CDs & DVDs
Juni 2006
Weitere Reviews
im Archiv

THREAT SIGNAL - Under Reprisal (Nuclear Blast/Warner)
THREAT SIGNAL scheinen in ihrer Heimat Kanada eine der durchschlagkräftigsten Bands einer gerade so richtig durchstartenden Szene zu sein. Mit einem Plattenvertrag in Europa sollte es nun auch hier möglich sein, Beachtung zu finden und diese steht THREAT SIGNAL auch zweifellos zu. Schon der mächtige Einsteig mit „Rational Eyes“, jenem Song, der das Titelstück des Demos aus dem Jahre 2004 darstellte, mit dem die Sache ins Rollen kam, lässt keine Zweifel aufkommen, dass THREAT SIGNAL mit ihrem modern ausgerichteten Sound alle Zeichen auf Durchbruch gesetzt haben. Irgendwie erinnert diese Nummer an einen Bastard aus FEAR FACTORY und PANTERA. In weiterer Folgen kommen dem Hörer auch noch STRAPPING YOUNG LAD und andere moderne, gnadenlos heftige und vor allem immer mit Vollgas agierende Formationen in den Sinn. Durch den von Christian Olde Wolbers perfekt produzierten Sound verfügen die Kanadier auch über jede Menge an Durchschlagskraft. Aber Riffs wie jene, die in „Seeing Red“ oder „Faceless“ zum Zug kommen, wären auch auf jedem in einem Wohnzimmerstudio aufgenommenen Demo perfekt und mitreißend gewesen. Sänger Jon Howard beweist zudem, dass er über eine variable Stimme verfügt. Sein Gesang klingt sehr facettenreichen, von glasklar und fast schon ruhig bis hin zu Anselmo´ scher Brutalität reicht die Bandbreite und passt sich dem jeweiligen Part perfekt an. Trotz aller Heftigkeit wird auf „Under Reprisal“ aber auch zu keiner Zeit darauf vergessen durch Breaks für Auflockerung und Abwechslung zu sorgen, wodurch die drückenden Passagen noch ein wenig mehr einer Lawine gleichen und den Hörer mit heftigen, modernen Metal-Sounds förmlich zuschütten.
www.threatsignal.com
Walter
 
 
FALL OF SERENITY - Bloodred Salvation (Lifeforce / Soulfood)
Seit gut acht Jahren spielen FALL OF SERENITY nunmehr bereits zusammen, und mit einem Vertrag bei Lifeforce für das bereits vierte vollständige Album (denen allesamt eine Split-LP mit HEAVEN SHALL BURN vorangegangen war) hat man nun auch schon das vierte Label als Partner aufzuweisen. Nachdem die Herrschaften in den letzten Jahren nicht nur mit feinen und vor allem sehr melodiösen Death Metal-Scheiben aufhorchen haben lassen, sondern sich auch den Arsch regelrecht abgetourt haben (unter anderem waren sie mit DISMEMBER, VADER oder DEW-SCENTED unterwegs), bedarf es wohl keiner besonderen Erklärung, woher das Quintett seine Erfahrung hat und weshalb man über recht abwechslungsreich gestaltete Songs verfügt. Auf „Bloodred Salvation“ verfeinern die Jungs ihren Death Metal mit einigen wenigen Hardcore-Einschüben, musizieren über die längste Zeit aber eher in „schwedischen“ Gewässern, so dass man erst gar nicht auf etwaige andere Einflussquellen kommen könnte. Dabei geben FALL OF SERENITY durchwegs gute Figur ab und man kann die Entwicklung der Band im direkten Vergleich ihrer bisherigen Veröffentlichungen gut nachvollziehen. Vor allem das Gitarrenduo Eddy Langner und Alexander Fischer hat sich zu einem gut eingespielten Team gemausert und steht den namhaften schwedischen Kollegen kaum noch nach. Man darf gespannt sein, wie sich diese Truppe weiterentwickelt, die Anzeichen für einen Durchbruch von FALL OF SERENITY stehen in jeden Fall recht gut.
www.fallofserenity.com
Walter
 
 

APOCALYPTICA – The Life Burns Tour (Universal Music)

Es ist wieder soweit! Die Meister des Cellos, die dieses „klassische“ Instrument quasi neu erfunden haben, veröffentlichen nach dem letzten abgefeierten Studioalbum „Apocalyptica“ (VÖ 2005) heuer eine neue Live DVD von der letzten Tour, die da „The Life Burns“ genannt wurde, und zusätzlich eine „Best Of“ CD. Der Anlass passt, denn mit 2006 feiert die Truppe bereits ihr zehnjähriges Bestehen.  Spätestens seit dem gerade genannten letzten Studioalbum sind die äußerst sympathischen Finnen eigentlich jedem ein Begriff und die Grenzen zwischen Metal und kommerzieller Musik wurden mit dem „Letztwerk“ miteinander verbunden bzw. vermischt. Einerseits die „headbangenden“ langhaarigen bösen Gestalten, die einen Metallica-Song nach dem nächsten geigen, andererseits radiotaugliche Songs, die zudem mit Gastsängern von kommerzielleren Bands besetzt wurden... Wie dem auch sei, es soll in diesen Zeilen um die neue DVD gehen, die übrigens die zweite der Bandgeschichte ist. Diese beinhaltet ein komplettes Set der letzten Tour und zwar vom Auftritt in Düsseldorf. Insgesamt 20 Songs von alten Metallica-Covers wie „Fight Fire With Fire“ und „Creeping Death“ bis hin zu aktuellen Eigenkompositionen. Ich war im Rahmen der Tour beim Stopp in Wiener Gasometer live dabei und ging ohne große Erwartungen hin, nachdem ich mir nicht so recht vorstellen konnte, dass Apocalyptica Live-Stimmung und die notwendige „Heavyness“ aufbringen können. Wie sehr man sich täuschen kann, war mir gleich bei der ersten Nummer klar, da sind die CDs quasi „schwach“. Wenn ihr mal die Möglichkeit habt, Apocalyptica Live zu sehen, dann nutzt die Chance (hamma wohl schon alle 10 Jahre vor Dir gemacht... Andi ;-).  Wie sehr die Jungs live überzeugen können beweist eben die vorliegende DVD, denn spätestens, seit dem die Entscheidung getroffen wurde, die Musik mit Drums (teilweise sogar durch Dave Lombardo!) zu untermauern, ging der Beliebtheitsgrad unaufhaltsam nach oben.  Verschiedene Kameraeinstellungen und gute Bild- und Soundqualität werden den hohen Ansprüchen gerecht; dennoch gibt es ein paar Punkte, die mir nicht so gefallen: Es ist sehr schade, dass das Live Set so viele Metallica Covers beinhaltet, die zwar gut sind, aber bereits bei der ersten Apocalyptica DVD (anno 2001) zu sehen waren. Die genialen Eigenkompositionen wären sinnvoller gewesen und hätten zudem die Band besser repräsentiert. Noch mehr fehlen aber ausführliche Interviews mit der Band bzw. wäre auch ein Streifzug durch die Bandgeschichte aufgrund des Jubiläums angebracht gewesen. Dafür gibt es aber einen gut 7 Minuten „US- Tourfilm“ sowie alle Musikvideos die seit der letzten DVD entstanden sind. z.B. „Bittersweet“, „Life Burns“ oder „Seemann“. Fazit: Eine super DVD, die kein Apocalyptica Fan missen sollte, allerdings mit dem negativen Beigeschmack, dass man einiges mehr daraus hätte machen können. Ach ja, das Artwork: genial.  www.apocalyptica.com
Dominik
 
 
DISASTROUS MURMUR – Marinate Your Meat (Cudgel/NSM)
Oh mein Gott! Was ich hier zu hören bekomme, ist unglaublich! Rund 5 Jahre liegt der letzte Silberling „..And Hungry Are The Lost“ bereits zurück und zwischen 2003 und 2005 war es sehr ruhig um die Band und irgendwie rechnete keiner mehr so recht mit einem neuen Album. Die auf 1.000 Stück limitierte Single „Daily Toilet Torturing“, war Ende 2005 nach diversen Line Up-Wechsel allerdings ein kräftiges Lebenszeichen und ließ auf ein gutes neues Album hoffen. Nun ist der Fleischbrocken veröffentlicht, er heißt „Marinate Your Meat“ und wurde im „Vato Loco Studio“ in Wien unter der Regie von Mister „El Cochino“ (Pungent Stench) eingehämmert. Die Produktion ist perfekt, da sehr einfach und rau gehalten und die 8 neuen Songs unbeschreiblich gut. Keine Kompromisse! Mit „Marinate Your Meat“ erstehen die alten Zeiten wieder auf! Genialer Death Metal, meist im mid-tempo, textlich wie gewohnt bizarr und fleischig-blutig, gehen Songs wie „Splatter Is Better“, „Just A Wound“ oder „Fecal Overdose“ wie eine Bombe ab. Für die folgende Aussage werden mich Disastrous Mumur und Pungent Stench wahrscheinlich erschlagen,  trotzdem kann ich es nicht lassen: Einige Songs erinnern an alte Stench-Songs, besonders der Opener „Splatter Is Better“. Das meine ich im positiven Sinn, so eine Old School Scheibe ist ja heutzutage leider schon die Ausnahme.  Abschließend mögen alle Metal-Pensionisten sofort zum nächsten CD-Geschäft aufbrechen undsich „Marinate Your Meat“ zulegen, ein deutliches Zeichen anno 2006 gegen den Trend. Sollte in keiner Sammlung fehlen!  Die CD-Release Party findet am 17. Juni im Stereo Club statt. Live On Stage: Pungent Stench, Disastrous Murmur, Contempt und Pro Found. Wem das zu weit weg ist, der hat die Möglichkeit, Disastrous Murmur im Rahmen des Kaltenbach Open Air zu sehen!
www.disastrousmurmur.at
Dominik
 
 
APIARY - Lost In Focus (Metal Blade / SPV)
Die Damen und Herren von Metal Blade haben es erneut geschafft eine interessante Newcomer-Truppe aus dem Hut zu zaubern und lassen die fünf jungen Herren von APIARY nun auf den Rest der Menschheit los. Der Bandname bedeutet übersetzt soviel wie „Bienenstock“ und diesem Namen werden die Amis voll und ganz gerecht. Vor allem Drummer Adam Elliot und das Gitarrenduo Peter Layman und Mike McClatchey scheinen regelrecht Wespen, Hummeln und sonstige fliegende Lebewesen (Adler? Drachen? Andi) im Allerwertesten zu haben, denn derart wuselig und umtriebig sind mir moderne Klänge, wie sich APRIARY von sich geben, noch nicht untergekommen. Dort wo der Grossteil von jungen Bands eher auf Aggression macht, schaffen es die Amis geschickt frickelige, fast schon MESHUGGAH-verdächtige, Passagen in ihren recht deftigen Sound zu integrieren, so dass auch der Liebhaber von verzwickten Bands wie den genannten Schweden oder den nicht viel weniger abgefahrenen Niederländern von TEXTURES seine helle Freude haben wird. Im Gegensatz zum Titel der Scheibe verlieren APIARY aber nie den Fokus, sondern brettern punktgenau und mit Brachialität durch die insgesamt 13 Songs, dass es eine Freude ist der Truppe zu lauschen.
www.apiarymusic.com
Walter
 
 
CELTIC FROST – Monotheist (Century Media/EMI)
Gerüchte über ein neues Studioalbum nach der Reunion der schweizerischen Extreme-Metal-Urgesteine CELTIC FROST sorgten in den letzten Jahren immer wieder für Unruhe im Untergrund. Nun legt das Trio, dass anno 2006 aus Tom Gabriel Fischer (V, G), Martin Ain (B) und Franco Sesa (D) besteht, endlich auch dieses heiß ersehnte Album vor. Zusammen mit Produzent Peter Tägtgren haben die Urväter des extremen Metal, die sowohl für unzählige Black Metaller, als auch für diverse Death Metal-Truppen eine der wichtigsten Einflussquellen darstellen, mit „Monotheist“ ein sehr intensives und geradezu beängstigendes Werk vorgelegt. Einzelne Songs hervorzuheben wäre zwar generell kein Problem, da es sich um kein in sich geschlossenes Konzeptwerk handelt, meiner Meinung nach wirkt „Monotheist“ aber am Besten, wenn man das Werk als Gesamtheit betrachtet und auch konsumiert. Vor allem der überwiegende Anteil an Doom in beängstigender Form, der jedoch immer wieder von Brachial-Eruptionen und avantgardistischen Einsprengsel unterzogen ist, vermag für Atmosphäre zu sorgen. „Monotheist“ ist mit Sicherheit noch schwieriger zu konsumieren als die Frühwerke der Schweizer, auf der anderen Seite aber wesentlich reifer und vor allem packender als die Erstlingsalben der „Frosties“, da mit atmosphärischen Details hier nicht gerade sparsam umgegangen wird und diese die an sich recht harschen Klänge perfekt zur Geltung kommen lassen. Auch wenn diese Reunion, ebenso wie viele andere, mit jeder Menge Kritik versehen wird, muss man CELTIC FROST zu Gute halten, noch immer, oder besser gesagt, schon wieder, eine der einflussreichsten Bands zu sein, wenn es um dunkle, beängstigende Atmosphäre, verpackt in intensive und brachiale Sounds geht. www.celticfrost.com
Walter
 
 
 

CATARACT -  Kingdom (Metal Blade / SPV)

Das Quintett CATARACT aus der Schweiz muss mit zu DEN Bands der Stunde gezählt werden. Mit ihrer ureigenen Mischung aus SLAYER-Gedächtnis-Riffs, einer satten Dosis melodiöser Death Metal-Versatzstücke und einer Riesenportion Hardcore haben es die Eidgenossen geschafft, nicht nur die Gunst der Stunde zu nutzen um mit dieser im Moment recht angesagten Melange punkten zu können, sondern auch eben jene Klänge brillant und mit Nachdruck zu offerieren. Durch  „Kingdom“ wird es der Band wohl gelingen, dass weder der Banger mit Hang zu deftigen Klängen, noch der Liebhaber von modernen Metalcore-Sounds an den Schweizern vorbeikommen kann. Die Scheibe macht im Prinzip genau dort weiter wo CATARACT mit „With Triumph Comes Loss“ aufgehört haben. Die Schweizer ziehen ihren Stiefel dabei weiterhin konsequent durch und haben es zumindest für mein Verständnis auch schon geschafft, Songs mit recht hohem Wiedererkennungswert ins Leben zu setzen.
CATARACT, Thy Kingdom Come!
http://www.cataract.cc
Walter
 
 
NARNIA – Enter The Gate (Massacre/NSM)
Bislang standen die Schweden von NARNIA trotz hochwertiger Alben wie „Long Live The King“ oder „Desert Land“ immer ein wenig im Schatten von ähnlich aufspielenden Formationen dieses Genres. Woran genau das gelangen haben mag, weiß wohl nur der Herr alleine, dem die Schweden nicht nur in ihren Texten seit Beginn ihrer Karriere dienen. Eventuell klappt es ja nun mit ihrem mittlerweile fünften Album mit dem Durchbruch. Zumindest sollten die Voraussetzungen in Anbetracht der Tatsache, dass der Begriff NARNIA durch die Verfilmung von C.S. Lewis´ „Die Chroniken von Narnia“ bekannt sein müsste, wesentlich besser sein als bisher, schließlich kennt man nun zumindest den Namen NARNIA und zahlreiche Musikinteressierte werden sich wohl fragen, ob denn diese Band in irgendeiner Form etwas mit dem Film zu tun hat. Nicht direkt, denn die Band existiert schon wesentlich länger als die Idee der Verfilmung, aber bislang nahm leider noch kaum jemand Notiz von dieser christlich orientierten Metal-Band.   Aber Film hin, christliche Hintergründe her, in erster Linie sollte man sich mit NARNIA auf Grund der von dieser schwedischen Truppefabrizierten Klänge beschäftigen (Bitte! Walter Scheurer! Komm zum Punkt! Danke! Andi). Diese sind nach wie vor im bombastischen Melodic Metal anzusiedeln, verfügen über jede Menge Kraft und leben zu gleichen Teilen von den Gitarrenkünsten von Carljohan Grimmark und der äußerst melodiösen Stimme von Christian Rivel. Kompositorisch wird vom Mid-Tempo-Banger („People Of The Bloodred Cross“) über traditionellen Melodic Metal (“Into This Game”) bis hin zur kitschfreien Ballade („Take Me Home“) ein breites Spektrum geboten, das einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis stellt, wie man derlei Klänge noch immer klischeefrei und ohne zuviel Pathos abliefern kann.
www.narniaworld.com
Walter
 
 
VANILLA REX - Parallel Worlds (Eigenproduktion)
Beim Namen VANILLA REX dachte ich ehrlich gesagt zunächst eher an eine neue Puddingkreation (in Tobias Moretti-Form, oder wie? Andi) als an eine Band und ließ mich erst einmal von „Parallel Worlds“ überraschen. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass besagtes Werk einiges mit einem Vanillepudding gemeinsam hat. Ich kann mich für beides gleichermaßen begeistern und nicht genug davon bekommen.Die Band VANILLA REX existiert nunmehr bereits seit knapp 20 Jahren (wär für einen Pudding vielleicht schon zu lang... Andi) und konnte in jener Zeit auch schon mit einigen Demo-CDs, Sampler-Beiträgen und zuletzt 2004 mit ihrer damals veröffentlichten Maxi-CD-R „Shadows Of Insanity“ aufhorchen lassen. Das aktuelle Album „Parallel Worlds“ kann musikalisch grob als Mischung aus typisch DREAM THEATER-lastigen Prog Metal-Passagen und älteren QUEENSRYCHE-Werken beschrieben werden. Die Songs bewegen sich jenseits einer Durchschnittslänge von 5 Minuten und wissen durch harmonische Aufbauten und intelligent eingeflochtene Breaks zu überzeugen. Zudem kann auch die Stimme von Andi Wagener gefallen. Andi verfügt über eine mächtig beeindruckende Stimme und erinnert mitunter gar an Charlie Dominici, der ja für viele Fans der ersten Stunde immer noch DER Sänger des „Traumtheaters“ ist. Interessant ist auch die Tatsache, dass VANILLA REX ihr Album in Eigenregie produziert haben und diesbezüglich ebenso ihr Talent unter Beweis stellen konnten, wie es ihnen auch für das Komponieren an sich gelungen ist. Für Fans der Band sei übrigens angemerkt, dass auf „Parallel Worlds“ auch der eigenen Vergangenheit Tribut gezollt wird. Mit „Losing“ und „Wasted Life“ wurden zwei Songs von „Shadows Of Insanity“ nochmals veröffentlicht, wobei die Drums neu aufgenommen wurden und auch neu abgemischt wurden. Mit „2005 – Tears Of A Gargoyle“ kommt auch ein Song des Demos „Genius Diary“ aus dem Jahre 2000 zu neuen Ehren. Dieser Track wurde komplett neu eingespielt und ist quasi als Bonus am Ende der Scheibe zu hören. Die wechselnde Heftigkeit der durch die Bank guten Songs macht „Parallel Worlds“ zu einem gelungenen Album, das wahrlich jedem Anhänger von derlei Klängen munden sollte und mich abermals zum Vergleich mit einem Vanillepudding animiert. Kann Vanille eigentlich süchtig machen? Angemerkt sei noch, dass diese CD schon einige Monate auf dem Buckel hat und Sänger Andi sich bereits im letzten Dezember aus der Truppe ausgeklinkt hat. Leider ist es VANILLA REX noch immer nicht gelungen, einen neuen Sänger zu finden, weshalb sich jeder, der sich befähigt fühlt bei dieser Band zu singen, umgehend mit VANILLA REX in Verbindung setzen sollte.
www.vanillarex.de
Walter
 
 
ENNEADE – Remembrance (Musea)
Der Name ENNEADE stammt aus der altägyptischen Mythologie, bedeutet „Neunheit” und steht für die neunköpfige Gründungsfamilie der Heliopolis. ENNEADE nennt sich auch eine französische Metal-Formation, die jedoch nur aus sechs Musikern besteht (Sapperlot! Andi). Mit „Remembrance“ offerieren uns die Franzosen eine Kostprobe ihres Könnens, wobei „Rememebrance“ musikalisch sowohl einen klaren Verweis auf ihre Vorliebe für progressive und kunstvolle Klänge der 70er Jahre enthält, aber auch Zitate von neuzeitlichen Prog Metal-Truppen wie DREAM THEATER und zudem auch noch Elemente, die man ansonsten eher aus dem Jazzbereich kennt, enthält. Was sich stilistisch ein wenig wirr anhört, ist es in Wahrheit überhaupt nicht, denn ENNEADE verstehen es gekonnt, diese unterschiedlichen Einflussquellen zu verknüpfen um daraus nicht nur eine harmonische Melange zu kreieren, sondern auch noch ihre eigen Duftmarke mit ihrer Musik zu versprühen. Der Opener „King Of Silver“, mit einer Spielzeit von gut 18 Minuten ja nicht gerade ein „Speedy“, lässt Erinnerungen an alte Kompositionen von SPOCK´S BEARD aufkommen, ist aber ebenso von recht quirligen und heftigen Gitarrenparts durchzogen. Einziges Manko, das sich allerdings in Folge durch die gesamte Spielzeit zieht, ist der auffällige dumpfe Drumsound. Anstatt zu drücken vermag das Schlagzeug auf diesem Werk nämlich lediglich durch klopfende Geräusche aufzufallen, auch wenn das Drumming punktgenau und perfekt akzentuiert zum Einsatz kommt. Was nach besagtem Eröffnungsstück folgt ist nicht ganz einfach nachzuvollziehen. Offenbar ist der zweite Song dieses Albums mit dem Titel „The Dreamscape“ ein insgesamt fünfteiliges Monumentalepos, dessen Beginn „The Awakening“ locker-flockig in Manier von THE FLOWER KINGS beginnt und keineswegs ein Intro darstellt, sondern einen mit Gesang ausgestatteten Song von einer üppigen Spieldauer von neuneinhalb Minuten. In Folge wird „The Awakening“ zu einem recht abgefahrenen Song, dem ein zusammengefasster Dreiteiler, bestehend aus den Teilen „Into The City Of Dreams“, „On The Verge Of The Waking World“ und „Open The Gate….“ folgt. Hier zeigt sich vor allem die Fähigkeit der Franzosen auch im Jazzbereich überzeugen zu können, denn nach ungefähr sechs Minuten Spielzeit (und keiner Angabe oder irgendeinem Hinweis darauf, welchen dieser Teile man eben hören darf) beginnt ein sehr abgefahrener, frickeliger und jazz-lastiger Part, der mit Sprechgesang beginnt und in Folge zu einem groovigen Prog-Metal Song gedeiht. Der Abschluss von „Remembrance“ in Form von „Farewell Good Bye“ enthält dann neben progressiven Elementen auch einige fast schon Doom Metal-verdächtige Sequenzen und zeigt auch diesbezüglich die Klasse von ENNEADE. Dem nicht genug kommt hier auch noch eine betörende Damenstimme zum Einsatz, die orientalisches Flair versprüht und dieser Nummer das Sahnehäubchen aufzusetzen vermag. Mit ENNEADE hat Frankreich ein ganz heißes Eisen im Feuer, wenn es um den Nachwuchs in Sachen progressiver Rockmusik geht. Den Namen ENNEADE sollte man sich merken!
www.enneadeband.com
Walter
 
 
THE CLASSIC STRUGGLE - Feel Like Hell (Metal Blade / SPV)
Nach einem irritierenden und noisigem Intro legen die Amis von THE CLASSIC STRUGGLE so richtig mörderisch los. Mit brachialen Geschossen irgendwo in der Schnittmenge aus allerlei unterschiedlichen Death Metal-Einflüssen und einer fetten Dosis groovigem Thrash Metal lassen die Herren Gitarristen hier ein Riffgewitter niedergehen, dass sowohl in der Gegend um Göteborg seine Berechtigung hätte, aber gut und gerne auch aus Florida stammen könnte.  Alles klar? THE CLASSIC STRUGGLE scheinen eine Art „The Best Of Death Metal“-Konzept zu verfolgen, denn die Amis schaffen es sämtliche Unterarten des Todesmörtel in gefälliger Form zu verquicken, so dass einem zwar verschiedene Reminiszenzen innerhalb eines Songs auffallen, durch die geschickte Kombination dieser Anklänge aber sehr wohl eine eigenständige Scheibe entstanden ist, die jedem Death Metaller vorzüglich munden sollte. 
www.theclassicstruggle.com
Walter
 
 
25 YARD SCREAMER - Same  (Eigenproduktion)
Ein von der britischen Insel stammendes Trio mit dem Namen 25 YARD SCREAMER schickt sich an, in die Fußstapfen von anderen britischen Größen des progressiven Rock zu treten. Auf diesem titellosen Werk lassen sich nämlich in erster Linie zahlreiche Anleihen an MARILLION feststellen, wobei Zitate aus der FISH-Ära ebenso zu hören sind wie Reminiszenzen an die letzten Werke jener Band aufkommen. Zudem kann man auch mit vereinzelten an YES erinnernden Harmonien aufwarten und auch ältere RUSH-Alben scheinen diesen Briten nicht unbekannt zu sein. Durch den einfühlsamen und ausdruckstarken Gesang von Gitarrist Nick James kommen die Kompositionen allesamt recht gefällig aus Boxen und machen schlichtweg Freude beim Lauschen. Das Zusammenspiel dieser offensichtlich noch sehr lange bestehenden Truppe ist aber schon ziemlich gelungen und lässt in Summe regelrecht Hoffnung auf eine weitere Talentprobe in Form eines weiteren Silberlings aufkeimen. Sinn für Humor scheinen die Herrschaften obendrein zu besitzen, das Cartoon-Cover mit den drei Musikern als Hauptdarsteller deutet diesen unmissverständlich an.
www.myspace.com/25ys
Walter
 
 
AGE OF NEMESIS – Psychogeist (Magna Carta / Rough Trade)
Der Grund weshalb sich das ungarische Quintett NEMESIS dazu entschlossen hat, seinen Namen in AGE OF NEMESIS abzuändern, wird wohl an der Tatsache liegen, dass unter dem Banner NEMESIS die Verwechslungsgefahr mit anderen Formationen doch eine recht große war. Sei´ s drum, musikalisch haben AGE OF NEMESIS mit ihrem „Debüt“ „Psychogeist“ ohnehin ein eigenständiges Werk abgeliefert und sollten von nun an gar nicht mehr Gefahr laufen, verwechselt zu werden. Die Musik dieses Werks, das zunächst ein sechsteiliges Konzept mit dem Titel „The Psychogeist Story“ zu bieten hat, ist ein schwer beeindruckendes Prog Metal-Werk geworden, welches zunächst einen erheblichen Zeitaufwand bedarf um so richtig in der Musik der Ungarn aufzugehen. Doch diese „Anstrengung“ macht sich in Folge auf jeden Fall bezahlt. Besagter 6-Teiler zu Beginn, der das halbe Werk ausmacht, ist ein Musikgewordener Thriller in dem eine Frau, die von Beruf Psychiater ist, ihre Familie, die sich Jahre zuvor getrennt hatte, wieder zusammenführen möchte. Auf der Suche nach ihrem Sohn und dessen Vater, ihrem Mann, wird sie zunächst mit dem Unstand konfrontiert ihren ermordeten Mann identifizieren zu müssen. Der Sohn ist zwar am Leben, jedoch offenbar geistig verwirrt und bedarf psychiatrischer Betreuung. Dabei stellt sich heraus, dass der Sohnemann zu einem Instrument imaginärer Mächte geworden ist. Er besitzt nun die Fähigkeit, seinen Körper zu verlassen, um als „Psychogeist“ zu agieren (Hallo? Ist da jemand? Irgendjemand? Andi). Der Mutter gelingt zwar das Geheimnis seines Zustandes zu ergründen, doch hinsichtlich der Heilung lässt die Band das Ende der Geschichte mit einem klaren und deutlichen „PERHAPS“ enden. Ziemlich abgefahren, aber auch recht spannend und interessant dieses Story, die geradezu nach einer „Verlängerung“ auf der nächsten Veröffentlichung schreit.  Auch die Musik der Ungarn passt diesbezüglich, denn vor allem Keyboarder Gyorgy Nagy fällt mit teilweise recht skurrilen Klängen ein wenig aus der Rolle um diese Geschichte zu intonieren. Aber nicht nur das „Album im Album“ weiß zu gefallen, sondern auch der verbleibende „Rest“ von insgesamt fünf Songs, von denen aber gleich zwei Instrumentalkompositionen geworden sind. Der Prog Metal der Truppe vermag ein ähnliches Flair zu versprühen wie es PAIN OF SALVATION tun, musikalisch sind aber sehr deutliche Unterscheide auszumachen. AGE OF NEMESIS klingen wesentlich Keyboard-lastiger und auch weniger melancholisch, es fällt in Summe schwer eine Referenz für die Klänge der Magyaren zu finden.  Das ist generell einer der wesentlichsten Punkte, der nach intensivem Genuss dieses Albums auffällt: AGE OF NEMESIS klingen in erster Linie so wie sie selbst und genau das macht diese Band interessant.
www.ageofnemesis.com
Walter
 
 

Ricky WARWICK - Love Many Trust Few (Sleaszy Rider)

Ricky Warwick war vor fast 20 Jahren nahe dran, eine richtig große Nummer zu werden. Zusammen mit seiner damaligen Band THE ALMIGHTY und den in den 90er Jahren veröffentlichten Alben „Soul Destruction“ und „Powertrippin`“ schafften es diese Inselbriten in Europa zu recht ansehnlichen Erfolgen. Zudem war der ehemalige NEW MODEL ARMY-Gitarrist mit Vanessa Warwick liiert, jener Blondine, die uns damals wöchentlich die aktuellsten Neuigkeiten aus der Metal-Szene im „Headbanger´s Ball“, ihrer Sendung auf MTV, auf unterhaltsame Weise zu vermitteln wusste. Das Gerücht, Ricky und seine Truppe wären nie im Leben bei MTV untergekommen, wenn da nicht diese Connection vorhanden gewesen wäre, hielten sich lange aufrecht. Allerdings verschwanden in den späten 90 Jahren sowohl Mrs. als auch Mr. Warwick mehr oder weniger sang- und klanglos von der Bildfläche und die Gerüchte lösten sich ebenso in Rauch auf. Doch Ricky war in den Jahren danach keineswegs untätig, sondern bei STIFF LITTLE FINGERS mit von der Partie und verlieh sein songschreiberisches Talent an die englische Punk - Truppe THE RUTS. Zudem veröffentlichte er 2002 mit „Tattoo & Alibis“ ein Akustik-Album, das jedoch nicht unbedingt großartige Verkäufe erzielen konnte. Mit „ Love Many Trust Few“ soll es nun besser laufen. Stilistisch hat sich im Gegensatz zu den THE ALMIGHTY-Scheiben zwar noch immer ein latentes Country/Pop/Rock-Flair eingeschlichen und der gute alte Hardrock scheint noch immer irgendwo tief in Ricky zu schlummern, doch immerhin verlässt sich der gute Mann nunmehr abermals eher auf elektrische und vor allem verstärkte Gitarren als bloß auf die akustische Klampfe. Die Songs an sich sind durchaus gefällig, allerdings nicht unbedingt zwingend und mit jener Hitqualität ausgestattet, die es so manche THE ALMIGHTY – Nummer war, aber zumindest ein recht ordentlicher Schritt hin in Richtung Chartplatzierung, wo Ricky mit THE ALMIGHTY ja bereits zu finden war. Bleibt bloß noch zu hoffen, dass irgendjemand den Hardrocker in Ricky abermals zum Leben erweckt!
www.rickywarwick.com
Walter
 
 
SICK-U-R – MMIV (Eigenproduktion)
Seit mittlerweile sechs Jahren treibt dieses Quartett mit dem Namen SICK-U-R nun bereits sein Unwesen im heiligen Land Tirol. Neben zahlreichen Auftritten im In- und Ausland kann man auch bereits zwei Demo-CDs mit Studioaufnahmen sowie ein Live-Demo auf der Haben-Seite verbuchen. „MMIV“ ist, wie unschwer am Titel zu erkennen ist, nicht mehr ganz neu und mittlerweile auch nicht mehr das aktuellste Werk der Herrschaften. Mit „Dragonlord“ steigen SICK-U-R mit einem melodischen Metal-Song in den Reigen an bunten Melodien ein, wobei auffällig ist, dass man sich stilistisch keineswegs festlegt, sondern sowohl auf traditionelle Elemente zurückgreift, aber auch die „Moderne“ nicht außer Acht lässt. Diesbezüglich sei in erster Linie Sänger Sandro erwähnt, der eine an sich brauchbare Stimme für rockige Klänge hat, im Refrain des Openers aber schwer nach Nu Metal und Rap klingt und dabei gar keine schlechte Figur abgibt. Die Ausführung insgesamt mag wohl nicht jedermanns Sache sein, aber von einem Ausfall im Sinne der Demontage dieser Nummer kann hier keine Rede sein. Danach folgt „Metal God“, ein Song den sich mir wesentlich truemetallischer vorgestellt hatte, der sich im Endeffekt aber eher als melodischer Hardrock-Song mit jeder Menge Keyboards herausstellt. In erster Linie ist diese Nummer sehr eingängig und griffig, vielleicht hat man lediglich den falschen Songtitel gewählt. Richtig gelungen, weil kompositorisch einfach perfekt, ist „Wasted Years“, ein sehr ruhiger und dezent an DEADSOUL TRIBE erinnernder Track, bei dem Sandro seine wahre Klasse, die scheinbar im höheren Bereich zu liegen scheint, eindrucksvoll unter Beweis stellen kann. Auffällig ist hier auch die groovige Ausführung der Bassgitarre, die diesen Song entscheidend mitprägt. Das folgende „Time“ und der Abschluss in Form von „Messiah“ sind recht zeitlose Rocksongs geworden, die auf Größen wie DEEP PURPLE als Einflussquellen hinweisen und perfekt zum entstandenen Bild, das ich mir von dieser Band gemacht habe, passen.  SICK-U-R versuchen offenbar schlicht und ergreifend gute Songs zu komponieren, scheren sich dabei - wie es sich für Tiroler gehört - kein bisschen um etwaige Vorgaben oder Klischees und sollten genau deshalb reüssieren können. Ob es allerdings bis nach Wacken ins „Hauptabendprogramm“ reicht, steht noch in den Sternen. Die Richtung stimmt aber auf jeden Fall schon und da vor kurzem mit „Zero Hour“ ein Nachfolgealbum veröffentlicht wurde, sollten wir schon bald wieder von SICK-U-R hören.
www.sick-u-r.com
Walter
 
 
TIKAL – Same (Eigenproduktion)
Der Name TIKAL geht auf die Kultur der Maya zurück, die eine Stadt im heutigen Norden von Guatemala erbauten und ihr diesen Namen gaben (na gottseidank wissen wir das jetzt auch endlich... Andi). Ausgeborgt und quasi zweckentfremdet haben den Namen TIKAL fünf Italiener, die unter diesem Banner seit einigen Jahren zusammen Musik machen. Die Kultur der Maya gibt die Band zwar auch als Inspiration für ihr Werken an, der Musik selbst ist diese Tatsache aber nicht anzuhören. Die vier Songs klingen viel eher nach jener alten Zeit, als die Rockmusik etabliert werden konnte und so mancher Gitarrist dahinter kam, welch dubiose Geräusche man seinem Instrument entlocken kann. TIKAL können demnach mit opulenten Gitarrenklängen aufwarten und wissen zudem auch mit interessanten Rhythmen zu gefallen. Der Opener „Clochard“ beginnt sehr behäbig und akustisch instrumentiert, während Sänger Alessandro sehr weinerlich und fast einlullend klingt. Der Hörer wird aber schon recht bald Bekanntschaft mit einem gutgemachten Rocksong machen können, denn zu eben diesem wird der Opener in Folge. TIKAL verzichten hier zur Gänze auf psychedelische Elemente, weshalb dieser Song auch der einzige dieser CD ist, der noch relativ zeitgemäß klingt. „Non Graphic Tautology“ dagegen versprüht ein ähnlich psychedelisches Flair wie es so manche Combo in den 70er Jahren tat. Vor den geschlossenen Augen des Rezensenten bilden sich plötzlich wabernde Rauchschwaden, der Duft von grasgrünen, aber nicht ganz legalen Rauchwaren liegt in der Luft (das erklärt dann auch Deine Reviews... Andi) und Ernüchterung setzt erst ein, wenn dieser Song zu Ende ist. Mit „Oblium“ folgt ein Zweiteiler als Rausschmeißer, dessen erster Teil ein Intro mit fast 5 Minuten Spieldauer geworden ist und eben dort anschließt, wo „Non Graphic Tautology“ aufgehört hat. Mitunter meine ich in besagtem Intro gar Tiergeräusche aus dem Dschungel vernommen zu haben, aber vielleicht waren die akustischen Rauchschwaden von vorhin einfach zu intensiv (vielleicht... Andi). Der „Hauptteil“ von „Oblium“ beginnt zwar ebenfalls einigermaßen psychedelisch, rockt dann aber plötzlich drauflos wie weiland JIMI HENDRIX und beschließt diese Scheibe recht fulminant mit altbekannten Klängen, die aber keinesfalls altbacken klingen.  Eine Kostprobe von der Band kann sich der Interessent gerne über www.tikalplan.com genehmigen, denn die Italiener waren so frei und haben diese Demo-CD für lau auf ihre Webpage gestellt.
Walter
 
 
TESTIMONY - Piccadilly Circus (Eigenproduktion)
Dieses sächsische Sextett scheint sich von einer fast unbegrenzten Bandbreite an unterschiedlichen musikalischen Stilrichtungen beeinflussen zu lassen um so ihre eigenen Songs zu komponieren. Dabei geben die Herrschaften gar keine schlechte Figur ab. Der Opener „Way Up High“ ist mit einem genialen Refrain gesegnet und lässt sich nicht zuletzt deshalb schon nach dem ersten Durchlauf nur noch schwer vergessen. Durch den relativ hoch angelegten Gesang fallen mir AXXIS als Vergleich ein, doch TESTIMONY gehen deutlich ruppiger zur Sache, was sich im folgenden „Metal Battle“ nachhaltig und mit noch deutlicherer Heftigkeit bestätigt. Dieser Song ist schwer traditionell ausgeführt und lässt an MAJESTY zu deren Frühphase denken. Der Quasi-Titelsong „A Night At The Piccadilly Circus“ ist dagegen ein gelungener Melodic-Rocker vor dem Herrn, der so richtig Festivallaune macht. In „Goddess Of Desire“ kommen dann zusätzlich zum klaren Gesang vereinzelte Grunzpassagen zum Einsatz, was zu diesem Track, der generell einer der heftigsten dieses Albums geworden ist, auch ganz gut passt. Leider kann „Solitude Forever“ nicht ganz mithalten, hier offenbaren sich die Grenzen der Sangeskunst in den Höhenbereichen des Frontmanns. Die Fähigkeit gelungene Songs zu komponieren, kann man TESTIMONY aber nicht absprechen, denn mit Ausnahme der eher belanglosen Ballade „Melissa“ kommen in weiterer Folge ebenfalls nur brauchbare Songs zum Vorschein, die ab und an abermals von eher todesmetallischen Gesängen unterlegt sind, wie beispielsweise „Fading Memories“, das mit zu den Highlights dieses Albums zuzählen ist. Als Fazit kann man hier festhalten, dass es den Herren durchaus gelungen ist ihre offenkundig sehr mannigfaltigen - um nicht zu sagen völlig unterschiedlichen und nur schwer kombinierbaren - Einflüsse zu einer homogenen Melange zu verquicken und im Wesentlichen, ausgenommen der bereits erwähnten, kaum Kritikpunkte an dieser Scheibe zu finden sind.
www.testimony-music.de
Walter
 
 
PARSIFALL - For You To Fight (Eigenproduktion)
Bei PARSIFALL handelt es sich um eine internationale Band mit Sitz in Würzburg. Dave Hopkins (V) und Chuck Estright (G) sind Amis, mit Cosmin Marica sitzt ein Rumäne hinter dem Schlagzeug und Bassist Freddy Schartl ist Deutscher (Echt? Wir dachten bei dem Namen schon an einen Weißrussen mit äthiopischen Vorfahren... Andi).  Ähnlich bunt gemischt wie die Nationalitäten dieses Quartetts ist auch die Musik von PARSIFALL. Von recht harschen Gitarrenriffs getragen, findet man CROWBAR-verdächtige Doom-Passagen voll aggressiver Gesangsparts bei PARSIFALL ebenso, wie verdächtig nach Nu Metal tönende Dynamik-Spielereien. Dieses Spektrum ist ein ohnehin sehr breites, doch die Truppe schafft es mit Einschüben, die weniger hörerfreundlich, sondern fast schon bedrohlich sind und an Soundcollagen erinnern, noch dazu eine sehr triste Atmosphäre zu schaffen. „Together“ beispielsweise wird von sehr melancholischen Klaviertönen eröffnet um dann in einer wahrlich Angst einflössenden Kompositionzu enden, die durch den Einsatz von Streichern noch ein wenig intensiver wirkt. Von der Ausführung, nicht jedoch unbedingt vom Stil her, fühle ich mich mitunter an UNDERTOW erinnert, allerdings wirken PARSIFALL in Summe betrachtet noch aggressiver und auch noch beängstigender als ihre „Landsleute“.  Wenn da nicht die zitierten „modernen“ Elemente wären, könnte man beinahe von furchterregender Atmosphäre sprechen, die PARSIFALL auf „For You To Fight“ verbreiten.
www.parsifall.com
Walter
 
 
RICOCHET - Zarah – A Teartown Story (Eigenproduktion
Wie schon der Titel vermuten lässt, haben wir es hier mit einem Konzeptalbum zu tun.  „Zarah – A Teartown Story“ handelt von einem Mädchen, das offenbar irgendwo im Hinterhof eines Schlachthofes missbraucht wird und sich dann daran macht, sich am Täter zu rächen. Schließlich ermordet sie ihren Vergewaltiger, landet im Gefängnis und begeht dort Selbstmord.  Von einem offenen Ende kann hier also wohl nicht gesprochen werden (räusper, Andi). Die Geschichte an sich ist eine packende und auch die zum Konzept komponierte Musik ist mehr als nur gelungen. RICOCHET, eine aus Hamburg stammende Band zeichnet für dieses rundum gelungene Werk verantwortlich. Der Name RICOCHET sollte nicht mehr unbekannt sein, denn schon 1996 haben die Herrschaften mit ihrem Debüt „Among The Elements“ und den darauf enthaltenen progressiv getünchten Kompositionen aufhorchen lassen. In den letzten Jahren war man jedoch kaum in der Szene vorhanden, offensichtlich wurde alle Energie in das Gelingen des vorliegenden Albums gesteckt, ein Vorhaben das sich voll ausgezahlt hat. Die einzelnen Songs strotzen nur so vor unterschiedlichen Atmosphären und stilistischen Unterschieden, dennoch existiert ein roter Faden, den RICOCHET bis zum Ende hin verfolgen. Musikalisch lassen sich sowohl die erwarteten Progressive Metal-Anleihen ausmachen, ebenso aber einige typische Metal-Versatzstücke und auch Elemente die dem Melodic Rock und dem AOR entliehen sein dürften. In Summe haben es die Nordlichter aber geschafft ihren eigenen Stil ins Leben zu rufen, der perfekt zum Konzept passt und diese Geschichte wahrlich künstlerisch musikalisch untermalt. Beim Hören von „ Zarah – A Teartown Story“ hatte ich die ganze Zeit über einen Film vor Augen, der die Handlung der Geschichte beinhaltete. Ein Unterfangen, das Sinn machen würde, aber wohl finanziell unmöglich für RICOCHET sein dürfte. Aber wer weiß schon, womit sich die Herren in den nächsten Jahren beschäftigen... 
www.teartown.de
Walter
 
 
FORSAKEN – Dominaeon (Golden Lake)
Nicht erst seit gestern zählen die Malteser FORSAKEN zu den Vorzeigeformationen wenn es um epischen Doom Metal geht. Zuletzt konnten die Herrschaften Albert Bell (B), Leo Stivala (V), Simeon Gatt (D) und Sean Vukovic (G) mit „Anima Mundi“ beeindrucken und auch bei einigen Festivals hier in Mitteleuropa schaffte es die Truppe, mühelos das anwesende Auditorium zu überzeugen. Seit den Aufnahmen dieser besagten letzten Studioscheiblette haben sich FORSAKEN des Keyboarders entledigt, was sich zwar keineswegs auf ihren Stil ausgewirkt hat, sehr wohl aber auf den Härtegrad der Songs. So heftig wie auf „Dominaeon“ haben FORSAKEN noch nie geklungen, aber die Band hat dennoch nichts von ihrer Epik eingebüßt. Das Riffing unterscheidet sich nicht wirklich von Größen des Genres und auch Leo ist vom Charisma her von den führenden Herrschaften Robert Lowe und Messiah Marcolin nicht mehr weit entfernt. Generell lässt sich feststellen, dass die Musik durch die „Tastenfreiheit“ noch ein wenig erhabener klingt als zuvor und auch die des Öfteren eingestreuten Chorgesänge kommen für meinen Geschmack so besser zur Wirkung.  „Dominaeon“ wurde von Albert Bell produziert und man kann dem Bassisten hier nur zu einer technischen Sonderleistung gratulieren, denn viel intensiver kann man Doom nicht klingen lassen! www.forsakenmalta.com
Walter
 
 
IZZ - My River Flows (Doone Records / Just For Kicks Music)

Das Motto dieser Scheibe gibt das US-amerikanische Septett IZZ mit dem Titel quasi selbst vor. Nicht nur jener Fluss, den die Damen und Herrschaften mit „My River Flows“ meinen,  bewegt sich fortwährend, sondern auch die Musik dieser Scheibe klingt so, als ob man ein fließendes Gewässer betrachtet. Immerzu und ohne Halt, kontinuierlich und dabei meisterhaft instrumentiert, natürlich, aber dennoch künstlerisch wertvoll tönen dem Hörer hier feinsäuberlich eingespielte, arrangierte und auch produzierte Songs entgegen. Musikalisch irgendwo zwischen den Werken älteren Proggies wie MARILLION oder YES und jenen von „moderneren“ Bands dieser Richtung wie SPOCK´ S BEARD oder THE FLOWERS KINGS lassen sich die Kompositionen von IZZ wohl am besten einordnen. Allerdings kommt auf „My River Flows“ auch der eine und andere Querverweis zu PINK FLOYD zum Vorschein, wie auch die BEATLES nicht zu verleugnen sind, wenn es darum geht, die Einflüsse auf diese Amis zusammenzufassen. Generell scheint sich die Band dem „Fluss“ als Thema hier geradezu hingegeben zu haben, denn man posiert für das Cover am Ufer des Hudson River und hat dabei die Brooklyn Bridge im Hintergrund. Sieht ehrlich gesagt eher nach Touristenphoto aus, passt aber perfekt zu den wahrlich gelungenen und vor allem immerzu fließenden Songs dieser Amis.
www.izznet.com, www.justforkicks.de
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Lars Eric MATTSSON – Earthbound (Lion Music / CM Distro)
Lion Music-Chef Lars Eric Mattsson war schon immer dafür bekannt, ein regelrechter Workaholic zu sein. Nachdem er erst im letzten Jahr mit einer Rockoper namens „War“ aufhorchen hat lassen, steht seit einiger Zeit „Earthbound“, das zweite Instrumentalalbum seiner Karriere (das erste „Electric Voodoo“ erschien übrigens im Original bereits 1991, wurde 2001 über Lion Music aber neu aufgelegt) in den Läden. Da Lasse ein begnadeter Musiker ist, bedurfte es lediglich eines Schlagzeugers namens Eddie Sledgehammer, der ihn bei den Aufnahmen unterstützt hat, während der Chef persönlich für sämtliche Gitarren, Keyboards und auch für den Bass verantwortlich zeichnete. Eigenen Angaben zu Folge war ihm im Anschluss an die Arbeiten zu „War“ nach Abwechslung und eben diese scheint er in den Aufnahmen zu „Earthbound“ gefunden zu haben. Lars Eric Mattsson beweist auf dieser Scheibe abermals, dass zu einem kompetenten Instrumentalalbum mehr gehört, als lediglich flinke Finger an der Gitarre. Mit sehr viel Gefühl geht der gebürtige Finne hier zu Werke und offeriert uns nicht nur hart rockende Songs, sondern unterschiedlichste Stilmittel, die er nicht nur aus dem Hardrock und Metal, sondern offenbar auch aus Richtungen wie dem Funk, der Folklore oder der so genannten „World Music“ bezieht. Vor allem die ebenfalls von Lars Eric gespielte Sitar sorgt mit ihren wohltuenden Klängen für Abwechslung und die ab und zu zum Vorschein kommenden spanischen Gitarrenmelodien machen „Earthbound“ zu einem wahren Leckerbissen für Gitarrenfetischisten.
Man darf durchaus gespannt sein, ob ihm diese Blaupause nicht derart inspiriert hat, dass uns in Zukunft vermehrt Alben wie „Earthbound“ ins Haus stehen. Aber Lars Eric Mattsson war noch nie ein Künstler dessen Werk in irgendeiner Form vorhersehbar gewesen wäre.
www.larsericmattsson.com
Walter
 
 
Iain Ashley HERSEY - The Holy Grail (Lion Music / CM Distro)
Der heilige Gral wurde ja schon des Öfteren besungen (neeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiin?! wirklich?! Andi),  zuletzt zumeist von Bands, deren Spielwiese eher der melodiöse Up-Tempo-Bombast-Metal zu sein scheint. Auch der amerikanische Gitarrist Iain Ashley Hersey begibt sich auf eine musikalische Suche nach dem Gral, legt diese jedoch völlig anders an. Beeinflusst von britischen Hardrock-Legenden wie DEEP PURPLE und blues-inspirierten Bands vom Schlage BAD COMPANY beschreitet Iain einen Pfad, der ihn trotz seines Studiums am Berklee College of Music in Boston, wo er sich der Jazzimprovisationskunst hingegeben hat, der heutzutage leider nur noch sehr selten eingeschlagen wird. Sämtliche Songs beinhalten mehr oder weniger Blues-getünchten Hardrock, wobei je nach Härte und Ausführung offenbar auch der geeignete Sänger gefunden werden konnte. Mit Graham Bonnet, der bei „Going Down“ beweist, dass er noch lange zum alten Eisen zählt (woher denn auch, ist ja gerade mal erst Anfang 20 oder so... Andi), gelang es dem Ami gar eine Ikone dieser Art von Musik zur Mitarbeit zu überreden. Aber auch die Beiträge von Carsten Schulz (EVIDENCE ONE, DOMAIN) wissen zu beeindrucken. „Empty Planet“ klingt wie ein Tribute an bereits erwähnten BAD COMPANY, während man bei „Calling For The Moon“ LED ZEPPELIN als Inspirationsquelle vernehmen kann. Weiters ist ein gewisser Randy Williams am Mikro zu hören, der „Blink Of An Eye“, den wohl radiotauglichsten Song dieser Scheibe, zum Besten gibt und zu guter Letzt kann auch der Ire David Montgomery bei den drei Songs, die er intonieren durfte, mit seiner schwer bluesigen Stimme überzeugen. Dazu weiß Iain seiner Gitarre Klänge zu entlocken, die allesamt an die Werke von Größen wie Ritchie Blackmore, Pat Travers, Jimmy Page oder Paul Kossof erinnern. Mit „The Holy Grail“ wird uns einmal mehr bewiesen, dass die Rockmusik, wie hart sie in ihrer endgültigen Form auch sein möge, ohne den Blues heute mit Sicherheit nicht existent wäre.
www.iainashleyhersey.com
Walter
 
 
ETERNAL DECISION – Three (Godfather Records)
Schon seit geraumer Zeit sind die vier Amis von ETERNAL DECISION im Namen des Herrn unterwegs, was schon in der Dankesliste zu dieser Scheibe ersichtlich ist, da hier in erster Linie „Lord God“ gedankt wird. Zwischenzeitlich agierte die bereits seit mehr als 10 Jahren bestehende Band Truppe als Quintett, doch Sänger Dave Perkins war lediglich auf dem zweiten Album „Ghost In The Machine“ zu hören. Nach diesem, im Jahre 1999 erschienenen Werk, hat abermals Bassist Joe Chambless das Mikro übernommen und das Quartett ist nun in der selben Besetzung zu hören wie anno dazumal, als im Jahre 1997 das selbstbetitelte Debüt erschienen ist. Stilistisch sind ETERNAL DECISION auf ihrem dritten Werk recht heftig unterwegs, huldigen mit zahlreichen Dynamik-Spielchen und Rhythmen der Moderne, wissen aber auch mit traditionellen Metal-Klängen zu überzeugen. Der Gesang ist an sich zu diesen Klängen passend und tönt gefällig aus den Boxen. Zudem versteht es das Gitarristenduo Tommy Torres und Cory Boatright gekonnt melodische Riffs aus dem Ärmel zu schütteln. Die Songs an sich zeichnen sich deshalb vor allem durch die ausgewogene Balance zwischen Druck und Eingängigkeit aus, wobei in den härteren Passagen auch neuzeitliche METALLICA als Einfluss herauszuhören sind.  Über die Texte braucht man hier wohl kaum ein Wort zu verlieren, ETERNAL DECISION sind überzeugte und bekennende Christen, was die Band in den Texten auch klar und deutlich von sich gibt.
www.eternaldecision.net
Walter
 
 
KINGDOM OF GLORY - Volume 2 (Enclave Records)
Eine sehr unterstützenswerte Idee haben sich die Herrschaften des portugiesischen Labels Enclave Records einfallen lassen. In regelmäßigen Abständen veröffentlicht diese Firma Sampler mit den musikalischen Taten von Bands aus dem Underground, wobei Formationen aus aller Herren Länder zum Zuge kommen. Die Sampler-Reihe mit dem Titel „Kingdom Of Glory“ deckt den Bereich gemäßigter Metal-Klänge gut ab, wobei vom Bombast-Melodic Metal, über traditionellen Hardrock bis hin zu balladesk intoniertem Melodic Metal und eher alternativ tönenden Rock hier ein recht breites Spektrum geboten wird. Aus österreichischer Sicht sollte dieser Sampler nicht zuletzt deshalb interessant sein, weil mit MANIAC SAINT, CLEAVE, FORCE und TOUGH MOTION gleich vier Bands vertreten sind. Um die Internationalität dieser Idee zu dokumentieren sei erwähnt, dass Bands aus Japan (DRAGONLANCE, SOLDIERS OF FORTUNE und SEVENTH HEAVEN) ebenso vertreten sind, aber auch die Schweiz (SOUL LINE), die Niederlande (RIVAN), Tschechien (MIMESIS), Malta (ANGEL BLADE), die USA (DEADLY WEAPON), Schweden (DANGER, POWER SUPREME und PANACEUM), Deutschland (SHAPESHIFT) und Italien (LITTLE PAPERS) stellen Vertreter für „Kingdom Of Glory Volume 2“. „Kingdom Of Glory“ scheint übrigens eine recht gut organisierte und zukunftsorientierte Sampler-Reihe zu sein, denn die nächsten Ausgaben sind bereits in Mache und interessierte Bands sind von Enclave Records jederzeit dazu eingeladen sich mit ihrem Material beim Label zu bewerben. Über selbiges kann auch dieser Sampler (ebenso wie die erste Ausgabe) erstanden werden.  www.enclaverecords.cjb.net
Walter
 
 
HYPNOTIC FACE - The End Of Sanity (Shark Records)
Aus der tschechischen Republik schicken sich HYPNOTIC FACE an. um mit ihrem ersten vollständigen Album „The End Of Sanity“, dem eine EP namens „Written By Life“ im Jahre 1999 und ein Demo mit dem Titel „Animalman“, das 1995 in Umlauf kam, vorangegangen waren, die Thrash Metaller aller Länder erfreuen zu können. Dieses Unterfangen sollte durchaus realisierbar sein, denn vorliegendes Album ist vor allem rifftechnisch sehr gelungen. Offenbar von den Grosstaten der Herren Mustaine und Waters inspiriert, lassen die Gitarristen Radek Bednar und Vilda Slintak hier die Finger glühen. Da mit Vladka Liskutinova eine Bassistin mit von der Partie ist die, ähnlich wie D.D.Verni, dazu im Stande ist mit ihrem Spiel der Band seinen Stempel aufzudrücken, lassen sich als Eckpfeiler der Klänge von HYPNOTIC FACE OVERKILL, ANNIHILATOR und MEGADETH nennen. Vilda, der neben der Klampfe auch noch das Mikro bedient, wird zwar nicht der allergrößte Barde werden, klingt aber auch keineswegs nach einem großen Namen, sondern verfügt über eine recht eigenständige Stimme, die perfekt mit den doch recht harschen Rhythmen harnmoniert. HYPNOTIC FACE verstehen es ihre Songs, so hart die Gitarren auch immer geartet sind, aber immer wieder mit genialen Melodien auszustatten, weshalb man die Truppe allen Thrash Metal Fans, durchaus empfehlen kann.
www.hypnoticface.com
Walter
 
 
DESELECTRA - What Demons Dream (Eigenproduktion)
„ Teenager träumen so gerne vom Glück“ lehrte uns einst Peter Kraus („uns“ ?! Du meinst wohl eher Dich... Andi), aber offenbar nicht ausschließlich. Die, dem Augenschein nach noch sehr jungen, Amis von DESELECTRA lassen uns dagegen wissen, was Dämonen so träumen. „O Tempora, o Mores“, kann man da nur noch sagen. In ihrer Dankesliste verbeugen sich die Jungspunde vor MEGADETH, IRON MAIDEN, IN FLAMES und QUEENSRYCHE, um artig für den Einfluss auf ihre Musik zu danken. Ein sehr löblicher Ansatz, doch diese Bands sind offenkundig nicht unbedingt ausschlaggebend auf den Sound den DESELECTRA ins Leben gerufen haben. In erster Linie erinnert mich die Chose eher an heftigere METALLICA, was wohl am schwer Hammet/Hetfield inspiriertem Riffing der Gitarristen Brandon Noyes und Curtis Hodak liegt. Sänger und Bassist Sam Stockdale verfügt zudem über eine für sein Alter schon recht ausgereifte Stimme, die ebenfalls des Öfteren nach James Hetfield klingt, in Summe aber doch recht eigenständig aus den Boxen kommt. Die Songs sind gut strukturiert und ebenso mit Melodien und der nötigen Härte versehen, weshalb man sich um den Nachwuchs in Sachen Heavy Metal wohl kaum Sorgen zu machen braucht, so lange es solch talentierte Musiker gibt, die allerdings vor kurzer Zeit ihre Auflösung bekannt gegeben haben,  um in Zukunft getrennte Wege zu gehen. Schade, aber trotz dieser betrüblichen Tatsache ist „What Demons Dream“ ein empfehlenswertes Stück Metal.
www.deselectra.com
Walter
 
 
METAL OSTENTATION - Volume 8 (Enclave Records)
Die Macher von Enclave Records scheinen wahrlich ein Herz für den Underground zu haben. Neben ihrer Sampler-Reihe „Kingdom Of Glory“, die eher den gemäßigten Bereich der metallischen Klänge abdeckt – siehe Review weiter oben - offeriert uns das portugiesische Label mit „Metal Ostentation“ seit geraumer Zeit ebenfalls Compilations die den eher heftigeren und extremeren Bereich abdecken. Auf der mittlerweile achten Ausgabe dieser Sampler-Reihe sind mit LOSS (Schweden), AYGGHON (Frankreich), EISENHERZ (Deutschland), UNTAMED (Deutschland), DESPERATE COLOURS (Deutschland), EXCRETE ( Deutschland), AMUZA (Japan), DAWN OF TEARS (Spanien), LITHANY (Schweden), FALLEN WITHIN (Griechenland), EREBOS (Österreich), BRUTAL MURDER (Italien), RUDE FOREFATHERS (Italien), YOUPI (Schweiz), GALATI (Italien), LIFE`S DECAY (Frankreich), HATRED ANGEL (Japan) und SERAPHIM SLAUGHTER (USA) insgesamt 18 Bands aus dem Untergrund zu hören, die auf ihre Hörerschaft warten und es zum größten Teil in der Tat verdient haben gehört zu werden. Bei Interesse checkt man am besten die Webpage des Labels an. Aber nicht nur der Fan sei hierzu aufgefordert um sich diese Werke zu genehmigen, auch junge und hungrige Bands, deren Schaffen so auf breiterer Ebene Gehör finden kann, sollten Kontakt zu Enclave Records aufnehmen. Eine Fortsetzung ist nämlich garantiert!
www.enclaverecords.cjb.net
Walter



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