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JULI 2009
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GHOST BRIGADE – Isolation Songs (Season Of Mist/Rebeat)

Nach dem Überraschungserfolg “Guided By Fire” (2007) ist die Metalwelt gespannt wie die Pfitschipfeile, ob der neue Output an diese rohe Urgewalt des Vorgängers nur annähernd anschließen kann. Freunde der Blasmusik: UND WIE!

Von der internationalen Fachpresse gibt’s einen Höchstnotenhagel und die Redakteure überschlagen sich mit Superlativen. Diese faszinierende Kombination aus Post-Rock, Metalcore, Progressive Rock, Death und Doom Metal die Hand in Hand mit einer glasklaren Produktion,  akribisch ausgefeiltem Songwriting und einem roten Faden der sich kurzatmig durch das gesamte Album zieht, zündet bereits beim ersten Durchlauf. Die Momente in denen das Sextett ganz groß auftrumpft: Wenn sie den Fuß etwas vom Gas nehmen und sich in getragener, melancholischer Post-Rock-Monotonie verliert und im Midtempo-Bereich samtweiche Klanggemälde zeichnet, die Genre Vordenkern wie Neurosis oder Isis in nichts nachstehen.

Am Besten konsumiert man das Album in einem Stück, da die einzelnen Songs so geschmeidig in einander greifen und erst in Summe zu einem großen Ganzen verschmelzen. Aufgenommen hat man wieder den „Seawolf Studios“ (ua. Amorphis) in Helsinki, wo Meister Antti Malinen hinter den Reglern saß. Es besteht kein Zweifel, dass die Finnen mit diesem Output wahrlich ein Meisterwerk vom Stapel gelassen haben, auf das die Metalheads auch in ferner Zukunft noch gerne zurückgreifen werden. Wer dieses Teil nicht antestet ist selbst schuld. Ich hab´s euch gesagt!

www.ghostbrigade.net

Tompte




AVA INFERI - Blood Of Bacchus (Season Of Mist/rebeat)


Rune Erikson alias ‚Blasphemer’ hat MAYHEM nun gänzlich ad acta gelegt und konzentriert sich voll und ganz auf seine norwegisch-portugiesische Zusammenarbeit AVA INFERI. Hier kann der Nordmann scheinbar das ausleben, was ihm die Arbeit mit MAYHEM nicht gestattet hat.

„Blood Of Bacchus“ ist bereits der dritte Longplayer des Quintetts, in dessen Mittelpunkt Sängerin Carmen Simones (die gleichzeitig auch mit Rune liiert ist) steht, die auch schon mal mit MOONSPELL gearbeitet hat. Black Metal ist hier grundlegend mal überhaupt keiner vertreten, und das ist auch gut so. Der Schwerpunkt liegt auf getragenen, zeitweise ziemlich bombastisch anmutenden, überlangen Epen, die zwar einen progressiv-intellektuellen Anspruch erheben, dabei aber immer überschaubar bleiben. Eriksons Detailverliebtheit und seine erzählerische, oft an ein Singspiel erinnernde Kompositionsweise bilden hier einen interessanten Spannungsbogen, ohne das Thema überzustrapazieren. „Blood Of Bacchus“ spielt mit Elementen des Dark Rock und Doom Metal ebenso wie mit Artrock-Fragmenten und Gothic-Bombast.

„Colours Of The Dark“ und die Gänsehaut-Minioper „Appler Les Loups“ sind beste Beispiele für die bunte Vielfalt dieser Gruppe, die sich bewusst keine stilistischen Grenzen setzt. „Be Damned“ überrascht mit einem genialen Refrain und eher archaischer Instrumentierung, „Tempestade“ hingegen spielt gekonnt mit südländischen Klangelementen. Hier zeigt sich auch der Facettenreichtum von Sängerin Carmen am deutlichsten. Ein durchaus schönes Album!

www.ava-inferi.com

Mike


CHAOSFEAR - Image Of Disorder (Old School Metal Records)

Wenn eine Band aus Brasilien stammt und sich dem Thrash Metal verschrieben hat, wird wohl auf ewigen Zeiten als erster Vergleich jener mit SEPULTURA ins Haus stehen. Zu übermächtig wirkt der Schatten dieser Truppe und daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Zum Glück aber vermeiden es CHAOSFEAR - ein schon seit einigen Jahren aktives Quartett aus Sao Paolo - gekonnt, sich zu offensichtlich an ihren berühmten Landsmännern zu orientieren. Zum einen lassen sich die Einflüsse von SEPULTURA auf vorliegendem Album auf „Beneath The Remains“ und „Arise“ reduzieren, zum anderen gehen es CHAOSFEAR noch eine Spur deftiger an und haben die schon auf ihrem letzten Album „One Step Behind Anger“ präsente Schlagseite hin zum Death Metal noch ein wenig ausgebaut.

Als wichtigste Ingredienzien sind aber selbstredend unterschiedliche Ausführungen des Thrash Metal zu vernehmen, wobei vornehmlich Fans von mächtigen Riffgeschwadern wie SLAYER auf ihre Kosten kommen werden. Zudem sollten sich allerdings auch Freunde von harsch klingenden, eher zeitgemäßer agierenden Formationen wie beispielsweise THE HAUNTED oder DEW-SCENTED an CHAOSFEAR ergötzen können. Den Vergleich zu den Deutschen möchte speziell deswegen anführen, weil mich der Gesang von Fernando Boccomino mehr als nur einmal an den von Leif Jensen erinnert. Mitunter gehen es die Brasilianer sogar eine wenig „mechanisch“ an, doch diesbezüglich halten sie sich doch weitgehend zurück, so dass die Riffs in Summe überaus griffig und erdig aus den Boxen geballert kommen. Dadurch vermeine ich auch Anleihen zu vernehmen, die auf einen Einfluss von herb loslegenden US-Truppen wie DEMOLITION HAMMER und Konsorten hinweisen, die geschickt ins Gesamtbild integriert werden konnten.

Auf Grund der zahlreichen in der „alten Schule“ basierenden Kompositionen werden CHAOSFEAR zwar in erster Linie für den Traditions-Thrasher von Interesse sein, durch ihre ungemein vielschichtige Erscheinung sollten die Jungs aber auch bei Freunden von momentan angesagten Truppen des Genres Anklang finden.

www.chaosfear.com

Walter


LAY DOWN ROTTEN - Gospel Of The Wretched (Metal Blade/SPV)


Ohne Zweifel, der fünfte Longplayer der Hessener Todesschmiede LAY DOWN ROTTEN hat ziemlich viele Höhepunkte.

Nebenbei aber auch ein paar Längen, um genau zu sein. Die sind aber in erster Linie dem monotonen Gesang zu verdanken, der etwas mehr Abwechslung vertragen könnte. Ein paar unnötige Details im Songwriting, die aber im Gesamtkontext nicht der Rede wert sind, hätte man sich auch sparen können. Man kann sich aber mittlerweile bei den Jungs drauf verlassen, von einem Killerriff ins nächste gedroschen zu werden. Hier werden Sargnägel mit Köpfen gemacht und Dan Swanö hat neben einem kleinen Gastauftritt auch sämtliche Fäden der Produktion in der Hand gehabt, was für sich sprechen sollte. Im Vergleich zum Vorgänger „Reconquering The Pit“ haben LAY DOWN ROTTEN mit Sicherheit einen guten Zacken zugelegt, thrashen und deathen sich in ratslosem Galopp und in dezenter Old School-Manier mit New Metal-Note durch eine dreiviertel Stunde Vollgas. Wen der Gesang von Little Kleinert auf Dauer dann doch nervt, der wird durch die durchaus infernalen Riffgewitter entschädigt, die sich alle paar Momente entladen.

Obwohl sich die Herren nach wie vor aus allen Regalen im Todes-Supermarkt bedienen, klingt „Gospel Of The Wretched“ nie wirklich nach Abkupferei. Das muss man erst mal hinkriegen. Gastauftritte gibt’s übrigens dann noch von Marc Grewe (MORGOTH) und Martin Van Drunen (HAIL OF BULLETS, BOLT THROWER).

www.laydownrotten.com

Mike


BORN OF SIN - Imperfect Breed Of Humanity (Unexploded Records / Twilight)

Interessant, was die Jungs von BORN OF SIN aus Trollhättan da auf ihrem ersten Langeisen anzubieten haben. Zwar wird es dem Fünfer nicht wirklich gelingen, damit einen Preis für „Originalität“ oder „Einzigartigkeit“ zu erhalten, doch mal ganz ehrlich, wer schafft das heutzutage schon noch?

Die Burschen haben aber zumindest ein überaus sattes Programm anzubieten und dafür offensichtlich reichlich Inspirationen im gesamten Drei-Kronen-Land gesammelt um daraus einen überaus unterhaltsamen und auch spieltechnisch ansprechenden Mix zu kreieren. Die bei uns bislang noch recht unbekannte Truppe existiert schon seit gut acht Jahren und durfte schon für Truppen wie DISMEMBER, EVERGREY, TRANSPORT LEAGUE, SABATON, LORD BELIAL oder ONE MAN ARMY AND THE UNDEAD QUARTET die Bretter erwärmen. Zwar nicht ganz so variantenreich wie die Musik der genannten Bands, aber dennoch sehr vielseitig entpuppt sich der Stil von BORN OF SIN. In erster Linie kredenzt uns der Fünfer einen wahren Kugelhagel an Riffs, die regelrecht über dem Zuhörer „abgeschossen“ werden.

Wo andere skandieren „Schwerter zu Pflugscharen“ werden zu lassen, funktionieren BORN OF SIN ihre Gitarren um und lassen diese wie Maschinengewehr-Salven klingen. Dazu haben die Burschen ihre Tracks durchwegs in pechschwarzer Legierung anzubieten, wodurch sie nicht nur für den Death Metaller von Welt, sondern auch für Freunde des Schwarzwurzelsounds interessant sein müssten, wobei aber zusätzlich erwähnt werden muss, dass BORN OF SIN auch markante Melodien ertönen lassen, die perfekt in die Songs integriert werden konnten, so dass trotz aller Heftigkeit ein fast schon unverschämtes Maß an Zugang erreicht wird, der „Imperfect Breed Of Humanity“ vielerorts zur Dauerrotation verhelfen wird (Ein Punkt. Danke, Walter. Ein Punkt. Andi).

Mit dem Opener „Angels Deathrow“ haben die Jungs einen Ober-Hammer vor dem Herrn abgeliefert, an den sie im weiteren Verlauf der Spielzeit aber leider nicht mehr herankommen. Zwar sind mit dem imposanten Titeltrack und dem Knaller „Shapeshifter“ sehr wohl noch weitere „Hits“ vorhanden, doch dermaßen genial wie im Opener klingen die Jungs danach nicht mehr. Hält man sich aber vor Augen, dass wir es hierbei mit einem Debüt zu tun haben, darf man dennoch getrost hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.

www.bornofsin.com

Walter


THE BUTTERFLY EFFECT - Final Conversation Of Kings (Superball/SPV)

Das Quartett aus dem australischen Brisbane segelt auf seinem dritten Album in denselben Gewässern, in denen sich auch MUSE oder LINKIN PARK tummeln. Einerseits finde ich es schade, dass sich diese vielversprechende Band nun eher dem Kommerz zuwendet. Andererseits war es wahrscheinlich der nächste logische Schritt für die Gruppe.

Waren auf dem Debüt „Begins Here“ noch eindeutig progressivere Elemente vorherrschend, so beschränken sich die Australier heute eher auf griffige Melodien. Diese werden manchmal durch Trompeten und Saxofone aufgelockert, aber in Summe dominiert hier der straighte Rocksong in athmosphärischer Ausführung. Die Jungs schaffen es ab und an sogar, eine Art eigene Handschrift in die Songs einzubringen - die Vorliebe für MUSE und frühe TOOL ist aber zu jedem Zeitpunkt klar nachvollziehbar. Die Tatsache, dass „Final Conversation Of Kings“ trotz allem eine bemerkenswert runde Angelegenheit geworden ist, verdanken wir in erste Linie solch Hochkarätern wie „Room Without A View“ und „Window And The Watcher“.

www.thebutterflyeffect.com

Mike


DARKNESS DYNAMITE - The Astonishing Fury Of Mankind (Metal Blade / SPV)

Es bedurfte zwar einiger Durchläufe, ehe ich halbwegs wusste, wo und wie ich „The Astonishing Fury Of Mankind“ stilistisch zuordnen sollte, angezogen hat mich das imposante Gebräu der Burschen von DARKNESS DYNAMITE aber dennoch schon nach kurzer Zeit.

Diese überaus unterhaltsame Truppe aus Fronkreisch wurde erst 2007 ins Leben gerufen und konnte sogar noch im selben Jahr mit der EP „Through The Ashes Of The Wolves“ erste Erfolg verbuchen, doch so richtig durchstarten werden die Jungs wohl erst jetzt. Nach unzähligen Gigs, unter anderem zusammen mit MAROON oder JOB FOR A COWBOY, konzentrierte sich die Truppe zunächst vorrangig auf das Komponieren von weiteren Tracks, doch noch bevor die Arbeiten dafür im August des letzten Jahres intensiviert werden konnten, musste ein neuer Sänger rekrutiert werden, der jedoch in Person von Junior Rodriguez recht schnell gefunden werden konnte.

Das Album ist ein Sammelsurium von zeitgemäßen Sounds geworden und enthält Einflüsse verschiedener Subgenres, die jedoch allesamt aus dem Metal stammen. In Summe können die Kompositionen aber zumindest auf den gemeinsamen Nenner „Ohrwürmer" gebracht werden, den solche gibt es in überaus stattlicher Anzahl. Basierend auf fetten Thrash-Riffs (vorwiegend aus den 90er Jahren) kredenzen uns die Burschen einen überaus satten und mitunter sogar recht derben Mix, wissen diesen aber mit immerzu höchst melodisch dargebotenen Passagen zu versehen und bleiben zudem kitsch- und gesuderfrei. Als Einfluss müssen wohl in erster Linie Heroen wie PANTERA erwähnt werden, deren Blütezeit wohl überaus inspirierend auf die Franzosen gewesen sein muss, dazu lassen sich aber auch Metalcore in seiner Frühform, sowie vereinzelte Einsprengsel aus dem melodischen Death Metal, und obendrein sogar Fragmente aus dem eher traditionellen Heavy Metal auf „The Astonishing Fury Of Mankind“ ausmachen.

Allerdings waren die Jungs so geschickt, diese Stilmittel nicht schlicht und ohne weiteren Zusammenhang aneinander gereiht zu präsentieren, sondern haben diese regelrecht fließend ineinander übergehen lassen und mit Hooks versehen, so dass die von mir erwähnte "Ohrwurmdichte" wohl fast als logische Konsequenz daraus zu betrachten ist. Vor allem diese immerzu mächtigen Hooks und die nicht minder zwingenden Refrains, die gut und gerne auch von so mancher Stadion-Rock-Größe stammen hätten können, bringen mich zum Schluss, dass sich DARKNESS DYNAMITE zwar wohl zuerst einmal durch sämtlich Clubs spielen werden müssen, allerdings mit ihren Tracks schon jetzt auch auf den ganz großen Festivals bestehen könnten.

www.myspace.com/darknessdynamitemusic

Walter


SEMLAH – Semlah (Cyclone Empire)

Kann sich noch jemand an COUNT RAVEN erinnern (Nein, Mike. Wir san alle erst 15 und wissen auch nicht, was Doom Metal ist... Andi)? Das ist gut, denn Tommy Wilbur, der bei nämlichen Doom-Göttern dereinst den Tieftöner bediente, hat mit SEMLAH eine neue Combo am Start.

Und deren selbstbetiteltes Debüt kann sich echt hören lassen. Mal deftig schleppend, mal mit ein wenig Uptempo geht’s zur Sache, die Schnittmenge machts hier aus. Wenn das ellenlange „Axioms Of Life“, „Perennial Movement III“ mit Gott-Riff oder das abwechslungsreiche “Frayed Wings” an deinem geistigen Ohr vorüberziehen, dann weiß der Doom-Gourmet: hossa, das hier hat echt Kultpotential! Sänger Joleni klingt ganz entfernt nach Bruce Dickinson, auch wenn ihm sein Organ ab und zu ein wenig aus dem Ruder läuft (hach. Immer diese aus dem Ruder laufenden Organe... Andi). Die Gitarrenarbeit ist exzellent und groovt enorm, die Drums sind eher unspektakulär und songdienlich – wie es sich für ein Doom-Teil halt eben gehört.

„Semlah“ hat gute Ansätze en masse, macht ne Stunde lang ordentlich Stimmung und danach Lust auf mehr. Endlich wieder ein Lichtblick in diesem momentan sträflich unterforderten (und bis auf CANDLEMASS oder MEMORY GARDEN auch ziemlich unterbesetzten) Genre, wo auch der Sound passt!

www.semlah.se

Mike


STONE LAKE - Shades Of Eternity (7Us Media Group)

Auch wenn das Infoschreiben versucht, die Protagonisten von STONE LAKE in erster Linie als Songwriter für andere Künstler zu „verkaufen“, haben wir es hierbei mit einer umtriebigen Band zu tun, die mit „Shades Of Eternity“ ihr viertes Album innerhalb von nur vier Jahr präsentiert. Von einer „Nebenbaustelle“ der Herren Jan Akesson (Gitarre, Keyboards) und Peter Grundström (Gesang), die auf ihrem aktuellen Album von Schlagzeuger Jamie Salazar und Bassist Anders Rydholm unterstützt werden, kann also keine Rede sein.

Auf den Umstand, dass die beiden „Titelhelden“ als Songschreiber gerne gesehene Gäste im Rock-Business sind, muss man allerdings sehr wohl eingehen, denn das Duo hat ein ungemein ausgeprägtes Gespür für überaus eingängigen Melodic Rock / Heavy Metal, wie an Hand von „Shades Of Eternity“ nachzuvollziehen ist, wo man besagten Stil in imposanter Machart verewigt hat. Weiters darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass sich Jan Akesson auch als Produzent einen guten Namen erarbeiten konnte, den er mit dem herrlichen Sound dieses Albums, das er im Alleingang studiotechnisch bearbeitet hat, zu untermauern versteht. Stilistisch legen sich STONE LAKE zwar nicht wirklich fest, als typisch skandinavischen Melodic Rock / Metal mit Schlagseite hin zum AOR US-amerikanischer Prägung kann man die Chose aber dennoch bezeichnen. Dazu kommt auch noch ein nicht zu verachtender Bombast-Anteil, sowie jede Menge an griffigen Soli. Hooks sind ebenso in Hülle und Fülle vorhanden, wodurch zum Großteil „Ohrwürmer“ entstanden sind.

Zwar könnte man den Herrschaften durchaus unterstellen, in der Vergangenheit zu leben, denn „Shades Of Eternity“ hätte auch schon vor gut 20 Jahren in die Läden kommen können, andererseits beweisen STONE LAKE aber im Gegenzug einmal mehr, wie zeitlos diese Art von Musik ist. An Aktualität haben nämlich Tracks wie der hymnisch intonierte, eröffnende Titelsong, die gefühlvolle und zum Glück absolut kitschfreie Ballade „Rescue You“, oder der coole Rock-Groover „Rage Of A Lion“ nichts eingebüßt, so dass sich nur noch willige Radio-Sender dafür finden lassen müssen, um diese Perle ebenso aus dem Äther dröhnen zu lassen, wie es weiland usus gewesen ist.

www.stonelake.se

Walter


SUFFOCATION - Blood Oath (Nuclear Blast/Warner)

Wenig Neues gibts an der New Yorker Todesfront zu vermelden. Die Altspatzen von SUFFOCATION rumpeln immer noch mehr durch den Under- als durch den Overground. Und das nicht zu unrecht.

Wer so wenig originelle Nullachtfuffzehn-Hadern wie das holprige „Dismal Dream“ oder den fahrigen Genickvernichter „Undeserving“ auf Platte packt, der soll sich nicht wundern, wenn er heute ganz schnell wieder bei Null anfangen darf. Soundtechnisch ist „Blood Oath“ ein mittelschweres Desaster, viel zu Basslastig und die manchmal zum allgemeinen Verständnis wichtigen (und teilweise recht amtlichen) Gitarrenleads gehen teilweise völlig unter. Die zehn Tracks wirken streckenweise mächtig orientierungslos und willkürlich pseudo-progressiv zerstrukturiert, die spärlichen Lichtblicke (wie etwa „Mental Hemorrhage“ und das gar nicht mal so unhübsche „Come Hell Or High Priest“) werden ganz schnell entweder durch völlig verwirrende Breaks oder von Frank Mullens Monoton-Gegrunze zunichte gemacht. Das geht sicher besser.

„Blood Oath“ dürfte für Death-Puristen allemal ok sein, die restlichen Metaller konzentrieren sich lieber auf die frühen Werke dieser einst doch relativ stilprägenden Institution.

www.suffocation.us

Mike


REINXEED – Higher (Rivel Records / CMS Sweden / Bertus)

Auch wenn noch keine zwölf Monate seit der Veröffentlichung des ersten Langeisens „The Light“ ins Land gezogen sind, kredenzt uns Mastermind Tommy Johansson schon wieder einen Dreher unter dem Banner REINXEED. Zwar scheint die Formation in der Zwischenzeit zum Sextett angewachsen zu sein, doch zumindest im Studio scheint Tommy nach wie vor das Zepter in der Hand zu halten und hat demnach auch auf „Higher“ den Löwenanteil an Arbeit im Alleingang absolviert.

Neben dem Komponieren und Texten war das im vorliegenden Fall die Produktion, sowie die auch auf diesem Silberling überaus üppige Orchestrierung. Aber auch das Mikro hat Tommy in der Hand behalten und auch an der Gitarre, den Keyboards und am Bass ist er (zumindest gemäß der Papierform) zu vernehmen. Da stellt sich wohl nicht zu unrecht die Frage, wofür der gute Mann neben Schlagzeuger Henrik Fellermark überhaupt weitere Musiker um sich gescharrt hat. Allerdings liegt die Antwort auf der Hand, denn REINXEED sind geradezu erpicht darauf, auf Tournee zu gehen, dezidiert soll es die Truppe ins Land der aufgehenden Sonne verschlagen, wo es bislang die beste Resonanz auf die Klänge der Schweden gegeben hat (alles waaaaaaaaaaahnsinnig interessant... Andi).

Üppige Orchestrierung? Japan-Tournee? Besonders schwer wird es wohl nicht fallen, sich in etwa ein Bild von der Musik auf „Higher“ zu machen. Was die Kompetenz des Herrn Johansson betrifft, Kompositionen ins Leben zu setzen, die permanent hart an der Grenze zwischen neoklassizistischem und bombastischem Melodic Metal anzusiedeln sind, gibt es kaum etwas zu meckern, zumal man REINXEED durchaus zugestehen kann, im Vergleich zum „Mitbewerb“ bestehen zu können und es die Truppe in der Tat versteht essentiell zu Werke zu gehen. Auch die opulenten, teilweise an Soundtracks erinnernden symphonischen Sequenzen wissen zu beeindrucken und wurden sehr gekonnt eingefügt, wodurch man REINXEED auch diesbezüglich attestieren kann, gute Arbeit abgeliefert zu haben. Als direkter Vergleich fällt mir spontan das momentan ebenso ein klein wenig an ein „Solo-Projekt“ anmutende französische Unternehmen FAIRYLAND ein, an deren üppiges Erscheinungsbild mich „Higher“ des Öfteren denken lässt, während man rein stilistisch und vom „metallischen“ Aspekt her die "üblichen Verdächtigen" von HELLOWEEN über STRATOVARIUS und RHAPSODY (OF FIRE) bis hin zu ANGRA erwähnen kann. Zwar erreichen die Schweden noch nicht das Niveau der genannten Referenzformationen, im Vergleich zum Vorgänger „The Light“ lassen sich aber zumindest mächtige Fortschritte feststellen.

Der eingeschlagene Weg ist mit Sicherheit der richtige, mit „Haunted Mansion“, das in Summe einem Musical zwar fast näher ist als einem Metal-Track, dem ungemein kraftvollen Titelsong, sowie dem Melodie-Bolzen „Reality“ haben die Schweden obendrein auch noch unter Beweis gestellt, dass sie auch in Sachen „Hitdichte“ aufgeholt haben. Was fehlt also noch zum internationalen Durchbruch? Nicht viel, den japanischen Markt sollten REINXEED mit diesem Album in jedem Fall knacken können.

www.myspace.com/reinxeednorth

Walter


DIMMZ - This Is Life (Blue Topaz Records / Schweden-Import))

Die Burschen von DIMMZ haben ihr Versprechen gehalten und sind nach ihrem zweiten Demo „Ways In Life“ (2007) endlich mit einem Langeisen am Start. Dieses basiert im wesentlichen selbstredend ebenfalls auf recht flott gespieltem und zum Großteil hartem Rock / Metal in mannigfaltiger Machart. Geradezu logisch, führt man sich vor Augen, dass darauf jede Menge an bereits auf den ersten beiden Demos verewigten Tracks zu hören sind.

Das Quartett legt auch gleich amtlich los und kredenzt uns zunächst drei Nummern, die auch auf „Ways In Life“ zu finden waren, wobei mich das sympathisch-aggressive „Abomniation“ erneut (oder besser gesagt: noch immer) mächtig zu begeistern weiß. Danach ist eine kleine Verschnaufpause angesagt, mit „Memories“ (ebenso von besagtem 2007er Demo) und dem Einstieg in „When Beauty Fails“ (vom selbstbetiteltem Debüt-Demo) präsentiert das Quartett seine "Kuschelseite" und kann unter Beweis stellen, dass es auch gefühlvolle Töne beherrscht. Besonders hervorzuheben ist für mich einmal mehr die überaus gefällige Gitarrenarbeit von Sonny Andersson (der zudem auch am Mikro zu vernehmen ist) und Andreas „Bojne“ Erksson. Dieses Duo braucht hinsichtlich der Effizienz wahrlich keinen Vergleich zu scheuen, wie auch der Sound von „This Is Life“ durchaus auf internationalem Niveau anzusiedeln ist.

Mit dem riff-betonten, brandaktuellen „Fanatic“ haben die Burschen sogar einen durchaus hitverdächtigen Kracher am Start, der erneut die heftige Seite dieser Band zeigt, die dann auch bis zum Ende hin beibehalten wird. Vor allem der Abschluss in Form des mit heftig losbretternden Passagen ausgestatteten „No Salvation“ lässt erkennen, dass diese Jungs spieltechnisch bereits überaus versiert sind und in sämtlichen, unterschiedlichen Gangarten überaus amtlich zu rocken wissen. Nur weiter so!

www.dimmz.com

Walter


GNOSTIC - Engineering The Rule (Season Of Mist/rebeat)

Im Zentrum von GNOSTIC steht zweifellos Trommel-Krake Steve Flynn, der ansonsten eigentlich mit den wiederauferstandenen ATHEIST am Lärmen ist. Mit Chris Baker und Sonny Carson sind dann insgesamt drei Fünftel ATHEIST hier vertreten.

Flynns abstraktes Drumming mit Hang zum jazzig-verspielten ist nicht immer leicht nachzuvollziehen, aber es fasziniert immer wieder von neuem. Man fühlt sich an DEATH erinnert, an WATCHTOWER oder eben ein wenig an ATHEIST selbst. Progressive Aggression steht auf dem Programm, und das Quintett zerlegt einem in knapp vierzig Minuten sowohl die Gehörgänge als auch die Gehirnwindungen. Schreihals Kevin Freeman sägt zwar manchmal an den Nerven, kann sich aber durch ein wenig Abwechslung immer wieder gekonnt aus der Affäre ziehen. „Engineering The Rule“ ist für mich sicherlich eines der Death-Highlights des Jahres, und wer sich wie ich vom genial-brutalen „Wall Of Lies“ oder der Genickmassage „Mindlock“ in die höheren Sphären des anspruchsvollen Geschredders katapultieren lässt, wird auch schnell nachvollziehen können warum.

www.gnosticmusic.com

Mike


SIN STARLETT - Call To The Punisher (Quam Libet Records)

Zwar existiert diese eidgenössische Truppe schon seit einigen Jahren, dennoch hat ihr Debütalbum „Call To The Punisher“ länger auf sich warten lassen, als es jemals angedacht war. Grund dafür war ein gnadenloser Schlag des Schicksals. Dieses meinte es gar nicht gut mit der Band und von daher ist es nur zu verständlich, dass die Traditions-Metaller aus der Region Luzern dieses Album ihrem im Jahr 2007 verstorbenen Schlagzeuger Dany Schilliger gewidmet haben.

Doch selbst ein dermaßen herber Schlag konnte diese Formation nicht auflösen, sondern hat die Mitglieder offenbar in ihrem Willen zum Durchhalten noch bestärkt. Auch wenn ich Dany persönlich nicht kannte, bin ich mir ganz, ganz sicher, dass es absolut in seinem Sinn gewesen ist, SIN STARLETT am Leben zu erhalten und weiterzumachen. Respekt dafür, Jungs; R.I.P., Dany.

Ganz ehrlich und ohne jedwede Sentimentalität: Es wäre verdammt schade gewesen, auf SIN STARLETT verzichten zu müssen. Die Jungs lassen uns nämlich auf „Call To The Punisher“ insgesamt zehn Exemplare von rohem, aber dennoch melodisch ausgeführtem Heavy Metal zu Ohren kommen, der unter Beweis stellt, dass wir es hierbei mit überaus talentierten Songwritern und ebensolchen Instrumentalisten zu tun haben. Aber auch Sänger Eli vermag für Akzente zu sorgen und fügt sich überaus gut ins Gesamtbild ein, auch wenn er für die Zukunft durchaus noch an seinem Stimmumfang arbeiten sollte. Durch die Aufbauten und Strukturen der Tracks lassen sich zwar in erster Linie Querverweise zur NWOBHM herstellen, ebenso ist aber zu erkennen, dass sich die Jungs von älteren Exponaten der deutschen Power Metal-Abteilung inspirieren haben lassen um daraus ihren gefälligen Mix zu kreieren.

In Summe ist „Call To The Punisher“ also ein durchwegs gelungenes Album geworden, das Heavy Metal in schlicht und ergreifend zeitloser Form enthält und sieht man vom einzigen Schwachpunkt – dem Sound – einmal ab, sollte sich auch jeder Freund von traditionellem Heavy Metal mit Vorliebe für die kraftvoll dargebotene Form davon an diesen Schweizern erfreuen können.

www.myspace.com/sinstarlett

Walter


SCARED TO DEATH – Deathstruction (STF Records / M-System)


Schon auf ihrer in Eigenregie veröffentlichten Scheiblette „..Your Pain Is My Passion..“ war nachzuvollziehen, dass sich die Burschen von SCARED TO DEATH zwar in erster Linie dem Thrash Metal verschrieben haben, diesen aber immer wieder mit Elementen aus dem weniger heftigen Metal-Bereich zu garnieren pflegen. Dementsprechend vermeinte ich auch eine Fanbase nicht bloß in den Reihen der „Thrash-Lunatics“ zu sehen, sondern weit darüber hinaus.

In wie fern diese nach besagtem Album Phase merklich angewachsen ist, vermag ich zwar nicht zu beurteilen, zumindest aber konnten die Süddeutschen ein Label finden und stellen als erstes Ergebnis ihrer „Vermählung“ „Deathstruction“ in die Läden, das selbstredend ebenfalls jene Merkmale von „..Your Pain Is My Passion..“ aufzuweisen hat. Mit dem Titelsong, „Paint The White House Black“ und „Dark Harvest“ bekommen wir drei Tracks vom Vorgänger sogar erneut dargeboten, dazu haben die Jungs aber noch acht brandaktuelle Tracks anzubieten.

Auch wenn der Titel des Albums zunächst eher an eine Fusion von DEATH und DESTRUCTION denken lässt, muss angemerkt werden, dass SCARED TO DEATH mit „Death“ in keinster Weise in Verbindung zu bringen sind und zwar weder mit jener der Band selbst, noch mit Genre. Anleihen bei Schmier und seiner Mannschaft sind dagegen sehr wohl auszumachen, wie selbstredend reichlich Einflüsse von den Größen der Bay Area. Dazu kommen aber auch Gitarrenharmonien, die in Richtung IRON MAIDEN tendieren, aber auch eine mächtige Dosis harscher Heavy Metal in traditioneller Machart lässt sich heraushören. Spieltechnisch geht die Chose ebenso in Ordnung, wie auch die Produktion, hinsichtlich der man die Vorliebe von SCARED TO DEATH für die „alte Schule“ ebenso wenig von der Hand weisen kann.

www.scaredtodeath.de

Walter


CALIBRE ZERO - Jugando Con Fuego (STF Records / M-System)

Auch wenn man mittlerweile daran gewöhnt sein sollte, dass der Großteil an spanischen Bands jeglicher Couleur noch immer auf ihre Muttersprache setzt, um ihre Musik zu „vervollständigen“, wird jenen Formationen in unseren Breitengraden immer noch ein gewisser „Exotenbonus“ angeheftet. Auch CALIBRE ZERO wird wohl ein solches „Schicksal“ nicht erspart bleiben, selbst wenn sich die Madrilenen auf ihrem ersten Album überaus weltoffen und auch auf internationalem Niveau zeigen.

Das Quartett hat einen überaus fulminanten Mix zu bieten, der sich aus unterschiedlichen Zutaten der letzten 30 Jahre Rockmusik zusammensetzt. Nicht nur durch den spanischen Gesang konnten sich CALIBRE ZERO eine eigene Nische finden, auch musikalisch ziehen die Burschen ihr Ding recht eigenständig durch. Auf „Jugando Con Fuego“ ist Hardrock der 70er und 80er Jahre ebenso zu vernehmen wie markiger Heavy Rock, der mitunter hinsichtlich der Marschrichtung gar gen MOTÖRHEAD tendiert, aber auch moderner Metal in rhythmisch überaus deftiger Version ist auf diesem Album auszumachen, wobei die Jungs durchwegs gute Figur machen. Das musikalische Treiben der Iberer wird dem Albumtitel „Jugando Con Fuego“ („Spiel mit dem Feuer“) überaus gerecht, denn die Melange ist immerzu zündend und mitunter sogar regelrecht explosiv (eine „explosive Melange“? Raucht da die Milch? Brennt der Zucker? Andi).

Bleibt bloß noch zu hoffen, dass es CALIBRE ZERO damit ermöglicht wird, sich auch international zu beweisen, denn ich bin mir sicher, dass die Songs von der Bühne aus präsentiert noch weiter an Effektivität zulegen können und die Band jedes Haus, überall auf diesem Erdball. zum Rocken bringen wird!

www.calibrezerorock.com

Walter


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