THREAT SIGNAL - Under Reprisal (Nuclear Blast/Warner)
THREAT SIGNAL scheinen in ihrer Heimat Kanada eine der durchschlagkräftigsten
Bands einer gerade so richtig durchstartenden Szene zu sein. Mit einem
Plattenvertrag in Europa sollte es nun auch hier möglich sein, Beachtung
zu finden und diese steht THREAT SIGNAL auch zweifellos zu. Schon der mächtige
Einsteig mit „Rational Eyes“, jenem Song, der das Titelstück
des Demos aus dem Jahre 2004 darstellte, mit dem die Sache ins Rollen kam,
lässt keine Zweifel aufkommen, dass THREAT SIGNAL mit ihrem modern
ausgerichteten Sound alle Zeichen auf Durchbruch gesetzt haben. Irgendwie
erinnert diese Nummer an einen Bastard aus FEAR FACTORY und PANTERA. In
weiterer Folgen kommen dem Hörer auch noch STRAPPING YOUNG LAD und
andere moderne, gnadenlos heftige und vor allem immer mit Vollgas agierende
Formationen in den Sinn. Durch den von Christian Olde Wolbers perfekt produzierten
Sound verfügen die Kanadier auch über jede Menge an Durchschlagskraft.
Aber Riffs wie jene, die in „Seeing Red“ oder „Faceless“ zum
Zug kommen, wären auch auf jedem in einem Wohnzimmerstudio aufgenommenen
Demo perfekt und mitreißend gewesen. Sänger Jon Howard beweist
zudem, dass er über eine variable Stimme verfügt. Sein Gesang
klingt sehr facettenreichen, von glasklar und fast schon ruhig bis hin
zu Anselmo´ scher Brutalität reicht die Bandbreite und passt
sich dem jeweiligen Part perfekt an. Trotz aller Heftigkeit wird auf „Under
Reprisal“ aber auch zu keiner Zeit darauf vergessen durch Breaks
für Auflockerung und Abwechslung zu sorgen, wodurch die drückenden
Passagen noch ein wenig mehr einer Lawine gleichen und den Hörer mit
heftigen, modernen Metal-Sounds förmlich zuschütten.
www.threatsignal.com
Walter
FALL OF SERENITY - Bloodred Salvation (Lifeforce / Soulfood)
Seit gut acht Jahren spielen FALL OF SERENITY nunmehr bereits zusammen,
und mit einem Vertrag bei Lifeforce für das bereits vierte vollständige
Album (denen allesamt eine Split-LP mit HEAVEN SHALL BURN vorangegangen
war) hat man nun auch schon das vierte Label als Partner aufzuweisen. Nachdem
die Herrschaften in den letzten Jahren nicht nur mit feinen und vor allem
sehr melodiösen Death Metal-Scheiben aufhorchen haben lassen, sondern
sich auch den Arsch regelrecht abgetourt haben (unter anderem waren sie
mit DISMEMBER, VADER oder DEW-SCENTED unterwegs), bedarf es wohl keiner
besonderen Erklärung, woher das Quintett seine Erfahrung hat und weshalb
man über recht abwechslungsreich gestaltete Songs verfügt. Auf „Bloodred
Salvation“ verfeinern die Jungs ihren Death Metal mit einigen wenigen
Hardcore-Einschüben, musizieren über die längste Zeit aber
eher in „schwedischen“ Gewässern, so dass man erst gar
nicht auf etwaige andere Einflussquellen kommen könnte. Dabei geben
FALL OF SERENITY durchwegs gute Figur ab und man kann die Entwicklung der
Band im direkten Vergleich ihrer bisherigen Veröffentlichungen gut
nachvollziehen. Vor allem das Gitarrenduo Eddy Langner und Alexander Fischer
hat sich zu einem gut eingespielten Team gemausert und steht den namhaften
schwedischen Kollegen kaum noch nach. Man darf gespannt sein, wie sich
diese Truppe weiterentwickelt, die Anzeichen für einen Durchbruch
von FALL OF SERENITY stehen in jeden Fall recht gut.
www.fallofserenity.com
Walter
APOCALYPTICA – The Life Burns Tour (Universal Music)
Es ist wieder soweit! Die Meister des Cellos, die dieses „klassische“ Instrument
quasi neu erfunden haben, veröffentlichen nach dem letzten abgefeierten
Studioalbum „Apocalyptica“ (VÖ 2005) heuer eine neue Live
DVD von der letzten Tour, die da „The Life Burns“ genannt wurde,
und zusätzlich eine „Best Of“ CD. Der Anlass passt, denn
mit 2006 feiert die Truppe bereits ihr zehnjähriges Bestehen. Spätestens
seit dem gerade genannten letzten Studioalbum sind die äußerst
sympathischen Finnen eigentlich jedem ein Begriff und die Grenzen zwischen
Metal und kommerzieller Musik wurden mit dem „Letztwerk“ miteinander
verbunden bzw. vermischt. Einerseits die „headbangenden“ langhaarigen
bösen Gestalten, die einen Metallica-Song nach dem nächsten geigen,
andererseits radiotaugliche Songs, die zudem mit Gastsängern von kommerzielleren
Bands besetzt wurden... Wie dem auch sei, es soll in diesen Zeilen um die
neue DVD gehen, die übrigens die zweite der Bandgeschichte ist. Diese
beinhaltet ein komplettes Set der letzten Tour und zwar vom Auftritt in
Düsseldorf. Insgesamt 20 Songs von alten Metallica-Covers wie „Fight
Fire With Fire“ und „Creeping Death“ bis hin zu aktuellen
Eigenkompositionen. Ich war im Rahmen der Tour beim Stopp in Wiener Gasometer
live dabei und ging ohne große Erwartungen hin, nachdem ich mir nicht
so recht vorstellen konnte, dass Apocalyptica Live-Stimmung und die notwendige „Heavyness“ aufbringen
können. Wie sehr man sich täuschen kann, war mir gleich bei der
ersten Nummer klar, da sind die CDs quasi „schwach“. Wenn ihr
mal die Möglichkeit habt, Apocalyptica Live zu sehen, dann nutzt die
Chance (hamma wohl schon alle 10 Jahre vor Dir gemacht... Andi ;-). Wie
sehr die Jungs live überzeugen können beweist eben die vorliegende
DVD, denn spätestens, seit dem die Entscheidung getroffen wurde, die
Musik mit Drums (teilweise sogar durch Dave Lombardo!) zu untermauern,
ging der Beliebtheitsgrad unaufhaltsam nach oben. Verschiedene Kameraeinstellungen
und gute Bild- und Soundqualität werden den hohen Ansprüchen
gerecht; dennoch gibt es ein paar Punkte, die mir nicht so gefallen: Es
ist sehr schade, dass das Live Set so viele Metallica Covers beinhaltet,
die zwar gut sind, aber bereits bei der ersten Apocalyptica DVD (anno 2001)
zu sehen waren. Die genialen Eigenkompositionen wären sinnvoller gewesen
und hätten zudem die Band besser repräsentiert. Noch mehr fehlen
aber ausführliche Interviews mit der Band bzw. wäre auch ein
Streifzug durch die Bandgeschichte aufgrund des Jubiläums angebracht
gewesen. Dafür gibt es aber einen gut 7 Minuten „US- Tourfilm“ sowie
alle Musikvideos die seit der letzten DVD entstanden sind. z.B. „Bittersweet“, „Life
Burns“ oder „Seemann“. Fazit: Eine super DVD, die kein
Apocalyptica Fan missen sollte, allerdings mit dem negativen Beigeschmack,
dass man einiges mehr daraus hätte machen können. Ach ja, das
Artwork: genial. www.apocalyptica.com
Dominik
DISASTROUS MURMUR – Marinate Your Meat
(Cudgel/NSM)
Oh mein Gott! Was ich hier zu hören bekomme, ist unglaublich! Rund
5 Jahre liegt der letzte Silberling „..And Hungry Are The Lost“ bereits
zurück und zwischen 2003 und 2005 war es sehr ruhig um die Band und
irgendwie rechnete keiner mehr so recht mit einem neuen Album. Die auf
1.000 Stück limitierte Single „Daily Toilet Torturing“,
war Ende 2005 nach diversen Line Up-Wechsel allerdings ein kräftiges
Lebenszeichen und ließ auf ein gutes neues Album hoffen. Nun ist
der Fleischbrocken veröffentlicht, er heißt „Marinate
Your Meat“ und wurde im „Vato Loco Studio“ in Wien unter
der Regie von Mister „El Cochino“ (Pungent Stench) eingehämmert.
Die Produktion ist perfekt, da sehr einfach und rau gehalten und die 8
neuen Songs unbeschreiblich gut. Keine Kompromisse! Mit „Marinate
Your Meat“ erstehen die alten Zeiten wieder auf! Genialer Death Metal,
meist im mid-tempo, textlich wie gewohnt bizarr und fleischig-blutig, gehen
Songs wie „Splatter Is Better“, „Just A Wound“ oder „Fecal
Overdose“ wie eine Bombe ab. Für die folgende Aussage werden
mich Disastrous Mumur und Pungent Stench wahrscheinlich erschlagen, trotzdem
kann ich es nicht lassen: Einige Songs erinnern an alte Stench-Songs, besonders
der Opener „Splatter Is Better“. Das meine ich im positiven
Sinn, so eine Old School Scheibe ist ja heutzutage leider schon die Ausnahme. Abschließend
mögen alle Metal-Pensionisten sofort zum nächsten CD-Geschäft
aufbrechen undsich „Marinate Your Meat“ zulegen, ein deutliches
Zeichen anno 2006 gegen den Trend. Sollte in keiner Sammlung fehlen! Die
CD-Release Party findet am 17. Juni im Stereo Club statt. Live On Stage:
Pungent Stench, Disastrous Murmur, Contempt und Pro Found. Wem das zu weit
weg ist, der hat die Möglichkeit, Disastrous Murmur im Rahmen des
Kaltenbach Open Air zu sehen!
www.disastrousmurmur.at
Dominik
APIARY - Lost In Focus (Metal Blade / SPV)
Die Damen und Herren von Metal Blade haben es erneut geschafft eine interessante
Newcomer-Truppe aus dem Hut zu zaubern und lassen die fünf jungen
Herren von APIARY nun auf den Rest der Menschheit los. Der Bandname bedeutet übersetzt
soviel wie „Bienenstock“ und diesem Namen werden die Amis voll
und ganz gerecht. Vor allem Drummer Adam Elliot und das Gitarrenduo Peter
Layman und Mike McClatchey scheinen regelrecht Wespen, Hummeln und sonstige
fliegende Lebewesen (Adler? Drachen? Andi) im Allerwertesten zu haben,
denn derart wuselig und umtriebig sind mir moderne Klänge, wie sich
APRIARY von sich geben, noch nicht untergekommen. Dort wo der Grossteil
von jungen Bands eher auf Aggression macht, schaffen es die Amis geschickt
frickelige, fast schon MESHUGGAH-verdächtige, Passagen in ihren recht
deftigen Sound zu integrieren, so dass auch der Liebhaber von verzwickten
Bands wie den genannten Schweden oder den nicht viel weniger abgefahrenen
Niederländern von TEXTURES seine helle Freude haben wird. Im Gegensatz
zum Titel der Scheibe verlieren APIARY aber nie den Fokus, sondern brettern
punktgenau und mit Brachialität durch die insgesamt 13 Songs, dass
es eine Freude ist der Truppe zu lauschen.
www.apiarymusic.com
Walter
CELTIC FROST – Monotheist (Century
Media/EMI)
Gerüchte über ein neues Studioalbum nach der Reunion der schweizerischen
Extreme-Metal-Urgesteine CELTIC FROST sorgten in den letzten Jahren immer
wieder für Unruhe im Untergrund. Nun legt das Trio, dass anno 2006
aus Tom Gabriel Fischer (V, G), Martin Ain (B) und Franco Sesa (D) besteht,
endlich auch dieses heiß ersehnte Album vor. Zusammen mit Produzent
Peter Tägtgren haben die Urväter des extremen Metal, die sowohl
für unzählige Black Metaller, als auch für diverse Death
Metal-Truppen eine der wichtigsten Einflussquellen darstellen, mit „Monotheist“ ein
sehr intensives und geradezu beängstigendes Werk vorgelegt. Einzelne
Songs hervorzuheben wäre zwar generell kein Problem, da es sich um
kein in sich geschlossenes Konzeptwerk handelt, meiner Meinung nach wirkt „Monotheist“ aber
am Besten, wenn man das Werk als Gesamtheit betrachtet und auch konsumiert.
Vor allem der überwiegende Anteil an Doom in beängstigender Form,
der jedoch immer wieder von Brachial-Eruptionen und avantgardistischen
Einsprengsel unterzogen ist, vermag für Atmosphäre zu sorgen. „Monotheist“ ist
mit Sicherheit noch schwieriger zu konsumieren als die Frühwerke der
Schweizer, auf der anderen Seite aber wesentlich reifer und vor allem packender
als die Erstlingsalben der „Frosties“, da mit atmosphärischen
Details hier nicht gerade sparsam umgegangen wird und diese die an sich
recht harschen Klänge perfekt zur Geltung kommen lassen. Auch wenn
diese Reunion, ebenso wie viele andere, mit jeder Menge Kritik versehen
wird, muss man CELTIC FROST zu Gute halten, noch immer, oder besser gesagt,
schon wieder, eine der einflussreichsten Bands zu sein, wenn es um dunkle,
beängstigende Atmosphäre, verpackt in intensive und brachiale
Sounds geht. www.celticfrost.com
Walter
CATARACT - Kingdom (Metal Blade / SPV)
Das Quintett CATARACT aus der Schweiz muss mit zu DEN Bands der Stunde
gezählt werden. Mit ihrer ureigenen Mischung aus SLAYER-Gedächtnis-Riffs,
einer satten Dosis melodiöser Death Metal-Versatzstücke und einer
Riesenportion Hardcore haben es die Eidgenossen geschafft, nicht nur die
Gunst der Stunde zu nutzen um mit dieser im Moment recht angesagten Melange
punkten zu können, sondern auch eben jene Klänge brillant und
mit Nachdruck zu offerieren. Durch „Kingdom“ wird es
der Band wohl gelingen, dass weder der Banger mit Hang zu deftigen Klängen,
noch der Liebhaber von modernen Metalcore-Sounds an den Schweizern vorbeikommen
kann. Die Scheibe macht im Prinzip genau dort weiter wo CATARACT mit „With
Triumph Comes Loss“ aufgehört haben. Die Schweizer ziehen ihren
Stiefel dabei weiterhin konsequent durch und haben es zumindest für
mein Verständnis auch schon geschafft, Songs mit recht hohem Wiedererkennungswert
ins Leben zu setzen.
CATARACT, Thy Kingdom Come!
http://www.cataract.cc
Walter
NARNIA – Enter The Gate (Massacre/NSM)
Bislang standen die Schweden von NARNIA trotz hochwertiger Alben wie „Long
Live The King“ oder „Desert Land“ immer ein wenig im
Schatten von ähnlich aufspielenden Formationen dieses Genres. Woran
genau das gelangen haben mag, weiß wohl nur der Herr alleine, dem
die Schweden nicht nur in ihren Texten seit Beginn ihrer Karriere dienen.
Eventuell klappt es ja nun mit ihrem mittlerweile fünften Album mit
dem Durchbruch. Zumindest sollten die Voraussetzungen in Anbetracht der
Tatsache, dass der Begriff NARNIA durch die Verfilmung von C.S. Lewis´ „Die
Chroniken von Narnia“ bekannt sein müsste, wesentlich besser
sein als bisher, schließlich kennt man nun zumindest den Namen NARNIA
und zahlreiche Musikinteressierte werden sich wohl fragen, ob denn diese
Band in irgendeiner Form etwas mit dem Film zu tun hat. Nicht direkt, denn
die Band existiert schon wesentlich länger als die Idee der Verfilmung,
aber bislang nahm leider noch kaum jemand Notiz von dieser christlich orientierten
Metal-Band. Aber Film hin, christliche Hintergründe her,
in erster Linie sollte man sich mit NARNIA auf Grund der von dieser schwedischen
Truppefabrizierten Klänge beschäftigen (Bitte! Walter Scheurer!
Komm zum Punkt! Danke! Andi). Diese sind nach wie vor im bombastischen
Melodic Metal anzusiedeln, verfügen über jede Menge Kraft und
leben zu gleichen Teilen von den Gitarrenkünsten von Carljohan Grimmark
und der äußerst melodiösen Stimme von Christian Rivel.
Kompositorisch wird vom Mid-Tempo-Banger („People Of The Bloodred
Cross“) über traditionellen Melodic Metal (“Into This
Game”) bis hin zur kitschfreien Ballade („Take Me Home“)
ein breites Spektrum geboten, das einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis
stellt, wie man derlei Klänge noch immer klischeefrei und ohne zuviel
Pathos abliefern kann.
www.narniaworld.com
Walter
VANILLA REX - Parallel Worlds (Eigenproduktion)
Beim Namen VANILLA REX dachte ich ehrlich gesagt zunächst eher an
eine neue Puddingkreation (in Tobias Moretti-Form, oder wie? Andi) als
an eine Band und ließ mich erst einmal von „Parallel Worlds“ überraschen.
Im Nachhinein stellte sich heraus, dass besagtes Werk einiges mit einem
Vanillepudding gemeinsam hat. Ich kann mich für beides gleichermaßen
begeistern und nicht genug davon bekommen.Die Band VANILLA REX existiert
nunmehr bereits seit knapp 20 Jahren (wär für einen Pudding vielleicht
schon zu lang... Andi) und konnte in jener Zeit auch schon mit einigen
Demo-CDs, Sampler-Beiträgen und zuletzt 2004 mit ihrer damals veröffentlichten
Maxi-CD-R „Shadows Of Insanity“ aufhorchen lassen. Das aktuelle
Album „Parallel Worlds“ kann musikalisch grob als Mischung
aus typisch DREAM THEATER-lastigen Prog Metal-Passagen und älteren
QUEENSRYCHE-Werken beschrieben werden. Die Songs bewegen sich jenseits
einer Durchschnittslänge von 5 Minuten und wissen durch harmonische
Aufbauten und intelligent eingeflochtene Breaks zu überzeugen. Zudem
kann auch die Stimme von Andi Wagener gefallen. Andi verfügt über
eine mächtig beeindruckende Stimme und erinnert mitunter gar an Charlie
Dominici, der ja für viele Fans der ersten Stunde immer noch DER Sänger
des „Traumtheaters“ ist. Interessant ist auch die Tatsache,
dass VANILLA REX ihr Album in Eigenregie produziert haben und diesbezüglich
ebenso ihr Talent unter Beweis stellen konnten, wie es ihnen auch für
das Komponieren an sich gelungen ist. Für Fans der Band sei übrigens
angemerkt, dass auf „Parallel Worlds“ auch der eigenen Vergangenheit
Tribut gezollt wird. Mit „Losing“ und „Wasted Life“ wurden
zwei Songs von „Shadows Of Insanity“ nochmals veröffentlicht,
wobei die Drums neu aufgenommen wurden und auch neu abgemischt wurden.
Mit „2005 – Tears Of A Gargoyle“ kommt auch ein Song
des Demos „Genius Diary“ aus dem Jahre 2000 zu neuen Ehren.
Dieser Track wurde komplett neu eingespielt und ist quasi als Bonus am
Ende der Scheibe zu hören. Die wechselnde Heftigkeit der durch die
Bank guten Songs macht „Parallel Worlds“ zu einem gelungenen
Album, das wahrlich jedem Anhänger von derlei Klängen munden
sollte und mich abermals zum Vergleich mit einem Vanillepudding animiert.
Kann Vanille eigentlich süchtig machen? Angemerkt sei noch, dass diese
CD schon einige Monate auf dem Buckel hat und Sänger Andi sich bereits
im letzten Dezember aus der Truppe ausgeklinkt hat. Leider ist es VANILLA
REX noch immer nicht gelungen, einen neuen Sänger zu finden, weshalb
sich jeder, der sich befähigt fühlt bei dieser Band zu singen,
umgehend mit VANILLA REX in Verbindung setzen sollte.
www.vanillarex.de
Walter
ENNEADE – Remembrance (Musea)
Der Name ENNEADE stammt aus der altägyptischen Mythologie, bedeutet „Neunheit” und
steht für die neunköpfige Gründungsfamilie der Heliopolis.
ENNEADE nennt sich auch eine französische Metal-Formation, die jedoch
nur aus sechs Musikern besteht (Sapperlot! Andi). Mit „Remembrance“ offerieren
uns die Franzosen eine Kostprobe ihres Könnens, wobei „Rememebrance“ musikalisch
sowohl einen klaren Verweis auf ihre Vorliebe für progressive und
kunstvolle Klänge der 70er Jahre enthält, aber auch Zitate von
neuzeitlichen Prog Metal-Truppen wie DREAM THEATER und zudem auch noch
Elemente, die man ansonsten eher aus dem Jazzbereich kennt, enthält.
Was sich stilistisch ein wenig wirr anhört, ist es in Wahrheit überhaupt
nicht, denn ENNEADE verstehen es gekonnt, diese unterschiedlichen Einflussquellen
zu verknüpfen um daraus nicht nur eine harmonische Melange zu kreieren,
sondern auch noch ihre eigen Duftmarke mit ihrer Musik zu versprühen.
Der Opener „King Of Silver“, mit einer Spielzeit von gut 18
Minuten ja nicht gerade ein „Speedy“, lässt Erinnerungen
an alte Kompositionen von SPOCK´S BEARD aufkommen, ist aber ebenso
von recht quirligen und heftigen Gitarrenparts durchzogen. Einziges Manko,
das sich allerdings in Folge durch die gesamte Spielzeit zieht, ist der
auffällige dumpfe Drumsound. Anstatt zu drücken vermag das Schlagzeug
auf diesem Werk nämlich lediglich durch klopfende Geräusche aufzufallen,
auch wenn das Drumming punktgenau und perfekt akzentuiert zum Einsatz kommt.
Was nach besagtem Eröffnungsstück folgt ist nicht ganz einfach
nachzuvollziehen. Offenbar ist der zweite Song dieses Albums mit dem Titel „The
Dreamscape“ ein insgesamt fünfteiliges Monumentalepos, dessen
Beginn „The Awakening“ locker-flockig in Manier von THE FLOWER
KINGS beginnt und keineswegs ein Intro darstellt, sondern einen mit Gesang
ausgestatteten Song von einer üppigen Spieldauer von neuneinhalb Minuten.
In Folge wird „The Awakening“ zu einem recht abgefahrenen Song,
dem ein zusammengefasster Dreiteiler, bestehend aus den Teilen „Into
The City Of Dreams“, „On The Verge Of The Waking World“ und „Open
The Gate….“ folgt. Hier zeigt sich vor allem die Fähigkeit
der Franzosen auch im Jazzbereich überzeugen zu können, denn
nach ungefähr sechs Minuten Spielzeit (und keiner Angabe oder irgendeinem
Hinweis darauf, welchen dieser Teile man eben hören darf) beginnt
ein sehr abgefahrener, frickeliger und jazz-lastiger Part, der mit Sprechgesang
beginnt und in Folge zu einem groovigen Prog-Metal Song gedeiht. Der Abschluss
von „Remembrance“ in Form von „Farewell Good Bye“ enthält
dann neben progressiven Elementen auch einige fast schon Doom Metal-verdächtige
Sequenzen und zeigt auch diesbezüglich die Klasse von ENNEADE. Dem
nicht genug kommt hier auch noch eine betörende Damenstimme zum Einsatz,
die orientalisches Flair versprüht und dieser Nummer das Sahnehäubchen
aufzusetzen vermag. Mit ENNEADE hat Frankreich ein ganz heißes
Eisen im Feuer, wenn es um den Nachwuchs in Sachen progressiver Rockmusik
geht.
Den Namen ENNEADE sollte man sich merken!
www.enneadeband.com
Walter
THE CLASSIC STRUGGLE - Feel Like Hell (Metal Blade / SPV)
Nach einem irritierenden und noisigem Intro legen die Amis von THE CLASSIC
STRUGGLE so richtig mörderisch los. Mit brachialen Geschossen irgendwo
in der Schnittmenge aus allerlei unterschiedlichen Death Metal-Einflüssen
und einer fetten Dosis groovigem Thrash Metal lassen die Herren Gitarristen
hier ein Riffgewitter niedergehen, dass sowohl in der Gegend um Göteborg
seine Berechtigung hätte, aber gut und gerne auch aus Florida stammen
könnte. Alles klar? THE CLASSIC STRUGGLE scheinen eine Art „The
Best Of Death Metal“-Konzept zu verfolgen, denn die Amis schaffen
es sämtliche Unterarten des Todesmörtel in gefälliger Form
zu verquicken, so dass einem zwar verschiedene Reminiszenzen innerhalb
eines Songs auffallen, durch die geschickte Kombination dieser Anklänge
aber sehr wohl eine eigenständige Scheibe entstanden ist, die jedem
Death Metaller vorzüglich munden sollte.
www.theclassicstruggle.com
Walter
25 YARD SCREAMER - Same (Eigenproduktion)
Ein von der britischen Insel stammendes Trio mit dem Namen 25 YARD SCREAMER
schickt sich an, in die Fußstapfen von anderen britischen Größen
des progressiven Rock zu treten. Auf diesem titellosen Werk lassen sich
nämlich in erster Linie zahlreiche Anleihen an MARILLION feststellen,
wobei Zitate aus der FISH-Ära ebenso zu hören sind wie Reminiszenzen
an die letzten Werke jener Band aufkommen. Zudem kann man auch mit vereinzelten
an YES erinnernden Harmonien aufwarten und auch ältere RUSH-Alben
scheinen diesen Briten nicht unbekannt zu sein. Durch den einfühlsamen
und ausdruckstarken Gesang von Gitarrist Nick James kommen die Kompositionen
allesamt recht gefällig aus Boxen und machen schlichtweg Freude beim
Lauschen. Das Zusammenspiel dieser offensichtlich noch sehr lange bestehenden
Truppe ist aber schon ziemlich gelungen und lässt in Summe regelrecht
Hoffnung auf eine weitere Talentprobe in Form eines weiteren Silberlings
aufkeimen. Sinn für Humor scheinen die Herrschaften obendrein zu besitzen,
das Cartoon-Cover mit den drei Musikern als Hauptdarsteller deutet diesen
unmissverständlich an.
www.myspace.com/25ys
Walter
AGE OF NEMESIS – Psychogeist (Magna
Carta / Rough Trade)
Der Grund weshalb sich das ungarische Quintett NEMESIS dazu entschlossen
hat, seinen Namen in AGE OF NEMESIS abzuändern, wird wohl an der Tatsache
liegen, dass unter dem Banner NEMESIS die Verwechslungsgefahr mit anderen
Formationen doch eine recht große war. Sei´ s drum, musikalisch
haben AGE OF NEMESIS mit ihrem „Debüt“ „Psychogeist“ ohnehin
ein eigenständiges Werk abgeliefert und sollten von nun an gar nicht
mehr Gefahr laufen, verwechselt zu werden. Die Musik dieses Werks, das
zunächst ein sechsteiliges Konzept mit dem Titel „The Psychogeist
Story“ zu bieten hat, ist ein schwer beeindruckendes Prog Metal-Werk
geworden, welches zunächst einen erheblichen Zeitaufwand bedarf um
so richtig in der Musik der Ungarn aufzugehen. Doch diese „Anstrengung“ macht
sich in Folge auf jeden Fall bezahlt. Besagter 6-Teiler zu Beginn, der
das halbe Werk ausmacht, ist ein Musikgewordener Thriller in dem eine Frau,
die von Beruf Psychiater ist, ihre Familie, die sich Jahre zuvor getrennt
hatte, wieder zusammenführen möchte. Auf der Suche nach ihrem
Sohn und dessen Vater, ihrem Mann, wird sie zunächst mit dem Unstand
konfrontiert ihren ermordeten Mann identifizieren zu müssen. Der Sohn
ist zwar am Leben, jedoch offenbar geistig verwirrt und bedarf psychiatrischer
Betreuung. Dabei stellt sich heraus, dass der Sohnemann zu einem Instrument
imaginärer Mächte geworden ist. Er besitzt nun die Fähigkeit,
seinen Körper zu verlassen, um als „Psychogeist“ zu agieren
(Hallo? Ist da jemand? Irgendjemand? Andi). Der Mutter gelingt zwar das
Geheimnis seines Zustandes zu ergründen, doch hinsichtlich der Heilung
lässt die Band das Ende der Geschichte mit einem klaren und deutlichen „PERHAPS“ enden.
Ziemlich abgefahren, aber auch recht spannend und interessant dieses Story,
die geradezu nach einer „Verlängerung“ auf der nächsten
Veröffentlichung schreit. Auch die Musik der Ungarn passt diesbezüglich,
denn vor allem Keyboarder Gyorgy Nagy fällt mit teilweise recht skurrilen
Klängen ein wenig aus der Rolle um diese Geschichte zu intonieren.
Aber nicht nur das „Album im Album“ weiß zu gefallen,
sondern auch der verbleibende „Rest“ von insgesamt fünf
Songs, von denen aber gleich zwei Instrumentalkompositionen geworden sind.
Der Prog Metal der Truppe vermag ein ähnliches Flair zu versprühen
wie es PAIN OF SALVATION tun, musikalisch sind aber sehr deutliche Unterscheide
auszumachen. AGE OF NEMESIS klingen wesentlich Keyboard-lastiger und auch
weniger melancholisch, es fällt in Summe schwer eine Referenz für
die Klänge der Magyaren zu finden. Das ist generell einer der
wesentlichsten Punkte, der nach intensivem Genuss dieses Albums auffällt:
AGE OF NEMESIS klingen in erster Linie so wie sie selbst und genau das
macht diese Band interessant.
www.ageofnemesis.com
Walter
Ricky WARWICK - Love Many Trust Few (Sleaszy Rider)
Ricky Warwick war vor fast 20 Jahren nahe dran, eine richtig große
Nummer zu werden. Zusammen mit seiner damaligen Band THE ALMIGHTY und den
in den 90er Jahren veröffentlichten Alben „Soul Destruction“ und „Powertrippin`“ schafften
es diese Inselbriten in Europa zu recht ansehnlichen Erfolgen. Zudem war
der ehemalige NEW MODEL ARMY-Gitarrist mit Vanessa Warwick liiert, jener
Blondine, die uns damals wöchentlich die aktuellsten Neuigkeiten aus
der Metal-Szene im „Headbanger´s Ball“, ihrer Sendung
auf MTV, auf unterhaltsame Weise zu vermitteln wusste. Das Gerücht,
Ricky und seine Truppe wären nie im Leben bei MTV untergekommen, wenn
da nicht diese Connection vorhanden gewesen wäre, hielten sich lange
aufrecht. Allerdings verschwanden in den späten 90 Jahren sowohl Mrs.
als auch Mr. Warwick mehr oder weniger sang- und klanglos von der Bildfläche
und die Gerüchte lösten sich ebenso in Rauch auf. Doch Ricky
war in den Jahren danach keineswegs untätig, sondern bei STIFF LITTLE
FINGERS mit von der Partie und verlieh sein songschreiberisches Talent
an die englische Punk - Truppe THE RUTS. Zudem veröffentlichte er
2002 mit „Tattoo & Alibis“ ein Akustik-Album, das jedoch
nicht unbedingt großartige Verkäufe erzielen konnte. Mit „ Love
Many Trust Few“ soll es nun besser laufen. Stilistisch hat sich im
Gegensatz zu den THE ALMIGHTY-Scheiben zwar noch immer ein latentes Country/Pop/Rock-Flair
eingeschlichen und der gute alte Hardrock scheint noch immer irgendwo tief
in Ricky zu schlummern, doch immerhin verlässt sich der gute Mann
nunmehr abermals eher auf elektrische und vor allem verstärkte Gitarren
als bloß auf die akustische Klampfe. Die Songs an sich sind durchaus
gefällig, allerdings nicht unbedingt zwingend und mit jener Hitqualität
ausgestattet, die es so manche THE ALMIGHTY – Nummer war, aber zumindest
ein recht ordentlicher Schritt hin in Richtung Chartplatzierung, wo Ricky
mit THE ALMIGHTY ja bereits zu finden war. Bleibt bloß noch zu
hoffen, dass irgendjemand den Hardrocker in Ricky abermals zum Leben
erweckt!
www.rickywarwick.com
Walter
SICK-U-R – MMIV (Eigenproduktion)
Seit mittlerweile sechs Jahren treibt dieses Quartett mit dem Namen SICK-U-R
nun bereits sein Unwesen im heiligen Land Tirol. Neben zahlreichen Auftritten
im In- und Ausland kann man auch bereits zwei Demo-CDs mit Studioaufnahmen
sowie ein Live-Demo auf der Haben-Seite verbuchen. „MMIV“ ist,
wie unschwer am Titel zu erkennen ist, nicht mehr ganz neu und mittlerweile
auch nicht mehr das aktuellste Werk der Herrschaften. Mit „Dragonlord“ steigen
SICK-U-R mit einem melodischen Metal-Song in den Reigen an bunten Melodien
ein, wobei auffällig ist, dass man sich stilistisch keineswegs festlegt,
sondern sowohl auf traditionelle Elemente zurückgreift, aber auch
die „Moderne“ nicht außer Acht lässt. Diesbezüglich
sei in erster Linie Sänger Sandro erwähnt, der eine an sich brauchbare
Stimme für rockige Klänge hat, im Refrain des Openers aber schwer
nach Nu Metal und Rap klingt und dabei gar keine schlechte Figur abgibt.
Die Ausführung insgesamt mag wohl nicht jedermanns Sache sein, aber
von einem Ausfall im Sinne der Demontage dieser Nummer kann hier keine
Rede sein. Danach folgt „Metal God“, ein Song den sich mir
wesentlich truemetallischer vorgestellt hatte, der sich im Endeffekt aber
eher als melodischer Hardrock-Song mit jeder Menge Keyboards herausstellt.
In erster Linie ist diese Nummer sehr eingängig und griffig, vielleicht
hat man lediglich den falschen Songtitel gewählt. Richtig gelungen,
weil kompositorisch einfach perfekt, ist „Wasted Years“, ein
sehr ruhiger und dezent an DEADSOUL TRIBE erinnernder Track, bei dem Sandro
seine wahre Klasse, die scheinbar im höheren Bereich zu liegen scheint,
eindrucksvoll unter Beweis stellen kann. Auffällig ist hier auch die
groovige Ausführung der Bassgitarre, die diesen Song entscheidend
mitprägt. Das folgende „Time“ und der Abschluss in Form
von „Messiah“ sind recht zeitlose Rocksongs geworden, die auf
Größen wie DEEP PURPLE als Einflussquellen hinweisen und perfekt
zum entstandenen Bild, das ich mir von dieser Band gemacht habe, passen. SICK-U-R
versuchen offenbar schlicht und ergreifend gute Songs zu komponieren, scheren
sich dabei - wie es sich für Tiroler gehört - kein bisschen um
etwaige Vorgaben oder Klischees und sollten genau deshalb reüssieren
können. Ob es allerdings bis nach Wacken ins „Hauptabendprogramm“ reicht,
steht noch in den Sternen. Die Richtung stimmt aber auf jeden Fall schon
und da vor kurzem mit „Zero Hour“ ein Nachfolgealbum veröffentlicht
wurde, sollten wir schon bald wieder von SICK-U-R hören.
www.sick-u-r.com
Walter
TIKAL – Same (Eigenproduktion)
Der Name TIKAL geht auf die Kultur der Maya zurück, die eine Stadt
im heutigen Norden von Guatemala erbauten und ihr diesen Namen gaben (na
gottseidank wissen wir das jetzt auch endlich... Andi). Ausgeborgt und
quasi zweckentfremdet haben den Namen TIKAL fünf Italiener, die unter
diesem Banner seit einigen Jahren zusammen Musik machen. Die Kultur der
Maya gibt die Band zwar auch als Inspiration für ihr Werken an, der
Musik selbst ist diese Tatsache aber nicht anzuhören. Die vier Songs
klingen viel eher nach jener alten Zeit, als die Rockmusik etabliert werden
konnte und so mancher Gitarrist dahinter kam, welch dubiose Geräusche
man seinem Instrument entlocken kann. TIKAL können demnach mit opulenten
Gitarrenklängen aufwarten und wissen zudem auch mit interessanten
Rhythmen zu gefallen. Der Opener „Clochard“ beginnt sehr behäbig
und akustisch instrumentiert, während Sänger Alessandro sehr
weinerlich und fast einlullend klingt. Der Hörer wird aber schon recht
bald Bekanntschaft mit einem gutgemachten Rocksong machen können,
denn zu eben diesem wird der Opener in Folge. TIKAL verzichten hier zur
Gänze auf psychedelische Elemente, weshalb dieser Song auch der einzige
dieser CD ist, der noch relativ zeitgemäß klingt. „Non
Graphic Tautology“ dagegen versprüht ein ähnlich psychedelisches
Flair wie es so manche Combo in den 70er Jahren tat. Vor den geschlossenen
Augen des Rezensenten bilden sich plötzlich wabernde Rauchschwaden,
der Duft von grasgrünen, aber nicht ganz legalen Rauchwaren liegt
in der Luft (das erklärt dann auch Deine Reviews... Andi) und Ernüchterung
setzt erst ein, wenn dieser Song zu Ende ist. Mit „Oblium“ folgt
ein Zweiteiler als Rausschmeißer, dessen erster Teil ein Intro mit
fast 5 Minuten Spieldauer geworden ist und eben dort anschließt,
wo „Non Graphic Tautology“ aufgehört hat. Mitunter meine
ich in besagtem Intro gar Tiergeräusche aus dem Dschungel vernommen
zu haben, aber vielleicht waren die akustischen Rauchschwaden von vorhin
einfach zu intensiv (vielleicht... Andi). Der „Hauptteil“ von „Oblium“ beginnt
zwar ebenfalls einigermaßen psychedelisch, rockt dann aber plötzlich
drauflos wie weiland JIMI HENDRIX und beschließt diese Scheibe recht
fulminant mit altbekannten Klängen, die aber keinesfalls altbacken
klingen. Eine Kostprobe von der Band kann sich der Interessent gerne über
www.tikalplan.com genehmigen, denn die Italiener waren so frei und haben
diese Demo-CD für lau auf ihre Webpage gestellt.
Walter
TESTIMONY - Piccadilly Circus (Eigenproduktion)
Dieses sächsische Sextett scheint sich von einer fast unbegrenzten
Bandbreite an unterschiedlichen musikalischen Stilrichtungen beeinflussen
zu lassen um so ihre eigenen Songs zu komponieren. Dabei geben die Herrschaften
gar keine schlechte Figur ab. Der Opener „Way Up High“ ist
mit einem genialen Refrain gesegnet und lässt sich nicht zuletzt deshalb
schon nach dem ersten Durchlauf nur noch schwer vergessen. Durch den relativ
hoch angelegten Gesang fallen mir AXXIS als Vergleich ein, doch TESTIMONY
gehen deutlich ruppiger zur Sache, was sich im folgenden „Metal Battle“ nachhaltig
und mit noch deutlicherer Heftigkeit bestätigt. Dieser Song ist schwer
traditionell ausgeführt und lässt an MAJESTY zu deren Frühphase
denken. Der Quasi-Titelsong „A Night At The Piccadilly Circus“ ist
dagegen ein gelungener Melodic-Rocker vor dem Herrn, der so richtig Festivallaune
macht. In „Goddess Of Desire“ kommen dann zusätzlich zum
klaren Gesang vereinzelte Grunzpassagen zum Einsatz, was zu diesem Track,
der generell einer der heftigsten dieses Albums geworden ist, auch ganz
gut passt. Leider kann „Solitude Forever“ nicht ganz mithalten,
hier offenbaren sich die Grenzen der Sangeskunst in den Höhenbereichen
des Frontmanns. Die Fähigkeit gelungene Songs zu komponieren, kann
man TESTIMONY aber nicht absprechen, denn mit Ausnahme der eher belanglosen
Ballade „Melissa“ kommen in weiterer Folge ebenfalls nur brauchbare
Songs zum Vorschein, die ab und an abermals von eher todesmetallischen
Gesängen unterlegt sind, wie beispielsweise „Fading Memories“,
das mit zu den Highlights dieses Albums zuzählen ist. Als Fazit kann
man hier festhalten, dass es den Herren durchaus gelungen ist ihre offenkundig
sehr mannigfaltigen - um nicht zu sagen völlig unterschiedlichen und
nur schwer kombinierbaren - Einflüsse zu einer homogenen Melange zu
verquicken und im Wesentlichen, ausgenommen der bereits erwähnten,
kaum Kritikpunkte an dieser Scheibe zu finden sind.
www.testimony-music.de
Walter
PARSIFALL - For You To Fight (Eigenproduktion)
Bei PARSIFALL handelt es sich um eine internationale Band mit Sitz in
Würzburg.
Dave Hopkins (V) und Chuck Estright (G) sind Amis, mit Cosmin Marica sitzt
ein Rumäne hinter dem Schlagzeug und Bassist Freddy Schartl ist Deutscher
(Echt? Wir dachten bei dem Namen schon an einen Weißrussen mit äthiopischen
Vorfahren... Andi). Ähnlich bunt gemischt wie die Nationalitäten
dieses Quartetts ist auch die Musik von PARSIFALL. Von recht harschen Gitarrenriffs
getragen, findet man CROWBAR-verdächtige Doom-Passagen voll aggressiver
Gesangsparts bei PARSIFALL ebenso, wie verdächtig nach Nu Metal tönende
Dynamik-Spielereien. Dieses Spektrum ist ein ohnehin sehr breites, doch
die Truppe schafft es mit Einschüben, die weniger hörerfreundlich,
sondern fast schon bedrohlich sind und an Soundcollagen erinnern, noch
dazu eine sehr triste Atmosphäre zu schaffen. „Together“ beispielsweise
wird von sehr melancholischen Klaviertönen eröffnet um dann in
einer wahrlich Angst einflössenden Kompositionzu enden, die durch
den Einsatz von Streichern noch ein wenig intensiver wirkt. Von der Ausführung,
nicht jedoch unbedingt vom Stil her, fühle ich mich mitunter an UNDERTOW
erinnert, allerdings wirken PARSIFALL in Summe betrachtet noch aggressiver
und auch noch beängstigender als ihre „Landsleute“. Wenn
da nicht die zitierten „modernen“ Elemente wären, könnte
man beinahe von furchterregender Atmosphäre sprechen, die PARSIFALL
auf „For You To Fight“ verbreiten.
www.parsifall.com
Walter
RICOCHET - Zarah – A Teartown Story
(Eigenproduktion
Wie schon der Titel vermuten lässt, haben wir es hier mit einem Konzeptalbum
zu tun. „Zarah – A Teartown Story“ handelt von
einem Mädchen, das offenbar irgendwo im Hinterhof eines Schlachthofes
missbraucht wird und sich dann daran macht, sich am Täter zu rächen.
Schließlich ermordet sie ihren Vergewaltiger, landet im Gefängnis
und begeht dort Selbstmord. Von einem offenen Ende kann hier also
wohl nicht gesprochen werden (räusper, Andi). Die Geschichte an sich
ist eine packende und auch die zum Konzept komponierte Musik ist mehr als
nur gelungen. RICOCHET, eine aus Hamburg stammende Band zeichnet für
dieses rundum gelungene Werk verantwortlich. Der Name RICOCHET sollte nicht
mehr unbekannt sein, denn schon 1996 haben die Herrschaften mit ihrem Debüt „Among
The Elements“ und den darauf enthaltenen progressiv getünchten
Kompositionen aufhorchen lassen. In den letzten Jahren war man jedoch kaum
in der Szene vorhanden, offensichtlich wurde alle Energie in das Gelingen
des vorliegenden Albums gesteckt, ein Vorhaben das sich voll ausgezahlt
hat. Die einzelnen Songs strotzen nur so vor unterschiedlichen Atmosphären
und stilistischen Unterschieden, dennoch existiert ein roter Faden, den
RICOCHET bis zum Ende hin verfolgen. Musikalisch lassen sich sowohl die
erwarteten Progressive Metal-Anleihen ausmachen, ebenso aber einige typische
Metal-Versatzstücke und auch Elemente die dem Melodic Rock und dem
AOR entliehen sein dürften. In Summe haben es die Nordlichter aber
geschafft ihren eigenen Stil ins Leben zu rufen, der perfekt zum Konzept
passt und diese Geschichte wahrlich künstlerisch musikalisch untermalt.
Beim Hören von „ Zarah – A Teartown Story“ hatte
ich die ganze Zeit über einen Film vor Augen, der die Handlung der
Geschichte beinhaltete. Ein Unterfangen, das Sinn machen würde, aber
wohl finanziell unmöglich für RICOCHET sein dürfte. Aber
wer weiß schon, womit sich die Herren in den nächsten Jahren
beschäftigen...
www.teartown.de
Walter
FORSAKEN – Dominaeon (Golden Lake)
Nicht erst seit gestern zählen die Malteser FORSAKEN zu den Vorzeigeformationen
wenn es um epischen Doom Metal geht. Zuletzt konnten die Herrschaften Albert
Bell (B), Leo Stivala (V), Simeon Gatt (D) und Sean Vukovic (G) mit „Anima
Mundi“ beeindrucken und auch bei einigen Festivals hier in Mitteleuropa
schaffte es die Truppe, mühelos das anwesende Auditorium zu überzeugen.
Seit den Aufnahmen dieser besagten letzten Studioscheiblette haben sich
FORSAKEN des Keyboarders entledigt, was sich zwar keineswegs auf ihren
Stil ausgewirkt hat, sehr wohl aber auf den Härtegrad der Songs. So
heftig wie auf „Dominaeon“ haben FORSAKEN noch nie geklungen,
aber die Band hat dennoch nichts von ihrer Epik eingebüßt. Das
Riffing unterscheidet sich nicht wirklich von Größen des Genres
und auch Leo ist vom Charisma her von den führenden Herrschaften Robert
Lowe und Messiah Marcolin nicht mehr weit entfernt. Generell lässt
sich feststellen, dass die Musik durch die „Tastenfreiheit“ noch
ein wenig erhabener klingt als zuvor und auch die des Öfteren eingestreuten
Chorgesänge kommen für meinen Geschmack so besser zur Wirkung. „Dominaeon“ wurde
von Albert Bell produziert und man kann dem Bassisten hier nur zu einer
technischen Sonderleistung gratulieren, denn viel intensiver kann man
Doom nicht klingen lassen! www.forsakenmalta.com
Walter
IZZ - My River Flows (Doone Records / Just For Kicks Music)
Das Motto dieser Scheibe gibt das US-amerikanische Septett IZZ mit dem
Titel quasi selbst vor. Nicht nur jener Fluss, den die Damen und Herrschaften
mit „My River Flows“ meinen, bewegt sich fortwährend,
sondern auch die Musik dieser Scheibe klingt so, als ob man ein fließendes
Gewässer betrachtet. Immerzu und ohne Halt, kontinuierlich und dabei
meisterhaft instrumentiert, natürlich, aber dennoch künstlerisch
wertvoll tönen dem Hörer hier feinsäuberlich eingespielte,
arrangierte und auch produzierte Songs entgegen. Musikalisch irgendwo zwischen
den Werken älteren Proggies wie MARILLION oder YES und jenen von „moderneren“ Bands
dieser Richtung wie SPOCK´ S BEARD oder THE FLOWERS KINGS lassen
sich die Kompositionen von IZZ wohl am besten einordnen. Allerdings kommt
auf „My River Flows“ auch der eine und andere Querverweis zu
PINK FLOYD zum Vorschein, wie auch die BEATLES nicht zu verleugnen sind,
wenn es darum geht, die Einflüsse auf diese Amis zusammenzufassen.
Generell scheint sich die Band dem „Fluss“ als Thema hier geradezu
hingegeben zu haben, denn man posiert für das Cover am Ufer des Hudson
River und hat dabei die Brooklyn Bridge im Hintergrund. Sieht ehrlich gesagt
eher nach Touristenphoto aus, passt aber perfekt zu den wahrlich gelungenen
und vor allem immerzu fließenden Songs dieser Amis.
www.izznet.com, www.justforkicks.de
Walter
Lars Eric MATTSSON – Earthbound (Lion
Music / CM Distro)
Lion Music-Chef Lars Eric Mattsson war schon immer dafür bekannt,
ein regelrechter Workaholic zu sein. Nachdem er erst im letzten Jahr mit
einer Rockoper namens „War“ aufhorchen hat lassen, steht seit
einiger Zeit „Earthbound“, das zweite Instrumentalalbum seiner
Karriere (das erste „Electric Voodoo“ erschien übrigens
im Original bereits 1991, wurde 2001 über Lion Music aber neu aufgelegt)
in den Läden. Da Lasse ein begnadeter Musiker ist, bedurfte es lediglich
eines Schlagzeugers namens Eddie Sledgehammer, der ihn bei den Aufnahmen
unterstützt hat, während der Chef persönlich für sämtliche
Gitarren, Keyboards und auch für den Bass verantwortlich zeichnete.
Eigenen Angaben zu Folge war ihm im Anschluss an die Arbeiten zu „War“ nach
Abwechslung und eben diese scheint er in den Aufnahmen zu „Earthbound“ gefunden
zu haben. Lars Eric Mattsson beweist auf dieser Scheibe abermals, dass
zu einem kompetenten Instrumentalalbum mehr gehört, als lediglich
flinke Finger an der Gitarre. Mit sehr viel Gefühl geht der gebürtige
Finne hier zu Werke und offeriert uns nicht nur hart rockende Songs, sondern
unterschiedlichste Stilmittel, die er nicht nur aus dem Hardrock und Metal,
sondern offenbar auch aus Richtungen wie dem Funk, der Folklore oder der
so genannten „World Music“ bezieht. Vor allem die ebenfalls
von Lars Eric gespielte Sitar sorgt mit ihren wohltuenden Klängen
für Abwechslung und die ab und zu zum Vorschein kommenden spanischen
Gitarrenmelodien machen „Earthbound“ zu einem wahren Leckerbissen
für Gitarrenfetischisten.
Man darf durchaus gespannt sein, ob ihm diese Blaupause nicht derart
inspiriert hat, dass uns in Zukunft vermehrt Alben wie „Earthbound“ ins
Haus stehen. Aber Lars Eric Mattsson war noch nie ein Künstler dessen
Werk in irgendeiner Form vorhersehbar gewesen wäre.
www.larsericmattsson.com
Walter
Iain Ashley HERSEY - The Holy Grail (Lion Music / CM Distro)
Der heilige Gral wurde ja schon des Öfteren besungen (neeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiin?!
wirklich?! Andi), zuletzt zumeist von Bands, deren Spielwiese eher
der melodiöse Up-Tempo-Bombast-Metal zu sein scheint. Auch der amerikanische
Gitarrist Iain Ashley Hersey begibt sich auf eine musikalische Suche nach
dem Gral, legt diese jedoch völlig anders an. Beeinflusst von britischen
Hardrock-Legenden wie DEEP PURPLE und blues-inspirierten Bands vom Schlage
BAD COMPANY beschreitet Iain einen Pfad, der ihn trotz seines Studiums
am Berklee College of Music in Boston, wo er sich der Jazzimprovisationskunst
hingegeben hat, der heutzutage leider nur noch sehr selten eingeschlagen
wird. Sämtliche Songs beinhalten mehr oder weniger Blues-getünchten
Hardrock, wobei je nach Härte und Ausführung offenbar auch der
geeignete Sänger gefunden werden konnte. Mit Graham Bonnet, der bei „Going
Down“ beweist, dass er noch lange zum alten Eisen zählt (woher
denn auch, ist ja gerade mal erst Anfang 20 oder so... Andi), gelang es
dem Ami gar eine Ikone dieser Art von Musik zur Mitarbeit zu überreden.
Aber auch die Beiträge von Carsten Schulz (EVIDENCE ONE, DOMAIN) wissen
zu beeindrucken. „Empty Planet“ klingt wie ein Tribute an bereits
erwähnten BAD COMPANY, während man bei „Calling For The
Moon“ LED ZEPPELIN als Inspirationsquelle vernehmen kann. Weiters
ist ein gewisser Randy Williams am Mikro zu hören, der „Blink
Of An Eye“, den wohl radiotauglichsten Song dieser Scheibe, zum Besten
gibt und zu guter Letzt kann auch der Ire David Montgomery bei den drei
Songs, die er intonieren durfte, mit seiner schwer bluesigen Stimme überzeugen.
Dazu weiß Iain seiner Gitarre Klänge zu entlocken, die allesamt
an die Werke von Größen wie Ritchie Blackmore, Pat Travers,
Jimmy Page oder Paul Kossof erinnern. Mit „The Holy Grail“ wird
uns einmal mehr bewiesen, dass die Rockmusik, wie hart sie in ihrer endgültigen
Form auch sein möge, ohne den Blues heute mit Sicherheit nicht existent
wäre.
www.iainashleyhersey.com
Walter
ETERNAL DECISION – Three (Godfather
Records)
Schon seit geraumer Zeit sind die vier Amis von ETERNAL DECISION im Namen
des Herrn unterwegs, was schon in der Dankesliste zu dieser Scheibe
ersichtlich ist, da hier in erster Linie „Lord God“ gedankt wird. Zwischenzeitlich
agierte die bereits seit mehr als 10 Jahren bestehende Band Truppe als
Quintett, doch Sänger Dave Perkins war lediglich auf dem zweiten Album „Ghost
In The Machine“ zu hören. Nach diesem, im Jahre 1999 erschienenen
Werk, hat abermals Bassist Joe Chambless das Mikro übernommen und
das Quartett ist nun in der selben Besetzung zu hören wie anno dazumal,
als im Jahre 1997 das selbstbetitelte Debüt erschienen ist. Stilistisch
sind ETERNAL DECISION auf ihrem dritten Werk recht heftig unterwegs, huldigen
mit zahlreichen Dynamik-Spielchen und Rhythmen der Moderne, wissen aber
auch mit traditionellen Metal-Klängen zu überzeugen. Der Gesang
ist an sich zu diesen Klängen passend und tönt gefällig
aus den Boxen. Zudem versteht es das Gitarristenduo Tommy Torres und Cory
Boatright gekonnt melodische Riffs aus dem Ärmel zu schütteln.
Die Songs an sich zeichnen sich deshalb vor allem durch die ausgewogene
Balance zwischen Druck und Eingängigkeit aus, wobei in den härteren
Passagen auch neuzeitliche METALLICA als Einfluss herauszuhören sind. Über
die Texte braucht man hier wohl kaum ein Wort zu verlieren, ETERNAL DECISION
sind überzeugte und bekennende Christen, was die Band in den Texten
auch klar und deutlich von sich gibt.
www.eternaldecision.net
Walter
KINGDOM OF GLORY - Volume 2 (Enclave Records)
Eine sehr unterstützenswerte Idee haben sich die Herrschaften des
portugiesischen Labels Enclave Records einfallen lassen. In regelmäßigen
Abständen veröffentlicht diese Firma Sampler mit den musikalischen
Taten von Bands aus dem Underground, wobei Formationen aus aller Herren
Länder zum Zuge kommen. Die Sampler-Reihe mit dem Titel „Kingdom
Of Glory“ deckt den Bereich gemäßigter Metal-Klänge
gut ab, wobei vom Bombast-Melodic Metal, über traditionellen Hardrock
bis hin zu balladesk intoniertem Melodic Metal und eher alternativ tönenden
Rock hier ein recht breites Spektrum geboten wird. Aus österreichischer
Sicht sollte dieser Sampler nicht zuletzt deshalb interessant sein, weil
mit MANIAC SAINT, CLEAVE, FORCE und TOUGH MOTION gleich vier Bands vertreten
sind. Um die Internationalität dieser Idee zu dokumentieren sei erwähnt,
dass Bands aus Japan (DRAGONLANCE, SOLDIERS OF FORTUNE und SEVENTH HEAVEN)
ebenso vertreten sind, aber auch die Schweiz (SOUL LINE), die Niederlande
(RIVAN), Tschechien (MIMESIS), Malta (ANGEL BLADE), die USA (DEADLY WEAPON),
Schweden (DANGER, POWER SUPREME und PANACEUM), Deutschland (SHAPESHIFT)
und Italien (LITTLE PAPERS) stellen Vertreter für „Kingdom Of
Glory Volume 2“. „Kingdom Of Glory“ scheint übrigens
eine recht gut organisierte und zukunftsorientierte Sampler-Reihe zu sein,
denn die nächsten Ausgaben sind bereits in Mache und interessierte
Bands sind von Enclave Records jederzeit dazu eingeladen sich mit ihrem
Material beim Label zu bewerben. Über selbiges kann auch dieser
Sampler (ebenso wie die erste Ausgabe) erstanden werden. www.enclaverecords.cjb.net
Walter
HYPNOTIC FACE - The End Of Sanity (Shark Records)
Aus der tschechischen Republik schicken sich HYPNOTIC FACE an. um mit
ihrem ersten vollständigen Album „The End Of Sanity“, dem eine
EP namens „Written By Life“ im Jahre 1999 und ein Demo mit
dem Titel „Animalman“, das 1995 in Umlauf kam, vorangegangen
waren, die Thrash Metaller aller Länder erfreuen zu können. Dieses
Unterfangen sollte durchaus realisierbar sein, denn vorliegendes Album
ist vor allem rifftechnisch sehr gelungen. Offenbar von den Grosstaten
der Herren Mustaine und Waters inspiriert, lassen die Gitarristen Radek
Bednar und Vilda Slintak hier die Finger glühen. Da mit Vladka Liskutinova
eine Bassistin mit von der Partie ist die, ähnlich wie D.D.Verni,
dazu im Stande ist mit ihrem Spiel der Band seinen Stempel aufzudrücken,
lassen sich als Eckpfeiler der Klänge von HYPNOTIC FACE OVERKILL,
ANNIHILATOR und MEGADETH nennen. Vilda, der neben der Klampfe auch noch
das Mikro bedient, wird zwar nicht der allergrößte Barde werden,
klingt aber auch keineswegs nach einem großen Namen, sondern verfügt über
eine recht eigenständige Stimme, die perfekt mit den doch recht
harschen Rhythmen harnmoniert. HYPNOTIC FACE verstehen es ihre Songs,
so hart die
Gitarren auch immer geartet sind, aber immer wieder mit genialen Melodien
auszustatten, weshalb man die Truppe allen Thrash Metal Fans, durchaus
empfehlen kann.
www.hypnoticface.com
Walter
DESELECTRA - What Demons Dream (Eigenproduktion)
„
Teenager träumen so gerne vom Glück“ lehrte uns einst Peter
Kraus („uns“ ?! Du meinst wohl eher Dich... Andi), aber offenbar
nicht ausschließlich. Die, dem Augenschein nach noch sehr jungen,
Amis von DESELECTRA lassen uns dagegen wissen, was Dämonen so träumen. „O
Tempora, o Mores“, kann man da nur noch sagen. In ihrer Dankesliste
verbeugen sich die Jungspunde vor MEGADETH, IRON MAIDEN, IN FLAMES und
QUEENSRYCHE, um artig für den Einfluss auf ihre Musik zu danken. Ein
sehr löblicher Ansatz, doch diese Bands sind offenkundig nicht unbedingt
ausschlaggebend auf den Sound den DESELECTRA ins Leben gerufen haben. In
erster Linie erinnert mich die Chose eher an heftigere METALLICA, was wohl
am schwer Hammet/Hetfield inspiriertem Riffing der Gitarristen Brandon
Noyes und Curtis Hodak liegt. Sänger und Bassist Sam Stockdale verfügt
zudem über eine für sein Alter schon recht ausgereifte Stimme,
die ebenfalls des Öfteren nach James Hetfield klingt, in Summe aber
doch recht eigenständig aus den Boxen kommt. Die Songs sind gut strukturiert
und ebenso mit Melodien und der nötigen Härte versehen, weshalb
man sich um den Nachwuchs in Sachen Heavy Metal wohl kaum Sorgen zu machen
braucht, so lange es solch talentierte Musiker gibt, die allerdings vor
kurzer Zeit ihre Auflösung bekannt gegeben haben, um in Zukunft
getrennte Wege zu gehen. Schade, aber trotz dieser betrüblichen Tatsache
ist „What Demons Dream“ ein empfehlenswertes Stück
Metal.
www.deselectra.com
Walter
METAL OSTENTATION - Volume 8 (Enclave Records)
Die Macher von Enclave Records scheinen wahrlich ein Herz für den
Underground zu haben. Neben ihrer Sampler-Reihe „Kingdom Of Glory“,
die eher den gemäßigten Bereich der metallischen Klänge
abdeckt – siehe Review weiter oben - offeriert uns das portugiesische
Label mit „Metal Ostentation“ seit geraumer Zeit ebenfalls
Compilations die den eher heftigeren und extremeren Bereich abdecken. Auf
der mittlerweile achten Ausgabe dieser Sampler-Reihe sind mit LOSS (Schweden),
AYGGHON (Frankreich), EISENHERZ (Deutschland), UNTAMED (Deutschland), DESPERATE
COLOURS (Deutschland), EXCRETE ( Deutschland), AMUZA (Japan), DAWN OF TEARS
(Spanien), LITHANY (Schweden), FALLEN WITHIN (Griechenland), EREBOS (Österreich),
BRUTAL MURDER (Italien), RUDE FOREFATHERS (Italien), YOUPI (Schweiz), GALATI
(Italien), LIFE`S DECAY (Frankreich), HATRED ANGEL (Japan) und SERAPHIM
SLAUGHTER (USA) insgesamt 18 Bands aus dem Untergrund zu hören, die
auf ihre Hörerschaft warten und es zum größten Teil in
der Tat verdient haben gehört zu werden. Bei Interesse checkt man
am besten die Webpage des Labels an. Aber nicht nur der Fan sei hierzu
aufgefordert um sich diese Werke zu genehmigen, auch junge und hungrige
Bands, deren Schaffen so auf breiterer Ebene Gehör finden kann, sollten
Kontakt zu Enclave Records aufnehmen. Eine Fortsetzung ist nämlich
garantiert!
www.enclaverecords.cjb.net
Walter
|