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MISERY SPEAKS – Catalogue of Carnage (Drakkar/SonyBMG) „Catalogue of Carnage“ ist mit Abstand das beste Stück Death Metal, das ich seit langem gehört habe. Muss mich erst sammeln, um meine Begeisterung in Worte fassen zu können … Wo fange ich an? Wo höre ich auf? An diesem Album besticht einfach alles. Der Gesang kommt aus der tiefsten Death Metal Seele, die Riffs fördern die nötige Portion Aggression sowie jede Menge hammergeile Riffs zu Tage, das Drumming ist punktgenau und der Sound ist mehr als mörderisch. Die Tracks wechseln von headbang-kompatiblem Tempo zu mosphit-verdächtigen Einlagen und werden durch diese Abwechslung auch nach dem x-ten Durchlauf im CD-Player nie langweilig. Das Ganze klingt sehr schwedisch angehaucht (ohne Kitsch und Glamour), wird aber zur Auflockerung immer wieder mit einer Portion Metalcore verfeinert … Herz, was willst Du mehr?! Anspieltipps zu geben, fällt schwer, da jeder einzelne Song scheißgeil (nau? Andi) ist. Momentan ist gerade „Lay this Burdon down“ zum Lieblingstrack avanciert, diese Nummer verfolgt mich mittlerweile bis in den Tiefschlaf. Ein Riesenlob für diesen Geniestreich an die Herren von Misery Speaks … mögen sie uns noch lange mit dieser Art von Death Metal beglücken! Anita ALESTORM – Captain Morgan´s Revenge (Napalm Rec.) Während man beim Bandnamen vielleicht an Running Wild denkt, fühlt man sich beim Albumtitel eher an Running Wild erinnert. Das Cover hingegen könnte von Running Wild sein. Die beiliegende Info beginnt mit den Worten „Port Royal“, und so hieß ja bekanntlich mal ein Running Wild-Album. Völlig in die Irre führen uns dann aber Songtitel wie „Over The Seas“, „The Huntmaster“, „Set Sail And Conquer“ oder „Of Treasure“, zumal diese doch eher von Running Wild sein könnten.... Im Ernst: natürlich sind die Mannen (und Geräte, hüstel) von Rock´n´Rolf ein großer Einfluss für Alestorm, allerdings vermengt die Band dies gekonnt mit „Battle (Sauf) Metal“ a´la Turisas und Konsorten, wobei auch wieder alte Skyclad mit-schwingen. Das ganze nennt sich dann – auch aufgrund der Herkunft der Schnapsnasen – „Scottish Pirate Metal“ und könnte ob der aktuellen Popularität von Korpiklaani und Co. ein sehr großes Publikum finden. Under Jolly Roger. Andi LEGION OF THE DAMNED – Feel the Blade (Massacre Records) Oooohhhhh, jaaaaaaaa, meeeeeeehr … (Anita! Wir ham g´sagt, wir lassen Dein Privatleben (und Deine Nebenjobs...) aus den Reviews raus. Andi) Ein gehörtechnischer Orgasmus folgt dem nächsten. Es ist und bleibt mir unverständlich, warum diese Songs, welche LEGION OF THE DAMNED seinerzeit bereits unter dem Bandnamen OCCULT veröffentlicht haben, anno dazumal untergegangen sind. Geile Riffs, hundsgemeiner Gesang, wie man ihn von den Holländern gewohnt ist, präzises Drumming und eine Produktion, wie sie besser nicht sein könnte. Nun, seien wir letztendlich froh, dass die Band das Machwerk nochmals veröffentlicht hat und auf diese Weise die Nummern zu Recht von einem breiten Metalpublikum gewürdigt werden dürfen! Auf „Feel the Blade“ wird Death Metal mit Sicherheit nicht neu erfunden, aber LEGION OF THE DAMNED verleihen diesem Musikstil eine völlig andere Dimension. Wehmütig denke ich an den Auftritt der Band am vorigen Kaltenbach Open Air zurück … die Matte fliegt, der ganze Körper wippt im Takt mit und das Bier schmeckt noch eine Nuance besser als sonst. Ich möchte mich hier gar nicht weiter in euphorischen Reden verlieren, sondern gehe davon aus, dass alle LEGION OF THE DAMNED Fans und solche, die es noch werden wollen, verdammt schnell dieses Meisterwerk ihr Eigen nennen werden! (Anmerkung am Rande: Riesendank an Massacre Records dafür, dass ihr unzählige Male Eure Eigentumsrechte an der Promo-CD lautstark mitteilen musstet! *grummel*) MANIFEST DESTINY - Your World Has Died (Rock It Up Records) Geradezu ernüchternd klingt der Titel der aktuellen EP dieser Oklahoma-Thrasher. Führt man sich die History der Band vor Augen, war der Tod leider Gottes schon mehrfach prägend für die Karriere von MANIFEST DESTINY. So verstarb Steve Bryant, der auf dem Debüt „All Life, All Minds“ am Mikro zu hören war, im Jahre 1996 bei einem Autounfall. Doch Durchhaltevermögen war schon damals ein nicht unwesentlicher Faktor in der Laufbahn dieser Formation, so dass man in Person von Russ Pace einen Nachfolger rekrutierte, der nicht nur auf „What Your Fear“ (1997) und „Within“ (2001) zu hören war, sondern auch heute noch mit von der Partie ist. Letztgenannte Scheibe wurde nach der kurzfristigen „Eiszeit“ der Band im letzten Jahr von Rock It Up neu aufgelegt und mit „Your World Has Died“ liefern uns die fünf Herren erneut ein Lebenszeichen ab. Das Schicksal scheint es allerdings noch immer nicht gut zu meinen, da Gitarrist Brent Wheatley im Mai dieses Jahres seinem Krebsleiden erlegen ist. Es wäre dieser Band von Herzen zu vergönnen, mit ihrer Musik endlich Anklang zu finden und das nicht nur auf Grund der Schicksalsschläge, die MANIFEST DESINTY bislang hinzunehmen hatten. Hinsichtlich des dargebotenen Materials sollte sich wohl in erster Linie die Thrash Metal-Fraktion der alten Schule mit Vorliebe für Bands wie SACRED REICH zu diesen Herrschaften hingezogen fühlen. Nicht nur stilistisch kommen immer wieder Erinnerungen an diese Band auf, auch auf Grund des Gesangs von Russ, der entfernt an Phil Rind erinnert. Die Amis offerieren uns auf dieser EP also eine Ladung an neuen Tracks dieser Kategorie und zudem auch eine Neueinspielung des mittlerweile zehn Jahre alten Tracks „Outcry“ (von „All Life, All Minds“). Damit beenden MANIFEST DESTINY ihre aktuelle Vorstellung und lassen hoffen, dass nicht nur ihr Durchhaltevermögen erneut andauern wird, sondern diese Band nun auch endlich gebührend honoriert werden möge. Walter The David Neil CLINE Band - A Piece Of History - The Best Of (Rock It Up Records) Dem eingefleischten Liebhaber von hardrockigen Gitarrenklängen sollte der Name David Neill Cline bekannt sein, schließlich veröffentlicht der Kerl aus der einst von KISS besungenen „Rock City“ Detroit nicht zum ersten Mal ein Album. Schon vor 20 Jahren konnte David für sein Debütalbum „A Fit Of Rage“ ganz gute Kritiken einheimsen, von Erfolg blieb er aber schon damals verschont, wie sich auch seine weiteren Alben nicht unbedingt reißenden Absatz finden konnten. An der Musik selbst sollte das allerdings nicht liegen, denn wie sich an Hand dieser Best Of-Compilation feststellen lässt, versteht David Neil Cline nicht nur sein Handwerk an der Klampfe selbst vorzüglich, sondern vermag zudem auch schweißtreibende Hardrocksongs zu schreiben. Richtig gelesen, David ist keineswegs als „Guitar.-Hero“ unterwegs, sondern sieht sich wohl eher in der Tradition großer Songschreiber, die die Gitarre als dominierendes Instrument verwenden. Da David auch ein guter Sänger ist, der genau weiß, wie er typisch amerikanischen Hardrock zu intonieren hat, kann man dieses bunte Sammelsurium, das einen guten Überblick über das bisherige Schaffen dieses Mannes darstellt, all jenen empfehlen, denen schweißtreibender, erdiger und harter Rock mit einer dominanten, aber nicht verfrickelten Leadgitarre ans Herz gewachsen ist. David Neil Cline kann dabei sowohl mit treibenden Songs, aber auch mit semiballadesken Kompositionen aufwarten, denen in erster Linie eine immense Spielfreude und Erdigkeit gemein ist und davon darf uns der gute Mann auch in Zukunft gerne etwas anbieten. Walter ICARUS WITCH – Songs for the Lost (Curz del Sur Music / Alive) Die US Band ICARUS WITCH hat sich dem guten alten Hard Rock / Heavy Metal verschrieben. Obwohl oder gerade weil dieser Stil im Moment nicht besonders in Mode ist, wirkt die Mucke der Jungs angenehm erfrischend und zeitlos. Songs for the Lost“ lebt von eingängigen Melodien, von markanten Refrains (das eine oder andere Mal hart an der Grenze zum Kitsch, aber nie peinlich) und von herrlichen Rhythmen, zu denen man getrost ohne Muskelkrämpfe im Takt mitwippen kann. Das Album ist abwechslungsreich, der Grossteil der Tracks rockt, hin und wieder wandelt man auf doomigen Spuren und auch auf die für diesen Bereich des Metals so typische Ballade haben ICARUS WITCH nicht verzichtet. Mit „Mirror Mirror“ wurde ein DEF LEPPARD Cover in Angriff genommen, welches absolut gelungen ist und auch ohne Mithilfe von Joe Lynn Turner durchaus seine Existenzberechtigung hätte. Fazit: „High Five“ für Old School Metal, der Spaß macht, sauber produziert ist und ausgefeilt aus den Boxen tönt! Anita DEAD EMOTIONS – Pathways to Catharsis (Bad Land Records / Twilight) Interessante Mischung, die da aus den Boxen tönt. Allertiefstes Röcheln gepaart mit markerschütternden Schreien meets treibende Drums, verfeinert mit genickbrecherischen Riffs und das Ganze abgerundet mit schwedenstyled Basseinlagen. Ein wenig klingt es nach alten Hypocrisy, ein bisschen mehr lässt US Death Metal grüssen und ab und zu weht dem Hörer ein dezenter Hauch von Dark Metal um die Ohren . Verwunderlich, dass die Band bereits seit 1996 existiert, bislang jedoch offensichtlich den Sprung ganz nach oben noch nicht geschafft hat. Meiner Einschätzung nach sollten sie nun mit „Pathways to Catharsis“ allerdings ein breiteres Publikum für sich gewinnen. Die elf Tracks knallen allesamt mit einer Wucht aus den Boxen (ein Hoch an den Produzenten, der eine coole Mischung aus lupenreinem, aber doch herbem Sound gebastelt hat), dass es einem das Haupthaar nur so nach hinten bläst. Der Körper verfällt in spastische Zuckungen und nach Ende der letzten Nummer fummelt die Hand süchtig (Anita! Wir sagten doch schon: Dein Privatleben bitte raushalten... Andi) nach der Replay Taste auf dem CD Player (ach so. Andi). … Bleibt zu hoffen, dass es DEAD EMOTIONS demnächst livehaftig auf Österreichs Bühnen schaffen! Anita SPICE AND THE RJ BAND - The Will (Scarlet / SPV) Offenbar war Spice nach „Frame The World...Hang On The Wall“, dem letzten Output seiner Thrash Metal-Band KAYSER, erneut nach eher weniger brachialen Klängen, dafür aber nach dezent psychedelischer, hart rockender Mucke, wie er sie einst in ähnlicher Form ja mit den SPIRITUAL BEGGARS abgeliefert hat. Zusammen mit seinen Kumpels Bob Ruben (das „R“ im Bandnamen, der auch bei KAYSER und THE MUSHROOM RIVER BAND den Takt vorgibt und demnach also quasi zur erweiterten Familie von Spice zu zählen scheint) und dem Bassisten Johann, der bereits mehrfach als Roadie mit Spice unterwegs gewesen ist, legt der gute Mann erneut ein Album voll mit mehr oder weniger heftig rockenden Songs vor, die im Prinzip den Geist der „Beggars“ erneut zum Leben erwecken. Allerdings ist die Fähigkeit des Masterminds, potentielle Hits zu schreiben, in der Zwischenzeit noch weiter gereift ist und mitunter kommen einem beim Genuss von „The Will“ gar neuere TROUBLE in den Sinn, was ja nicht gerade als üble Referenz zu verstehen ist. Die Basis dieser Scheiblette ist aber der räudige, dreckige und mitunter recht harte Stoner Rock und eben jenen weiß wohl im Moment kaum ein Musiker dermaßen perfekt von sich zu geben wie Spice. www.myspace.com/spiceandtherjband Walter HEGEMON – Contemptus Mundi (Seasons of Mist) Lange Zeit gab es von der in Frankreich beheimateten Band HEGEMON nichts zu hören, aber es scheint, als ob sich das Warten gelohnt hat. Die Jungs präsentieren uns Black Metal der alten Schule, ungeschliffen, brutal und meist genau auf den Punkt gebracht. Besonders zu gefallen wissen auch die kreativ eingesetzten Samples und Akkustikinstrumente, die jedoch zu keinem Zeitpunkt dominieren. Kristallklarer Sound und durchdachtes Songwriting sind weitere Markenzeichen dieses Albums, wobei ich persönlich finde, dass HEGEMON ihre Stärke genau dann entfalten, wenn sie das Tempo ein wenig drosseln. Da wird es erst so richtig kalt, böse und apokalyptisch. Keine Frage, auch die Highspeed Passagen sind nicht von schlechten Eltern, aber damit heben sich HEGEMON noch nicht wirklich vom Grossteil der anderen guten Black Metal Bands ab. Die acht Tracks halten von Anfang bis zum Ende ein relativ hohes Niveau, einen Ohrwurm oder „Hit“ sucht man allerdings vergeblich. Mehr gibt es auch schon nicht zu kritisieren und somit kann jeder Black Metal Fan, der auf guten alten Sound mit einer gehörigen Portion Weiterentwicklung steht, bedenkenlos zugreifen. Anita FACEBREAKER - Dead, Rotten And Hungry (Pulverised Records / PHD) Bisher meinte es das Glück, oder genauer gesagt das Business, mit den Schweden FACEBREAKER nicht unbedingt gut. Nach ersten Achtungserfolgen im Underground auf Grund ihrer Demos, die zu Beginn dieses Jahrtausends in Umlauf gebracht wurden, erhielt das Quintett einen Deal beim englischen Label Rage Of Achilles um im Jahre 2004 mit dem Debüt „Bloodred Hell“ durchzustarten. Doch leider machte das Label nach der ersten Promotionsphase für besagtes Album bankrott und FACEBREAKER fanden sich mit einem von der Presse zwar mehrheitlich positiv aufgenommenen, aber dennoch für Fans so gut wie nicht erhältlichen Album wieder, existierten also auch weiterhin mehr oder weniger unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Im asiatischen Label Pulverised Records fand man nun endlich einen neuen Partner und nachdem die Jungs abermals das Black Lounge Studio unter der Regie von Jonas Kjellgren enterten, liegt nun ihr zweites Album „Dead, Rotten And Hungry“ vor, mit dem es FACEBREAKER erneut versuchen reüssieren zu können. Auch wenn der Name FACEBREAKER bislang noch nicht wirklich bekannt ist, wird die Death Metal-Community schon allein auf Grund der Tatsache, dass hier unter anderem Roberth Karlsson, der ehemalige Sänger von EDGE OF SANITY, am Mikro zu vernehmen ist, wissen, was zu erwarten und wohl auch was zu tun ist. Derben, im Stile der alten Schule intonierten Todesmörtel bekommen wir fast logischerweise feilgeboten, mit herrlich gen Grundwasser gestimmten Klampfen, der ebenso nicht gerade melodisch tönenden Stimme von Roberth und mit mächtig Groove im Hintergrund. Vor allem die immer wieder einer Dampfwalze gleich aus den Boxen donnernden Mid-Tempo-Passagen wissen den Hörer regelrecht zu überrollen, was aber jetzt nicht heißen soll, dass die Schweden im Up-Tempo-Bereich nicht ebenso mächtig klingen würden. Der von Meister Kjellgren einmal mehr perfekt erschaffene Sound tut sein Übrigens zum Old School-Death Metal-Hörgenuß mit „Dead, Rotten And Hungry“ mit dem FACEBREAKER nun endlich ein entscheidender Schritt auf der Erfolgsleiter nach oben erlaubt sein sollte. Walter PEST – Rest in morbid Darkness (Seasons of Mist) Erstmal leicht überfordert, versuche ich den Sound von „Rest in morbid Darkness“ ein wenig zu katalogisieren... DARKTHRONE Anleihen sind nicht zu verleugnen (diese Band scheint überhaupt „der“ Einfluss auf die Mucke von PEST zu sein), aber irgendwie thrasht es auch das eine oder andere Mal aus den Boxen und in seltenen Momenten wird es nahezu spaßig rockig?! Zwar keine ganz grottenschlechte Mischung (selbstverständlich verpackt in den dreckigen Proberaumsound des frühen 90er Jahre Black Metals der nördlichen Gefilde), aber um ehrlich zu sein, bin ich mir nicht sicher, ob es im Jahre des Herrn 2008 wirklich notwendig ist, eine Scheibe wie „Rest in morbid Darkness“ zu veröffentlichen. Die alten DARKTHRONE Alben zu toppen ist unmöglich, das schaffen besagte Herren leider selbst nicht mehr. Räudiger Sound, Galopp-Drums und sägende Gitarren mit abartig bösem Gekreische kombiniert war vor 15 Jahren Kult (kann in Ausnahmefällen immer noch zünden!), aber es gab bereits damals Bands, deren Kompositionen ausgereifter waren wie die von PEST es heute sind. Soll jetzt nicht heißen, dass „Rest in morbid Darkness“ gar keine Existenzberechtigung hat, aber es gibt mit Sicherheit unzählige Alben auf dem Markt, deren Kauf sich weitaus mehr lohnen würde. Anita THE POWER NUDE - Extreme Carnival (Yggr Drasill Records / Import) Diese japanischen Nackedeien zelebrieren die närrische Zeit keineswegs dem Titel dieser Scheibe entsprechend mit extremer Mucke. Viel eher haben uns die vier Herrschaften, die als THE POWER NUDE bereits seit mehr als zehn Jahren ihr Unwesen treiben, sehr traditionelles und melodisches Material anzubieten. Feiern lässt es sich allerdings verdammt gut zu THE POWER NUDE, denn ihr melodischer (Hard) Rock mit mächtiger Rock’N’Roll-Schlagseite bietet sich regelrecht für Parties an. Die Songs sind allesamt gut strukturiert, gehen verdammt gut ins Ohr und verbreiten gute Laune ohne Ende. So vergeht die knappe Spielzeit auch sehr kurzweilig, das nur knapp länger als 30 Sekunden andauernde Punkrock-Intermezzo „Driving Hell“ passt gut ins Gesamtbild, sorgt aber dennoch zusätzlich für Abwechslung. Aus welchem Grund diese Formation, die es bereits auf vier Longplayer gebracht hat, hierzulande bisher noch nicht mehr Beachtung erlangen konnte, ist eigentlich schleierhaft, denn die Mucke der Jungs sollte hierzulande durchaus geschätzt werden. Für Nippon-Metaller sei obendrein auch noch angemerkt, dass der ehemalige ANTHEM-Vokalist Yukio Morokawa der Chef vom Dienst bei THE POWER NUDE ist (aaah. DER also! Andi) und er auch auf „Extreme Carnival“ durch seine recht kraftvolle Stimme und völlig „unjapanische“ Phrasierung für Akzente sorgen kann. Walter REVERENCE – Chamber of Divine Elaboration (Avantgarde) Keine Kost für schwache Nerven bieten REVERENCE auf vorliegendem Output. Es handelt sich hierbei um Ambient-Industrial-Avantgarde-Black Metal (nicht schlecht, oder? (jo. gonz wichtig. Andi)), bestehend aus Soundcollagen diverser unidentifizierbarer Geräusche, schrägen Gitarrenriffs, schleppenden Drums und zum Teil irrgeistig angehauchten Vocals. Der perfekte endzeitmäßige Schliff wird den Songs durch die klirrend kalte, unmenschliche und sterile Produktion verliehen. Man muss einer Band wie REVERENCE auf jeden Fall hohen Respekt zollen, denn „Chamber of Divine Elaboration“ ist ein geniales Kunstwerk, welches zeigt, dass die Bandbreite des kreativen Metals noch lange nicht ausgeschöpft wurde. Allerdings besteht die Gefahr, dass Musik dieser Art die Grenze zwischen Kunst und Lärm relativ leicht überschreiten kann. Im Falle von REVERENCE ist das jedoch nicht geschehen, man braucht nur eine gehörige Portion Zeit und Ruhe, um die Tragweite der Songs zu erfassen. Nicht für jedermann geeignet, aber Fans von schrägen Klängen können beruhigt zugreifen. Anita ORDOG – III (Eigenproduktion) Recht minimalistisch mutet es an, wenn ein Trio sein schlicht „III“ betiteltes, drittes Demo mit nur zwei Songs ausstattet. Doch schon allein die Tatsache, dass wir es dennoch mit einer Gesamtspielzeit von mehr als einer halben Stunde zu tun haben, sollte dem geneigten Zuhörer eine Ahnung geben, was da auf ihn zukommt. Die Finnen ORDOG, die sich für den Fall von Gigs mit einem Bassisten und einem Drummer verstärken, haben sich mit Haut und Haar der musikgewordenen, depressiven Langsamkeit verschrieben und zelebrieren diese auch geradezu. Im Jahre 2006 konnten die Jungs mit „Crow And The Storm“, ihrem ersten Album, im einschlägigen Underground einigermaßen für Aufruhr sorgen und das sollte ihnen auch mit „III“ gelingen, denn die beiden Tracks ihres aktuellen Demos haben es in sich. Der Einstieg „Why You Wanna Hurt Me?“ kommt in Form von unglaublich depressiv anmutendem Doom aus den Boxen und erhält durch den teilweise gutturalen, mitunter aber auch gekeift intonierten Gesang von Aleksi Martikainen einen angeschwärzten Todesmetall-Anstrich. Zudem lässt uns Aleksi aber auch durch nahe am Sprechgesang liegende, sonore Beiträge erschaudern und vermag so perfekt zu den teilweise fast schon betörend wirkenden Riffs passen. Als ob diese gut elf Minuten nicht schon Intensität pur gewesen wären, haben ORDOG mit „Standing In the Front Of Desolation“ zudem auch noch einen 20-Minüter in petto, der grob als depressiver, tiefschürfender Funeral Doom mit dezentem Hang zum Metal bezeichnet werden kann. Packend, fesselnd und auf Grund der wahrlich manisch intonierten Riffs, geht diese Nummer nicht nur unter die Haut, sondern bahnt sich ihren Weg gewissermaßen tief in die Innereien des Zuhörers. So, und nicht anders, möchte ich einmal meinen Abgang aus diesem irdischen Dasein musikalisch untermalt wissen! Walter SANITY’S RAGE - The Rage Of One (Rock It Up Records) An begnadeten Thrash Metal-Bands war Belgien noch nie arm. Egal ob man von CYCLONE, CHANNEL ZERO oder AFTER ALL spricht, alle diese Formation hatten bzw. haben großartigen Thrash Metal im Angebot. Doch auch für Nachwuchs ist gesorgt. So zum Beispiel in Form des erst seit dem Jahre 2002 existierenden Quintetts SANITY’S RAGE, das mit „The Rage Of One“ seinen Einstand abliefert. Mit vier abwechslungsreich gestalteten Songs gelingt ihnen dieser ganz fabulös, denn hier stimmt die Mischung aus heftigen Momenten und Melodien. Während „Feeding The Fire“ am ehesten an EXODUS zu späteren „Zetro-Phase“ erinnert, versprühen die längeren Tracks wie „Apocalypse“, in dem auch ein akustischer Teil eingeflochten werden konnte ohne den Fluss dieser Komposition selbst zu verlieren, den Esprit von Bands der späteren Generation von Bay Area-Bands, während der Abschluss „The Crumbling Walls Of Sanity“ mit dezenter Verbeugung gen Arizona aus den Boxen kommt. Sänger Kenny Molly weiß mit einer ausdrucksstarken Stimme zu gefallen und kann auch in den melodischen Passagen beeindrucken. Der Titelsong verfügt zudem auch bereits über zwingende Eingängigkeit, was vielleicht das einzige Manko der weiteren Songs von SANITY’S RAGE darstellt. Aber mit ein wenig mehr an Erfahrung sollte es den Belgiern problemlos gelingen diesbezüglich nachbessern zu können, um in Zukunft zusammen mit den eingangs erwähnten Referenzformation genannt zu werden, wenn man von Qualitäts-Thrash „Made In Belgium“ spricht. Walter WYRD – Kammen (Avantgarde Music) Das vorliegende Album der Finnen WYRD besticht durch melancholischen Doom/Death Metal, der sich durch mächtigen Tiefgang auszeichnet. Die Songs sind zwar nicht wirklich kompliziert gestrickt, sind aber weit davon entfernt, beim ersten Anhören zu zünden. „Kammen“ verlangt Zeit und eine ganz eigene Stimmung, um seine Wirkung so richtig zu entfalten. Als Beispiel sei hier etwa „October“ angeführt … als Hintergrundbeschallung kaum geeignet, aber beim konzentrierten Zuhören erzeugt dieser Track eine Gänsehautstimmung hoch zehn. Auf Geknüppel wartet man vergeblich, trotzdem lässt es keiner der Songs an Härte mangeln. Gesangstechnisch wechselt die Truppe aus dem hohen Norden von Opeth-lastigen Einlagen zu Death Metal Grunts, die Gitarren passen sich der entsprechenden Stimmlage perfekt an und als Sahnehäubchen wird die eine oder andere Akkustikeinlage geboten. Mal tönt es schwer depressiv aus den Boxen, dann wird es wieder mitreißend a la Amorphis zu ihren Glanzzeiten und diese Mischung wird von einer perfekten Rythmussektion abgerundet. Die Produktion weiß auch zu gefallen, sie verleiht durch den dumpfen (blödes Wort, aber mir fällt kein besseres ein!) Sound dem Album den letzten Schliff. „Kammen“ ist bei Gott kein Konzeptalbum, aber für mich bilden die Tracks nur im Gesamten gehört eine Einheit. Dann allerdings besteht die Gefahr, so richtig in die Welt von WYRD reinzukippen. Genau das ist mir bereits passiert … Anita |
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