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JULI 2007
Weitere Reviews
im Archiv

LITMUS – Planetfall (Rise Above / Soulfood)
Es ist schon interessant, welche Ausmaße die mittlerweile grassierende Art von „Retro-Sounds“ annimmt und unsere damit Szene einholt. Mit „Planetfall“ haben junge Briten, die als LITMUS zusammen musizieren, eine Version von Rockmusik anzubieten, die mich schwer an uralte Formationen wie HAWKWIND erinnert. Solche Sounds habe ich lange nicht mehr gehört, aber sobald LITMUS mit ihrem Vortrag beginnen, ist die Erinnerung sehr schnell wieder da. Zudem legen die Burschen auch eine satte Dosis Rotzrock in ihre Kompositionen, so dass der Zuhörer trotz wabernden Keyboards niemals ausschließlich in vermeintlich drogengeschwängerten Sounds eingebettet wird, sondern sehr wohl auch mit einer amtlichen Portion Rock bedient wird. Außerdem lassen sich auch BLACK SABBATH als Einflussquelle nicht verleugnen, denn auch Anleihen von deren uralten Kompositionen werden auf „Planetfall“ herrlich mit wohldosierten Space Rock-Keyboard-Klängen zu mitunter sehr hippesken Klangteppichen von opulenter Spielzeit verquickt. Dieses Album ist geradezu ein Muss für Fanatiker des guten alten Space-Rocks und stellt zeitgleich für Neueinsteiger eine Art „Belastungsprobe“ dar, ob es denn überhaupt Sinn machen würde, sich mit diesem Genre näher auseinander zu setzen. Besonders zugänglich sind LITMUS nämlich keineswegs, doch wessen Herz sich für derlei Klänge öffnet, dem wird es von den Briten auch gefüllt (das hast Du jetzt aber sehr schön gesagt. Andi). http://www.litmusmusic.co.uk
Walter


FOREVER IN TERROR - Restless In The Tides (Metal Blade / SPV)
So jung (im Schnitt gerade einmal 17 Jahre) und schon bei einem so renommierten Label unter Vertrag – Respekt! FOREVER IN TERROTR aus Ohio haben sich den Vertrag bei Metal Blade wohl in erster Linie durch Konzerte mit Größen vom Schlage MACHINE HEAD, DEVILDRIVER oder UNEARTH erspielt, denn veröffentlichungstechnisch ist die Truppe bislang noch nie in Erscheinung getreten. Keine Frage, der Plattenvertrag geht in Ordnung, denn FOREVER IN TERROR klingen trotz ihrer Jugend keinesfalls wie Anfänger, sondern scheinen speziell hinsichtlich der melodischen Gitarrenpassagen sehr interessante Lehrer gehabt hätten. Manche Passagen klingen, als ob die Gitarristen Narte Marti und Chris Wiles bereits vor knapp 20 Jahren irgendwo in der Bay Area musiziert hätten, zumindest aber konnten sie sich diesen Stil perfekt aneignen. Aber Riffing allein macht „Restless In The Tides“ noch nicht zu dem Knaller, der dieses Album geworden ist. Die Jungspund-Formation hat nicht nur Einflüsse aus dem Thrash der älteren Generation anzubieten, sondern sehr wohl auch jene Form des Thrash, die heutzutage von zahlreichen Bands vorexerziert wird. Darüber hinaus wissen die Jungs diese Zutaten mit einigen Metalcore- und Death Metal-Anklängen, sowie mit jeder Menge an melodischen Sequenzen zu versehen und sollten dadurch mit „Restless In The Tides“ nicht nur ein sehr zeitgemäßes Werk abgeliefert haben, sondern auch eines, das den Veröffentlichungen von Größen der Szene in nichts nachsteht. http://www.myspace.com/fitmetal
Walter


CLAWFINGER - Life Will Kill You (Nuclear Blast)
Seit fünfzehn Jahren und sieben Alben zählen CLAWFINGER zu den führenden Formationen der Crossover-Szene. Eine lange Zeit, in der die Musik dieser Band manchmal schwer angesagt war, dann aber wieder unter „ferner liefen“ abgehandelt wurde. Klar waren auch kompositorisch schwächere Veröffentlichungen mit dabei, aber eines muss dieser Band ohne Frage zugestanden werden: CLAWFINGER haben sich niemals darum gekümmert, ob und weshalb sie nun angesagt wären oder eben nicht, sondern haben ohne Umschweife ihren Stiefel durchgezogen und das mit Bravour. Zudem zählen die Herrschaften auch schon seit Jahren immer wieder zu gerne gesehenen Gästen auf Festivals mit unterschiedlichster musikalischer Ausrichtung, wobei es bislang auch nie schlechte Kritiken zu vernehmen gab. Mit „Life Will Kill You“ (VÖ: 29. Juli) stellen CLAWFINGER einmal mehr unter Beweis weshalb sie mit zu den führenden Formationen in Sachen Crossover-Sounds zu zählen sind. Von Metal bis hin zu beinahe schon in Richtung THE POLICE tönenden Klängen enthält auch dieses Album eine sehr breite Palette unterschiedlicher Klänge. Diese sind, wie für diese Band regelrecht üblich, superfett produziert und lassen neben dem Genick, auch das Tanzbein des Bangers in Wallung geraten. Auf die nächsten 15 Jahre, meine Herrschaften! /www.clawfinger.net
Walter


AGHORA – Formless (Season Of Mist / Soulfood)
Als AGHORA vor mittlerweile sieben Jahren mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum in der Szene auftauchten, war bereits im Vorfeld die Begeisterung groß. Kein Wunder, schließlich waren mit Sean Malone (B) und Sean Reinert (D) zwei Recken der Frickel-Szene mit von der Partie, die sich unter anderem durch ihre Arbeit bei CYNIC einen sehr guten Namen erspielen konnten. Vom Line-Up des Erstlings ist auf „Formless“, dem vor kurzer Zeit in Umlauf gebrachten „offiziellen“ Nachfolgewerk, jedoch nur noch Gitarrist Santiago Dobles mit dabei, während Sean Malone die Band verlassen hat und auch Sean Reinert nur noch teilweise auf dem Album zu hören ist. Trotz dieser Umbesetzungen hat sich hinsichtlich der Klänge nicht allzu viel geändert. AGHORA geben noch immer massiv unter die Haut gehenden Prog Rock mit heftiger Metal-Schlagseite zum Besten und auch die neue Sängerin Diana Serra vermag mit ihrer glockenhellen Stimme die an sich sehr verspielten Kompositionen zu veredeln. Akustische Spielereien dominieren auch auf „Formless“ das Geschehen, in Summe lässt sich jedoch feststellen, dass AGHORA im Vergleich zum Debüt eine ganze Ecke metallischer zu Werke gehen. AGHORA wissen mit ihren Songs sehr wohl auch Nicht-Musiker zu beeindrucken, da sie trotz aller Komplexität niemals auf Melodien vergessen. Zudem hat Neil Kernon dieses Album dermaßen perfekt und homogen produziert, dass der Hörgenuss ein sehr großer geworden ist. Nur bitte jetzt nicht wieder sooooooooo lange für ein weiteres Album zu brauchen, meine Damen und Herren! www.aghora.org
Walter


SONATA ARCTICA – Unia (Nuclear Blast/Warner )
In mehreren Interviews im Vorfeld der Veröffentlichung ihres neuen Albums „Unia” (finnisch für „Träume”) gab Frontmann Tony Kakko bekannt, dass SONATA ARCTICA ihren Stil ein wenig verändert hätten. Vor allem hinsichtlich der Geschwindigkeit hätten sich die Finnen nunmehr einigermaßen anders orientiert. Man durfte also gespannt auf „Unia“ warten und schon der erste Höreindruck stellt eindeutig unter Beweis, dass Tony keineswegs gelogen hat. Statt High-Speed steht gediegenes Mid-Tempo auf dem Programm und anstelle von Flitzefinger-Akrobatik regieren nunmehr beinahe schon progressive Klänge. Man kann durchaus davon sprechen, dass sich SONATA ARCTICA mit „Unia“ neu erfunden haben, denn wären da nicht Trademarks wie Tonys markante Stimme, würde man die Band fast nicht wieder erkennen. Ebenfalls geblieben ist eine gewisse Vorliebe für opulenten Bombast, der jedoch auch mit angezogener Handbremse perfekt zu imponieren weiß. Ob sich die Finnen mit diesem Album geschäftstechnisch eine Gefallen getan haben, bleibt abzuwarten, denn wer die Band bislang für ihre im höheren Up-Tempo anzusiedelnden Kompositionen lieben gelernt hat, sollte diesbezüglich eher zu Marktführern wie DRAGONFORCE greifen. Hinsichtlich Glaubwürdigkeit und Eigenständigkeit haben SONATA ARCTICA mit „Unia“ jedoch einen sehr großen Schritt getan und auch die SONATA ARCTICA seit Beginn ihrer Karriere anhaftenden Vergleiche zu ihren Landsleuten von STRATOVARIUS sollten nun endgültig verschwunden sein. www.sonataarctica.info
Walter


ANTERIOR - This Age Of Silence (Metal Blade / SPV)
Mit dem amerikanischen Quartett ANTERIOR haben Metal Blade Records ein weiteres heißes Eisen im Feuer. Offenbar haben die Talentscouts im Vorfeld ein wenig in Richtung der jüngeren Zielgruppe geschielt und dabei eine Band ausfindig gemacht, ob deren musikalischer Ausrichtung jeder Freund von modernen Metal-Klängen wie sie TRIVIUM, SANCTITY und einige mehr im Moment fabrizieren, in Jubel ausbrechen sollte. Schon das eröffnende Riff zu „Ghosts Of Dawn“ legt eindeutig Zeugnis davon ab. Die alte Schule des Thrash Metals lässt sich zwar zu Beginn sehr deutlich vernehmen, aber in Folge wird dieser Track zu einem modernen Brecher jener Kategorie, mit der uns die genannten Formationen seit einiger Zeit erfreuen. ANTERIOR lassen damit nichts anbrennen und auch in Folge lässt uns die Band mehrfach wissen, wie es klingt, wenn man sich in mehrere Richtungen orientiert und zeitgemäßen Metal mit den Einflüssen der „Thrash-Antike" gekonnt fusioniert. Auch hinsichtlich der Produktion muss man sich keineswegs vor Größen der Szene verstecken, „This Age Of Silence“ kommt knochentrocken und hammerhart aus den Boxen und kann damit beeindrucken. Das Zepter haben bei ANTERIOR ganz eindeutig die Gitarristen in der Hand. Leon Kemp und sein Kompagnon Luke Davies, der zudem auch für den immerzu sehr aggressiv intonierten Gesang zuständig ist, verbraten Riffs, die geradezu ein Potpourri der letzten 20 Jahre Thrash Metal darstellen. Ab und an lassen ANTERIOR auch ihre Vorliebe für Metalcore anklingen, der Thrash Metal bleibt aber eindeutig spielbestimmend. Auch gesangstechnisch sorgt Luke immer wieder für Abwechslung, da seine Stimme mitunter auch in Death Metal-Bereiche abdriftet, wobei seine Sangesdarbeitung auch in tieferen Regionen zu gefallen weiß. ANTERIOR sind mit Sicherheit nicht schwächer als die genannten Gruppen und deren „Marktbegleiter", könnten jedoch mit dem Problem konfrontiert werden, dass diese Bands eben schon länger existieren und die Zielgruppe sich darauf eingeschworen hat. Am Talent sollte es aber nicht scheitern, denn davon haben ANTERIOR mit Sicherheit reichlich. www.myspace.com/anterior
Walter


THE FLOWER KINGS - The Road Back Home (Inside Out / SPV)
„A Compilation For The Collector Or The Newbie“ steht unmissverständlich auf der Rückseite des Pappschubers von „The Roaod Back Home“. Nach neun Studioalben und einigen weiteren Veröffentlichungen lassen Roine Stolt und seine „Blumenkönige” ihre bisherige Karriere in Form dieses Doppeldeckers in sehr übersichtlicher Art und Weise Revue passieren. Das vom Mastermind persönlich produzierte Album kann nicht nur mit genialen Kompositionen aus dem ohnehin nicht gerade schwachen Katalog der Band aufwarten, es liefert noch dazu aussagekräftige und auch sehr informative Liner-Notes. THE FLOWER KINGS standen immerzu für dezent jazz-lastigen Prog-Rock der verspielten Art, haben ihre Songs zudem, nicht unähnlich wie RUSH, mit einem sehr eigenwilligen Charakter ausgestattet und wissen nicht zuletzt dadurch weit über das Prog-Genre hinaus Fans zu begeistern. Mit „Little Deceiver“ haben THE FLOWER KINGS auch noch einen aus den „Rainmaker“-Sessions übrig gebliebenen Song mit auf dieses Doppelalbum verpackt, der ebenso gut zur Geltung kommt, wie das genial umgesetzte GENESIS-Remake „Cinema Show“. Wie schon gesagt, für den Sammler eine sehr lohnende Investition, ebenso aber auch für den „Neuling“, da man sich seitens der Band die zugänglicheren Songs ausgewählt hat um „Frischlinge“ nicht gleich zu verschrecken./www.theflowerkings.se
Walter


SCREAM IN DARKNESS – Same (Eigenproduktion)
Im ehemaligen Ostblock war der Heavy Metal schon immer existent, wenn auch jahrelang nur im Untergrund und das unter nicht gerade angenehmen Bedingungen für Fans und Musiker. Doch in den letzten Jahren hat sich zum Glück für die sehr imposante Szenerie diesbezüglich sehr viel geändert, sodass Bands aus jener Region nun auch endlich über die Landesgrenzen hinaus drängen können, um auf der ganzen Welt ihre Klänge verbreiten zu können. Ohne mich hier in irgendeiner Form politisch betätigen zu wollen, so sei mir doch die Anmerkung gestattet, dass die Globalisierung sehr wohl auch ihre positiven Aspekte hat. SCREAM IN DARKNESS nennt sich eine noch recht junge russische Formation, die aus dem Großraum Moskau stammt und nach einem, ebenso selbstbetitelten Demo im Jahre 2005, seit dem letzten Jahr mit ihrem ersten Langeisen auf dem Markt ist. Das Quartett offeriert uns darauf heftigsten Thrash Metal in Kombination mit melodiösem Death Metal und weiß damit zu beeindrucken. Stilistisch legen sich die Russen jedoch ganz und gar nicht auf Einflüsse fest, sodass man neben alten Helden aus der Bay Area auch brachialen Thrash der SLAYER-Schule und moderne Death Metal-Klänge aus Schweden im Verlauf der Spielzeit vernehmen kann. Vor allem das Gitarrenspiel von Max Krukov kann die alte Schule nicht verheimlichen, der gute Max schüttelt ein gelungenes Riffkonstrukt nach dem anderen aus dem Ärmel und ist seinen Idolen spieltechnisch schon recht nahe. Hinsichtlich des Tempos verstehen es SCREAM IN DARKNESS sehr gut zu variieren, wobei der Up-Tempo-Bereich zwar ihr Metier bleibt, dieser allerdings immer wieder verlassen wird und durch die verlangsamten Passagen jede Menge Abwechslung ins Spiel kommt. Melodien gibt es ebenso zur Genüge, diese prägen sich rasch in den Gehörgängen ein und harmonieren perfekt mit dem energiereichen Vortrag, wodurch sich ein recht positives Gesamtbild ergibt. Zu bemängeln gibt es an dieser Scheibe an und für sich nur den Gesang, denn dieser ist ziemlich schwach ausgefallen. Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass Bands in ihrer Muttersprache vortragen, ganz im Gegenteil, ich finde, dass manche Formationen dadurch erst ihren Reiz erhalten und war wegen der gesamten Aufmachung dieser Scheibe und den Texten, die im Booklet in kyrillischer Schrift abgebildet sind, sehr gespannt, wie sich derlei harsche Klänge in russischer Sprache anhören würden. Aber Alexey Bolshakov schafft es mit seiner Stimme, die ausschließlich in tiefsten Regionen angesiedelt ist und dabei leider nicht wirklich überzeugen kann, nicht ganz das Niveau der Songs zu halten. Texte sind bei seinem Gegrunze mitunter nur sehr zu verstehen, weshalb sich SCREAM IN DARKNESS damit trotz vorzüglicher Instrumentalarbeit ein Eigentor geschossen haben und dadurch mit ihrem Debüt wohl noch nicht großartig international reüssieren werden können. Sorry Jungs, aber besserer "Gesang" wär’ schon was Feines gewesen, zumal unzählige Death Metal-Growler vorexerzieren, wie man auch in diesen Gefilden beeindruckende Vokalarbeit leisten kann. www.indarkness.ru
Walter


RAZOR BALL – Same (Mascot / NSM)
Auch wenn der Name RAZOR BALL bislang noch nicht in der Szene zu vernehmen war und vorliegendes Album das Debüt dieser Formation darstellt, handelt es sich keineswegs um Newcomer, sondern um die Kollaboration von gestandenen Profimusikern. Neben Greg Hampton, der bei allen zwölf Tracks seine Finger im Spiel hatte und der hier an der Gitarre zu hören ist, gehören Stefan Svensson (D), Rod Jackson (V) und Reeves Gabrels zu RAZOR BALL. Reeves und Greg haben das Album auch produziert, an Erfahrung sollte es diesen beiden Cracks dafür auch keineswegs mangeln, schließlich liest sich deren Referenzliste wie ein Rockmusik-Lexikon. Vor allem die Zusammenarbeit mit GLENN HUGHES hat auf Greg offenbar bleibenden Eindruck hinterlassen, lässt sich dessen Einfluss ob der stilistischen Bandbreite doch auch in einem großen Teil der Kompositionen von "Razor Ball" heraushören. Reeves hat jahrelange musikalische Partnerschaft mit DAVID BOWIE vorzuweisen, die sich jedoch kaum auf dieses Album ausgewirkt zu haben scheint. Wem auch noch der Name Rod Jackson bekannt vorkommen mag, dem sei gesagt, dass es sich in der Tat um jenen Typen handelt, der bei SLASH’S SNAKEPIT mit von der Partie war. Spätestens im dezent nach SLASH's ursprünglicher Band tönendem 'What's The Big Secret' wird auch Rod's Zutun zum Gelingen dieses Albums deutlich. Die insgesamt zwölf Songs grooven wie Sau, allen voran 'Dirt Ta Dust' und 'Temptation', die mit zu den absoluten Highlights des Albums zu zählen sind. Zudem wissen RAZOR BALL perfekt funkige Rhythmen mit rockigren Melodien zu vermengen, weshalb mich das Songmaterial auch teilweise an MOTHER'S FINEST erinnert. Zudem scheuen die Herrschaften auch vor Country-Anleihen nicht zurück, verstehen es perfekt Southern Rock oder den guten alten Blues in ihre Songs zu integrieren und lassen auch des Öfteren die Finger sehr flink und hart rockend über die Saiten flitzen. "Razor Ball" ist ein rundum gelungenes Album geworden, das eher das Tanzbein anspricht als das Genick, aber auch ein stählerner Nacken braucht ab uns zu seine Ruhephase und genau dafür empfiehlt sich dieses Werk geradezu. www.razorballworld.com
Walter


VOMITORY - Terrorize Brutalize Sodomize (Metal Blade / SPV)
VOMITORY standen zwar noch nie für einschmeichelnde Klänge, doch im Vorfeld der Aufnahmen zu ihrem aktuellen Scheibchen „Terrorize Brutalize Sodomize“ scheint doch etwas Unvorhergesehenes passiert zu sein. Anders ist die dermaßen brutale Ausführung dieses Albums nicht zu erklären. Allerdings muss man auch erwähnen, dass VOMITORY auch ihr vergleichsweise „langsamstes“ Werk damit abgeliefert haben. Die Anführungsstriche sind nicht unabsichtlich, denn „langsam“ hat hier nichts mit etwaigen Annäherungen an untere Tempolimits zu tun, sondern soll lediglich heißen, dass die Schweden nunmehr nicht ausschließlich im Up-Tempo-Bereich prügeln, sondern mitunter dermaßen rabiat durchs Mid-Tempo klopfen, dass einem Hören und Sehen vergeht. „Terrorize Brutalize Sodomize“ ist ein abermals fetter Batzen Musik in typischer VOMITORY-Manier geworden, allerdings mit eben jenen beschriebenen Neuerungen. /www.vomitory.net
Walter


SEAR - Lamentations Of Destruction (Dynamic Arts)
Es ist schön zu wissen, dass sich heutzutage immer mehr Bands keineswegs mehr auf ein einziges Genre beschränken und ihre Alben durch Anklänge mehrer Stilformen dessen, was wir kurz und bündig Heavy Metal nennen zu veredeln wissen. Mitunter trieben es aber manche Musiker dann doch zu weit. Die Finnen von SEAR sind ein sehr gutes Beispiel dafür. Immer wenn die Band amtlich Gas gibt und die Kompositionen von mächtigen Double-Bass-Attacken getrieben werden, kommt dem Hörer in den Sinn, dass man hier wohl eine recht mächtig aufspielende Death Metal-Band hört. Doch immer wieder schieben SEAR Black Metal-Elemente in ihre Songs ein, die leider weder sonderlich originell gestaltet wurden, noch wirklich überzeugend klingen. Dadurch entsteht in Summe ein Eindruck von Klängen, die wohl am ehesten mit dem Begriff „Geknüppel“ umschreiben werden können. Viel zu undifferenziert und irgendwie uninspiriert gehen es die Herrschaften an, weshalb „Lamentations Of Destruction“ alles andere als einen Ohrgasmus darstellt. Die stilistische Verquickung an sich wäre ja nicht ganz ungewöhnlich, wie uns nicht erst einmal bewiesen wurde, doch die Ausführung lässt hier sehr wohl zu wünschen übrig.. An Abwechslung mangelt es den Finnen also keineswegs, allerdings erweckt dieses Album den Eindruck, dass SEAR noch nicht ganz wissen, was sie dem Hörer bieten möchten, zumal die insgesamt elf Kompositionen in keiner Art und Weise wirklich überzeugen können.www.officialsear.com
Walter


OBSCURITY - Schlachten & Legenden (Massacre Records/NSM)
Bereits zum dritten Mal legen und die deutschen Pagan Metaller von OBSCURITY ein Album voller Kriegslieder vor, das von den Songtiteln her nicht unbedingt dazu animiert sich sofort mit Band und Album zu beschäftigen. Aber zum Glück lässt man sich als Schreiberling von derlei „Nebensächlichkeiten“ ja nicht wirklich irritieren und lässt zunächst einmal die Musik für ich sprechen. Auch bei OBSCURITY hat sich diese Vorgehensweise bezahlt gemacht. Nicht nur, das die Jungs aus dem bergischen Land NICHTS mit politisch irregeleiteten Zeitgenossen am Hut haben, die Herrschaften verstehen es sehr wohl auch musikalisch zu überzeugen. Zwar ist ihr irgendwie schwer angeschwärzter mythologisch inspirierter Metal längst nicht mehr innovativ, dafür aber gut gemacht und auch niemals zu nahe an etwaigen Originalen angelehnt. Irgendwie haben es OBSCURITY geschafft, eine noch nicht besetzte Nische im Dunstkreis von Black, Pagan und Viking Metal zu besetzen, in der sie fortan beruhigt aufspielen können. Und eben das haben sie auch schon auf „Schlachten und Legenden“ getan. Zwar haben sich auf diesem Album vor allem rifftechnisch die übermächtigen AMON AMARTH als „Bergische Löwen“ entpuppt, aber ansonsten darf man den Jungs durchaus attestieren, ihre eigen Linie gefundne zu haben, auf die es nun stilecht mit Trinkhörner anzustoßen gilt! /www.obscurity-online.de
Walter


BEYOND THE SIXTH SEAL - The Resurrection OF Everything Tough (Metal Blade / SPV)
BEYOND THE SIXTH SEAL nennt sich das seit knapp zehn Jahren existierende zweite Steckenpferd der THE RED CHORD-Musiker Mike Mckenzie und Gregory Weeks Auch wenn von den Gründungsmitgliedern von BEYOND THE SIXTH SEAL nur noch Drummer Brendan Roche an Board ist, halten sich Gregory und Mike „Gunface“ hier hinsichtlich der abgefahrenen Klänge zurück und überlassen ihre diesbezüglich vorhandenen Ideen offenbar THE RED CHORD. Auf „The Resurrection Of Everything Tough“ lassen die drei Musiker den harten, teilweise sehr räudigen Rock das Spiel bestimmen. Zuletzt waren die Jungs im Jahre 2002 mit „Earth And Sphere“ unter dem Namen BEYOND THE SIXTH SEAL in Erscheinung getreten, eine verdammt lange Zeit in diesem sehr schnelllebigen Business, aber keinesfalls ein Problem für Formationen, deren Klänge als „zeitlos“ zu bezeichnen sind, wie im Falle dieser Scheiblette. Mit schwer gen New Orleans verbeugten Sounds, denen aber auch eine fette MOTÖRHEAD-Schlagseite eigen ist, wissen BEYOND THE SIXTH SEAL zu beeindrucken. Zumeist sind die Tracks im mittleren Tempo angesiedelt und so bolzt das Trio Song für Song herunter, ohne Kompromisse einzugehen. Gesangstechnisch kommt einem auf Grund der Derbheit immer wieder Chris Barnes in Erinnerung, während in den weniger deftigen Momenten ENTOMBED zu deren Death ’N’ Roll-Phase als Anhaltspunkt geltend gemacht werden können. Eine recht opulente Mixtur aus vorwiegend brachialen Momenten ist es also, die uns BEYOND THE SIXTH SEAL anzubieten haben, doch genau damit sollten sie auch jede Menge an Fans erreichen können. www.beyondthesixthseal.net
Walter


MONSTROSITY - Spiritual Apocalypse (Metal Blade / SPV)
Drummer Lee Harrison zählt mit zu den Urgesteinen der Florida-Death Metal-Szene und seine Band MONSTROSITY ist auch schon seit Jahren eine Institution in Sachen brachialer Sounds. Mit neuen Musikern an seiner Seite offeriert Lee den Fanscharen nun das aktuelle Album „Spiritual Apocalypse“. So dunkel und düster, wie es der Titel verheißt, ist das Album zwar nicht unbedingt geworden, dafür aber hat es Death Metal der alten Florida-Schule in überzeugender Art und Weise zu bieten. Von „aktuellen“ Klängen sind MONSTROSITY auch anno 2007 weit entfernt. Lee hat sich zum Glück keineswegs angebiedert und etwa etwaige Metalcore-Einflüsse adoptiert. Viel eher hat dieses, von den Morris-Brothers gnadenlos drückend produzierte, Album Todesmetall in Tradition der Herkunft seiner Kreatoren anzubieten und weiß zudem mit Soli in alter DEATH-Manier zu glänzen. Zu guter Letzt zeigt Mike Hrubovcak wie man derlei Klänge gesangstechnisch umzusetzen hat. Von wegen „cleane“ Gesangsparts zur Auflockerung: auf „Spiritual Apocylypse“ wird derb-deftig gegurgelt, wodurch der Gesang perfekt mit den ebenso rabiat-brutalen Klängen der Band harmoniert. Der Todesmetaller mit Hang zur Tradition kann mit dieser Scheibe nichts falsch machen! www.monstrosity.us
Walter


U.G.F. - Fairy Tales From The Underground (Eigenproduktion)
U.G.F. steht für UNDERGROUND GROOVE FRONT und eben jenen Groove hat diese deutsch-österreichische Freundschaft auf ihrer aktuellen Scheiblette gleich tonnenweise anzubieten. Nach dem obskuren Intro „Fairy Tales“ geht das im Moment aus Armin (V), Cunz (G) und Freddy (D, zur Zeit der Aufnahmen dieses Albums jedoch noch kein Bandmitglied) bestehende Trio mit „Social Behavior“ in fettester Machart in die Vollen. Ein räudiger Bastard aus Groove-Thrash in GURD-Manier mit latenter New Orleans-Schlagseite kommt auf den Hörer zu und fesselt diesen regelrecht an die Boxen. U.G. F., die für die Aufnahmen dieses, ihres zweiten Albums mit Simon Öller (OLEMUS, IN SLUMBER) am Bass und Martin Zeller (THIRDMOON) am Schlagzeug, eine sehr kompetente Rhythmusabteilung rekrutieren konnten, zeigen danach in „The Underground Lives“, dass sie auch PANTERA-mäßig zur Sache gehen können, kreuzen aber auch diese Thrash-Einflüsse mit massiven New Orleans-Sounds im Stile der alten CROWBAR. Zum folgenden „Malicious Dreams“ geht dann das Publikum live bestimmt ebenso ab wie zu den Nummern davor, aber auch für den „Hausgebrauch" ist dieser Track, ebenso wie die gesamte Scheibe durchaus geeignet, vorausgesetzt, der Untergrund auf dem man sich hüpfend oder stampfend bewegt, ist in baulich einwandfreiem Zustand. U.G.F. zeigen sich auch hier von einer sehr heftigen Seite und wissen mit ihren immerzu brachialen Klängen zu gefallen, ehe der Zuhörer zum Abschluss mit „Menschenfeind“ abermals eine etwas experimentelle Nummer vor den Latz geknallt bekommt. Diese geht zu Beginn in Richtung Doomcore der Kategorie DRECKSAU, bevor es abermals recht Thrash Metal-mäßig weitergeht und Sänger Armin in Folge dann gar eigenartige Töne und Laute von sich gibt, wodurch der Schluss von „Fairy Tales From The Underground“ ähnlich schräg klingt, wie der Beginn dieser eindrucksvollen Darbietung. /www.u-g-f.com
Walter



You Know?! – The Days Are Numbered (Remedy Rec/Rebeat)

Und wieder einmal beweist das Wiener Punk-Label Remedy Records den richtigen Riecher. Seit jeher haben sie junge, unbekannte Bands unterstützt, die in der Folge zu Fixsternen der österreichischen Punk-Rock-Szene aufstiegen (z.B. Red Lights Flash, No Head On My Shoulders, Side Effect) - Nichts anderes ist von You Know?! aus Attnang zu erwarten. Die 5 Jungs spielen knalligen West-Coast-Sound à la NoFx und Rancid. Ihre Songs sind pointiert und machen verdammt viel Spaß. Gelegentlich mischen sich dazu Metal- & Post-Hardcore-Breitseiten. Musikalisch ist die Band mehr als kompetent und der Sound braucht sich ebenfalls kein bisschen vor seinen nordamerikanischen Vorbildern verstecken. Besonders lobend zu erwähnen ist das Bewusstsein der Band um gesellschaftliche und politische Probleme. Dies drückt sich einerseits in den Texten aus, konkret wird aber auch das Hilfsprojekt „Bock Mas“ unterstützt. Das liebevoll aufgemachte Booklet bietet neben den Texten nützliche Links zu Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen, medienemanzipatorischen/partizipativen Projekten und ökonomiekritischen Bewegungen. Eine top Punk-Rock-Party mit Hirn!
/www.youknowtheband.com



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