REGICIDE - Break The Silence
(edel)
Nach dem aufsehenerregenden Debüt "Viorus" steht nun der zweite Silberling
der siebenköpfigen Formation aus Norddeutschland in den Läden. Regicide
begeistern auch auf "Break The Silence" mit einer furiosen Mischung
aus progressivem Rock, Metal, Gothic und Musical-Elementen. Es ist
ein interessanter Spagat, den die Band vollzieht. Violine und Piano
gesellen sich völlig gleichberechtigt (es lebe Halbe-Halbe!? Andi)
zu den klassischen Rock-Instrumenten hinzu. Der düstere Bombast von
Bands wie Within Temptation trifft auf verspielte Progressive-Riffs,
wobei die Symbiose mit Klassik-Elementen besonders gelungen ist. Weiters
ist da das Gesangsduo Frauke Richter und Timo Südhoff, das jeden Song
mit zwei Vocal-Lines verziert und sich eindringliche Gesangsduelle
liefert. Regicide in eine Schublade zu stecken fällt schwer, da sie,
wie schon erwähnt, mit Mitteln aus unterschiedlichsten Stilrichtungen
experimentieren. "Break The Silence" bietet opulente, teils symphonisch
anmutende Musik, die natürlich nicht frei von Kitsch ist (a geh? Andi).
Das liegt in der Natur der Sache und wirkt in keinster Weise aufgesetzt
oder störend. Im Prinzip nichts grundlegend Neues, hier stimmt ganz
einfach die Mixtur. Als Anspieltip empfehle den epischen Neunminüter "An
Embracing Space Pt. III". Meiner Meinung nach sind Regicide auf dem
besten Weg, an den Erfolg ähnlich ausgerichteter Bands wie Lacuna Coil,
Evanescence, Apocalyptica oder Within Temptation anzuknüpfen. Von ihren
zweifellos vorhandenen Live Qualitäten kann man sich am 27.4. in der
Arena im Vorprogramm von Schandmaul überzeugen.
www.regici.de
Ger-Hard
AMORPHIS – Eclipse (Nuclear
Blast/Warner) >>> LIVE
Zwei Jahre sind seit dem, meiner Meinung
nach vielerorts zu Unrecht verrissenen Vorgänger "Far From The
Sun" ins Land gezogen. Mit Spannung hat man dem neuen Werk der sechs
Finnen entgegengefiebert, präsentiert man uns hier doch erstmals
den neuen Mann am Mikrofon. Meiner Meinung nach gelingt es Tomi Joutsen,
mit einer gelungenen Mischung aus den doch sehr verschiedenen Gesangstilen
seiner beiden Vorgänger rundum zu überzeugen. „Eclipse“
bietet zweifellos härtere Klänge als die drei vorhergegangenen
Alben, überzeugt aber im Gegenzug auch mit mächtigen, leicht
folkig angehauchten Melodien und bittersüßer Melancholie. Im
Endeffekt bringt der Austausch des Sängers keinen radikalen Kurswechsel
mit sich. Die Growls sind wieder, wenn auch sparsamer als früher,
in den Sound von Amorphis zurückgekehrt. Das neue Album schlägt
quasi eine Brücke zwischen „Elegy“ und „Tuonela“,
wird den Amorphis-Fan der ersten Stunde vermutlich dennoch nicht zufriedenstellen.
War Amorphis früher wirklich um so vieles besser? Mitnichten. Und
Hymnen wie "Black Winter Day" oder "My Kantele" sind
ganz einfach schwer zu toppen. In "Perkele (Gods Of Fire)" "Leaves
Scar" oder dem Opener "Two Moons" lässt man`s aber
auch heute noch gehörig krachen. Als weiteren Anspieltipp empfehle
ich das folkig angehauchte "Brother Moon" sowie den Singlehit
"House Of Sleep". In ihrer Heimat scheint man dem neuen Amorphis
Sound nicht so kritisch gegenüber zu stehen. Dort ist die Single
auf Platz 1 der finnischen Charts eingestiegen. Nicht
zu Unrecht, wie ich meine...
Ger-Hard
TORTURE KILLER - Swarm! (Metal Blade / SPV)
Bei TORTURE KILLER handelt es sich um eine finnische Band, die bereits
mit ihrem Debüt „For Maggots To Devour“ im Jahre 2003
und dem darauf enthaltenen groove-betonten, derben Death Metal aufhorchen
hat lassen, dazu allerdings nicht nur einmal mit SIX FEET UNDER verglichen
wurde. Jener Vergleich fällt bei „Swarm!“ von Anfang
an natürlich flach, da man sich mit Chris Barnes gleich das Original
hinters Mikro geholt hat, um das neue Album einzusingen. Aber um allen
Unkenrufen entgegenzuwirken, muss festgehalten werden, dass es Mister
Barnes war, der auf die Band zukam. Da er sich für TORTURE KILLER
interessiert hatte und nachdem er von der vakanten Stelle am Mikrophon
in Kenntnis gesetzt wurde, willigte er sofort ein und bot den Finnen seine
Mitarbeit an. Dagegen ist an und für nichts einzuwenden, zumal TORTURE
KILLER in Summe doch ein wenig schnittiger zu Werke gehen als die Amis
und behalten dadurch auch eine gewisse Eigenständigkeit. Chris wurde
auch noch als Produzent beauftragt und macht dabei gar keine schlechte
Figur, wobei es aber interessant gewesen wäre, ob denn seine Stimme
auch dermaßen im Vordergrund gestanden hätte, wenn ein Außenstehender
Hand an „Swarm!“ angelegt hätte. Die Vergleiche zu SIX
FEET UNDER werden auf Grund dieser Scheibe wohl kaum abnehmen und wie
es für TORTURE KILLER in Zukunft weiter gehen wird, weiß wohl
auch noch keine Menschenseele, zumal SIX FEET UNDER ja auch nicht gerade
mit zu den untätigen Formationen zu zählen sind. Interessenten
sollte es für „Swarm!“ allerdings genügend geben
und richtig polarisierend wäre die Angelegenheit wohl erst durch
eine AC/DC –Coverversion geworden……www.myspace.com/torturekiller
Walter
BIDERBEN - Out Of The Lies (Black Lotus / Soulfood)
So ganz und gar nicht ins Programm des griechischen Labels Black Lotus
scheinen die Italiener BIDERBEN zu passen. Das seit 1999 existierende
Quartett verquickt in den insgesamt zwölf auf „Out Of The Lies“
verewigten Kompositionen ein recht breites Spektrum zu einer eigenwilligen
Melange. Als Basis bekommen wir Punkrock geboten, auf dem die Italiener
ihre Songs aufbauen. Dazu verwursten sie Ska, der vor allem von den immer
wieder geschickt eingestreuten Trompetenklängen von Andrea Barin,
der ansonsten in die Saiten haut, lebt und diverse Metal-Anklänge,
die aber zu „Nu“ sind, um auch dem Traditionalisten zu beeindrucken,
sowie eine satte Dosis Hardcore im Stile älterer MUCKY PUP zu einer
recht hurtig aus den Boxen galoppierenden Mischung. .Nicht zu Unrecht
nennen die Italiener ihr musikalisches Sammelsurium wohl „Humor-Core“,
womit sie ihren ebenso gute Laune versprühenden Sound perfekt definieren.
www.biderben.com
Walter
A TRIBUTE TO JOURNEY (Mausoleum / Soulfood)
Tribute-Alben gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und auch der amerikanischen
Rock-Institution Journey ist diese Ehre schon des Öfteren zu Teil
geworden. Mehr noch, es gibt auch auf die Songs von JOURNEY spezialisierte
Coverbands, wie die amerikanischen FRONTIERS, die es sich zum Ziel gemacht
haben, ihren Idolen damit Tribut zu zollen und natürlich so nebenbei
auch ein wenig Geld zu verdienen. Auf diesem vorliegenden Tribute-Sampler
besteht die „Band“ aus Danny Parker (D, SHAKE THE FAITH),
Kyle Kyle (B, BANG TANGO), Danny Wagner (K, WARRANT) und Tracy Swider
(G, CRUSH). Diese Musiker (man könnte die aufgezählten Typen
bzw. ihre Bands aber auch als „Beulenpest“ zusammenfassen,
Andi) schaffen es gekonnt, den Sound der AOR-Legende zu intonieren und
die insgesamt 12 Songs, die auf vorliegender Scheibe enthalten sind, perfekt
umzusetzen. Nicht ganz so gelungen sind allerdings die Gesangsdarbietungen
auf vorliegender Scheibe, wodurch manche Songs leider den Originalversionen
hinterher humpeln. Während Kelly Hansen (HURRICANE) „Separate
Ways“ und „Wheel In The Sky“ wahrlich beeindruckend
zum Besten gibt und sich als Steve Perry-Soundalike empfiehlt, sind es
auf der Gegenseite Ralph Saenz (ATOMIC PUNKS) und Eric Dover (SLASH´S
SNAKEPIT), die ihre Beiträge eher in den Sand setzen. Saenz verunglimpft
„Be Good To Yourself“ und auch Dover schlägt sich bei
„Don´t Stop Believing“ nicht viel besser. Aber zum Glück
stellen diese beiden Beiträge auch schon die einzigen komplett verunglückten
Beiträge dar, der Rest kann durchaus als gelungen bezeichnet werden.
Überraschend wacker schlagen sich BULLET BOYS-Frontmann Marq Torien
bei „Faithfully“ und CIRCUS OF POWER-Röhre Alex Mitchell
in „Any Way You Want It“, wie auch WARRIOR SOUL-Mastermind
Kory Clarke in „Who´s Crying Now?“ mit für ihn
ungewöhnlich ruhigen Tönen zu gefallen weiß. Eine interessante
Compilation ist dieses Werk in jeden Fall geworden, das nicht nur der
eingeschworene JOURNEY-Fanatiker anchecken sollte.
Walter
UFO – Showtime (Steamhammer / SPV)
Schon auf dem „Bang Your Head“-Festival“ 2004 musste
man UFO, allen voran aber den vor einigen Jahren teilweise schon recht
angeschlagenen Phil Mogg und Pete Way, attestieren in guter körperlicher
Form gewesen zu sein. Aber auch die damals noch recht neuen Mitglieder
Vinnie Moore und Jason Bonham wussten zu überzeugen und auch Gitarrist
/ Keyboarder Paul Raymond war musikalisch top, wenn auch optisch unter
aller Kritik. Sei´ s drum, jener Auftritt dürfte UFO wohl ebenso
wie die letzte Studioscheiblette >>You Are Here<< Auftrieb
gegeben zu haben um ihr Werk und Wirken weiterhin fortzusetzen. Im Laufe
des vergangenen Jahres war das Flugobjekt abermals auf ausgedehnter Tournee
und einen dieser Gigs, genauer gesagt jenen vom 13.Mai 2005 im Pumpwerk
zu Wilhelmshaven, haben UFO für die Nachwelt auf CD und DVD festhalten
lassen. Vorliegende Doppel-DVD beinhaltet auf der ersten Silberscheibe
besagten Gig, der was die Songauswahl betrifft, natürlich recht stark
von >>You Are Here<< geprägt war. So wurden gleich vier
Songs davon geboten, mit >Fighting Man< kam auch noch das 2002er
Album >>Sharks<< zu Ehren und der Rest besteht aus unabkömmlichen
Standards wie >Mother Mary<, >Rock Bottom< oder >Doctor.
Doctor<. Klar, dass es UFO hinsichtlich der Songauswahl nicht jedem
Fan Rechtmachen können, aber bei einem Backkatalog wie dem ihren,
wären da wohl gleich sieben Stunden Spielzeit notwendig. Die Bühne
war wohl nicht ausreichend groß, denn Pete Way wirkt im Laufe der
Zeit bei weitem nicht so agil wie in Balingen, aber seinen Bass bedient
der Kerl wohl auch in einer Telefonzelle noch unheimlich überzeugend
und druckvoll. Während Jason Bonham mit wichtigen Wumms im Hintergrund
den Rhythmus vorgibt und Pete, wie schon gesagt, dazu seine pumpenden
Bassläufe abgibt, wirkt Paul Raymond ein wenig wie der ausgleichende
Ruhepol in der Band. Die Front gehört klarerweise Phil Mogg, der
sich abermals stimmlich wie physisch in Topform zeigt und beweist, dass
Rock `N´ Roll mit Sicherheit keine Frage des Alters ist. Auch Vinnie
Moore scheint sich immer besser in die Formation einzufügen, reißt
teilweise die Show an sich und kann logischerweise auch mit seinen filigranen
Soli glänzen. Noch schafft er es zwar nicht, Michael Schenker vergessen
zu machen, aber er ist der Ikone schon recht nahe gekommen. Und als ob
ein gelungener Auftritt wie jener noch nicht genug gewesen wäre,
greifen UFO für die zweite DVD tief in ihre Schatzkiste. Abgesehen
vom „Making Of“ der Scheibe, einem interessanten Interview-Teil
und den Kommentaren zur Bonus-DVD hat es eben jene in sich. Nach einer
über das Internet durchgeführten Befragung entschlossen sich
die Herrschaften kurzerhand in die Peppermint Park Studios in Hannover
zu gehen um einige, von Fans auserkorene, Songs „live“ im
Studio zu einzuspielen. Abgesehen von >Love To Love< wurden dabei
wahre Perlen ans Tageslicht geholt, die man wohl noch nie oder schon sehr
lange nicht mehr von der Band zu hören bekommen hat. Neben dem auf
Konzerten von mir immer wieder vermissten >Cherry<, dürfen
wir uns an den Balladen >Profession Of Violence< und >Try Me<
erfreuen, für die Paul einen Konzertflügel zur Verfügung
bestellt bekam und dabei richtig herrlich gefühlvoll in die Tasten
greifen konnte. Mir persönlich fehlt da eigentlich nur noch >Martian
Landscape<, aber die Sache mit der Spielzeit und dem Rechtmachen glaube
ich schon erwähnt zu haben….. In dieser Verfassung brauchen
wir UFO schon noch ein paar Jahre, bevor diese Band in den wohlverdienten
Ruhestand gehen darf, denn auch anno 2005 zeigen sich die Flugobjekte
verdammt stark! www.ufo-music.info
Walter
WHITESNAKE - In The Still Of The Night (AFM
/ Soulfood)
Mein erster Kontakt mit der Promo-DVD dieses Werkes war kein Positiver!
Zu einem gelang es mir nicht, das Teil auf meinem PC zum Laufen zu bringen
(Du hättest Dir einen mit DVD-Laufwerk kaufen sollen... Andi ;-),
zum anderen bemerkte ich dann am heimischen DVD-Player, dass man offenbar
sämtliches Bonus-Material eliminiert hatte. So weit, so schlecht.
Der Konzertmitschnitt aus dem Londoner Hammersmith Apollo aus dem Jahre
2004, der ohnehin das Herzstück von >>In The Still Of The Night<<
darstellt, war aber definitiv einer, der es Wert war verewigt worden zu
sein. Ein in guter Laune und ebensolcher stimmlichen Verfassung agierender
David Coverdale dirigiert vom Opener >Burn< an seine Fans und auch
seine Band. Besonders Tommy Aldridge beweist in Folge einmal mehr seine
Fähigkeiten und vor allem auch seinen etwas eigenwilligen Humor.
Womit andere Drummer ihr Solo beenden, nämlich mit dem Verteilen
der Sticks an die Zuseher, beginnt er erst so richtig, um dann mit bloßen
Händen auf das Drumkit einzuschlagen. Eigenwillig, aber durchaus
amüsant. Auch Doug Aldrich, der mit seinem ohnehin bluesig inspiriertem
Gitarrespiel hier besser aufgehoben zu sein scheint als irgendwo anders,
kann mittlerweile bei WHITESNAKE Akzente setzen und sprüht geradezu
vor Spielfreude. An musikalischen Höhepunkten wird hier keinesfalls
gespart, hervorzuheben sind aber vor allem >Here I Go Again<, >Is
This Love< (noch immer eine der wohl - ´tschuldigung - geilsten
Balladen überhaupt) und der Rausschmiss in Form von >Still Of
The Night<, bei dem offensichtlich auch die unterkühltesten Briten
endlich aus sich heraus gehen konnten. Die offizielle Verkaufsversion
kommt übrigens in einer satten Spielzeit von insgesamt 250 Minuten,
die ganz Schnellen könnten eventuell sogar noch eine der limitierten
Auflagen mit zusätzlicher Audio-Bonus-CD erhaschen. www.whitesnake.com
Walter
The Devin TOWNSEND Band – Synchestra (Inside Out / SPV)
Das kanadische Multitalent Devin Townsend beweist uns mit dieser Scheibe
erneut, worin der Sinn eines „Nebenprojektes“ eines Musikers
eigentlich bestehen sollte. Während er bei STRAPPING YOUNG LAD nach
wie vor brachiale Kompositionen auf CD verewigt, um seine Aggressionen
in irgendeiner Form loszuwerden, bilden Veröffentlichungen wie jene
dieser Band immer wieder das ultimative Kontrastprogramm. Der Opener dieser,
beinahe schon weltmusikalisch orientierten und extrem entspannt tönenden,
Scheiblette mit dem im Endeffekt fast widersinnigen Titel >Let It Roll<,
beginnt derart relaxt, dass der Hörer wohl des Öfteren einen
Blick auf den Silberling werfen wird, um sicher zu gehen, nicht einen
Irrtum begangen zu haben. Aber es sollte nicht allzu lange Verwirrung
herrschen, denn Devin schickt mitten in die ruhige Phase ein recht heftiges
Riffgewitter um Klarheit zu schaffen, wer hier am Werk ist. Allerdings
belässt er es auf >>Synchestra<< dabei nur vereinzelt
heftig zur Sache zu gehen. In weiterer Folge dieser, nach eigener Aussage
des Kanadiers, „musikalischen Rundreise im Kopf“, landet Devin
irgendwo in der amerikanischen Pampa um in >Triumph< Country &
Western-Töne von sich zu geben. Der Trip geht weiter nach Europa,
von wo er sich unter anderem Walzer(!)-Takte für den >Babysong<
ausborgt und sich gar an einer Polka (!!) versucht, was in der Happy-Sound-Komposition
>Vampolka< endet. Gegen Ende hin wird es dann gar ein wenig melancholisch,
wenn uns Devin in >Notes From Africa< eben dorthin entführt,
bevor ein unterhaltsamer „Hidden-Track“ namens >Sunshine
& Happiness< im Stile von punkigen L.A.GUNS-Nummer das Album beschließt.
Trotz dieser mannigfaltigen musikalischen Zutaten bleibt >>Synchestra<<
aber ein geradezu entspanntes und entspannendes Hörerlebnis. Die
Limited Edition enthält zudem eine Bonus-DVD, bei der man die Band
im Studio beobachten kann und ebenfalls einen zunächst entspannten,
am Ende aber amüsierten und schwer unterhaltsamen Devin zu Gesicht
bekommt. Da Devin nun wohl abermals eine ruhige Phase abgeschlossen hat,
darf man als Nächstes wahrscheinlich wieder mit einem STRAPPING YOUNG
LAD-Brachialwerk rechnen. Obwohl man bei Devin Townsend wohl nie genau
weiß, was denn nun kommen wird…. www.hevydevy.com
Walter
HUMAN FACTOR – Unleashed (Mausoleum
/ Soulfood)
HUMAN FACTOR? Die METAL CHURCH-Fanatiker und vor allem jene, denen Mike
Howe seit seinem Ausstieg immer noch fehlt (Aufzeig! Aufzeig! Aufzeig!
Andi) werden hier wohl hellhörig werden. Dürfen sie auch getrost,
denn wenn auch die Inspiration für diesen Bandnamen nicht unbedingt
direkt von METAL CHURCH stammt, so muss schon festgehalten werden, dass
sich das chilenische Quintett HUMAN FACTOR am Sound klassischer US Metal-Formationen
orientiert. >>Unleashed<< ist zwar nicht mehr ganz taufrisch,
sondern wurde bereits 2004 aufgenommen, darf dank Mausoleum Records und
den bei diesem Label beschäftigten Talentscouts nun aber endlich
auch europaweit gehört werden. Und genau das, nämlich sich >>Unleashed<<
mit Hingabe zu Gemüte zu führen, sollten jene Zeitgenossen tun,
die sich ansonsten an Bands wie VICIOUS RUMORS oder anderen melodiösen
Power Metallern ergötzen. Doch leider ist noch nicht alles Gold was
glänzt. Mitunter scheinen die Chilenen auch ein wenig in Richtung
Brasilien, genauer gesagt zu jenen unzähligen Kappellen, zu schielen,
die es sich zum Ziel gemacht haben, europäischen Melodic Metal stilgetreu
wiederzugeben. Auch bei HUMAN FACTOR finden sich gelegentlich Versatzstücke,
die man von Werken älterer ANGRA und Konsorten kennt, was an sich
ja nichts Verwerfliches wäre, wodurch aber die immense Power des
Werkes leider ein wenig abhanden kommt. Zudem ist der Sound leider nicht
gerade üppig, da hätten die Herren von Mausoleum gut und gerne
noch ein paar Euros für einen neuerlichen Mix aus der Tasche holen
können. Ansonsten darf der Power Metaller aber sein neues Liebkind
aus Chile amtlich herzen (ja... eh... aber... wo is da jetzt der Mike
Howe??? Andi). www.humanfactorband.com
Walter
MYSTIC PROPHECY - Savage Souls (Massacre/NSM)
Alles neu macht zwar erst der Mai, aber bei MYSTIC PROPHECY scheint man
nicht so sehr viel auf derlei Weisheiten zu halten, weswegen sich die
Band mit „vieles Neu und das mitten im Winter“ zurückmeldet
(Spitzen Einleitung! Andi). Neben Gitarrenhexer Gus G. hat auch Dennis
Ekdahl das Boot verlassen, wodurch die Internationalität der vormals
als Projekt gehandelten Formation ein wenig abhanden gekommen ist. Aber
die neuen im Line-Up integrierten Musiker Mathias Straub (D; SACRED STEEL)
und Martin Grimm (ex-HEADSTONE EPITAPH), der nun zusammen mit Markus Pohl
(SYMPHORCE) ein wahrlich geniales Gitarrenduett bildet, brauchen internationale
Vergleiche wohl ohnehin nicht mehr zu scheuen. Kompositorisch wirkt >>Savage
Souls<< ein wenig kompakter als seien Vorgänger, während
man schon beim ersten Durchlauf feststellen kann, dass MYSTIC PROPHECY
den Thrash Metal ein wenig reduziert haben und vermehrt auf Melodien Wert
gelegt haben. Diese Ausführung steht der Band (jawohl, auch wenn
es Viele noch immer nicht glauben können, bei MYSTIC PROPHECY handelt
es sich definitiv um eine BAND!) sehr gut zu Gesicht, zumal Sänger,
Sympathikus und Exil-Grieche R.D. Liapakis in eben jenem Bereich mit zu
den stärksten Sängern Mitteleuropas zu zählen ist. Die
Songs an sich gehen recht hurtig ins Ohr und sind stilistisch mittlerweile
schon näher an amerikanischen Formationen wie VICIOUS RUMORS als
an irgendwelchen anderen europäischen Bands, verfügen aber dennoch
immer über die nötige Eigenständigkeit. Tracks wie >Master
Of Sins<, >In The Darkness< oder >Victim Of Fate< kommen
schon auf Kunststoff recht gut zur Wirkung, sollten meiner Meinung nach
aber von der Bühne aus präsentiert regelrecht zu Eruptionen
in den Konzerthallen führen. MYSTIC PROPHECY stellen für mich
zusammen mit BRAINSTORM im Moment die Marktführer des „undeutschen“
Metal aus Deutschland dar. www.mysticprophecy.com
Walter
JAGGERNAUT – Same (Eigenproduktion)
Die Geschichte dieser Formation ist recht stark mit HAMMERFALL verbunden.
So war mit Patrik Räfling, der ehemalige Drummer der Schweden, auch
hier an der Gründung der Band beteiligt, zu der in späterer
Folge sein Bruder Alex an der Gitarre zählte und zudem ist mit Niclas
Johnsson der Sänger von FULL STRIKE, jener Formation, die HAMMERFALL-Gitarrist
Stefan Elmgren nebenbei am Laufen hat, mit von der Partie (kennt sich
bitte irgendwer aus... ?! Andi). Seit den Anfangstagen, die mittlerweile
gut fünf Jahre her sind, hat es aber mächtig gerappelt im Karton.
Das Line-Up wurde stark umgekrempelt und erst seit dem Einstieg von Niclas
sind JAGGERNAUT in der auf dieser Scheibe zu hörenden Form aktiv.
Niclas war für die konzeptionelle Ausführung der Band verantwortlich,
da er scheinbar einen gewissen Hang zur Science-Fiction hat und diesen
hier auslebt, wie sich in den lyrischen Ergüssen nachvollziehen lässt.
Musikalisch kann man den Herrschaften durchaus attestieren fein säuberlich
arrangierten Heavy Metal mit viel Melodie zu kreieren, wobei die Einflussquellen
recht unterschiedlich sein dürften. Der Opener „Morbid Math“
tönt in altbewährter PRETTY MAIDS-Manier aus den Boxen, während
das folgende „Terminated Fate“ ein wenig moderner und grooviger
daherkommt, sich aber ebenso mühelos in den Gehörgängen
platzieren kann. In „Sophisticated Machines“ besticht vor
allem das fast hypnotisierende Drumming von Rickard Johansson, auf dem
ein recht heftiger, abermals groove-orientierter melodiöser Metal-Song
aufgebaut worden ist. Vor allem dieser Song erweckt in mir Erinnerungen
an die leider völlig verkannten SKINTRADE. Zum Abschluss wird uns
noch „President“ in einer Live-Version geboten, wobei klarerweise
der Sound gegenüber den drei Studiosongs nicht mithalten kann, das
Stück aber beweist, dass JAGGERNAUT auf der Bühne offenbar noch
ein wenig rauer klingen. www.jaggernaut.net
Walter
EVENTIDE - No Place Darker (Eigenproduktion)
Auf „No Place Darker“, dem mittlerweile dritten Demo der seit
1998 existierenden schwedischen Formation EVENTIDE, verfolgt den Hörer
die gesamte Spielzeit über der Schatten namhafter Kapellen aus dem
Drei-Kronen-Land. Während man, was die Gitarren und Keyboard-Einsätze
betrifft, immer wieder an die „klassische“ Götheborg-Schule
im Stile von älteren IN FLAMES oder DARK TRANQUILITY denken muss,
scheint vor allem Drummer Max eher vom traditionellen schwedischen Death
Metal der HYPOCRISY-Kategorie beeinflusst zu sein. Trotz alledem klingen
Songs wie der eröffnende Titeltrack oder das mit Hitqualität
ausgestattete „New Reality“ zwar schwer schwedisch, aber dennoch
eigenständig, da EVENTIDE keineswegs klauen, sondern offenbar das
richtige Gespür dafür haben, womit man heutzutage den Hörer
erfreuen kann und die Fähigkeit dafür scheint in Schweden bereits
in der Grundschule gelehrt zu werden. Mitunter werden aber auch progressive
Versatzstücke in die Songs eingeflochten, was sich speziell bei „
My Closest Demon“ sehr positiv und unikatsverdächtig auf den
Song auswirkt. Die Klänge dieser Band scheinen auch Cartel Media
überzeugt zu haben, denn seit kurzer Zeit ist bekannt, dass besagtes
Label EVENTIDE unter Vertrag genommen hat und ein Debüt bereits in
Aussicht sein soll. www.eventideweb.com
Walter
NIKKI PUPPET - Puppet On A String (Armageddon / Soulfood)
Als gemischtes Doppel, bestehend aus Nicky Gronewold (V) und Anke Sobek
(B), sowie den Herren Michael Wolpers (D) und Christos Mamalitsidis (G)
kommt diese noch recht unbekannte Band aus Hannover daher, um den dort
in den letzten Jahren offenbar aus der Mode gekommenen Heavy Rock der
gute alten Schule ein wenig zu reanimieren. Da man zusätzlich noch
mit Hermann Frank ein Szene-Original als Produzenten gewinnen konnte,
verwundert es wohl kaum, dass einen die Songs mitunter an längste
verblichene Zeiten, als Musik mit dem Markenzeichen „Hardrock aus
Hannover“ noch bekannt und beliebt war, erinnert. Klar, >>Puppet
On A String<< klingt soundtechnisch durchaus zeitgemäß,
doch Songs wie >Sirens< oder der Titelsong setzen eine Tradition
fort, von der man wohl nicht mehr angenommen hätte, derlei Klänge
nochmals zu Gehör zu bekommen. Wem also Bands wie die älteren
VICTORY, VIVA, SARGANT FURY oder THUNDERHEAD abgehen (man müsste
Bands wie „Viva“ allerdings zunächst einmal kennen, bevor
sie einem abgehen können... Andi), erhält mit NIKKI PUPPET mehr
als nur Ersatz, sondern zeitmäßig aktuelles und dennoch eindeutig
in jenem Kielwasser einzuordnendes Songmaterial, das vor allem durch den
eigenständigen Gesang von Nicky zu einem schwer rockenden und angenehm
zu hörenden Album geworden ist. www.nikkipuppet.de
Walter
EVE´S DOWNFALL – Same (Eigenproduktion)
Ein recht interessanter Newcomer verbirgt sich hinter dem Banner EVE´s
DOWNFALL. Das aus zwei Damen und einem Herren bestehende Trio aus Los
Angeles schafft es, mit diesem Debüt für mächtig Dampf
zu sorgen. Während Gitarristin Myssie Sauder haufenweise Riffs, die
offenkundig von Größen wie Tony Iommi oder Pepper Keenan beeinflusst
wurden zum Besten gibt, versteht sie es zur selben Zeit mit ihrer nicht
gerade damenhaften Stimme auch die Klientel von Thrash oder Death Metal-Bands
anzusprechen. Ihr derber und recht brutal tönender Gesang harmoniert
aber nicht nur mit den teils recht doomigen Klängen, die sie ihrer
Gitarre entlockt, sondern auch mit den immer wieder eingeflochtenen punkigen
Passagen. Nicht zuletzt deshalb kann man fast schon behaupten, es hier
mit einer regelrecht innovativen Band zu tun zu haben. EVE´s DOWNFALL
spielen wohl DoomThrashDeathPunk oder so ähnlich. Im Prinzip ist
es ganz egal, wie auch immer man derlei Klänge bezeichnen will, Tatsache
ist, dass die Songs knallen und das ohne Ende. Wer neugierig geworden
ist loggt sich auf schnellsten Weg in die Webpage der Truppe ein, wo die
Songs unter „Music Showcase“ zum Download bereitgestellt wurden:
www.evesdownfall.com
Walter
THRENODY – Control (Eigenproduktion)
Das niederländische Quartett THRENODY sollte eigentlich nicht nur
eingeschworenen Untergrundlern bekannt sein, schließlich konnte
die bereits seit 1988 aktive Band für ihr Debüt „ As The
Heavens Fall“ im Jahre 1993, das damals über Massacre Records
erschienen ist, relativ gute Kritiken seitens der Presse für ihren
damals als Progressive Death bezeichneten Stil einheimsen. Seit damals
hat sich im Lager der Band aber einiges verändert. Schon auf „Bewildering
Thoughts“, das 1995 veröffentlicht wurde, konnten zahlreiche
Groove-Parts entdeckt werden, die anstelle der verzwickten Prog-Versatzstücke
in den Sound integriert wurden. Nach einem dritten, selbstbetitelten Album
im Jahre 1997 war es verdächtig still geworden, doch entgegen allen
Annahmen waren THRENODY nicht aufgelöst, sondern hatten sich in Ruhe
und Sorgfalt auf Aktivitäten konzentriert. Als jüngstes Lebenszeichen
hat die Band ein neues Album mit dem Titel „Control“ anzubieten.
Vom Todesmörtel ist kaum noch etwas übrig geblieben, so deutet
bereits der Opener „I Stand Alone“ unmissverständlich
darauf hin, dass sich THRENODY vom Death Metal weg, hin in Richtung groove-orientierter
harter Rockklänge entwickelt haben. Die Stimme von Rene Scholten
klingt dazu passend recht kehlig und voll, weshalb nun wohl eher gestandene
Rocker auf die Band abfahren werden als Freaks, denen ihr Death Metal
so frickelig wie nur möglich sein soll. In Sachen Geschwindigkeit
behält das Mid-Tempo klar die Überhand, Geschwindigkeitsübertretungen
finden auf „Control“ nicht statt. Viel öfter pendelt
sich das Tempo in einem eher gemächlichen Bereich ein, nachzuhören
beispielsweise in, durch seinen verzerrten Gesang fast schon experimentell
anmutenden, „Lines I Write“. Dem gegenüber stehen aber
zum Großteil straighte Kompositionen wie der Titelsong, die entfernt
an neuere CORROSION OF CONFORMITY erinnern, wobei Rene über eine
derart markante Stimme verfügt, dass keine Bange hinsichtlich eventueller
Plagiatsvorwürfe aufkommen mag. Mit einer Leistung wie dieser, sollte
es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis THRENODY abermals bei einem
Label unter Vertrag sein werden. www.threnody.com
Walter
DREAM DEATH - Back From The Dead (PsycheDOOMelic
Records)
Ob man den Titel „Back From The Dead“ eventuell falsch interpretieren
mag, sei hier nicht Diskussionspunkt, denn die Amis von DREAM DEATH veröffentlichen
zumindest abermals ein Album unter diesem Banner. Dieses enthält
zwar mitnichten neues Material, sondern „lediglich“ (was hier
ganz und gar negativ gemeint ist) die Demos „ Dream Death“
und „More Graveyard Delving“, sowie die drei Songs des im
Jahre 1988 eingespielten Demos „Ode To Sorrow“, von dem Bandleader
Brian Lawrence in den Linernotes zu Protokoll gibt, dass man in jener
Phase am Spielstärksten gewesen sei. Dem ist eigentlich kaum etwas
hinzuzufügen, da vor allem „Born To Suffer“ eigentlich
mit zu den Referenzstücken des Doom zu zählen sein sollte. Wer
DREAM DEATH noch nie gehört hat, sollte sich umgehend um „Journey
Into Mystery“, das einzige Album jener US-Kapelle umsehen. Damals,
anno 1987, kredenzten uns die Amis eine satte Mischung aus BLACK SABBATH-schen
Klängen und einer satten Dosis CELTIC FROST. In späterer Folge
wurden derlei Klänge Sludge Doom genannt, DREAM DEATH dürfen
also getrost als Originatoren besagter Musik betrachtet werden, auch wenn
es den Herrschaften wohl nicht bewusst gewesen sein wird, was sie damit
ins Leben riefen. Sei`s drum, aus DREAM DEATH entstanden nach nur einem
Album PENANCE, die in späterer Folge mit wesentlich gemäßigteren
Doom-Klängen zu erfreuen wussten und dies auch heute noch tun. Für
Doom-Historiker ist „Back From The Dead“ ein Muss und auch
für den „Durchschnittsdoomer“ (sollte diese Art Mensch
überhaupt existieren…) ist die Scheibe in jedem Fall essentiell.
Der Interessent wendet sich gegebenenfalls vertrauensvoll direkt an PsycheDOOMelic
Records, wo „Back From The Dead“ für € 15,- zu erhalten
ist: PsycheDOOMelic Records, Hegedüs Mark, Fürst Liechtenstein
Str. 18/11, 1230 Wien. www.dreamdeath.com
Walter
WORLD BELOW – Maelstrom (PsycheDOOMelic
Records)
Durch sein Engagement in jener Truppe hat Jonas Kjellgren CARNAL FORGE
im Endeffekt den Rücken zugekehrt, um fortan stilistisch völlig
anderwärtig zu musizieren. WORLD BELOW, wie die gemeinsame Band von
Jonas und seinen Mitmusikern Mikael Danielsson (V, B), Per Nilsson (G,
K, ALTERED AEON und SCAR SYMMETRY) und Ronnie Bergerstahl (D, ex-JULIE
LAUGHS NO MORE, zusammen mit Jonas auch bei CENTINEX) genannt wurde, haben
mit Thrash Metal aber rein gar nichts am Hut. Als Jonas anno 1999 damit
begann erste Songs für ein damals noch namenloses Solo-Projekt aufzunehmen,
wusste er noch nicht, worin die Sache enden würde. Nachdem bis 2002
kaum etwas geschah, löste ein Alptraum in ihm das dringen Handlungsbedürfnis
nach WORLD BELOW aus. Fortan besessen vom Gedanken ein ganzes Album aufzunehmen,
waren schon recht bald Mitmusiker gefunden, wobei wohl Drummer Stefan
Westerberg der bekannteste davon gewesen sein dürfte. In Folge konnte
Jonas das auf dem Album zu hörende Line-Up rekrutieren und man machte
sich daran in den Black Lodge Studios unter seiner Obhut sämtliche
Songs auch zu produzieren. Auf „Maelstorm“ regiert logischerweise
noch immer der gepflegte Doom, den WORLD BELOW auch schon auf ihrem Debüt
„Sacrifices To the Moon“, das im Jahre 2003 erschienen ist,
zelebrierten. An die unzähligen Bands und Projekte in denen Herr
Kjellgren in den vergangenen Jahren involviert war und es zum Teil immer
noch ist, erinnert hier kaum etwas, am ehesten lässt noch der Gesang
vereinzelte Reminiszenzen aufkommen, denn trotz aller elegischen und epischen
Elemente, die zum Gelingen des Albums beitragen, herrscht gesangsmäßig
ein recht harscher Ton vor. Dieser ist zum Teil gar Death Metal-lastig
ausgefallen, klingt aber in Kombination mit den tieftraurigen Kompositionen
durchaus gelungen. Nach intensivem Konsum von „Maelstorm“
kann es zwar durchaus vorkommen, dass der Hörer von der intensiven
Atmosphäre in eben jenes Klagen verfällt, dass WORLD BELOW perfekt
zu intonieren wissen, doch genau dieses macht für meinen Geschmack
den Reiz dieser Musik aus. Ähnlich wie in jenem Alptraum, der zur
Entstehung der Band führte, muss es wohl auch für Jonas gewesen
sein, als im letzten Jahr, innerhalb von wenigen Monaten, sowohl Per als
auch Mikael sich aus der Band verabschiedeten. Nicht minder erschütternd
war es wohl auch, dass Mikael knapp vor Antritt einer bereits gebuchten
Tournee zusammen mit ISOLE das Handtuch warf. Da im Moment lediglich Jonas
und Ronnie zum Band gehören, könnte es somit einige Zeit dauern,
bis ein Nachfolger in Sichtweite rückt. www.worldbelow.tk
Walter
FEANOR – Invencible (Secret Port Records)
Schon im sehr mystisch angehauchten Intro ertönt eine recht dunkle
Erzählerstimme in spanischer Sprache (super! Andi). Ihrer Muttersprache
bleibt das argentinische Quartett FEANOR in weiterer Folge auch treu.
Die weiteren zehn Songs, die uns die Herrschaften auf ihrem Debut „Invencible“
zu offerieren haben, kommen allesamt mit einem gewissen Hang zur pathetischen
Epik aus den Boxen. Die Gitarren von Emilio Souto besitzen zwar eine gewisse
Affinität zu IRON MAIDEN, für den pathetischen Aufbau scheinen
desöfteren aber auch MANOWAR Pate gestanden zu haben. Wer spanisch
singende Bands zu seinen Favoriten zählt und traditionellen Metal
ebenfalls zu schätzen weiß, wird an FEANOR nicht vorbeikommen.
An stilistischen Vergleichen können wohl am Ehesten ähnlich
episch zu Werke gehende Formationen herangezogen werden. Im Gegensatz
zu anderen ebenfalls spanisch singenden Bands, gehen FEANOR aber nicht
nur epischer, sondern auch noch ein wenig abwechslungsreicher zu Werke.
Vor allem die immer wieder eingestreuten ausladenden Instrumentalparts,
wie im siebenminütigen „Feanor“, sorgen für Auflockerung
und Spannung, weshalb „Invencible“ zu einem feinen, aber auf
Grund der Sprachbarriere wohl für den Grossteil der Interessenten
auch gewöhnungsbedürftigen Album geworden ist. www.feanor-truemetal.com.ar
Walter
NOVACT - Tales From The Soul (Sensory Records)
Weshalb progressive Klänge in den Niederlanden so schwer angesagt
sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Tatsache ist jedenfalls, dass zahlreiche
Formationen aus diesem Genre auch auf nur ganz wenige Gigs umfassenden
Tourneen auf dem europäischen Kontinent zumindest einen Abend im
Land der Tulpen verbringen um ihre Songs zum Besten zu geben und werden
dabei von unzähligen Fans begrüßt. Zudem zelebrieren auch
zahlreiche junge, einheimische Bands diese Art von Musik. Unbedingt zu
erwähnen sind diesbezüglich NOVACT, die bereits seit 2001 ihr
Unwesen treiben, und mit „Tales From The Soul“ ihr Debütalbum
vorlegen. Zuvor war man unter dem Namen MORGANA-X aktiv und konnte unter
jenem Namen sowohl Erfahrung auf der Bühne sammeln, als auch diverse
Songs als Promo-CD unter dem Titel „Misunderstood“ aufnehmen.
Nach der Umbenennung der Band in NOVACT im Jahre 2004 hatte man unter
anderem die Ehre auf dem europäischen ProgPower-Festival aufzutreten.
Auffällig an NOVACT ist in erster Linie der schwer melancholische
Unterton, den ihre Songs versprühen. Irgendwie erinnert die Sache
mitunter sogar eher an gothische als an progressive Klänge, doch
die technisch immer wieder herausragenden Einzelleistungen von Wouter
Wamelink (G) und Martijn Peters (D) lassen doch eher an DREAM THEATER
denken, als an eine Gothic Metal Band. Weiters nennt Sänger Eddy
Borremans eine sehr einprägsame und zugleich einzigartige Stimme
sein Eigen, die NOVACT keinesfalls zu sehr in die Nähe eines anderen
Acts driften lässt. „Tales From The Soul“ lebt von der
Mischung der genannten Stilistiken und verfügt zudem über genau
jenes Element, das so manchen Formationen aus besagten Genres leider abgeht.
„Tales From The Soul“ hat nämlich definitiv Seele, weshalb
ich den Titel fast schon programmatisch betrachten möchte. www.novact.nl
Walter
FOREVER SLAVE - Alice`s Inferno (Armageddon
/ Soulfood)
In siebenköpfiger Besetzung zieht die spanische Formation FOREVER
SLAVE aus, um die Welt mit ihrer Musik zu erfreuen. Im Grunde genommen
könnte dieses Unterfangen auch durchaus klappen, da man mit gothisch
angehauchtem Metal, der in erster Linie vom ständig wechselnden Gesang
von Lady Angellyca und ihren Bandkollegen Ignacio, der mit seiner klaren
Stimme für Akzente sorgen kann und auch an der Violine zu hören
ist und Drummer Edward der auch für die gutturalen Töne zuständig
ist, lebt. FOREVER SLAVE geben diesbezüglich keine schlechte Figur
ab, zumal die Songs auch fein produziert und ebenso arrangiert werden
konnten. Das einzige Problem, dass sich dem Hörer stellt ist die
Tatsache, dass man wohl kaum etwas, dass auf >>Alice´s Inferno<<
zu hören ist, nicht auch schon von anderen Bands vernommen hätte,
weshalb es wohl doch recht schwierig für die Spanier werden wird,
sich auf lange frist eine Namen zu machen. Das allerdings wäre wieder
schade, denn FOREVER SLAVE sind mit Sicherheit nicht schlechter als zahlreiche
andere Formationen, die stilistisch ähnliches Material zu offerieren
haben, sondern schlicht und ergreifend ein wenig zu spät dran. www.foreverslave.com
Walter
AT WAR WITH SELF - Torn Between Dimensions
(Free Electric Sound)
Bevor auch nur ein Ton dieses Albums an mein Gehör drang war ich
auf Grund der Besetzung schon schwer angetan, zugleich aber auch schon
relativ sicher, wie sich die Angelegenheit wohl anhören würde.
Unter dem Namen AT WAR WITH SELF haben sich die Herren Glenn Snelwar,
(der hier für Gitarre und Keyboards zuständig ist und auch bei
GORDIAN KNOT mit von der Partie ist und dort für sehr abgefahrene
Klänge gesorgt hat) Michael Manring (ein gefragter Studiomusiker,
der in seiner Karriere schon auf über 100 Studioprojekte zurückblicken
kann und bei AT WAR WITH SELF für den Bass zuständig) und der
ehemalige FATES WARNING-Drummer Mark Zonder zusammengetan um „Torn
Between Dimensions“ einzuspielen. Instrumentalkunst war von Anfang
an zu erwarten und genau diese bekommt der geneigte Hörer auch geboten.
Stilistisch zeigt sich das Trio zwar grundsätzlich im Prog Rock verankert,
doch es sind auch Elemente die eher dem Country oder dem Jazz zuzuordnen
sind, wie auch zahlreiche Einsprengsel aus der Klassik oder gar der Folklore
zu hören. Diesbezüglich legt man sich nicht einmal geographisch
fest, denn es können mitunter gar orientalisch anmutende Klänge
vernommen werden. Die drei Herren vermeiden es gekonnt zu sehr ihre Instrumentalfähigkeiten
zur Schau zu stellen, sondern haben es verstanden ihre spieltechnische
Kompetenz in perfekt arrangierte und unter die Haut gehende Songs einzubauen.
Der künstlerische Anspruch ist zwar durch die Bank recht hoch, nichtsdestotrotz
wird „Torn Between Dimensions“ aber eher als gefühlsbetontes,
inspiriertes Album in die Annalen des Prog eingehen, als dass man den
Herren unterstellen kann, hier bloß „angeben“ zu wollen.
Walter
SPELLBOUND - Incoming Destiny (Armageddon
/ Soulfood)
Verheißungsvoll ist an „Incominfg Destiny“ schon das
Cover, auf dem George W. Bush, der Papst und Osama Bin Laden an einem
Tisch abgebildet sind, während aus dem Hintergrund ein bedrohliches
Etwas aus der Finsternis sich anschickt, die drei mit seinen Krallen zu
packen. Nun ja, ich weiß, es wäre kein herber Verlust, aber
leider ist das Cover offenbar nur Teil der Texte von SPELLBOUND, die zum
Großteil auf geheimwissenschaftlichen Erkenntnissen und Verschwörungstheorien
basieren. Weit weniger geheimnisvoll als die lyrischen Ergüsse dieses
süddeutschen Quartetts ist die musikalische Darbietung auf >>Incoming
Destiny<<. Vom Opener >Sonic Departure< an zeigen uns die
Herrschaften, dass Thrash Metal weder dumpf und eindimensional auf Retro
getrimmt, noch auf Biegen und Brechen in modernem Gewand eingespielt werden
muss, sondern als gesunde Mischung noch immer gewinn - (für die Band)
und spaß - (für den Zuhörer) bringend sein kann. Irgendwie
erinnern SPELLBOUND zu gleichen Teilen an deutsche Größen wie
KREATOR und alte Helden der Bay Area (vor allem EXODUS scheinen es den
Gitarristen David Maier und Daniel Tschoepe angetan zu haben), schaffen
es aber nicht nur mit ihrem von Andy Classen perfekt auf die Band abgestimmten
Sound, den Brückenschlag in die Moderne. Bei >Focus 22< blinzeln
auch IN FLAMES aus den Boxen, während mir bei >Trust In Fire<
diverse, längst verblichene amerikanische Untergrundhelden aus Texas
in den Sinn kommen. Eben jene Abwechslung macht aus >>Incoming Destiny<<
auch ein facettenreiches Album, das Lust auf mehr von dieser Band macht.
www.spellbound-thrash.de
Walter
SHINING FURY - Another Life (Metal Blade
/ SPV)
Nicht wieder zu erkennen ist das italienische Quintett SHINING FURY auf
seinem zweiten Album >>Another Life<<. Im Vergleich zum Debüt
>>Last Sunrise<< wurde jedoch nicht nur auf heftigeres Material
Wert gelegt und dieses auch adäquat umgesetzt, es sind auch nicht
weniger als drei neue Musiker mit von der Partie. Chef vom Dienst bleibt
aber der ehemalige DEATH SS und ATHENA-Drummer Ross Lukather, der nun
zur Gänze auf Keyboards verzichtete, um >>Another Life<<
zu einem amtlichen Stück Heavy Metal gedeihen zu lassen. Mit Sänger
Francesco Neretti ist ein Mann bei SHINING FURY involviert, dessen mitunter
fast schon penetrant hohe Stimme wohl zum Angriffspunkt werden könnte.
Ich persönlich kann mich mit den phasenweise an AXXIS-Frontmann Bernhard
Weiss erinnernden Vocals durchaus anfreunden (ah, Du bist des, Andi),
wenngleich bei derlei heftigen, Up-Tempo-Kompositionen, wie sie uns SHINING
FURY offerieren, ein Raukehlchen passender gewesen wäre. Musikalisch
heben sich SHINING FURY gekonnt von zahlreichen ihrer Landsleute ab, da
sie weder in Richtung RHAPSODY und Co. tendieren, noch in irgendeiner
Form progressive Kompositionen wie LABYRINTH vom Stapel lassen und es
der Band auch gelingt sich von der italienischen True Metal-Abteilung
deutlich abzugrenzen. Lediglich der ein wenig zu poppig geratene das Album
eröffnende Titelsong fällt eine Spur aus dem Rahmen, weil dieser
Song eher in die Irre leitet und eventuelle Interessenten abschrecken
könnte. Ansonsten ist kompositorisch wie auch soundtechnisch alles
im grünen Bereich und sogar die als Rausschmeißer fungierende
Coverversion von DEEP PURPLE´s >Highway Star< (wahnsinnig
originell! Andi) darf bejubelt werden, da besagter Track perfekt mit den
Eigenkompositionen harmoniert. www.shiningfury.com
Walter
DOOMFOXX – same (Armageddon / Soulfood)
Bei Musik aus Australien denken die meisten Fans wohl in erster Linie
an Bands wie AC/DC oder ROSE TATTOO. Berechtigterweise, wenn man das Durchhaltevermögen
dieser Bands und deren Einfluss auf die Musikwelt betrachtet. Es scheint,
als ob diese Herrschaften nun auch Verstärkung aus dem eigenen Land
erhalten könnten. Mit dem Quintett DOOMFOXX reiht sich eine weitere
Band ein um in die Fußstapfen der genannten Referenzformationen
treten zu können. Wie man bereits auf manchen Bühnen dieser
Welt beweisen konnte, scheinen DOOMFOXX ihr Handwerk durchaus zu verstehen.
Nun liegt mit ihrem selbstbetitelten Album also auch das Debütwerk
vor und schon nach wenigen Songs steht fest, wie der „Fuchs“
läuft. Während der Opener >Pure Platinum< ein wenig sleazig
im Stile alter L.A.-Formationen aus den Boxen kommt, erzeugt schon das
bereits als Single ausgekoppelte >Piece Of Me< erstmals Querverweise
an ihre Landsleute, die in Folge auch beibehalten werden. Aber Bands wie
die ROLLING STONES oder THE FACES könnten Pate gestanden, als DOOMFOXX
ihre Songs ins Leben riefen. >>Doomfoxx<< ist demnach ein
reinrassiges Rock´N `Roll-Album geworden, wie es besser nicht hätte
gelingen können. www.doomfoxx.com
Walter
MACHINEMADE GOD - The Infinity Complex (Metal
Blade / SPV)
Götter gibt es viele, offenbar sogar solche, die nicht einmal mehr
der Mensch erschaffen hat, sondern die maschinell zum Leben erweckt wurden.
Jene „Götter“, die sich MACHINEMADE GOD nennen, stammen
aus den Tiefen des Ruhrgebiets und lassen sehr schnell Zweifel daran aufkommen,
dass sie von einem Gott entsandt worden sind um der Menschheit mit ihren
Kompositionen Freude zu bereiten (Walter, ich hab Dir wiederholt gesagt,
Du sollst vor´m Schreiben nix mehr saufen... Andi). Die Herrschaften
versuchen uns mit ihren brachialen Songs gleichsam ins Koma zu befördern,
in dem sich auch schon der Schmetterling auf dem Cover zu befinden scheint,
wie uns die Band im Titel >Butterfly Coma< zu verstehen gibt. Nun,
komatöse Zustände konnten MACHINEMADE GOD bei mir zwar nicht
auslösen, eine amtliche Breitseite habe ich von den Songs, die im
Übrigen von Jacob Brehdahl von HATESPHERE amtlich umgesetzt und produziert
wurden, aber dennoch erhalten. Stilistisch irgendwo zwischen modernen
Metalcore und Thrash Metal-Klängen beheimatet, sinnieren die Jungs
in ihren durchwegs brutal und kompetent vorgetragenen Kompositionen des
Weiteren noch über das setzen von Prioritäten (>Kiss Me Now
Kill Me Later<) und zeigen sich mitunter gar von ihrer derbsten Seite
(>Fuck Your Dead Heart<). Diese Götter erfinden die Musik nicht
neu, kreieren noch nicht einmal einen neuen Stil, sind aber mit ihrem
Vortrag dermaßen zielsicher, dass dem Fanatiker von derben, modernen
Metalcore und Thrash-Klängen dennoch der Begriff „göttlich“
in den Sinn kommen wird. www.machinemadegod.com
Walter
HALOR - The Power´s Breaking Loose
(Eigenproduktion)
Traditioneller Metal aus Ungarn ist durch Bands wie OSSIAN oder POKOLGEP
auch hierzulande gewissermaßen bekannt. Mit HALOR, die bereit seit
1999 aktiv sind und auch schon auf unzählige Gigs zurückblicken
können (unter anderem durften sie bereits als Opener für OSSIAN
(wer kennt sie nicht... außer mir, Andi) in Budapest vor sage und
schreibe 5000 Fans eröffnen) stellen mit „The Power´s
Breaking Loose“ ihr zweites Eigengewächs vor. Nach „Horsepower“,
einem 6-Song-Debüt, das 2001 erschien, können HALOR auf ihrem
aktuellen Demo den Begriff „Power“ im Titel zurecht führen.
Ihr Stil darf als Mischung aus NWOBHM mit Zutaten von IRON MAIDEN und
SAXON sowie einer Dosis JUDAS PRIEST und traditionellem Metal in der Machart
von DIO beschrieben werden. Kraftvolle Songs wie „When The Day Has
Come“ sind ebenso vertreten wie melodiöses Material. Hier ist
vor allem der sehr eingängige Titelsong zu nennen, aber auch gefühlvolle
Momente bekommt man geboten, so wird dieses Demo von „Sunset“
einem akustischen, unter die Haut gehenden Intro eröffnet. Der Gesang
von Akos Komondi weiß ebenso zu überzeugen wie die Songs an
sich, klingt seine Stimme doch klar, aber dennoch kräftig. Soundmäßig
ist ebenso alles im grünen Bereich wie auch von der Aufmachung her,
weshalb der Traditions-Metaller auch keinen Fehler macht, wenn er sich
eingehend mit HALOR beschäftigt. www.halormetal.hu
Walter
|