LETZTE INSTANZ - Ins Licht (Drakkar/SonyBMG) >>> LIVE
Als Anfang 2004 der charismatische Frontman Robin
sowie Tin (Gitarre) und FX (Bass) völlig überraschend ihren Ausstieg verkündeten, schien
es, als hätte für die Letzte Instanz das letzte Stündlein geschlagen.
Es spricht für die kreative Stärke der Band, dass sie schneller als erwartet
- wie der vielzitierte Phönix aus der Asche - zurück "Ins Licht" tritt.
Mit Holly, dem neuen Mann am Mikrofon, hat man fraglos einen absoluten
Glücksgriff getan. Mit seiner tiefen, warmen Stimme ist er seinem Vorgänger
mehr als nur ebenbürtig. Das Grundkonzept - poetischen Tiefgang mit fetten
Riffs, dramatischen Streichern und verspielten Melodien zu verknüpfen
- wurde weitestgehend beibehalten. Nach wie vor fällt es schwer, das
chamäleonartige Wesen der Band in Worte zu fassen. Eine Prise Chanson,
ein paar Gothic/Wave-Elektrosounds und Klassikeinsprengsel sorgen gleichermaßen
für Abwechslung wie Verwirrung. Für "Das Stimmlein" hat man mit Eric
Fish (Subway To Sally), Thomas Lindner (Schandmaul) und Sven Friedrich
(Zeraphine) respektable Verstärkung ins Boot geholt. "Ins Licht" fügt
sich nahtlos in das bisherige Schaffen der Band ein, es zeigt die Letzte
Instanz wieder mehr von ihrer folkigen und melodischen Seite, die auf
der letzten Veröffentlichung "Götter auf Abruf" etwas abhanden gekommen
war. Obwohl sich die Band auf dem neuen Album als kompakte, ausgewogene
Einheit präsentiert, ist eines klar: entweder man hasst sie oder man
liebt sie. Ein "egal" scheint hier kaum zu existieren. Meine Anspieltipps: "Sonne", "Nimm
Mich", "Tanz" oder das schon genannte "Das Stimmlein". Und da die Letzte
Instanz bekanntermaßen live erst so richtig zur Hochform aufläuft, darf
man sich schon jetzt auf ihre energiegeladene Show am 20. März im Planet
Music freuen. http://www.letzte-instanz.de
Ger-Hard
FISH – Bouillabaisse (Snapper)
Könnte es für einen besseren Namen für eine Compilation
mit unterschiedlichen FISH-Songs geben, als jenen, für den eine französische
Fischsuppe bekannt ist? Ähnlich wie besagtes Gericht, wird auch die
Musik von FISH von Gourmets sehr geschätzt, da sie sich doch erheblich
von musikalischer Hausmannskost unterscheidet. Als Sänger von MARILLION
schaffte es Derek Dick, wie FISH mit bürgerlichen Namen heißt,
zu Weltruhm zu gelangen, weshalb auch aus jener Phase Songs auf „Bouillabaisse“ vertreten
sind. CD 1 ist nicht umsonst mit dem Untertitel „Balladeer“ versehen
worden, enthält besagter Silberteller doch insgesamt 16 Songs, die
FISH eher von seiner gefühlsbetonten und balladesken Seite zeigen.
Neben den MARILLION-Gassenhauern „Lavender“ und „Kayleigh“ bekommen
wir auch das hinreißende Duett mit Sam Brown namens „Just Good
Friends“ zu hören, sowie weitere Highlights aus dem Lebenswerk
des Briten wie „Caledonia“ oder „Raw Meat“. Der
zweite Silberling wurde „Rocketeer“ getauft und ist voll gepackt
mit ebenso unabkömmlichen Kompositionen aus der Feder des Herrn Dick,
nur sind die Songs um einiges heftiger ausgefallen. Neben weiteren MARILLION-Kompositionen
wie „Incommunicado“ gibt es hier eher rockigeres Material zu
hören, das jedoch immer perfekt auf die gesangstechnisch über
jeden Zweifel erhabenen Fähigkeiten von FISH, dessen Stimme einen
dezent melancholischen Unterton innehat, abgestimmt ist. Irgendwie wirkt
diese Doppel-CD bei aller vorhandener Klasse aber ein wenig betrüblich,
denn es gibt Gerüchte, die besagen, dass uns der Künstler hiermit
so etwas wie seinen künstlerischen Schwanengesang offeriert, was in
der Tat sehr schade wäre. Aber in dieser Branche soll man ja niemals
nie sagen und wer weiß schon, ob uns FISH nicht doch wieder mit
neuen Kompositionen beehrt... www.the-company.com
Walter
SEVERE TORTURE - Fall Of The Despised (Earache / SPV)
Seit 1997 zählen SEVERE TORTURE mit zu den bekanntesten Death Metal-Formationen
aus den Niederlanden. Im Stile von Größen wie CANNIBAL CORPSE
oder SUFFOCATION, an deren brutales Songwriting man sich beim Hören
von „Fall Of The Despised“ am ehesten erinnert fühlt,
holzen die fünf Herrschaften durch die insgesamt zehn Songs, dass
es eine wahre Freude ist. Blastbeats sind schon im Opener „Endless
Strain Of Cadavers“ das Um und Auf der Komposition, daran ändert
sich bis hin zu den finale Songs „End Of Christ“ und dem Titelsongsong,
der ein Instrumental ist und die Scheibe endgültig abschließt,
nichts mehr. Technisch ist vor allem das Gitarrenduo Marvin Vriesde (der
hier seinen Einstand bei SEVERE TORTURE gibt und zuletzt als Tourgitarrist
von DEW-SCENTED durch die Clubs tingelte) und Thijs Van Laarhoven nicht
zu unterschätzen, denn ihre Riffs und Soli können sich in der
Tat hören lassen und brauchen sich auch vor Genregrößen
keineswegs zu verstecken. Der Up-Tempo-Bereich wird nur eher selten verlassen
und wenn, dann nur um amtliche Grooves vom Stapel zu lassen, die von Seth
Van Der Loo am Schlagzeug und seinem Kumpanen Patrick Boleij am Bass perfekt
intoniert werden. Ich weiß, derlei Klänge sind zwar ebenso
wenig neu wie die gutturale Gesangsdarbietung von Dennis Schreurs und
auch nicht
unbedingt innovativ, aber in Kombination ungemein effektiv! www.severetorture.com
Walter
OCTOBER FILE – Monuments (Golf /
Plastic Head)
Monumentalepen sind die insgesamt sechs Kompositionen des US-amerikanschen
Quartetts OCTOBER FILE zwar nicht geworden, kompakt wie ein Monumentalbauwerk
kommen diese Songs aber allesamt aus den Boxen. Man scheint sich heftige
Sozialkritik als Programm auserkoren zu haben, denn was die lyrische
Seite der Band betrifft, werden hier schonungslos die Missstände der Welt
aufgezeigt, während musikalisch weit weniger deftig zugelangt wird.
Der Opener „One And All“ tendiert in Richtung älterer
Dark Wave-Bands, während das folgende „Blood And Sweat“ eher
harsch rockend und mit ROLLINS-verdächtigem Sprechgesang aus den Boxen
kommt. Der Titelsong verbreitet zwar Endzeitstimmung pur, aber in erster
Linie durch seinen fast monotonen, beängstigenden Aufbau und weniger
durch Brachialität. Mit „4“ kann ich nicht unbedingt viel
anfangen, da diese Nummer recht wirr konzipiert ist und eher einer Klang-Collage ähnelt
als einem Song. Auch die folgenden Live-Versionen von „Dead Air“ und „Enemy
In A State“ strotzen vor Rohheit, vor allem was den Sound betrifft.
Als Kompositionen an sich haben wir es hiermit aber eher mit unspektakulärem
Material zu tun. Melodiefanatiker und Soundfetischisten sind hier
ohnehin fehl am Platz. Wer sich ein Album mit Endzeitstimmung gönnen
will und musikalische Darbietungen von düsteren Wave-Klängen
bis hin zum emotional vorgetragenem Hardcore verkraften kann, sollte sich
aber eingehend mit OCTOBER FILE beschäftigen. www.octoberfile.com
Walter
DEMIRICOUS – One (Metal Blade / NSM)
Was für ein Hammersound! Schon nach den ersten Takten dieses Albums,
das von Zeuss in den Planet–Z Studios aufgenommen wurde, weiß man,
dass DEMIRICOUS mit jenem Herrn, der auch schon Alben von HATEBREED oder
SHADOWS FALL veredelte, der richtige Produzent an den Reglern gesessen
hat. DEMIRICOUS stammen aus den Staaten, genauer gesagt aus Indianapolis,
und lassen auf ihrem Debut, dem lediglich zwei Demos in den Jahren 2003
und 2004 vorangegangen waren, keinen Zweifel aufkommen, dass sie ihre Lektionen
in Sachen Thrash Metal bestens gelernt haben. Die Band nennt ihren Stil
zwar „Street Metal“, doch ich glaube damit könnte man
interessierte Fans eher abschrecken, da die Bezeichnung nicht recht zur
Musik von DEMIRICOUS passt. Es stimmt zwar, dass „One“ kein
lupenreines Thrash Metal-Werk geworden ist, denn Einflüsse aus dem
Death Metal vorwiegend schwedischer Provenienz sind ebenso reichlich vertreten,
wie brachiale Hardcore-Fragmente. Aber vor allem das Gitarrenduo Scott
Wilson und Ben Parrish dürfte sich in jüngeren Jahren die Werke
von EXODUS oder DARK ANGEL geradezu verinnerlicht haben, jedenfalls sind
Einflüsse dieser Bands allgegenwärtig. In Kombination mit dem
bereits eingangs erwähnten Sound ergeben die insgesamt zwölf
Songs von „One“ ein brachiales Riffgewitter der alten Thrash
Metal-Schule mit einem modernen, zeitgemäßen Anstrich, der perfekt
zu den Songs passt und das Album für Thrash Metal-Fanatiker empfehlenswert
macht. www.demiricous.com
Walter
3 - Wake Pig (Metal Blade / NSM)
Der nicht gerade alltägliche Bandname sowie der ebenfalls ungewöhnliche
Titel „Wake Pig“ lassen bereits ein wenig an unkonventionelle
Sounds denken. Mit jener Einschätzung liegt man auch völlig richtig,
da es wahrlich schwierig ist die Musik des amerikanischen Quintetts 3 zu
beschreiben. In ihrer noch recht kurzen Karriere – 3 wurden Mitte
der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts in deren Heimatstadt Woodstock
gegründet – konnten sich die Jungs aber recht rasch ein eingeschworenes
Following erspielen. Da 3 auch nicht unbedingt zu den untätigen Zeitgenossen
zählen, verwundert es kaum, dass „Wake Pig“ nach einem
Debut namens „Paint By Number“ (2000) und dessen Nachfolger „Summer
Camp Nightmare“ (2003) bereits das dritte Album der Band darstellt.
Die hier vorliegende Version von Metal Blade ist eigentlich ein Re-Release,
da „Wake Pig“ im Original bereits 2004 über ein amerikanisches
Kleinlabel namens Planet Noise Records erschienen ist. Die Scheibe wurde
jedoch überarbeitet und um zwei weitere Songs aufgefettet, weshalb
es auch für Besitzer der Originalversion durchaus Sinn macht hier
erneut zuzuschlagen. Zum Freundeskreis von 3 zählen unter anderem
auch die momentanen Durchstarter COHEED AND CAMBRIA, die 3 auch die Chance
gaben sie auf Tournee zu begleiten. Ähnlich wie diese New Yorker gehen
auch 3 zu Werke. Man kann ihre Musik kaum in Worte fassen, da von Metal über
Rock und progressiven Klängen bis hin zu eher Pop-Rock verdächtigen
Klängen ein sehr mannigfaltiges Spektrum unterschiedlicher Zutaten
geboten wird. Den Songs ist aber eine gewisse Eingängigkeit gemeinsam,
so dass sowohl die balladesken Songs wie „Dogs Of War“ ebenso
Hitqualität haben, wie auch die eher härteren Tracks. Vor allem
das nach Doom-Pop (oder wie auch immer man derlei Klänge nennen mag)
tönende „Alien Angel“ könnte ich mir gut auf Dauerrotation
in einschlägigen Sendern vorstellen, genauso wie das eher elektronisch
ausgeführte „Monster“ durchaus in diversen Tanztempeln
für Furore sorgen könnte. Um es kurz zu machen: Auf der neuen
3 ist für jeden was dabei (Walter, Du alter Poet... Andi). http://theband3.com
Walter
SACRIFICIUM - Escaping The Stupor (Black Lotus / Soulfood)
Das schwäbische Quintett SACRIFICIUM sollte keineswegs mehr zu den
unbekannten Größen der Szene gezählt werden. Schon seit
1993 aktiv, konnte man unter anderem bereits mit dem zweiten, 1998 erschienen,
Demotape recht positive Resonanzen seitens der Presse einheimsen. Ähnlich
positiv wurde auch das Debutalbum „Cold Black Piece Of Flesh“ aufgenommen,
das 2002 erschienen ist. Im Laufe der Jahre ihrer Existenz konnten SACRIFICIUM
auch zahlreiche Gigs absolvieren, wobei sich auch diese Erfahrung offenbar
nachhaltig auch auf das Songwriting ausgewirkt hat. Auf „Escaping
The Stupor“ zeigt der Fünfer mit Dame an der Gitarre, dass ihr
zu Hause zwar der Todesmetall ist, die Band jedoch keineswegs vor genrefremden
Einflüssen zurückschreckt. Schon im Opener „Canvas“ wechselt
Sänger Claudio Enzler zwischen tiefkehligen und gekeiften Gesangspassagen
und behält diese Stilistik auch bis zum Ende bei. Auch die Musik beinhaltet
ein reichhaltiges Angebot, von groovigen Momenten bis hin zu technischen
Kabinettstückchen an den Instrumenten wird dem Hörer reichlich
Abwechslung geboten. „Escaping The Stupor“ stellt eine reife
Leistung dar und untermauert die positiven Kritiken, die der Band bisher
zu Teil wurden. Es wäre wohl kaum verwunderlich, wenn man von SACRIFICIUM
in Zukunft wesentlich mehr vernehmen würde. www.sacrificium.com
Walter
ZERO CIPHER - Diary Of A Sadist (Anticulture Records)
Heute schon die Familie, den Nachbarn, den Vermieter oder die Arbeitskollegen
so richtig genervt? Nein (nein. Dafür der Review-Schreiber den Korrektur-Leser...
Andi)? Fehlt etwa der dementsprechende Soundtrack? Dann schnell „Diary
Of A Sadist“ organisiert, denn das britische Quartett ZERO CIPHER
schafft es bedenkenlos mit seiner obskuren Melange aus eigenwilligen, harten
und extremen Metal-Klängen, elektronischen Einsprengsel und Soundtrack-Zutaten
euch der genannten Zielsetzung näher zu bringen. Die Scheibe ist dem
Titel entsprechend als Tagebuch gegliedert, wobei vor allem „Day
2: Single White Female“ und „Day 9: Death Of A Porn Star“ besonders
penetrant aus den Boxen dröhnen und auch den Zuhörer in den Wahnsinn
treiben. In „Day 5: My Statement Of Misintent“ ist Yap von
ONE MINUTE SILENCE als Gast zu hören, fällt aber eigentlich überhaupt
nicht auf, sondern passt sich dem vorgegebenen Sound nahezu perfekt an. „Diary
Of A Sadist“ ist und bleibt ein Album, dass wohl nur zu bestimmten
Anlässen in den CD-Schacht wandern wird…… www.zerocipher.com
Walter
CONVERGENCE - Points Of View (Eigenproduktion)
CONVERGENCE starteten eigentlich als astreine Death Metal–Formation
und veröffentlichten als solche im Jahre 2001 auch ihr „Colours
Behind The Emotion“ genanntes Debüt. Danach war aber schon recht
schnell wieder Schicht im Schacht und es sollte einige Monate dauern, bis
wieder etwas von der Truppe rund um Giacomo Mambriani, dem Mastermind bei
CONVERGENCE, zu hören sein sollte. „Points Of View“ zeigt
das italienische Quartett von einer moderneren Seite, denn die zehn Songs
beinhalten Metal ebenso wie Rock und elektronische Spielereien. Betont
groove-lastig donnern einem die Songs entgegen, werden aber immerzu von
unvorhersehbaren Breaks durchzogen und offenbaren nicht zuletzt deshalb
immer wieder noch nicht entdeckte Details. Dadurch ergibt sich ein sehr
facettenreiches Album, auf dem vor allem Abwechslung groß geschrieben
wird und das von Durchlauf zu Durchlauf mit neuen, unerwarteten Momenten überzeugen
kann. www.convergence.it
Walter
MIKSHA - Collect Your Hazardous Waste (Anticulture Records)
Das norwegische Quartett, welches sich den Namen MIKSHA ausgewählt
hat, existiert bereits seit einigen Jahren und konnte schon mit seiner
selbstbetitelten EP im Jahre 2002 recht gute Kritiken einheimsen. Basierend
auf heftigem Metal kredenzen uns die Herrschaften einen bunten Reigen industrialisierter
Klänge, die noch dazu durch moderne, elektronische Klänge aufgefettet
werden. Diese Mischung kommt extrem druckvoll aus den Boxen, da vor allem
die Gitarristen Tor Age Ballo und Mathis S. Mathisen recht stark im Metal
verankert zu sein scheinen. In manchen metallischen Passagen erinnern mich
MISKHA ein klein wenig an noch stärker elektronisch vorgehende CALLENISH
CIRCLE. Zudem scheint aber auch der Metalcore Einzug bei den Norwegern
gehalten zu haben, denn gesangstechnisch ist Fritz R. Pettersen, der auch
noch den Bass bedient, eher in diesem Sektor anzusiedeln. „Collect
Your Hazardous Waste“ ist zwar ein sehr heftiges Album geworden,
dem meiner Meinung nach allerdings ein wenig die nötige Intensität
für Industrial Metal fehlt. www.miksha.net
Walter
MOB RULES - Sign Of The Time Live (Steamhammer / SPV)
Wenngleich es der norddeutschen Formation MOB RULES noch nicht gelingen
konnte den Durchbruch zu schaffen, so muss den Herrschaften dennoch attestiert
werden, dass sie über ein überdurchschnittlich hohes Maß an
Ausdauer und Beständigkeit verfügen. Zu Zeiten des Debüts „Savage
Land“ noch zu Unrecht als HELLOWEEN-Klon abgestempelt, konnten die
Mannen aus Oldenburg und Umgebung im Laufe ihrer Karriere nicht nur eine
eigene Nische für ihre Klänge finden, sondern schafften es meiner
Meinung nach auch ihren Stil und ihre Musik zu perfektionieren. Da MOB
RULES auch auf der Bühne zu überzeugen wissen, kommt mit „Sign
Of The Time Live“ ein Livealbum in die Läden, um auch all jenen,
denen es bisher noch nicht gelingen konnte, die Band „on Stage“ zu
erleben, einen Eindruck davon zu vermitteln. Das Werk kommt als Doppeldecker,
bestehend aus CD und DVD, in die Regale und vermittelt demnach nicht nur
einen akustischen Eindruck. Hauptbestandteil der Scheiben ist ein
von der Band organisierter Auftritt im Pumpwerk zu Wilhelmshaven, den man
mitschneiden ließ. Vor allem Sänger Klaus Dirks scheint perfekt
vorbereitet und höchstmotiviert gewesen zu sein, da der Knabe einen
brillanten Auftritt hingelegt hat. Aber auch seine Mitstreiter brauchen
Vergleiche schon länger nicht mehr zu scheuen, was hier nachhaltig
bewiesen wird. Die Musik an sich bleibt wohl Geschmacksache, ich persönlich
zähle mich jedenfalls zu den Anhängern des symphonisch angehauchten
Melodic Metal der Formation. Zusätzlich zu besagtem Auftritt wurde
auch eine, von Gitarrist Matthias Mineur und Sänger Klaus moderierte
Bandhistorie auf dieser DVD verewigt, die einen sehr guten Überblick über
das bisherige Schaffen der Band vermittelt. Zudem wurde mit Ausschnitten
von der Wacken Roadshow 2003 und einem Beitrag vom Wacken Open Air sowie
dem Videoclip zu „Black Rain“ weiteres Bonusmaterial für
die Nachwelt festgehalten, weshalb dieses Werk für Fans unumgänglich
ist und für Neueinsteiger unbedingt empfehlenswert ist, da man sich
innerhalb von gut 120 Minuten einen sehr guten Überblick zum Thema
MOB RULES verschaffen kann. www.mobrules.de
Walter
FORCE - Demo 2004 (Eigenproduktion)
Aus der Asche der verblichenen SKULL CRUSHER, die sich mit ihrem groovigen
Death Metal zumindest hier bei uns zahlreiche Fans erspielen konnten,
entstand vor nunmehr sechs Jahren eine neue Band, die FORCE genannte
wurde. In den
ersten Jahren der Existenz bestand das Line Up von FORCE noch aus vier
ehemaligen Mitgliedern von SKULL CRUSHER und in eben jener Besetzung
wurde auch „Changes“, das Debüt der Steirer, im Jahre 2002 eingespielt.
Schon damals war von der Death Metal-Vergangenheit der Mitglieder aber
nichts mehr zu hören, denn man wollte unter dem Banner FORCE eher
dem Melodic Rock frönen, was auch ganz gut gelungen war. Durch den
Wechsel am Mikrophon, der 2003 vollzogen wurde, als Jürgen Bele die
Band verließ und durch Andreas Krammer ersetzt wurde, konnte man
dieses Unterfangen noch weiter vorantreiben, da Andreas ein noch melodiösere
Stimme sein eigen nennt, was auf Songs wie „Remember“ oder „When
Shadows Die“ nachzuhören ist. Man kann den Kompositionen die
Reife der Herrschaften durchaus anhören, denn klischee- und kitschfreier
Melodic Rock mit vereinzelten Metal-Einsprengsel ist es, den uns FORCE
auch mit diesem Demo abliefern. Die drei Songs gehen allesamt gut ins Ohr
und werden wohl erst dann wieder aus den Gehirnwindungen verschwinden,
wenn für Nachschub gesorgt wird. Also Herren, ich darf hiermit offiziell
um solchen bitten! Für € 3,- (exklusive Porto & Verpackung)
wird euch „Demo 2004“ frei Haus geliefert, wer sich auch gleich
das Debüt „Changes“ mitbestellt, das für € 7,-
angeboten wird, spart Kosten fürs Porto und braucht sich nur einmal über
die Post ärgern…..
www.force-online.com
Walter
APOSTASY – Devilution (Black Mark)
Von Apostasy habe ich noch nie gehört und daher ohne allzugroße
Erwartungen das neue Album der Band in den CD-Player eingelegt. Aber: Kaum
spielen die das erste Riff, ist man gefangen! Mir blieb nichts anderes über,
als die CD bis zum Schluss anzuhören. Wow, was für eine Überraschung!
Natürlich: Keine Neuerfindung des Metal; vielmehr eine Mischung aus
Dimmu Borgir und Old Man’s Child. Trotzdem haben Apostasy eine
Prise Eigenständigkeit beigemixt, keine Frage. Tolle Scheibe, die
ich allen Fans genannter Bands ans Herz legen will. Anspieltipps: „Malignant“, „Sulphur
Injection“ und „Salvation Denied“. www.apostasy.se
Dominik
DEATHBOUND – Doomsday Comfort (Dynamic
Arts Records)
Deathbound sind seit ihrem genialen Debüt fest in der Metalszene verankert
und nun setzen sie mit dem Nachfolger namens „Doomsday Comfort“ zum
Todesstoß in Sachen Death Metal - gemixt mit Grindcore - an. Dreckig,
brachial und brutal gehen die Henker abermals ans Werk. Zum Vorgänger
sind keine großen Unterschiede zu merken, was hier aber keinen
Nachteil darstellt... kompromisslose Arbeit also, vielmehr ist auch nicht
mehr zu
sagen, das Teil umfasst 13 Songs und keiner davon ist schlecht. Sprich:
No fillers, just killers! www.deathbound.net
Dominik |