MORTUS POETRY – Deity (Eigenproduktion)
Diese Band stammt aus dem fernen Mexiko und ist in ihrer Heimat offenbar bereits seit einigen Jahren ein fixer Bestandteil der Szene. Nach ihren ersten beiden Veröffentlichungen „Enfer Noir“ (2003) und „Amore Maligna“ (2004) und einigen Gigs folgte im Jahr 2005 die Einladung der Macher einer Sampler-Reihe, auch einen Beitrag dafür abzuliefern. Jener Sampler enthielt „Edge Of Insanity“, das auch auf „Deity“ dem ersten Longplayer der Mexikaner zu hören ist. Für besagtes Werk hat das Quintett diesen Titel, der zudem eines der Highlights des Albums darstellt, in „The Edge Of Insanity“ umbenannt, was jedoch den Zuhörer nicht davon abhalten sofort an jene schwedische Formation mit ähnlichem Namen zu denken, da man durchaus auch Einflüsse von Dan Swanö und seiner Formation ausfindig machen kann. Zu Schweden scheinen die Mexikaner im Laufe ihrer Karriere generell eine sehr hohe Affinität entwickelt haben. Ihr Gebräu aus mitunter relativ einfach gestrickten, aber ungemein effizienten Riffs deutet auf Einflüsse von großen Namen aus Schweden wie DISMEMBER hin, weil in „L’Enfer Noir“ oder „Beyond Death“. Mitunter addieren die Jungs aus Torreon Coahuila mitunter recht kräftige an HYPOCRISY erinnernde Passage („Post-Mortem Dream“) und lassen uns ebenso wissen, dass ihnen das Frühwerk von Bands wie DARK TRANQUILLITY und IN FLAMES ebenso ausgezeichnet munden dürfte, wie sie eindrucksvollen in den ungemein melodischen Todesmörtel-Kompositionen „Terrory“ und „The Suffering“ unter Beweis stellen. In ihrer Heimat haben sich diese Jungs längst etablieren können, mit „Deity“ versucht es das Quintett nun auch auf internationaler Ebene. Mit ihrer kräftigen und immerzu recht eingängigen Melange aus Death Metal-Zitaten unterschiedlicher Herkunft könnte das auch ganz gut gelingen. Voraussetzung dafür sollte in erster Linie allerdings der Aufbau eines vernünftigen Vertriebsnetzes sein, um „Deity“ auch erwerben zu können. Kommt Zeit, kommt bestimmt auch Vertrieb! www.mortuspoetry.com
Walter
TOUGH MOTION – delta (Eigenvertrieb)
Der von Andy Classen (!) produzierte 4-Tracker der oberösterreichischen Krawallbrüder von Tough Motion hat sich stilistisch im Nu Metal-Bereich angesiedelt. „Korneske“ Gitarrenwände, tief gröhlender Bass und durchaus poppig anmutende Synthiemelodien geben sich hier die Hand. Natürlich sind solche Sounds anno 2007 nicht mehr der letzte Schrei, eines ist allerdings sicher: Ihr Handwerk versteht die Combo auf alle Fälle! Bin gespannt auf die gewiss folgende Full Lenght...
www.toughmotion.com
Tompte
EDEN’S CURSE – Same (AFM / Soulfood)
Auch wenn es dem Namen nach nicht unbedingt diesen Anschein macht, ist EDEN’S CURSE in der Tat wesentlich mehr als nur ein Solo-Projekt des amerikanischen Sängers Michael Eden. Entgegen dieser Annahme muss gesagt werden, dass Michael EDEN’S CURSE zwar zusammen mit Bassist und Songwriter Paul Logue, der auch schon mit David Readman zusammen Musik gemacht hat und bei CRY HAVOC mit von der Partie war, ins Leben gerufen hat. Spätestens, als sich Pete Newdeck (D, ex-LIONSHEART, ex-KILLERS) ins Geschehen einbrachte, war jedoch klar, dass es um eine Band handeln würde. Auf der Suche nach einem Gitarristen konnten EDEN“S CURSE Thorsten Koehne ausfindig machen, der zuletzt mit CODE OF PERFECTION für Furore sorgen konnte. Dessen Manager, Carsten Schulze brachte nicht nur Thorsten ins Spiel, sondern mit „Eyes Of The World“ auch gleich einen Song mit, der EVIDENCE ONE mehr oder weniger übrig geblieben war. Keyboard-Ikone Ferdy Doernberg vervollständigt das Line-up und in jener Besetzung wurden in Folge dann die Songs dieses Debütalbums eingespielt. Wie nicht anders zu erwarten, kredenzt uns diese Formation herrlich melodiösen Metal mit einer satten Hardrockschlagseite. Ihre stärksten Seite haben EDEN“S CURSE dann, wenn die Gitarre ordentlich brät, wie zum ersten Mal im eigentlichen Opener „Judgement Day“, das nach einer sehr kurzen und ruhigen Einleitung zu einem wahren Melodic Metal-Ohrenschmaus gedeiht. Thorsten Koehne zeigt sich im Verlauf des Albums zwar einmal mehr als technisch überaus versierter Gitarrerro, lässt jedoch keinen Zweifel aufkommen, dass er wesentlich mehr drauf hat als filigrane Technik vorzuexerzieren. Immer wieder lässt er seine Gitarre auf vorliegendem Werk band-, und vor allem songdienlich röhren, wie er es offenbar in seiner Jugend von den „alten Meistern“ an der Klampfe gelernt hat. Mit Michael Eden besitzt diese Truppe eines der wohl größten Talente dieses Genres am Mikro, weshalb er es bislang noch nicht geschafft hat, es hier in Mitteleuropa zu mehr an Ruhm und Ehre zu bringen, wissen die Götter allein. Mit „Eden’s Curse“ sollte sich diese Tatsache jedoch schlagartig ändern.
www.edenscurse.com
Walter
NEAERA – Armamentarium (Metal Blade / SPV)
Der Begriff „Armamentarium“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Zeughaus oder Rüstkammer. Im medizinischen Bereich bezeichnet man damit eine Instrumentensammlung. Das musikalische „Armamentarium“ der Durchstarter von NEAERA im Sinne dieses Begriffes beschränkt sich auch auf deren dritten Album mit eben jenem Titel auf Bass, Drums, zwei Gitarren und Gesang. Keine besondere Angelegenheit eigentlich, aber was die Münsteraner einmal daraus gemacht haben, sollte diese Formation auch weiterhin in Richtung Premier League der aktuellen Szenerie verhelfen. Veränderungen sind im Vergleich zum letztjährigen Output „Let The Tempest Come“ zunächst einmal von der Herangehensweise der Jungs an das Album auszumachen. Während die Instrumentalpassagen in den Hansen-Studios aufgenommen wurden, begab sich Sänger Benny Hilleke ins Rape Of Harmonies-Studio, wo er unter Anleitung von Alexander Dietz, der NEAERA auch schon des Öfteren bei Gigs an der Gitarre ausgeholfen hat, und Ralf Müller seinen Gesang für die Nachwelt festhalten ließ. An den Kompositionen ist erkennbar, dass NEAERA im Laufe ihrer schier unglaublichen Präsenz auf den Bühnen dieser Welt ungemein viel Erfahrung mitbekommen haben und dadurch den Sinn für die Essenz ihrer Tracks offenbar genau durchleuchtet haben. Auch wenn die Truppe noch nie dafür bekannt war, etwas anderes als musikgewordene Brutalität abgeliefert zu haben, sei zu den insgesamt elf Kompositionen von „Armamentarium“ angemerkt, dass man nunmehr den Eindruck hat, NEAERA hätten sich bemüht ihre Songs noch besser und direkter auf den Punkt zu bringen. Egal, welchen der Tracks man als Beispiel anführen will, ich komme immer wieder zum selben Ergebnis. Der Groove, für den die Band anlässlich des Debüts „The Rising Tide of Oblivion“ gelobt wurde, harmoniert mit der schwermetallischen Brachialität, die NEAERA auf „Let The Tempest Come“ offenbart haben zu einem von diesen Jungs bislang in dieser Intensität noch nicht zu vernehmenden Mischung, an der sich der Rest der Szenerie, welcher Provenienz auch immer, demnächst messen lassen wird müssen. Das berühmt-berüchtigte dritte Album in der Karriere einer Band sollte im Falle von NEAERA den Durchbruch auf internationaler Ebene darstellen und wie man das Quintett in der Zwischenzeit kennen gelernt hat, wird es damit wohl schon in Bälde wieder auf umfassende Gastspielreisen mit Formationen unterschiedlichster Couleur gehen und eine ebenso breitgefächerte Klientel damit erreichen können. Egal, ob Deather mit Vorliebe für dezente Metallcore-Einschübe (die nunmehr wahrlich nur noch als Spurenelemente zu finden sind) oder Thrasher mit Hang zur Moderne, Obacht ist angesagt, denn diese Band wird es Euch so richtig besorgen! NEAERA, jene ihr Leben lang geächtete und unterdrückte Frau der griechischen Mythologie, wird es uns allen auf musikalischem Weg zurückzahlen (na dann. Andi).
/www.nearea.com
Walter
BESTIAL MOCKERY - Slaying the Life (Season Of Mist)
Die weder gänzlich unumstrittenen noch dichten Schweden legen ihr erstes Werk für ihr neues Label Season Of Mist vor, viel geändert hat sich sonst aber natürlich nicht. Bandname und Albumtitel sind zudem Programm. Fieser Black Thrash Metal mit klassisch schwedischer „Fuck You!“-Attitüde, ach was sind wir heute aber wieder asozial, huch. Im höllischen Tempo knallt uns der Haufen seine Lärmattacken samt tiefpubertärer „Lyrik“ um die Ohren, Turbonegro goes Black Metal oder wie auch immer. Die Zielgruppe kann begeistert zugreifen (und hoffen, niemals nüchtern zu werden), der Rest sollte Vorsicht walten lassen.
www.bestialmockery.cjb.net
Andi
HURTLOCKER - Embrace The Fall (Napalm / SPV)
Nach ihrem Einstand bei Napalm Records mit dem Titel „Fear In A Handful Of Dust“ haben die amerikanischen Thrasher von HURTLOCKER nur knapp anderthalb Jahre später schon wieder einen Silberling fertig gestellt. Wer sich an diesem Debüt erfreuen konnte, der wir auch von „Embrace The Fall“ keineswegs enttäuscht sein, denn HURTLOCKER lassen auch auf ihrem brandneuen Album eine satte Ladung an Aggression auf den Zuhörer los, dass diesem Angst und Bang wird. Mein Gott, was müssen diese Jungs angepisst sein (vielleicht müssen sie auch Reviews Korrektur lesen... Andi)! Doch zum Glück haben es sich Grant Belcher (V), Tim Moe (G), Justin Jurgevich (G), Chris Djuricic (B) und Tony Bettenhausen (D) zum Ziel gemacht, ihre Energie in Songs umzuwandeln anstatt diese irgendwo anders sinnlos zu verschwenden. Damit geben sie auch ihren Fanscharen die Möglichkeit, deren aufgestaute Aggressionen bangtechnisch aus dem Körper zu bekommen – coole Idee, „Bang-Therapien“ sollte es auf Krankenschein geben (für Dich sollte es noch ganz andere Therapien... Andi). Darüber hinaus sind HURTLOCKER aber nicht nur bisweilen verkannte Therapeuten, sondern auch extrem gewiefte Geschäftsmänner, denn wer ein Album mit einer Widmung an sein Label eröffnet, braucht sich wohl auch um die nähere Zukunft kein Sorgen zu machen. „I Am Napalm“ gibt aber, trotz massiver Härte und rabiatem Vortrag, nicht nur einen sehr eingängigen und groovigen Opener für „Embrace The Fall“, sondern ließe sich wohl auch T-Shirt-technisch perfekt umsetzen. Der Einstieg ist somit schon einmal gelungen, HURTLOCKER lassen danach aber keineswegs nach, sondern musizieren über die gesamte Spielzeit sehr rabiat. „They“ kredenzt uns hart an Metalcore grenzende Brutalität, „At Last“ dagegen steigert sich von einer getragenen Mid-Tempo-Walze zum modernen Thrasher im THE HAUNTED-Stil. In „Let Them Die“ lässt es die Band mächtig grooven, Moshpit-Garantie kann man da wohl nur noch sagen. „Disgust“ lässt von den Riffs her Einflüsse der alten SLAYER ans Tageslicht geraten, während Sänger Grant sich hierzu - noch mehr als sonst - die Lungenflügel aus dem Leibe brüllt. Sein Vortrag ist immerzu sehr brutal, es würde mich interessieren, ob der Kerl dieses Level über die Dauer eines kompletten Gigs halten kann. Offenbar schon, denn nicht umsonst sind HURTLOCKER in ihrer Heimat bereits zusammen mit Acts wie ANTHRAX, LAMB OF GOD oder DYING FETUS aufgetreten und konnten dabei auch immerzu überzeugen. Sehr feines Riffing lassen die Amis dann auch in „Release OF Sin“ hören, einem modern intonierten Thrash-Bastard, der MACHINE HEAD-Grooves mit SLAYER-Riffs und einigen Mosh-Parts der modernen Schweden-Schule verknüpft. Das hohe Aggressivitätslevel wird ebenso bis zum finalen Titeltrack gehalten, wie auch die Energie der Band, die man zu jeder Sekunde spüren kann. Wem es so richtig nach Mosh-Pits im heimischen Wohnzimmer gelüstet, wird mit „Embrace The Fall“ bestens bedient, die Pits in den Clubs werden wohl auf der zum Album gehörenden Tournee folgen, HURTLOCKER sind jedenfalls schon richtig gierig darauf auch bei uns auftreten zu können.
www.hurtlocker.biz
Walter
VENDETTA - Brain Damage (Re-Release) (Metal Axe Records / ZYX)
Es sollte sich längst herumgesprochen haben, dass die Schweinfurter Thrasher VENDETTA in Bälde ein brandneues Studioalbum mit dem Titel „Hate“ in die Läden stellen werden. Doch ehe es soweit ist, lässt uns ihr aktuelles Label zunächst einmal ihre ersten beiden Werke nochmals (oder zum ersten Mal, je nach Altersklasse) zu Ohren kommen. Es war im Jahre 1985 (mein Gott, jetzt geht das wieder los... Andi), als VENDETTA mit ihrem ersten Demo „System Of Death“ im gerade aus dem Nichts entstehenden deutschen Underground für Furore sorgen konnten. Knapp zwei Jahre darauf erschien zunächst ein weiteres Demo mit dem Titel „Suicidal Lunacy“ mit dem sich die Band einen Vertrag beim damals ebenfalls gerade aufstrebenden Label Noise Records sichern konnte. Noch im selben Jahr sollte dann auch das Debüt „Go And Live...Stay And Die“ veröffentlicht werden. Trotz sehr guter Kritiken und jeder Menge an Gigs, die den Namen VENDETTA weit über die heimatliche Region hinaus bekannt machen konnten, blieb dieser Formation der Durchbruch in breitem Rahmen verwehrt. Daran änderte sich leider auch mit dem zweiten Album „Brain Damage“, das 1988 das Licht der Plattenläden erblickte, nichts. Auch Tourneen mit TANKARD, den legendären DIMPLE MINDS und HELSTAR konnten VENDETTA nicht dazu verhelfen, in die Premier League des deutschen Thrash Metal aufzusteigen. Nach einer langjährigen Pause sollte Bassist Klaus „Heiner“ Ullrich kurz nach der Jahrtausendwende wieder so richtig Lust auf Thrash Metal verspüren. Zusammen mit Thomas „Lubber“ Krämer (D), Mario Vogel (V) und Achim „Daxx“ Hömerlein (G) erweckte Heiner die Band wieder zum Leben und im Jahre 2003 sollte „Dead People Are Cool“ folgen, ein neuerliches Lebenszeichen von VENDETTA in Form eines neuen Demos. Was in Zukunft, oder besser gesagt demnächst, von dieser Formation zu hören sein wird, wissen wir spätestens dann, wenn „Hate“ tatsächlich zur Veröffentlichung ansteht. Bis dahin müssen wir uns eben erst einmal mit den Re-Releases der beiden Alben aus den späten 80er Jahren zufrieden geben. „Brain Damage“, im Original von Harris Johns anno 1988 aufgenommen, wurde im letzten September neu abgemischt, soundtechnisch jedoch keineswegs „aktualisiert“, sprich man versucht nicht den urwüchsigen Sound jener Epoche zu modernisieren. Das Album selbst beginnt mit der Vollgas-Nummer „War“, die uns, heute wie damals, unter Beweis stellt, dass VENDETTA wohl auf Grund der Tatsache, dass sie schlichtweg „irgendwie anders“ waren als die Größen des deutschen Thrash Metals und dadurch wohl nicht ganz die selbe Klientel ansprechen konnten. Als SODOM noch recht rumpelig klangen, KREATOR gerade ihre heftigsten Songs komponierten und während DESTRUCTION ohnehin ausnahmslos gnadenlosen Thrash Metal komponierten, hatten VENDETTA einzelne Versatzstücke in petto, die dem Anschein nach nicht so richtig passen wollten. Dadurch war diese Band wahrscheinlich für manche Thrasher nicht brutal genug, sollte aber eben dadurch für Gourmets dieses Genres erst so richtig interessant geworden sein. Weshalb auch immer, an wem VENDETTA bislang vorüber gezogen sind, der kann dies nun nachholen. Und genau das sollte man auch tun, ich persönlich kann diese Truppe nur empfehlen, da sie für abwechslungsreichen und dennoch durchschlagskräftigen Thrash Metal gestanden ist und hoffentlich auch mit „Hate“ stehen wird. VENDETTA wussten lange vor anderen europäischen Bands mit Elementen umzugehen, die erst später hier auftauchten. Man nehme nur das Intro zu „War“ als Exempel, in dem ein Hauch von Funk zu vernehmen ist. Was damals auf der anderen Seite des Atlantiks nicht unüblich war, hierzulande aber in jenen Tagen nur in Frankfurt von GRINDER ansatzweise ebenso verarbeitet wurde. An Hand der Tatsache, dass GRINDER ebenso eher zum Insidertipp gewachsen sind als durchzustarten, denke ich, dass diese Formationen ihrer Zeit schlichtweg voraus waren. Aber zurück zu „Brain Damage“. Neben diesen markanten Passagen in der Einleitung konnte besagter Opener obendrein auch noch mehr Tempowechsel aufweisen, als so manches Thrash-Album in seiner Gesamtheit, was wohl auch nicht jeden Geschmacksnerv treffen konnte. Der Titelsong schlägt in eine sehr ähnliche Kerbe, die atmosphärische Einleitung verdient zudem noch gesonderte Erwähnung. Erst „Conversation“ weist dann eindeutig auf die deutsche Herkunft der Band hin, bevor uns VENDETTA in „Precious Existence“ ihre Vorliebe für die NWOBHM zu Gehör bringen. In „Never Die“ kommen dann eher Erinnerungen an punkig inspirierten Thrash auf, ehe der kurze, aber intensive „Love Song“ für Auflockerung sorgt. In der Einleitung zum Instrumental „Fade To Insanity“ beweisen die Gitarristen ihre Fingerfertigkeit und lassen auch Meister Beethoven erklingen. „Dominance Of Violence“ lässt schon vom Titel her rabiaten Thrash erwarten und dementsprechend knallt jener Track auch aus den Boxen, wenn auch hier ein satter, für damalige Verhältnisse sicherlich ungewohnter Groove Einzug gehalten hat. Den Abschluss stellt dann „Metal Law“ dar. Ja, schon Jahrzehnte vor MAJESTY wurde davon gesungen, wenn auch musikalisch wesentlich heftiger, mit Sicherheit aber nicht „untruer“. Hinsichtlich der Tatsache, dass das Original eventuell nicht mehr so ganz einfach zu erhalten sein könnte, muss der geneigte Thrasher mit Interesse für die historische Entwicklung des Genres schlicht und ergreifend zum Re-Release von „Brain Damage“ greifen. Dem Sammler sein jedoch noch mit auf den Weg gegeben, dass hier nicht unbedingt üppig mit Bonüssen umgegangen wurde. Gerade einmal eine einzige Live-Aufnahme von „War“ dürfen wir als Bonus-Track beklatschen. Da wäre doch bestimmt mehr zu machen gewesen, aber man kann nicht alles haben....
www.vendetta-band.de
Walter
WARHEAD - Captured (Eigenproduktion)
„Gut Ding braucht Weile“, sagt der Volksmund und im Falle von „Captured“, dem aktuellen Werk der deutschen Power / Thrash Metaller von WARHEAD gibt es diesbezüglich auch nichts zu entgegnen. Ganze sieben Jahre hat es gedauert, ehe sich die Fanscharen nun endlich an einem Nachfolger zum Konzeptalbum „Beyond Recall“ ergötzen dürfen. Doch dieses lange, zum Teil durch den Ausstieg von Björn Eilen verursachte Warten hat sich definitiv gelohnt. Vom Opener „Thanx Killing“ an kredenzen uns Drummer und „Obersprengkopf“ Peter Breitenbach und seine Mannschaft, zu der auf „Captured“ Michael A. Mueller (V) und Stefan Rolf (G, B) gehören, eine satte Dosis feinster Klänge, irgendwo in der Schnittmenge aus Power Metal US-amerikanischer Prägung und ebensolchem Thrash mit viel Melodie. Im zweiten Song „Lies!“ fühle ich mich wohl nicht nur auf Grund der Textzeile „Fire In the Hole“ ein klein wenig an LÄÄZ ROCKIT erinnert, ehe der Titelsong wie eine dunkler kleiner Bruder der Machenschaften eines gewissen Herrn Mustaine anmutet. Vor allem der immer wieder an Dave M. erinnernde Gesang von Michael lässt diesen Vergleich durchaus zu, auch wenn, vor allem was die Rhythmusparts betrifft, mitunter die eine oder andere Parallelität zum Großmeister der deutschen Metal-Gemeinde Udo und seiner ehemaligen Band ACCEPT ans Tageslicht befördert wird. Aber in Summe behalten die Einflüsse aus den US of A klar und deutlich die Überhand, die Speed Metal-Nummer „Deatheater“ reiht sich beispielsweise in eben jene Kategorie ein und auch das brachiale „Alive“, mit dem uns WARHEAD eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass sie auch langsamere Kompositionen aus dem Ärmel schütteln können, ohne dabei an Härte einzubüßen, lässt nicht wirklich auf die Herkunft der band schließen. Der „Zombie Ride“ erinnert mich dann ein wenig an TANKARD auf einem OVERKILL-Trip, ehe „Phantoms“ mit einem Kerry King-Gedächtnis-Riff aus den Boxen ballert. Das sich gen diverse Bay Area-Helden verneigende „Purple People“ und das gut sechseinhalb Minuten groovende „City Of God“ beenden den musikalischen Reigen auf „Captured“, mit dem sich WARHEAD eindrucksvoll in der Szene zurückgemeldet haben und obendrein gleich in Richtung Speerspitze des deutschen Power Metals amerikanischer Machart und Ausführung abzielen. Feine Sache, jetzt aber bitte nicht locker lassen, sondern unbedingt nachhaken, Jungs!
www.warhead.de
Walter
SPELLBOUND - Nemesis 2665 (Armageddon Music / Soulfood)
Bei Armageddon Music hat man bekanntlich ein Herz für Thrash Metal der alten Schule und obendrein auch noch ein Händchen dafür, sich Formationen zu krallen, die diese Art von Musik wahrlich imposant zum Besten geben. Nach CONTRADICTION und RECKLESS TIDE sind nun wieder einmal SPELLBOUND mit einem neuen Silberling am Start und das Quartett aus Überlingen am Bodensee steht den Labelmates in Nichts nach und liefert ein ebenso sattes Thrash Metal-Brett ab, auf dem zwar die Einflüsse keineswegs in den Hintergrund gerückt werden, diese aber dennoch mit einer fetten Dosis Eigenständigkeit versehen werden. Für ihr mittlerweile zweites Album „Nemesis 2665“ haben sich SPELLBOUND von Szene-Ikone Andy Classen einen fetten Sound verpassen lassen, der ihre rifflastigen Songs perfekt zur Geltung bringt. Eben jene Riffs, für die das Duo Dave Maier (auch als Sänger zu hören) und Daniel Tschoepe zuständig ist, sind es auch, die „Nemesis 2665“ überwiegend dominieren. Im direkten Vergleich zum Debut „Incoming Destiny“ aus dem Jahre 2005 klingen SPELLBOUND kompositorisch ein wenig gereifter, vor allem aber der Gesang von Dave kommt mit deutlich mehr Kraft aus den Boxen als jener seines, mittlerweile nicht mehr zur Band zählenden, Vorgängers Lennart Vocke. Wer sich mit der Band in der Vergangenheit bereits vertraut gemacht hat, wird sich vielleicht daran erinnern, dass Dave schon in den „Early Days“ am Mikro seinen Mann gestanden hat und er es somit nicht wirklich mit einer neuen Herausforderung zu tun hat, sondern „nur“ erneut den Platz am Mikro eingenommen hat. Dave kann mit seiner rauen, mitunter recht wütend klingenden Stimme, die aber ausreichend abwechslungsreich aus den Boxen kommt, in allen Passagen überzeugen. Aggressionsgeladen, aber keinesfalls gekünstelt auf „Wüterich“ getrimmt und auch in Sachen Ausdruck schon recht ausgreift, klingt sein Gesang und zudem passt die Stimme immerzu perfekt zu den messerscharfen Riffattacken der Formation. Aber nicht nur die Gitarristen und der Sänger wissen wie man Thrash Metal zu intonieren hat, auch die Rhythmusabteilung lässt keine Wünsche offen und weiß mit druckvollem Spiel zu beeindrucken und fügt sich somit sehr harmonisch in das positive Gesamtbild ein. Auch wenn dem Zuhörer im Laufe der Spielzeit eine Menge an Genregrößen (von METALLICA über TESTAMENT bis hin zu nicht minder berühmten Namen wie HEATHEN oder EXODUS) in den Sinn kommen, bleiben die Songs als solche aus der Feder von SPELLBOUND in Erinnerung, da es diese „Lake Area Thrasher“ (ich hoffe mir diesen Begriff von den benachbarten Herrschaften von EDGECRUSHER hierfür ausleihen zu dürfen) geschafft haben, all diese Anklänge unter einen Hut zu bringen und dabei ihren eigenen Senf in Sachen Thrash Metal dazuzugeben. Egal, ob SPELLBOUND amtlich das Gaspedal durchdrücken und die Gitarristen Soli im Stile der Herren Hammet und Konsorten vom Stapel lassen, wie im fulminanten Opener „Pernicious Alliance“, oder im nicht minder mächtigen „Unsacred“, oder sie der Zuhörerschaft, auch ganz im Stile großer Namen aus der Bay Area, eine kurze Verschnaufpause vergönnen, wie im kurzen Zwischenspiel „In Mourning“, oder uns SPELLBOUND ihre bereits beachtlich ausgereifte Kompositionskunst in Form des fast zehnminütigen Monumentalepos „Celestial Death / Nemesis“, in dem auch vereinzelte Death Metal-Einflüsse dingfest zu machen sind, unter Beweis stellen, diese Jungs offerieren uns ein Album mit reichlich Biss. Zum Schluss sein noch darauf hingewiesen, dass EXODUS in Form des Rausschmisses mit der formidablen Coverversion von „And Then There Were None“ gesondert Tribut gezollt wird und SPELLBOUND ihre Sache auch dabei nicht schlecht machen. Thrash Metal wie er sein MUSS ist auf „Nemesis 2665“ folglich Programm, Kompromisse findet man hier definitiv nicht, Anklänge an „moderne“ Sounds ebenso wenig. Von den Live-Qualitäten der Truppe konnte man sich unter anderem bereits im Rahmen der letztjährigen „Wacken Road Show“ überzeugen. Ich bin mir sicher, dass diesmal ebenfalls einiges gehen wird um auch „Nemesis 2665“ amtlich zu präsentieren.
www.spellboundalliance.de
Walter
WILD STEEL – Same (Underground Symphony / Hellion Records)
Wenn sich ein Musiker „Wild Steel“ als Pseudonym für seine musikalische Laufbahn auswählt, wird der Traditionsmetaller hellhörig werden und hinsichtlich des ersten Albums, das jener italienische Sänger mit dem genannten Namen vor kurzer Zeit veröffentlicht hat, muss diese Spezies geradezu aufhorchen, um sich dieses Schmuckstück nicht entgehen zu lassen. Wild Steel begann seine Karriere im Alter von jugendlichen 16 Lebensjahren, als er sich PROJECTO anschloss. Kurz danach war er bei einer Truppe namens PROMETEO aktiv, jener Formation, aus der dann SHADOWS OF STEEL hervorgegangen sind. Unter diesem Namen konnten sich Wild Steel und seine Mitstreiter nicht nur in Italien einen guten Namen machen, sondern mit ihrem selbstbetitelten Debüt, das im Jahre 1997 aufgenommen wurde, auch über die Landesgrenzen hinaus (ja? wo? Andi). Wer SHADSOWS OF STEEL kennt, wird wissen, dass Wild Steel seine Stimme bislang immerzu bei Formationen einzusetzen pflegte, die sich dem dezent progressiven, kraftvollen und melodiösen Metal verschrieben haben, allerdings auch auf eine satte Dosis Bombast nicht verzichten wollen. In exakt jenem Stil ist auch „Twilight“ ausgefallen, die im Jahre 1998 nachgereichte EP, die zur „Auffettung“ mit einigen Coverversionen aufgepeppt wurde. Nach „Second Floor“ im Jahre 2002 und immerwährenden Line-Up-Problemen beschloss Wild Steel schließlich diese Band zu Grabe zu tragen um sich fortan anderen Aktivitäten widmen zu können. Als Produzent nahm er sich der Truppe ATHLANTIS an, die sich aus ehemaligen SHADOWS OF STEEL-Leuten und Roberto Tiranti als Gast am Mikro rekrutiert hatten, um deren Debüt aufzunehmen. In Folge war Wild Steel dann abermals als Sänger aktiv, zunächst nur als Gast auf dem Track „Angel Cries“, einem Song, der Bestandteil von „Tears In Floods“ seiner Landsleute ODYSSEA war. Dadurch inspiriert begann Wild Steel erneut verstärkt als Sänger in Erscheinung zu treten, zunächst mit SOULBLADES, dann mit SOULBLAZE, deren Debüt 2005 über Underground Symphony veröffentlicht wurde. Doch der Hunger nach einem Solo-Projekt schlummerte immer noch in ihm, so dass es im letzten Jahr zu den Aufnahmen von „Wild Steel“ gekommen ist. Wer mit der Optik des Sängers vertraut ist, dem wird es nicht entgangen sein, dass Wild Steel wohl mit zu den größten Verehrern von CRIMSON GLORY und deren Frontmann Midnight im Speziellen zu zählen ist. Schon allein die Maske, mit der Wild Steel seine Live-Auftritte absolviert, lässt diesen Einfluss mehr als deutlich werden. Auch für die Photosessions zu seinem ersten Album hat er diesen Gesichtsschmuck angelegt, womit sich wohl auch die Tatsache erklärt, dass „Wild Steel“ als Doppel-Scheiblette auf den Markt kommt, auf dessen zweiter CD ausschließlich Coversongs der Floridaner zu hören sind. Auf CD Nummero Uno jedoch gibt es ausnahmslos vom Meister persönlich geschriebene und eingesungene Tracks zu hören. Mit von der Partie waren mit Pier Gonella (B, G) und Frank Andiver am Schlagzeug alte Haudegen der italienischen Metal-Gemeinde, die Wild Steel tatkräftig unterstützt haben. Hinsichtlich der Musik haben wir es – logischerweise – mit bombastisch klingendem, kraftvollen, teilweise dezent progressivem und herrlich melodiösem Metal zu tun, der ebenso grandios arrangiert wurde, wie er in Summe perfekt aus den Boxen tönt. Zudem muss man Wild Steel einmal mehr zu seinem wunderbaren Sangesvortrag gratulieren. Der Kerl weiß vom Up-Tempo-Banger („New Reality“), über Balladen („Echoes Of The Past“), bis hin zum trabenden Metal-Song („Valley Of Shadows“) mit seiner Stimme zu imponieren und geht mit jeder Menge an Emotion zu Werke. Stilistisch wird eben jenes breite Spektrum geboten, ohne dabei in irgendeiner Form Schwächen zu offenbaren. Der Kitschfaktor ist zudem immerzu unterdrückt, so dass trotz allem Bombast die Emotionen in ihrer pursten Form regieren. Auch die schon erwähnte zweite CD weiß zu gefallen und enthält wahrlich beeindruckend intonierte Versionen von „Red Sharks“, „Transcendence“, „Painted Skies“ und „Heart Of Steel“. Auch wenn Wild Steel dabei fraglos unter Beweis stellt, dass ER der einzige legitme Nachfolger von Midnight sein kann, sollte dieser Posten nochmals ausgeschrieben sein, muss hier sehr wohl eingeworfen werden, dass es trotz allem nur EINEN Midnight gibt.
www.myspace.com/wildsteelglory
Walter
CORPORATE PAIN - Death In Mind (Eigenproduktion)
„Death In Mind“ also, hmm? Nö Jungs. Allein der Blick auf die Rückseite eures Covers lässt bei mir eher Gedanken an „Obituary In Mind“ aufkommen, als dass mir DEATH hier einfallen würden. Spaß beiseite (ach so, das sollte lustig sein... Andi). Die insgesamt sieben Tracks von „Death In Mind“ wissen nämlich sehr wohl zu gefallen. Mit ihrer Mischung aus Death Metal der alten Schule und ebenso „alten“ Elementen des Thrash Metals der brachialen Art und Weise weiß das aus Ludwigsburg stammende Quartett CORPORATE PAIN auf seinem Debut in der Tat durchaus zu gefallen. Auch wenn diese Truppe erst seit dem Jahre 2005 zusammen musiziert und die Jungs, zumindest dem Augenschein nach, noch recht jung sein dürften, ist „Death In Mind“ ein sehr knallendes Werk geworden, das uns über die gesamte Spielzeit von etwas mehr als einer halben Stunde wissen lässt, dass sich CORPORATE PAIN offenbar sehr intensiv mit der Geschichte und Entwicklung der genannten Subgenres beschäftigt haben dürften. Immer wieder eingeflochtene schleppende Passagen lassen mich mehrmals an MORGOTH denken und wenn es amtlich zur Sache geht, kommen in der Tat OBITUARY als Einfluss ans Tageslicht, auch wenn Sänger Danny wesentlich weniger derb vorträgt und eher von Thrash Metal-Vorbildern wie Max Cavalera beeinflusst klingt. Auffällig ist obendrein auch noch der wahrlich massive Groove, mit dem CORPORATE PAIN manche ihre Songs ausgestattet haben und eben jener macht aus diesen Kompositionen bereits kleine Hits, die sich schon nach kurzer Zeit in den Gehirnwindungen des Zuhörers eingebrannt haben. Die Musik von COPORATE PAIN kommt bestimmt auch „live“ für Beigeisterung zu sorgen, Moshpits scheinen hier Programm zu sein. Auch wenn noch nicht alles perfekt aus den Boxen kommt, sollte diesen Jungs mit „Death In Mind“ auf jedem Fall ein hoffnungsvoller Start in ihre Karriere gelungen sein.
www.coporate-pain.de
Walter
SILVER FIST - Tears Of Blood (Avispa / Soulfood)
Offenbar hat es sich auch in Spanien herumgesprochen, dass man mit englischsprachiger Musik auf internationaler Ebene geschäftstechnisch besser reüssieren könnte als mit spanisch intonierten Songs. Diese Tatsache scheint auch an der Metal-Szene nicht spurlos vorübergegangen sein, denn auch hier kommen offenbar immer mehr Bands auf den Geschmack. Nach SARATOGA haben sich nun auch SILVER FIST dazu durchgerungen, ihr letztes Album „Lagrimas De Sangre“ erneut und mit englischsprachigen Vocals einzuspielen. Zunächst einmal muss angemerkt werden, dass sich die Band hierzulande, zumindest im Underground, bereits einen sehr guten Ruf erspielen konnte. Wenn auch nicht wirklich innovativ, so hatte man von den aus MURO hervorgegangenen Spaniern bislang immerzu technisch versierten, traditionellen Heavy Metal erhalten, dessen wichtigstes Merkmal aber meiner Meinung nach der Gesang von Silver Solorzano gewesen ist. Die Jungs machen ihre Sache logischerweise auch in der englischen Variante verdammt gut, ihr kraftvoller Heavy Metal mit einprägsamen Melodien und einigen instrumentalen Gustostückerl würde mich auch ohne Gesang beeindrucken, da man hier vom reinrassigen Power Metal bis zur Ballade ein sehr reichhaltiges Programm offeriert bekommt. Allerdings muss ich ebenso erwähnen, dass mir die Originalversion wesentlich besser gefallen hat, da manche der Gesangsmelodien regelrecht nach spanischer Sprache verlangen und vor allem die intensiven, langsameren Passagen durch die „Internationalisierung“ an Dramatik verloren haben. Ich glaube nicht, dass SILVER FIST schwächer sind als zahlreiche andere Formationen, die uns mit derlei Klänge versorgen, aber auch auf die Gefahr hinauf mich zu wiederholen, möchte ich einmal mehr erwähnen, dass auch SILVER FIST intensiver klingen, wenn die Jungs in ihrer Muttersprache vortragen (was mich noch interessieren würde: könnte es sein, dass Silver Fist intensiver klingen, wenn sie in ihrer Muttersprache.... Andi).
www.silverfistmetal.com
Walter
MOTHER MISERY - All Eyes On You (Alabama Records / Daredevil Records / Cargo)
Das schwedische Quartett MOTHER MISERY hat ja bereits für sein Debüt „Grandiosity“, aber auch für die EP „For The Crows“ sehr gute Kritiken einheimsen können und sollte sich mit seinem neuesten Output „All Eyes On You“ endgültig in der Szene etablieren können. Die Schweden schaffen es mühelos, sowohl den Fanatiker des Stoner Rock zufrieden zu stellen als auch mit traditionellem, hartem Rock zu beeindrucken und haben obendrein auch noch eine mächtige Dosis jener Klänge zu bieten, die man seinerzeit als Grunge bezeichnete. Speziell SOUNDGARDEN dürften mächtig Eindruck auf MOTHER MISERY hinterlassen haben, Sänger John Hermansen klingt teilweise regelrecht verdächtig nach Chris Cornell. Noch öfter erinnert die Chose in ihrer Gesamtheit aber an trocken aufspielende und immerzu massiv abrockende Formationen wie MONSTER MAGNET. Obendrein kommen in „Broke Down“ auch noch Erinnerungen an MOTHER LOVE BONE auf, was ich bisweilen nur sehr selten von jüngeren Bands vernehmen konnte. John ist ja bekanntlich im Moment nicht nur bei MOTHER MISERY aktiv, sondern auch noch bei THE AWESOME MACHINE und GREENLEAF mit von der Partie und stellt hier erneut sein Sangestalent eindrucksvoll unter Beweis. Aber die Klasse dieser Formation sollte nicht einzig und allein auf den Frontmann reduziert werden, denn MOTHER MISERY wissen als kompakte Einheit zu gefallen. Egal, ob die Herren amtlich rocken und Staub aufwirbeln wie in „My Soul“, ihrem Sound einen modernen Anstrich verleihen um den Bezug zu aktuellen Formationen herzustellen, wie in „The Worst You’ve Seen“ oder mit fast schon traurigen Sounds den Zuhörer in eine sehr melancholische Stimmung versetzen wie im finalen „Wait Right Here“: es ist den Schweden gelungen, ein sehr feines Album abzuliefern, das vor ROCK nur so strotzt.
www.mothermisery.com/
Walter
ANKLA - Steep Trails (Bieler Bros / Rough Trade)
Mit ANKLA stellt sich einen weitere Band aus dem offensichtlich sehr reichhaltigen Fundus an schwermetallischen Formationen mit Latino-Hintergrund vor. „Steep Trails“ kommt mit massig Aggressionen aus den Boxen, wobei die Gitarren zwar dominant wirken, mitunter aber vom dominanten Gesang von Ikaro Stafford doch unterworfen werden. Zudem weiß vor allem die Rhythmusfraktion Oscar Santiago (D) und Edgar Gonzalez (B) durch ihr, die Herkunft und den Background der Formation niemals außer Acht lassendes Spiel zu beeindrucken. Auch wenn ILL NINO mit nicht unähnlichen Klängen vor einigen Jahren die Szenen aufgerollt haben, darf man ANKLA getrost ein hohes Mass an Eigenständigkeit attestieren und das nicht nur deshalb weil die Jungs es geschafft haben Metalcore-Aggression mit spanisch anmutende Gitarrenpassagen so zu verquicken, dass auch bei höchsten spielerischen Anspruch das Aggressionslevel auf höchster Stufe bleibt.
/www.ankla1.com
Walter
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