CDs & DVDs
Dezember 2006
Weitere Reviews
im Archiv

CRYSTAL EYES - Dead City Dreaming (Heavy Fidelity / Point Music)
Das schwedische Quintett CRYSTAL EYES existiert, wenn auch nicht immer in derselben Besetzung, bereits seit weit mehr als zehn Jahren und ist in jener Zeit auch alles andere als faul gewesen. Zwischen 1994 und 1998 veröffentlichte die aus Boras stammende Truppe vier Demos und seit 1999 sind bereits vier Alben erschienen, die jedoch leider nicht wirklich dazu beitragen konnten, der Band den entscheidenden Schritt aus dem Underground heraus machen zu lassen. Mit ihrem nunmehr fünften Langeisen mit dem Titel „Dead City Dreaming“ versuchen die Schweden erneut mit ihrem Songmaterial reüssieren zu können. Die Songs des Albums sind allesamt nicht schlecht, vor allem in den mit gesteigertem Tempo vorgetragenen Nummern wie dem eröffnenden Titelsong oder „Battlefield“ wissen CRYSTAL EYES sogar durchaus zu überzeugen und brauchen sich vor dem vornehmlich ebenfalls aus Schweden stammenden Wettbewerb wie beispielsweise NOCTURNAL RITES nicht zu verstecken. In den eher gemäßigten, mit großartigen Refrains versehenen Songs macht die Band an und für sich ebenfalls alles richtig und weiß vor allem mit Songs, die gespickt sind mit epischen Passagen wie „The Halls Of Valhalla“ oder „Into The Light“ zu überzeugen. Dennoch bleibt vor allem diesbezüglich ein schaler Beigeschmack, denn hier kommt dem Hörer immer wieder der Name HAMMERFALL in den Sinn und gerade diesbezüglich gibt es mittlerweile wohl Nachahmer genug (a geh... Andi). Mir ist bewusst, dass es für CRYSTAL EYES sehr schwer sein wird, aus dem Schatten der genannten Referenzformationen heraus zu treten, aber im Vergleich zu ihren bisherigen Werken haben sich diese Jungs wahrlich gesteigert.  Auf „Dead City Dreaming“ passen sämtliche Passagen perfekt zu einander, alles klingt sehr harmonisch und in erster Linie ist es der gelungene und sehr intensive Gesang von Nico Adamsen, der hier einen Einstand nach Maß abliefert. Wenn er auch mitunter an einen gewissen Herrn Cains erinnert, so muss man nicht nur ihm, sondern CRYSTAL EYES als Gesamtheit zu ihrem bislang überzeugendsten Werk gratulieren. Ich persönlich drücke der Band die Daumen, dass es nun endlich mit dem längst verdienten Aufstieg klappt. http://www.crystaleyes.net
Walter
 
 
MESHUGGAH – Nothing (Nuclear Blast / Warner)
Eigentlich wurde mir im Interview mit Meshuggah anno 2005 versprochen, dass 2006 wieder ein neues Studioalbum über uns hereinbrechen wird. Passiert ist es nicht, wundern tut’s aber auch niemanden, weil Meshuggah sowieso machen, was sie wollen ... 2007 soll es übrigens soweit sein, schenkt man dem letztem Interview glauben. Schau ma mal ;-) Anyway, als Trostpflaster gibt’s nun das 2002er Album „Nothing“ in einer runderneuerten Version. Teilweise neu eingespielt, mit neuem Cover und einer geilen Bonus DVD, welche Live Aufnahmen sowie die wichtigsten Video-Clips beinhaltet. Dabei auch zwei bisher rare Videos und zwar zu „New Millennium Cyanide Christ (Chaosphere)“ und „Rational Gaze“ in der „Mr. Kidman Delirium Version“. Ersteres zeigt Meshuggah, wie sie im fahrenden Tourbus ihre „Luftinstrumente“ spielen (unpackbar geil! Leute, schaut’s euch das an!), zweites befördert einem direkt in die Irrenanstalt. Ein Schmaus und MUSS für alle Meshuggah-Jünger, zudem sich vom Sound der Platte her, als auch von der Geschwindigkeit der Songs, einiges geändert hat! http://www.meshuggah.net
Dominik
 
 
SLIPKNOT – Voliminal Inside The Nine (Roadrunner / edel)
Das perfekte Weihnachtsgeschenk für alle Slipknot-Kinder, allerdings nur für die Großen, denn die DVD hat keine Jugendfreigabe bekommen, kein Scherz. Interessieren wird das aber sowieso niemanden, Fakt ist, dass diese Doppel- DVD in keiner Sammlung fehlen darf.  Es können tatsächlich ernsthafte psychische Schäden auftreten... Oh mein Gott, ist das krank! Entgegen dem typischen Live- DVD Trend haben Slipknot auf DVD 1 sozusagen einen Film platziert, der an Krankheit kaum zu übertreffen ist. Ein sehr individuelles Kunstwerk aus Live-Auftritten, Backtage-Exzessen, Groupies und anderen, teils sehr skurrilen Beifügungen, die mit Slipknot nur am Rande zu tun haben. Das alles mit verschiedensten Bildeffekten und was weiß der Teufel noch alles. Es ist schwer in Worte zu fassen. Voliminal könnte auch Künstler, Grafiker und Kunststudenten, sowie kreative Filmemacher interessieren, denn es geht hier nicht nur um die Musik... DVD 2 beinhaltet leider nur Videos, obwohl nach der ersten DVD sowieso mal Pause angesagt ist. Unterm Strich ein feines Kunstwerk, dass sicher nicht nur für die Slipknot Fans interessant ist und das aufwendiger nicht sein könnte http://www.slipknot1.com
Dominik
 
 
DEATH BREATH – Stinking Up The Night (Eigenprod.)
Was für eine geile Band! Durch Zufall habe ich die Schweden in einem Inserat entdeckt - gleich im Internet nachgecheckt und in Folge sofort das 2006 erschienene Werk „Stinking Up The Night“ bestellt. Freunde der alten Schule, was man da zu hören bekommt ist anno 2006 schier unvorstellbar. 10 Songs, rau produziert, feinster, dreckiger Death Metal meist im Old School Gewand und stellenweise ganz in Manier der Band Death, trotzdem aber keine Kopie. Für alle unter euch, die in der (Death Metal-)Zeit hängen geblieben sind bzw. von den „alten Zeiten“ nicht genug bekommen ein absoluter Pflichtkauf!  http://www.death-breath.se
Dominik
 
 
TENACIOUS D – The Pick Of Destiny
Psycho-Futter! Party-Mucke und Irrenanstalt-Kost zugleich, und Spaß machen tut es auch noch. Mister Jack Black (bekannt u.a. aus „School Of Rock“) hat mit seiner Band Tenacious D wieder voll zugeschlagen. Unvergessene Hits wie „Fuck Her Gently“ oder „Karate Schnitzel“ werden von Songs wie „Kickapoo“ und „Papagenu“ abgelöst. „The Pick Of Destiny“ ist zugleich der Soundtrack zur anstehend Komödie, der hierzulande hoffentlich mit Anfang nächsten Jahr in den Kinos startet. Einen Haufen Videos zu den Songs gibt’s auf der offiziellen Webpage zu sehen - ein Besuch zahlt sich aus: http://www.tenaciousd.com
Dominik
 
SACRED STEEL - Hammer Of Destruction (Massacre / Soulfood)
Ehrlich gesagt befürchtete ich, nie wieder etwas Neues von SACRED STEEL hören zu können (was für eine „Befürchtung“... Andi), als sich die Herren Knittel und Großhans dazu entschlossen, der Band den Rücken zuzuwenden, um fortan nur noch bei MY DARKEST HATE aktiv zu sein. Doch zum Glück haben SACRED STEEL mit Gerrit Mutz nicht nur einen der begnadetsten Metal-Sänger Deutschlands in ihren Reihen, sondern mit ihm auch gestandenen Metaller, der den Heavy Metal richtiggehend lebt. Da er diese Band um nichts auf der Welt aufgeben wollte, wurden Jonas Khalil (G) und Kai Schindelar (B) rekrutiert, Bassist Jens Sonnenberg legt den Bass zur Seite um fortan wie schon zu Urzeiten wieder an sechs Saiten zu zupfen und Drummer Mathias Straub ist ebenfalls noch immer an Gerrit’s Seite um das „Allerheiligste“ in Sachen Metal zu verwalten. Die zuletzt bei SACRED STEEL latent vorhandenen Einflüsse aus dem Todesmetall sind offenbar zu 100% von den Abtrünnigen ausgegangen, denn „Hammer Of Destruction“ tendiert eindeutig in Richtung der ersten Alben der Schwaben. SACRED STEEL haben darüber hinaus in Harris Johns eine Ikone an den Reglern gehabt, der aus diesem Album auch produktionstechnisch einen „Hammer“ gezaubert hat. Die Songs könnten kaum mehr nach „alter Schule“ klingen und zudem scheinen die Herren auch den Spaß an der Sache wieder gefunden zu haben, was sich in einigen Intros widerspiegelt. Ich bin mir nicht sicher, ob man sagen soll „Welcome Back“, denn weg vom Fenster waren ja ohnehin nie wirklich. Belassen wir es einfach dabei, der Truppe im Sinne der MONTY PYTHON’ S zu huldigen, in dem wir alle in den Refrain einsteigen:  „Every steel is sacred, every Steel is great!“ http://www.sacredsteel.de
Walter
 
MOB RULES - Ethnolution A.D. (Steamhammer / SPV)
MOB RULES haben sich im Laufe der Jahre zu einer richtigen Institution in Sachen melodiöser Metal-Klänge entwickelt und es noch dazu geschafft ihre Kompositionen trotz allem Bombast kitschfrei zu gestalten. Zudem haben MOB RULES auch in ihren Texten etwas zu sagen, soll heißen: man hat sich nicht der Fantasy verschreiben, sondern wartet mit durchaus politisch motivierten und sozialkritischen Lyrics auf, vermeidet es aber sowohl den mahnenden Zeigefinger zu schwingen, als auch in irgendeiner Form klischeetriefende und ausgelutschte Themen zu bearbeiten. „Ethnolution A.D.“ ist in zwei Teile gegliedert, wobei die ersten sechs Titel eine in sich geschlossene Story ergeben und sich kritisch mit der Entwicklung der Menschheit auseinandersetzen. Immer wieder kommt dabei die Stimme von Klaus Dirks mit einem sehr nachdenklichen Unterton aus den Boxen, zumindest aber vermittelt er das dringende Bedürfnis sich eingehender mit der lyrischen Komponente von MOB RULES zu beschäftigen. Aber nicht nur jener Aspekt an der Band ist erwähnenswert, die Musik hat sich im Laufe der Jahre weg vom HELLOWEEN-getünchten Melodic Metal hin zu progressiv angehauchter, eigenständiger und dezent SAVATAGE-infitrierter Musik entwickelt,die in erster Linie davon lebt, dass die Kompositionen als Gesamtheit gelungen sind. Auf „Ethnolution A.D.“ sitz jeder Piano-Part perfekt, jedes Arrangement ist genauestens ausgefeilt und harmoniert mit der jeweiligen Atmosphäre.  Kurz gesagt, es ist an der Zeit, dass MOB RULES nun endlich auch den ihnen zustehenden Respekt in Form von Absätzen einfahren können. http://www.mobrules.de
Walter
 
 
LAAZ ROCKIT - Live Untold (Old School Metal / PHD) (DVD)
Obwohl LAAZ ROCKIT zur Blütezeit des Thrash Metal in der Bay Area mit von der Partie waren und in jenen Tagen auch ihre stärkste Phase hatten, war es diesem Quintett leider niemals vergönnt, auch nur annähernd den Erfolg und die Ehre von Bands wie EXODUS oder TESTAMENT einheimsen zu können. Woran auch immer das gelegen haben mag, wird auf ewige Zeiten ein Rätsel bleiben, doch wer sich an jene seligen Tage erinnert und die Auftritte der Band anno dunnemals hier bei uns in Europa in Erinnerung ruft, wird zumindest wissen, dass LAAZ ROCKIT immerzu für energetisch hoch stehenden Thrash Metal in melodiöser Form gestanden haben und diesen in perfekter Form abgeliefert haben. Da es nach einigen Umbesetzungen, der Umbenennung in GACK (?!? Andi) und einer für ihre Verhältnisse relativ schwachen Scheiblette namens „Fix“ unter jenem Namen im Jahre 1993 still geworden war um die Herrschaften, mussten die Fans bis 2005 darauf warten, ehe sich LAAZ ROCKIT abermals zusammenfanden.  Durch den gegebenen Anlass, einem Auftritt beim legendären „Dynamo“-Open Air in Holland, das an sich keine größere Attraktionen mehr gebraucht hätte, animiert, war das Feuer bei LAAZ ROCKIT offenbar neuerlich entflammt und die Herren Michael Coons (V), Victor Agnello (D), Willie Lange (B), sowie die Gitaristen Aaron Jellum und Phil Kettner versuchten unter ihrem alten Bandnamen einen Neubeginn, der in einigen weiteren Festival-Auftritten gipfelte. Jene Reunion-Gigs sind zusammen mit einer sehr ausführlich kommentierten History, Interviews und  jeder Menge interessanter Hintergrundinformationen zu einer DVD geworden, die uns vor kurzer Zeit unter dem Titel „Live Untold“ vorgesetzt wurde. Ergötzen darf sich der Thrash Metal-Lunatic nun also an Auftritten von LAAZ ROCKIT in Holland (dem besagten Reunion-Gig am „Dynamo“-Open Air), in Japan („Thrash Domination“-Festival) und der Heimat der Band („Thrash Against Cancer“-Festival) aus dem Jahr 2005, sowie an Aufnahmen des 1988er „Dynamo“-Festivals. Interessant ist dabei natürlich auch der optische Aspekt der Musiker, aber anno 1988 sahen ja nicht nur wir ein wenig anders aus als heute. Hinsichtlich der Spielfreude und Qualität der Songs braucht man über LAAZ ROCKIT ohnehin nicht lange zu diskutieren, was die Zusammenstellung dieser DVD betrifft, ist lediglich die mitunter ein wenig wirr durcheinander gewürfelte Reihenfolge von Live-Takes und Interview-Sequenzen auffällig. Einzig wirkliches Manko an dieser Zusammenstellung ist lediglich die Tatsache, dass man einige Songs gleich mehrfach geboten bekommt. Mir ist natürlich bewusst, dass eine LAAZ ROCKIT-Show ohne Songs wie „Fire In The Hole“, „City´s Gonna Burn“ oder „Last Breath“ nicht vollständig wäre, weshalb diese Tracks aber gleich in mehrfacher Ausführung auch auf dieser DVD verewigt werden mussten, sei dahin gestellt. Trotz dieses kleinen Wermutstropfens bleibt „Live Untold“ eine sehr amüsante und informative Zusammenstellung, die uns erneut eine Band näher bringt, die eventuell gar schon in Vergessenheit geraten ist. Da sich die Jungs ja mittlerweile wieder prächtig zusammengefunden haben, darf wohl auch in Zukunft wieder energiereichen Auftritten dieser Band rechnen, hierzulande ganz bestimmt im nächsten April, wenn LAAZ ROCKIT das nächste „Keep It True“-Festival headlinen werden.  http://www.laazrockit.com
Walter
 
 
THIS ENDING - Inside The Machine (Metal Blade / SPV)
Melodiöser Death Metal der guten alten Art und Weise ist nicht zuletzt durch den Erfolg der Björler-Brothers bei THE HAUNTED wieder massiv ins Gespräch gekommen, gilt doch deren erste Formation AT THE GATES als jene Band, die derlei Klänge zum ersten mal zum Besten gegeben hat. Bis heute hat jener Stil unzählige Bands beeinflusst, wenngleich sich unzählige Nachwuchstruppen nicht tunbedingt dem nach reinrassigem Death Metal verschreiben haben. Schon kurz nach dem Ende von AT THE GATES waren vor allem in Schweden einige Truppen unterwegs, die ähnlich melodiösen Todesmetall ablieferten. Mit zu jenen Formationen zählten mit Sicherheit A CANEROUS QUINTET (Yes! Andi), die mit „Silence Of The World Beyond“ und The Only Pure Hate“ in den Jahren 1996 bzw. 1998 Meilensteine dieses Genres abgeliefert haben. Eben jene Band ist nun abermals aktiv, allerdings unter dem Namen THIS ENDING. Nach der seinerzeitigen Trennung und der Arbeit bei unterschiedlichsten Betätigungsfeldern taten sich die Herren Marten Hansen (V), Leo Pignon (G), Linus Nirbrant (G), Jesper Löfgren (B) und Fredrik Andersson (D) im letzten Jahr unter dem Bannet THE PLAGUE abermals zusammen, beschlossen aber schon nach sehr kurzer Zeit sich in THIS ENDING umzutaufen.  Obwohl knapp zehn Jahre vergangen sind und jener Art von Musik heutzutage eher als „Beiwerk“ zu Hardcore-Anklängen dient, haben sich die fünf Musiker keineswegs von diesem Trend anstecken lassen, sondern liefern Songs ab, die exakt so klingen, wie wir uns ein weiteres Album von A CANEROUS QUINTET vorgestellt hätten. Zudem haben sich vor allem die Gitarristen an den Großtaten des amerikanischen Thrash Metal orientiert, weshalb sich auch so manch dezent SLAYER-verdächtiges Riff eingeschlichen hat. Auch der Groove-Teppich für den in erster Linie der von AMON AMARTH bekannte Drummer Fredrik zuständig ist, klingt druckvoll und knallt uns über die gesamte Spielzeit massiv ins Gesicht. Da auch der Gesang von Marten schwer nach „alter Schule“ klingt und er es gekonnt vermeidet, in irgendeiner anderen Form zu singen, weiß der geneigte Fan sofort, was ihn erwartet. THIS ENDING haben mit „Inside The Machine“ ein amtliches Death Metal-Brett abgeliefert, das produktionstechnisch die „Alte Schule“ perfekt in die Gegenwart transferiert und nicht zuletzt deshalb auch für Freunde von angesagten Todesbleikappellen zu empfehlen ist. http://www.myspace.com/thisending
Walter
 
 
KAMELOT - One Cold Winter’s Night (Steamhammer / SPV)
Wie uns der Titel schon suggeriert, eignet sich diese Scheibe hervorragend zum Kuscheln an kalten Winterabenden. Aber keine Angst, hier ist keinesfalls von „Kuschelrock“ oder derlei Stumpfsinn die Rede, sondern von einer der wohl begnadetsten Bands weltweit, wenn es darum geht Melodic Metal mit Bombast zwar kitschfrei, dafür aber schlicht und ergreifend „schön“ und kuschelig von sich zu geben. Angeführt von einem, wie eigentlich immer, in Bestform agierendem Roy Khan, der seit seiner Zeit bei CONCEPTION mit zu den prägnantesten Stimmen dieses Universums zählt und Gitarrenhexer Thomas Youngblood bringen KAMELOT mit dieser Live-Doppel-Scheiblette wohlige Wärme in die ungeheizte heimische Bude.  Mitgeschnitten wurde ein Abend in der „Rockefeller Music Hall“ zu Oslo im Februar dieses Jahres, wobei ich mir durchaus vorstellen könnte, dass die Umgebungstemperatur mit für den Titel der Scheibe entscheidend war. Da wir bereits im Jahre 2000 über „The Expedition“, das erste Live-Album von KAMELOT jubeln durften, sollte auch klar sein, weshalb mit Ausnahme von „Nights Of Arabia“ kein Song älter als fünf Jahre ist und da KAMELOT in jenen Tagen für ihr letztes Studioalbum „The Black Halo“ auf Tournee waren, ist es auch verständlich weshalb der Grossteil der Songs dieses Albums auch auf „One Cold Winter´s Night“ verewigt wurden.  Wie fast schon üblich bei KAMELOT, durfte der Fan auch an jenem Abend zahlreiche Gäste auf der Bühne beklatschen, begonnen bei Simone Simons von EPICA, die ihre schon im Studio perfekt eingesungenen Parts auf live mit Bravour absolviert, über Snowy Shaw, der den Mephisto intoniert, da Shagrath leider nicht für diesen Auftritt zur Verfügung stehen konnte, bis hin zum ohnehin nicht von KAMELOT wegzudenkenden Sascha Paeth.  Da man all jenen Fans, die bisher noch nicht in den Genuss einer Live-Show von KAMELOT gekommen sind, auch etwas für das Auge bieten will, erscheint diese Doppel-CD auch als Doppel-DVD. Mit Sicherheit eine sehr lohnende und unterhaltsame Angelegenheit, egal in welcher Form auch immer man sich eine sehr erwärmende „One Cold Winter’s Night“ zu Gemüte führt. http://www.kamelot.com
Walter
 
 
DREAMING - II (PsycheDOOMelic Records)
Gute acht Jahre ist es her, als uns DREAMING zum ersten Mal mit ihren Klängen beglückten. Ob es daran liegt, dass Mastermind Sandro Uhlmann auch SUBVERSION am Start hat und mit dieser Band in den letzten Jahren für Veröffentlichungen sorgte, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber egal, die deutschen Doom-Heads DREAMINIG gibt es noch immer als Trio und auch ihre aktuellen Songs klingen noch immer so, als ob die Aufnahmen bereits gute 30 Jahre auf dem Buckel hätten. Immer wieder verweben DREAMING Doom, Hardrock und jede Menge psychedelische Einflüsse zu einer sehr gefälligen, gut ins Ohr gehenden und zumeist recht rockigen Melange, so dass der Fuß von selbst im Takt mitwippt und das Haupt sich anmutig zu den tonneschweren Lavariffs bewegt (Bangen ist da wohl das falsche Wort dafür). Vor allem dann, wenn die Geschwindigkeit im unteren Extrem-Bereich angesiedelt ist, erinnert die Chose ein wenig an die Hippie-Doomer von COUNT RAVEN, auch wenn auch Sandro ein anderes Timbre besitzt als Dan Fondelius. Zumeist jedoch geht es eher in bester OBSSESSED- oder SAINT VITUS-Manier los, zumal diese Truppen ja auch über einen recht hohen Rock-Faktor verfügten.  Auch wenn der nicht in derlei Klänge eingeweihte Musikhörer sein Problem mit DREAMING haben wird, der Zielgruppe der Langsamkeitsfanatiker kann auch diese Band nur wärmstens empfohlen werden. Zu haben ist „II“, wie auch der Rest des mittlerweile recht üppigen Kataloges von PsycheDOOMelic unter folgender Adresse: PSYCHEDOOMELIC RECORDS,
c/o Mark Hegedüs, Fürst Liechtenstein Str. 18/11, 1230 Wien, http://www.dreamingmusic.de.vu
Walter
 
 
STEREOCHRIST - Live Like A Man (Die Like A God) (PsycheDOOMelic Records)
Aus Ungarn stammt ja bekanntlich nicht nur „Doompapst” Mark Hegedüs, der mit seinem kleinen, aber feinen Label PsycheDOOMelic Records immer wieder für feinste Klänge der klagenden Langsamkeit sorgt, sondern auch so manche Band, die sich diesem Genre verschrieben hat. Neben den mittlerweile auch hierzulande relativ bekannten WALL OF SLEEP (Far Away From Sunrise! Andi) reichen auch die Wurzeln von STEREOCHRIST zu den Urvätern des ungarischen Doom, MOOD zurück. Während der Kern dieser Formation unter dem Namen WALL OF SLEEP nach wie vor klassischen Doom im Stile der alten BLACK SABBATH zelebriert, hat sich Gitarrist Kolos Hegyi damals aus dem Staub gemacht um mit SUPERNATURAL musikalisches Neuland zu betreten. Mit ihm war damals auch noch der ehemalige MOOD-Drummer Tamas Koltay abgewandert, doch SUPERNATURAL sind ebenfalls bereits Historie und Tamas wurde in der Zwischenzeit bei STEREOCHRIST durch Csaba Kludovacz ersetzt.  Auf dem mittlerweile zweiten Silberling von STEREOCHRIST sind zwar immer noch traditionelle Rockklänge der 70er vorhanden, doch der Großteil klingt wesentlich heftiger, groove-orientierter und nicht zuletzt durch die teilweise dezent an James Hetfield erinnernde Stimme von David Mako wesentlich moderner. Wenn es langsamer zur Sache geht, erinnert der Gesang an eine gezähmte Variante von Kirk Windstein von CROWBAR, doch das ist für mich nicht der einzige Querverweis in Richtung New Orleans, denn STEREOCHRIST scheinen reichlich Einflüsse aus dem Süden der Vereinigten Staaten zu beziehen. Immer wieder sickern Anklänge an Größen der dortigen Szene durch und mit „Bury Me In Smoke“ wird den mächtigen DOWN auch noch Tribute in Form einer Coverversion gezollt. Ich wusste gar nicht, wie nahe Ungarn und New Orleans eigentlich beisammen liegen. Unser nächster Urlaub in den Staaten wird demnach auch mit dem Fahrrad zu realisieren sein ;-) . Interessenten (für STEREOCHRIST und nicht für einen Fahrurlaub in Ungarn) wenden sich vertrauensvoll an:PSYCHEDOOMELIC RECORDS, Adresse siehe ein Review weiter oben, http://www.stereochrist.com
Walter
 
 
MENTAL MENACE - Menace Rising (Eigenproduktion)
Vor drei Jahren beschlossen die beiden Gitarristen Thomas Merkel und Sebastian Froehlich, eine Band zu gründen (originelle Idee, Andi), um die Musik ihrer Vorbilder auf ihre eigene Art weiterzuführen. An und für sich keine besondere Angelegenheit, wenn man sich jedoch das erste Demo dieser Jungs, die zusammen mit Christian Horn (D) und Max Schelten (B,V) MENTAL MENACE aus der Taufe gehoben haben, zu Gemüte führt, sieht die Sache, zumindest für meine Wenigkeit, sehr wohl interessant aus.  Die Osnabrücker haben ihre Herzen nämlich offenbar an den US-amerikanischen Power Metal verloren, dem sie in Form ihrer ersten drei Eigenkompositionen huldigen. Zudem haben sich auch einige Anklänge bekannterer Landsleute der Band eingeschlichen, doch im Großen und Ganzen erinnert die Musik von MENTAL MENACE in erster Linie an Bands wie ATTACKER, was vor allem an der Stimme von Max Schelten liegt, die schwer an jene von Bobby Mitchell erinnert und auch das Duo an den Klampfen weiß mit melodiösen, aber dennoch treibenden Doppeleinsätzen im Stile amerikanischer Ikonen des Heavy Metals zu überzeugen. Während man zu Beginn noch eher über einem stampfenden Rhythmusteppich in „Sin City“ rifflastig aufgeigt, weiß die mit über fünf Minuten Spielzeit längste Nummer „Declaration Of War (Legend Of Troy)“ auch mit epischen Momenten in bester Tradition von Bands wie OMEN zu überzeugen. Das finale „Dreaded Book Of The Dead“ ist dann ein wahrer Power Metal-Hammer mit Hitfaktor geworden, den wir uns wohl auch von unseren (und somit wohl auch jenen von MENTAL MENACE) Heroen gefallen lassen hätten.
Wenn es an diesem Demo etwas auszusetzen gibt, dann höchstens die Tatsache, dass nur drei Songs darauf verewigt sind. http://www.mental-menace.de
Walter
 
 
THESSERA - Fooled Eyes (Progrock / H’ Art)
“ Es is´a gaunz a oide G’schicht, waun ana heirat, wird wos dicht’”. So lautet im alpenländischen Raum eine der gängigsten Einleitungen zu einer, dem Hochzeitspaar im Rahmen der Vermählungsfeier von Freunden dargebotenen, volkstümlichen Form von gesprochenen und in Reimform gesungenen Gedichten (sicher, Walter, sicher.... alles wird gut, Andi).  Da derlei Feierlichkeiten seit jeher mit zu den wohl denkwürdigsten Ereignissen im Leben eines Menschen zählen, behält man wohl auch diese „Dichtkunst“ auf ewige Zeiten in Erinnerung. Doch leider ist nicht immer alles eitel Wonne und es kommt mitunter bereits im Vorfeld von Hochzeiten zu eher dubiosen Momenten... Völlig abstruse Vorkommnisse rund um eine Hochzeit besingen beispielsweise die Brasilianer von THESSERA auf ihrem Debütalbum „Fooled Eyes“. Der Hauptdarsteller, sprich Bräutigam, von Beruf Künstler, verfällt an seinem Polterabend in einen schicksalsträchtigen Traum, aus dem er erst anlässlich der eigentlichen Feierlichkeit wieder erwacht. Der Grund für sein Erwachen aus dem Traum ist jedoch nicht unbedingt ein positiver, sondern die Tatsache, dass sich seine Braut in einer lebensbedrohenden Situation befindet und er es ist, der die Dame seines Herzens retten sollte, was, durch zu späte Verständigung durch einen Freund, aber leider misslingt. In Folge ist der Protagonist enttäuscht und über die vermeintliche Fehlmeldung jenes, so genannten „Freundes“ sehr erzürnt. Doch plötzlich stellt sich heraus, dass er erst einmal aufwachen sollte, bevor er weitere Handlungen setzt (die Typen nehmen sich ähnliche Substanzen wie Du zu sich. Bekommt Ihr die auf Krankenschein? Aber mindestens Chefarzt-Pflicht, oder?! Andi). Im Endeffekt bleibt dadurch das Ende offen, was sich als besonders interessant herausstellt. Obwohl es sich hierbei lediglich um ein „Konzeptalbum“ einer Metal-Band, die in progressiven Gewässern zu Hause ist, handelt, schreit diese Story geradezu nach einer Umsetzung in Filmform und auch nach einer Fortsetzung, in welcher Form auch immer.  Den Soundtrack dafür könnten THESSERA, die mit „Fooled Eyes“ einen hervorragenden Einstand in der Szene abliefern, mit Sicherheit ebenso bedenkenlos abliefern. Schon auf diesem Album lassen die Herrschaften erkennen, dass sie im Stande sind, durch unterschiedliche Stilmittel nicht nur die Musik an sich passend zum Konzept zu komponieren, sondern auch die Fähigkeit haben durch den Einsatz von sehr detaillierten Introduktionen und gesampelten Einsprengsel und Sequenzen, das Album fast zu einer Art Hörbuch werden zu lassen. Musikalisch scheinen THESSERA ebenfalls sehr offen für verschiedene Einflüsse zu sein, die sie auf „Fooled Eyes“ zu einer sehr eigenständigen Melange verarbeiten konnten. Wer seinen Prog Metal gerne als üppiges Konzeptalbum vorgelegt bekommt ist hier ebenso an der richtigen Adresse, wie jene Musikgourmets, denen zu „konventionellen“ Prog-Scheiben dezente Jazzanklänge, die Integration von südamerikanischen Rhythmen und immer wieder auftauchende funkige Gitarrenläufe zum Glück fehlen. http://www.thessera.com
Walter
 
 
BORN FROM PAIN – War (Metal Blade / SPV)
Der Titel und das in tarnfarben gehaltene Cover des aktuellen Silberlings der niederländischen Brachialmusikanten von BORN FROM PAIN machen deutlich, dass auf „War“ nicht gerade kindergeburtstagstaugliche Klänge verewigt sein werden. Wie schon zuletzt auf „In Love With The End“ holzen die Holländer ein mal mehr mit amtlich fetten Gitarren und einer sehr gut disponierten Rhythmusfraktion so ziemlich alles nieder, was sich ihnen in den Weg zu stellen droht. Wenn auch stilistisch völlig anders, so erinnern mich BORN FROM PAIN ein wenig an die Death Metal-Panzerbrigade von BOLT THROWER. Wahrscheinlich ist es schlichtweg die Intensität, die diese Erinnerung weckt.  Rabiat wie immer gehen die Oranjes auch auf diesem Album irgendwo zwischen Metal und Hardcore zu Werke, schaffen es dabei aber gekonnt, so ziemlich jede Art von angesagten Sounds zu umschiffen um in erster Linie darauf hinzuweisen, dass BORN FROM PAIN mit zu den dienstältesten Formationen zählen, die sich jenen Klängen verschreiben haben. „War“ ist zwar (zum Glück) nicht programmatisch zu verstehen, doch die Songs werden in der Szene schlicht und ergreifend im Sinne des Albumtitels wie eine Granate einschlagen.  Da nicht nur Fans allerorts von den Klängen dieser Band begeistert sind, sondern auch die „Konkurrenz“, konnten BORN FROM PAIN einige Gäste im Studio begrüßen, die bei den aktuellen Songs der Band mitgewirkt haben. Ihr Landsmann Jan Chris De Koeijer von GOREFEST beispielsweise ist in „Crusader“ zu hören, während NAPALM DEATH-Fronter Barney in „Behind Enemy Lines“ ins Mikro bellt und Lou Koller (SICK OF IT ALL) bei „Doomsday Clock“ zu hören ist. Zudem darf sich auch noch Pepe von HATESPHERE bei „Scorched Earth“ in die Gästeliste eintragen um jenen Song mit einem Solo zu garnieren. Die beste Wirkung werden BORN FROM PAIN aber mit Sicherheit nach wie vor auf der Bühne haben, von wo aus präsentiert so mancher Track dieses Albums wohl zu einer Bombendetonation im Pit werden wird. http://www.bornfrompain.com
Walter

TOURETTES SYNDROME - Sicksense (Armageddon Music / Souldfood)
Auch wenn es mit Sicherheit nicht als solcher geplant war, aber mich persönlich erinnerte schon seit langer Zeit keine Scheibe mehr derart stark an einen Soundtrack zu einem Horror-Film wie „Sicksense“. Dabei lässt sich das australische Quintett mit Frontdame Michele Madden noch nicht einmal auf großartige Experimente ein, die für schaurige Atmosphäre sorgen sollten, schon allein die mehr als nur gewöhnungsbedürftige und einzigartige Stimme dieser Dame lässt den Zuhörer erschaudern. Zudem sind die sehr modern strukturierten, irgendwo zwischen kommerzieller, eingängiger und moderner Rockmusik im Stile von MARYLIN MANSON und Nu Metal anzusiedelnden Songs, von denen einige auch in Richtung Hardcore tendieren, durch zahlreiche Tempowechsel immer wieder derart spannungsgeladen aufgebaut, dass man in der Tat meinen könnte, einen Film damit problemlos untermalen zu können. Mitunter kommen auch noch diverse WHITE ZOMBIE-Anklänge zum Vorschein, so richtig beeindrucken können mich die Klänge die Australier aber auch dadurch nicht.  Dennoch gibt es Momente, in denen TOURETTES SYNDROME wahrlich mächtig aus den Boxen dröhnen. Speziell in den langsamem Passagen kommt die Stimme von Michele nämlich sehr gut zur Geltung, wie im dezent nach ALICE IN CHAINS klingenden „Glad“, oder in „Small Enemy“, das mit einem beängstigenden, sich steigernden Marschrhythmus beginnt, ehe ein fieser Metal-Bastard daraus generiert wird und das Mädel in Manier von Angela Gossow das Szenario beherrscht.  Ebenso wie die stilistischen Extreme, die TOURETTES SYNDROME auszureizen versuchen, wird wohl auch das Fanecho zu „Sicksense“ von „schnell weg“ bis hin zu „obergeil“ reichen. Für Metal- Extremisten stellen TOURETTES SYNDROME mit Sicherheit jetzt schon eine Bereicherung für das heimische Archiv dar, auch wenn ich mir sicher bin, dass diese Band ihr Potential noch lange nicht ausgeschöpft hat und speziell die leider recht häufig zu hörenden Nu Metal-Passagen mitunter wie Füllmaterial wirken und dadurch nicht wirklich zum Gelingen dieser Scheibe beitragen.  http://www.tourettes.com.au
Walter


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