CDs & DVDs
Juli 2006
Weitere Reviews
im Archiv

FIRESTORM - The Outsiders (Eigenproduktion)
FIRESTORM aus dem Weinviertel, eine der wohl aktivsten einheimischen Bands, haben mit „The Outsiders“ eine neue EP am Start. Der von der Band eingeschlagene Weg, sich irgendwo zwischen traditionellen Metal-Klängen und modernen Tönen zu bewegen ohne dabei an Größen der Szenen zu erinnern, wird konsequent fortgesetzt. Der Opener „Down“ ist eher im traditionellen und melodiösen Bereich anzusiedeln, ohne dabei aber auf knallhartes Riffing zu vergessen. Zudem überzeugt die Nummer durch einen sehr eingängigen Refrain. Der Titeltrack beginnt rockig und steigert sich im Laufe der Zeit zu einem riffbetonten und griffigen und vor allem sehr eigenständigen Metal-Song, der mich trotz intensiver Nachforschung an keine andere Band erinnern will. Sehr viel zur Eigenständigkeit der Band trägt die Gesangsdarbietung bei, zumal David Stawa über eine recht ausdrucksstarke Stimme verfügt und außerdem in manchen Passagen gekonnt von seiner Partnerin Beate Schleining unterstützt wird. Seit fast zehn Jahren spielen FIRESTORM nun schon zusammen und haben es geschafft fernab von jedweder Anbiederung an etwaige mehr oder weniger angesagte Richtungen ihre eigene Nische zu finden. Nur weiter so! www.thefirestorm.com
Walter

KING TIGER - When The Music Hits (Rebeat)
Wenn dieser Königstiger zum Tanz bittet, oder besser gesagt, wenn einen die Musik dieses Viechs trifft, bleibt wohl kein Mensch ruhig sitzen. Es ist aber keineswegs die Gefahr, die dieses possierliche Tierchen ausstrahlt, die den Menschen zum Aufspringen bringt. Nein, es sind die unterhaltsamen und rockigen Klänge, die das Quartett mit Namen KING TIGER aus Wien von sich gibt. Zeitlose Rockmusik ist es, die uns diese Königstiger anzubieten haben. Das Quintett schert sich offenbar einen feuchten Furz darum, ob und wie man damit ankommen könnte, sondern zieht seinen Stiefel gnadenlos durch. Abgesehen von dieser zeitlosen Musik, die uns von den Herren Mario David (V), Bomber (B), King Ozam (D), Jorge Deluxe und Pierre Legere (beide G) geboten wird, haben KING TIGER wohl auch eine gehörige Portion Humor und kredenzen ihre Songs immer wieder mit einem gewissen Augenzwinkern,das zu einem Schmunzeln beim Zuhörer führt. Für ihre Qualitäten auf der Bühne sind KING TIGER ohnehin schon bekannt, aber ihr Schmäh funktioniert auch auf Silberscheibe ganz gut. Fangt euch diesen KING TIGER. Denn wer weiß schon was passiert wenn er euch erst einmal hat. Ein Entkommen ist unmöglich! www.kingtigerrock.com
Walter
 
 
STRAPPING YOUNG LAD – The New Black (Century Media/EMI)
Sie sind schon eine ganz eigene Truppe, diese kranken und lustigen Kanadier, die mittlerweile seit Jahren in der Starbesetzung Gene Hoglan (ex-Death, ex-Dark Angel), Byron Stroud (auch Fear Factory) Jed Simon, Willy Campagna und Mastermind Devin Townsend agieren.
Bekannt für witzige Lyrics a la "Shitstorm" oder "Rape Song", wartet das neue Meistwerk mit Songtiteln wie "You Suck" und "Fucker" auf. Das Album "Alien" (2005) war so derartig druckvoll und schnell, das bei sämtlichen Hörern Gehirnerschütterungen aufgetreten sind. Obwohl bei "The New Black" die unverkennbaren Techniken und Trademarks von Strapping Young Lad enthalten sind, überraschen sie mit mid-tempo Songs, vielen cleanen Vocals und rockigen Parts, also Elementen, die auf "Alien" kaum bis nicht zu finden waren. Dies alles spricht für Strapping Young Lad, die sich noch nie in eine Schublade haben schieben lassen und immer das machten, worauf sie gerade Lust hatten. Die musikalische Bandbreite von "The New Black" zu beschreiben, ist  unmöglich, vielmehr geht das nur beim persönlichen Anhören. Sogar da bedarf es mehreren Durchläufen, um die unglaublichen Songstrukturen, Solis, Riffgewitter, Tempowechsel und Gesänge zu behirnen. Wie ein Labyrinth bahnen sich die 11 Songs in die Gehörgänge und beamen den Hörer in eine andere Welt. Der Opener "Decimator" ist einer der besten Nummern dieses Konstrukts, der Song "Antiproduct" beinhaltet Saxophon und Trompeten, die zum Jazz aufrufen,
oder doch nicht? Produziert wurde "The New Black" von Mike Fraser, seines Zeichens auch verantwortlich für Produktionen von Metallica und Aerosmith. Fazit: Strapping Young Lad übertreffen sich hier selbst und legen ein Meisterwerk für höchste Ansprüche hin, bei dem es vieles zu entdecken gibt.
www.centurymedia.de
Dominik
 
 
REVELATION PROJECT – Same (Eigenproduktion)
Christlich angehauchte u. inspirierte Musik scheint in den letzten Monaten wieder ein wenig in Mode gekommen zu sein. Egal, ob die jeweilige Formation dabei eher poppig-kitschig vor sich hin düdelt oder gar derbe Metalcore-Klänge fabriziert, im Glauben sind diese Bands vereint um ihrem Herrn zu dienen (juchu. Andi). Wie der Name der vorliegenden Band es schon vermuten lässt, handelt es sich auch bei REVELATION PROJECT um ein christlich orientiertes Quartett aus den Vereinigten Staaten, das mit seiner Musik in erster Linie seinen Glauben unter das Volk zu bringen versucht. Vom Inhalt her geht es auf diesem Album um die Offenbarung des Johannes, die hier in mehr oder weniger abgewandelter Form besungen wird. Wichtiger als das ist aber die Tatsache, dass REVELATION PROJECT ihr musikalisches Handwerk verstehen. Irgendwo in der Schnittmenge aus DREAM THEATER und SHADOW GALLERY lassen sich die insgesamt 14 Songs prima einordnen, wobei aber hinzugefügt werden muss, dass noch keine wirklich eigene Duftmarke versprüht werden kann und zudem vor allem die Keyboards das Bild prägen und dieses Instrument sehr dominant ist. Zwar reichen die Kompositionen der „Offenbarer“ noch nicht an jene ihrer musikalischen Idole heran („offenbar“, haha, Andi). aber mit dem Glauben an ihre Taten und der nötigen Unterstützung von Oben wird man wohl in Zukunft auch mehr von REVELATION PROJECT zu hören bekommen, denn Ansätze für hochwertigen Progressive Metal sind auf jeden Fall vorhanden und müssen nur noch in Richtung Eigenständigkeit ausgebaut werden, denn im Moment mangelt es daran noch ein wenig.
www.revelatioproject.com
Walter
 
 

REINO ERMITANO - Brujas Del Mar (PsycheDOOmelic Records)

Aus dem fernen Peru stammen REINO ERMITANO (was soviel bedeutet wie „Einsiedler-Königreich“) und besingen auf diesem Album die „Hexen der See“ („Brujas Del Mar“). Das besondere an dieser Formation ist aber keineswegs ihre exotisch anmutende Herkunft, sondern in erster Linie ihr völlig eigenständiger, wenn auch ein wenig eigenwilliger Stil. Mit Tania Duarte steht ein Mädel am Mikro und haucht den psychedelisch geschwängerten Doom-Kompositionen ihrer drei Bandkollegen zusätzlichen Reiz ein. Irgendwo in der Schnittmenge von SAINT VITUS, PENTAGRAM und BLACK SABBATH liegen die Wurzeln des musikalischen Schaffens dieses Quartetts aus den Anden, doch darüber hinaus scheint man auch eine gewisse Vorliebe für den Sound der 60er Jahre, für den beispielsweise ein Jimi HENDRIX hochgeschätzt wurde, innezuhaben, wie man auch Einflüsse von psychedelischen Formationen vom Schlage HAWKWIND bei REINO ERMITANO ausmachen kann.  Wer sich an derlei unterschiedlichen Klangeskapaden in erfrischender Form und auf Basis großer Doom-Songs ergötzen kann und noch dazu an spanischem Gesang seine Freude hat, sollte sich umgehend mit dem Label direkt in Verbindung setzen, denn dort ist „Brujas Del Mar“ auf jeden Fall zu erstehen: PsycheDOOMelic Records, c/o Mark Hegedüs, Fürst Liechtensteinstraße 18/11, 1230 Wien 
www.psychedoomelicrecords.com
www.reinoermitano.com
Walter
 
 
STARCHILD - Born Into Eternity (PsycheDOOMelic Records)
Mit STARCHILD betreten neue „Stars” die Doombühne. Aus dem Bundesstaat Georgia stammend, haben sich Richard Bennett (V,G), Kenneth O´Bara (B) und Frank Sikes (D) vor einigen Jahren zusammengetan um fortan ihren gemeinsamen musikalischen Vorlieben zu frönen. Diese dürften wohl in erster Linie aus England stammen und BLACK SABBATH heißen, denn die Herrschaften rund um Tony Iommi sind allgegenwärtig, wenn man sich das mittlerweile zweite vollständige Album dieser Amis zu Gemüte führt. Der Name Iommi steht deswegen hier repräsentativ für BLACK SABBATH, weil sein Riffing bei STARCHILD viel intensiver nachempfunden wurde als es bei manch anderen Doomies der Fall ist und die dennoch immer wieder mit BLACK SABBATH in Verbindung gebracht werden. Auf Anhieb fallen mir hier COUNT RAVEN ein, deren Nähe zu den Briten ja in erster Linie durch den OZZY-lastigen Gesang verursacht wird, was bei STARCHILD überhaupt nicht der Fall ist. Richard klingt wesentlich dreckiger als der „Madman“ und hätte wohl auch bei jeder eher traditionell orientierten Hardrock-Band seine Berechtigung.  Aber so ist es nun einmal im Doom-Genre, in irgendeiner Form hängt der Schatten von BLACK SABBATH immer über den jüngeren Bands.  „Born Into Eternity“ darf durchaus programmatisch verstanden werden, denn Klänge wie diese werden uns in aller Ewigkeit Freude bereiten. www.psychedoomelicrecords.com (Adresse siehe oben), www.starchild777.com
Walter
 
 
MERCA - Chup Amela (PsycheDOOMelic Records)
„ Chup Amela“ ist keineswegs eine neue Kreation der örtlichen Eisdiele (echt net? Andi), sondern vielmehr ein weiteres Highlight aus dem ohnehin sehr hochkarätig bestückten Katalog von PsycheDOOMelic Records. Bei MERCA handelt es sich um Niederländer, deren Mitglieder Arjen (B) und Niels (G, V) zuvor bei SHYLOCK im Underground für Furore sorgen konnten. Mit einem neuen Drummer namens Animal (der Typ hat sicher noch nie die Muppets Show gesehen... Andi) haben sich die Herrschaften nun in klassischer Triobesetzung daran gemacht uns ihre Auffassung von harter Rockmusik näher zu bringen und zumindest bei mir ist den Herren diesen Unterfangen gelungen. SAINT VITUS, The OBSSESSED und PENTGRAM sind die ersten Bands die mir nach intensiver Einfuhr von „Chup Amela“ in den Sinn gekommen sind. Eben jene sind es auch, die den Hörer wohl über die gesamte Spielzeit verfolgen, wobei im Laufe der Spielzeit auffällt, dass Niels einen recht eigenwilligen Akzent sein Eigen nennt, der MERCA nicht zuletzt deshalb recht eigenständig und unverwechselbar klingen lässt.  www.psychedoomelicrecords.com (Adresse siehe oben)
Walter
 
 
FISH - Return To Childhood (Snapper Music)
Derek William Dick alias FISH gibt uns bereits mit dem Titel dieses Werkes unmissverständlich den Weg vor. „Misplaced Childhood“ wird wohl auf ewige Zeiten das Referenzwerk seiner damaligen Band MARILLION bleiben und auch für ihn als Solo-Künstler wird es wohl nicht mehr möglich sein dieses Wunderwerk zu übertreffen. Deshalb erinnert uns FISH mit seinem aktuellen Werk „Return To Childhood“ an eben jenes. Die am 13. November 2005 in Tilburg mitgeschnittene Show, die nun als Doppeldecker in den Läden steht, beinhaltet nicht nur das besagte Referenzwerk in kompletter Form am Stück, sondern darüber hinaus noch weitere Songs aus dem Schaffen des Herrn Dick. Allerdings kann dabei festgestellt werden, dass weder MARILLION noch FISH himself es danach schafften, derart intensive und schlichtweg als perfekt zu bezeichnende Songs wie „Kayleigh“, „Lavender“ oder „Childhood´ s End?“ zu komponieren. Wem es bisweilen noch nicht geglückt ist diesen Künstler livehaftig zu erleben, der kann sich zumindest akustisch vom Schaffen überzeugen und sollte sich zudem schleunigst um Tickets für das „Rock Of Ages“-Festival kümmern, wo FISH ebenfalls zu bestaunen sein wird. Den eingeschworenen Fan wird diese Scheibe ein weiteres Mal daran erinnern, wer unbedingt zu erwähnen ist, wenn man von progressiver, künstlerisch anspruchsvoller Musik spricht.  Mehr Worte braucht man zu FISH und seinem Schaffen eigentlich nicht verlieren, außer der Bitte an den Künstler direkt, uns noch eine zeitlang als solcher erhalten zu bleiben.
www.the-company.com
Walter
 
 
KALAS  - Same (Tee Pee / Cargo)
Bei KALAS handelt es sich um eine erst kürzlich ins Leben gerufene neue Band (des ham neue Bands so an sich... Andi), in der illustre Musikanten ihr Unwesen treiben, so ist unter anderem HIGH ON FIRE- und SLEEP-Musiker Matt Pike am Gesang zu hören. Eben jener ist es auch, der KALAS so etwas wie die Trademark verleiht. Fragt mich nicht warum, ab der Knabe scheint in irgendeiner Form mit Lemmy verwandt zu sein. Vielleicht ist es aber auch nur die „Ernährungsweise“, die zu solchen Stimmbändern verhilft. Musikalisch gesehen haben KALAS aber kaum Gemeinsamkeiten zu MOTÖRHEAD aufzuweisen. Viel eher scheinen sich die fünf Herrschaften an doomigen Heavy Rock-Formationen zu orientieren. Der Verweis des Infoblattes auf das WITCHFINDER GENERAL-Shirt eines der Herren kommt diesbezüglich sehr treffend. KALAS verlassen den Pfad des Doom des Öfteren und verquicken ihre Songs mit sehr heftigen Eruptionen aus dem Hardrock der alten Schulen um dann ein wenig „neuzeitlichere“ düstere Atmosphären in ihre Kompositionen zu integrieren.  In Summe klingt dieses Album zwar sehr abwechslungsreich, in erster Linie aber immer ordentlich hart und heftig.  KALAS könnten in Zukunft im Sektor der heftig rockenden Doom-Formationen einen ähnlichen Stellenwert erringen, wie die fast namensgleiche Dame in der Welt der Oper (sicher... Andi). www.myspace.com/scumangel666
Walter
 
 
WINTERS BANE – Redivivus (DCA Recordings)
Es ist zwar eine feine Sache, dass Gitarrist Lou St. Paul noch immer in der Szene aktiv ist und einen Neustart mit WINTERS BANE wagt, doch so richtig knallen wollen die Songs von „Redivivus“ nicht. Geboten wird US Metal der alten Schule, der gar nicht einmal weit von jenen Songs entfernt ist mit denen die Band mit ihrem Debüt „Heart Of A Killer“ anno 1993 scharenweise Fans gewinnen konnte. Doch damals war es wohl in erster Linie die Gesangsleistung von Tim Owens der aus jenem Album ein wahres Schmankerl machte und eben jener ist bekanntermaßen seit seiner Zeit bei JUDAS PRIEST zu einer Institution des Heavy Metal geworden und schon seit Jahren nicht mehr bei WINTERS BANE. Lou hielt die Band zusammen und veröffentlichte in Folge „Girth“ im Jahre 1997, das jedoch auf Grund seiner damals aktuellen Referenzen an PANTERA eher nach Anbiederung an den damaligen Zeitgeist klang. Mit komplett neuer Mannschaft (Jeff Welch am Bass, Mark Cross am Schlagzeug und Sänger Alexander Koch) versuchen sich WINTERS BANE abermals in die Herzen der Fans zu spielen, was keinen leichte Aufgabe werden wird. Schlecht gemacht sind Songs wie „Remember To Forget“ oder „Spark To Flame“ keineswegs, allerdings fehlen mir persönlich die zündenden Momente. Ähnlich schnell wie das Werk ohne Intro mit „Seal The Light“ beginnt, geht es auch weiter und endet ebenso abrupt nach „Despise The Lie“, ohne dass sich dem Hörer ein Song wirklich zwingend aufgedrängt hätte.  Auch nach mehrmaligem Konsum will keiner der Songs im Gedächtnis haften bleiben, weshalb „Redivivus“ zwar ein nettes und gut gemachtes Album ist, allerdings keinerlei Zwang verursacht sich das Werk unbedingt und sofort zuzulegen.
www.wintersbane.net
Walter
 
 
LST - Lady Summer´s Blood (Eigenproduktion)
Sehr ruppig und rau klingen die Songs des Trios LST. Offenbar beziehen die Kärntner ihre Einflüsse in erster Linie von Bands unterschiedlicher Genres, denen aber ein gewisser „Schmutzfaktor“ gemein ist. Die Gitarren von Armin kommen verwaschen und undeutlich, aber auch sehr druckvoll aus den Boxen und können eine gewisse Vorliebe für Wino nicht von der Hand weisen. Die Rhythmen sind wohl zum größten Teil ebenso dem doomigen Rock zuzuordnen, außerdem kommen auch immer wieder Eruptionen aus dem angeschwärzten, urwüchsigen Black Metal zum Vorschein, so dass LST wohl genreübergreifend ihre Fans finden werden. Absolut nicht zu empfehlen ist diese, mittlerweile fünften Veröffentlichung der Truppe Melodiefetischisten und Sound-Gourmets. LST haben ihre an sich schon sehr räudigen Klänge auch adäquat aufgenommen, weshalb es in der Tat mächtig rumpelt, wenn man sich „Lady Summer´ s Blood“ zu Gemüte führt. Hier paaren sich doomige, melancholische Passagen mit brachialen, auf Grund des gekeiften Gesanges fast als Black Metal zu bezeichnenden Klängen zu einer in Summe recht eigenständigen Mischung, die in sehr rauem Sound aus den Boxen knattert. Das Allerbeste kommt aber erst zum Schluss: Wer Interesse an den Songs dieser CD hat, kann sich diese ganz umsonst über die Webpage der Band aus dem Netz saugen. Und nicht nur dass, zum Antesten der Truppe kann man auch noch Songs ihrer anderen Veröffentlichungen antesten um sich mit der Historie und der Entwicklung von LST ebenso vertraut zu machen! http://lst.ugmusic.de
Walter
 
 
KABAL - The Eyes Of The Evil (Eigenproduktion)

Mit dem Sextett KABAL aus der Region Parma betritt eine weitere italienische Band die internationale Bühne. Im Jahre 2003 gegründet, legen die fünf Herren samt Dame (die jedoch nur teilweise zu hören ist und eher für die Hintergrundgesänge verantwortlich ist) offenbar bereits ihre zweite Veröffentlichung vor. Auf der Webpage findet man den Hinweis auf eine CD namens „Bullet Hole“ aus dem Jahre 2004, die aber dieselben Songs enthält wie vorliegender Silberling, wodurch die Sache, ob es sich nun um das Debüt von KABAL handelt oder doch nicht, auch nicht einfacher zu deuten ist.  „The Eyes Of The Evil“ wird von einer recht mittelalterlich-metallisch tönenden Komposition namens „Black Different Faces (Sometimes They Come Back)“ eröffnet. Dabei fallen vor allem die recht harschen Gitarrenklänge und der ebenso sehr kräftige Gesang von Michael auf, der neben den eher mittelalterlich tönenden Melodien zum Gelingen des Songs beitragen. Ganz anderes dagegen klingt das folgende „Heart Attack“ in dem der Gesang zum Teil verfremdet und verzerrt aufgenommen wurde und noch dazu partiell als Sprechgesang in Black Metal-Manier dargeboten wird. Ein völlig unterschiedlich klingender Song, der sich in Folge aber als Ausnahme entpuppen sollte, denn schon mit „The Mirror“ haben wir die, in diesem Fall gar gothisch getünchten, Melodeien wieder. Vor allem bei dieser Nummer ist KABAL ein Hammer von einem Refrain geglückt, der mit Sicherheit nicht nur mir schon nach dem ersten Hören nicht mehr aus den Gehörgängen gehen will. Zudem weiß auch das üppige Gitarrensolo zu überzeugen, weshalb „The Mirror“ in Summe zum Highlight des Albums wird. „Hell In Me“ und der an den Schluss gestellte Titelsong sind zwar ebenfalls als gelungene Kompositionen zu bezeichnen, können den hohen Standard von „The Mirror“ aber nicht ganz halten. Die treibenden, eingängigen Elemente mit zwingenden Melodien jener Tracks machen aber ebenso Spaß beim Lauschen, weshalb KABAL dem melodieverwöhnten Ohr, das sich unterschiedliche Härtegrade innerhalb eines Albums antun kann, ans Herz gelegt seien.
www.kabalband.tk
Walter
 
 
CATTLE DECAPITATION - Karma Bloody Karma (Metal Blade / SPV)
Die in San Diego beheimatete Truppe CATTLE DECAPITATION ist auch auf ihrem neuesten Streich „Karma Bloody Karma“ mehr als nur unterhaltsam unterwegs. Begonnen beim Cover, über Songtitel wie „Success Is…(Hanging By The Neck)“ und „One Thousand Times Decapitation“, sowie den dazugehörigen Texten , man merkt man den Herren ihren eigenwilligen Humor von der ersten Sekunde an. Zudem ist auch das Stilgebräu von CATTLE DECAPITATION in erster Linie immens unterhaltsam. Die Mischung aus Death Metal, Hardcore, Grindcore und einigen völlig abstrusen Elementen kommt homogen und kompakt aus den Boxen, so dass CATTLE DECAPITATION musikalisch in erster Linie durch ihre immense Brachialität zu überzeugen wissen, aber nie auf das nötige Augenzwinkern vergessen. Musikalische Glanzlichter wird der Melodiefetischist hier vergeblich suchen, wie auch Anklänge an Größen aus den genannten Subgenres nur in Spuren vorhanden sind. Die „Kuhenthaupter“ haben es geschafft ihre eigene, humorige, wenn auch diesbezüglich nicht immer geschmacksneutrale Nische zu finden und entlocken dem Hörer ein zufriedenes „MMMmmmmmuuuuhhhhhhhhhh“.
www.cattledecapitation.com
Walter
 
MENDEED - This War Will Last Forever (Nuclear Blast)
Ihre englische Herkunft können und wollen MENDEED offensichtlich gar nicht verbergen, denn das noch recht junge und bisher unbekannte Quintett verquickt auf seinem ersten vollständigen Album „This War Will Last Forever“, dem bereits drei Singles und eine Mini-CD vorangegangen waren, altbewährten britischen Heavy Metal mit Thrash und Metalcore zu einer zwar nur mittelmäßig originellen, dafür aber ungemein drückenden Melange. Mir ist schon bewusst, dass derlei Kombinationen schon länger nicht mehr neu sind, allerdings schaffen es die Inselbriten ohne Probleme nicht nur stilistisch variabel aufzuspielen, sondern auch das Tempo zu variieren. In erster Linie wissen MENDEED aber amtlich auf das Gaspedal zu drücken und dabei gute Figur abzugeben. Ebenso ist es ihnen gelungen in den eher nach „alterwürdigen“ Bands klingenden Momenten jene nicht zu kopieren, sondern durchaus eigenständig zu klingen. Überraschend war für mich die Tatsache, dass die Gitarristen hier keineswegs gen Südschweden geblinzelt haben um sich inspirierten zu lassen, sondern diesbezüglich wahlweise Größen der britischen Insel oder gar welche aus der Bay Area herhalten mussten um die Songs auch gitarrentechnisch brillieren zu lassen. Ich bin sicher, von MENDEED werden wir in Zukunft noch einiges zu hören bekommen. www.mendeed.co.uk
Walter
 
 
COLDSEED - Completion Makes The Tragedy (Nuclear Blast)
Thomen Stauch macht es uns in der Tat nicht gerade einfach. Er verlässt BLIND GUARDIAN, weil er sich nicht mehr mit deren musikalischer Entwicklung identifizieren kann, um SAVAGE CIRCUS zu gründen. Besagte Band lässt den Geist der alten BLIND GUARDIAN weiterleben und Thomen hat es mit besagter Formation zweifelsohne geschafft, seine Glaubwürdigkeit zu bewahren. Damit aber offenbar nicht ausreichend ausgelastet, offeriert uns der Kerl nun mit COLDSEED eine Band, die ursprünglich als Projekt gestartet wurde, um Thomen´ s Idee von „modernem“ Metal umzusetzen. Mit Björn „Speed“ Strid (V), Thorsten Praest (G), Gonzalo Alfageme Lopez (G), Oli Holzwarth (B) und Michael Schüren (K) hat Thomen eine illustre Schar an Musikern um sich geschart um nun also der „Moderne“ Tribut zu zollen. Sein Drumming kommt in den Songs von  „Completion Makes The Tragedy“ ebenso zur Geltung wie auch der Gesang von „Speed“, doch allein die Tatsache, dass begnadete Musiker in einer neuen Band zusammenspielen, macht noch lange kein superbes Album aus. Den Herrschaften ist aber ein solches gelungen, da man zum einen über reichlich Tiefgang verfügt, zum anderen unterschiedliche Komponenten zu einer einzigartigen und noch nicht gehörten Melange verquicken konnte und vor allem derart vielschichtig musiziert, dass eigentlich Metaller nahezu aller Genres mit einem gewissen Toleranzlevel ihren Spaß an COLDSEED haben sollten. Lediglich der Gesang erinnert in manchen Passagen an SOILWORK, aber daran sollte sich wahrlich keine kritische Stimme stoßen, schließlich gibt es eben nur einen „Speed“.  COLDSEED setzen mit „ Completion Makes The Tragedy“ ein eindeutiges Zeichen in Richtung Zukunft, denn hier wird eindrucksvoll unter Beweis gestellt wie abwechslungsreich und originell moderner Metal klingen kann.
www.coldseed.net
Walter
 
 

SAGA – Trust (Inside Out / SPV)

SAGA scheinen so etwas wie die AC/DC der Prog-Szene zu sein. Seit über 30 Jahren ziehen die Herrschaften aus Kanada nun schon ihren Stiefel durch und können in diesen Jahren auf 17 Studioalben, 3 Live-Scheibletten und eine Vielzahl an Compilations zurückblicken. Zudem gelang es der Band mehr als 8 Millionen Tonträger weltweit abzusetzen, was auch nicht gerade jede Formation von sich behaupten kann. Das beeindruckende an SAGA ist die Tatsache, dass sie es schon immer geschafft haben, trotz ihrer reichlich progressiv getünchten Kompositionen diese mit dem nötigen Widererkennungswert auszustatten und auch wunderbare Hooks in ihren Songs zu integrieren. Dem Proggie mögen die Herrschaften eventuell nicht abgedreht genug sein, dem Hardrocker waren SAGA immer zu seicht und dem „normalen“ Rockmusikkonsumenten nicht eingängig und rockig genug, was dem Erfolg aber keinen Abbruch tat. Denn die Kanadier haben dennoch ihr Publikum finden können. Man scheint eine eigene Klientel anzusprechen, sonst wären wohl die genannten Verkaufszahlen wesentlich geringer ausgefallen. Der Fan weiß, was er an SAGA hat, wenn er sich ein neues Album der Kanadier zulegt und genau das erinnert in der Tat an die Australier rund um die Gebrüder Young. Auch SAGA schreiben seit Jahren Alben, die sofort als SAGA identifiziert werden können, aber zu keinem Zeitpunkt als Selbstkopie zu bezeichnen sind. Mit „Trust“ macht die Band in diesem Sinne da weiter, wo sie zuletzt mit „Network“ aufgehört hat, schafft es aber zudem auch noch ein wenig an die eigene Vergangenheit zu erinnern, womit sich der Kreis schlicht ergreifend schließt. Wer SAGA schon immer mochte, wird diese Band wohl bis zu ihrem Ende verehren, der klägliche Rest möge sich doch einmal eingehender mit den Kanadiern befassen.
www.sagaontour.com
Walter

Tommy BOLIN - Whips And Roses 1 (Steamhammer / SPV)
Der Name Tommy Bolin sollte zumindest den älteren Semestern ein Begriff sein. Schließlich war Tommy in seiner kurzen, aber rasanten Karriere immerhin als Nachfolger von Ritchie Blackmore in Diensten von DEEP PURPLE und zwar von 1975 bis zu seinem drogenbedingten Ableben am 3.12.1976. Doch auch als Solokünstler und seinen Werken „Teaser“ und „Private Eyes“ sollte sich Tommy Bolin in den Annalen der Rockmusikhistorie ein Plätzchen verdient haben. Fast 30 Jahre später hat nun sein Bruder Jonny zusammen mit dem Produzenten Greg Hampton in den Archiven gewühlt um Tommy posthum ein weiteres Mal zu würdigen. „Whips & Roses 1“ enthält neben bislang ungehörten Versionen der bekannteren Songs seines Fundus auch einige bislang unveröffentlichte Nummern. Dabei fällt die Leichtigkeit des Gitarrespiels des Mannes einmal mehrt auf. Bolin schaffte es schon lange bevor das Wort „Crossover“ überhaupt kreiert wurde, eine sehr ähnlich klingende Art von Musik zu komponieren. Immer wieder kombinierte er bluesigen Rock mit Zitaten aus dem lateinamerikanischen Raum ebenso wie er einen latenten Funk-Einfluss innehatte. Zudem verfügte Tommy Bolin auch über eine sehr soul-lastig klingende Stimme, die vor allem in den gefühlvollen Momenten phantastisch zur Geltung kommt. Abgesehen davon kann auch ein dezenter Verweis auf den Jazz angeführt werden, der Meister Bolin ebenso spielerisch von der Hand gegangen ist wie der bluesige und härtere Rock. Mit „Whips & Roses 1“ zeigt sich einmal mehr, welch´ begnadetes Talent uns viel zu früh verlassen hat. Doch wie der Titel bereits verrät hat Greg Hampton bereits ausreichend Material für „Whips & Roses 2“ zusammengestellt und besagtes Album für das kommende Jahr in Aussicht gestellt.
www.tbolin.com
Walter
 
 
MÖTLEY CRÜE - Carnival Of Sins (Steamhammer / SPV)
Alles Gute zum Geburtstag! Anlässlich ihres 25. Wiegenfestes veröffentlicht die amerikanische Hardrock-Institution MÖTLEY CRÜE einen Doppel-Decker prallgefüllt mit Aufnahmen der im letzten Jahr in Original-Besetzung, also mit Vince Neil (V), Mick Mars (G), Nikki Sixx (B) und Tommy Lee (D), über die Bühnen dieser Welt gegangene Tournee, die unter dem Titel „Carnival Of Sins“ stattgefunden hat. Als „Carnival Of Sins“ bekommt der Fan nun auch einen Mitschnitt dieser Tour geboten und dieser enthält für den Anhänger der Band genau das, wofür er die Crüe lieben gelernt hat. Urwüchsiger, dreckiger Hardrock war es immer, für den MÖTLEY CRÜE berühmt waren und genau diesen enthält auch „Carnival Of Sins“. Die Songauswahl passt hier ebenso wie auch die eingefangene Stimmung während des Mitschnittes. Der Sound mag Fetischisten vielleicht ein wenig zu ruppig erscheinen, passt aber meiner Meinung nach perfekt zu den Songs der Amis.  Auch wenn MÖTLEY CRÜE den kreativen Zenit ihrer Karriere längst hinter sich haben (hab´ ich da was verpasst?! „kreativ“?! „Zenit“ ?! Andi) und in den letzten Jahren kaum noch durch musikalische Taten glänzen konnten, sondern nur durch mehr oder weniger interessante Skandalgeschichten aufgefallen sind, besteht für langjährige Fans das dringende Muss sich dieses Werk zuzulegen. Schließlich kann bei einer Band wie dieser nie sicher sein, ob es sich nicht doch um die letzte Veröffentlichung handeln würde.
www.motley.com
Walter
 
 
 
HIRAX - Thrash ´Til Death (Black Devil Records)
Katon W. DePena ist und bleibt eines der Szene-Urgesteine. Seit mehr als 20 Jahren treibt der Kerl mit seiner Band HIRAX in unterschiedlichsten Besetzungen sein Unwesen im Underground. Für mich zählen HIRAX nach wie vor zu den „Erfindern“ des heute so modernen Stilgemisches aus Hardcore und Metal, denn schon auf deren ersten Alben „Raging Violence“ und „Hate, Fear And Power“ ist eindeutig nachzuhören, wie nahe beisammen Thrash Metal und Hardcore schon immer waren. Um die Wartezeit auf das für Ende dieses Jahres angekündigte nächste Studioalbum „Assassins Of War“ zu verkürzen, hat Katon das heimische Archiv durchforstet und „Thrash `Til Death“ zunächst über das bandeigene Label Black Devil Records veröffentlicht. Da der Grossteil der Aufnahmen von Festivalgigs der letzten Jahre stammt, hat man hinsichtlich der Songauswahl logischerweise sämtliche Highlights des Schaffens der Band auf dieser DVD verewigt. Da HIRAX wohl diese immer wieder zum Besten geben müssen, kommt auf „Thrash `Til Death“ mancher Songs dadurch öfter als nur einmal vor. Schließlich mussten HIRAX beispielsweise „Hate, Fear And Power“ nicht nur beim „Minneapolis Mayhem Festival“ 2005, sondern auch beim 2003er „Bang Your Head“ und dem „Tidal Wave Festival“ in ihrer kalifornischen Heimat zum Besten geben. Wann und wo auch immer HIRAX die Bühne betreten haben um mit ihrer ruppigen Version von Thrash Metal die Fans zu erfreuen, scheinen sie ein Feuer im Publikum entfacht zu haben und sind offenbar immer recht gut aufgenommen worden. Die schier nicht zu bändigende Power, die diese Band, in egal welcher Besetzung auch immer, versprüht, ist offenbar nahezu unmöglich festzuhalten. Mit dieser DVD ist man aber dieser Sache schon sehr nahe gekommen und deshalb ist „Thrash `Til Death“ schlichtweg ein MUSS für alle, die HIRAX zu ihrem erweiterten Favoritenkreis zählen. In Kauf nehmen muss man allerdings eine nicht immer professionelle Kameraführung, die zum Teil eher Bootleg-mäßig rüberkommt, dadurch aber sehr authentisch wirkt.  All jenen, denen der Name HIRAX noch nichts sagen sollte, sei diese DVD nicht zuletzt auf Grund der Intensität dieser Live-Mitschnitte ans Herz gelegt. Zudem enthält das Teil aber auch noch jede Menge Zusatzmaterial wie ein umfangreiches und aussagekräftiges Interview, sowie die übliche Bonüsse wie Videoclips, Promo-Material und, und, und……
www.blackdevilrecords.com
Walter
 
 
FLOTSAM & JETSAM - Live In Japan (Crash Music Inc. / Rough Trade)
Ich persönliche halte FLOTSAM & JETSAM nach wie vor für eine jener sträflich unterbewerteten Bands, denen es leider nie vergönnt war, auch nur ansatzweise den ihnen gebührenden Erfolg einheimsen zu können. Ob mit oder ohne Jason Newsted soll hier überhaupt nicht zur Diskussion stehen. Alben wie die beiden ersten Alben „Doomsday For The Deceiver“ und „No Place For Disgrace“, aber auch spätere Veröffentlichungen, wie das sträflich ignorierte, weil stilistisch nicht mehr geradlinig thrashig, sondern einigermaßen abgedrehte „Cuatro“ oder das aktuelle Werk „Dreams Of Death“ wissen zu gefallen. Nachdem es eine zeitlang sehr verdächtig still rund um die Truppe geworden war, kam letztgenanntes Album zum rechten Zeitpunkt und man merkte den Herren an, dass sie es noch immer ernst meinen mit ihrer Musik. Mehr noch, im Gegensatz zu etwaigen „Reunion-Kasperl-Theater-Varianten“ oder „Back to the Roots“- Versprechungen einst großer Thrash Metaller, die nicht eingehalten wurden, sondern stilistischirrelevant blieben und im soundtechnischem Nirgendwo landeten, haben sich die Arizona-Thrasher schlicht und ergreifend auf ihre Stärken beschränkt und ein ebensolches Album abgeliefert. Der auf vorliegender DVD als Bonus enthaltene Videoclip zu „Straight To Hell“ legt davon eindeutiges Zeugnis ab. Doch nun zum eigentlichen Thema, der Live-Aufnahmen dieser DVD. Aufgenommen wurde an einem Abend im September 2004 im legendären Citta-Club zu Tokio, an dem die Band in großer Klasse aufspielte und das Publikum offenbar hungrig nach FLOTSAM & JETSAM war. Der Hunger des Publikums wurde vor allem hinsichtlich älterer, geradezu klassischer Songs aus dem Repertoire der Band gestillt, so klingen vor allem „Hammerhead“, „The Master Sleeps“ und die Titeltracks der ersten beiden Alben regelrecht umwerfend. Musikalisch und auch von der Songauswahl her gibt es an dieser DVD kaum etwas zu meckern, sehr wohl allerdings an der Aufzeichnung als solche. Der Sound ist nicht unbedingt perfekt, sondern vor allem hinsichtlich der Gitarren leider zu verwaschen. Was aber noch viel mehr negativ auffällt, ist aber die Kameraführung. Offenbar war die Truppe budgetär schwer eingeschränkt und so „darf“ der Fan hier in erster Linie ein Konzert miterleben, bei dem der Kameramann offenbar im hinteren Drittel des Clubs sein Equipment aufgebaut hatte. Die Sache kommt zwar so recht authentisch aus den Bildschirmen, hat aber ein wenig „Bootleg-Flair“. Die beiden anderen Kameras waren taktisch zwar wesentlich besser positioniert, kamen aber in Summe leider nicht so häufig zum Einsatz. „Live In Japan“ hinterlässt diesbezüglich leider einen recht schalen Nachgeschmack auf einen spieltechnisch einwandfreien und auch sehr intensiven Abend mit FLOTSAM & JETSAM.
www.flotsam-and-jetsam.com
Walter



Copyright: Planet Music & Media 2005