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| MASTERPLAN - Mk II (AFM) Das Anfang 2003 erschienene Debüt "Masterplan" schlug ein wie eine Bombe. Doch bereits der Nachfolger "Aeronautics" konnte, wenngleich ebenfalls großartig, dieses überragende Niveau nicht halten. Mitte 2006 verlassen mit Frontman Jorn Lande und wenig später Drummer Uli Kusch gleich 2 Gründungsmitglieder die Band. Mike DiMeo (Ex-Riot) fällt die undankbare Aufgabe zu, Ausnahmesänger Jorn Lande, der den Sound der Band mit seinem speziellen Gesangsstil maßgeblich geprägt hat, zu ersetzen. Der zweiter Neuzugang ist Mike Terrana (Ex-Rage, etc.), der nur wenige Tage nach dem Ausstieg von Uli Kusch bereits im Studio das neue Material eintrommelt. Eines ist sicher: Mit DiMeo und Terrana hat man zwei hervorragende neue Musiker an Bord geholt. Es ist nur logisch, dass sich der Charakter des Bandsounds mit dem neuen Frontmann ein wenig verändert hat. Mehr den je tönt`s weniger nach Metal denn nach Hardrock, der tief in den Achtzigern verwurzelt ist. Die Musik wirkt bodenständiger. DiMeo verpasst Masterplan mit seinem charismatischen Gesang eine neue, frische Note, ohne sich dabei allzu weit vom Klang der ersten beiden Alben zu entfernen. Auf "MK II" gelingt es, eine enorm breite Palette unterschiedlicher Stücke zu präsentieren. Von Doublebass-Krachern wie "Warrior`s Cry" über das mitgröhl-kompartible "Masterplan", den epischen Rocker "Call The Gipsy" bis hin zu meinem persönliche Favoriten, dem genialen "Heart Of Darkness" - zwölf packende Songs, die dem Begriff "Melodic Rock/Metal" alle Ehre machen. Bleibt abzuwarten ob Mark II - wie im Falle von Deep Purple - erfolgreicher wird als Mark I. Ihren festen Platz in der 1. Liga werden sie mit diesem bärenstarken Silberling zweifelsfrei verteidigen. Als Support von Saxon am 27.04. live im Planet Music! Ger-Hard HEAVENLY - Virus (AFM) Power Metal und kein Ende. Heavenly stammen aus Frankreich und sollten mittlerweile jedem Melodic-/Power Metal- Jünger ein Begriff sein. Von ihrem ersten Album an orientierten sie sich an Bands wie Helloween, Gamma Ray oder Freedom Call. Zahlreiche Besetzungswechsel haben an der musikalischen Ausrichtung nichts wesentliches geändert, auf der musikalischen Identitätssuche ist man bislang nicht wirklich fündig geworden. Auf "Virus" zeigt sich die Band ein wenig abwechslungsreicher und gereifter als auf den 3 Alben zuvor. Vor allem der Titeltrack weiß zu gefallen. Der hochmelodische Metal mit leicht progressivem Einschlag geht gut in´s Ohr, starke Chöre und fette Melodiebögen, viel besser kann man diese Art von Musik wohl nicht machen. Dazu gibt's noch eine Coverversion von Pia Zadora´s "When The Rain Begins zu Fall", für die man für den weiblichen Gesangspart "Lullacry"-Sängerin Tanja ins Studio geholt hat. Hier werden sich die Geister scheiden, mir gefällt`s! Leider ist das Songmaterial über weite Strecken nicht wirklich eigenständig, auf diesem Sektor gibt es ganz einfach zu viele interessante und hörenswerte Bands. Somit wird den Franzosen der Sprung in die 1. Liga wohl weiterhin verwehrt bleiben. Da es aus musikalischer als auch qualitativer Sicht jedoch nichts ernsthaftes zu bemängeln gibt, kann man ŽVirus„ jedem Powermetalfan, der von den diversen Edguys, Sonata Arcticas und Stratovariussen noch immer nicht die Nase bzw. Ohren voll hat, wärmstens empfehlen. Ich befürchte allerdings daß sich dieser Virus nicht flächendeckend ausbreiten wird. Ger-Hard BASEMENT - Circle Of Pain (Eigenprod.) „Songs from the basement, burstin` out to all our friends, let them join our symphony”, dazu laden BASEMENT in „Basement Symphony”, dem Opener ihres Debütalbums “Circle Of Pain” ein. Auch wenn ich keineswegs zum Freundeskreis der vier Herren zähle, fühle ich mich angesprochen „zu joinen“. Nach intensivem Genuss von „Circle Of Pain” bin ich sogar geneigt darum zu bitten, in jenen erlauchten Kreis aufgenommen zu werden, denn nicht nur die „Basement Symphony“weiß zu gefallen, BASEMENT lassen nach diesem Album sogar darauf hoffen, dass es endlich einmal wieder einer österreichischen Band gelingen kann, über die Landesgrenzen hinaus erfolgreich zu sein. Dabei machen es die vier Herrschaften dem Zuhörer gar nicht einmal einfach, sich mit dem Songmaterial anzufreunden. Irgendwie haben es BASEMENT nämlich geschafft, eine eigene Nische zu finden und sich in dieser festzusetzen. Für progressiven Rock, der in den Songs immer wieder zu hören ist, klingen Songs wie beispielsweise der Titeltrack einfach zu gerade und zu heftig. Gür traditionellen Hardrock, der ebenfalls immer wieder zu hören ist, sind BASEMENT über weite Strecken aber ein wenig zu abgefahren und zu sperrig. Von daher könnte es allerdings ein Problemchen geben, Fanscharen zu rekrutieren, aber da sich Qualität auf Dauer doch durchsetzt, mache ich mir keine Sorgen. Besagter Titelsong lässt mich nicht nur vom Titel her ein wenig an ROUGH SILK denken, auch jene deutsche Band konnte man stilistisch kaum zuordnen, da sie immer wieder zwischen verschiedenen Genres wechselte. Dominierend ist über die gesamte Spielzeit vor allem das harmonische Zusammenspiel der Gitarristen Manfred Köck und Bernhard Scholz, wobei Zweitgenannter auch mit seinem variablen Gesang überzeugen kann. Die Rhythmusfraktion Christian Bernhard (B) und Karl Novotny (D) weiß ebenfalls zu gefallen und ist perfekt aufeinander eingespielt. Da wir es hier mit „alten Hasen“ zu tun haben, ist das aber auch nicht weiter verwunderlich. Karl war übrigens vor Urzeiten Mitglied bei KYRIE ELEISON, die bis heute die wichtigste Formation in Sachen symphonischer Rockmusik in Österreich geblieben sind. Ob es BASEMENT soweit schaffen können, bleibt abzuwarten. Der von dieser Band eingeschlagene Weg erscheint mir jedenfalls als ein sehr hoffnungsvoller. Spieltechnisch über jeden Zweifel erhaben haben sie es geschafft, sich mit ihren Songs nirgendwo zu sehr anzunähren, auch wenn sie ihre Einflüsse, die von DEEP PURPLE bis hin zu SYMPHONY X reichen, mitunter kräftig durchklingen lassen, aber das lässt sich ja auch bei bekannteren Acts nicht von der Hand weisen. www.basement.at.tt Walter THE POODLES - Metal Will Stand Tall (AFM) Mit einem 3/4 Jahr Verspätung wird das Album von "The Poodles" nun endlich auch in unseren Breiten veröffentlicht. In ihrer schwedischen Heimat erreichte "Metal Will Stand Tall" bereits Goldstatus und die daraus ausgekoppelte Single "Night Of Passion" wurde mit Platin ausgezeichnet. In Schweden steht der Ausdruck „Poodle“ für die Sorte aufgestylter Posermusiker, die eher durch ihr Äußeres den durch musikalisches Können glänzen. Unter diesem Aspekt macht der skurile Bandname plötzlich Sinn. Denn die Optik verheißt nichts gutes: Hautenge Hosen, Leoparden-Outfit, verführerisches Make Up, igitt! Aber die vier Schweden haben wesentlich mehr zu bieten als man nach dem ersten "Glam"-Eindruck annehmen möchte. Auch der Titel ist irreführend. Mit echtem Metal hat man nicht viel am Hut. Hier regiert wunderbar melodischer Hardrock, der heftige Erinnerungen an die 80er weckt. Klingt wie eine Fusion aus frühen Bon Jovi, Mr. Big, Mötley Crüe und wie sie sich alle nannten. Und weiß unerwarteter weise bereits nach dem ersten Durchlauf zu gefallen. Man spürt förmlich die Energie und Spielfreude der Band. Da die vier Musiker zuvor in namhaften Bands wie Talisman, Midnight Sun oder Lion`s Share spielten, mangelt es auch nicht am musikalischen Know How. Die Nummern haben Biss und entwickeln sich zu echten Ohrwürmern. Anspieltipps: eigentlich alles! Besonders gelungen der gnadenlos rockende Titeltrack, die geniale Ballade "Song For You", bei der ein klassischer Tenor zum Einsatz kommt und selbst das Cover von Ultravox´ "Dancing With Tears In My Eyes" weiß zu gefallen. Auf ihrer Europatournee mit Hammerfall und Krokus stellten sie erst kürzlich ihre Live Qualität unter Beweis und konnten voll überzeugen. Wohl auch deshalb, weil sich die Refrains ihrer relativ einfach gestrickten Rocksongs schon beim ersten Anhören mitsingen lassen. Die Jungs sind Melodie und Wiedererkennungsfaktor pur. "Metal Will Stand Tall" ist ein großartiges Album, dass ich jedem Freund von rockigeren Tönen, und auch jedem, der es noch werden möchte, uneingeschränkt empfehlen kann. Ger-Hard KRYPTERIA - Bloodangel`s Cry (EMI) Zunächst startete Krypteria als Musicalprojekt des deutschen Musikproduzenten Christoph Siemons, um vor ca. 2 Jahren zu einer echten Band zu mutieren. Von diversen Fach-Zeitschriften werden sie als DIE neue Gothic-Metal Sensation bejubelt. Mit Vergleichen zu etablierten Bands wie Nightwish, Within Temptation oder auch Evanescence sollte man allerdings besser vorsichtig umgehen. Die Mischung aus kraftvollem Rock, klassischen Elementen und gregorianischen Chören wirkt über weite Strecken konstruiert und nicht wirklich originell. Die Metal Attitüde kann und will ich der Band beim besten Willen nicht abkaufen, ich finde das sich die Musical-Vergangenheit an keiner Stelle leugnen lässt. Musikalisch gestaltet sich das Ganze äußerst vielschichtig. Ausladende Orchestrierung gesellt sich zu progressiven Riffs, bombastische Rocksongs verschmelzen mit gregorianischen Chorälen und über allem schwebt die glasklare Gesang der koreanischen Frontfrau Ji-In. Natürlich schlägt man musikalisch in die gleiche Kerbe wie z.B. Lacuna Coil, Within Tempation etc. Auch handwerklich ist Krypteria sicherlich nichts vorzuwerfen. Das Album ist fett produziert, professionell gemacht – doch irgendetwas fehlt. Die CD wirkt glatt, zu gewollt, irgendwie künstlich. Ich werde den Eindruck nicht los, dass hier mehr mit Kalkül als mit Herzblut zu Werke gegangen wurde. Alles in Allem liefern Krypteria dennoch ein imposantes Werk ab, das gekonnt zwischen Gothic, Pop und Melodic Metal wandelt. Der kommerzielle Erfolg scheint somit sicher. Und das Grande Finale mit dem imposanten 10minütigen Epos „At The Gates Of Retribution“ entschädigt denn für einiges - ganz großes Kino! Für Female-Metal Fans sicher eine lohnende Anschaffung um die Zeit bis zum heißersehnten neuen Nightwish Album zu überbrücken. Ger-Hard ALMAH - Almah (AFM) Hinter Almah verbirgt sich neben Angra Sänger Edu Falashi mit Emppu Vuorinen (Nightwish, g), Lauri Porra (Stratovarius, b) und Casey Grillo (Kamelot, d) quasi ein All-Star-Ensemble aus dem Power Metal-Lager. Die elf Tracks entstammen allesamt der Feder von Edu und sind wie erwartet im Bereich des leicht progressiven und dennoch melodischen Metal anzusiedeln. Da es sich bei den Herrschaften um gestandene Profis handelt, lassen Spieltechnik und Präzision erwartungsgemäß keine Wünsche offen. Die Songideen von "Almah" sind zwar hörenswert aufgebaut und werden von einer quicklebendig spielenden Band umgesetzt, auf große Überraschungen wartet man allerdings vergebens. Meiner Meinung nach hätte man das Material ebenso gut als neue Angra Scheibe vermarkten können. Aufgrund der prominenten Verstärkung dürfte dieser Silberling jedoch weitaus mehr Aufmerksamkeit erregen. Als Anspieltipps empfehle ich das druckvolle "Children Of Lies", das verspielte "Almah" bzw. das speedige "Take Back Your Spell". Die unsagbar öden Schmachtfetzen "Forgotten Land" (Ozzy lässt grüßen) und "Primitive Chaos" hätte man sich gerne sparen können. Von diesem Killer-Lineup hätte ich mir eigentlich mehr erwartet. Ger-Hard SILENT FORCE - Walk The Earth (AFM) Egal bei welcher Band D.C. Cooper mitmischt: Das Resultate ist stets ein gefundenes Fressen für Fans melodischer Power-Metal-Kost. Anfang 2000 beschloss der ehemalige Gründer von Royal Hunt mit dem Gitarristen Alex Beyrodt (Shortino, Sinner, The Sygnet) gemeinsame Sache zu machen. Die Trademarks der Band sind bombastischer Sound, pfeilschnelle Gitarrensoli, massenweise tolle Melodien und Refrains, die sich schon beim ersten Hören in den Gehörgängen festkrallen. Veredelt wird das Ganze von Coopers charismatischen Vocals, der die extrem eingängigen Gesangsmelodien perfekt umsetzt. Zwar wurde hier das Rad musikalisch nicht neu erfunden, aber der Power die Songs wie der treibende Opener "Man And Machine", das balladeske "Save Me From Myself", der Midtempokracher "Goodbye My Ghost" oder das fetzige "Picture Of A Shadow" versprühen, kann man sich dann doch nicht ernsthaft entziehen. Für „Walk The Earth“ arbeitete man erneut mit Produzent Dennis Ward (Pink Cream 69) zusammen, der dem Album den perfekten Soundanstrich verpasste. Fans anspruchsvoller Power/Speed Metal- Kompositionen im Stil von Stratovarius, Yngwie Malmsteen & Co dürfen bedenkenlos zuschlagen. Auf der Limited Edition findet sich als Bonus noch ein Cover von Judas Priest`s "You' ve Got Another Thing Comin". Ger-Hard ECHOES OF ETERNITY - The Forgotten Goddess (Nuclear Blast) Ihr mögt progressiven und zugleich kraftvollen Metal (JA! Andi)? Und habt auch ein Faible für elfenhaften Damengesang (NEIN! Andi), aber bislang noch nie eine Kombination dieser Stilistiken zu Gehör bekommen (GOTTSEIMITUNS! Andi)? Dann sei Euch hiermit offiziell ECHOES OF ETERNITY empfohlen. Diese, noch recht unbekannte und erst seit kurzer Zeit existierende Band aus Los Angeles schafft es nämlich fabulös, die wichtigsten Stilmittel von progressivem, teilweise fast schon frickeligem Metal mit jeder Menge Melodien zu versehen um daraus, nicht zuletzt durch die Stimme von Francine Boucher, eine bislang noch nie zuvor zu vernehmende Melange zu kreieren. Das aus Kirk Carrison (D), Duane Cowan (B), Brandon Patton (G) und Francine bestehende Quartett ist veröffentlichungstechnisch bislang lediglich durch eine in Eigenregie eingespielte EP im letzten Jahr in Erscheinung getreten, wobei man damit aber in erster Linie eventuell interessierte Labels abgegrast hatte. Dem geneigten Fan sei aber hiermit mitgeteilt, dass alle drei Songs dieser EP („Voices In A Dream“, „Towers Of Silence“ und „The Kingdom Within“) auch auf „The Forgotten Goddess“ verewigt wurden. Anscheinend konnte die Band mit diesen Tracks auch die zuständigen Damen und Herren bei Nuclear Blast beeindrucken, denn eine bislang noch zur Gänze unbekannte Band unter Vertrag zu nehmen erfordert schon eine ganze Menge Mut. Während die Instrumentalisten technisch hochwertige und anspruchsvolle Kost zum Besten geben, ist das wirklich Beeindruckende an diesem Album aber dennoch die Kombination der Musik mit der Stimme von Francine Boucher. Die Dame am Mikro schafft es während der insgesamt zehn Kompositionen scheinbar spielerisch die kraftvollen, aber auch epischen Songs mit ihrer schlichtweg wunderschönen Stimme zu veredeln und das, ohne dabei auch nur einmal an Bands wie NIGHTWISH oder WITHIN TEMPTATION zu erinnern. Viele eher wirken die Amis in Sachen Kompositionskunst von Größen des kraftvollen und ebenso anspruchsvollen Metal beeinflusst, sogar SAVATAGE kann man diesbezüglich nennen. Man höre und staune zu den Gitarrenklängen von „Circles In Stone“, das auch aus der Feder von Criss Oliva hätte stammen können. Auch wenn man sich zu manchen Passagen durchaus auch einen herber klingenden männlichen Widerpart in Sachen Gesang vorstellen könnte (sehr nett formuliert... Andi), haben die Amis auf diesem Album alles richtig gemacht. Gerade die Tatsache, dass Francine alleine singt und die Songs nicht zusätzlich vokalisiert wurden, macht den Reiz an „The Forgotten Goddess“ aus und lässt ECHOES OF ETERNITY daher zu einem der wohl hoffnungsvollsten Newcomer werden. http://echoesofeternity.net/ Walter WRETCH - Reborn (Auburn Records) Glaubt Ihr eigentlich an Wunder? Ich auch nicht, allerdings bin ich vor kurzer Zeit eines Besseren belehrt worden. Von wem? Von WRETCH, einer Band aus den Vereinigten Staaten. Diese war mit Größen wie SHOK PARIS, DESTRUCTOR, PURGATORY und BREAKER vor 17 Jahren auf dem selig zu sprechenden (sei hiermit von meiner Wenigkeit nochmals offiziell getan!) Sampler namens „Heavy Artillery“ vertreten und seit damals mehr oder weniger in der Versenkung verschwunden. Doch offenbar braucht gut Ding eben tatsächlich Weile, denn mit „Reborn“ legt dieses Quintett nun endlich ihr Debütalbum vor. Der Titel ist dabei Programm, denn geboten wird amtlich intonierter und nach jenen Tagen klingender US Metal der allerfeinsten Art. Mit Sänger Colin Watson haben WRETCH ein wahres Wunderkehlchen in ihren Reihen und auch die Rifs und Gitarrenpassagen von Nick Giannakos (vormals bei BREAKER) und Dave Hayes können sich hören lassen. Auch die druckvoll agierende Rhythmusabteilung Dennis Hayes (zusammen mit seinem Bruder Dave ehemals WINTER´S BANE, nun allerdings nicht mehr WRETCH, sondern zuletzt mit seinem ehemaligen WINTER´S BANE-Kumpel Tim Owens in dessen neuer Band BEYOND FEAR) und Jeff Curenton (der im Moment auch bei SEVEN WITCHES am Schlagzeughocker Platz nimmt (Oida, ois a Inzucht... Andi)) weiß zu überzeugen. Angefügt werden muss noch, dass die auf dem Album zu hörenden Gebrüder Hayes und Jeff Curreton in der Zwischenzeit durch Chris Koshock (D), Tim Fredrick (B) und Mike Cykon (G) ersetzt wurden, was für weitere Taten von WRETCH sehr zuversichtlich stimmt, denn Clevland Metal wie in WRETCH oder BREAKER von sich geben, ist zeitlos und sollte auch 2007 noch seine Anhänger finden. Da die Connection zu BREAKER stilistisch ohnehin nicht zu überhören ist, muss man auch noch erwähnen, dass deren Gitarrist Don Depew die Scheibe gekonnt produziert und mit ungemeiner Kraft ausgestattet hat und WRETCH sogar noch „Danke“ in Form von „Touch Like Thunder“ an BREAKER sorgen, die diesen Song bereits vor langer Zeit geschrieben haben. Wer sich von US Metal aus Cleveland und Umgebung angesprochen fühlt, die Bands aus dem Rooster von Auburn Records generell zu schätzen weiß und vielleicht sogar noch eingangs besagten Sampler in Erinnerung hat, MUSS hier einfach zuschlagen! Dem Rest sei einmal mehr mit auf den Weg gegeben, das es sich hier wieder einmal um eine jener Bands handelt, von denen die Metaller im gehobeneren Alter immerzu schwärmen. www.auburnrecords.com Walter CONXIOUS - Never Before / Never Again (Eigenproduktion) CONXIOUS sind längst keine Unbekannten im hiesigen Musikgeschäft mehr. Ihr mittlerweile viertes Album „Never Before / Never Again“ ist zwar nicht mehr ganz „produktionsfrisch“, aber dennoch aktuell und vor allem in erster Linie zeitlos. Das Quartett, das sich in Prog Rock-Kreisen nicht zuletzt durch ihre guten Kontakte zu international angesehenen Acts, die dadurch auch hierzulande Gastspiele geben, einen guten Namen machen konnte, wird auch mit diesem Album für Furore sorgen können. Die musikalische Standortbestimmung sollte für den bisweilen noch nicht mit CONXIOUS vertrauten Musikliebhaber somit klar sein, denn die Wiener kredenzen uns feinsäuberlich arrangierten und perfekt vorgetragenen Prog, der immer wieder zwischen gefühlvoll vorgetragenen und abgefahrenen, teilweise recht rockigen Passagen abwechselt. Wichtig zu erwähnen ist auch die Tatsache, dass CONXIOUS ihre Klänge ganz ohne Keyboards intonieren und die Basis der Kompositionen eher im konventionellen Rock zu liegen scheint, vor allem was das Gitarrenspiel von Alexander Ghezzo betrifft. Aber auch die Rhythmusabteilung, bestehend aus Michael Ghezzo (D) und Victor Gabriel (B, der jedoch in der Zwischenzeit durch Ina Färber ersetzt worden ist) weiß mit genialem Spiel und zwingenden Grooves zu überzeugen. Sänger Albert Leibel hat seine stärksten Momente meiner Meinung nach in den abgefahrenen Songs wie „Pity You“, oder dem gefühlvoll startenden und dann mächtig abgefahrenen „If It Wasn`t“. Denn seine, in eben jenen Tracks besonders unter Haut gehende Stimme, vermag in den schrägeren Passagen zusätzliche Akzente zu setzen. Da CONXIOUS mit zu den aktivsten Truppen der heimischen Szene gehören, ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass uns auch im Jahre 2007 wieder einige Dates von und mit dieser Band ins Haus stehen. Zusammen mit PAIN OF SALVATION werden CONXIOUS am 27.02. in diesen heiligen Hallen zum „Prog“ bitten, was den Jungs sicherlich einige neue Fans bereiten wird. Rot am Kalender anstreichen darf man sich ebenfalls bereits den 18.05., denn da beehren SPOCK’S BEARD Wien - mit wem und wo genau versteht sich hoffentlich von selbst. www.conxious.com Walter NOSGOTH - Lines Of Sorrow (Eigenproduktion) Der Name NOSGOTH geistert schon einige Zeit in der österreichischen Szene herum und ist dort kein unbekannter mehr. Kein Wunder, denn zum einen existiert dieses Sextett bereits seit fast zehn Jahren und zum anderen ist die hiesige Szene ja auch recht überschaubar. Allerdings ist die österreichische Metal-Szene aber auch gerade dafür bekannt, dass vor allem Bands mit einer Dame am Mikro zu beeindrucken wissen (zum Beispiel? Andi). Die mittlerweile international bekannten EDENBRIDGE seien hier in erster Linie erwähnt („Metal“, Walter, Du sagtest „Metal“... Andi), aber auch VISIONS OF ATLANTIS (Ich buchstabiere: M, E, T, A, L... Andi) sind gerade dabei, den Durchbruch in größerem Rahmen zu schaffen. Mit letztgenannten verbindet NOSGOTH zunächst einmal die ursprüngliche Herkunft, denn auch NOSGOTH stammen aus der Steiermark, aber auch die Tatsache, dass eine in den USA geborene Sängerin an vorderster Front steht, haben diese beiden Bands gemeinsam. Solmaaz Adeli, so der Name der jungen Dame, die seit geraumer Zeit mit ihrem klassischen ausgebildeten Mezzosopran die Kompositionen von NOSGOTH veredelt, ist auf „Line Of Sorrow“ prägend. Der symphonische Metal, den NOSGOTH an und für sich zum Besten geben ist ebenso klassisch inspiriert wie der Gesang von Solmaaz und auch immerzu von einer sehr dichten Atmosphäre umgeben. Vor allem wenn die Vokalpassagen gesprochen vorgetragen werden, wie partiell in „Sound Of The Sea“ erzeugt die Musik Gänsehaut ohne Ende. Die Gitarren sind in diesem Song an und für sich tonangebend, werden zum Großteil derSpielzeit, vor allem in den ruhigeren Passagen, aber von Tasteninstrumenten in den Hintergrund gedrängt. Generell bieten NOSGOTH recht wenig bang-kompatiblen Stoff, sondern lassen den Zuhörer schlichtweg in Andacht lauschen, um diesem ihre immerzu emotionsgeladenen Kompositionen näher zu bringen. „Entwined Visions“, in dem phasenweise nur Gesang und Piano zu hören sind, entpuppt sich in Folge dann ebenso als „Gänsehäuter“, während bei „On Death“ vom Aufbau her der Schatten von NIGHTWISH bedrohlich über der Band hängt. Ansonsten schaffen es NOSGOTH aber vorzüglich nicht allzu sehr in die Nähe der Marktführer in diesem Genre zu geraten, sondern haben dem Freund von klassisch inspiriertem und sehr symphonisch veranlagtem Metal eine Menge zu bieten. www.nosgoth.at Walter ZED YAGO - The 20th Anniversary Of Zed Yago – Live (Twighlt Zone/ Twilight) ZED YAGO, die fiktive Tochter des „fliegenden Holländers” ist in der Legende immerzu auf der Suche nach ihrer verlorenen Fantasie gewesen. Jene deutsche Band, die sich anno 1986 nach dieser Figur benannte, war im Gegensatz dazu immer von Fantasie gesegnet. Vor allem das Talent von Sängerin Jutta Weinhold, die bis zu ihrem Ausstieg 1990 das Zepter in der Hand hielt, machte ZED YAGO zu einer Legende im deutschen Heavy Metal. Nach ihrem Ausstieg und der darauf folgenden Gründungvon VELVET VIPER war es Gitarrist Jimmy Durand, der fortan die Band am Leben hielt. Wenn auch nach nur zwei Studioalben „From Over Yonder“ (1988) und „Pilgrimage“ (1989) erst im Jahre 2002 mit „From The Twilight Zone – The Best Of“ ein weiteres Album erschienen ist, so muss man vor allem Jimmy, aber auch Yvonne Durand, die seit 1997 die Rolle der Frontdame einnimmt und Jutta Weinhold keinesfalls schlecht vertritt, zugestehen, Großartiges für die Heavy Metal-Szene zu leisten, denn ohne dieser Band wären unsere Sammlungen definitiv um Highlights ärmer. Das im Jahr 2005 veröffentlichte „The Invisible Guide“legte ebenfalls Zeugnis von der Qualität der Truppe ab, wenn auch Klassiker, wie sie auf den ersten beiden Scheiben enthalten waren, nicht mehr zu finden sind. Wie auch immer, anlässlich des 20jährigen Jubiläums von ZED YAGO, zu dem wir von hier aus ganz herzlich gratulieren wollen, beschert uns die, mittlerweile aus den bereits genannten Musikern, sowie „Bubi The Schmied“ (D), der ja zwischenzeitlich ebenfalls bei VELVET VIPER hinter dem Drumkit gesessen hat, mittlerweile krankheitsbedingt bei ZED YAGO abermals ausgestiegen ist und durch Jörg Cassel ersetzt wurde, sowie Bassist C. Shark (ex-CRYSTAL SHARK), aus gegebenem Anlass ein nettes Präsent. Die vorliegende Compilation gibt einen sehr guten Querschnitt über das Werk von ZED YAGO. Der Einsteig mit „End Of The World“ stellt gleich zu Beginn einmal unter Beweis, dass sich Yvonne keineswegs hinter Jutta Weinhold verstecken muss, wenn auch ihre Stimme rauer und nicht ganz so theatralisch klingt. Interessant finde ich die Tatsache, dass mit „Merlin“ ein Song auf dieser Scheibe vertreten ist, der auf dem Album von VELVET VIPER enthalten war. Doch da Jimmy seinerzeit das Stück komponierte, findet man „Merlin“ nun auf dieser musikalischen Geburtstagstorte von ZED YAGO. Mit „Valley Of The Kings“, das neben dem Opener bislang unveröffentlicht ist, kommt erneut Hoffnung auf, in Bälde auch wieder aktuelles Studiomaterial der Dame und Herren zu erhalten, da auch dieser Track sehr gefällig geworden ist und perfekt mit den ansonsten zum Großteil vom letzten Studioalbum stammenden Songs harmoniert. Weshalb mit „Stay The Course“ nur ein einziger Song vom Debüt verewigt wurde, entzieht sich leider meiner Kenntnis, wie ich generell der Meinung bin, dass hinsichtlich der vorhandenen Klassiker dieser Band auch ein Doppelalbum Sinn gemacht hätte. Aber wer weiß, vielleicht spart man sich ja auch noch Aufnahmen für den 25. Burzeltag auf. Einzig die Live-Atmosphäre mag nicht wirklich authentisch rüberkommen, ich denke, da hat man im Studio so einiges nachgebessert. Schade eigentlich, denn ansonsten ist „The 20th Anniversary Of Zed Yago – Live“ ein makelloses Album einer zum Glück noch immer existierenden Metal-Band geworden. Auf die nächsten 20! www.zed-yago.com Walter SUCKCEED – Same (Eigenproduktion) Obwohl der Name SUCKCEED bislang noch nicht wirklich bekannt sein dürfte, merkt man dem Debütalbum dieses aus dem südlichen Niederösterreich stammenden Quartetts seine Erfahrung im Business durchaus an. Vor allem das Spiel von Gitarrist Mike braucht internationale Vergleich keineswegs zu scheuen, wie man den Herrschaften generell attestieren kann, dass ihre Songs bereits recht ausgereift klingen. Nach einem knallenden Opener mit dem bedeutungsschwangeren Titel „LSD“ weiß die Bandhymne „Suckceed“ nicht nur mit heftigem, aber dennoch melodiösem Metal, sondern vor allem mit zwingenden Hooks zu überzeugen. Aber SUCKCEED verstehen es nicht nur, amtlich zu rocken, sondern auch mit unkitschigen Balladen zu gefallen. „Seventeen“ erinnert mich an die Glanzzeiten der PRETTY MAIDS und hätte auch auf einem ihrer älteren Alben seine Berechtigung gehabt. Mit „Rise Up“ und vor allem „Drop The Gun“ wird danach aber nochmals für ordentlich Dampf gesorgt, bevor „Counting The Words“, das von einem kurzen gefühlvollen Pianointro eingeleitet wird, abermals die eher melodiöse Seite der Band zeigt. Mike hat die Ehre im Rausschmeißer „Siempre Y Por Todas Partes“ mit seiner Fingerfertigkeit an der akustischen Klampfe zu glänzen und mit diesem kurzen, aber dennoch beeindruckenden Instrumental beschließen SUCKCEED ihr Debütalbum, das dieser Band hoffentlich die Chance einbringen wird, ihre Fähigkeiten in Zukunft des Öfteren auch auf den Bühnen dieser Welt offerieren zu können. www.suckceed.com Walter HALLOWS EVE - Evil Never Dies (Xtreem Music) Was habe ich mich gefreut, als ich mitbekommen hatte, dass mit HALLOWS EVE eine weitere „Jugendliebe” abermals mit einem neuen Album aus dem Kreuz kommt. Es ist zwar bereits gut 20 Jahre her, dass ich zum ersten Mal mit dieser Band in Kontakt kommen durfte um zu den genialen Thrash-Kompositionen der Werke „Tales Of Terror“, „Death And Insanity“ und „Monument“ zu bangen was das Zeug hält, um nicht zu sagen von der Musik dieser Band geradezu besessen zu sein. Zugegeben, besessen von der Musik dieser Amis konnte man ja auch sehr leicht werden, aber davon ist bei den aktuellen Songs der Band leider nichts zu merken. Auf die große Freude, ob der Tatsache, dass HALLOWS EVE sich wieder zusammengetan hätten, folgten schon kurze Zeit später immer wieder negative Reaktionen seitens der Fans. Da ich nicht Augenzeuge des „legendären“ Gigs der Amis anlässlich des „Keep It True-Festivals“ im Jahre 2004 gewesen bin und die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, wolle ich es wohl nicht wahrhaben, dass alte Helden derlei mies geworden sein sollten. Aber „Evil Never Dies“ sollte mich eines „Besseren“ belehren. Ehrlich gesagt, könnte man diesem Album, wenn es von einer bislang unbekannten und unerfahrenen Band stammen würden, zwar durchaus etwas Positives abgewinnen, nämlich die Tatsache, dass die Herrschaft bemüht sind, sich stilistisch nicht unbedingt festzulegen, heftigen Metal mit Death Metal, Punk, Hardcore und Thrash Metal, wenn auch nicht unbedingt auf technisch anspruchsvollem hohem Niveau, zu kombinieren. Erschwerend dazu kommt auch noch die Tatsache, dass die soundtechnische Ausführung von „ Evil Never Dies“ noch nicht einmal das Niveau mancher Demos aufweist. Man sollte Tommy Stewart, der schon im Jahre 1983 die Band zusammen mit Sänger Stacy Anderson und Gitarrist Steve „Skullator“ Shoemaker gründete und den Namen HALLOWS EVE offensichtlich „verwalten“ darf, nahe legen, diese Legende doch leben zu lassen. Wer einen solchen Namen innehat, müsste doch auch daran interessiert sein, den Ruf dieser Legende auch weiterhin am Leben zu halten. „Evil Never Dies“, das bereits im Jahre 2004 in Eigenregie eingespielt wurde, wird viel eher dazu beitragen, dass man Tommy und „Skullator“, der ebenfalls noch mit von der Partie ist und sich zusammen mit Tommy nun auch den Gesang teilt, von nun an eher verächtlich entgegentritt. Hier wird Leichenschändung betrieben und ein Ruf zerstört! Wenn man ein neues HALLOWS EVE-Album in den CD-Player schiebt um diesem zu lauschen, geht der Hörer mit einer bestimmten Erwartungshaltung an die Sache heran, gut strukturierte, eingängige, aber dennoch knochenharte Thrash Metal-Kompositionen (zumindest fast so) wie einst zu erhalten, das ist es, was der fan erwartet, doch diese fehlen auf „Evil Never Dies“ leider völlig. Auch wenn der Titel für sich spricht, sollte man hinzufügen, dass sich HALLOWS EVE damit wohl ihr Grab geschaufelt haben und man den Herren Stewart und Shoemaker nur empfehlen kann, ihre nunmehrige Truppe so rasch wie möglich umzubenennen, denn wie schon gesagt, wäre die Scheibe unter einem anderen Namen erschienen, sähe die Sache sicher ein wenig anders aus. www.hallowseve.org Walter KOTTAK – Therupy (Escapi / Edel) Auch die Gründungsgeschichte von KOTTAK passt ins übliche Schema der Freizeitgestaltung eines Rockmusikers. Da dessen etatmäßige Band gerade nicht wirklich beschäftigt ist, entschließt sich jener dazu einige Kumpels um sich zu scharren und ein Solo-Projekt zu starten. Der Hintergrund dafür wird uns in den meisten Fällen als „künstlerischer Ausgleich“, im Sinne von verwursten, was bei der eigentlichen Band stilistisch auf keine Fall unterzukriegen ist, kolportiert. Bei KOTTAK, der Soloband von James Kottak (oder Jimmy Ratchitt, wie der Kerl im wirklichen Leben heißen dürfte) stimmt zumindest die letzte Aussage nur zum Teil. Denn obwohl es undenkbar wäre, auch nur eine der insgesamt 11 auf „Therupy“ enthaltenen Eigenkompositionen bei den SCORPIONS als Songidee für ein weiteres Album vorzubringen, so muss man Jimmy zu Gute halten hier wohl keinesfalls „Resteverwertung“ zu betreiben, sondern sehr wohl bedacht darauf gewesen zu sein, möglichst ansprechende Songs zu kreieren. Und das schaffen KOTTAK, genauer gesagt Jimmy an Gitarre und Gesang, eine Dame namens Athena am Schlagzeug, Rev Jones (B) und Gitarrist Dave Whiston auch mühelos. Schon der Opener „Money Changes Everything“ macht deutlich, dass auf „Therupy“ der Spaß regiert, denn der punkig angehauchte Rock dieser Truppe bringt selbst ansonsten wohl ernste Charaktere zum Lächeln und mitschunkeln. Wie besagter Opener ist auch das restliche Songmaterial immerzu partytauglich, ideal zum Mitsingen und mitrocken! Egal, ob wir uns „Ripped“ vornehmen, das geradezu klebrig in den Gehörgängen haftet, oder „Funday“, dessen Titel als Programm für die Platte gestanden haben könnte und an rockiger Attitüde den anderen Tracks in nichtsnachsteht, alle Songs gehen gut und unmittelbar direkt ins Ohr. Besonderes Augen- und Ohrenmerk sei noch dem Rausschmeißer „Holiday“ gewidmet. Eben jener zählt zwar im Normalfall zu den wohl weltweit bekanntesten Songs der SCORPIONS, doch aus dieser weltberühmten Ballade ist, nach streng am das Original gehaltenen Beginn, ebenso ein derart schmissiger Gute-Laune-Rocker geworden, dass Jimmy, wohl auch mit dieser Version, hätte er den Song geschrieben und ihn seinerzeit bei seiner Hauptband vorgebracht, abgeblitzt wäre. http://krunkland.com Walter SIRENIA - Nine Destinies And A Downfall (Nuclear Blast) SIRENIA aus Norwegen haben sich reichlich Zeit gelassen um mit einem neuen Studioalbum an den Start zu gehen. In den letzten drei Jahren war lediglich die EP „Sirenian Shores“ erschienen und neben einem neuen Businesspartner haben SIRENIA auch eine runderneuerte Formation am Start. Alles neu also im Lager der Norweger? Nicht ganz, denn der von Mastermind Morten Veland anlässlich der Gründung der Band eingeschlagene Weg, als besagter junge Mann im Jahre 2001 seine alte Formation TRISTANIA verlassen hatte, wird geradezu konsequent fortgesetzt. Mit Monica Pedersen, die zuvor bei SINPHONIA aktiv war, haben SIRENIA aber nicht nur ein neues hübsch anzusehendes Fräulein in der Band, sondern in erste Linie eine Stimme die besser zu den ein wenig dynamischeren Kompositionen passt. Die inzwischen vom konventionellen Gothic Metal abgewandte Truppe hat in eben dieser Nische offenbar ihre neue Ausrichtung gefunden und klingt nicht zuletzt durch Monicas teilweise sehr liebliche Stimme eher nach neueren THE GATHERING als dass man SIRENIA auch fortan weiterhin des Gothics bezichtigen könnte. Zudem warten SIRENIA ebenso wie die genannten Niederländer mit variantenreichem, teilweise sehr experimentellem Keyboardspiel auf, das die partiell reichhaltig orchestrierten Kompositionen gut zu unterstützen weiß. Aber auch hinsichtlich der Heftigkeit fahren SIRENIA nunmehr mit nie zuvor von ihnen zu vernehmenden Klängen auf. „Sundown“ beispielsweise, bei dem der Mastermind persönlich einen Teil des Gesangs übernimmt, lässt mich des Öfteren an PARADISE LOST zu deren bester Zeit denken und macht einmal mehr deutlich, was Morten damals dazu bewogen hat sich mit SIRENIA in die Selbstständigkeit zu begeben. www.sirenia.no Walter MENDEED - The Dead Live By Love (Nuclear Blast) Nach dem Debüt der Schotten MENDEED im letzten Jahr orakelte ich, dass man von dieser Band in Zukunft wohl noch einiges zu Gehör bekommen würde und ich sollte mich nicht getäuscht haben. Denn mit „The Dead Live By Love“ katapultiert das Quintett einen mächtigen Nachfolger zum ebenfalls nicht gerade harmlosen Erstling „This War Will Last Forever“ in die Läden. Offenbar haben sich MENDEED an den ihnen attestierten Stärken orientiert als es daran ging neue Songs zu komponieren, denn schon der Opener „Burning Fear“ fällt abermals als perfekt intonierte Melange aus knüppelhartem Thrash Metal und ungemein melodiösen Gesangspassagen positiv auf. Eben jene stilistische und auch temporeiche Abwechslung lässt auch „The Dead Live By Love“ zu einem sehr empfehlenswerten Album gedeihen. An Einflüssen lässt sich auch hier, vor allem in den melodiösen Parts, ihre britische Herkunft (NWOBHM) nicht verleugnen, während man auf Grund der modernen Einflüsse mitunter gar an Bands wie KILLSWITCH ENGAGE denken kann, die ihren hippen Death Metal in nicht unähnlicher Art und Weise vortragen. Wesentlich verbessert gegenüber dem Debut zeigen sich MENDEED in Sachen Eingängigkeit, denn Hooks hat das Quintett nunmehr nahezu in jedem Song anzubieten und auch die hammerharte und drückende Produktion weiß im direkten Vergleich zum Debut besser zu gefallen. Wenn es jetzt auch live-technisch so richtig losgeht für diese Band, sind MENDEED wohl kaum zu stoppen! www.mendeed.co.uk Walter METALIUM - Nothing To Undo (Massacre / Soulfood) Mit „Nothing To Undo – Chapter Six“ kredenzen uns die norddeutschen Metaller von METALIUM bereits zum sechsten Mal kräftigen Metal, der immerzu von Melodien geprägt ist und nicht nur auf instrumentaler Ebene zu gefallen weiß, sondern von Henning Basse auch immerzu gefällig vorgetragen wird. Aus welchen Gründen auch immer ausgerechnet diese Truppe in die Missgunst von Fans und Schreiberlingen geraten ist, vermag meine Wenigkeit zwar noch immer nicht erklären zu können, aber hoffentlich ändert sich daran demnächst etwas. Klar, es gibt unzählige Bands, die schon länger existieren und sich ebenfalls auf dieser Spielwiese tummeln, aber gerade diesbezüglich muss man METALIUM sehr wohl attestieren, keinen Deut schwächer zu sein als die Konkurrenz. Eventuell liegt es daran, das man in der Vergangenheit eher den Term „Band“ anzweifeln konnte, da die Hamburger immer wieder auf Gastmusiker zurückgreifen mussten, um die ersten fünf Alben zu veredeln zu lassen. Eventuell war es aber auch nur die Tatsache, dass METALIUM ihre Booklets immer wieder mit Comics ausstatteten und die Band des Weiteren immer wieder sehr unterhaltsame Gimmicks bereit hatte (Dein Verständnis von „unterhaltsam“ wäre auch durchaus, ähm, „unterhaltsam“, Andi). Sei’s drum, rein musikalisch betrachtet weiß auch „Nothing To Undo“ zu gefallen, denn METALIUM liefern einmal mehr ein satte Melange aus Up-Tempo-Metal und variantereichen Brechern im Mid-Tempo, sowie immer wieder eingestreuten ruhigeren Passagen ab. Auch hinsichtlich der Auswahl von Coverversionen haben METALIUM bisher immerzu gewagt, aber leider nicht immer nur gewonnen. Ob ihnen dieses mit „Nothing To Undo“ gelingen kann, wird sich erst zeigen, schlecht geworden ist ihre Umsetzung des QUEEN-Klassikers „The Show Must Go On“ jedenfalls nicht, aber wer weiß, woran sich die Kritiker dieses Mal stoßen werden (Gegenfrage eines „Kritikers“: wer braucht eine Queen-Coverversion? Grundsätzlich? Und speziell von diesen Realitätsverweigerern? Andi). www.metalium.de Walter DAWN OF SILENCE - Moment Of Weakness (Metal Heaven / Soulfood) Auch die Geschichte von DAWN OF SILENCE begann nicht spektakulärer als jene von zig anderen Bands. Im jugendlichen Alter begannen drei Burschen, in diesem Fall Patrik Johansson, Torbjörn Edqvist und Mats Johansson zusammen Musik zu machen, genauer gesagt Songs ihrer Lieblingsbands nachzuspielen. Im Falle von DAWN OF SILENCE, wie sich die drei als Band fortan nannten, waren das IRON MAIDEN, was ja nicht gerade eine neue Errungenschaft in der Musikgeschichte darstellt. Als man sich später dazu entschloss, sich auch an eigenen Kompositionen zu versuchen, kam mit Pelle Johansson ein Bassist in die Band, während sein älterer Bruder Patrik fortan neben der Gitarre auch den Gesang übernahm, während Torbjörn weiterhin hinter dem Schlagzeug sitzen und Mats die zweite Gitarre spielen sollte. Richtig interessant und ungewöhnlich an dieser Band ist allerdings, wie emsig und fleißig diese jungen Burschen (Pelle ist jugendliche 20, während der Rest eben erst 23 Jahre alt geworden ist) in ihrer bisherigen Karriere bereits gearbeitet haben. Nach insgesamt fünf Demos, die zwischen 2002 und 2005 erschienen sind, konnten sie einen Deal bei Metal Heaven einheimsen und haben vor kurzer Zeit ihr Debüt mit dem Titel „Moment Of Weakness“ fertig gestellt. Ein wahrlich respektable Leistung! Von den auf besagtem Debut enthaltenen 12 Songs stammen zwar mit „Point Of No Return“, „Seeker Of Truth“ und „ Fear Of Life“ drei vom 2004er Demo „Fear Of Life“ und mit „Misguided Life“, „Dark Secrets“ und „ Seven Gates“ ebenso viele vom letzten Demo „Lost All Hope“, das im Jahre 2005 eingespielt wurde, aber dennoch haben wir insgesamt sechs brandneue Tracks zu bestaunen. Wie schon anlässlich meines Reviews zum erstgenannten dieser Demos erwähnt, lässt sich der Einfluss vom IRON MAIDEN bei DAWN OF SILENCE auch heute noch keineswegs verleugnen, doch in der Zwischenzeit hat das Quartett aber anscheinend auch seine Lauscher innerhalb ihrer Heimat ganz groß aufgesperrt, denn die neuen Tracks, allen voran „Out Of Time“ und „ Fire & Ice“ hätten gut und gerne auch aus dem Repertoire von HAMMERFALL stammen können. Nicht, dass DAWN OF SILENCE bei den Göteborgern klauen würden, das will ich der Truppe gar nicht unterstellen, aber im melodiösen Metal, den DAWN OF SILENCE nun einmal spielen, lässt sich wohl kaum etwas Neues komponieren, ohne dass der Hörer an eine der Größen des Genres erinnert wird. Abgesehen davon wissen diese jungen Männer bereits, wie man gute Songs schreibt, die dem geneigten Hörer auch lange Zeit im Gedächtnis bleiben und da zudem sowohl die Leistung der Instrumentalisten, als auch gesangs- und auch produktionstechnisch auf „Moment of Weakness“ alles im grünen Bereich ist, darf man DAWN OF SILENCE zweifellos zu diesem Debüt gratulieren. www.dawnofsilence.net Walter DESERT - Prophecy Of The Madman (A & M / Israel – Import) Die Metal-Szene in Israel scheint eine geradezu blühende zu sein. Nicht nur die Gigs international angesehener Acts sorgen auch hier bei uns immer wieder für Aufsehen ob der gigantischen Stimmung, die dort zu herrschen scheint, auch die Bands aus dem dortigen Untergrund sollte man nicht unterschätzen. Mit DESERT, die im Jahre 2002 in der Industriemetropole Beer-Sheva gegründet wurden, schickt sich erneut eine israelische Truppe an um auch international ins Geschäft zu kommen. Den Bandnamen darf man übrigens durchaus als programmatisch verstehen, denn DESERT stammen aus jener, bereits in der Bibel erwähnten Wüstenregion, durch die Moses sein Volk einst ins heilige Land führen musste (Amen. Andi). Die fünf Herren von DESERT wollen nun also ins „Heilige Land“ des Metal schreiten und „Prophecy Of The Madman“ könnte durchaus die Eintrittskarte dazu sein. Nach einem sehr atmosphärisch und spannungsgeladen angelegten Intro steigt das Quintett unmittelbar in den Titelsong ein. Dieser basiert auf treibenden Rhythmen und sehr kraftvollen Riffs, die gleichermaßen düster wie massiv aus den Boxen tönen. Nicht ganz zusagen mag mir dabei jedoch die Stimme von Alexei Raymar, versucht er für meinen Geschmack doch zu sehr in opernhafter Manier theatralisch zu wirken, wodurch die Kraft der Kompositionen leider ein wenig verloren geht. Im eher schleppenden und mit deutlich beeindruckenderem Gesang ausgestatteten „Lion And Hawk“ klingt die Angelegenheit schon wesentlich besser, denn der Song klingt schlicht natürlicher. Der mehr oder weniger namensgebende Song „The Desert (In Your Soul)“ verzaubert dann durch den Einsatz von feinen Spinett-Klängen als Begleitung der coolen Gitarrenriffs, doch dieser Track wird im Endeffekt durch einen Überschuss an atmosphärischer Dichte leider ein wenig langatmig und auch der Gesang tendiert hier abermals in Richtung Theater. Im Endeffekt und nach unzähligen Durchläufen muss ich diesbezüglich aber auch noch anfügen, dass der Gesang von Alexei zwar nicht wirklich meine Geschmacksnerven treffen kann und mich nur in den eher tiefer gelegten Sequenzen wirklich überzeugen kann, der gute Mann klingt aber zumindest sehr einzigartig, denn ein direkter Vergleich wollte mit absolut nicht einfallen. Die Instrumentalistenabteilung von DESERT dagegen weiß sehr wohl zu gefallen, was nicht zuletzt im hitverdächtigen „Sacred Throme“ nachzuhören ist, das ich mir gut und gerne auch in den Tanztempeln der Dunkelheimer-Fraktion mit massig Metal-Anteil als Dancefloor-kompatibel vorstellen könnte. Trotz teilweise fast schon orientalisch anmutender Riffs ergänzen sich hier Kraft und Düsternis perfekt zu einer homogenen Melange. Den Abschluss bildet abermals ein sehr treibend angelegter Track namens „More Than My Life“, der schon auf dem Debüt mit dem Titel „The Way To Honour“ vertreten war und nun in einer „New Version“ zu hören ist. Da mir hier der direkte Vergleich zum Original fehlt, kann ich nur sagen, dass DESERT in besagter Nummer die Gratwanderung zwischen treibend und atmosphärisch perfekt gelungen ist und auch dieser Song zu den Highlights dieser EP geworden ist, die offenbar als „Appetizer“ für einen in Bälde erscheinenden Longplayer mit dem Titel „Prophecy Of The Madman“ veröffentlicht worden ist. www.desertband.com Walter SOUL SACRIFICE - Stranded Hate (Major Müzik Organizasyon) Die Türkei ist längst zu mehr als nur einem Geheimtipp in Sachen metallischer Kunst geworden, denn nicht erst einmal überraschten türkische Bands mit ihren Veröffentlichungen ob deren Klasse und Qualität. Auch das bereits zehn Jahre existierende Quartett SOUL SACRIFICE kann diesbezüglich mithalten und weiß mit seinem bärenstarken Debutalbum „Stranded Hate“ zu überzeugen. Mit „Hollow Cold“ eröffnen die Herren den Reigen auf recht harsche Art und Weise, rifftechnisch geht der Thrash ab, während Özgür Özkan mit sehr tiefem Gesang aufwartet, der zumeist in Death Metal-Gefilde hinabreicht. Konträr dazu beginnt „Blind“ sehr verhalten, ja fast schon still, ehe der Song mit einem orientalisch klingenden Riff so richtig losgeht. Auch hier ist der Gesang in Folge recht dunkel und tief, bevor dieser düstere Song in einem atmosphärischen Finale endet. Danach ist mit „Gocuk Bahcesi“ der einzige in türkischer Sprache vorgetragene Titel zu hören ist. Leider, denn eben davon hätte ich gerne wesentlich mehr gehört, auf diese Weise hätten sich SOUL SACRIFICE nämlich noch besser in Szene setzen können. Nicht, dass sie der englischen Sprache nicht ausreichend mächtig wären, aber in dieser Nummer kommt der Gesang noch emotionsgeladener rüber als sonst. Die Bridge und der Chorus werden zudem sehr melodiös vorgetragen, was gut mit den ansonsten relativ dunklen Vocals harmoniert. Danach eröffnet ein Piano-Intro die sehr nachdenklich angelegte Nummer „August“, ein Song der eine politisch eindeutige und unmissverständlich angelegte Message zum Thema August 1945 enthält, ehe SOUL SACRIFICE ihre traditionsbewusste metallische Seite ans Tageslicht bringen und „So Wild And Insane“ vom Stapel lassen, dessen Beginn zumindest gitarrentechnisch auch aus der NWOBHM hätte stammen können. Der Stampfer „Destiny“ setzt den Reigen fort und kann abermals mit einem zum Bauchtanz animierenden Riff aus der Heimat der Band aufwarten, bevor es tempomäßig wieder eher beschaulich weitergeht und uns „Once More“ offeriert wird. Auch hier variieren SOUL SACRIFICE innerhalb des Songs mehrmals das Tempo, eine Eigenschaft, die sich generell im gesamten musikalischen Werk und Wirken der Türken nachvollziehen lässt. Die Herren sind immer sehr variabel unterwegs, wissen jedoch in sämtlichen Spielarten zu gefallen und haben nicht zuletzt durch die brachiale Stimme von Özgür auch jede Menge an Aggressivität zu bieten. Mir persönlich gefallen SOUL SACRIFICE aber dann am besten, wenn sie ihre Herkunft auch musikalisch zum Ausdruck bringen, wie in einigen (für mich aber zu wenigen) Zitaten nachzuhören ist. www.soulsacrificemusic.com Walter MNEMIC - Passenger (Nuclear Blast) Nach einem phantastischen Senkrechstart zu Beginn ihrer Karriere schien bei den Dänen MNEMIC zuletzt ein wenig die Luft draußen gewesen zu sein. Nach einigen internen Problemen musste der Posten am Mikro neu vergeben werden und es war wohl nicht gerade nicht einfach einen Mann zu finden, der den hohen Ansprüchen der Band gerecht werden konnte. Mit Guillaume Bideau (Ex-SCARVE) konnten die Herrschaften nach längerer Suche aber schließlich doch einen geeigneten neuen Sänger finden. Als erstes Produkt dieser Liaison bekommen die Fanscharen nun „Passenger“ vorgesetzt, ein Album, das sich von seinen Vorgängern in mehrfacher Hinsicht unterscheidet. Zum ersten fällt dem Zuhörer auf, dass MNEMIC nunmehr wesentlich erdiger klingen, sprich der in der Vergangenheit ein wenig zu steril klingende Sound wurde von einem wesentlich rockigeren abgelöst. Zudem tönen die Keyboards auf „Passenger“ meiner Meinung nach wesentlich zurückhaltender, was den Songs zusätzlich Härte verleiht. Obwohl Guillaume Bideau wahrlich keine einfache Vorgabe hatte, Michael Bogalle ersetzen zu müssen, muss man dem Franzosen attestieren im direkten Vergleich zumindest hinsichtlich der vorgetragenen Melodylines besser abzuschneiden. Stilistisch gesehen ist dagegen bei MNEMIC 2007 kaum etwas Neues zu hören, die Dänen fabrizieren immer noch monströs vorgetragenen und futuristisch instrumentierten modernen Metal, neu erfunden haben sich MNEMIC auf „Passenger“ aber mit Sicherheit nicht. Ihre Position in der Szene werden MNEMIC mit dieser Scheibe aber sicher festigen können und dazu werden sie den der Band vorauseilenden guten Ruf problemlos beibehalten können. www.mnemic.com Walter WUTHERING HEIGHTS - The Shadow Cabinet (Locomotive Music / Soulfood) Bereits zum vierten Mal kredenzt uns das dänisch-schwedische Sextett WUTHERING HEIGHTS einen Longplayer, der zwar von der Basis her ganz klar dem melodiösen Metal mit reichlich progressiven Zutaten zuzuordnen ist, aber von unerwarteten und für meinen Geschmack brillanten Ideen und Details gespickt ist, wodurch auch dieses Album der Band einmal mehr aus dem Gros an Veröffentlichungen locker herausstechen kann. Auf Grund dieser Tatsache klingt auch kein WUTHERING HEIGHTS-Album wie das andere. Im Vergleich zum Vorgänger „Far From the Madding Crowd“ sind auf „The Shadow Cabinet“ mit Keyboarder Andreas Lindahl, Bassist Teddy Möller und Gitarrist Martin Arendal wieder einmal neue Mitglieder in der Band, aber der rote Faden jenes Albums ist auch dadurch keineswegs verloren gegangen, sondern wird ab dem eröffnenden „Demon Desire“ auf „The Shadow Cabinet“ scheinbar wieder aufgenommen. Nils Patrik Johansson bringt auch auf der neuen Scheibe sein gesamtes Stimmvolumen zum Einsatz und stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass er mit zu den hoffnungsvollsten Talenten im Metal-Business zu zählen ist. Deswegen braucht über den gesangstechnischen Beitrag zum Gelingen dieser Scheibe auch erst gar großartig philosophiert werden. Hinsichtlich der Musik an sich lassen sich vermehrt Folk-Einflüsse feststellen, die in die Songs aber derart geschickt eingeflochten werden konnten, dass WUTHERING HEIGHTS sehr eigenständig klingen und höchstens an eine progressive und abgefahrene Version von den späteren FALCONER erinnern. Zudem haben es die Songwriter der Band geschafft ihre Songs mit Hooks auszustatten, die wohl auf alle Ewigkeit in den Gehirnwindungen haften bleiben werden. „The Raven“ und „I Shall Not Yield“ sind diesbezüglich als Paradebeispiele zu nennen, aber auch „Envy“ und „Sleep“ können locker mithalten. „The Shadow Cabinet“ auf diese Exempel zu reduzieren wäre aber ganz und gar schwachsinnig, da diese Band keineswegs nur auf einige wenige starke Songs zurückgreifen kann, sondern abermals ein bärenstarkes Album abgeliefert hat, dessen Intensität in erster Linie in der Gesamtheit des Werkes nachzuvollziehen ist. Auch wenn ich es wohl nie verstehen werde weshalb, aber WUTHERING HEIGHTS bleiben nach wie vor eine der wohl unterschätztesten Bands überhaupt. www.wuthering-heights.dk Walter VIXEN - Live & Learn (Demolition / Soulfood) Besonders hart oder gar heavy spielten die Damen von VIXEN ja ohnehin noch nie und der Hardrocker von Welt hat die musikalischen Ergüsse dieser Band in Frühzeiten wohl auch eher deshalb für gut empfunden, weil es sich eben um eine All-Girl-Band in einer von Männern dominierten Welt gehandelt hat und Damen anno dunnemals noch sehr selten anzutreffende Geschöpfe im metallischen Paralleluniversum waren (Ein Meisterwerk von einem Satz. Andi). Die Zeiten haben sich geändert und auch VIXEN sind nach jahrelanger Absenz in die Szene zurückgekehrt um uns mit „Live & Learn“ ein neues Album zu offerieren. Dieses strotzt nur so vor auf den amerikanischen Markt von 1985 getrimmten poppigen Rocksongs, die wohl immerzu gut ins Gehör flutschen, jedoch zum Grossteil auch ebenso flott wieder entfleuchen. Soll heißen, die insgesamt zwölf Songs dieses Albums tun wohl niemandem weh, besitzen aber leider auch weder Kanten noch den nötigen Wiedererkennungswert, um zu Hits zu werden, sondern pop-rocken am Hörer zum größten Teil dezent vorbei. Deshalb darf sich der geneigte Fan auch durchaus fragen, ob es in diesem Fall nicht besser gewesen wäre, wenn die Füchsinnen ihren Bau erst gar nicht wieder verlassen hätten... www.vixenrock.com Walter QUIET RIOT - Rehab (Demolition / Soulfood) „ Bang Your Head, Metal Health Will Drive You Mad!“, nein, das ist nicht der Slogan des alljährlich in Balingen stattfindenden Festivals, sondern der Refrain von „Metal Health“, dem Titelsong des ebenso betitelten Albums. Jenes ist bis heute das wohl wichtigste in der Geschichte der Amis von QUIET RIOT, denn damit begann 1983 der kometenhafte Aufstieg dieser Truppe. Seit jenen Tagen sind viele Jahre ins Land gezogen und die Musikszene hat sich radikal verändert (a geh? Wirklich? Und das keine 24 Jahre später? Na voll arg hey. Andi), was auch an der weiteren Geschichte von QUIET RIOT nachzuvollziehen ist Die Band hatte in all den Jahren nicht immer nur Erfolg, sondern war auf Grund von Veränderungen innerhalb des Business auch mit der Kehrseite der Medaille konfrontiert. Nach der vorübergehenden Auflösung der Band war es vor allem Sänger Kevin DuBrow, der bereits 1993 abermals die Lust verspürte mit QUIET RIOT einen Neuanfang zu wagen und seit dem mehr oder weniger erfolgreich auf Tour ist und auch Alben veröffentlicht. „Rehab“ nennen die Herrschaften nun ihr neuestes Album, auf dem mit Sänger Kevin DuBrow und Schlagzeuger Frankie Banali immerhin noch zwei der alten Haudegen mit von de Partie sind. Gitarrist Neil Citron und Basser Tony Franklin vervollständigten anlässlich der Studioaufnahmen das Line-Up, doch von „Konstanz“ innerhalb dieser Band war in den letzten Jahren ohnehin nie wirklich die Rede, weshalb in der Zwischenzeit auch diese beiden Herrschaften nicht mehr zur Band zu zählen sind. Ob es am mittlerweile höheren Alter liegt, oder ob QUIET RIOT nunmehr eine andere Zielgruppe ansprechen möchten, entzieht sich meiner Kenntnis, aber Tatsache ist, dass die Herrschaften anno 2006 wesentlich gemäßigter zu Werke gehen als früher. Besonders hart oder heftig waren zwar QUIET RIOT ohnehin nochnie, aber dennoch kann man hier eher von partytauglichem Rock als von Hardrock oder gar von Metal sprechen. Aber immerhin wissen die Herren Dubrow und Co. noch immer, wie man gefällige Songs zu komponieren hat, denn schlecht geworden ist ihr aktuelles Material keinesfalls. Ob es der Truppe aber jemals wieder gelingen wird, jenen Ruf, den die Band einst innehatte, abermals zu erreichen, sei in Frage gestellt, zumal mit dem Remake des alten SPOOKY TOOTH-Gassenhauers „Evil Woman“, bei dem auch Glenn Hughes einen Gastauftritt absolviert, das Highlight der Scheibe noch nicht einmal von der Band selbst komponiert wurde. Aber auch auf „Metal Health“ war ja damals mit „Cum On Feel The Noize“ eine SLADE-Nummer eines der Highlights und Tradition verpflichtet nun einmal (wenn besagte Nummern wirklich die „Highlights“ dieser Großvater Petz-Freunde darstellen, bin ich sehr froh, ihre „nicht ganz so tollen“ Nummern nicht zu kennen... Andi). www.kevindubrow.com Walter SINCE THE FLOOD - No Compromise (Metal Blade / SPV) Programmatischer und passender hatten die aus Massachusetts stammenden SINCE THE FLOOD ihr Zweitwerk gar nicht betiteln können. Das Quintett hat zwölf abermals gnadenlos heftige Hardcore-Häppchen ins Leben gesetzt, die man nun unter dem Titel „No Compromise“ auf die Menschheit loslässt. Im Vergleich zum Debut „Valor and Vengeance“ wirken diese abwechslungsreicher, denn man hat den Hardcore auf der aktuellen Scheibe durch geschickt eingestreute Breaks ein wenig metallischer gestaltet, ist aber meiner Meinung nach dennoch meilenweit vom melodiösen todesschwedisch-infiltrierten Metalcore entfernt. Hier regiert nämlich die simple, aber effektive Tonkunst! Während mir als Vergleich zum Debut immer wieder PRO-PAIN in den Sinn gekommen sind, fallen mir zu „No Compromise“ eher weniger Metal-nahe Bands ein, sprich der traditionelle Hardcore in seiner ursprünglichen und brachialen Form ist es, der die Musik von SINCE THE FLOOD regiert und das nicht zu knapp. Deswegen braucht der geneigte Fan auch erst gar keine Kompromisse zu erwarten, denn eine Mogelpackung ist definitiv etwas anderes! www.myspace.com/sincetheflood Walter DRONE - Head-On Collision (Armageddon Music / Soulfood) Es ist geradezu verblüffend, was uns Armageddon Music in letzter Zeit an genialen Thrash Metal Formationen zu bieten haben. Nach den aktuellen und bärenstarken Veröffentlichungen der melodiösen RECKLESS TIDE und der Old-School-Freaks von CONTRADICTION setzt das Label nun mit einer ganz jungen Truppe aus Celle nach. Der Name DRONE sollte zwar nicht zuletzt auf Grund der Tatsache, dass dieses Quartett im letzten Jahr das „Wacken Metal Battle“ siegreich absolvieren konnte, bereits einigermaßen bekannt sein, veröffentlichungstechnisch waren Mutz Hempel (V, G), Martin Froese (B), Marcelo Vasquez (G) und Felix Hoffmeyer (D) (heißen die wirklich alle so?! Beileid! Andi) bis dato jedoch nur durch eine in Eigenregie aufgenommen CD namens „Octane“ in Erscheinung getreten. Sämtliche Songs davon sind nun auch Bestandteil des offiziellen Debütalbums „Head-On Collision“ geworden und der Titel verspricht wahrlich nicht zuviel. Einem Frontalzusammenstoß kommen die Thrash Metal-Granaten der Jungs nämlich gleich. Egal ob man in heftigster PANTURAHEAD-Manier vorträgt, wie beispielsweise im Opener „Theopractical“, die Bay Area gitarrentechnisch zum Vorschein kommen lässt, was in „Stampmark“ nachzuvollziehen ist, oder schlichtweg einen Kniefall vor PANTERA zu deren bester Zeit tätigt („Welcome To the Pit“ und der Gesang generell), das Quartett vermag den Hörer immerzu geradewegs aus dem Weg zu räumen. Die Produktion von Thrash-Ikone Andy Classen passt ebenso wie die Faust aufs Auge und wenn DRONE erst einmal ihre Kettensäge („Chainsaw Symphony“, ein wahrer Thrash Metal-Hit vor dem Herrn) starten, gibt es ohnehin kein Entkommen mehr. Viel mehr Thrash Metal, und das in mannigfaltiger Version, variabel und technisch versiert vorgetragen und zudem sowohl neuzeitlich inspiriert, als auch von der „alten Schule“ infiltriert, kann man im Moment wohl kaum erhalten ! www.droneband.de Walter |
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