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MÄRZ 2006
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im Archiv

REGICIDE - Break The Silence (edel)
Nach dem aufsehenerregenden Debüt "Viorus" steht nun der zweite Silberling der siebenköpfigen Formation aus Norddeutschland in den Läden. Regicide begeistern auch auf "Break The Silence" mit einer furiosen Mischung aus progressivem Rock, Metal, Gothic und Musical-Elementen. Es ist ein interessanter Spagat, den die Band vollzieht. Violine und Piano gesellen sich völlig gleichberechtigt (es lebe Halbe-Halbe!? Andi) zu den klassischen Rock-Instrumenten hinzu. Der düstere Bombast von Bands wie Within Temptation trifft auf verspielte Progressive-Riffs, wobei die Symbiose mit Klassik-Elementen besonders gelungen ist. Weiters ist da das Gesangsduo Frauke Richter und Timo Südhoff, das jeden Song mit zwei Vocal-Lines verziert und sich eindringliche Gesangsduelle liefert. Regicide in eine Schublade zu stecken fällt schwer, da sie, wie schon erwähnt, mit Mitteln aus unterschiedlichsten Stilrichtungen experimentieren. "Break The Silence" bietet opulente, teils symphonisch anmutende Musik, die natürlich nicht frei von Kitsch ist (a geh? Andi). Das liegt in der Natur der Sache und wirkt in keinster Weise aufgesetzt oder störend. Im Prinzip nichts grundlegend Neues, hier stimmt ganz einfach die Mixtur. Als Anspieltip empfehle den epischen Neunminüter "An Embracing Space Pt. III". Meiner Meinung nach sind Regicide auf dem besten Weg, an den Erfolg ähnlich ausgerichteter Bands wie Lacuna Coil, Evanescence, Apocalyptica oder Within Temptation anzuknüpfen. Von ihren zweifellos vorhandenen Live Qualitäten kann man sich am 27.4. in der Arena im Vorprogramm von Schandmaul überzeugen. www.regici.de
Ger-Hard


AMORPHIS – Eclipse (Nuclear Blast/Warner) >>> LIVE
Zwei Jahre sind seit dem, meiner Meinung nach vielerorts zu Unrecht verrissenen Vorgänger "Far From The Sun" ins Land gezogen. Mit Spannung hat man dem neuen Werk der sechs Finnen entgegengefiebert, präsentiert man uns hier doch erstmals den neuen Mann am Mikrofon. Meiner Meinung nach gelingt es Tomi Joutsen, mit einer gelungenen Mischung aus den doch sehr verschiedenen Gesangstilen seiner beiden Vorgänger rundum zu überzeugen. „Eclipse“ bietet zweifellos härtere Klänge als die drei vorhergegangenen Alben, überzeugt aber im Gegenzug auch mit mächtigen, leicht folkig angehauchten Melodien und bittersüßer Melancholie. Im Endeffekt bringt der Austausch des Sängers keinen radikalen Kurswechsel mit sich. Die Growls sind wieder, wenn auch sparsamer als früher, in den Sound von Amorphis zurückgekehrt. Das neue Album schlägt quasi eine Brücke zwischen „Elegy“ und „Tuonela“, wird den Amorphis-Fan der ersten Stunde vermutlich dennoch nicht zufriedenstellen. War Amorphis früher wirklich um so vieles besser? Mitnichten. Und Hymnen wie "Black Winter Day" oder "My Kantele" sind ganz einfach schwer zu toppen. In "Perkele (Gods Of Fire)" "Leaves Scar" oder dem Opener "Two Moons" lässt man`s aber auch heute noch gehörig krachen. Als weiteren Anspieltipp empfehle ich das folkig angehauchte "Brother Moon" sowie den Singlehit "House Of Sleep". In ihrer Heimat scheint man dem neuen Amorphis Sound nicht so kritisch gegenüber zu stehen. Dort ist die Single auf Platz 1 der finnischen Charts eingestiegen. Nicht
zu Unrecht, wie ich meine...
Ger-Hard

TORTURE KILLER - Swarm! (Metal Blade / SPV)
Bei TORTURE KILLER handelt es sich um eine finnische Band, die bereits mit ihrem Debüt „For Maggots To Devour“ im Jahre 2003 und dem darauf enthaltenen groove-betonten, derben Death Metal aufhorchen hat lassen, dazu allerdings nicht nur einmal mit SIX FEET UNDER verglichen wurde. Jener Vergleich fällt bei „Swarm!“ von Anfang an natürlich flach, da man sich mit Chris Barnes gleich das Original hinters Mikro geholt hat, um das neue Album einzusingen. Aber um allen Unkenrufen entgegenzuwirken, muss festgehalten werden, dass es Mister Barnes war, der auf die Band zukam. Da er sich für TORTURE KILLER interessiert hatte und nachdem er von der vakanten Stelle am Mikrophon in Kenntnis gesetzt wurde, willigte er sofort ein und bot den Finnen seine Mitarbeit an. Dagegen ist an und für nichts einzuwenden, zumal TORTURE KILLER in Summe doch ein wenig schnittiger zu Werke gehen als die Amis und behalten dadurch auch eine gewisse Eigenständigkeit. Chris wurde auch noch als Produzent beauftragt und macht dabei gar keine schlechte Figur, wobei es aber interessant gewesen wäre, ob denn seine Stimme auch dermaßen im Vordergrund gestanden hätte, wenn ein Außenstehender Hand an „Swarm!“ angelegt hätte. Die Vergleiche zu SIX FEET UNDER werden auf Grund dieser Scheibe wohl kaum abnehmen und wie es für TORTURE KILLER in Zukunft weiter gehen wird, weiß wohl auch noch keine Menschenseele, zumal SIX FEET UNDER ja auch nicht gerade mit zu den untätigen Formationen zu zählen sind. Interessenten sollte es für „Swarm!“ allerdings genügend geben und richtig polarisierend wäre die Angelegenheit wohl erst durch eine AC/DC –Coverversion geworden……www.myspace.com/torturekiller
Walter

BIDERBEN - Out Of The Lies (Black Lotus / Soulfood)

So ganz und gar nicht ins Programm des griechischen Labels Black Lotus scheinen die Italiener BIDERBEN zu passen. Das seit 1999 existierende Quartett verquickt in den insgesamt zwölf auf „Out Of The Lies“ verewigten Kompositionen ein recht breites Spektrum zu einer eigenwilligen Melange. Als Basis bekommen wir Punkrock geboten, auf dem die Italiener ihre Songs aufbauen. Dazu verwursten sie Ska, der vor allem von den immer wieder geschickt eingestreuten Trompetenklängen von Andrea Barin, der ansonsten in die Saiten haut, lebt und diverse Metal-Anklänge, die aber zu „Nu“ sind, um auch dem Traditionalisten zu beeindrucken, sowie eine satte Dosis Hardcore im Stile älterer MUCKY PUP zu einer recht hurtig aus den Boxen galoppierenden Mischung. .Nicht zu Unrecht nennen die Italiener ihr musikalisches Sammelsurium wohl „Humor-Core“, womit sie ihren ebenso gute Laune versprühenden Sound perfekt definieren. www.biderben.com
Walter

A TRIBUTE TO JOURNEY (Mausoleum / Soulfood)
Tribute-Alben gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und auch der amerikanischen Rock-Institution Journey ist diese Ehre schon des Öfteren zu Teil geworden. Mehr noch, es gibt auch auf die Songs von JOURNEY spezialisierte Coverbands, wie die amerikanischen FRONTIERS, die es sich zum Ziel gemacht haben, ihren Idolen damit Tribut zu zollen und natürlich so nebenbei auch ein wenig Geld zu verdienen. Auf diesem vorliegenden Tribute-Sampler besteht die „Band“ aus Danny Parker (D, SHAKE THE FAITH), Kyle Kyle (B, BANG TANGO), Danny Wagner (K, WARRANT) und Tracy Swider (G, CRUSH). Diese Musiker (man könnte die aufgezählten Typen bzw. ihre Bands aber auch als „Beulenpest“ zusammenfassen, Andi) schaffen es gekonnt, den Sound der AOR-Legende zu intonieren und die insgesamt 12 Songs, die auf vorliegender Scheibe enthalten sind, perfekt umzusetzen. Nicht ganz so gelungen sind allerdings die Gesangsdarbietungen auf vorliegender Scheibe, wodurch manche Songs leider den Originalversionen hinterher humpeln. Während Kelly Hansen (HURRICANE) „Separate Ways“ und „Wheel In The Sky“ wahrlich beeindruckend zum Besten gibt und sich als Steve Perry-Soundalike empfiehlt, sind es auf der Gegenseite Ralph Saenz (ATOMIC PUNKS) und Eric Dover (SLASH´S SNAKEPIT), die ihre Beiträge eher in den Sand setzen. Saenz verunglimpft „Be Good To Yourself“ und auch Dover schlägt sich bei „Don´t Stop Believing“ nicht viel besser. Aber zum Glück stellen diese beiden Beiträge auch schon die einzigen komplett verunglückten Beiträge dar, der Rest kann durchaus als gelungen bezeichnet werden. Überraschend wacker schlagen sich BULLET BOYS-Frontmann Marq Torien bei „Faithfully“ und CIRCUS OF POWER-Röhre Alex Mitchell in „Any Way You Want It“, wie auch WARRIOR SOUL-Mastermind Kory Clarke in „Who´s Crying Now?“ mit für ihn ungewöhnlich ruhigen Tönen zu gefallen weiß. Eine interessante Compilation ist dieses Werk in jeden Fall geworden, das nicht nur der eingeschworene JOURNEY-Fanatiker anchecken sollte.
Walter

UFO – Showtime (Steamhammer / SPV)
Schon auf dem „Bang Your Head“-Festival“ 2004 musste man UFO, allen voran aber den vor einigen Jahren teilweise schon recht angeschlagenen Phil Mogg und Pete Way, attestieren in guter körperlicher Form gewesen zu sein. Aber auch die damals noch recht neuen Mitglieder Vinnie Moore und Jason Bonham wussten zu überzeugen und auch Gitarrist / Keyboarder Paul Raymond war musikalisch top, wenn auch optisch unter aller Kritik. Sei´ s drum, jener Auftritt dürfte UFO wohl ebenso wie die letzte Studioscheiblette >>You Are Here<< Auftrieb gegeben zu haben um ihr Werk und Wirken weiterhin fortzusetzen. Im Laufe des vergangenen Jahres war das Flugobjekt abermals auf ausgedehnter Tournee und einen dieser Gigs, genauer gesagt jenen vom 13.Mai 2005 im Pumpwerk zu Wilhelmshaven, haben UFO für die Nachwelt auf CD und DVD festhalten lassen. Vorliegende Doppel-DVD beinhaltet auf der ersten Silberscheibe besagten Gig, der was die Songauswahl betrifft, natürlich recht stark von >>You Are Here<< geprägt war. So wurden gleich vier Songs davon geboten, mit >Fighting Man< kam auch noch das 2002er Album >>Sharks<< zu Ehren und der Rest besteht aus unabkömmlichen Standards wie >Mother Mary<, >Rock Bottom< oder >Doctor. Doctor<. Klar, dass es UFO hinsichtlich der Songauswahl nicht jedem Fan Rechtmachen können, aber bei einem Backkatalog wie dem ihren, wären da wohl gleich sieben Stunden Spielzeit notwendig. Die Bühne war wohl nicht ausreichend groß, denn Pete Way wirkt im Laufe der Zeit bei weitem nicht so agil wie in Balingen, aber seinen Bass bedient der Kerl wohl auch in einer Telefonzelle noch unheimlich überzeugend und druckvoll. Während Jason Bonham mit wichtigen Wumms im Hintergrund den Rhythmus vorgibt und Pete, wie schon gesagt, dazu seine pumpenden Bassläufe abgibt, wirkt Paul Raymond ein wenig wie der ausgleichende Ruhepol in der Band. Die Front gehört klarerweise Phil Mogg, der sich abermals stimmlich wie physisch in Topform zeigt und beweist, dass Rock `N´ Roll mit Sicherheit keine Frage des Alters ist. Auch Vinnie Moore scheint sich immer besser in die Formation einzufügen, reißt teilweise die Show an sich und kann logischerweise auch mit seinen filigranen Soli glänzen. Noch schafft er es zwar nicht, Michael Schenker vergessen zu machen, aber er ist der Ikone schon recht nahe gekommen. Und als ob ein gelungener Auftritt wie jener noch nicht genug gewesen wäre, greifen UFO für die zweite DVD tief in ihre Schatzkiste. Abgesehen vom „Making Of“ der Scheibe, einem interessanten Interview-Teil und den Kommentaren zur Bonus-DVD hat es eben jene in sich. Nach einer über das Internet durchgeführten Befragung entschlossen sich die Herrschaften kurzerhand in die Peppermint Park Studios in Hannover zu gehen um einige, von Fans auserkorene, Songs „live“ im Studio zu einzuspielen. Abgesehen von >Love To Love< wurden dabei wahre Perlen ans Tageslicht geholt, die man wohl noch nie oder schon sehr lange nicht mehr von der Band zu hören bekommen hat. Neben dem auf Konzerten von mir immer wieder vermissten >Cherry<, dürfen wir uns an den Balladen >Profession Of Violence< und >Try Me< erfreuen, für die Paul einen Konzertflügel zur Verfügung bestellt bekam und dabei richtig herrlich gefühlvoll in die Tasten greifen konnte. Mir persönlich fehlt da eigentlich nur noch >Martian Landscape<, aber die Sache mit der Spielzeit und dem Rechtmachen glaube ich schon erwähnt zu haben….. In dieser Verfassung brauchen wir UFO schon noch ein paar Jahre, bevor diese Band in den wohlverdienten Ruhestand gehen darf, denn auch anno 2005 zeigen sich die Flugobjekte verdammt stark! www.ufo-music.info
Walter

WHITESNAKE - In The Still Of The Night (AFM / Soulfood)
Mein erster Kontakt mit der Promo-DVD dieses Werkes war kein Positiver! Zu einem gelang es mir nicht, das Teil auf meinem PC zum Laufen zu bringen (Du hättest Dir einen mit DVD-Laufwerk kaufen sollen... Andi ;-), zum anderen bemerkte ich dann am heimischen DVD-Player, dass man offenbar sämtliches Bonus-Material eliminiert hatte. So weit, so schlecht. Der Konzertmitschnitt aus dem Londoner Hammersmith Apollo aus dem Jahre 2004, der ohnehin das Herzstück von >>In The Still Of The Night<< darstellt, war aber definitiv einer, der es Wert war verewigt worden zu sein. Ein in guter Laune und ebensolcher stimmlichen Verfassung agierender David Coverdale dirigiert vom Opener >Burn< an seine Fans und auch seine Band. Besonders Tommy Aldridge beweist in Folge einmal mehr seine Fähigkeiten und vor allem auch seinen etwas eigenwilligen Humor. Womit andere Drummer ihr Solo beenden, nämlich mit dem Verteilen der Sticks an die Zuseher, beginnt er erst so richtig, um dann mit bloßen Händen auf das Drumkit einzuschlagen. Eigenwillig, aber durchaus amüsant. Auch Doug Aldrich, der mit seinem ohnehin bluesig inspiriertem Gitarrespiel hier besser aufgehoben zu sein scheint als irgendwo anders, kann mittlerweile bei WHITESNAKE Akzente setzen und sprüht geradezu vor Spielfreude. An musikalischen Höhepunkten wird hier keinesfalls gespart, hervorzuheben sind aber vor allem >Here I Go Again<, >Is This Love< (noch immer eine der wohl - ´tschuldigung - geilsten Balladen überhaupt) und der Rausschmiss in Form von >Still Of The Night<, bei dem offensichtlich auch die unterkühltesten Briten endlich aus sich heraus gehen konnten. Die offizielle Verkaufsversion kommt übrigens in einer satten Spielzeit von insgesamt 250 Minuten, die ganz Schnellen könnten eventuell sogar noch eine der limitierten Auflagen mit zusätzlicher Audio-Bonus-CD erhaschen. www.whitesnake.com
Walter

The Devin TOWNSEND Band – Synchestra (Inside Out / SPV)

Das kanadische Multitalent Devin Townsend beweist uns mit dieser Scheibe erneut, worin der Sinn eines „Nebenprojektes“ eines Musikers eigentlich bestehen sollte. Während er bei STRAPPING YOUNG LAD nach wie vor brachiale Kompositionen auf CD verewigt, um seine Aggressionen in irgendeiner Form loszuwerden, bilden Veröffentlichungen wie jene dieser Band immer wieder das ultimative Kontrastprogramm. Der Opener dieser, beinahe schon weltmusikalisch orientierten und extrem entspannt tönenden, Scheiblette mit dem im Endeffekt fast widersinnigen Titel >Let It Roll<, beginnt derart relaxt, dass der Hörer wohl des Öfteren einen Blick auf den Silberling werfen wird, um sicher zu gehen, nicht einen Irrtum begangen zu haben. Aber es sollte nicht allzu lange Verwirrung herrschen, denn Devin schickt mitten in die ruhige Phase ein recht heftiges Riffgewitter um Klarheit zu schaffen, wer hier am Werk ist. Allerdings belässt er es auf >>Synchestra<< dabei nur vereinzelt heftig zur Sache zu gehen. In weiterer Folge dieser, nach eigener Aussage des Kanadiers, „musikalischen Rundreise im Kopf“, landet Devin irgendwo in der amerikanischen Pampa um in >Triumph< Country & Western-Töne von sich zu geben. Der Trip geht weiter nach Europa, von wo er sich unter anderem Walzer(!)-Takte für den >Babysong< ausborgt und sich gar an einer Polka (!!) versucht, was in der Happy-Sound-Komposition >Vampolka< endet. Gegen Ende hin wird es dann gar ein wenig melancholisch, wenn uns Devin in >Notes From Africa< eben dorthin entführt, bevor ein unterhaltsamer „Hidden-Track“ namens >Sunshine & Happiness< im Stile von punkigen L.A.GUNS-Nummer das Album beschließt. Trotz dieser mannigfaltigen musikalischen Zutaten bleibt >>Synchestra<< aber ein geradezu entspanntes und entspannendes Hörerlebnis. Die Limited Edition enthält zudem eine Bonus-DVD, bei der man die Band im Studio beobachten kann und ebenfalls einen zunächst entspannten, am Ende aber amüsierten und schwer unterhaltsamen Devin zu Gesicht bekommt. Da Devin nun wohl abermals eine ruhige Phase abgeschlossen hat, darf man als Nächstes wahrscheinlich wieder mit einem STRAPPING YOUNG LAD-Brachialwerk rechnen. Obwohl man bei Devin Townsend wohl nie genau weiß, was denn nun kommen wird…. www.hevydevy.com
Walter

HUMAN FACTOR – Unleashed (Mausoleum / Soulfood)
HUMAN FACTOR? Die METAL CHURCH-Fanatiker und vor allem jene, denen Mike Howe seit seinem Ausstieg immer noch fehlt (Aufzeig! Aufzeig! Aufzeig! Andi) werden hier wohl hellhörig werden. Dürfen sie auch getrost, denn wenn auch die Inspiration für diesen Bandnamen nicht unbedingt direkt von METAL CHURCH stammt, so muss schon festgehalten werden, dass sich das chilenische Quintett HUMAN FACTOR am Sound klassischer US Metal-Formationen orientiert. >>Unleashed<< ist zwar nicht mehr ganz taufrisch, sondern wurde bereits 2004 aufgenommen, darf dank Mausoleum Records und den bei diesem Label beschäftigten Talentscouts nun aber endlich auch europaweit gehört werden. Und genau das, nämlich sich >>Unleashed<< mit Hingabe zu Gemüte zu führen, sollten jene Zeitgenossen tun, die sich ansonsten an Bands wie VICIOUS RUMORS oder anderen melodiösen Power Metallern ergötzen. Doch leider ist noch nicht alles Gold was glänzt. Mitunter scheinen die Chilenen auch ein wenig in Richtung Brasilien, genauer gesagt zu jenen unzähligen Kappellen, zu schielen, die es sich zum Ziel gemacht haben, europäischen Melodic Metal stilgetreu wiederzugeben. Auch bei HUMAN FACTOR finden sich gelegentlich Versatzstücke, die man von Werken älterer ANGRA und Konsorten kennt, was an sich ja nichts Verwerfliches wäre, wodurch aber die immense Power des Werkes leider ein wenig abhanden kommt. Zudem ist der Sound leider nicht gerade üppig, da hätten die Herren von Mausoleum gut und gerne noch ein paar Euros für einen neuerlichen Mix aus der Tasche holen können. Ansonsten darf der Power Metaller aber sein neues Liebkind aus Chile amtlich herzen (ja... eh... aber... wo is da jetzt der Mike Howe??? Andi). www.humanfactorband.com
Walter

MYSTIC PROPHECY - Savage Souls (Massacre/NSM)
Alles neu macht zwar erst der Mai, aber bei MYSTIC PROPHECY scheint man nicht so sehr viel auf derlei Weisheiten zu halten, weswegen sich die Band mit „vieles Neu und das mitten im Winter“ zurückmeldet (Spitzen Einleitung! Andi). Neben Gitarrenhexer Gus G. hat auch Dennis Ekdahl das Boot verlassen, wodurch die Internationalität der vormals als Projekt gehandelten Formation ein wenig abhanden gekommen ist. Aber die neuen im Line-Up integrierten Musiker Mathias Straub (D; SACRED STEEL) und Martin Grimm (ex-HEADSTONE EPITAPH), der nun zusammen mit Markus Pohl (SYMPHORCE) ein wahrlich geniales Gitarrenduett bildet, brauchen internationale Vergleiche wohl ohnehin nicht mehr zu scheuen. Kompositorisch wirkt >>Savage Souls<< ein wenig kompakter als seien Vorgänger, während man schon beim ersten Durchlauf feststellen kann, dass MYSTIC PROPHECY den Thrash Metal ein wenig reduziert haben und vermehrt auf Melodien Wert gelegt haben. Diese Ausführung steht der Band (jawohl, auch wenn es Viele noch immer nicht glauben können, bei MYSTIC PROPHECY handelt es sich definitiv um eine BAND!) sehr gut zu Gesicht, zumal Sänger, Sympathikus und Exil-Grieche R.D. Liapakis in eben jenem Bereich mit zu den stärksten Sängern Mitteleuropas zu zählen ist. Die Songs an sich gehen recht hurtig ins Ohr und sind stilistisch mittlerweile schon näher an amerikanischen Formationen wie VICIOUS RUMORS als an irgendwelchen anderen europäischen Bands, verfügen aber dennoch immer über die nötige Eigenständigkeit. Tracks wie >Master Of Sins<, >In The Darkness< oder >Victim Of Fate< kommen schon auf Kunststoff recht gut zur Wirkung, sollten meiner Meinung nach aber von der Bühne aus präsentiert regelrecht zu Eruptionen in den Konzerthallen führen. MYSTIC PROPHECY stellen für mich zusammen mit BRAINSTORM im Moment die Marktführer des „undeutschen“ Metal aus Deutschland dar. www.mysticprophecy.com
Walter

JAGGERNAUT – Same (Eigenproduktion)
Die Geschichte dieser Formation ist recht stark mit HAMMERFALL verbunden. So war mit Patrik Räfling, der ehemalige Drummer der Schweden, auch hier an der Gründung der Band beteiligt, zu der in späterer Folge sein Bruder Alex an der Gitarre zählte und zudem ist mit Niclas Johnsson der Sänger von FULL STRIKE, jener Formation, die HAMMERFALL-Gitarrist Stefan Elmgren nebenbei am Laufen hat, mit von der Partie (kennt sich bitte irgendwer aus... ?! Andi). Seit den Anfangstagen, die mittlerweile gut fünf Jahre her sind, hat es aber mächtig gerappelt im Karton. Das Line-Up wurde stark umgekrempelt und erst seit dem Einstieg von Niclas sind JAGGERNAUT in der auf dieser Scheibe zu hörenden Form aktiv. Niclas war für die konzeptionelle Ausführung der Band verantwortlich, da er scheinbar einen gewissen Hang zur Science-Fiction hat und diesen hier auslebt, wie sich in den lyrischen Ergüssen nachvollziehen lässt. Musikalisch kann man den Herrschaften durchaus attestieren fein säuberlich arrangierten Heavy Metal mit viel Melodie zu kreieren, wobei die Einflussquellen recht unterschiedlich sein dürften. Der Opener „Morbid Math“ tönt in altbewährter PRETTY MAIDS-Manier aus den Boxen, während das folgende „Terminated Fate“ ein wenig moderner und grooviger daherkommt, sich aber ebenso mühelos in den Gehörgängen platzieren kann. In „Sophisticated Machines“ besticht vor allem das fast hypnotisierende Drumming von Rickard Johansson, auf dem ein recht heftiger, abermals groove-orientierter melodiöser Metal-Song aufgebaut worden ist. Vor allem dieser Song erweckt in mir Erinnerungen an die leider völlig verkannten SKINTRADE. Zum Abschluss wird uns noch „President“ in einer Live-Version geboten, wobei klarerweise der Sound gegenüber den drei Studiosongs nicht mithalten kann, das Stück aber beweist, dass JAGGERNAUT auf der Bühne offenbar noch ein wenig rauer klingen. www.jaggernaut.net
Walter

EVENTIDE - No Place Darker (Eigenproduktion)
Auf „No Place Darker“, dem mittlerweile dritten Demo der seit 1998 existierenden schwedischen Formation EVENTIDE, verfolgt den Hörer die gesamte Spielzeit über der Schatten namhafter Kapellen aus dem Drei-Kronen-Land. Während man, was die Gitarren und Keyboard-Einsätze betrifft, immer wieder an die „klassische“ Götheborg-Schule im Stile von älteren IN FLAMES oder DARK TRANQUILITY denken muss, scheint vor allem Drummer Max eher vom traditionellen schwedischen Death Metal der HYPOCRISY-Kategorie beeinflusst zu sein. Trotz alledem klingen Songs wie der eröffnende Titeltrack oder das mit Hitqualität ausgestattete „New Reality“ zwar schwer schwedisch, aber dennoch eigenständig, da EVENTIDE keineswegs klauen, sondern offenbar das richtige Gespür dafür haben, womit man heutzutage den Hörer erfreuen kann und die Fähigkeit dafür scheint in Schweden bereits in der Grundschule gelehrt zu werden. Mitunter werden aber auch progressive Versatzstücke in die Songs eingeflochten, was sich speziell bei „ My Closest Demon“ sehr positiv und unikatsverdächtig auf den Song auswirkt. Die Klänge dieser Band scheinen auch Cartel Media überzeugt zu haben, denn seit kurzer Zeit ist bekannt, dass besagtes Label EVENTIDE unter Vertrag genommen hat und ein Debüt bereits in Aussicht sein soll. www.eventideweb.com
Walter


NIKKI PUPPET - Puppet On A String (Armageddon / Soulfood)

Als gemischtes Doppel, bestehend aus Nicky Gronewold (V) und Anke Sobek (B), sowie den Herren Michael Wolpers (D) und Christos Mamalitsidis (G) kommt diese noch recht unbekannte Band aus Hannover daher, um den dort in den letzten Jahren offenbar aus der Mode gekommenen Heavy Rock der gute alten Schule ein wenig zu reanimieren. Da man zusätzlich noch mit Hermann Frank ein Szene-Original als Produzenten gewinnen konnte, verwundert es wohl kaum, dass einen die Songs mitunter an längste verblichene Zeiten, als Musik mit dem Markenzeichen „Hardrock aus Hannover“ noch bekannt und beliebt war, erinnert. Klar, >>Puppet On A String<< klingt soundtechnisch durchaus zeitgemäß, doch Songs wie >Sirens< oder der Titelsong setzen eine Tradition fort, von der man wohl nicht mehr angenommen hätte, derlei Klänge nochmals zu Gehör zu bekommen. Wem also Bands wie die älteren VICTORY, VIVA, SARGANT FURY oder THUNDERHEAD abgehen (man müsste Bands wie „Viva“ allerdings zunächst einmal kennen, bevor sie einem abgehen können... Andi), erhält mit NIKKI PUPPET mehr als nur Ersatz, sondern zeitmäßig aktuelles und dennoch eindeutig in jenem Kielwasser einzuordnendes Songmaterial, das vor allem durch den eigenständigen Gesang von Nicky zu einem schwer rockenden und angenehm zu hörenden Album geworden ist. www.nikkipuppet.de
Walter

EVE´S DOWNFALL – Same (Eigenproduktion)
Ein recht interessanter Newcomer verbirgt sich hinter dem Banner EVE´s DOWNFALL. Das aus zwei Damen und einem Herren bestehende Trio aus Los Angeles schafft es, mit diesem Debüt für mächtig Dampf zu sorgen. Während Gitarristin Myssie Sauder haufenweise Riffs, die offenkundig von Größen wie Tony Iommi oder Pepper Keenan beeinflusst wurden zum Besten gibt, versteht sie es zur selben Zeit mit ihrer nicht gerade damenhaften Stimme auch die Klientel von Thrash oder Death Metal-Bands anzusprechen. Ihr derber und recht brutal tönender Gesang harmoniert aber nicht nur mit den teils recht doomigen Klängen, die sie ihrer Gitarre entlockt, sondern auch mit den immer wieder eingeflochtenen punkigen Passagen. Nicht zuletzt deshalb kann man fast schon behaupten, es hier mit einer regelrecht innovativen Band zu tun zu haben. EVE´s DOWNFALL spielen wohl DoomThrashDeathPunk oder so ähnlich. Im Prinzip ist es ganz egal, wie auch immer man derlei Klänge bezeichnen will, Tatsache ist, dass die Songs knallen und das ohne Ende. Wer neugierig geworden ist loggt sich auf schnellsten Weg in die Webpage der Truppe ein, wo die Songs unter „Music Showcase“ zum Download bereitgestellt wurden: www.evesdownfall.com
Walter

THRENODY – Control (Eigenproduktion)
Das niederländische Quartett THRENODY sollte eigentlich nicht nur eingeschworenen Untergrundlern bekannt sein, schließlich konnte die bereits seit 1988 aktive Band für ihr Debüt „ As The Heavens Fall“ im Jahre 1993, das damals über Massacre Records erschienen ist, relativ gute Kritiken seitens der Presse für ihren damals als Progressive Death bezeichneten Stil einheimsen. Seit damals hat sich im Lager der Band aber einiges verändert. Schon auf „Bewildering Thoughts“, das 1995 veröffentlicht wurde, konnten zahlreiche Groove-Parts entdeckt werden, die anstelle der verzwickten Prog-Versatzstücke in den Sound integriert wurden. Nach einem dritten, selbstbetitelten Album im Jahre 1997 war es verdächtig still geworden, doch entgegen allen Annahmen waren THRENODY nicht aufgelöst, sondern hatten sich in Ruhe und Sorgfalt auf Aktivitäten konzentriert. Als jüngstes Lebenszeichen hat die Band ein neues Album mit dem Titel „Control“ anzubieten. Vom Todesmörtel ist kaum noch etwas übrig geblieben, so deutet bereits der Opener „I Stand Alone“ unmissverständlich darauf hin, dass sich THRENODY vom Death Metal weg, hin in Richtung groove-orientierter harter Rockklänge entwickelt haben. Die Stimme von Rene Scholten klingt dazu passend recht kehlig und voll, weshalb nun wohl eher gestandene Rocker auf die Band abfahren werden als Freaks, denen ihr Death Metal so frickelig wie nur möglich sein soll. In Sachen Geschwindigkeit behält das Mid-Tempo klar die Überhand, Geschwindigkeitsübertretungen finden auf „Control“ nicht statt. Viel öfter pendelt sich das Tempo in einem eher gemächlichen Bereich ein, nachzuhören beispielsweise in, durch seinen verzerrten Gesang fast schon experimentell anmutenden, „Lines I Write“. Dem gegenüber stehen aber zum Großteil straighte Kompositionen wie der Titelsong, die entfernt an neuere CORROSION OF CONFORMITY erinnern, wobei Rene über eine derart markante Stimme verfügt, dass keine Bange hinsichtlich eventueller Plagiatsvorwürfe aufkommen mag. Mit einer Leistung wie dieser, sollte es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis THRENODY abermals bei einem Label unter Vertrag sein werden. www.threnody.com
Walter

DREAM DEATH - Back From The Dead (PsycheDOOMelic Records)
Ob man den Titel „Back From The Dead“ eventuell falsch interpretieren mag, sei hier nicht Diskussionspunkt, denn die Amis von DREAM DEATH veröffentlichen zumindest abermals ein Album unter diesem Banner. Dieses enthält zwar mitnichten neues Material, sondern „lediglich“ (was hier ganz und gar negativ gemeint ist) die Demos „ Dream Death“ und „More Graveyard Delving“, sowie die drei Songs des im Jahre 1988 eingespielten Demos „Ode To Sorrow“, von dem Bandleader Brian Lawrence in den Linernotes zu Protokoll gibt, dass man in jener Phase am Spielstärksten gewesen sei. Dem ist eigentlich kaum etwas hinzuzufügen, da vor allem „Born To Suffer“ eigentlich mit zu den Referenzstücken des Doom zu zählen sein sollte. Wer DREAM DEATH noch nie gehört hat, sollte sich umgehend um „Journey Into Mystery“, das einzige Album jener US-Kapelle umsehen. Damals, anno 1987, kredenzten uns die Amis eine satte Mischung aus BLACK SABBATH-schen Klängen und einer satten Dosis CELTIC FROST. In späterer Folge wurden derlei Klänge Sludge Doom genannt, DREAM DEATH dürfen also getrost als Originatoren besagter Musik betrachtet werden, auch wenn es den Herrschaften wohl nicht bewusst gewesen sein wird, was sie damit ins Leben riefen. Sei`s drum, aus DREAM DEATH entstanden nach nur einem Album PENANCE, die in späterer Folge mit wesentlich gemäßigteren Doom-Klängen zu erfreuen wussten und dies auch heute noch tun. Für Doom-Historiker ist „Back From The Dead“ ein Muss und auch für den „Durchschnittsdoomer“ (sollte diese Art Mensch überhaupt existieren…) ist die Scheibe in jedem Fall essentiell. Der Interessent wendet sich gegebenenfalls vertrauensvoll direkt an PsycheDOOMelic Records, wo „Back From The Dead“ für € 15,- zu erhalten ist: PsycheDOOMelic Records, Hegedüs Mark, Fürst Liechtenstein Str. 18/11, 1230 Wien. www.dreamdeath.com
Walter

WORLD BELOW – Maelstrom (PsycheDOOMelic Records)
Durch sein Engagement in jener Truppe hat Jonas Kjellgren CARNAL FORGE im Endeffekt den Rücken zugekehrt, um fortan stilistisch völlig anderwärtig zu musizieren. WORLD BELOW, wie die gemeinsame Band von Jonas und seinen Mitmusikern Mikael Danielsson (V, B), Per Nilsson (G, K, ALTERED AEON und SCAR SYMMETRY) und Ronnie Bergerstahl (D, ex-JULIE LAUGHS NO MORE, zusammen mit Jonas auch bei CENTINEX) genannt wurde, haben mit Thrash Metal aber rein gar nichts am Hut. Als Jonas anno 1999 damit begann erste Songs für ein damals noch namenloses Solo-Projekt aufzunehmen, wusste er noch nicht, worin die Sache enden würde. Nachdem bis 2002 kaum etwas geschah, löste ein Alptraum in ihm das dringen Handlungsbedürfnis nach WORLD BELOW aus. Fortan besessen vom Gedanken ein ganzes Album aufzunehmen, waren schon recht bald Mitmusiker gefunden, wobei wohl Drummer Stefan Westerberg der bekannteste davon gewesen sein dürfte. In Folge konnte Jonas das auf dem Album zu hörende Line-Up rekrutieren und man machte sich daran in den Black Lodge Studios unter seiner Obhut sämtliche Songs auch zu produzieren. Auf „Maelstorm“ regiert logischerweise noch immer der gepflegte Doom, den WORLD BELOW auch schon auf ihrem Debüt „Sacrifices To the Moon“, das im Jahre 2003 erschienen ist, zelebrierten. An die unzähligen Bands und Projekte in denen Herr Kjellgren in den vergangenen Jahren involviert war und es zum Teil immer noch ist, erinnert hier kaum etwas, am ehesten lässt noch der Gesang vereinzelte Reminiszenzen aufkommen, denn trotz aller elegischen und epischen Elemente, die zum Gelingen des Albums beitragen, herrscht gesangsmäßig ein recht harscher Ton vor. Dieser ist zum Teil gar Death Metal-lastig ausgefallen, klingt aber in Kombination mit den tieftraurigen Kompositionen durchaus gelungen. Nach intensivem Konsum von „Maelstorm“ kann es zwar durchaus vorkommen, dass der Hörer von der intensiven Atmosphäre in eben jenes Klagen verfällt, dass WORLD BELOW perfekt zu intonieren wissen, doch genau dieses macht für meinen Geschmack den Reiz dieser Musik aus. Ähnlich wie in jenem Alptraum, der zur Entstehung der Band führte, muss es wohl auch für Jonas gewesen sein, als im letzten Jahr, innerhalb von wenigen Monaten, sowohl Per als auch Mikael sich aus der Band verabschiedeten. Nicht minder erschütternd war es wohl auch, dass Mikael knapp vor Antritt einer bereits gebuchten Tournee zusammen mit ISOLE das Handtuch warf. Da im Moment lediglich Jonas und Ronnie zum Band gehören, könnte es somit einige Zeit dauern, bis ein Nachfolger in Sichtweite rückt. www.worldbelow.tk
Walter

FEANOR – Invencible (Secret Port Records)
Schon im sehr mystisch angehauchten Intro ertönt eine recht dunkle Erzählerstimme in spanischer Sprache (super! Andi). Ihrer Muttersprache bleibt das argentinische Quartett FEANOR in weiterer Folge auch treu. Die weiteren zehn Songs, die uns die Herrschaften auf ihrem Debut „Invencible“ zu offerieren haben, kommen allesamt mit einem gewissen Hang zur pathetischen Epik aus den Boxen. Die Gitarren von Emilio Souto besitzen zwar eine gewisse Affinität zu IRON MAIDEN, für den pathetischen Aufbau scheinen desöfteren aber auch MANOWAR Pate gestanden zu haben. Wer spanisch singende Bands zu seinen Favoriten zählt und traditionellen Metal ebenfalls zu schätzen weiß, wird an FEANOR nicht vorbeikommen. An stilistischen Vergleichen können wohl am Ehesten ähnlich episch zu Werke gehende Formationen herangezogen werden. Im Gegensatz zu anderen ebenfalls spanisch singenden Bands, gehen FEANOR aber nicht nur epischer, sondern auch noch ein wenig abwechslungsreicher zu Werke. Vor allem die immer wieder eingestreuten ausladenden Instrumentalparts, wie im siebenminütigen „Feanor“, sorgen für Auflockerung und Spannung, weshalb „Invencible“ zu einem feinen, aber auf Grund der Sprachbarriere wohl für den Grossteil der Interessenten auch gewöhnungsbedürftigen Album geworden ist. www.feanor-truemetal.com.ar
Walter

NOVACT - Tales From The Soul (Sensory Records)
Weshalb progressive Klänge in den Niederlanden so schwer angesagt sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Tatsache ist jedenfalls, dass zahlreiche Formationen aus diesem Genre auch auf nur ganz wenige Gigs umfassenden Tourneen auf dem europäischen Kontinent zumindest einen Abend im Land der Tulpen verbringen um ihre Songs zum Besten zu geben und werden dabei von unzähligen Fans begrüßt. Zudem zelebrieren auch zahlreiche junge, einheimische Bands diese Art von Musik. Unbedingt zu erwähnen sind diesbezüglich NOVACT, die bereits seit 2001 ihr Unwesen treiben, und mit „Tales From The Soul“ ihr Debütalbum vorlegen. Zuvor war man unter dem Namen MORGANA-X aktiv und konnte unter jenem Namen sowohl Erfahrung auf der Bühne sammeln, als auch diverse Songs als Promo-CD unter dem Titel „Misunderstood“ aufnehmen. Nach der Umbenennung der Band in NOVACT im Jahre 2004 hatte man unter anderem die Ehre auf dem europäischen ProgPower-Festival aufzutreten. Auffällig an NOVACT ist in erster Linie der schwer melancholische Unterton, den ihre Songs versprühen. Irgendwie erinnert die Sache mitunter sogar eher an gothische als an progressive Klänge, doch die technisch immer wieder herausragenden Einzelleistungen von Wouter Wamelink (G) und Martijn Peters (D) lassen doch eher an DREAM THEATER denken, als an eine Gothic Metal Band. Weiters nennt Sänger Eddy Borremans eine sehr einprägsame und zugleich einzigartige Stimme sein Eigen, die NOVACT keinesfalls zu sehr in die Nähe eines anderen Acts driften lässt. „Tales From The Soul“ lebt von der Mischung der genannten Stilistiken und verfügt zudem über genau jenes Element, das so manchen Formationen aus besagten Genres leider abgeht. „Tales From The Soul“ hat nämlich definitiv Seele, weshalb ich den Titel fast schon programmatisch betrachten möchte. www.novact.nl
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FOREVER SLAVE - Alice`s Inferno (Armageddon / Soulfood)
In siebenköpfiger Besetzung zieht die spanische Formation FOREVER SLAVE aus, um die Welt mit ihrer Musik zu erfreuen. Im Grunde genommen könnte dieses Unterfangen auch durchaus klappen, da man mit gothisch angehauchtem Metal, der in erster Linie vom ständig wechselnden Gesang von Lady Angellyca und ihren Bandkollegen Ignacio, der mit seiner klaren Stimme für Akzente sorgen kann und auch an der Violine zu hören ist und Drummer Edward der auch für die gutturalen Töne zuständig ist, lebt. FOREVER SLAVE geben diesbezüglich keine schlechte Figur ab, zumal die Songs auch fein produziert und ebenso arrangiert werden konnten. Das einzige Problem, dass sich dem Hörer stellt ist die Tatsache, dass man wohl kaum etwas, dass auf >>Alice´s Inferno<< zu hören ist, nicht auch schon von anderen Bands vernommen hätte, weshalb es wohl doch recht schwierig für die Spanier werden wird, sich auf lange frist eine Namen zu machen. Das allerdings wäre wieder schade, denn FOREVER SLAVE sind mit Sicherheit nicht schlechter als zahlreiche andere Formationen, die stilistisch ähnliches Material zu offerieren haben, sondern schlicht und ergreifend ein wenig zu spät dran. www.foreverslave.com
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AT WAR WITH SELF - Torn Between Dimensions (Free Electric Sound)
Bevor auch nur ein Ton dieses Albums an mein Gehör drang war ich auf Grund der Besetzung schon schwer angetan, zugleich aber auch schon relativ sicher, wie sich die Angelegenheit wohl anhören würde. Unter dem Namen AT WAR WITH SELF haben sich die Herren Glenn Snelwar, (der hier für Gitarre und Keyboards zuständig ist und auch bei GORDIAN KNOT mit von der Partie ist und dort für sehr abgefahrene Klänge gesorgt hat) Michael Manring (ein gefragter Studiomusiker, der in seiner Karriere schon auf über 100 Studioprojekte zurückblicken kann und bei AT WAR WITH SELF für den Bass zuständig) und der ehemalige FATES WARNING-Drummer Mark Zonder zusammengetan um „Torn Between Dimensions“ einzuspielen. Instrumentalkunst war von Anfang an zu erwarten und genau diese bekommt der geneigte Hörer auch geboten. Stilistisch zeigt sich das Trio zwar grundsätzlich im Prog Rock verankert, doch es sind auch Elemente die eher dem Country oder dem Jazz zuzuordnen sind, wie auch zahlreiche Einsprengsel aus der Klassik oder gar der Folklore zu hören. Diesbezüglich legt man sich nicht einmal geographisch fest, denn es können mitunter gar orientalisch anmutende Klänge vernommen werden. Die drei Herren vermeiden es gekonnt zu sehr ihre Instrumentalfähigkeiten zur Schau zu stellen, sondern haben es verstanden ihre spieltechnische Kompetenz in perfekt arrangierte und unter die Haut gehende Songs einzubauen. Der künstlerische Anspruch ist zwar durch die Bank recht hoch, nichtsdestotrotz wird „Torn Between Dimensions“ aber eher als gefühlsbetontes, inspiriertes Album in die Annalen des Prog eingehen, als dass man den Herren unterstellen kann, hier bloß „angeben“ zu wollen.
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SPELLBOUND - Incoming Destiny (Armageddon / Soulfood)
Verheißungsvoll ist an „Incominfg Destiny“ schon das Cover, auf dem George W. Bush, der Papst und Osama Bin Laden an einem Tisch abgebildet sind, während aus dem Hintergrund ein bedrohliches Etwas aus der Finsternis sich anschickt, die drei mit seinen Krallen zu packen. Nun ja, ich weiß, es wäre kein herber Verlust, aber leider ist das Cover offenbar nur Teil der Texte von SPELLBOUND, die zum Großteil auf geheimwissenschaftlichen Erkenntnissen und Verschwörungstheorien basieren. Weit weniger geheimnisvoll als die lyrischen Ergüsse dieses süddeutschen Quartetts ist die musikalische Darbietung auf >>Incoming Destiny<<. Vom Opener >Sonic Departure< an zeigen uns die Herrschaften, dass Thrash Metal weder dumpf und eindimensional auf Retro getrimmt, noch auf Biegen und Brechen in modernem Gewand eingespielt werden muss, sondern als gesunde Mischung noch immer gewinn - (für die Band) und spaß - (für den Zuhörer) bringend sein kann. Irgendwie erinnern SPELLBOUND zu gleichen Teilen an deutsche Größen wie KREATOR und alte Helden der Bay Area (vor allem EXODUS scheinen es den Gitarristen David Maier und Daniel Tschoepe angetan zu haben), schaffen es aber nicht nur mit ihrem von Andy Classen perfekt auf die Band abgestimmten Sound, den Brückenschlag in die Moderne. Bei >Focus 22< blinzeln auch IN FLAMES aus den Boxen, während mir bei >Trust In Fire< diverse, längst verblichene amerikanische Untergrundhelden aus Texas in den Sinn kommen. Eben jene Abwechslung macht aus >>Incoming Destiny<< auch ein facettenreiches Album, das Lust auf mehr von dieser Band macht. www.spellbound-thrash.de
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SHINING FURY - Another Life (Metal Blade / SPV)
Nicht wieder zu erkennen ist das italienische Quintett SHINING FURY auf seinem zweiten Album >>Another Life<<. Im Vergleich zum Debüt >>Last Sunrise<< wurde jedoch nicht nur auf heftigeres Material Wert gelegt und dieses auch adäquat umgesetzt, es sind auch nicht weniger als drei neue Musiker mit von der Partie. Chef vom Dienst bleibt aber der ehemalige DEATH SS und ATHENA-Drummer Ross Lukather, der nun zur Gänze auf Keyboards verzichtete, um >>Another Life<< zu einem amtlichen Stück Heavy Metal gedeihen zu lassen. Mit Sänger Francesco Neretti ist ein Mann bei SHINING FURY involviert, dessen mitunter fast schon penetrant hohe Stimme wohl zum Angriffspunkt werden könnte. Ich persönlich kann mich mit den phasenweise an AXXIS-Frontmann Bernhard Weiss erinnernden Vocals durchaus anfreunden (ah, Du bist des, Andi), wenngleich bei derlei heftigen, Up-Tempo-Kompositionen, wie sie uns SHINING FURY offerieren, ein Raukehlchen passender gewesen wäre. Musikalisch heben sich SHINING FURY gekonnt von zahlreichen ihrer Landsleute ab, da sie weder in Richtung RHAPSODY und Co. tendieren, noch in irgendeiner Form progressive Kompositionen wie LABYRINTH vom Stapel lassen und es der Band auch gelingt sich von der italienischen True Metal-Abteilung deutlich abzugrenzen. Lediglich der ein wenig zu poppig geratene das Album eröffnende Titelsong fällt eine Spur aus dem Rahmen, weil dieser Song eher in die Irre leitet und eventuelle Interessenten abschrecken könnte. Ansonsten ist kompositorisch wie auch soundtechnisch alles im grünen Bereich und sogar die als Rausschmeißer fungierende Coverversion von DEEP PURPLE´s >Highway Star< (wahnsinnig originell! Andi) darf bejubelt werden, da besagter Track perfekt mit den Eigenkompositionen harmoniert. www.shiningfury.com
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DOOMFOXX – same (Armageddon / Soulfood)
Bei Musik aus Australien denken die meisten Fans wohl in erster Linie an Bands wie AC/DC oder ROSE TATTOO. Berechtigterweise, wenn man das Durchhaltevermögen dieser Bands und deren Einfluss auf die Musikwelt betrachtet. Es scheint, als ob diese Herrschaften nun auch Verstärkung aus dem eigenen Land erhalten könnten. Mit dem Quintett DOOMFOXX reiht sich eine weitere Band ein um in die Fußstapfen der genannten Referenzformationen treten zu können. Wie man bereits auf manchen Bühnen dieser Welt beweisen konnte, scheinen DOOMFOXX ihr Handwerk durchaus zu verstehen. Nun liegt mit ihrem selbstbetitelten Album also auch das Debütwerk vor und schon nach wenigen Songs steht fest, wie der „Fuchs“ läuft. Während der Opener >Pure Platinum< ein wenig sleazig im Stile alter L.A.-Formationen aus den Boxen kommt, erzeugt schon das bereits als Single ausgekoppelte >Piece Of Me< erstmals Querverweise an ihre Landsleute, die in Folge auch beibehalten werden. Aber Bands wie die ROLLING STONES oder THE FACES könnten Pate gestanden, als DOOMFOXX ihre Songs ins Leben riefen. >>Doomfoxx<< ist demnach ein reinrassiges Rock´N `Roll-Album geworden, wie es besser nicht hätte gelingen können. www.doomfoxx.com
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MACHINEMADE GOD - The Infinity Complex (Metal Blade / SPV)
Götter gibt es viele, offenbar sogar solche, die nicht einmal mehr der Mensch erschaffen hat, sondern die maschinell zum Leben erweckt wurden. Jene „Götter“, die sich MACHINEMADE GOD nennen, stammen aus den Tiefen des Ruhrgebiets und lassen sehr schnell Zweifel daran aufkommen, dass sie von einem Gott entsandt worden sind um der Menschheit mit ihren Kompositionen Freude zu bereiten (Walter, ich hab Dir wiederholt gesagt, Du sollst vor´m Schreiben nix mehr saufen... Andi). Die Herrschaften versuchen uns mit ihren brachialen Songs gleichsam ins Koma zu befördern, in dem sich auch schon der Schmetterling auf dem Cover zu befinden scheint, wie uns die Band im Titel >Butterfly Coma< zu verstehen gibt. Nun, komatöse Zustände konnten MACHINEMADE GOD bei mir zwar nicht auslösen, eine amtliche Breitseite habe ich von den Songs, die im Übrigen von Jacob Brehdahl von HATESPHERE amtlich umgesetzt und produziert wurden, aber dennoch erhalten. Stilistisch irgendwo zwischen modernen Metalcore und Thrash Metal-Klängen beheimatet, sinnieren die Jungs in ihren durchwegs brutal und kompetent vorgetragenen Kompositionen des Weiteren noch über das setzen von Prioritäten (>Kiss Me Now Kill Me Later<) und zeigen sich mitunter gar von ihrer derbsten Seite (>Fuck Your Dead Heart<). Diese Götter erfinden die Musik nicht neu, kreieren noch nicht einmal einen neuen Stil, sind aber mit ihrem Vortrag dermaßen zielsicher, dass dem Fanatiker von derben, modernen Metalcore und Thrash-Klängen dennoch der Begriff „göttlich“ in den Sinn kommen wird. www.machinemadegod.com
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HALOR - The Power´s Breaking Loose (Eigenproduktion)
Traditioneller Metal aus Ungarn ist durch Bands wie OSSIAN oder POKOLGEP auch hierzulande gewissermaßen bekannt. Mit HALOR, die bereit seit 1999 aktiv sind und auch schon auf unzählige Gigs zurückblicken können (unter anderem durften sie bereits als Opener für OSSIAN (wer kennt sie nicht... außer mir, Andi) in Budapest vor sage und schreibe 5000 Fans eröffnen) stellen mit „The Power´s Breaking Loose“ ihr zweites Eigengewächs vor. Nach „Horsepower“, einem 6-Song-Debüt, das 2001 erschien, können HALOR auf ihrem aktuellen Demo den Begriff „Power“ im Titel zurecht führen. Ihr Stil darf als Mischung aus NWOBHM mit Zutaten von IRON MAIDEN und SAXON sowie einer Dosis JUDAS PRIEST und traditionellem Metal in der Machart von DIO beschrieben werden. Kraftvolle Songs wie „When The Day Has Come“ sind ebenso vertreten wie melodiöses Material. Hier ist vor allem der sehr eingängige Titelsong zu nennen, aber auch gefühlvolle Momente bekommt man geboten, so wird dieses Demo von „Sunset“ einem akustischen, unter die Haut gehenden Intro eröffnet. Der Gesang von Akos Komondi weiß ebenso zu überzeugen wie die Songs an sich, klingt seine Stimme doch klar, aber dennoch kräftig. Soundmäßig ist ebenso alles im grünen Bereich wie auch von der Aufmachung her, weshalb der Traditions-Metaller auch keinen Fehler macht, wenn er sich eingehend mit HALOR beschäftigt. www.halormetal.hu
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