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OKTOBER 2005
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im Archiv

SODOM – Lords Of Depravity Part I (SPV)
Da haben Sodom ihre Fans mit der Wartezeit auf die erste DVD wirklich beinahe gefoltert. An der Zeit war es nach über 20 Jahren des Bestehens schon längst, und der wahrscheinlich größte Sodom Fanwunsch ist nun in Erfüllung gegangen und zwar gleich in Form einer Doppel-DVD. Alleine der Titel „Lords Of Depravity Part I“ macht klar, dass wir es hier mit dem ersten Teil zu tun haben und ein weiterer bald folgen wird. Das steht aber noch in den Sternen….freuen wir uns jetzt lieber alle mal, dass der erste Teil das Licht der Welt erblickt hat. Beginnen wir mit der Inspektion bei DVD 1, dieser hochwertigen „Erscheinung“ im Digipack mit Schuber und 2 Booklets. Diese widmet sich voll und ganz der Bandgeschichte der deutschen Thrash Metal Helden und zwar von der Gründung 1982 bis zum Jahre 1995. Es handelt sich um eine Dokumentation, die liebevoll und mit höchstem Aufwand aufbereitet wurde. Eine 180 (!!) minütige Dokumentation, die tiefste Einblicke in das Bandgeschehen gibt, gespickt mit ungesehenen Privat-, Backstage-, Behind The Scenes- und Live-Ausschnitten.  Uraltes Videomaterial von den ersten Live Auftritten, ausführliche Interviews mit den „hunderttausend“ Ex-Mitgliedern und natürlich mit unserem Onkelchen Tom Angelripper. Durch die Dokumentation führt ein Sprecher, der einem das Gefühl gibt, als wäre man im Geschichtsunterricht. Begonnen wird die Doku mit der Kindheit und Jugend von Herrn Angelripper und es fehlt wirklich kein Detail. Vom Kauf der ersten Bassgitarre mit dem ersten Gehalt als Lehrling, bis zum Eintausch des Mofas gegen zwei Marshallverstärker, einfach kultig.  Hintergrundinfos und Bandkrisen werden ebenso wenig verschwiegen, wie das ein oder andere peinliche Saufgelage. Aber auch Freunde und Wegbegleiter von Sodom waren für Interviews bereit. Mit dabei z.B. Peter Tägtgren (Hypocrisy), Mille (Kreator), Bella B. (Die Ärzte), Chris Barnes (Six Feet Under) und zu guter letzt auch der SPV Labelboss, der Sodom damals entdeckte. Mit Jahr 1995 ist dann leider wie bereits erwähnt Schluss und kaum ist man dort angelangt, will man sofort den zweiten Teil sehen, auf den wir leider noch warten müssen. Das Leid des „Fortsetzung folgt“ Hinweises lindert die DVD 2, welche einen Mix verschiedener Sodom Konzerte beinhaltet. Die meisten Songs wurden von den Auftritten in Sofia und dem Wacken Open Air ausgewählt. Ergibt einen feinen Songmix durch alte, als auch neuere Alben. Mit dabei sind z.B. „Voice Of Killing“, „The Saw Is The Law“, „Sodomized“, „Eat Me“, „Aber Bitte Mit Sahne“, „Wachturm“ oder „Ausgebombt“ sowie das Motörhead Cover „Ace Of Spades“. Außerdem auch die Kapitel „Fans Worldwide“ und „Sodom Worldwide“. Nach dem Konzert kann man sich zusätzlich noch die Videos zu „Ausgebombt“, „Silence Is Consent“ und „Die Stumme Ursel“ reinziehen.  Bekritteln muss man aber schon ein wenig die Bildqualität der Aufnahmen, die doch etwas besser sein könnten. Der 5.1 Surround Sound macht dann einiges wieder gut und ist sehr druckvoll. DVD 2 wird mit Sicherheit keinem ruhig in seinem Sessel sitzen lassen, denn die geht wirklich ab und überträgt quasi 1:1 die Aggressivität und Energie der Sodom Auftritte.
Fazit: Ein absolutes MUSS für alle Sodom Fans, ohne nur einmal mit der Wimper zu zucken! Ich warte schon auf den nächsten Teil, möge er bald erscheinen!
www.sodomized.info
Dominik
 
 
 

SEPULTURA – Live In Sao Paulo (SPV)

Sepultura ist unumstritten eine Kultband, die mittlerweile seit über 20 Jahren die Bühnen der ganzen Welt unsicher macht. Als kleine Band haben die sympathischen Brasilianer im Jahre 1984 begonnen und sind zwischenzeitlich zu einem der größten Acts in Sachen Metal herangewachsen. Natürlich sind die Meinungen über Sepultura heutzutage gespalten, denn die stilistisch härtere Vergangenheit und die dazu konträr stehende modernere Jetztzeit sorgen für verschiedenste Meinungen. Befürworter und Gegner treffen sich allerdings auf der neuen Doppel DVD „Live In Sao Paulo“, denn auf dieser DVD bieten Sepultura in Form des Live Konzerts (DVD1) einen Querschnitt durch die Bandgeschichte!  Von der ersten EP „Bestial Devestation“ bis zum Letztwerk „Roorback“ ist von beinahe jedem Output der Band etwas auf der Setlist zu finden, wie z.B. „Necromancer“, „Sepulnation“, „Territory“, „Apes Of God“ oder „Mindwar“. Insgesamt haben die Jungs ein Set von rund 80 Minuten runtergebrettert und das mit voller Energie, Aggression und einer super Bühnen Show.  Tja, und nicht nur das, denn für dieses besondere Konzert haben sich Sepultura auch einige Freunde für diverse Gastauftritte eingeladen. Besonders hervorzuheben sei die Unterstützung von Jairo Guedz (Eminence) und Alex Kolesne (Krisiun) beim Song „Necromancer“ bzw. „Troops Of Doom“. Zusätzlich zum Konzert findet man auf DVD 1 außerdem ein 11 minütiges „Making Of“, sowie die Bandbiographie inklusive aller Details. DVD 2 wartet mit einer Dokumentation über Sepultura auf, bei welcher sich der Fokus der Aufmerksamkeit auf Sänger Derek Green richtet, der ausführlich über die Band erzählt - von seiner ersten Kontaktaufnahme bis heute. Zusätzlich haben Sepultura einige Videoclips wie „Mind War“, „Choke“, als auch die beiden Live Songs „Nomad“ und „Desperate City“ auf DVD 2 gepackt. Den würdigen Abschluss findet die DVD 2 mit einer netten Slideshow. Der gesamte Inhalt der DVD’s wird im 5.1 Surround-Sound geboten und sorgt für eine dynamische, authentische Wiedergabe. Einziger Kritikpunkt (mich persönlich stört es nicht) ist das viel zu laut abgemischte Schlagzeug und die zu leisen Gitarren. Das ist komisch, wird aber alle Drummer umso mehr freuen.  Abschließend bleibt zu sagen, dass „Live In Sao Paulo“ für alle Sepultura Fans ein MUSS ist, auch für die Ehemaligen und die, die es noch werden wollen. Ganz zum Schluss noch zwei Hinweise: Erstens: „Live In Sao Paulo erscheint auch als Doppel Live CD und zweitens werken Sepultura gerade am neuen Album, welches nächstes Jahr erscheinen wird…..
www.sepultura.com
Dominik


SINCE THE FLOOD – Valor And Vengeance (Metal Blade / NSM)
Ein mächtiges Gebräu aus Hardcore und Metal offeriert uns die aus Massachusetts stammende Band SINCE THE FLOOD. „Valor And Vengeance“, das Debütalbum der Band ist zwar eigentlich schon zwei Jahre alt und erschien damals auf dem US-Label Ironclad Recordings, war aber in Europa so gut wie nicht zu erhalten. Metal Blade nahmen sich der Sache an und bieten uns selbiges Werk nun quasi als Re-Release an, wobei zusätzlich ein Bonustrack und ein CD-ROM-Part mit Live-Performances zweier Songs inkludiert wurden. Die Musik der Amis an sich knallt gehörig aus den Boxen, wenn auch stilistisch nicht gerade innovative Klänge zu vernehmen sind. Man orientiert sich an den Großmeistern der Metalcore-Szene PRO-PAIN, offeriert Songs zumeist unter drei Minuten Länge und kommt in Summe auf eine Spielzeit von knapp über 30 Minuten. Zu den übermächtigen Hardcore-Elementen werden immer wieder brachiale Metal-Riffs addiert und zudem auch gerne einige melodische Parts eingeflochten, weshalb „Valor And Vengeance“ zwar kurz, aber auch kurzweilig geraten ist.
www.sincetheflood.com
Walter


PATHS OF POSSESSION – Promises In Blood (Metal Blade/NSM)

Obwohl CANNIBAL CORPSE nicht gerade zu den untätigen Formationen zu zählen sind, scheint es ihren Frontmann George „Corpsegrinder” Fisher nach Arbeit gelüstet zu haben. So schloss er sich im Jahre 2003 PATHS OF POSSESSION an um fortan auch bei dieser Truppe den Fronter abzugeben. Obwohl in Florida beheimatet klingen diese Amis kaum nach dem typischen Death Metal jener Region, aber das wäre für Georg wohl auch relativ sinnlos gewesen. Viel eher scheinen die Herrschaften ihre Inspirationen in Schweden und der Bay Area gefunden zu haben. Ein Vergleich zu CANNIBAL CORPSE fällt stilistisch deswegen auch aus, auf „Promises In Blood“ wird wesentlich weniger Wert auf Brutalität und Technik gelegt als auf Melodik als bei den Kannibalen. Der Opener „Darklands“ entführt uns ins frühere Göteborg, also in jene Zeit, als der dortige Death Metal zwar schon melodiös, aber immer noch brachial zelebriert wurde, während „The Second Coming“ dagegen einen deutlichen Verweis auf für die Band heimatliche Klänge abliefert. Der Großteil der Songs ist im traditionellen Death Metal verankert und verfügt auch über jede Menge Thrash Metal-Anteile, die sehr gekonnt eingeflochten wurden. „Promises In Blood“ ist in Summe zwar kein Überflieger geworden, aber nichtsdestotrotz ein sehr heftiges Album, dass der Zielgruppe munden sollte.
www.pathsofpossession.com
Walter


THE ABSENCE – From Your Grave (Metal Blade/NSM)
Das verdächtig nach Doom wirkende Cover täuscht, denn der auf einem Grabmal sitzende Rabe überbringt uns mit „From Your Grave“ keineswegs derlei Klänge. Dem Tod, im sinne tödlicher musikalischer Geschoße ist aber dennoch nicht abgeneigt, denn seine Kreatoren, ein amerikanisches Quintett namens THE ABSENCE kredenzt uns eine satte Dosis Death Metal schwedischer Ausführung. Erst seit knapp vier Jahren ist diese Formation aktiv und trotz erst einer EP auf der Habenseite, klingt das Werk in Summe bereits recht routiniert und musikalisch fein säuberlich ausgeführt. Die Amis, deren Debut soundtechnisch von Erik Rutanperfekt umgesetzt wurde, wissen ihre Songs immer gekonnt mit messerscharfen Riffs und zwingende Melodien zu spicken, wodurch man sich zwar mitunter an Bands wie IN FLAMES erinnert fühlt, allerdings vergessen THE ABSENCE auch das nötige Quäntchen Eigenständigkeit nicht. Sänger Jamie Stewart schafft es durch seinen variablen Gesang, der sowohl Todesmörtel-Gegurgel beinhaltet, aber auch fast schwarzwurzel-lastig kreischend rüberkommt und dazu phasenweise mit klaren Gesangslinien aufwartet, ebenso für Abwechslung zu sorgen, wie die offensichtlich perfekt harmonierenden Instrumentalisten. Zur Auflockerung wurde mit „Shattered“ auch noch ein akustisches Instrumental auf „From Your Grave“ verewigt, das zwar nicht besonders spektakulär geraten ist, aber seinen Zweck durchaus erfüllt.  Freunde von melodischem Todesmetall, derer es ja ausreichend geben sollte, können mit THE ABASENCE ein weiteres Schmuckstück ihr Eigen nennen. www.theabsence.com
Walter


BRAINSTORM - Liquid Monster (Metal Blade/NSM)
Was soll man zu „Liquid Monster“ noch schreiben, was nicht die geehrten Kollegen bereits von sich gegeben haben? BRAINSTORM sind schlicht und ergreifend wohl die Band der Stunde, wenn es darum geht, den Marktführer in Sachen kraftvollen, melodiösen Metal zu nennen. Der Schwaben-Fünfer versteht es offensichtlich mühelos „Hämmer" zu komponieren und vergisst dabei zu keiner Sekunde, den Songs den nötigen Nachdruck zu verleihen. Schon die letzten Werke aus dem Hause BRAINSTORM waren Knaller vor dem Herren, meiner Meinung nach ist „Liquid Monster“ aber das bislang kompakteste ihrer Alben geworden. Egal, ob das Tempo dabei eher gemächlich vorgetragen wird wie in „Inside The Monster“, oder eher forciert wird wie in „Lifeline“ oder dem Bay Area-lastigen „Despair To Drown“, BRAINSTORM überzeugen über die gesamte Spielzeit.
Ich bin bloß gespannt, was uns da in Zukunft noch erwarten wird....
www.brainstorm-web.de
Walter


THE BLACK DAHLIA MURDER - Miasma (Metal Blade/NSM)
Mit „Unhallowed“, ihrem Einstand bei METAL BLADE, konnte das aus Detroit stammende Quintett THE BLACK DAHLIA MURDER (benannt nach einem immer noch ungeklärten, spektakulären Mordfall in den Vereinigten Staaten anno 1947) so richtig durchstarten. Neben haufenweise guten Kritiken durfte der Fünfer zusammen mit illustren Formationen wie ARCH ENEMY oder NAPALM DEATH in den Staaten auch auf Tournee gehen. Zwar mußte Drummer Cory Grady durch Zach Gibson ersetzt werden, doch die Band scheint durch die lange Zeit auf Tournee weiter zu einer Einheit geworden sein. Diese Tatsache hat sich nachdrücklich auf das Songwriting zum vorliegenden Album ausgewirkt. Stilistisch sind THE BLACK DAHLIA MURDER zwar immer noch fest im Todesmörtel verankert, doch vor allem das Gitarristenduo Brian Eschbach und John Kempainen ergänzt sich perfekt was Soli und Rhythmus betrifft und schüttelt so manche geniale Melodie aus dem Ärmel. Genau darin sehe ich auch den größten Unterschied zu den anderen jungen, hungrigen Bands, die sich diesbezüglich wesentlich weniger an den "alten Helden" des Metals orientieren. THE BLACK DAHLIA MURDER haben in ihrer Jugend definitiv den Metal inhaliert, was sich nachhaltig auf den Stil der Jungs ausgewirkt hat. Derart mitreißende Melodien bekommt man im Todesmetall-Bereich leider nur selten serviert.
www.theblackdahliamurder.com/
Walter


AS I LAY DYING - Shadows Are Security (Metal Blade/NSM)
Weshalb schafft es eine Band wie AS I LAY DYING mit derart rabiaten Klängen bis in die deutschen Charts? Weil ihr Stil, eine Mischung aus Metalcore und melodiösem Todesblei, gerade voll im Trend liegt? Vielleicht, aber das allein kann nicht den Ausschlag dafür gegeben haben, denn mittlerweile existieren wohl mehr als genug Formationen, die in ähnlicher Art und Weise musizieren. Meiner Meinung nach ist es die Klasse der Amis, die ihnen den verdienten Ruhm eingebracht hat. Auf „Shadows Are Security“ setzen AS I LAY DYING konsequent den auf „Frail Words Collapse“ eingeschlagenen Weg fort. Die Melodien könnten nach wie vor gut und gern aus Göteborg stammen, ähnlich wie dort ansässige Todesmetaller entlocken Nick Hipa und Phil Sgrosso ihren Gitarren hammerharte und zugleich melodiöse Riffs. Auch die Rhythmusabteilung weiß je nach Bedarf mit brachialen oder eher dezenten Soundteppichen zu glänzen und Sänger Tim Lambesis fügt sich mit seinem aggressiven Organ perfekt ins Gesamtbild ein. Ich nehme an, daß in einigen Jahren nur noch wenige „Metalcore"-(oder wie auch immer derartige Klänge dann genannt werden....)-Bands existieren, AS I LAY DYING werden aber mit Sicherheit dabei sein. www.asilaydying.net
Walter


YOB - The Unreal Never Lived (Metal Blade/NSM)
Obwohl kaum mehr als ein Jahr seit dem Einstand der amerikanischen Doomies von YOB bei Metal Blade vergangen ist, kredenzt uns das Trio aus Eugene (Oregon) abermals ein über fünfzig Minuten andauerndes Werk voll emotionaler Kompositionen. Die vier Songs, von denen vor allem der Abschluss in Form des über 20minütigen „The Mental Tyrant“ unter Beweis stellt, dass Doom auch sehr abwechslungsreich gestaltet werden kann, ohne dabei an Intensität zu verlieren, brauchen keinen Vergleich zu Genreführern zu scheuen.
Die Herrschaften starten mit „Quantum Mystic“ den Reigen und legen bereits im Opener ihre Ausrichtung klar. Besagter Track klingt wie eine Jam-Session aus alten BLACK SABBATH und REVEREND BIZARRE, wobei vor allem der immer wieder recht abstrakt tönende Rhythmus an die durchgeknallten Finnen erinnert. Das folgende „Grasping Air“ zeigt YOB von ihrer mächtigsten Seite, die Riffs kommen schwer monolithisch aus den Boxen und ziehen den Zuhörer förmlich in die Welt der Hoffnungslosigkeit. Aus jener schafft man es erst wieder ab der zweiten Hälfte vom anschließenden „Kosmos“ zu entfliehen, wenn YOB abermals ein wenig darauf bedacht sind, durch wechselnde Melodien für einen kurzzeitigen Ausstieg aus der monotonen Riffkultur zu sorgen. In Summe ist „The Unreal Never Lived“ ein weiteres Highlight aus den schier unerschöpflichen Weiten des Doom-Parallel-Universums geworden und lässt YOB mit zu den aussichtreichen Formationen dieses Genres werden! www.yobdoom.com
Walter

 
 DARK SUNS – Existence (Prophecy/Soulfood)'
Das Quintett DARK SUNS stammt aus Leipzig und zählt offenbar nicht nur zum Freundeskreis der ebenfalls dort beheimateten DISILLUSION, sondern kann auf „Existence“ auch mit ähnlicher Klasse aufwarten, wie ihre Kumpels vor einiger Zeit mit „Back To Times Of Splendor“, zudem hat DISILLUSION–Mastermind Vurtox die Scheibe auch noch produziert. Musikalisch sind allerdings doch klare und deutliche Unterschiede auszumachen. DARK SUNS dürften sich die Frühwerke von OPETH verinnerlicht haben, denn es gibt kaum einen andere Band der es gelingt in Sachen Tiefgang der Brigade rund um Mikael Akerfeldt derart nahe zu kommen. Dazu gesellen sich fast unendlich viele unterschiedliche Elemente, die wir aus dunkel getünchten Prog-Rock-Werken her kennen, als vager Vergleich sei diesbezüglich vor allem das Spätwerk der Briten ANATHEMA erwähnt. Emotional und voller Melancholie tönen einem die von Niko Knappe mit unbeschreiblicher Hingabe gesungenen Tracks entgegen, wobei vor allem die zahlreichen Tempo- und Stimmungswechsel das Bild prägen. Da der Knabe nebenbei auch noch durch sein akzentuiertes Schlagzeugspiel auffällt, seine Bandkumpanen an ihren Instrumenten sowohl handwerklich versiert sind, als auch Atmosphäre perfekt umzusetzen wissen und auch die Produktion so angelegt wurde, dass vor allem auf die Stimmung der Songs Rücksicht genommen wurde, bleibt eigentlich nichts anderes übrig, als diese Band zu einem Geheimtipp zu ernennen, der allen, die sich mit emotionsgeladenen, dezent dunklen und vor allem sehr tiefschürfenden Prog-Kompositionen anfreunden können, zwingend ans Herz gelegt sei.
www.darksuns.de
Walter


IN HEAVEN - Darchangel (Burning Star Records)
Bislang hierzulande noch völlig unbekannt, konnte sich die griechische Formation IN HEAVEN in der Heimat bereits mit dem Debüt „...With You“ einen recht guten Namen machen. Das Trio rund um Elfe Elvira Mitraka offeriert uns elf Songs, denen ein gewisser verträumter Touch gemeinsam ist. Im Gegensatz zu ähnlich musizierenden Kappellen wie den Niederländern MORNING (wer kennt sie nicht... außer mir? Andi) vollbringen IN HEAVEN aber immer wieder den Brückenschlag zwischen verträumter Atmosphäre und latent vorhandenem Biss, der in erster Linie von Gitarrist Manolis Varouhas ausgeht, der zudem auch die relativ bösartig klingenden Backing Vocals eingesungen, oder besser gesagt, „eingehaucht“ hat. Gerade diese Gesangspassagen und die dazugehörige beklemmende Atmosphäre machen Songs wie „Come Out, Come Out“ zu einem wahren Hörerlebnis. Auch für Arrangements haben IN HEAVEN einen ausgeprägten Sinn, denn sie wissen wie man derlei Kompositionen zu veredeln hat. Was den Sound betrifft, müssen allerdings deutliche Abstriche gemacht werden, denn die Angelegenheit tönt mitunter relativ breiig, was sich aber phasenweise wieder positiv auf die bedrückende Stimmung der Songs auswirkt. „Darchangel“ ist nicht nur ein absolut gelungener Titel für diese Scheibe geworden, sondern in Summe auch ein Werk, das nahezu „traumhaft“ geworden ist. Allerdings sei einmal dahin gestellt, ob die Träume des Hörers nicht doch eher beängstigend sein werden, denn IN HEAVEN könnten von der Atmosphäre her auch als gothische Antwort auf SAMAEL durchgehen.
www.inheavenmusic.com
Walter


SONS OF JONATHAS - The Death Dealer (Apache Productions)
Wer immer auch JONATHAS sein mag, seine Söhne fallen sehr positiv auf. Die vier „Brüder“ lassen nämlich auf ihrem Debüt „The Death Dealer“ nichts anbrennen. Der Opener „Final Call“ weist uns den Weg, den wir zusammen mit den Belgiern in der anschließenden Spielzeit beschreiten werden. Ein schweres Riffgewitter in Kombination mit sehr tiefem, aber niemals grunzendem Gesang ist hier angesagt, wobei vor allem Gitarrist Xavier Carion (ja genau, der ehemalige CHANNEL ZERO-Gitarrist) für Akzente sorgen kann. Der Kerl versteht es sowohl den Thrash Metal am Leben zu erhalten, aber auch groovigen Death Metal vom Stapel zu lassen, um dann sofort in schwedisch-melodiöses Spiel abzugleiten. In eben genau jenem Dunstkreis bewegen sich SONS OF JONATHAS auch, wobei meiner Meinung nach der Thrash Metal-Anteil die Überhand behält. Auch die Songs an sich sind diesbezüglich recht abwechslungsreich gestaltet. So ist der bereits genannte Opener dezent GRIP INC.-lastig, während „Listen & Obey“ fast schon Speed Metal-verdächtig aus den Boxen tönt. Im Gegensatz dazu wird mit Songs wie „Chupacabra“ auch der Midtempo-Bereich gut abgedeckt. SOJ merkt man ihre langjährige Erfahrung (neben Xavier sollte auch Sänger Roland Camonier von POLLUTED INHERITANCE ein Begriff sein (natürlich... Andi)) durchaus an. „The Death Dealer“ stellt keinesfalls ein kalkuliertes Werk dar, sondern lässt mich eher daran denken, wie CHANNEL ZERO wohl heutzutage klingen würden.
www.sonsofjonathas.com
Walter


CHIMAIRA – same (Roadrunner/emv)
CHIMAIRA wird ja landläufig unterstellt, ihre Fähnchen immer in den angesagten Wind zu hängen, um ein paar Einheiten ihrer gerade aktuellen Veröffentlichung absetzen zu können. Ehrlich gesagt kann ich das nach mehrmaligem Durchlauf von „Chimaira“ nicht wirklich nachvollziehen. Im Gegensatz zum Vorgänger „The Impossibility Of Reason“ haben sich die Amis diesmal nämlich NICHT noch weiter in Richtung Hardcore herangewagt, was heutzutage ja nun wahrlich keine Seltenheit darstellen würde, sondern sich offensichtlich mehr vom Metal inspirieren lassen als je zuvor. Mitunter lassen die Gitarristen Rob Arnold und Matt Devries gar mit feinen Soli aufhorchen, während das Grundgerüst in erster Linie aus brachialem Thrash Metal feinster SLAYER-Schule besteht. Sogar abgedreht anmutende Riffkonstrukte sind zu vernehmen, bestes Beispiel hierfür ist der Mittelteil des Openers „Nothing Remains“. Leider fehlt auf Dauer ein wenig die Abwechslung, doch Hit-verdächtige Grananten wie „Bloodlust“ entschädigen dafür. Weshalb auch immer diese Scheibe einigermaßen differenziert klingen mag, lassen wir erst einmal unkommentiert, Tatsache ist dass die Thrash Metal-Ausrichtung perfekt zu CHIMAIRA passt und dieses Album vielleicht gar eine neue Ära in der Bandgeschichte beginnen lassen könnte. <
www.chimaira.com
Walter


OVERLORD´S PERPETUAL - Same (Sonic Age Records / Twilight)
Es zeigt wohl von Selbstvertrauen, wenn sich ein Musiker das Pseudonym OVERLORD auswählt, um damit als Gitarrist in die Annalen der harten Rockmusik einzugehen. Schon das Cover macht klar, dass der Knabe es durchaus ernst damit meint, hat er doch auch schon die Posen für Photos von Großmeister MALMSTEEN drauf. Aber auch an der Klampfe hat der junge Grieche bereits Einiges zu bieten. Musikalisch scheint es ihm Yngwie zwar angetan zu haben, doch im Gegensatz zum Schweden „dürfen“ bei OVERLORD`S PERPETUAL auch die Musiker glänzen. So ist es vor allem Sänger V. Axiotis, der immer wieder aufhorchen lässt. In manche Passagen erinnert der Knabe gar an den jungen Michael Kiske. Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben sollte das mächtige Keyboard-Spiel von Bob Katsionis, der es immer wieder schafft, die Gitarrenarbeit seines Meisters perfekt zu untermalen. Was das Tempo angeht, wechseln die Songs von Speed Metal-lastig bis hin zu gefühlsbetont balladesk, ebenso natürlich auch die Quirligkeit des Fingerspiels des Gitarristen. Für ein Debüt geht dieses Album voll und ganz in Ordnung und in Anbetracht der Tatsache, dass ich eher Griffbrett-Onanie befürchtet hatte, bin ich schlussendlich sogar positiv überrascht.
www.perpetualband.com
Walter


NICODEMUS - Vanity Is A Virtue (Sonic Age Records / Twilight)
In wie fern Eitelkeit tatsächlich eine Tugend ist, wie uns der theatralisch klingende Titel dieser Scheibe verhökern will, sei einmal dahingestellt. Eine Tugend ist in jedem Fall die Fähigkeit perfekt mit Instrumenten umgehen zu können und daran besteht bei den Musikern von NICODEMUS keinerlei Zweifel. Von Mastermind Christopher Morris anno 1998 aus der Taufe gehoben, konnte der Sänger, Keyboarder und Bassist in Personalunion in Matthew McGee schon bald einen ebenso talentierten Gitarristen zur Mitarbeit gewinnen. Dazu gesellte sich auch noch Drummer Andrew Green und man begann fortan dem europäisch klingenden, bombastischen Black Metal zu frönen. Im Laufe der Zeit kam aber auch die Vorliebe der Musiker für Größen des Progressiven Metals wie DREAM THEATER oder RUSH immer mehr beim Songwriting zum Vorschein, weshalb zunächst einmal ein zweiter Gitarrist namens Dave Peters mit an Bord geholt wurde. Nach zwei Veröffentlichungen über amerikanische Kleinlabels ist man nun bei Sonic Age Records gelandet, wodurch das aktuelle Album „Vanity Is A Virtue“ auch für den europäischen Markt zugänglich gemacht werden konnte. Wer symphonischen, keyboard-getünchten Prog Metal zu seinen Favoriten zählt und sich zudem auch nicht an Einsprengsel stößt, die immer wieder an DIMMU BORGIR erinnern, sollte hier unbedingt einmal hineinhören. Die Scheibe ist in Summe zwar sehr abwechslungsreich geworden, was fehlt sind aber die herausragenden Momente, die trotz aller musikalischer Kompetenz auf „Vanity Is A Virtue“ nicht vorhanden sind.
www.nicodemus.us
Walter


HEOL TELWEN - An Deiz Ruz (Burning Star Records)
Der sehr ungewöhnliche Bandname HEOL TELWEN entstammt der bretonischen Sprache und bedeutet „dunkle Sonne” (ah eh. Andi). Das Quintett aus Frankreich lässt aber offensichtlich weniger heimatliche Klänge in ihre Musik einfließen, als man ob des Namens annehmen möchte. Viel mehr vermischen HEOL TELWEN ihren rüden Mix aus Black und Death Metal mit jeder Menge keltischer und irischer Folklore. Wer dabei an Bands wie CRUACHAN denkt, liegt gar nicht so falsch, schließlich wurded die Franzosen von eben jenen auch bereits als Support-Band für eine Tournee eingeladen. Die musikalische Darbietung von HEOL TELWEN an sich geht auch schon in Ordnung, noch nicht ganz ausgereift dagegen ist die Umsetzung, wodurch manch interessante und originelle Songideen im sehr undifferenziert klingenden Sound untergehen, weshalb es dem Hörer nicht gerade leicht fällt die Sache nachzuvollziehen. Über die gesamte Spieldauer gesehen überwiegen aber die positiven Aspekte, denn HEOL TELWEN klingen im Ansatz sehr originell und auch abwechslungsreich. Mit etwas mehr Gespür für eine angemessene Produktion könnte da ein neuer Stern im Schatten von FINNTROLL und Konsorten heranwachsen.
Walter


THEE PLAGUE OF GENTLEMEN - Primula Pestis (I Hate Records)
Das belgische Quartett THEE PLAGUE OF GENTLEMEN ist in eingeschworenen Doom-Kreisen längst nicht mehr unbekannt, nicht zuletzt durch ihre Teilnahme am „Doom Shall Rise“-Festival konnte sich ein Teil der Doom-Jünger auch schon von den Live-Qualitäten der Herren überzeugen. Auch auf Konserve klingt die Sache durchaus interessant, da das Trio ihre von Größen wie SAINT VITUS oder THE OBSSESSED inspirierte Musik immer wieder mit sehr bösartig tönenden Elementen verziert. Dabei verzichten die Belgier aber auf Keyboards oder gar Violinen, sondern fügen Zitate älterer Death Metal-Formationen wie CELTIC FROST ihren Klängen bei um daraus eine sehr eigenständige Mischung zu kreieren. Auch die Sangesdarbietung von Steve Mac, der sehr harsch und teilweise Angst einflößend zur Sache geht, klingt recht eigenständig, weshalb THEE PLAGUE OF GENTLEMEN mit ihrem ersten vollständigen Album, dem übrigens mehrere Split-Veröffentlichungen und EPs vorangegangen sind, in einschlägigen Kreisen auch mit Sicherheit reüssieren werden können. Beim Erwerb von „Primula Pestis“ sollte allerdings auf die limitierte Vinyl-Version zurückgegriffen werden, denn auf dieser wurde den bereits erwähnten CELTIC FROST in Form einer Coverversion von „Dawn Of Megiddo“ gehuldigt.
www.tpog.be
Walter


BURNING SAVIOURS – Same (I Hate Records)
Nach drei Demos und einem offenbar viel umjubelten Auftritt bei letzten „Doom Shall Rise“-Festival steht das schwedische Quartett BURNING SAVIOURS nun mit seinem Debütalbum Gewehr bei Fuß. Was nicht sonderlich spektakulär klingen mag, es in der Tat aber sehr wohl ist, denn das Quartett existiert erst seit gut zwei Jahren und die Musiker sind dem Augenschein nach nicht viel älter als 20. Interessant daran ist vor allem die Tatsache, dass sich BURNING SAVIOURS einem Stil hingeben, der zu Zeiten angesagt war, als keiner der Jungs überhaupt noch geboren war. Wie auch immer, die Jungs haben sich voll und ganz den 70er Jahren verschrieben, wobei hier offensichtlich die BLACK SABBATH-Collection in Papa ´s Archiv nachhaltig Eindruck hinterlassen haben dürfte. Dazu gesellen sich zahlreiche Einflüsse derselben Epoche, die aber wenig Doom-lastig, sondern eher rockig und folkig aus den Boxen tönen. Ich bin sicher, dass auch JETHRO TULL mit zu den Favoriten von BURNING SAVIOURS zu zählen sind. Vor allem „Spread Your Wings“ und „Trees And Stone“ sind diesbezüglich zu erwähnen, da hier ebenfalls Querflöten zum Einsatz kommen. Zum größten Teil aber dominiert die klassische Leadgitarre, die einen sehr angenehmen, warmen Sound verbreitet. Sowohl Mikael Marjanen als auch sein gleichzeitig auch als Sänger fungierender Bandkumpel Andrei Amartinesei verstehen ihr Handwerk an den Klampfen bereits bestens, Andrei muss zudem noch eine bereits recht ausdrucksstarke Stimme attestiert werden. BURNING SAVIOURS lassen nicht nur den Doom aus den Anfangstagen perfekt aufleben, sondern verstehen es auch stilfremde Elemente dieser Epoche perfekt in ihr Klangbild zu integrieren, weshalb „Burning Saviours“ mit Sicherheit eine Bereicherung für das Archiv jedes Papas darstellt.
www.burningsaviours.com
Walter


TORIAN - Dreams Under Ice (Underground Symphony)
Zu meiner persönlichen Überraschung musste ich feststellen, dass es sich bei TORIAN nicht um eine weitere italienische Formation handelt, die über Underground Symphony ein Album namens „Dreams Under Ice“ veröffentlicht, sondern um eine Band aus Paderborn (pader-padauz! Andi) Schon der Opener „Torian“ macht klar, dass hier weniger auf bombastische Arrangements Wert gelegt wird als auf durchdachte eingängige Kompositionen. Das Quintett zelebriert eine gelungene Mischung aus melodiösem und kraftvollem Heavy Metal, der treibend, wie in „Into The Winter“ ebenso gut umgesetzt werden kann wie MAIDEN-lastig, wofür „History Falls“ als Beispiel genannt werden kann. Leider noch nicht ganz ausgereift sind dagegen Hochgeschwindigkeitsnummern wie „Late Revenge“ oder „Decadence“. In eben diesen Songs kann nämlich Sänger Marc Hohlweck, der ansonsten eine recht solide Leistung bietet, leider nicht das Niveau halten. Wo er im Normalfall auch in höheren Regionen überzeugen kann, klingt eher hier noch nicht richtig sattelfest. Zum Glück gibt es aber ansonsten kaum Kritikpunkte an TORIAN zu finden und da ohnehin nur zwei Songs von diesen Gesangspassagen betroffen sind, überwiegt der positive Gesamteindruck von „Dreams Under Ice“.
www.torian-legion.de
Walter


ISOLE – Forevermore (I Hate Records)
„I Will Suffer Forevermore“, singt Daniel Bryntse im Opener „The Watcher“ und trifft damit den Nagel ziemlich genau auf den Kopf, wenn die Musik von ISOLE beschrieben werden soll. In den sieben Songs, die uns das schwedische Quartett auf seinem Erstling „Forevermore“ anzubieten hat, kredenzen uns die Musiker, die zuvor unter dem Banner FORLORN in der Szene aktiv waren, ein sehr gelungenes Werk voll üppiger elegischer Doom-Kompositionen, quasi Musikgewordenes Leiden. Der Gesang ist ebenfalls sehr leidend, ja geradezu bedrückend ausgefallen, dem gegenüber stehen allerdings immer wieder dezente musikalische „Ausreißattacken“ in Richtung eher heftigerer und schnellerer Metal-Passagen. Die bereits fast 15jährige Existenx der Truppe merkt man den Kompositionen zu jeder Sekunde an. So klingt zwar jeder einzelne Song an sich schon stark genug, im Idealfall vergnügt sich der geneigt Fan aber an „Forevermore“ als Gesamtkunstwerk, denn als solches wirkt die elegische, epische Doomkunst der Schweden am besten.
www.forevermore.se
Walter


EXCELSIS - The Legacy Of Sempach (Eigenproduktion)
Bei EXCELSIS handelt es sich um Schweizer, die mit „The Legacy Of Sempach“ bereits zum vierten Mal mit einem interessant konzipierten Werk antanzen, um die Fans zu erfreuen. Wer mit den Vorgängerwerken „Anduin The River“ (1997), „Kurt Of Koppigen“ (1999) und „Tales Of Tell“ (2002) vertraut ist, wird wissen, dass sich das Quintett immer wieder mit eidgenössischen Heldengeschichten auseinandersetzt. Auch „The Legacy Of Sempach“ handelt von einer solchen Thematik, nämlich der Schlacht von Sempach. Im Booklet lädt die Band zu einer Zeitreise ins Jahr 1386 ein, eine solche unternimmt sie auch gleich im Opener mit dem bedeutungsschwangereren Titel „Travelling To The Past“. Musikalisch sind sich EXCELSIS ebenso treu geblieben wie konzeptionell, so sind auch diesmal wieder Affinitäten zu BLIND GUARDIAN zu vernehmen, die aber, wie gehabt, durch unzählige Elemente aus dem folkloristischen Bereich aufgepeppt werden konnten und zu einer epischen Melange verquickt wurden. In ähnlicher Form geht es durch die insgesamt elf Songs, wobei der Rausschmeißer „Dr. Frosch“ in bestehender Tradition abermals eine Spaßnummer geworden ist, offenbar handelt es sich hierbei um die Umsetzung eines Volksliedes. EXCELSIS haben sich, was die Reife der Kompositionen betrifft, in ihrer nunmehr bereits fast zehnjährigen Geschichte kontinuierlich gesteigert, sind aber von ihrer ursprünglichen Intention kein bisschen abgewichen. Wer mit melodiösem, epischen Metal mit Hang zu Folklore (bei EXCELSIS wird nahezu ausschließlich alpenländische Folklore verwurstet) warm wird, sollte sich auch von diesen Eidgenossen erwärmen lassen können. www.excelsis.ch
Walter


WYTCHCRAFT - I Taste Your Fucking Tears Of Sorrow (Eigenproduktion)

Nicht gerade sensibel oder einfühlsam klingt der Titel dieses Werkes der Nordlichter WYTCHCRAFT, doch mit ihrem ersten vollständigen Album, dem zwei Demos und die MCD „Grenzgänger“ vorangegangen waren, zeigen uns die Herren ihren ausgeprägten Sinn für einfühlsame Melodien und elegische Gesänge. Geradezu überraschend heftig kommt für eine in Eigenregie aufgenommen Scheibe der Sound aus den Boxen, hier wusste man offensichtlich genau, worauf es ankommt. WYTCHCRAFT zelebrieren epischen Doom in Reinkultur, der aber immer wieder vom gut eingesetzten Tempowechsel akzentuiert wird und die Angelegenheit so nie in Tristesse abdriften lässt. Dazu hat die Band mit Kai Tubbesing einen Sänger in ihren Reihen, der es versteht, seine vor Melancholie und Schmerz nur so triefenden Texte auch perfekt an den Hörer zu bringen. Der Kerl lebt förmlich seine Songs, obwohl man manchmal fast Angst haben muss, er könnte bei soviel Hingabe sterben. Besonders gelungen finde ich vor allem den nahezu perfekten Titelsong, der es allein schon sämtlichen Doom-Labels antun sollte, um der Band einen Deal zu verschaffen, das nicht minder gepeinigt tönende „Lost“ und das Hit-Single-verdächtige „Lass Mich Gehen“. Lust auf musikalisches Leiden? Na dann, habt Teil an diesem Werk und lasst Euch diese Tränen schmecken.
www.wytchcraft.info
Walter


LINEARSPHERE - Reality Dysfunction (Eigenproduktion)
Fast ungläubig ob der gehörten musikalischen Leistung musste ich „Reality Dysfunction“ immer wieder in den CD-Schacht geben um nachzuhören, ob es sich denn tatsächlich hier um eine junge Newcomer-Truppe namens LINEARSPHERE aus England handeln würde. In der Tat, das Quintett aus London schafft es mit diesem Debüt, mich in Luftsprünge zu versetzen. Mit ihrer abgefahrenen musikalischen Mischung, die mich am ehesten (Vorsicht, jetzt kommt´s!) an eine gelungene, aber trotzdem sehr eigenständige Melange mit Referenzen an DREAM THEATER, REALM (!) und WATCHTOWER (!!) erinnert, haben die Briten ein Werk abgeliefert, dass der Proggie einfach lieben wird. Begonnen beim riffbetonten Gitarrespiel der Herren Martin Goulding und Charlie Griffiths, über die bisweilen gar Jazz-lastig aufspielende Rhythmusabteilung Dave Marks (B) und Nicolas Lowczowski am Schlagzeug bis hin zum dezent gekeiften, in machen Passagen aber auch Jason McMaster-verdächtigen, Gesang von Jos Geron überzeugen die Briten auf ganzer Linie. Zugegeben, nach nur wenigen Durchläufen mag das Material sperrig oder gewöhnungsbedürftig klingen, wer es jedoch bevorzugt in derlei Songkonstrukte erst eintauchen zu müssen, um ihre volle Wirkung am eigenen Körper verspüren zu können, dem sei vor allem der zehnminütige Opener „Reversal“ oder das finale Monumentalopus „From Space To Time“ ans Herz gelegt.
www.linearsphere.com
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TRAIL OF WISDOM - Euphoria & Melancholy (Eigenproduktion
Bei TRAIL OF WISDOM handelt es sich um das Solo-Projekt des Schweizers Roman Gubler, der ansonsten bei NOVEL aktiv ist. Während er bei eben jenen eher dem amerikanischen Metal der SAVATAGE-Klasse frönt, lässt sich hier eine gewisse Finnland-Affinität nicht absprechen. Die vier Songs strotzen nur so vor Melancholie, aber auch vor Euphorie, die in der mit viel Hingabe auf Silberling verewigten Gesangsleistung förmlich zum Greifen ist und den Titel nahezu selbst erklärt. Vor allem in „Cry Wolf“ muss Roman ein Kompliment für seine Sangesleistung ausgestellt werden, denn er schreit sich hier tatsächlich einen Wolf (Super. Andi) In elegische Passagen eingebettet, vollbringt er aber immer wieder den Brückenschlag zwischen melancholischem Rock und etwas heftigeren Passagen, um im Anschluss daran fast schon weinerlich zerbrechlich zu klingen. Im Titelsong kommt dann auch noch sein Talent für Arrangements und Atmosphäre zum Vorschein, in besagtem Song ist zudem noch eine durchaus interessante Frauenstimme zu vernehmen, deren Besitzerin allerdings leider nicht erwähnt wird. Nichtsdestotrotz vermag besagtes Fräulein jener Komposition das Sahnehäubchen aufzusetzen. Im Rausschmeißer „Far Away“ kommt die Vorliebe für Piano-Passagen im Stile eines Jon Oliva abermals zum Vorschein und besagter Song reiht sich nahtlos in die Reihe der vorherigen Kompositionen ein. Bleibt lediglich zu hoffen, dass der gute Knabe nicht eines Tages in ein „kreatives Loch“ fällt, denn es wäre schade, auf derlei Projekte wie TRAIL OF WISDOM verzichten zu müssen.
http://fade.to/novel
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BOOMERANG - Balance Of Hate (Trance Music)
Sehr abwechslungsreich gestaltet, präsentiert die deutschen Band BOOMERANG ihre insgesamt zehn Songs. Basierend auf heftigem, kraftvollen Metal setzt das Quintett auch immer wieder dezent folkloristische Elemente ein, die, wenn überhaupt, einzig an die älteren FALCONER erinnern, ansonsten aber für ein hohes Maß an Eigenständigkeit sorgen. Auch der abwechselnd einsetzende Gesang, der allerdings niemals in Todesmetall-Gefilde abdriftet, sondern zwischen herb-frisch im mittleren Bereich und eher akzentuiert im darüber befindlichen Höhenbereich erklingt, tut sein Nötiges zur Sache um aus den Kompositionen Schmuckstücke werden zu lassen. Mir persönlich gefallen BOOMERANG am besten, wenn das Gaspedal ordentlich gedrückt wird, wie in „Suffocated Cries“. Aber auch im eher mittleren Tempo besticht das Quintett mit ungemein druckvollem Spiel und einer ebensolchen Sangesdarbietung. Gleiches gilt auch für hymnische Tracks oder balladeske Parts, auch hier können kompetente Musiker bestaunt werden, die ebensolche Songs präsentieren. Mit Ausnahme des eher mauen Sounds, der „Balance Of Hate“ vor allem, was die Gitarren betrifft, leider ein wenig zu undifferenziert klingen lässt, gibt es an dieser Scheibe kaum etwas zu meckern.
www.boomerang-metal.de
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METAMORPHOSIS - Then All Was Silent (Galileo Records)
Bei METAMORPHOSIS handelt es sich um die Band eines nicht mehr ganz jugendlichen Schweizers namens Jean-Pierre Schenk, der bereits seit 35 Jahren aktiver Musiker ist und seit 2001 diese Band am Laufen hat. Musikalisch darf man METAMORPHOSIS bedenkenlos in die Prog-Ecke einordnen, wobei „Then All Was Silent“, das bereits dritte Werk der Schweizer, ein Konzeptalbum geworden ist. Vom Inhalt her wird die Geschichte eines Jungen namens Kenny erzählt, der als eines von zahlreichen Babies geklont wurde, um zu einer „Killer-Machine“ gedrillt zu werden (pfh... Andi). Doch Kenny entwickelt im Laufe der Zeit einen sehr starken eigenen Willen und lehnt sich gegen seine Herren auf (gähn, Andi), weshalb diese Story, die meiner Meinung auch durchaus verfilmt werden könnte, ihren Lauf nimmt (schnarch, Andi). Eingebetet wird Kenny´s Lebensweg in stark von alten Meistern wie GENESIS oder PINK FLOYD (bitte nicht vor Morgen früh wecken, danke, Andi) geprägte Songs, die vor allem vom perfekten Zusammenspiel von Jean-Pierre an Keyboards und Gesang und den Gitarristen David Grillon und Giova Esposito leben. Wer seinen Prog Rock immer noch mit latenter Schlagseite in Richtung alter britischer Heroen genießen möchte, von den letzten Werken von MARILLION ob ihrem Pop-Appeal ein wenig irritiert ist und wem IQ ´s letzte Werke eine Spur zu düster ausgefallen sind, der ist mit „Then All Was Silent“ mit Sicherheit bestens bedient. Schon allein der als Rausschmeißer fungierende Titelsong, der es noch dazu auf knapp elf Minuten unverzichtbare Tonkunst bringt, rechtfertigt die Anschaffung dieser Scheibe (Hä? Schon Morgen? Andi).
www.jp-metamorphosis.com
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NEON SUNRISE – Toxigenesis (Eigenproduktion)
Ihrem eher blumig klingenden Bandnamen stellt das Ruhrpott-Quintett NEON SUNRISE fünf Tracks gegenüber, die wesentlich heftiger tönen und internationale Vergleiche nicht zu scheuen brauchen. Irgendwo im harschen Power Metal angesiedelt, verblüffen die Jungs immer wieder durch nackenbrechende Breaks, ohne dabei den „Fluss“ innerhalb der Kompositionen zu verlieren. Nicht nur die Instrumentalisten brillieren, auch Sänger Tim Lorenz kann mit seinem relativ heftigen, von vereinzelten Death Metal-Passagen durchzogenen, Gesang für Akzente sorgen. Lediglich im etwas rumpelig tönenden „Patchwork“ kommen die eigentlichen Vorzüge der Band weniger zum Vorschein, doch dafür können NEON SUNRISE im Anschluss daran mit dem balladesk beginnenden Titelsong wieder voll und ganz überzeugen. Es scheint, als ob in Deutschland der kraftvolle, technisch versiert vorgetragene, zwischen Thrash und Power anzusiedelnde Metal hoch im Kurs stehen dürfte. Mit Bands wie NEON SUNRISE, EXOTHERM oder COMPLEX 7 ist auf jeden Fall für reichlich Nachwuchs gesorgt und wer weiß weit es diese Formationen noch schaffen können.
www.neon-sunrise.de
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HOLY SINNER- Don´t Challenge The Holy Sinner (Eigenproduktion)
Sehr atmosphärisch beginnt das Debüt-Demo dieser erst im Jahre 2002 gegründeten italienischen Band namens HOLY SINNER mit einem „Dead Sky“-betitelten Intro. Ehrlich gesagt klingt es beinahe zu theatralisch, denn besagter Anfang und die Herkunft der Truppe ließ mich gleich an einen RHAPSODY-Clone denken. Dem ist aber zum Glück nicht so, denn die „Sünder“ gehen wesentlich heftiger zu Werke und verwenden ihr Keyboard im Wesentlichen zur Untermalung der Gitarren. Melodien sind in den Songs schon einmal vorhanden und auch die Sangesleistung von Andrea Sklemba darf als akzeptabel bezeichnet werden. Leider gehen manch gute Songideen aber im befremdend klingenden Sound unter, so tönen die Drums ein wenig hölzern und der Bass deutlich überbetont, was bei dieser Art von Musik nicht unbedingt notwendig wäre, vor allem weil dadurch die Gitarren unterdrückt werden. Was das Songwriting betrifft, ist man zwar noch nicht ganz so ausgereift, als dass man HOLY SINNER zwingend empfehlen müsste, immerhin hat das Sextett mit „Sleeping“ aber bereits einen wahren Ohrwurm im Repertoire, weshalb diese Scheibe noch lange kein Grund ist die Band zu verdammen.
www.holy-sinner.com
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DAWN OF SILENCE - Fear Of Life (Eigenproduktion)
Das noch junge schwedische Quartett DAWN OF SILENCE scheint wohl „Ohne Fleiß, kein Preis” als Motto gewählt zu haben. Die Jungs, die die Band erst 2001 aus der Taufe gehoben haben, sind seit 2002 jedes Jahr mit einem neuen Demo am Start. Respekt einmal vor dieser Leistung. Vorliegendes Teil stammt aus dem letzten Jahr und zeigt in erster Linie, wer die Vorbilder der Schweden sein dürften. Vor allem „Escape“ und „Point Of No Return“ versprühen den Charme von IRON MAIDEN zur ersten Dickinson-Ära, wodurch mir immer wieder die finnischen Durchstarter von MACHINE MEN in den Sinn kommen, wenn ich „Fear Of Life“ höre, denn auch denen sagt man mehr als nur dezente Affinität zur Eisernen Jungfrau nach (warum bloß... warum bloß... And). Es würde mich interessieren, ob DAWN OF SILENCE diesen Weg bereits seit ihrer Gründung eingeschlagen haben, oder ob sich erst in den letzten Monaten diese Vorliebe auch beim Songwriting ausgewirkt hat. Der Titelsong an sich deutet aber eher darauf hin, dass sich DAWN OF SILENCE nicht ausschließlich an MAIDEN orientieren, sondern auch diverse andere NWOBH-Standards im heimischen Regal stehen haben dürften. „Fear Of Life“ ist ein durchaus überzeugender Auftritt dieser jungen Band geworden, die ihrer Tradition treu geblieben ist und seit kurzer Zeit mit „Lost All Hope“ abermals ein neues Demo eingespielt hat.
Walter


IMAGIKA - Devils On Both Sides (Mausoleum/Soulfood)
Da Thrash Metal in den letzten Monaten wieder schwer in Mode gekommen sein dürfte, könnte es auch der kalifornischen Band IMAGIKA bei ihrem vierten Versuch gelingen, die Früchte ihrer immerhin schon länger als zehn Jahre andauernden Arbeit einzuheimsen. Wer mit den Vorgängerwerken „Imagika“ (1995), „Worship“ (1998) und „And So It Burns“ (2001) vertraut ist, wird wissen, was auf ihn zukommt. Die Amis fabrizieren immer noch recht fein strukturierten Thrash Metal, der sowohl von ihren Landsleuten aus der Bay Area beeinflusst wurde, wie auch von den üblichen Verdächtigen der NWOBHM. Angetrieben von den messerscharfen Riffs von Steven D. Rice und seinem neuen Kompagnon an der Gitarre Pat Toms überzeugen IMAGIKA unabhängig vom jeweils vorgetragenen Tempo auf ganzer Linie. Der Einsteig mit „In Your Shadows“ und „Hexed“ beweist uns, dass es die Herrschaften mit Dame namens Elena Luciano am Bass, vorzüglich verstehen Speed-Granaten vom Stapel zu lassen, ohne dabei in dumpfes Geknüppel zu verfallen. Andererseits wissen sie auch mit eher gemächlicheren Songs, wie dem Stampfer „Dead Eye Stare“, für Entzücken zu sorgen. Hochwertige Kost wird der Kenner der Band ohnehin gewohnt sein, dennoch ist „Devils On Both Sides“ das bislang stärkste Album von IMAGIKA geworden. Mit dem ehemaligen TRAMONTANE-Sänger Norman Skinner findet sich seit kurzer Zeit ein absoluter Könner in den Reihen der Band, der es sowohl versteht emotionale, fast schon Matthew Barlow-verdächtige Vokalakrobatik von sich zu geben, als auch aggressives Shouting und dazu noch in HALFORD-lastigen Höhen zu brillieren weiß. Mich konnten IMAGIKA mit „Devils On Both Sides“ voll und ganz überzeugen, weshalb ich schon jetzt sehsüchtig auf den für Frühling 2006 angekündigten Nachfolger warte….
www.imagikametal.com
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PEGAZUS - Live! Thunder Down Under (Battlegod Productions/Twilight)
Die australischen Metaller PEGAZUS dürften wohl ähnlich polarisieren wie viele andere Bands, die so genannten „True Metal” spielen. Nach vier Studioalben, von denen das Debüt hierzulande nur als Import erhältlich war, lassen uns die Herrschaften rund um Bandoberhaupt Jonny Stoj nun nachhaltig wissen, welche Energie bei einem Konzert des „fliegenden Pferdes“ freigesetzt wird. Sicher, ein Großteil der Fans hierzulande kam bereits in den Genuss einer Show der Australier; man erinnere sich an die Tournee im Vorprogramm von HAMMERFALL anno 1998 oder den formidablen Gig anlässlich des Wacken Open Airs im selben Jahr. Doch der Neueinsteiger, dem diese Chance bisweilen noch nicht geboten werden konnte, tut gut daran ein wenig von der Atmosphäre eines Konzertes von PEGAZUS zu verspüren um die Energie der Songs an sich noch besser mitzubekommen. Im Gegensatz zu den erwähnten Gastspielen ist die Besetzung zwar mehrfach geändert worden, doch mit Ausnahme von Sänger Rob Thompson, der seinem Vorgänger Danny Cecati, der ja mittlerweile bei den Aussie-Proggies von EYEFEAR das Mikro schwingt, leider nicht ganz das Wasser reichen kann, fällt das kaum ins Gewicht. Songs wie „The Patriot“, „Metal Forever“ oder „The Headless Horseman“ sind an sich prädestiniert dafür auf den Bühnen dieser Welt gespielt zu werden, weshalb kaum Kritikpunkte an dieser Scheibe anzubringen sind. Der Sound klingt zwar nicht immer optimal ausgesteuert, dafür umso authentischer und lässt „Live! Thunder Down Under“ zum Pflichtkauf für all jene werden, die sich beim Begriff „True Metal“ angesprochen fühlen. Darüber hinaus bekommt man auch noch eine Bonus CD offeriert, auf der sechs Songs in Demo-Versionen ebenso verewigt wurden wie eine sehenswerte Multimedia-Section, was einen Kauf zusätzlich attraktiver macht..
www.pegazus.net
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REPENT - Disciple Of Decline (Eigenproduktion)
Eingangs sei gleich einmal festgehalten, dass diese Scheibe vom kleinen, aber feinen Mailorder Autopsy Stench vertrieben wird, der mittlerweile auch Scheiben in Eigenregie veröffentlicht. REPENT, deren aktuelles Album „Disciple Of Decline“ seit Ende des letzten Jahres zu erhalten ist, sind im Underground schon lange keine Unbekannten mehr. Die Geschichte der Band reicht bis ins Jahr 1992 zurück, seit damals waren REPENT auf unzähligen Bühnen zu Gast und konnten auch mit ihren bisherigen drei Demos und der CD „Escape From Reality“ durchaus gute Kritiken einheimsen. Nach eigenen Angaben reichen die Einflüsse der Band von SLAYER über EXODUS und FORBIDDEN bis hin zu SACRED REICH. Dazu gibt es eigentlich kaum etwas hinzuzufügen, denn was diese Beschreibung betrifft, haben die Herrschaften absolut Recht. REPENT zelebrieren ihren Thrash Metal geradezu im Stile der genannten amerikanischen Götter. Die Gitarristen Philip Rath und Andreas Nauke harmonieren perfekt und lassen immer wieder Erinnerung an die Bay Area aufkommen und auch Sänger Serkan Sanli kann für Pluspunkte sorgen, da er zum einen nie zu extrem zu Werke geht, sondern trotz aller Aggressivität nicht auf melodiöse Parts verzichtet und es zudem versteht sehr akzentuiert vorzutragen. Mir war bisher gar nicht bewusst, wie nahe REPENT an der Klasse ihre Vorbilder sind. Wer also eine amtliche Dosis Bay Area-styled Thrash Metal benötigt und dennoch eine relativ unbekannte Band antesten will, wird hier bestens bedient. www.repent.de
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IVORY KNIGHT – Unconscience (Eigenproduktion)
„Knight Jumps Queen“ sangen Jeff Waters und seine ANNIHILATOR bereits vor einigen Jahren, wobei der gute Mann zu „KNIGHTS“ ohnehin eine besondere Beziehung zu pflegen scheint. So ist er auch als Produzent für IVORY KNIGHT auf deren vorliegendem Album „Unconscience“ tätig gewesen. Zu sein ANNIHILATOR bestehen aber noch weitere Verweise. Der ehemalige IVORY KNIGHT-Drummer Paul Malek war eine zeitlang auch bei den „Annis“ aktiv und das Cover von „Unconscience“ wurde von Gyula Havancsak entworfen, der auch für jenes vom letzen ANNIHILATOR-Album „All For You“ verantwortlich war. So, genug der „Familiengeschichten“, das mittlerweile zweite Album des kanadischen Quartetts IVORY KNIGHT lässt Erinnerungen an längst vergessen geglaubte nordamerikanische Formationen aufkommen. Der Gesang von John Devadasan Perinbam beispielsweise erinnert des Öfteren an Ted Pilot zu FIFTH ANGEL-Zeiten, was nun wahrlich nicht gerade eine üble Referenz darstellt. Musikalisch kann man IVORY KNIGHT ebenso keine Missstände attestieren, denn die insgesamt 10 Songs klingen erfrischend, wenn auch nicht unbedingt innovativ, dafür aber mächtig kraftvoll, melodiös und eingängig. Auch der Sound darf als ansprechend bezeichnet werden, weshalb „Unconscience“ allen Fanatikern von amerikanischen Krafthymnen mit jeder Menge Melodien ans Herz gelegt sei.
www.ivoryknight.com
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MOLTEN STEEL – Same (Eigenproduktion)
Aus dem fernen Australien schickt sich einmal mehr eine Formation an, um den traditionellen Metal am Leben zu erhalten. Offensichtlich ist dort ein richtig gutes Pflaster für derartige Klänge, denn auch MOLTEN STEEL wissen den drei auf dieser Scheibe verewigten Songs voll zu überzeugen. Der Opener „Crown Of Thorns“ ist ein recht gelungener Up-Tempo-Banger geworden, bei dem vor allem Sänger Dave Steel unter Beweis stellt, dass seine Stimmlage geradezu auf Klänge wie jene zugeschnitten sein dürften. Die folgende Halbballade „No Pain, No Sorrow“ kommt gefühlsbetont, aber keineswegs überladen aus den Boxen, wobei Dave hier zeigt, dass er auch in höheren Stimmlagen überzeugen kann. Das abschließende „Sweet Dreams“ zeigt MOLTEN STEEL wieder von ihrer heftigeren Seite und ist ebenfalls im Up-Tempo-Bereich angesiedelt. MOLTEN STEEL stehen für traditionellen Metal, verstehen diesen gut in Szene zu setzen und machen neugierig auf weitere Veröffentlichungen. www.crossfirenet.com
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CROSSFIRE - Aggression Treaty (Atlantis Müzik)
Vertreter der türkischen Metal-Szene scheinen nach und nach auch in Zentraleuropa Fuß fassen zu können. Mit CROSSFIRE aus Ankara sollte ein weiterer Name notiert werden, denn das seit 1999 existierende Quintett steht ihren schon wesentlich bekannteren Landsmännern von MEZARKABUL in nichts nach. Das vorliegende Album beinhaltet insgesamt 14 Songs, die zum größten Teil irgendwo im Grenzbereich zwischen heftigem Power Metal und dezentem Thrash Metal anzusiedeln sind, wobei es den Türken aber immer gelingt auch für knackige Melodien und daraus resultierende Eingängigkeit zu sorgen. Sänger Ugur Aksoy verfügt über ein recht raues Organ und passt perfekt zu den teilweise ein wenig ICED EARTH-inspirierten Kompositionen. Ähnlich wie ihren bereits erwähnten Landsleuten sind auch bei CROSSFIRE ab und zu heimatliche Anklänge herauszuhören, wie etwa das dezent orientalisch tönende Gitarrenthema in „Nightwolf“. In Summe überwiegt auf „Aggression Treaty“ aber der eher kraftvolle, schnörkellose Metal. Vorbilder und Inspirationsquellen dürften die Jungs auch in Deutschland haben, so ist als Bonustrack „Beggars´ Night“ verewigt, das für den bei Remedy Records erscheinenden „Tribute to Running Wild-Sampler“ „The Rivalry“ aufgenommen wurde und sich gut ins Gesamtwerk einfügt.
www.crossfirenet.com

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AFTERSHOK - Burning Chrome (Auburn Records)
Der Auftritt von SHOK PARIS anlässlich des letztjährigen „Bang Your Head“-Festivals scheint offenbar tatsächlich nur eine einmalige Angelegenheit gewesen zu sein. Aber keine Bange, Fans von Vic Hix bekommen adäquaten Ersatz geliefert. Zusammen mit SHOK PARIS-Gitarristen George Mihalovich hat Vic seit einigen Jahren AFTERSHOK am Start um den traditionellen amerikanischen Heavy Metal aufrecht zu erhalten. Nach dem Debüt „Unfinished Business“ im Jahre 2002 erwiesen uns AFTERSHOK mit „Burning Chrome“ abermals die Ehre. Passend zum Titel kommt auch das Cover rüber und schon der Opener „Sons Of Thunder“ lässt Nichts anbrennen. Der Song enthält all jene Trademarks, die wir von ähnlich gelagerten Kompositionen zu schätzen wissen, weshalb dieser Stampfer schon nach wenigen Durchläufen auf alle Ewigkeit in den Gehörgängen verbleiben sollte. Der Titelsong steht dem in Nichts nach und auch „Dream Maker“ oder „Livin´ On The Redline“ wissen voll und ganz zu überzeugen. Erst bei „When Comes The Rain“ ertönen eingangs einfühlsamere Klänge, aber Vic schafft es im weiteren Verlauf auch diesen Song durch seine Stimme in eine heftigere Richtung gleiten zu lassen. AFTERSHOK haben einfach Alles, was wir von traditionellem amerikanischem Metal erwarten, weshalb Fans dieser Richtung hier auch zugreifen MÜSSEN.
www.aftershok.com

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