SODOM – Lords Of Depravity Part I (SPV)
Da haben Sodom ihre Fans mit der Wartezeit auf die erste DVD wirklich
beinahe gefoltert. An der Zeit war es nach über 20 Jahren des Bestehens schon
längst, und der wahrscheinlich größte Sodom Fanwunsch ist
nun in Erfüllung gegangen und zwar gleich in Form einer Doppel-DVD.
Alleine der Titel „Lords Of Depravity Part I“ macht klar, dass
wir es hier mit dem ersten Teil zu tun haben und ein weiterer bald folgen
wird. Das steht aber noch in den Sternen….freuen wir uns jetzt lieber
alle mal, dass der erste Teil das Licht der Welt erblickt hat. Beginnen
wir mit der Inspektion bei DVD 1, dieser hochwertigen „Erscheinung“ im
Digipack mit Schuber und 2 Booklets. Diese widmet sich voll und ganz der
Bandgeschichte der deutschen Thrash Metal Helden und zwar von der Gründung
1982 bis zum Jahre 1995. Es handelt sich um eine Dokumentation, die liebevoll
und mit höchstem Aufwand aufbereitet wurde. Eine 180 (!!) minütige
Dokumentation, die tiefste Einblicke in das Bandgeschehen gibt, gespickt
mit ungesehenen Privat-, Backstage-, Behind The Scenes- und Live-Ausschnitten. Uraltes
Videomaterial von den ersten Live Auftritten, ausführliche Interviews
mit den „hunderttausend“ Ex-Mitgliedern und natürlich
mit unserem Onkelchen Tom Angelripper. Durch die Dokumentation führt
ein Sprecher, der einem das Gefühl gibt, als wäre man im Geschichtsunterricht.
Begonnen wird die Doku mit der Kindheit und Jugend von Herrn Angelripper
und es fehlt wirklich kein Detail. Vom Kauf der ersten Bassgitarre mit
dem ersten Gehalt als Lehrling, bis zum Eintausch des Mofas gegen zwei
Marshallverstärker, einfach kultig. Hintergrundinfos und Bandkrisen
werden ebenso wenig verschwiegen, wie das ein oder andere peinliche Saufgelage.
Aber auch Freunde und Wegbegleiter von Sodom waren für Interviews
bereit. Mit dabei z.B. Peter Tägtgren (Hypocrisy), Mille (Kreator),
Bella B. (Die Ärzte), Chris Barnes (Six Feet Under) und zu guter letzt
auch der SPV Labelboss, der Sodom damals entdeckte. Mit Jahr 1995 ist dann
leider wie bereits erwähnt Schluss und kaum ist man dort angelangt,
will man sofort den zweiten Teil sehen, auf den wir leider noch warten
müssen. Das Leid des „Fortsetzung folgt“ Hinweises lindert
die DVD 2, welche einen Mix verschiedener Sodom Konzerte beinhaltet. Die
meisten Songs wurden von den Auftritten in Sofia und dem Wacken Open Air
ausgewählt. Ergibt einen feinen Songmix durch alte, als auch neuere
Alben. Mit dabei sind z.B. „Voice Of Killing“, „The Saw
Is The Law“, „Sodomized“, „Eat Me“, „Aber
Bitte Mit Sahne“, „Wachturm“ oder „Ausgebombt“ sowie
das Motörhead Cover „Ace Of Spades“. Außerdem auch
die Kapitel „Fans Worldwide“ und „Sodom Worldwide“.
Nach dem Konzert kann man sich zusätzlich noch die Videos zu „Ausgebombt“, „Silence
Is Consent“ und „Die Stumme Ursel“ reinziehen. Bekritteln
muss man aber schon ein wenig die Bildqualität der Aufnahmen, die
doch etwas besser sein könnten. Der 5.1 Surround Sound macht dann
einiges wieder gut und ist sehr druckvoll. DVD 2 wird mit Sicherheit keinem
ruhig in seinem Sessel sitzen lassen, denn die geht wirklich ab und überträgt
quasi 1:1 die Aggressivität und Energie der Sodom Auftritte.
Fazit: Ein absolutes MUSS für alle Sodom Fans, ohne nur einmal mit
der Wimper zu zucken! Ich warte schon auf den nächsten Teil, möge
er bald erscheinen!
www.sodomized.info
Dominik
SEPULTURA – Live In Sao Paulo (SPV)
Sepultura ist unumstritten eine Kultband, die mittlerweile seit über
20 Jahren die Bühnen der ganzen Welt unsicher macht. Als kleine Band
haben die sympathischen Brasilianer im Jahre 1984 begonnen und sind zwischenzeitlich
zu einem der größten Acts in Sachen Metal herangewachsen. Natürlich
sind die Meinungen über Sepultura heutzutage gespalten, denn die stilistisch
härtere Vergangenheit und die dazu konträr stehende modernere
Jetztzeit sorgen für verschiedenste Meinungen. Befürworter und
Gegner treffen sich allerdings auf der neuen Doppel DVD „Live In
Sao Paulo“, denn auf dieser DVD bieten Sepultura in Form des Live
Konzerts (DVD1) einen Querschnitt durch die Bandgeschichte! Von der
ersten EP „Bestial Devestation“ bis zum Letztwerk „Roorback“ ist
von beinahe jedem Output der Band etwas auf der Setlist zu finden, wie
z.B. „Necromancer“, „Sepulnation“, „Territory“, „Apes
Of God“ oder „Mindwar“. Insgesamt haben die Jungs ein
Set von rund 80 Minuten runtergebrettert und das mit voller Energie, Aggression
und einer super Bühnen Show. Tja, und nicht nur das, denn für
dieses besondere Konzert haben sich Sepultura auch einige Freunde für
diverse Gastauftritte eingeladen. Besonders hervorzuheben sei die Unterstützung
von Jairo Guedz (Eminence) und Alex Kolesne (Krisiun) beim Song „Necromancer“ bzw. „Troops
Of Doom“. Zusätzlich zum Konzert findet man auf DVD 1 außerdem
ein 11 minütiges „Making Of“, sowie die Bandbiographie
inklusive aller Details. DVD 2 wartet mit einer Dokumentation über
Sepultura auf, bei welcher sich der Fokus der Aufmerksamkeit auf Sänger
Derek Green richtet, der ausführlich über die Band erzählt
- von seiner ersten Kontaktaufnahme bis heute. Zusätzlich haben Sepultura
einige Videoclips wie „Mind War“, „Choke“, als
auch die beiden Live Songs „Nomad“ und „Desperate City“ auf
DVD 2 gepackt. Den würdigen Abschluss findet die DVD 2 mit einer netten
Slideshow. Der gesamte Inhalt der DVD’s wird im 5.1 Surround-Sound
geboten und sorgt für eine dynamische, authentische Wiedergabe. Einziger
Kritikpunkt (mich persönlich stört es nicht) ist das viel zu
laut abgemischte Schlagzeug und die zu leisen Gitarren. Das ist komisch,
wird aber alle Drummer umso mehr freuen. Abschließend bleibt
zu sagen, dass „Live In Sao Paulo“ für alle Sepultura
Fans ein MUSS ist, auch für die Ehemaligen und die, die es noch werden
wollen. Ganz zum Schluss noch zwei Hinweise: Erstens: „Live In Sao
Paulo erscheint auch als Doppel Live CD und zweitens werken Sepultura gerade
am neuen Album, welches nächstes Jahr erscheinen wird…..
www.sepultura.com
Dominik
SINCE THE FLOOD – Valor And
Vengeance (Metal Blade / NSM)
Ein mächtiges Gebräu aus Hardcore und Metal offeriert uns die
aus Massachusetts stammende Band SINCE THE FLOOD. „Valor And Vengeance“,
das Debütalbum der Band ist zwar eigentlich schon zwei Jahre alt und
erschien damals auf dem US-Label Ironclad Recordings, war aber in Europa
so gut wie nicht zu erhalten. Metal Blade nahmen sich der Sache an und
bieten uns selbiges Werk nun quasi als Re-Release an, wobei zusätzlich
ein Bonustrack und ein CD-ROM-Part mit Live-Performances zweier Songs inkludiert
wurden. Die Musik der Amis an sich knallt gehörig aus den Boxen, wenn
auch stilistisch nicht gerade innovative Klänge zu vernehmen sind.
Man orientiert sich an den Großmeistern der Metalcore-Szene PRO-PAIN,
offeriert Songs zumeist unter drei Minuten Länge und kommt in Summe
auf eine Spielzeit von knapp über 30 Minuten. Zu den übermächtigen
Hardcore-Elementen werden immer wieder brachiale Metal-Riffs addiert und
zudem auch gerne einige melodische Parts eingeflochten, weshalb „Valor
And Vengeance“ zwar kurz, aber auch kurzweilig geraten ist.
www.sincetheflood.com
Walter
PATHS OF POSSESSION – Promises In Blood (Metal Blade/NSM)
Obwohl CANNIBAL CORPSE nicht gerade zu den untätigen Formationen zu
zählen sind, scheint es ihren Frontmann George „Corpsegrinder” Fisher
nach Arbeit gelüstet zu haben. So schloss er sich im Jahre 2003 PATHS
OF POSSESSION an um fortan auch bei dieser Truppe den Fronter abzugeben.
Obwohl in Florida beheimatet klingen diese Amis kaum nach dem typischen
Death Metal jener Region, aber das wäre für Georg wohl auch relativ
sinnlos gewesen. Viel eher scheinen die Herrschaften ihre Inspirationen
in Schweden und der Bay Area gefunden zu haben. Ein Vergleich zu CANNIBAL
CORPSE fällt stilistisch deswegen auch aus, auf „Promises In
Blood“ wird wesentlich weniger Wert auf Brutalität und Technik
gelegt als auf Melodik als bei den Kannibalen. Der Opener „Darklands“ entführt
uns ins frühere Göteborg, also in jene Zeit, als der dortige
Death Metal zwar schon melodiös, aber immer noch brachial zelebriert
wurde, während „The Second Coming“ dagegen einen deutlichen
Verweis auf für die Band heimatliche Klänge abliefert. Der Großteil
der Songs ist im traditionellen Death Metal verankert und verfügt
auch über jede Menge Thrash Metal-Anteile, die sehr gekonnt eingeflochten
wurden. „Promises In Blood“ ist in Summe zwar kein Überflieger
geworden, aber nichtsdestotrotz ein sehr heftiges Album, dass der Zielgruppe
munden sollte.
www.pathsofpossession.com
Walter
THE ABSENCE – From Your Grave (Metal Blade/NSM)
Das verdächtig nach Doom wirkende Cover täuscht, denn der auf
einem Grabmal sitzende Rabe überbringt uns mit „From Your Grave“ keineswegs
derlei Klänge. Dem Tod, im sinne tödlicher musikalischer Geschoße
ist aber dennoch nicht abgeneigt, denn seine Kreatoren, ein amerikanisches
Quintett namens THE ABSENCE kredenzt uns eine satte Dosis Death Metal schwedischer
Ausführung. Erst seit knapp vier Jahren ist diese Formation aktiv
und trotz erst einer EP auf der Habenseite, klingt das Werk in Summe bereits
recht routiniert und musikalisch fein säuberlich ausgeführt.
Die Amis, deren Debut soundtechnisch von Erik Rutanperfekt umgesetzt wurde,
wissen ihre Songs immer gekonnt mit messerscharfen Riffs und zwingende
Melodien zu spicken, wodurch man sich zwar mitunter an Bands wie IN FLAMES
erinnert fühlt, allerdings vergessen THE ABSENCE auch das nötige
Quäntchen Eigenständigkeit nicht. Sänger Jamie Stewart schafft
es durch seinen variablen Gesang, der sowohl Todesmörtel-Gegurgel
beinhaltet, aber auch fast schwarzwurzel-lastig kreischend rüberkommt
und dazu phasenweise mit klaren Gesangslinien aufwartet, ebenso für
Abwechslung zu sorgen, wie die offensichtlich perfekt harmonierenden Instrumentalisten.
Zur Auflockerung wurde mit „Shattered“ auch noch ein akustisches
Instrumental auf „From Your Grave“ verewigt, das zwar nicht
besonders spektakulär geraten ist, aber seinen Zweck durchaus erfüllt. Freunde
von melodischem Todesmetall, derer es ja ausreichend geben sollte, können
mit THE ABASENCE ein weiteres Schmuckstück ihr Eigen nennen. www.theabsence.com
Walter
BRAINSTORM - Liquid Monster (Metal Blade/NSM)
Was soll man zu „Liquid Monster“ noch schreiben, was nicht
die geehrten Kollegen bereits von sich gegeben haben? BRAINSTORM sind schlicht
und ergreifend wohl die Band der Stunde, wenn es darum geht, den Marktführer
in Sachen kraftvollen, melodiösen Metal zu nennen. Der Schwaben-Fünfer
versteht es offensichtlich mühelos „Hämmer" zu komponieren
und vergisst dabei zu keiner Sekunde, den Songs den nötigen Nachdruck
zu verleihen. Schon die letzten Werke aus dem Hause BRAINSTORM waren Knaller
vor dem Herren, meiner Meinung nach ist „Liquid Monster“ aber
das bislang kompakteste ihrer Alben geworden. Egal, ob das Tempo dabei
eher gemächlich vorgetragen wird wie in „Inside The Monster“,
oder eher forciert wird wie in „Lifeline“ oder dem Bay Area-lastigen „Despair
To Drown“, BRAINSTORM überzeugen über die gesamte Spielzeit.
Ich bin bloß gespannt, was uns da in Zukunft noch erwarten wird....
www.brainstorm-web.de
Walter
THE BLACK DAHLIA MURDER - Miasma (Metal Blade/NSM)
Mit „Unhallowed“, ihrem Einstand bei METAL BLADE, konnte das
aus Detroit stammende Quintett THE BLACK DAHLIA MURDER (benannt nach einem
immer noch ungeklärten, spektakulären Mordfall in den Vereinigten
Staaten anno 1947) so richtig durchstarten. Neben haufenweise guten Kritiken
durfte der Fünfer zusammen mit illustren Formationen wie ARCH ENEMY
oder NAPALM DEATH in den Staaten auch auf Tournee gehen. Zwar mußte
Drummer Cory Grady durch Zach Gibson ersetzt werden, doch die Band scheint
durch die lange Zeit auf Tournee weiter zu einer Einheit geworden sein.
Diese Tatsache hat sich nachdrücklich auf das Songwriting zum vorliegenden
Album ausgewirkt. Stilistisch sind THE BLACK DAHLIA MURDER zwar immer noch
fest im Todesmörtel verankert, doch vor allem das Gitarristenduo Brian
Eschbach und John Kempainen ergänzt sich perfekt was Soli und Rhythmus
betrifft und schüttelt so manche geniale Melodie aus dem Ärmel.
Genau darin sehe ich auch den größten Unterschied zu den anderen
jungen, hungrigen Bands, die sich diesbezüglich wesentlich weniger
an den "alten Helden" des Metals orientieren. THE BLACK DAHLIA
MURDER haben in ihrer Jugend definitiv den Metal inhaliert, was sich nachhaltig
auf den Stil der Jungs ausgewirkt hat. Derart mitreißende Melodien
bekommt man im Todesmetall-Bereich leider nur selten serviert.
www.theblackdahliamurder.com/
Walter
AS I LAY DYING - Shadows Are Security (Metal Blade/NSM)
Weshalb schafft es eine Band wie AS I LAY DYING
mit derart rabiaten Klängen
bis in die deutschen Charts? Weil ihr Stil, eine Mischung aus Metalcore
und melodiösem Todesblei, gerade voll im Trend liegt? Vielleicht,
aber das allein kann nicht den Ausschlag dafür gegeben haben, denn
mittlerweile existieren wohl mehr als genug Formationen, die in ähnlicher
Art und Weise musizieren. Meiner Meinung nach ist es die Klasse der Amis,
die ihnen den verdienten Ruhm eingebracht hat. Auf „Shadows Are Security“ setzen
AS I LAY DYING konsequent den auf „Frail Words Collapse“ eingeschlagenen
Weg fort. Die Melodien könnten nach wie vor gut und gern aus Göteborg
stammen, ähnlich wie dort ansässige Todesmetaller entlocken Nick
Hipa und Phil Sgrosso ihren Gitarren hammerharte und zugleich melodiöse
Riffs. Auch die Rhythmusabteilung weiß je nach Bedarf mit brachialen
oder eher dezenten Soundteppichen zu glänzen und Sänger Tim Lambesis
fügt sich mit seinem aggressiven Organ perfekt ins Gesamtbild ein.
Ich nehme an, daß in einigen Jahren nur noch wenige „Metalcore"-(oder
wie auch immer derartige Klänge dann genannt werden....)-Bands existieren,
AS I LAY DYING werden aber mit Sicherheit dabei sein. www.asilaydying.net
Walter
YOB - The Unreal Never Lived (Metal Blade/NSM)
Obwohl kaum mehr als ein Jahr seit dem Einstand
der amerikanischen Doomies von YOB bei Metal Blade vergangen ist, kredenzt
uns das Trio aus Eugene
(Oregon) abermals ein über fünfzig Minuten andauerndes Werk voll
emotionaler Kompositionen. Die vier Songs, von denen vor allem der Abschluss
in Form des über 20minütigen „The Mental Tyrant“ unter
Beweis stellt, dass Doom auch sehr abwechslungsreich gestaltet werden kann,
ohne dabei an Intensität zu verlieren, brauchen keinen Vergleich zu
Genreführern zu scheuen.
Die Herrschaften starten mit „Quantum Mystic“ den Reigen und
legen bereits im Opener ihre Ausrichtung klar. Besagter Track klingt wie
eine Jam-Session aus alten BLACK SABBATH und REVEREND BIZARRE, wobei vor
allem der immer wieder recht abstrakt tönende Rhythmus an die durchgeknallten
Finnen erinnert. Das folgende „Grasping Air“ zeigt YOB von
ihrer mächtigsten Seite, die Riffs kommen schwer monolithisch aus
den Boxen und ziehen den Zuhörer förmlich in die Welt der Hoffnungslosigkeit.
Aus jener schafft man es erst wieder ab der zweiten Hälfte vom anschließenden „Kosmos“ zu
entfliehen, wenn YOB abermals ein wenig darauf bedacht sind, durch wechselnde
Melodien für einen kurzzeitigen Ausstieg aus der monotonen Riffkultur
zu sorgen. In Summe ist „The Unreal Never Lived“ ein weiteres
Highlight aus den schier unerschöpflichen Weiten des Doom-Parallel-Universums
geworden und lässt YOB mit zu den aussichtreichen Formationen dieses
Genres werden! www.yobdoom.com
Walter
DARK SUNS – Existence (Prophecy/Soulfood)'
Das Quintett DARK SUNS stammt aus Leipzig und
zählt offenbar nicht nur zum Freundeskreis der ebenfalls dort beheimateten
DISILLUSION, sondern kann auf „Existence“ auch mit ähnlicher
Klasse aufwarten, wie ihre Kumpels vor einiger Zeit mit „Back To
Times Of Splendor“, zudem hat DISILLUSION–Mastermind Vurtox
die Scheibe auch noch produziert. Musikalisch sind allerdings doch klare
und deutliche Unterschiede auszumachen. DARK SUNS dürften sich die
Frühwerke von OPETH verinnerlicht haben, denn es gibt kaum einen
andere Band der es gelingt in Sachen Tiefgang der Brigade rund um Mikael
Akerfeldt derart nahe zu kommen. Dazu gesellen sich fast unendlich viele
unterschiedliche Elemente, die wir aus dunkel getünchten Prog-Rock-Werken
her kennen, als vager Vergleich sei diesbezüglich vor allem das Spätwerk
der Briten ANATHEMA erwähnt. Emotional und voller Melancholie tönen
einem die von Niko Knappe mit unbeschreiblicher Hingabe gesungenen Tracks
entgegen, wobei vor allem die zahlreichen Tempo- und Stimmungswechsel
das Bild prägen. Da der Knabe nebenbei auch noch durch sein akzentuiertes
Schlagzeugspiel auffällt, seine Bandkumpanen an ihren Instrumenten
sowohl handwerklich versiert sind, als auch Atmosphäre perfekt umzusetzen
wissen und auch die Produktion so angelegt wurde, dass vor allem auf die
Stimmung der Songs Rücksicht genommen wurde, bleibt eigentlich nichts
anderes übrig, als diese Band zu einem Geheimtipp zu ernennen, der
allen, die sich mit emotionsgeladenen, dezent dunklen und vor allem sehr
tiefschürfenden Prog-Kompositionen anfreunden können, zwingend
ans Herz gelegt sei.
www.darksuns.de
Walter
IN HEAVEN - Darchangel (Burning Star Records)
Bislang hierzulande noch völlig unbekannt,
konnte sich die griechische Formation IN HEAVEN in der Heimat bereits
mit dem Debüt „...With You“ einen recht guten Namen machen.
Das Trio rund um Elfe Elvira Mitraka offeriert uns elf Songs, denen ein
gewisser verträumter Touch gemeinsam ist. Im Gegensatz zu ähnlich
musizierenden Kappellen wie den Niederländern MORNING (wer kennt
sie nicht... außer mir? Andi) vollbringen IN HEAVEN aber immer wieder
den Brückenschlag zwischen verträumter Atmosphäre und latent
vorhandenem Biss, der in erster Linie von Gitarrist Manolis Varouhas ausgeht,
der zudem auch die relativ bösartig klingenden Backing Vocals eingesungen,
oder besser gesagt, „eingehaucht“ hat. Gerade diese Gesangspassagen
und die dazugehörige beklemmende Atmosphäre machen Songs wie
„Come Out, Come Out“ zu einem wahren Hörerlebnis. Auch
für Arrangements haben IN HEAVEN einen ausgeprägten Sinn, denn
sie wissen wie man derlei Kompositionen zu veredeln hat. Was den Sound
betrifft, müssen allerdings deutliche Abstriche gemacht werden, denn
die Angelegenheit tönt mitunter relativ breiig, was sich aber phasenweise
wieder positiv auf die bedrückende Stimmung der Songs auswirkt. „Darchangel“
ist nicht nur ein absolut gelungener Titel für diese Scheibe geworden,
sondern in Summe auch ein Werk, das nahezu „traumhaft“ geworden
ist. Allerdings sei einmal dahin gestellt, ob die Träume des Hörers
nicht doch eher beängstigend sein werden, denn IN HEAVEN könnten
von der Atmosphäre her auch als gothische Antwort auf SAMAEL durchgehen.
www.inheavenmusic.com
Walter
SONS OF JONATHAS - The Death Dealer (Apache Productions)
Wer immer auch JONATHAS sein mag, seine Söhne
fallen sehr positiv auf. Die vier „Brüder“ lassen nämlich
auf ihrem Debüt „The Death Dealer“ nichts anbrennen.
Der Opener „Final Call“ weist uns den Weg, den wir zusammen
mit den Belgiern in der anschließenden Spielzeit beschreiten werden.
Ein schweres Riffgewitter in Kombination mit sehr tiefem, aber niemals
grunzendem Gesang ist hier angesagt, wobei vor allem Gitarrist Xavier
Carion (ja genau, der ehemalige CHANNEL ZERO-Gitarrist) für Akzente
sorgen kann. Der Kerl versteht es sowohl den Thrash Metal am Leben zu
erhalten, aber auch groovigen Death Metal vom Stapel zu lassen, um dann
sofort in schwedisch-melodiöses Spiel abzugleiten. In eben genau
jenem Dunstkreis bewegen sich SONS OF JONATHAS auch, wobei meiner Meinung
nach der Thrash Metal-Anteil die Überhand behält. Auch die Songs
an sich sind diesbezüglich recht abwechslungsreich gestaltet. So
ist der bereits genannte Opener dezent GRIP INC.-lastig, während
„Listen & Obey“ fast schon Speed Metal-verdächtig
aus den Boxen tönt. Im Gegensatz dazu wird mit Songs wie „Chupacabra“
auch der Midtempo-Bereich gut abgedeckt. SOJ merkt man ihre langjährige
Erfahrung (neben Xavier sollte auch Sänger Roland Camonier von POLLUTED
INHERITANCE ein Begriff sein (natürlich... Andi)) durchaus an. „The
Death Dealer“ stellt keinesfalls ein kalkuliertes Werk dar, sondern
lässt mich eher daran denken, wie CHANNEL ZERO wohl heutzutage klingen
würden.
www.sonsofjonathas.com
Walter
CHIMAIRA – same (Roadrunner/emv)
CHIMAIRA wird ja landläufig unterstellt,
ihre Fähnchen immer in den angesagten Wind zu hängen, um ein
paar Einheiten ihrer gerade aktuellen Veröffentlichung absetzen zu
können. Ehrlich gesagt kann ich das nach mehrmaligem Durchlauf von
„Chimaira“ nicht wirklich nachvollziehen. Im Gegensatz zum
Vorgänger „The Impossibility Of Reason“ haben sich die
Amis diesmal nämlich NICHT noch weiter in Richtung Hardcore herangewagt,
was heutzutage ja nun wahrlich keine Seltenheit darstellen würde,
sondern sich offensichtlich mehr vom Metal inspirieren lassen als je zuvor.
Mitunter lassen die Gitarristen Rob Arnold und Matt Devries gar mit feinen
Soli aufhorchen, während das Grundgerüst in erster Linie aus
brachialem Thrash Metal feinster SLAYER-Schule besteht. Sogar abgedreht
anmutende Riffkonstrukte sind zu vernehmen, bestes Beispiel hierfür
ist der Mittelteil des Openers „Nothing Remains“. Leider fehlt
auf Dauer ein wenig die Abwechslung, doch Hit-verdächtige Grananten
wie „Bloodlust“ entschädigen dafür. Weshalb auch
immer diese Scheibe einigermaßen differenziert klingen mag, lassen
wir erst einmal unkommentiert, Tatsache ist dass die Thrash Metal-Ausrichtung
perfekt zu CHIMAIRA passt und dieses Album vielleicht gar eine neue Ära
in der Bandgeschichte beginnen lassen könnte. <
www.chimaira.com
Walter
OVERLORD´S PERPETUAL - Same (Sonic Age Records
/ Twilight)
Es zeigt wohl von Selbstvertrauen, wenn sich
ein Musiker das Pseudonym OVERLORD auswählt, um damit als Gitarrist in
die Annalen der harten Rockmusik einzugehen. Schon das Cover macht klar,
dass der Knabe es durchaus ernst damit meint, hat er doch auch schon die
Posen für Photos von Großmeister MALMSTEEN drauf. Aber auch
an der Klampfe hat der junge Grieche bereits Einiges zu bieten. Musikalisch
scheint es ihm Yngwie zwar angetan zu haben, doch im Gegensatz zum Schweden
„dürfen“ bei OVERLORD`S PERPETUAL auch die Musiker glänzen.
So ist es vor allem Sänger V. Axiotis, der immer wieder aufhorchen
lässt. In manche Passagen erinnert der Knabe gar an den jungen Michael
Kiske. Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben sollte das mächtige
Keyboard-Spiel von Bob Katsionis, der es immer wieder schafft, die Gitarrenarbeit
seines Meisters perfekt zu untermalen. Was das Tempo angeht, wechseln
die Songs von Speed Metal-lastig bis hin zu gefühlsbetont balladesk,
ebenso natürlich auch die Quirligkeit des Fingerspiels des Gitarristen.
Für ein Debüt geht dieses Album voll und ganz in Ordnung und
in Anbetracht der Tatsache, dass ich eher Griffbrett-Onanie befürchtet
hatte, bin ich schlussendlich sogar positiv überrascht.
www.perpetualband.com
Walter
NICODEMUS - Vanity Is A Virtue (Sonic Age Records
/ Twilight)
In wie fern Eitelkeit tatsächlich eine Tugend
ist, wie uns der theatralisch klingende Titel dieser Scheibe verhökern
will, sei einmal dahingestellt. Eine Tugend ist in jedem Fall die Fähigkeit
perfekt mit Instrumenten umgehen zu können und daran besteht bei
den Musikern von NICODEMUS keinerlei Zweifel. Von Mastermind Christopher
Morris anno 1998 aus der Taufe gehoben, konnte der Sänger, Keyboarder
und Bassist in Personalunion in Matthew McGee schon bald einen ebenso
talentierten Gitarristen zur Mitarbeit gewinnen. Dazu gesellte sich auch
noch Drummer Andrew Green und man begann fortan dem europäisch klingenden,
bombastischen Black Metal zu frönen. Im Laufe der Zeit kam aber auch
die Vorliebe der Musiker für Größen des Progressiven Metals
wie DREAM THEATER oder RUSH immer mehr beim Songwriting zum Vorschein,
weshalb zunächst einmal ein zweiter Gitarrist namens Dave Peters
mit an Bord geholt wurde. Nach zwei Veröffentlichungen über
amerikanische Kleinlabels ist man nun bei Sonic Age Records gelandet,
wodurch das aktuelle Album „Vanity Is A Virtue“ auch für
den europäischen Markt zugänglich gemacht werden konnte. Wer
symphonischen, keyboard-getünchten Prog Metal zu seinen Favoriten
zählt und sich zudem auch nicht an Einsprengsel stößt,
die immer wieder an DIMMU BORGIR erinnern, sollte hier unbedingt einmal
hineinhören. Die Scheibe ist in Summe zwar sehr abwechslungsreich
geworden, was fehlt sind aber die herausragenden Momente, die trotz aller
musikalischer Kompetenz auf „Vanity Is A Virtue“ nicht
vorhanden sind.
www.nicodemus.us
Walter
HEOL TELWEN - An Deiz Ruz (Burning Star Records)
Der sehr ungewöhnliche Bandname HEOL TELWEN
entstammt der bretonischen Sprache und bedeutet „dunkle Sonne”
(ah eh. Andi). Das Quintett aus Frankreich lässt aber offensichtlich
weniger heimatliche Klänge in ihre Musik einfließen, als man
ob des Namens annehmen möchte. Viel mehr vermischen HEOL TELWEN ihren
rüden Mix aus Black und Death Metal mit jeder Menge keltischer und
irischer Folklore. Wer dabei an Bands wie CRUACHAN denkt, liegt gar nicht
so falsch, schließlich wurded die Franzosen von eben jenen auch
bereits als Support-Band für eine Tournee eingeladen. Die musikalische
Darbietung von HEOL TELWEN an sich geht auch schon in Ordnung, noch nicht
ganz ausgereift dagegen ist die Umsetzung, wodurch manch interessante
und originelle Songideen im sehr undifferenziert klingenden Sound untergehen,
weshalb es dem Hörer nicht gerade leicht fällt die Sache nachzuvollziehen.
Über die gesamte Spieldauer gesehen überwiegen aber die positiven
Aspekte, denn HEOL TELWEN klingen im Ansatz sehr originell und auch abwechslungsreich.
Mit etwas mehr Gespür für eine angemessene Produktion könnte
da ein neuer Stern im Schatten von FINNTROLL und Konsorten heranwachsen.
Walter
THEE PLAGUE OF GENTLEMEN - Primula Pestis (I Hate
Records)
Das belgische Quartett THEE PLAGUE OF GENTLEMEN
ist in eingeschworenen Doom-Kreisen längst nicht mehr unbekannt,
nicht zuletzt durch ihre Teilnahme am „Doom Shall Rise“-Festival
konnte sich ein Teil der Doom-Jünger auch schon von den Live-Qualitäten
der Herren überzeugen. Auch auf Konserve klingt die Sache durchaus
interessant, da das Trio ihre von Größen wie SAINT VITUS oder
THE OBSSESSED inspirierte Musik immer wieder mit sehr bösartig tönenden
Elementen verziert. Dabei verzichten die Belgier aber auf Keyboards oder
gar Violinen, sondern fügen Zitate älterer Death Metal-Formationen
wie CELTIC FROST ihren Klängen bei um daraus eine sehr eigenständige
Mischung zu kreieren. Auch die Sangesdarbietung von Steve Mac, der sehr
harsch und teilweise Angst einflößend zur Sache geht, klingt
recht eigenständig, weshalb THEE PLAGUE OF GENTLEMEN mit ihrem ersten
vollständigen Album, dem übrigens mehrere Split-Veröffentlichungen
und EPs vorangegangen sind, in einschlägigen Kreisen auch mit Sicherheit
reüssieren werden können. Beim Erwerb von „Primula Pestis“
sollte allerdings auf die limitierte Vinyl-Version zurückgegriffen
werden, denn auf dieser wurde den bereits erwähnten CELTIC FROST
in Form einer Coverversion von „Dawn Of Megiddo“ gehuldigt.
www.tpog.be
Walter
BURNING SAVIOURS – Same (I Hate Records)
Nach drei Demos und einem offenbar viel umjubelten
Auftritt bei letzten „Doom Shall Rise“-Festival steht das
schwedische Quartett BURNING SAVIOURS nun mit seinem Debütalbum Gewehr
bei Fuß. Was nicht sonderlich spektakulär klingen mag, es in
der Tat aber sehr wohl ist, denn das Quartett existiert erst seit gut
zwei Jahren und die Musiker sind dem Augenschein nach nicht viel älter
als 20. Interessant daran ist vor allem die Tatsache, dass sich BURNING
SAVIOURS einem Stil hingeben, der zu Zeiten angesagt war, als keiner der
Jungs überhaupt noch geboren war. Wie auch immer, die Jungs haben
sich voll und ganz den 70er Jahren verschrieben, wobei hier offensichtlich
die BLACK SABBATH-Collection in Papa ´s Archiv nachhaltig Eindruck
hinterlassen haben dürfte. Dazu gesellen sich zahlreiche Einflüsse
derselben Epoche, die aber wenig Doom-lastig, sondern eher rockig und
folkig aus den Boxen tönen. Ich bin sicher, dass auch JETHRO TULL
mit zu den Favoriten von BURNING SAVIOURS zu zählen sind. Vor allem
„Spread Your Wings“ und „Trees And Stone“ sind
diesbezüglich zu erwähnen, da hier ebenfalls Querflöten
zum Einsatz kommen. Zum größten Teil aber dominiert die klassische
Leadgitarre, die einen sehr angenehmen, warmen Sound verbreitet. Sowohl
Mikael Marjanen als auch sein gleichzeitig auch als Sänger fungierender
Bandkumpel Andrei Amartinesei verstehen ihr Handwerk an den Klampfen bereits
bestens, Andrei muss zudem noch eine bereits recht ausdrucksstarke Stimme
attestiert werden. BURNING SAVIOURS lassen nicht nur den Doom aus den
Anfangstagen perfekt aufleben, sondern verstehen es auch stilfremde Elemente
dieser Epoche perfekt in ihr Klangbild zu integrieren, weshalb „Burning
Saviours“ mit Sicherheit eine Bereicherung für das Archiv
jedes Papas darstellt.
www.burningsaviours.com
Walter
TORIAN - Dreams Under Ice (Underground Symphony)
Zu meiner persönlichen Überraschung
musste ich feststellen, dass es sich bei TORIAN nicht um eine weitere
italienische Formation handelt, die über Underground Symphony ein
Album namens „Dreams Under Ice“ veröffentlicht, sondern
um eine Band aus Paderborn (pader-padauz! Andi) Schon der Opener „Torian“
macht klar, dass hier weniger auf bombastische Arrangements Wert gelegt
wird als auf durchdachte eingängige Kompositionen. Das Quintett zelebriert
eine gelungene Mischung aus melodiösem und kraftvollem Heavy Metal,
der treibend, wie in „Into The Winter“ ebenso gut umgesetzt
werden kann wie MAIDEN-lastig, wofür „History Falls“
als Beispiel genannt werden kann. Leider noch nicht ganz ausgereift sind
dagegen Hochgeschwindigkeitsnummern wie „Late Revenge“ oder
„Decadence“. In eben diesen Songs kann nämlich Sänger
Marc Hohlweck, der ansonsten eine recht solide Leistung bietet, leider
nicht das Niveau halten. Wo er im Normalfall auch in höheren Regionen
überzeugen kann, klingt eher hier noch nicht richtig sattelfest.
Zum Glück gibt es aber ansonsten kaum Kritikpunkte an TORIAN zu finden
und da ohnehin nur zwei Songs von diesen Gesangspassagen betroffen sind,
überwiegt der positive Gesamteindruck von „Dreams Under Ice“.
www.torian-legion.de
Walter
ISOLE – Forevermore (I Hate Records)
„I Will Suffer Forevermore“, singt
Daniel Bryntse im Opener „The Watcher“ und trifft damit den
Nagel ziemlich genau auf den Kopf, wenn die Musik von ISOLE beschrieben
werden soll. In den sieben Songs, die uns das schwedische Quartett auf
seinem Erstling „Forevermore“ anzubieten hat, kredenzen uns
die Musiker, die zuvor unter dem Banner FORLORN in der Szene aktiv waren,
ein sehr gelungenes Werk voll üppiger elegischer Doom-Kompositionen,
quasi Musikgewordenes Leiden. Der Gesang ist ebenfalls sehr leidend, ja
geradezu bedrückend ausgefallen, dem gegenüber stehen allerdings
immer wieder dezente musikalische „Ausreißattacken“
in Richtung eher heftigerer und schnellerer Metal-Passagen. Die bereits
fast 15jährige Existenx der Truppe merkt man den Kompositionen zu
jeder Sekunde an. So klingt zwar jeder einzelne Song an sich schon stark
genug, im Idealfall vergnügt sich der geneigt Fan aber an „Forevermore“ als
Gesamtkunstwerk, denn als solches wirkt die elegische, epische Doomkunst
der Schweden am besten.
www.forevermore.se
Walter
EXCELSIS - The Legacy Of Sempach (Eigenproduktion)
Bei EXCELSIS handelt es sich um Schweizer, die
mit „The Legacy Of Sempach“ bereits zum vierten Mal mit einem
interessant konzipierten Werk antanzen, um die Fans zu erfreuen. Wer mit
den Vorgängerwerken „Anduin The River“ (1997), „Kurt
Of Koppigen“ (1999) und „Tales Of Tell“ (2002) vertraut
ist, wird wissen, dass sich das Quintett immer wieder mit eidgenössischen
Heldengeschichten auseinandersetzt. Auch „The Legacy Of Sempach“
handelt von einer solchen Thematik, nämlich der Schlacht von Sempach.
Im Booklet lädt die Band zu einer Zeitreise ins Jahr 1386 ein, eine
solche unternimmt sie auch gleich im Opener mit dem bedeutungsschwangereren
Titel „Travelling To The Past“. Musikalisch sind sich EXCELSIS
ebenso treu geblieben wie konzeptionell, so sind auch diesmal wieder Affinitäten
zu BLIND GUARDIAN zu vernehmen, die aber, wie gehabt, durch unzählige
Elemente aus dem folkloristischen Bereich aufgepeppt werden konnten und
zu einer epischen Melange verquickt wurden. In ähnlicher Form geht
es durch die insgesamt elf Songs, wobei der Rausschmeißer „Dr.
Frosch“ in bestehender Tradition abermals eine Spaßnummer
geworden ist, offenbar handelt es sich hierbei um die Umsetzung eines
Volksliedes. EXCELSIS haben sich, was die Reife der Kompositionen betrifft,
in ihrer nunmehr bereits fast zehnjährigen Geschichte kontinuierlich
gesteigert, sind aber von ihrer ursprünglichen Intention kein bisschen
abgewichen. Wer mit melodiösem, epischen Metal mit Hang zu Folklore
(bei EXCELSIS wird nahezu ausschließlich alpenländische Folklore
verwurstet) warm wird, sollte sich auch von diesen Eidgenossen erwärmen
lassen können. www.excelsis.ch
Walter
WYTCHCRAFT - I Taste Your Fucking Tears Of Sorrow (Eigenproduktion)
Nicht gerade sensibel oder einfühlsam klingt
der Titel dieses Werkes der Nordlichter WYTCHCRAFT, doch mit ihrem ersten
vollständigen Album, dem zwei Demos und die MCD „Grenzgänger“
vorangegangen waren, zeigen uns die Herren ihren ausgeprägten Sinn
für einfühlsame Melodien und elegische Gesänge. Geradezu
überraschend heftig kommt für eine in Eigenregie aufgenommen
Scheibe der Sound aus den Boxen, hier wusste man offensichtlich genau,
worauf es ankommt. WYTCHCRAFT zelebrieren epischen Doom in Reinkultur,
der aber immer wieder vom gut eingesetzten Tempowechsel akzentuiert wird
und die Angelegenheit so nie in Tristesse abdriften lässt. Dazu hat
die Band mit Kai Tubbesing einen Sänger in ihren Reihen, der es versteht,
seine vor Melancholie und Schmerz nur so triefenden Texte auch perfekt
an den Hörer zu bringen. Der Kerl lebt förmlich seine Songs,
obwohl man manchmal fast Angst haben muss, er könnte bei soviel Hingabe
sterben. Besonders gelungen finde ich vor allem den nahezu perfekten Titelsong,
der es allein schon sämtlichen Doom-Labels antun sollte, um der Band
einen Deal zu verschaffen, das nicht minder gepeinigt tönende „Lost“
und das Hit-Single-verdächtige „Lass Mich Gehen“. Lust
auf musikalisches Leiden? Na dann, habt Teil an diesem Werk und lasst
Euch diese Tränen schmecken.
www.wytchcraft.info
Walter
LINEARSPHERE - Reality Dysfunction (Eigenproduktion)
Fast ungläubig ob der gehörten musikalischen
Leistung musste ich „Reality Dysfunction“ immer wieder in
den CD-Schacht geben um nachzuhören, ob es sich denn tatsächlich
hier um eine junge Newcomer-Truppe namens LINEARSPHERE aus England handeln
würde. In der Tat, das Quintett aus London schafft es mit diesem
Debüt, mich in Luftsprünge zu versetzen. Mit ihrer abgefahrenen
musikalischen Mischung, die mich am ehesten (Vorsicht, jetzt kommt´s!)
an eine gelungene, aber trotzdem sehr eigenständige Melange mit Referenzen
an DREAM THEATER, REALM (!) und WATCHTOWER (!!) erinnert, haben die Briten
ein Werk abgeliefert, dass der Proggie einfach lieben wird. Begonnen beim
riffbetonten Gitarrespiel der Herren Martin Goulding und Charlie Griffiths,
über die bisweilen gar Jazz-lastig aufspielende Rhythmusabteilung
Dave Marks (B) und Nicolas Lowczowski am Schlagzeug bis hin zum dezent
gekeiften, in machen Passagen aber auch Jason McMaster-verdächtigen,
Gesang von Jos Geron überzeugen die Briten auf ganzer Linie. Zugegeben,
nach nur wenigen Durchläufen mag das Material sperrig oder gewöhnungsbedürftig
klingen, wer es jedoch bevorzugt in derlei Songkonstrukte erst eintauchen
zu müssen, um ihre volle Wirkung am eigenen Körper verspüren
zu können, dem sei vor allem der zehnminütige Opener „Reversal“
oder das finale Monumentalopus „From Space To Time“ ans Herz
gelegt.
www.linearsphere.com
Walter
TRAIL OF WISDOM - Euphoria & Melancholy (Eigenproduktion
Bei TRAIL OF WISDOM handelt es sich um das Solo-Projekt
des Schweizers Roman Gubler, der ansonsten bei NOVEL aktiv ist. Während
er bei eben jenen eher dem amerikanischen Metal der SAVATAGE-Klasse frönt,
lässt sich hier eine gewisse Finnland-Affinität nicht absprechen.
Die vier Songs strotzen nur so vor Melancholie, aber auch vor Euphorie,
die in der mit viel Hingabe auf Silberling verewigten Gesangsleistung
förmlich zum Greifen ist und den Titel nahezu selbst erklärt.
Vor allem in „Cry Wolf“ muss Roman ein Kompliment für
seine Sangesleistung ausgestellt werden, denn er schreit sich hier tatsächlich
einen Wolf (Super. Andi) In elegische Passagen eingebettet, vollbringt
er aber immer wieder den Brückenschlag zwischen melancholischem Rock
und etwas heftigeren Passagen, um im Anschluss daran fast schon weinerlich
zerbrechlich zu klingen. Im Titelsong kommt dann auch noch sein Talent
für Arrangements und Atmosphäre zum Vorschein, in besagtem Song
ist zudem noch eine durchaus interessante Frauenstimme zu vernehmen, deren
Besitzerin allerdings leider nicht erwähnt wird. Nichtsdestotrotz
vermag besagtes Fräulein jener Komposition das Sahnehäubchen
aufzusetzen. Im Rausschmeißer „Far Away“ kommt die Vorliebe
für Piano-Passagen im Stile eines Jon Oliva abermals zum Vorschein
und besagter Song reiht sich nahtlos in die Reihe der vorherigen Kompositionen
ein. Bleibt lediglich zu hoffen, dass der gute Knabe nicht eines Tages
in ein „kreatives Loch“ fällt, denn es wäre schade,
auf derlei Projekte wie TRAIL OF WISDOM verzichten zu müssen.
http://fade.to/novel
Walter
BOOMERANG - Balance Of Hate (Trance Music)
Sehr abwechslungsreich gestaltet, präsentiert
die deutschen Band BOOMERANG ihre insgesamt zehn Songs. Basierend auf
heftigem, kraftvollen Metal setzt das Quintett auch immer wieder dezent
folkloristische Elemente ein, die, wenn überhaupt, einzig an die
älteren FALCONER erinnern, ansonsten aber für ein hohes Maß
an Eigenständigkeit sorgen. Auch der abwechselnd einsetzende Gesang,
der allerdings niemals in Todesmetall-Gefilde abdriftet, sondern zwischen
herb-frisch im mittleren Bereich und eher akzentuiert im darüber
befindlichen Höhenbereich erklingt, tut sein Nötiges zur Sache
um aus den Kompositionen Schmuckstücke werden zu lassen. Mir persönlich
gefallen BOOMERANG am besten, wenn das Gaspedal ordentlich gedrückt
wird, wie in „Suffocated Cries“. Aber auch im eher mittleren
Tempo besticht das Quintett mit ungemein druckvollem Spiel und einer ebensolchen
Sangesdarbietung. Gleiches gilt auch für hymnische Tracks oder balladeske
Parts, auch hier können kompetente Musiker bestaunt werden, die ebensolche
Songs präsentieren. Mit Ausnahme des eher mauen Sounds, der „Balance
Of Hate“ vor allem, was die Gitarren betrifft, leider ein wenig
zu undifferenziert klingen lässt, gibt es an dieser Scheibe kaum
etwas zu meckern.
www.boomerang-metal.de
Walter
METAMORPHOSIS - Then All Was Silent (Galileo Records)
Bei METAMORPHOSIS handelt es sich um die Band
eines nicht mehr ganz jugendlichen Schweizers namens Jean-Pierre Schenk,
der bereits seit 35 Jahren aktiver Musiker ist und seit 2001 diese Band
am Laufen hat. Musikalisch darf man METAMORPHOSIS bedenkenlos in die
Prog-Ecke
einordnen, wobei „Then All Was Silent“, das bereits dritte
Werk der Schweizer, ein Konzeptalbum geworden ist. Vom Inhalt her wird
die Geschichte eines Jungen namens Kenny erzählt, der als eines von
zahlreichen Babies geklont wurde, um zu einer „Killer-Machine“
gedrillt zu werden (pfh... Andi). Doch Kenny entwickelt im Laufe der Zeit
einen sehr starken eigenen Willen und lehnt sich gegen seine Herren auf
(gähn, Andi), weshalb diese Story, die meiner Meinung auch durchaus
verfilmt werden könnte, ihren Lauf nimmt (schnarch, Andi). Eingebetet
wird Kenny´s Lebensweg in stark von alten Meistern wie GENESIS oder
PINK FLOYD (bitte nicht vor Morgen früh wecken, danke, Andi) geprägte
Songs, die vor allem vom perfekten Zusammenspiel von Jean-Pierre an Keyboards
und Gesang und den Gitarristen David Grillon und Giova Esposito leben.
Wer seinen Prog Rock immer noch mit latenter Schlagseite in Richtung alter
britischer Heroen genießen möchte, von den letzten Werken von
MARILLION ob ihrem Pop-Appeal ein wenig irritiert ist und wem IQ ´s
letzte Werke eine Spur zu düster ausgefallen sind, der ist mit „Then
All Was Silent“ mit Sicherheit bestens bedient. Schon allein der
als Rausschmeißer fungierende Titelsong, der es noch dazu auf knapp
elf Minuten unverzichtbare Tonkunst bringt, rechtfertigt die Anschaffung
dieser Scheibe (Hä? Schon Morgen? Andi).
www.jp-metamorphosis.com
Walter
NEON SUNRISE – Toxigenesis (Eigenproduktion)
Ihrem eher blumig klingenden Bandnamen stellt
das Ruhrpott-Quintett NEON SUNRISE fünf Tracks gegenüber, die
wesentlich heftiger tönen und internationale Vergleiche nicht zu
scheuen brauchen. Irgendwo im harschen Power Metal angesiedelt, verblüffen
die Jungs immer wieder durch nackenbrechende Breaks, ohne dabei den „Fluss“
innerhalb der Kompositionen zu verlieren. Nicht nur die Instrumentalisten
brillieren, auch Sänger Tim Lorenz kann mit seinem relativ heftigen,
von vereinzelten Death Metal-Passagen durchzogenen, Gesang für Akzente
sorgen. Lediglich im etwas rumpelig tönenden „Patchwork“
kommen die eigentlichen Vorzüge der Band weniger zum Vorschein, doch
dafür können NEON SUNRISE im Anschluss daran mit dem balladesk
beginnenden Titelsong wieder voll und ganz überzeugen. Es scheint,
als ob in Deutschland der kraftvolle, technisch versiert vorgetragene,
zwischen Thrash und Power anzusiedelnde Metal hoch im Kurs stehen dürfte.
Mit Bands wie NEON SUNRISE, EXOTHERM oder COMPLEX 7 ist auf jeden Fall
für reichlich Nachwuchs gesorgt und wer weiß weit es diese
Formationen noch schaffen können.
www.neon-sunrise.de
Walter
HOLY SINNER- Don´t Challenge The Holy Sinner
(Eigenproduktion)
Sehr atmosphärisch beginnt das Debüt-Demo
dieser erst im Jahre 2002 gegründeten italienischen Band namens HOLY
SINNER mit einem „Dead Sky“-betitelten Intro. Ehrlich gesagt
klingt es beinahe zu theatralisch, denn besagter Anfang und die Herkunft
der Truppe ließ mich gleich an einen RHAPSODY-Clone denken. Dem
ist aber zum Glück nicht so, denn die „Sünder“ gehen
wesentlich heftiger zu Werke und verwenden ihr Keyboard im Wesentlichen
zur Untermalung der Gitarren. Melodien sind in den Songs schon einmal
vorhanden und auch die Sangesleistung von Andrea Sklemba darf als akzeptabel
bezeichnet werden. Leider gehen manch gute Songideen aber im befremdend
klingenden Sound unter, so tönen die Drums ein wenig hölzern
und der Bass deutlich überbetont, was bei dieser Art von Musik nicht
unbedingt notwendig wäre, vor allem weil dadurch die Gitarren unterdrückt
werden. Was das Songwriting betrifft, ist man zwar noch nicht ganz so
ausgereift, als dass man HOLY SINNER zwingend empfehlen müsste, immerhin
hat das Sextett mit „Sleeping“ aber bereits einen wahren
Ohrwurm im Repertoire, weshalb diese Scheibe noch lange kein Grund
ist die Band
zu verdammen.
www.holy-sinner.com
Walter
DAWN OF SILENCE - Fear Of Life (Eigenproduktion)
Das noch junge schwedische Quartett DAWN OF SILENCE
scheint wohl „Ohne Fleiß, kein Preis” als Motto gewählt
zu haben. Die Jungs, die die Band erst 2001 aus der Taufe gehoben haben,
sind seit 2002 jedes Jahr mit einem neuen Demo am Start. Respekt einmal
vor dieser Leistung. Vorliegendes Teil stammt aus dem letzten Jahr und
zeigt in erster Linie, wer die Vorbilder der Schweden sein dürften.
Vor allem „Escape“ und „Point Of No Return“ versprühen
den Charme von IRON MAIDEN zur ersten Dickinson-Ära, wodurch mir
immer wieder die finnischen Durchstarter von MACHINE MEN in den Sinn kommen,
wenn ich „Fear Of Life“ höre, denn auch denen sagt man
mehr als nur dezente Affinität zur Eisernen Jungfrau nach (warum
bloß... warum bloß... And). Es würde mich interessieren,
ob DAWN OF SILENCE diesen Weg bereits seit ihrer Gründung eingeschlagen
haben, oder ob sich erst in den letzten Monaten diese Vorliebe auch beim
Songwriting ausgewirkt hat. Der Titelsong an sich deutet aber eher darauf
hin, dass sich DAWN OF SILENCE nicht ausschließlich an MAIDEN orientieren,
sondern auch diverse andere NWOBH-Standards im heimischen Regal stehen
haben dürften. „Fear Of Life“ ist ein durchaus überzeugender
Auftritt dieser jungen Band geworden, die ihrer Tradition treu geblieben
ist und seit kurzer Zeit mit „Lost All Hope“ abermals ein
neues Demo eingespielt hat.
Walter
IMAGIKA - Devils On Both Sides (Mausoleum/Soulfood)
Da Thrash Metal in den letzten Monaten wieder
schwer in Mode gekommen sein dürfte, könnte es auch der kalifornischen
Band IMAGIKA bei ihrem vierten Versuch gelingen, die Früchte ihrer
immerhin schon länger als zehn Jahre andauernden Arbeit einzuheimsen.
Wer mit den Vorgängerwerken „Imagika“ (1995), „Worship“
(1998) und „And So It Burns“ (2001) vertraut ist, wird wissen,
was auf ihn zukommt. Die Amis fabrizieren immer noch recht fein strukturierten
Thrash Metal, der sowohl von ihren Landsleuten aus der Bay Area beeinflusst
wurde, wie auch von den üblichen Verdächtigen der NWOBHM. Angetrieben
von den messerscharfen Riffs von Steven D. Rice und seinem neuen Kompagnon
an der Gitarre Pat Toms überzeugen IMAGIKA unabhängig vom jeweils
vorgetragenen Tempo auf ganzer Linie. Der Einsteig mit „In Your
Shadows“ und „Hexed“ beweist uns, dass es die Herrschaften
mit Dame namens Elena Luciano am Bass, vorzüglich verstehen Speed-Granaten
vom Stapel zu lassen, ohne dabei in dumpfes Geknüppel zu verfallen.
Andererseits wissen sie auch mit eher gemächlicheren Songs, wie dem
Stampfer „Dead Eye Stare“, für Entzücken zu sorgen.
Hochwertige Kost wird der Kenner der Band ohnehin gewohnt sein, dennoch
ist „Devils On Both Sides“ das bislang stärkste Album
von IMAGIKA geworden. Mit dem ehemaligen TRAMONTANE-Sänger Norman
Skinner findet sich seit kurzer Zeit ein absoluter Könner in den
Reihen der Band, der es sowohl versteht emotionale, fast schon Matthew
Barlow-verdächtige Vokalakrobatik von sich zu geben, als auch aggressives
Shouting und dazu noch in HALFORD-lastigen Höhen zu brillieren weiß.
Mich konnten IMAGIKA mit „Devils On Both Sides“ voll und ganz
überzeugen, weshalb ich schon jetzt sehsüchtig auf den für
Frühling 2006 angekündigten Nachfolger warte….
www.imagikametal.com
Walter
PEGAZUS - Live! Thunder Down Under (Battlegod Productions/Twilight)
Die australischen Metaller PEGAZUS dürften
wohl ähnlich polarisieren wie viele andere Bands, die so genannten
„True Metal” spielen. Nach vier Studioalben, von denen das
Debüt hierzulande nur als Import erhältlich war, lassen uns
die Herrschaften rund um Bandoberhaupt Jonny Stoj nun nachhaltig wissen,
welche Energie bei einem Konzert des „fliegenden Pferdes“
freigesetzt wird. Sicher, ein Großteil der Fans hierzulande kam
bereits in den Genuss einer Show der Australier; man erinnere sich an
die Tournee im Vorprogramm von HAMMERFALL anno 1998 oder den formidablen
Gig anlässlich des Wacken Open Airs im selben Jahr. Doch der Neueinsteiger,
dem diese Chance bisweilen noch nicht geboten werden konnte, tut gut daran
ein wenig von der Atmosphäre eines Konzertes von PEGAZUS zu verspüren
um die Energie der Songs an sich noch besser mitzubekommen. Im Gegensatz
zu den erwähnten Gastspielen ist die Besetzung zwar mehrfach geändert
worden, doch mit Ausnahme von Sänger Rob Thompson, der seinem Vorgänger
Danny Cecati, der ja mittlerweile bei den Aussie-Proggies von EYEFEAR
das Mikro schwingt, leider nicht ganz das Wasser reichen kann, fällt
das kaum ins Gewicht. Songs wie „The Patriot“, „Metal
Forever“ oder „The Headless Horseman“ sind an sich prädestiniert
dafür auf den Bühnen dieser Welt gespielt zu werden, weshalb
kaum Kritikpunkte an dieser Scheibe anzubringen sind. Der Sound klingt
zwar nicht immer optimal ausgesteuert, dafür umso authentischer und
lässt „Live! Thunder Down Under“ zum Pflichtkauf für
all jene werden, die sich beim Begriff „True Metal“ angesprochen
fühlen. Darüber hinaus bekommt man auch noch eine Bonus CD offeriert,
auf der sechs Songs in Demo-Versionen ebenso verewigt wurden wie eine
sehenswerte Multimedia-Section, was einen Kauf zusätzlich attraktiver
macht..
www.pegazus.net
Walter
REPENT - Disciple Of Decline (Eigenproduktion)
Eingangs sei gleich einmal festgehalten, dass
diese Scheibe vom kleinen, aber feinen Mailorder Autopsy Stench vertrieben
wird, der mittlerweile auch Scheiben in Eigenregie veröffentlicht.
REPENT, deren aktuelles Album „Disciple Of Decline“ seit Ende
des letzten Jahres zu erhalten ist, sind im Underground schon lange keine
Unbekannten mehr. Die Geschichte der Band reicht bis ins Jahr 1992 zurück,
seit damals waren REPENT auf unzähligen Bühnen zu Gast und konnten
auch mit ihren bisherigen drei Demos und der CD „Escape From Reality“
durchaus gute Kritiken einheimsen. Nach eigenen Angaben reichen die Einflüsse
der Band von SLAYER über EXODUS und FORBIDDEN bis hin zu SACRED REICH.
Dazu gibt es eigentlich kaum etwas hinzuzufügen, denn was diese Beschreibung
betrifft, haben die Herrschaften absolut Recht. REPENT zelebrieren ihren
Thrash Metal geradezu im Stile der genannten amerikanischen Götter.
Die Gitarristen Philip Rath und Andreas Nauke harmonieren perfekt und
lassen immer wieder Erinnerung an die Bay Area aufkommen und auch Sänger
Serkan Sanli kann für Pluspunkte sorgen, da er zum einen nie zu extrem
zu Werke geht, sondern trotz aller Aggressivität nicht auf melodiöse
Parts verzichtet und es zudem versteht sehr akzentuiert vorzutragen. Mir
war bisher gar nicht bewusst, wie nahe REPENT an der Klasse ihre Vorbilder
sind. Wer also eine amtliche Dosis Bay Area-styled Thrash Metal benötigt
und dennoch eine relativ unbekannte Band antesten will, wird hier bestens
bedient. www.repent.de
Walter
IVORY KNIGHT – Unconscience (Eigenproduktion)
„Knight Jumps Queen“ sangen Jeff Waters
und seine ANNIHILATOR bereits vor einigen Jahren, wobei der gute Mann
zu „KNIGHTS“ ohnehin eine besondere Beziehung zu pflegen scheint.
So ist er auch als Produzent für IVORY KNIGHT auf deren vorliegendem
Album „Unconscience“ tätig gewesen. Zu sein ANNIHILATOR
bestehen aber noch weitere Verweise. Der ehemalige IVORY KNIGHT-Drummer
Paul Malek war eine zeitlang auch bei den „Annis“ aktiv und
das Cover von „Unconscience“ wurde von Gyula Havancsak entworfen,
der auch für jenes vom letzen ANNIHILATOR-Album „All For You“
verantwortlich war. So, genug der „Familiengeschichten“, das
mittlerweile zweite Album des kanadischen Quartetts IVORY KNIGHT lässt
Erinnerungen an längst vergessen geglaubte nordamerikanische Formationen
aufkommen. Der Gesang von John Devadasan Perinbam beispielsweise erinnert
des Öfteren an Ted Pilot zu FIFTH ANGEL-Zeiten, was nun wahrlich
nicht gerade eine üble Referenz darstellt. Musikalisch kann man IVORY
KNIGHT ebenso keine Missstände attestieren, denn die insgesamt 10
Songs klingen erfrischend, wenn auch nicht unbedingt innovativ, dafür
aber mächtig kraftvoll, melodiös und eingängig. Auch der
Sound darf als ansprechend bezeichnet werden, weshalb „Unconscience“ allen
Fanatikern von amerikanischen Krafthymnen mit jeder Menge Melodien
ans Herz gelegt sei.
www.ivoryknight.com
Walter
MOLTEN STEEL – Same (Eigenproduktion)
Aus dem fernen Australien schickt sich einmal
mehr eine Formation an, um den traditionellen Metal am Leben zu erhalten.
Offensichtlich ist dort ein richtig gutes Pflaster für derartige
Klänge, denn auch MOLTEN STEEL wissen den drei auf dieser Scheibe
verewigten Songs voll zu überzeugen. Der Opener „Crown Of Thorns“
ist ein recht gelungener Up-Tempo-Banger geworden, bei dem vor allem Sänger
Dave Steel unter Beweis stellt, dass seine Stimmlage geradezu auf Klänge
wie jene zugeschnitten sein dürften. Die folgende Halbballade „No
Pain, No Sorrow“ kommt gefühlsbetont, aber keineswegs überladen
aus den Boxen, wobei Dave hier zeigt, dass er auch in höheren Stimmlagen
überzeugen kann. Das abschließende „Sweet Dreams“
zeigt MOLTEN STEEL wieder von ihrer heftigeren Seite und ist ebenfalls
im Up-Tempo-Bereich angesiedelt. MOLTEN STEEL stehen für traditionellen
Metal, verstehen diesen gut in Szene zu setzen und machen neugierig auf
weitere Veröffentlichungen. www.crossfirenet.com
Walter
CROSSFIRE - Aggression Treaty (Atlantis Müzik)
Vertreter der türkischen Metal-Szene scheinen
nach und nach auch in Zentraleuropa Fuß fassen zu können. Mit
CROSSFIRE aus Ankara sollte ein weiterer Name notiert werden, denn das
seit 1999 existierende Quintett steht ihren schon wesentlich bekannteren
Landsmännern von MEZARKABUL in nichts nach. Das vorliegende Album
beinhaltet insgesamt 14 Songs, die zum größten Teil irgendwo
im Grenzbereich zwischen heftigem Power Metal und dezentem Thrash Metal
anzusiedeln sind, wobei es den Türken aber immer gelingt auch für
knackige Melodien und daraus resultierende Eingängigkeit zu sorgen.
Sänger Ugur Aksoy verfügt über ein recht raues Organ und
passt perfekt zu den teilweise ein wenig ICED EARTH-inspirierten Kompositionen.
Ähnlich wie ihren bereits erwähnten Landsleuten sind auch bei
CROSSFIRE ab und zu heimatliche Anklänge herauszuhören, wie
etwa das dezent orientalisch tönende Gitarrenthema in „Nightwolf“.
In Summe überwiegt auf „Aggression Treaty“ aber der eher
kraftvolle, schnörkellose Metal. Vorbilder und Inspirationsquellen
dürften die Jungs auch in Deutschland haben, so ist als Bonustrack
„Beggars´ Night“ verewigt, das für den bei Remedy
Records erscheinenden „Tribute to Running Wild-Sampler“ „The
Rivalry“ aufgenommen wurde und sich gut ins Gesamtwerk einfügt.
www.crossfirenet.com
Walter
AFTERSHOK - Burning Chrome (Auburn Records)
Der Auftritt von SHOK PARIS anlässlich des
letztjährigen „Bang Your Head“-Festivals scheint offenbar
tatsächlich nur eine einmalige Angelegenheit gewesen zu sein. Aber
keine Bange, Fans von Vic Hix bekommen adäquaten Ersatz geliefert.
Zusammen mit SHOK PARIS-Gitarristen George Mihalovich hat Vic seit einigen
Jahren AFTERSHOK am Start um den traditionellen amerikanischen Heavy Metal
aufrecht zu erhalten. Nach dem Debüt „Unfinished Business“
im Jahre 2002 erwiesen uns AFTERSHOK mit „Burning Chrome“
abermals die Ehre. Passend zum Titel kommt auch das Cover rüber und
schon der Opener „Sons Of Thunder“ lässt Nichts anbrennen.
Der Song enthält all jene Trademarks, die wir von ähnlich gelagerten
Kompositionen zu schätzen wissen, weshalb dieser Stampfer schon nach
wenigen Durchläufen auf alle Ewigkeit in den Gehörgängen
verbleiben sollte. Der Titelsong steht dem in Nichts nach und auch „Dream
Maker“ oder „Livin´ On The Redline“ wissen voll
und ganz zu überzeugen. Erst bei „When Comes The Rain“
ertönen eingangs einfühlsamere Klänge, aber Vic schafft
es im weiteren Verlauf auch diesen Song durch seine Stimme in eine heftigere
Richtung gleiten zu lassen. AFTERSHOK haben einfach Alles, was wir von
traditionellem amerikanischem Metal erwarten, weshalb Fans dieser Richtung
hier auch zugreifen MÜSSEN.
www.aftershok.com
Walter
|