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| VICIOUS RUMORS – Warball (Mascot / NSM) >>> LIVE Nach den eher durchwachsenen Werken >>Something Burning<<, >>Cyberchrist<< und >>Sadistic Symphony<<, die zwar allesamt ihre Höhepunkte hatten, aber keineswegs an die Klasse von VICIOUS RUMORS (live am 2. 11. mit Ripper´s BEYOND FEAR im Planet!) zu jenen Zeiten, als der tödlich verunfallte Carl Albert noch in der Band war, heranreichten, hat sich Mastermind Geoff Thorpe offenbar darauf besonnen, dass so genannte „moderne“ Einflüsse von seiner Truppe intoniert nicht unbedingt gut bei den treuen Fans ankommen und diese Veröffentlichungen dadurch eher zu Ladenhütern werden. Ob aus geschäftstechnischen Hintergründen oder auf Grund der Tatsache, erst jetzt den adäquaten Nachfolger von Carl in Person von Tausendsassa James Rivera gefunden zu haben, soll hier nicht weiter Thema sein, da es bei Gott essentielleres zu berichten gibt. Schon der erste Durchlauf macht klar, dass VICIOUS RUMORS mit >>Warball<< zu ihrer alten Stärke zurückgefunden haben. Der Titel könnte durchaus auch als Verweis auf alte Zeiten verstanden werden, schließlich war >>Welcome To The Ball<< eines der bisherigen Highlights in der Karriere der Truppe und konnte den „Test Of Time“ bisher problemlos bestehen. Aber auch die Gegenwart zeigt, dass mit den Amis noch immer zu rechnen ist. Nicht zuletzt durch James´ Wunderstimme klingt das aktuelle Werk aggressiver als sämtliche Scheiben zuvor. Auf >>Warball<< stimmt aber nicht nur die zweifelsfrei geniale Sangesdarbietung, auch die Songs selbst haben es in sich. Nach einem sehr heftigen Up-Tempo-Banger namens >Sonic Rebellion<, offenbaren Geoff und sein kongenialer Partner Thaen Rasmussen, dass zweistimmige Gitarrenattacken noch immer das Um und Auf einer jeder Power Metal-Scheiblette sind. Thaen wird in Zukunft die Truppe an der zweiten Axt verstärken, während der auf den Promophotos abgebildete Brad Gillis nur für den Opener, >Immortal< und >A Ghost Within< seine Künste beisteuerte. Apropos Line-Up: Mit Dave Starr und Larry Howe konnte Geoff zwei seiner ehemaligen Mitstreiter abermals zum Mitmachen bei VICIOUS RUMOPRS überzeugen, ein weitere Hinweis auf einen Orientierung der Band in Richtung der eigenen Vergangenheit. Da auch Thaen und James nicht gerade Newcomer sind, verwundert die Ausrichtung von >>Warball<< in Richutng alter Schule hoffentlich niemanden.. Mit diesem Album ist der Band ein satter Hammer gelungen, es bliebt nur zu hoffen, dass die Truppe in dieser Konstellation auch in Zukunft zusammen bleiben kann und noch weitere Schätzchen dieser Art aus dem Ärmel zu schütteln im Stande ist. Von der Umsetzung der Songs auf der planetarischen Bühne werden wir uns ohnehin in Bälde überzeugen können! www.viciousrumors.com Walter DARKFALL - Phoenix Rising (Eigenprod.) Zu Beginn des neuen Jahrtausend waren die steirischen Death-Thrasher DARKFALL hierzulande noch reichlich aktiv, doch nach der Veröffentlichung von „Firebreed“ im Jahre 2001 war es zunächst einmal verdächtig still um die Truppe geworden. Der Grund dafür liegt in erster Linie wohl daran, dass mit Ausnahme von Bassist Christian Kayer und Sänger Thomas Spiwak das komplette Line-Up erneuert werden musste. In den letzten Jahren war man zwar an der Live-Front wieder vermehrt aktiv, doch veröffentlichungstechnisch hatte man nur den Re-Release der ersten beiden Werke „Dimensions Beyond“ und „Winter Leaves“ auf einer CD zu verzeichnen. Das alles ist aber Schnee von gestern und anno 2006 zeigen sich DARKFALL nicht nur runderneuert, sondern auch gereifter. Im Endeffekt sollte sich der Abgang der bisherigen musikalischen Gefährten kaum auswirken, da vor allem der brutale Gesang von Thomas noch immer als Markenzeichen erhalten geblieben ist. Schon im eröffnenden Titelsong wird klar, dass DARKFALL nichts von ihrer Klasse eingebüßt haben. Meiner Meinung nach hat sich vor allem die Tatsache, dass DARKFALL nun zur Gänze auf Keyboards verzichten, sogar positiv ausgewirkt, da die Songs nun noch brachialer wirken und somit besser zur Geltung kommen. In „Never Ending Hate“ wird dann deutlich, dass DARKFALL ihren Thrash Metal sowohl von mitteleuropäischen als auch von amerikanischen Formationen beeinflusst, zum Besten geben und der Rausschmiss der Scheibe in Form von „Echoes From The Past“ lässt für die Zukunft auf weitere Knaller von Songs in dieser Machart hoffen, da man hier eindeutig Beweis ablegt, wie gereift die Truppe kompositionstechnisch mittlerweile ist. Wenn es der Band gelingt, dieses Line-Up stabil zu halten, bin ich mir sicher, dass es DARKFALL nun auch endlich gelingen kann, über unsere Staatsgrenzen hinaus erfolgreich zu werden. Die Voraussetzungen sind mit diesem Album zumindest schon einmal gegeben, denn in besserer Form habe ich DARKFALL bis dato noch nicht erlebt. Dieses Gustostückerl einheimischer Tonkunst ist für nur € 5,- über die Band direkt zu beziehen. www.darkfall.at Walter NINEFOLD - Superstar (Casket Music / Import) Es mag überraschend anmuten, aber zumindest ein Teil des Vermächtnisses des mittlerweile völlig aus der Mode gekommen „Grunge” scheint in Italien verwaltet zu werden. Das Quintett NINEFOLD offeriert uns auf seinem mittlerweile zweiten vollständigem Album „Superstar“ (denen außerdem noch ein Demo und eine Split-CD vorangegangen waren) Klänge in ähnlicher Machart mit der Bands wie PEARL JAM anno dazumal zu Superstars geworden sind. Allerdings untermalen NINEFOLD ihre Songs immer wieder auch mit melodiösen Keyboardklängen, wodurch man die Italiener doch deutlich von der genannten Referenzband unterscheiden kann. Zudem ist es vor allem Gitarrist Mattia Sikorsky der mit seinem sehr stark von ganz alten Heroen wie Jimi Hendrix oder auch Carlos Santana inspiriertem Spiel für Furore sorgen kann und weitere Akzente auf „Superstar“ setzen kann. Ich habe zwar keine Ahnung, ob man mit derlei Klängen heutzutage noch ein „Zielgruppe“ finden kann, aber im Vergleich zu dem was uns die genannten „Superstars“ heutzutage anzubieten haben, ist dieses Album in Summe wesentlich essentieller. In erster Linie aber sind es die vor Melancholie und Melodien nur so triefenden Songs wie „Toasted“ oder „Empty Box“ die jene Fans, die damals voll Bewunderung gen Seattle blickten, hinunter gehen sollten wie Öl und die auf weitere Werke von NINEFOLD hoffen lassen. www.9fold.com www.alkemist-fanatix.com Walter KEENANTS - Let´ s Start From The Beginning (Eigenproduktion) Halten wir uns an das von der Band vorgegebene Motto und beginnen wir beim Anfang, also der Gründung von KEENANTS. Die Truppe existiert seit 2001, stammt aus Italien und legt mit „Let´ s Start From The Beginning“ ihr Debütalbum vor. Zuvor erschienen bereits zwei EPs, („Let´s Start…“„ im Jahre 2003 und „Demo 2004 A.D.“) wobei die Songs der ersten EP offenbar auch auf diesem Silberling verewigt wurden. Der Einstieg in das Album mit „This Song Is Not In A Playlist“ klingt zwar ebenso programmatisch wie der Titel des Albums, doch ich denke, es wird sich mit Sicherheit die eine oder andere Playlist finden, die KEENANTS enthalten wird. Stilistisch sind die Herren irgendwo zwischen weniger hektischen SYSTEM OF A DOWN und „ungroovigen“ SOULFLY einzuordnen und dementsprechend heftig donnert dieser Track dann auch dem Hörer in brachialer Manier entgegen. In weiterer Folge kommen auch noch Anleihen aus dem Hardcore, dem New Metal und ein klein wenige schräge Sounds zum Vorschein, die von KEENANTS zu einer recht brachialen und vor allem sehr wirkungsvoll klingenden Melange verquickt werden. Eigenständigkeit ist zwar nur sehr selten zu finden, denn irgendwie erinnern alle 13 Songs des Albums an bereits bekannte Acts, aber vielleicht haben sich KEENANTS beim Komponieren ihrer Songs das selbsternannte Motto der Scheibe zu Herzen genommen und eben genau unter dem Einfluss jener Bands mit dem Komponieren begonnen, die für die Italiener derlei Klänge zum ersten Mal fabriziert haben. www.keenants.it www.alkemist-fanatix.com Walter LOCH VOSTOK - Destruction Time Again! (Escapi Music / emv) Hervorgegangen aus der Progressive Metal-Band MAYADOME offerieren uns diese fünf Schweden, die sich von einem unterirdischen See in der Antarktis den Namen für ihre Band ausgeborgt haben, nun bereits zum zweiten Mal schwer zugängliche Klänge. Während das Debüt „Dark Logic“ doch noch ein wenig von der Vorgängertruppe, von der mit dem ehemaligen Drummer der Truppe Teddy Möller (nicht verwandt oder verschwägert mit´n Müller Teddy aus Laa, Anm. Andi), der nunmehr für Gitarre und Gesang verantwortlich ist, und Keyboarder Sebastian Okupski zu Beginn zwei Mitglieder auch bei LOCH VOSTOK mit von der Partie waren, beeinflusst war, hat man sich nun völlig freigeschwommen und kredenzt den Interessenten in neuer Besetzung (mit Teddy als alleinigen „Erben“ von MAYADOME) eine wahrlich brachiale und auch teilweise recht rabiate Mischung aus nahezu allen stilistischen Formen, die der Metal im Moment zu bieten hat. Man stelle sich eine üppige, soundtechnisch perfekt harmonisierte und zu jeder Sekunde drückende Mischung aus Thrash, Death und Power Metal vor, zu der immer wieder Elemente des Black Metal, aber auch des melancholischen Progressive Metal addiert werden, und man erhält „Destruction Time Again!“. Klar, ist da nach einmaligem Durchlauf kaum etwas Nachvollziehbares zu entdecken, hat man sich aber erst einmal an diese wilde Mischung gewöhnt, kommt man aber nicht mehr los davon. Im Laufe der Zeit stellt man dann auch fest, dass es keiner der Musiker nötig hat in irgendeiner Form „aufdringlich“ zu musizieren. Zudem bemerkt man auch sehr bald, dass sämtliche Kompositionen gut durchdacht und konzipiert wurden und das Album im Endeffekt zu einem wahren Ohrenschmaus wird. Vorraussetzung dafür ist allerdings zugegebenermaßen eine gewisse „Gewöhnungsphase“. Doch wer sich in LOCH VOSTOK erst einmal verliebt hat, für den ist immer wieder „Destruction Time Again!“. www.lochvostok.com Walter ASTRA - About Me: Through Life And Beyond (Burning Star / SX Distribution) Wenn auch die Optik dieses Quintetts nicht unbedingt darauf schließen lässt, so hat sich die italienische Formation ASTRA doch eindeutig dem progressiven Metal in „klassischer“ DREAM THEATER-Ausführung verschrieben. Der Vergleich kommt wohl auch nicht von ungefähr, zumal die Truppe in ihrer Jugend als Tribute–Band für die New Yorker aktiv war und dabei gar einen Wettbewerb unter DREAM THEATER-Coverbands für sich entscheiden konnte (Sachen gibt´s. Andi). Zudem erinnert Sänger Titta Tani nicht nur einmal an den jungen James LaBrie. Von einem Klon zu sprechen ist aber dennoch vermessen, da die Songs in ihrer Gesamtheit doch sehr deutlich von den Kompositionen der Amis zu unterscheiden sind und diese Affinität nur in den längeren Instrumentalpassagen und beim Gesang zum Tragen kommt. Zudem wird vor allem bei den Arrangements deutlich, dass sich die Italiener sehr wohl auch an anderen Formationen orientieren. Vor allem KAMELOT haben diesbezüglich eindeutig ihre Spuren hinterlassen, was sich in Summe sehr positiv auf das Gesamtbild von „About Me: Through Life And Beyond“ ausgewirkt hat. Die Songs kommen allesamt sehr spannungsgeladen aus den Boxen und wissen vor allem durch die abwechselnde Dominanz der einzelnen Instrumente und des fabelhaften Gesangs zu überzeugen. www.astraprog.com Walter PROTOTYPE – Continuum (Metal Axe Records / Point) Begonnen hat alles im Jahre 1994, als Kragen Lum (G) und Vince Levalois (G, V) ihre damalige Band PSYCHOSIS auflösten um mit PROTOTYPE einen Neustart zu wagen. Die bislang erschienenen Werke der Truppe („Seed“ (Demo, 1995), „Cloned“ (Mini-CD, 1998), sowie der erste Longplayer „Trinity“ aus dem Jahre 2002) konnten allesamt für ein gewisses Ansehen im Untergrund sorgen, wobei speziell jene Fans, die sich sowohl für Thrash Metal in US-Ausführung, aber auch für traditionellen IRON MAIDEN-getünchten Metal mit progressiven Versatzstücken erwärmen können, wohl auch schon bislang ihre helle Freude an PROTORTYPE gehabt haben. Auch mit „Continuum“ setzen die Ami ihre musikalische Reise - dem Titel nach zu urteilen, fast logischerweise - fort. Während der Opener „The Way It Ends“ mit mächtiger MAIDEN-Affinität aus den Boxen kommt, erinnert der folgende Track „Probe“ eher an MEGADETH zu deren Blütezeit. Des Öfteren fühle ich mich in Folge dann auch an ihre Kollegen von STEEL PROPHET erinnert, vielleicht nicht zuletzt deshalb weil auch PROTOTYPE bislang, ebenso wie diese Kollegen, so etwas wie einen „Underground auf Lebenszeit“- Faktor innehaben. Über die gesamte Spielzeit ist zwar hochwertige Kost angesagt, die Highlights folgen aber erst gegen Ende. So wurde mit „Undying“ eine Akustiknummer auf „Continuum“ verewigt, die mächtig Gänsehaut verursacht und für Abwechslung sorgt, während man gegen Ende hin noch einmal richtig zulangt und mit „Heart Machine“ einen fast schon NEVERMORE-verdächtigen, abgefahrenen Power-Thrasher abliefert, der absolut gelungen ist und lediglich noch vom nicht minder heftigen, aber noch ein wenig vertrackteren „Cold Is This God“ übertroffen wird (da ist aber jemand begeistert heute... Andi). Da PROTOTYPE in den Staaten bei Nightmare Records unter Vertrag stehen und „Continuum“ bei uns über Metal Axe Records veröffentlicht wird, sollte es für PROTOTYPE nun einigermaßen bergauf gehen. Zumindest aber hat nun endlich NIEMAND mehr eine Ausrede, an dieses Album nicht, oder auch nur schwierig heranzukommen. www.prototypeonline.com Walter WASTEFALL - Self Exile (Sensory / Al!ve) Aber, aber, meine Herren! Es besteht überhaupt kein Grund ins „Exil“ zu gehen, auch wenn dieses selbst auferlegt sein sollte. Das griechische Quintett WASTEFALL, das beim amerikanischen Label Sensory Records unter Vertrag steht (die ersten beiden Alben „Soulrain 21“ (2004) und „Fallen Stars And Rising Scars“ (2003) sind über das ebenfalls griechische Label Sleaszy Rider erschienen) offeriert nämlich eine sehr wohldurchdachte und vor allem wohldosierte Melange aus progressiven Klängen, die allesamt recht heftig und mit mächtig Nachdruck, aber auch mit einer satten Portion Melancholie aus den Boxen kommen. Speziell hinsichtlich dieser Melancholie kommen einem als Vergleich immer wieder PAIN OF SALVATION in den Sinn. Ähnlich wie Daniel Gildenlöw und dessen Truppe auf ihren ersten Werken gehen auch WASTEFALL zu Werke, wobei aber die Gitarren der Griechen wesentlich heftiger klingen. Manche Riffs lassen die Herren diesbezüglich eher in die Nähe von NEVERMORE kommen, allerdings in wesentlich weniger brachialer Ausführung. Zudem kredenzen uns die Griechen aber auch etwas sphärischere Klänge, die von der jener Epik leben, die schlicht und ergreifend wunderschön zu lauschen ist und die griechischen Jungmusikern offensichtlich schon in frühester Jugend beigebracht wird. Auf frickelige Passagen wird fast zur Gänze verzichtet, stattdessen gibt es ab und an Einflüsse aus der griechischen Folklore zu finden. Einzelaktion der Musiker sucht man ebenso vergeblich wie allzu schräge Spielereinen der Instrumentalisten. Ähnlich wie das griechische Nationalteam bei der letzten Europameisterschaft funktionieren WASTEFALL scheinbar im Kollektiv am Effizientesten und wohl gerade deshalb ist „Self Exile“ auch zu einem dermaßen gelungenen Werk geworden. www.wastefall.com Walter DOGS ´N ´BONES - Dirty Fuckin´ Loud (My Graveyard) Titel und auch Bandname sprechen für sich. Hier riecht man förmlich Bier, Schweiß und den Spaß, den die Jungs wohl beim Einspielen dieses Albums im fernen Italien hatten (und wie „riecht Spaß“?! Andi). Ja, richtig gelesen. DOGS 'N' BONES kommen weder aus L.A. noch aus Schweden, sondern sleazen aus dem Stiefelland über die Alpen in unsere Richtung. Sänger Mauro Maccarini hat zwar noch nicht ganz das Zeug und das Charisma eines Axl W. Rose in jungen Jahren, aber zu den immerzu unterhaltsamen und permanent gute Laune machenden Tracks passt sein irgendwie quietschfidel klingendes Organ perfekt. Entweder man hat den Kerl im Studio permanent zum Lachen gebracht (wahrscheinlich... Andi) oder es ist die pure Spielfreude, die sich in den Stimmbändern niedergeschlagen hat. Die Instrumentalfraktion weiß ebenfalls zu überzeugen und die Songs an sich können unterhalten und sind kompetent vorgetragen. Was will man von einer Band aus dieser Richtung noch mehr? Der Titel darf demnach durchaus als Programm bezeichnet werden, wenn es um die optimale Lautstärke geht. Allerdings ist Vorsicht angebracht; ein „Verhaspler“ könnte nämlich durchaus für Verwirrung sorgen, wenn man jemandem „Dirty Fuckin' Loud“ näher bringen will. Ein Freud'scher Versprecher könnte plötzlich ein markiges „Dirty Loud Fuckin'“ daraus werden lassen ... www.dogsandbones.com Walter RUFFIANS - Desert Of Tears (Metal Heaven / Soulfood) Ehrlich gesagt hatte ich meine Bedenken, dass es sich auch bei der Reunion der Bay Area-Legende RUFFIANS anno 2004 um eine nur sehr kurzzeitige Angelegenheit handeln würde. Doch zum Glück ließ sich die Band, die auch heute noch aus den Gründungsmitgliedern Craig Behrhorst (G), Chris Atchison (G) und Luke Bowman (D), sowie dem bereits 1986 als Nachfolger für Carl Albert (RIP) ins Boot geholten Rich Wilde und Bassist Tommy Sisco (der jedoch lediglich auf diesem Album zu hören ist und auf der anstehenden Europa-Tournee wieder durch den schon bei den Reunion-Shows amtlich in den Viersaiter greifenden Eric Wong ersetzt wird) besteht, von der entstanden Euphorie anstecken, sodass gut zwei Jahre später ein neues Studioalbum von RUFFIANS in die Läden kommt. Der Einstieg in Form von „I Believe“ macht bereits klar, dass wir es auch anno 2006 mit hochwertigem, melodiösen US Metal zu tun haben. Eingängig wie immer und von prägnantem Riffing geprägt, folgt das schon einige Jahre alte „Running Blind“, bevor uns die Gitarrenfraktion in „Day Of The Champion“ zum ersten Mal beweist, dass sich die Jungs auch heutzutage noch durchaus von den alten Helden beeinflussen lassen um daraus einen eigenständigen Track zu zaubern. Dieser Song erinnert vom Aufbau her stark an ältere MSG-Kompositionen und kann auf Grund seiner Durchschlagskraft in Kombination mit der vorhanden Eingängigkeit durchaus als eines der Highlights dieser Scheibe betrachtet werden. Der bereits bei den Reunion-Gigs präsentierte Titelsong, ein schleppender Melodic Metal-Track allererster Sahne und der ebenfalls auf dem BYH-Festival präsentierte und auf der Myspace-Seite der Band als Video verewigte Gassenhauer „Darkest Of Light“ lassen erneut Erinnerungen an besagtes Festival aufsteigen, zugleich aber auch darauf hoffen, dass uns RUFFIANS im nächsten Sommer abermals von so mancher Festival-Bühne aus ihre Songs um die Ohren ballern. In weiterer Folge zeigen sich die Herrschaften weiters auch noch von ihrer heftigen Seite, wenn sie mit „Live By The Sword“ in der Tradition ganz alter US-Metaller im Up-Tempo-Bereich losbrettern, während man die Ballade „It Ain´t Over“ in dieser Ausführung wohl auch wohl auch von den SCORPIONS akzeptieren würde. Da man produktionstechnisch zwar ebenfalls die alte Schule deutlich heraushört, dennoch aber keineswegs eine „Antiquität“, sondern ein überaus druckvolles und zeitgemäßes Endergebnis abgeliefert hat, besteht hier überhaupt kein Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieser Reunion. Alt-Freaks werden ohnehin blind zuschlagen, aber auch Neueinsteiger sollten sich nun endlich mit RUFFIANS beschäftigen, denn viel besser kann man melodiösen Metal in amerikanischer Machart im Moment wohl nicht bekommen. www.ruffians.org Walter RECKLESS TIDE – Hellraser (Armageddon Music / Soulfood) Seit ihrer Gründung im Jahre 2000 haben RECKLESS TIDE aus Hannover hart gearbeitet und es dadurch zu einem sehr guten Ruf in der Szene gebracht. Schon die ersten beiden, in Eigenregie veröffentlichten, Demo-Scheiben „Insanity Or Reality“ und „7 Minutes Of Thrash“ konnten recht akzeptable Kritiken einfahren, erst recht das Debut „Repent Or Seal Your Fate“, das wohl ausnahmslos mit positiven Kritiken versehen wurde. Auch auf diverse Live-Auftritte kann die Band bereits zurückblicken, als Highlight bislang wird wohl ein Auftritt am W:O:A zu betrachten sein. Das Sextett, das mit zwei Sängern (Andrew Troth, der Schreihals und Kjell Hallgreen, der für den melodischen Gesang, aber auch für Schreie und Grunzen verantwortlich ist) antritt um der Welt zu zeigen, wie man amtlichen Thrash Metal fabriziert, hat sich für vorliegendes Zweitwerk eine recht unterhaltsame Geschichte einfallen lassen. Auf „Helleraser“ geht es um eine Dame namens Agatossa, die auserkoren wurde alles Schlechte aus der Hölle zu vernichten. Als ihr immer wieder zugetragen wird, dass es einen noch viel schlimmeren Ort als die Hölle geben sollte, landet sie an eben jenem Plätzchen zwischen Himmel und Hölle, in der Welt der Menschen. Über die gesamte Spielzeit erzählen uns RECKLESS TIDE diese Story, die meiner Meinung nach dazu geschaffen ist, auch als Comic oder gar als animierter Film veröffentlicht zu werden. Noch viel spannender als diese Story finde ich aber die musikalische Untermalung. Diese ist nämlich Thrash Metal in Reinkultur und das auf höchstem Niveau. Von den alten Helden der Bay Area sind RECKLESS TIDE wohl ebenso inspiriert, wie von so manchen angesagten Zeitgenossen. Um hier gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Es besteht kein Grund die Band zu kritisieren, auch wenn wohl in jedem Review dieselben Vergleiche aufkommen werden. Ja, RECKLESS TIDE klingen vor allem gitarrentechnisch ziemlich stark nach TESTAMENT, was aber keineswegs negativ gemeint ist, sondern als Lob zu verstehen ist. Auch ANNIHILATOR lugen des Öfteren um die Ecke, wenn man sich so manches Riff intensiv zu Gemüte führt. Na und? Ist das vielleicht etwas Schlechtes? Nein, ganz im Gegenteil! Jeff Waters war sogar persönlich zugegen, um sich im Opener „Vicious Cirlce – Chapter 1“ als Gast zu verewigen. Eine Tatsache, die Bände spricht und es würde mich nicht wundern, wenn Meister Waters in Bälde auch für diese Truppe die Regler in die Fingerchen nehmen würde. Ebenso verewigt hat sich auch Hendrik Bache von DEW-SCENTED, der mit Oliver Jaath in „Corrupted“ auf das heftigste soliert und dabei abermals ein rasantes Old School-Thrash Metal-Brett abliefert. Zudem haben RECKLESS TIDE aber scheinbar auch ein Faible für Thrash Metal eher moderner Ausführung, denn neben einigen PANTERA-Anleihen, klingen manche Riffkonstrukte reichlich verquer und dermaßen brachial, so dass wohl auch diverse Musiker aus der Szene zu Götheborg ihre Freude daran haben würden, wenn ihnen solche Riffideen gekommen wären. „Helleraser“ sollte für die fünf Herren und die Dame an der Gitarre in jedem Fall einen weiteren Schritt nach Vorne darstellen, denn derart unterhaltsam war schon lange keine Thrash Metal-Scheibe mehr. Auch wenn ich den als Joke verstandenen Track „Kleemähendeäbte“ nicht so ganz gecheckt habe, zur Auflockerung des Albums, dem man deutlich anmerkt, dass sich die Band selbst nicht immer bierernst nimmt, passt dieser „Schmäh" sehr wohl. www.recklesstide.de Walter WINTERDOME – Weltendämmerung (Massacre / Soulfood) Und nun zu etwas ganz anderem: „Weltenbrand“ ist an und für sich ein Hörbuch in dem die Geschichte eines von den Göttern vertrieben Volkes namens Elasaj beschrieben wird. Von Bernd Seestaedt vorgetragen, erfahren die Zuhörer wie dieses Volk auf Grund von Gotteslästerung verbannt und bestraft wird. In weiterer Folge kann sich dieses Volk die Gunst der Götter allerdings wieder erwerben. So weit, so gut, so interessant. Der Grund weshalb dieses Hörbuch hier besprochen wird, ist jedoch der, dass es sich im Prinzip um ein Konzeptalbum einer Band namens WINTERDOME handelt, die sich jene Geschichte ausgedacht hat und sie zwischen den Songs erzählen lässt. Musikalisch sind die Herrschaften, die als Band seit zehn Jahren zusammen sind im Gothic Metal-Bereich beheimatet. Da man immer wieder zwischen Erzählung und Musik abwechselt, ergibt eich ein Album, das über neun Songs und ebenso viele gesprochenen Passagen verfügt. Im Hintergrund dieser hat man ebenfalls nicht gespart und im Sinne eines Hörspiels die jeweils notwendige Geräuschkulisee erzeugt. So interessant die Idee und so gelungen die Umsetzung des Konzepts auch ist, leider können die musikalischen Darbietungen der Truppe nicht wirklich überzeugen. Die Musik an sich ist nicht wirklich spektakulär und vor allem der Gesang von Henrik Warschau reißt wohl niemandem vom Hocker. Weder sein aggressiver Vortrag weiß besonders zu beeindrucken, noch die klaren Gesangspassagen. Die Kompositionen sind an sich schwer von Keyboards geprägt, die Gitarren leider im Hintergrund, weshalb der Großteil der Musik auch am Hörer vorübergeht. Aber es geht hier auch nicht um losrockende Musikanten, die darauf aus sind die Zuhörer zum Bangen zu bringen. Vom künstlerischen Anspruch gibt es dagegen nichts zu meckern und die Idee an sich ist auch gut, aber wie gesagt, über die Musik zwischen den Erzählpassagen kann man durchaus diskutieren…. www.winterdome.de Walter COURAGEOUS - Downfall Of Honesty (Mausoleum / Soulfood) Für ihr letztes Werk >>Inertia<< durften die Frankfurter jede Menge an Lob einstecken. Kein Wunder, schließlich wusste das Album mit feinen Kompositionen in der Grauzone zwischen Power und Thrash Metal zu überzeugen. Durch das Riffing und so manche Gesangspassage kamen zwar immer wieder Vergleiche zu NEVERMORE auf, doch diese Band ist wohl nicht unbedingt die schlechteste Referenz. Auch auf ihrem neuen Werk >>Downfall Of Honesty<< werden so manche Kritiker Parallelen zu diesen Herrschaften aus Seattle heraushören, allerdings muss man auch feststellen, dass COURAGEOUS an ihrer Kompositionskunst gearbeitet haben und sich deshalb von etwaigen Vergleichen zum größten Teil freischwimmen konnten. Der Einstieg >The System Has Failed< ist ein sozialkritischer Thrasher in bester Old School-Tradition geworden, bei dessen Text mit immer wieder die lyrischen Ergüsse des Herrn Phil Rind und seiner Formation SACRED REICH in den Sinn gekommen sind. Musikalisch dagegen sind COURAGEOUS wesentlich weniger ruppiger unterwegs als es diese Amis zu ihrer besten Zeit waren. Während dieser Song noch relativ straight ist, kann schon das folgende >A Million Eyes< mit recht abgedrehten und freakigen Passagen aufwarten. Derlei abgefahrene Sequenzen begleiten den Hörer dann durch fast alle Nummern, lediglich bei der extrem melodiösen Metal-Nummer >Alter Ego< gehen COURAGEOUS fast schon ein wenig zu bieder vor. Dagegen wissen die Herrschaften rund um den teilweise regelrecht hysterisch agierenden Frontmann Chris Staubach vor allem in den technisch anspruchsvollen Songs wie >Praise My Name< oder der als Rausschmeißer dienenden Göttergabe >The Guf (The Final Sign)< mächtig zu beeindrucken. Zum Glück vergessen COURAGEOUS aber niemals auf Hooks, weshalb die Songs, trotz vorhandener technischer Kabinettstückchen, für die zumeist das Duo Oliver Lohmann und Gerd Lücking an den Gitarren zuständig ist, und zum Teil gar abstrus anmutender Sequenzen, immerzu gut ins Ohr gehen und sich in den Gehörgängen geradezu festfressen. Im direkten Vergleich zu >>Inertia<< kann man der Band sehr wohl Weiterentwicklung attestieren, denn ihre Stärke, die offensichtlich im technisch anspruchsvollen und heftigen Metal liegt, haben COURAGEOUS weiter ausbauen können und zudem ist es der Band perfekt gelungen mit sehr viel Detailverliebtheit diese Kabinettstückchen in die an sich schon recht gelungenen Songs zu integrieren. www.courageousmusic.de Walter PHANTOM-X - Storm Riders (Mausoleum / Soulfood) Vorturner bei PHANTOM-X ist bekanntlich Kevin Goocher, der sich durch sein Mitwirken bei OMEN einen guten Namen machen konnte. Aber auch mit PHANTOM-X hat Kevin schon sein Gesangstalent unter Beweis stellen können. Das Debüt >>Rise Of The Phantom<< erschien vor gut einem Jahr, eine erste Europa-Tournee zusammen mit ANVIL folgte recht schnell danach. Im Rahmen der Promotion dieser Scheibe waren die Texaner (zusammen mit HYADES und OMEN) vor kurzer zeit abermals hier bei uns zu Gast und wussten dabei durchaus zu gefallen. Zusammen mit Greg Malicki (B) und Danny White (D), die auf der besagten Europa-Tournee Kevin und Kenny Powell bei OMEN auf den Bühnen begeleitet haben, sowie Gitarrist Eric Knudson hat Kevin ein recht stabiles Line-Up zusammengestellt und mit >>Storm Riders << ein neues Werk in recht kurzer Zeit nach dem Debut am Start. Wie nicht anders zu erwarten, erhalten wir ein sattes, von der alten Schule inspiriertes Album, bei dem die Einflüsse Song für Song zwar offenbar werden, durch Kevin´s Stimme aber nicht weiter ins Gewicht fallen, da dennoch ausreichend Eigenständigkeit und vor allem jede Menge Widerkennungswert erhalten bleibt, so dass PHANTOM-X all jene Fanatiker erfreuen können sollten, die von SAXON (>Road Killer<), über BLACK SABBATH mit DIO (>A Dark Divinity<) und JUDAS PRIEST (>Day Of The First Dawn<), bis hin zu MOTÖRHEAD (>Texas Death Squad<) und der noch immer aktuellen Veröffentlichung von OMEN (>Black Sails<) angetan sind. Mir ist schon klar, dass die Amis mit >>Storm Riders<< keinen Innovationspreis gewinnen werden können, auf Grund der Tatsache, dass man den Herrschaften aber ihre langjährige Zugehörigkeit zur Szene spieltechnisch durchaus anmerkt und PHANTOM-X mit ihrem traditionellen Heavy Metal beeindrucken können, sollte sich niemand an der Tatsache stoßen, dass hier nichts wirklich Neues offeriert wird. Solange wir von den Texanern Qualitätsware wie diese abgeliefert und serviert bekommen, werden sich sicher auch Fans dafür finden lassen. Warum auch nicht? Die Instrumentalisten verstehen ihr Handwerk, über Kevin´s Gesang braucht auch nicht großartig diskutiert zu werden und die Songs wissen mit Ausnahme der eher holprigen Folk Metal-Intonation >Ancient Anthem< auch durchwegs zu gefallen. Was wollen wir also noch mehr? www.phantom-x.net Walter GOD DETHRONED - The Toxic Touch (Metal Blade / SPV) GOD DETHRONED-Mastermind Henry „The Seprent King“ Sattler äußerte sich im Vorfeld der Veröffentlichung des mittlerweile achten Albums seiner Band mit dem verheißungsvollen Titel >>The Toxic Touch<< derart positiv über das derzeitige Line-Up von GOD DETHRONED, dass man dazu geneigt war zu denken, dass hier ein Musiker zu viel in Sachen Promotion gelernt hat. Aber Henri hat verdammt recht, denn homogener und intensiver klangen GOD DETHRONED niemals zuvor. Wenn man sich die Tatsache vor Augen führt, dass die Niederländer in den letzten Jahren ohnehin eine dezente Kursänderung weg vom brachialen Up-Tempo-lastigen Death Metal in Richtung Groove eingeschlagen haben, kann GOD DETHRONED uneingeschränkt attestiert werden, mit derlei angelegten Kompositionen nicht nur besser, sondern auch heftiger und mit mehr Durchschlagskraft als je zuvor zu agieren. Die Klasse des Gitarristenduos Issac Delahaye und Henry offenbart sich erst in den Soli so richtig, diesbezüglich muss man dem „Serpent King“ zubilligen, mit seiner Aussage absolut nicht zu übertreiben. Auch die Rhythmusfraktion kann mit noch nie zuvor bei GOD DETHRONED zu hören gewesenen Passagen aufwarten, wodurch sämtliche Kompositionen von >>The Toxic Touch<< zu einem groovebetonten Death Metal-Leckerbissen werden, der in Sachen Brutalität keineswegs Vergleiche zu international angesehen Größen scheuen muss. Zudem hat man instrumental offenbar deutlich an Klasse und Selbstsicherheit zugelegt und schreckt auch vor auflockernden, melodiösen Instrumentals nicht zurück. >>The Toxic Touch<< wird seinem Namen durchaus gerecht, denn sämtliche Songs wissen den Zuhörer mit ihrer „Giftigkeit“ zu packen und werden GOD DETHRONED ihren Weg in Richtung Death Metal-Champions League weiter fortsetzen lassen. www.goddethroned.com Walter DISILLUSION – Gloria (Metal Blade / SPV) Ich denke, es war ein Fehler, mir im Vorfeld der Veröffentlichung von >>Gloria<< >>Back To Times Of Splendor<<, das letzte Werk der Leipziger DISILLUSION durch intensiven Hörgenuss vehement ins Gedächtnis zu rufen. Besagtes Werk war gesegnet von progressiven Kompositionen, die immerzu in trauriger Melancholie vorgetragen wurden, aber dennoch eine Art Hoffnungsschimmer für den Hörer aufkommen haben lassen. Die Intensität der Songs ist auch einige Zeit nach der Veröffentlichung noch immer zugegen und nicht zuletzt dadurch wird dieses Werk einen Ehrenplatz in der Metal-Historie innehaben. Wie auch immer, gut zweieinhalb Jahre später hat das Trio DISILLUSION mit >>Gloria<< ein neues Album am Start, das zumindest für mein Dafürhalten so gut wie Nichts wie >>Back To Times Of Splendor<< gemeinsam hat. DISILLUSION wissen mittlerweile bestens, wie man ein neues Album interessant machen kann und haben im Vorfeld durch diverse Trailer bereits die Spannung das gesamte Album endlich hören zu können ins Unermessliche getrieben. Eben diese, irgendwie nicht ganz einfach zu verarbeitende und zu durchblickende Trailer, deren audiovisuelle Umsetzung auf das kriminalistische Interesse der Hörer abzielen, werden aber nicht die einzigen Fragezeichen sein, mit denen sich der Hörer nach intensivem Genuss von >>Gloria<< konfrontiert sieht. Als generelle Überlegung muss sogar hinterfragt werden, ob denn tatsächlich noch immer dieselbe Band mit Namen DISILLUSION hier am Start ist. Doch, sie ist es, in der Tat. Bloß haben die Herren Andy Schmidt (V, G), Rajk Barthel (G) und Jens Maluschka (D) nunmehr versucht eine ganz eigene Art von Musik zu kreieren. Aber nicht nur die Melancholie vom Debüt blieb dadurch auf der Strecke, sondern auch die seinerzeit progressiv metallisch ausgeführten Klänge. Auf >>Gloria<< gilt es für den Zuhörer zunächst erst einmal zu entdecken, wohin die musikalische Reise gehen wird. Dieses Unterfangen entpuppt sich allerdings als kein Einfaches. Ich persönlich hatte von Beginn an den Eindruck DISILLUSION würden sich nunmehr deutlich stärker in Richtung US of A orientieren und zwar in jeder Hinsicht. Ob man vielleicht aus diesem Grunde >>Gloria<< von Adam Ayan in Portland abmischen hat lassen, mag sein, ab es ist ja nicht nur die Ausführung, die mich an Musik aus den Staaten denken lässt. Von den Songstrukturen fallen mir gelegentlich TOOL oder auch A PERFECT CIRCLE ein, deren eigenwilliges Songwriting ja auch nicht unbedingt einfach zu begreifen ist. Auf >>Gloria<< finden sich einige Passagen, durch die man DISILLUSION in die Nähe der genannten Truppen wähnen könnte, doch vor allem dann, wenn die Gitarren in leidenschaftlicher Hingabe Melodien von sich geben, die eher der so genannten „World Music“ entstammen könnten, ist diese Vergleichsmöglichkeit abermals dahin. In weiterer Folge merkt man dem Trio, das sich im Moment daran macht die Band hinsichtlich anstehender Konzerte zu „vergrößern“, auch an, dass es eine gewisse Affinität zu geradezu kalten, sterilen elektronischen Klängen nicht verleugnen kann. Diesbezüglich muss ich aber sofort hinzufügen, dass DISILLUSION keineswegs experimentieren, sondern mit diesen Klängen eine angenehm kalte Atmosphäre entstehen lassen, der man sich gar nicht so schnell wieder entziehen will. Auch der Gesang wurde an die neuzeitliche Orientierung angepasst, Andy offenbart hier nicht mehr sein gesamtes Spektrum von derbem Gegrunze bis hin zu glasklarem und unter die Haut gehenden Tönen, sondern klingt teilweise „neutral“ , ab und an aber auch fast maschinell degeneriert. Wo auch immer man Vergleiche zu >>Back To Times Of Splendor<< anstellen mag, es wird sehr schwierig sein,Parallelen zu finden. DISILLUSION haben sich mit >>Gloria<< neu erfunden und ein packendes, eigenständiges und intensives Album abgeliefert, das allerdings die nötige Hingabe erfordert um in die Tiefe der Klangwelt dieser Truppe einzutauchen. www.disillusion.de Walter |
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