Warner)
“Piss on the damn mainstream” – das wollen Helmuth
und seine BELPHEGOR-Holzhacker auch mit dem achten Studioalbum. Und es gelingt
ihnen wieder mal recht gut.
Es wurde scheinbar viel älterer Schwarzmetall
konsumiert in letzter Zeit, und so knallen einen der titelgebende Opener und
„Hail The New Flesh“ gleich mal gewaltigst weg. Die Vocals sind böse und zornig
wie immer, gitarrenmäßig gibt’s da und dort echt geniale Passagen, die sofort
hängen bleiben, und die Produktion von Andy Classen ist einfach nur geil. Der
Mann schafft es doch tatsächlich, die Rumpel-Blastbeat-Angriffe sowohl
schweinederb als auch klar und transparent in Bits und Bytes zu fräsen.
„Reichswehr In Blood“ (ahäm...) galoppiert mit einem
zielsicher in den finsteren Abgrund, die Mixtur aus Viking-Hymne und
Oldschool-Geholze bei „The Crosses Made of Bone“ ist einfach nur atemberaubend.
Beim schleppenden „Geistertreiber“ treibt Helmuth zwar keine Geister, dafür
einem mit seinem Till Lindemann/Stumpen-Gesangscocktail die (Humor-)Tränen in
die Augen, und der Blackmetal-Parforceritt „Destroyer Hekate“ ist an Speed kaum
noch zu überbieten.
Insgesamt ist „Walpurgis Rites“ einen deutlichen
Zacken stärker/kompromissloser als der Vorgänger, und BELPHEGOPR sind sowieso
schon längst die einflussreichste Metal-Combo Österreichs - punktum. Ein
geiles, sehr, sehr geiles Album, Jungs!
www.belphegor.at
Mike
CHAOS ASYLUM – Same (Eigenproduktion)
Herrlich melodischen Heavy
Metal, der sowohl an US-amerikanische Helden wie auch an britische Großmeister
erinnert, bieten CHAOS ASYLUM, ein zunächst als Studio-Projekt gestartetes
Unternehmen.
Das Ziel der beiden
Initiatoren Martin McManus und Guy Laverick war dabei nicht mehr, als schlicht
und ergreifend ebensolchen Heavy Metal in bester Tradition zu kreieren und
genau das ist ihnen auch fraglos gelungnen. Da Guy an sich bei BLITZKRIEG aktiv
ist, dort aber „nur“ in die Saiten greift und diesbezüglich scheinbar momentan
nicht unbedingt viel um die Ohren hat, dürfte er bei CHAOS ASYLUM das „Mädchen
für alles“ sein, denn auf vorliegendem Demo hat der Knabe neben der Sechssaitigen
auch noch den Bass, die Keyboards und die Produktion übernommen. Sein Partner
Martin McManus verdiente sich seine Sporen bei einer Cover/Tribute-Truppe mit
dem vielversprechenden Namen JUDAS BEAST. Der Einfluss von JUDAS PRIEST, aber
auch der von Rob Halford hinsichtlich der Sangesleistung, ist auf diesem Demo
unüberhörbar. Vor allem „Reign Of Terror“ und „A Legend Now“ lassen nicht nur
hinsichtlich des Gesangs sofort an die „Priesterschaft“ denken, sondern auch
die Gitarrenthemen und Strukturen dieser beiden Tracks selbst, könnten auch aus
dem Fundus dieser Legende aus Birmingham entstammen.
Ein wenig anders scheint
offenbar der Einfluss auf „Breakdown“ gewesen zu sein, denn der Opener lässt
eher an US Metal der melodischen Art denken, was sich auch für das Finale in
Form von „Kill Or Be Killed“ attestieren lässt, wobei im letztgenannten aber
auch eine gepflegte Dosis NWOBHM zu vernehmen ist. Erwähnenswert ist weiters,
dass es sich bei Guy offenbar auch um einen überaus begnadeten Solo-Gitarrist
handelt und er uns des Öfteren seine Künste präsentiert. Das Duo hat
mittlerweile weitere Mitstreiter gefunden, um CHAOS ASYLUM auch als „Band“ an
den Start bringen zu können und ist obendrein auch bereits emsig dabei weitere
Tracks zu komponieren. Gut so, denn von CHAOS ASYLUM würde ich gerne mehr zu
Gehör bekommen!
www.chaosasylummusic.com
Walter |