NACA7 - Barricades On Fire (Acute/Edel)
Nach dem äußerst gelungenen Debüt-Album "Several Reasons To Die For" (2003) steht
der neue Longplayer des Schwechater Airport-Hardcore-Quartetts auf der Startbahn
zum Abheben bereit: "Barricades On Fire" erreicht mühelos die Flughöhe des Vorgängers,
setzt
durch noch eingängigere Songs sogar zu einem Höhenflug mit ungeahntem Ziel an.
Doch wer nun glaubt, dass die Band sich von Ballast in Form von
Härte und Kompromisslosigkeit per Fallschirm entledigt hat, befindet sich auf
völligem Blindflug: Weiterhin drehen sich unbändig die Propeller, schallen die
Triebwerke, respektive krachen die Gitarren im Einklang mit Bass-Schlagzeug-Rhythmen
zum Anschnallen. Piloten ist
nichts verboten! Wenn man derart ungeniert den Beatles-Klassiker "Come
Together" deftig veredelt, muss man seinen Weg in den Rock-Himmel finden - NACA7
schaffen's bestimmt. www.naca7.com
H.C. Vetchy
TARANTULA – Metalmorphosis (AFM/Soulfood)
Zugegeben, den Großteil der bisher bereits erhältlichen sechs
Veröffentlichungen des portugiesischen Quartetts TARANTULA kenne
ich nicht. Gänzlich unbekannt ist mir die Band rund um Gitarristen
Paolo Barros aber auch nicht mehr. Auf „Metalmorphosis“ kredenzen
uns die Iberer insgesamt elf Songs, die irgendwo zwischen klassischem
Melodic Metal und traditionellem Hardrock anzusiedeln sind. Dabei schaffen
es die Herren, klischeefrei zu klingen und zudem gute Stimmung ohne Ende
zu verbreiten. Bitte mich nicht falsch zu verstehen, die TITO-freien
TARANTULA sind alles andere als eine Fun-Combo, sondern ein durchaus
ernst zunehmender Act. Es ist wohl eher ein Zeichen von Reife - schließlich
existiert die Band bereits seit über 20 Jahren - dass den Portugiesen
die Fähigkeit eigen ist, gut arrangierte, melodiöse Metal-Songs
mit knackige Melodien ebenso zu kreieren wie schnulzenfreie Balladen.
Eigentlich ist es fast schon ein Witz, dass eine Band wie TARANTULA in
unserer Region nahezu unbekannt ist, „Metalmorphosis“ sollte
daran endlich etwas ändern. www.tarantula-music.com
Walter
SYMPHORCE – Godspeed (Metal Blade/NSM)
Ich gestehe, ich bin seit Anfangstagen eingeschworener Fan dieser deutschen
Band. Weshalb, kann ich nicht einmal genau sagen, aber ich schätze
schlicht und ergreifend die Art und Weise, wie SYMPHORCE ihre Songs offerieren.
Sie schaffen es zum einen den Esprit großer Taten des amerikanischen
Power Metals zu offenbaren, versehen ihre Kompositionen aber auch mit
progressiven Elementen und dezent modernen Einflüssen, kurz gesagt,
SYMPHORCE trafen meine Geschmacksnerven schon immer zu 100%, daran hat
sich auch mit >>Godspeed<< nichts geändert. Zudem schafft
es das Quintett auch schon lange Zeit ihre Songs, seien sie auch noch
so abgedreht, immer mit der nötigen Eingängigkeit auszustatten. >>Godspeed<<,
das mittlerweile fünfte Werk, steht seinen Vorgängern diesbezüglich
in nichts nach. Obwohl mitunter fast schon brutale Passagen zu vernehmen
sind, die gar an Größen wie FORBIDDEN erinnern, darf SYMPHORCE
immer noch attestiert werden, mit „modernen“ Effekten so
umzugehen, dass auch der eingefleischteste Metaller keinerlei Einwände
finden wird. Über Andy Franck´s Sangesleistung noch großartige
Worte zu verlieren, sollte sich mittlerweile ebenfalls erübrig haben,
weshalb >>Godspeed<< nicht zuletzt durch die abermals perfekt
umgesetzte Produktion zu einem der absoluten Highlights des heurigen
Jahres geworden ist. www.symphorce.de
Walter
ROB ROCK - Holy Hell (AFM/Soulfood)
Trotz seiner Teilnahme am legendären Projekt M.A.R.S - das mit seinem
einzigen Album „Project: Driver“ für Furore sorgen konnte
- und weiteren Alben von Axel Rudi PELL und IMPELLITTERI, auf welchen
Rob Rock zu hören ist, war es dem Ami bislang nochnicht vergönnt,
den ihm gebührenden Ruhm einzuheimsen. Woran das liegt, weiß wohl
nicht einmal er selbst. Auch mit jenen unter seinem eigenen Namen
veröffentlichten Scheiben „Rage Of Creation“ und „Eyes
Of Eternity“ stellte sich noch nicht der Erfolg ein, weshalb „Holy
Hell“ auch all jenen ans Herz gelegt sei, die den Namen des Sängers
bislang ignoriert haben. Seine Klientel wird ohnehin wissen, was zu erwarten
ist, dem Rest sei mitgeteilt, dass Rob diesmal unter Mithilfe von Carljohann
Grimmark (G) und Bobby Jarzombek (D) abermals ein sattes Metal-Album
vorgelegt hat, das in erster Linie mit grandiosen Melodien unterschiedlicher
Härte überzeugen kann. Der Opener „Slayer Of Souls“ ist
eine mächtige Doublebass-Attacke geworden und bleibt bis zum Ende
härtetechnisch das Non-Plus-Ultra der Scheibe. Im krassen Gegensatz
dazu stehen Songs wie beispielsweise „Calling Angels“, ein
wunderbarer Melodic Rocker, der aber qualitativ ebenfalls durchaus gelungen
ist. Rob´ s Stimme deckt sowohl den heftigen Bereich ab, wie auch
den eher getragenen und balladesken, was er spätestens bei „I´ll
Be Waiting For You“ eindrucksvoll unter Beweis stellt. Kurz
gesagt, „Holy Hell“ überzeugt in allen Belangen, wobei
neben des Meisters eindrucksvoller Stimme vor alle das akzentuierte Drum-Spiel
von Bobby Jarzombek hervorzuheben ist, der es auch hier schafft sich
perfekt, aber dennoch songdienlich, in Szene zu setzen. www.robrock.com
Walter
BASTARD PEELS – Fishfuckstuck (crater8/rebeat)
Haha, es ist endlich da (was für ein schöner Reim (Super! Andi)),
das Debütalbum der österreichischen Schweine bzw. Fische (???!!!)
Bastard Peels. Die meisten von euch werden diese erstklassige Kapelle
noch nicht kennen, außer ihr wart z.B. beim legendären Meshuggah
Gig dabei, wo sie spontan statt Freund Hein als Support eingesprungen
sind. Ein Wahnsinns-Konzer!
Nun also liegt das Erstwerk der kranken Psychopaten auf, es hört
auf den „sinnvollen“ Namen „fishfuckstuck“ und
beinhaltet 17 Songs. So, wo kann man die Jungs nun vom Stil her hingeben?!
In Wahrheit nirgends so recht, denn Bastard Peels haben es geschafft,
mit unverkennbaren Stil und Sound etwas wirklich Neues, Witziges und
Spannendes zu schaffen. Das Album gestaltet sich sehr experimentell, übersäht
mit Stil- und Geschwindigkeitswechseln, eine Mischung aus Rock und verschiedensten
Metal-Richtungen. Ab und dann hört man Meshuggah Riffs, manchmal
etwas Slayer, dann wieder etwas Metalcore, um dann zu ruhigen instrumental
Zwischenstücken überzugehen. Bei Bastard Peels herrscht musikalisches
Wirrwarr, Chaos, aber mit Super Songs. Ein Hochhaus an neuen Ideen, jeder
Song ist anders und auf seine Art und Weise etwas Besonderes. Kurze Tracks,
längere Tracks, der richtige Schmäh macht’s aus. Album-Namen
und Songtitel wie „Wet Rectum?“, „Rüschag“, „Kerstin“ oder „Pfleger“ zeugen
von (schwarzem) Humor. Extrem Meshuggah Riff-lastig ist „Puto Blanco“ (könnte
wirklich ein Song der Meister sein) und die mit Abstand humorvollsten
Nummern sind „Catch The Bird“ (einfach krank) und „Kerstin“.
Manchmal stellt man sich die Frage, ob diese drei Herren aus einem Irrenhaus
ausgebrochen sind.... Wie man auf die ein oder andere Songstruktur kommen
kann, ist fraglich, umso mehr ist und bleibt (auch nach mehrmaligen durchhören)
das Werk spannend, wie eine Expedition bei welcher man immer wieder neues
entdeckt. Natürlich dürfen auch ein paar kleine Kritikpunkte
nicht fehlen: Die Aufnahmequalität ist ganz okay, allerdings weiß man,
dass man noch viel mehr hätte rausholen können... Und Warum
zum Gott sind keine Lyrics im Booklet??!! Scheiße, jeder würde
gerne die kranken Texte mitlesen, um sie dann ins Abendgebet mit aufzunehmen...
wirklich schade. Tja, aber an der Musik gibt’s wie gesagt nix zum
Raunzen, alles wunderbar. Leute, lasst euch überzeugen und checkt
euch den Bastard! www.bastardpeels.com
Dominik
SEARING I – Bloodshred (Black Lotus/Soulfood)
Schweden war und ist wohl eines jener Länder mit der breitesten
Dichte an jungen Bands. SEARING I aus Uppsala (nix passiert! Andi) setzen
den Reigen an Veröffentlichungen junger Formationen mit ihrem Debüt >>Bloodshred<< fort.
Wie zahlreiche ihrer Landsleute fabriziert auch dieses Quintett eine
gefällige Mischung aus traditionellen und modernen Thrash Metal-Anteilen,
wobei allerdings weder Death noch Hardcore-Elemente auszumachen sind.
Am ehesten sind es noch THE HAUNTED, die dem Hörer in den Sinn kommen.
Von einem Plagiat kann aber dennoch zu keiner Sekunde gesprochen werden,
denn zum einen erinnern manche Songs vom Aufbau und der Geschwindigkeit
her gar an alte Helden wie EXCITER, zum anderen haben SEARING I mit Andreas Öman
einen Shouter in ihren Reihen, der Aggressivität wohl bereits seit
frühester Kindheit erfahren haben dürfte, denn seine Stimme
kommt zu keiner Sekunde gewollt brutal rüber, sondern klingt authentisch,
was zwar ein wenig bedenklich wirkt, sich aber positiv auf die Musik
ausgewirkt hat. www.searingi.com
Walter
AIDEN – Nightmare Anatomy (Victory
Records/Soulfood)
Noch kennt die fünf zarten Jungs noch kein Schwein, zumindest nicht
bei uns in Österreich, aber das wird sich schnell ändern. In
England waren Aiden gemeinsam mit Silverstein auf Tour und haben das
Publikum mit ihrem modernen Punkrock zum Ausrasten gebracht. Die Amerikaner
existieren als Band erst seit 2003 und legen mit „Nightmare Anatomy“ ihr
zweites full-length Album auf den Tisch, mit welchem sie nun die Welt
erobern wollen. Dies könnte durchwegs gelingen, den die Mischung
aus dreckigem Punkrock und gefühlvollen modernen Melodien ist wunderbar.
Besonders empfehlen muss man den Opener „Knife Blood Nightmare“,
sowie „Genetic Design For Dying“. Allright!
Dominik
U.D.O. - 24/7 (AFM/Soulfood)
Als Appetizer zum demnächst erscheinenden neuen Studioalbum „Mission
No. X“ lässt sich „Uns Udo“ nicht lumpen und offeriert
mit seinen Mannen eine satte Vorab-Single. Der Titelsong „24/7“ wird
zwar auch auf dem Longplayer verewigt sein, „Mean Streets“ebenfalls,
wird uns hier aber in einer „Single-Version“ geboten, „Number
For A Number“, „Scream Killers“ und „Hardcore
Lover“ dagegen werden nicht auf „Mission No. X“ zu
finden sein. Angesichts der Tatsache, dass die genannten Songs
nahezu klassisches U.D.O.-Material darstellen und keineswegs schwächer
einzustufen sind, als jene Songs die uns U.D.O. zuletzt auf ihren Alben
geboten haben, darf man wahrlich auf ein Highlight des deutschen Heavy
Metal gespannt sein! www.udo-online.de
Walter
SINISTHRA - Last Of The Stories Of Long Past Glories (Arise/Point)
Die Geschichte dieser finnischen Band begann vor gut fünf Jahren
unter dem Namen NEVERGREEN. Ebenso unbunt wie jener Bandnamen klingt
auch die Musik des in späterer Folge in SINISTHRA umbenannten Sextetts.
Vom Opener „Coming Up Roses“ bis hin zum Rausschmeißer „Compeletely
Incomplete“ regiert die für finnische Bands typische Melancholie.
Obwohl die Musik an sich phasenweise recht doomig aus den Boxen dröhnt,
kommt durch die immer wieder perfekt in Szene gesetzten Keyboards auch
eine gewisse Vorliebe der Herrschaften für gothische Klänge
zum Vorschein. Die Gitarristen überraschen zudem mit einigen ruppigen,
unruhigen Intermezzi, wodurch für Abwechslung gesorgt ist und der
Zuhörer weder in elegischen Träumereinen noch in Hoffnungslosigkeit
unterzugehen droht. Die im Normalfall druckvolle Produktion von
Nino Laurenne in seinem Sonic Pump Studios kommt hier ein wenig lasch
aus den Boxen, allerdings muss Nino diesbezüglich freigesprochen
werden, da Gitarrist Markku Mäkinen dafür hauptverantwortlich
zeichnete. Wie auch immer, zu den relativ dunklen Songs an sich passt
die dadurch vermittelte Stimmung recht gut, weshalb sich „finno-phile“ Musikliebhaber
den Namen SINISTHRA notieren müssen. www.sinisthra.com
Walter
RAINTIME - Tales From Sadness (Arise/Point)
Der Verschmelzung unterschiedlicher Stilelemente sind offenbar keinerlei
Grenzen gesetzt. Als Beweis dafür kann auch „Tales From Sadness“,
das Debüt eines italienischen Quintetts mit dem meteorologisch im
Moment perfekt passenden Namen RAINTIME genannt werden. Die „Regenzeitler“ sind
seit 1999 aktiv und hatten in DREAM THEATER ihrer großen Vorbilder
gefunden. Seit damals konnte ein mittlerweile perfekt harmonierendes
Line-Up gefunden werden und ein Deal bei Arise Records an Land gezogen
werden. Vom „Traumtheater“ sind zwar immer noch zahlreiche
Anklänge zu vernehmen, doch im Grunde genommen haben wir es mit
einer recht eigenständig klingenden Melange aus progressiven Metal-Anteilen,
jeder Menge typisch italienisch tönenden symphonisch-bombastischen
Power Speed-Zutaten und zahlreichen Querverweisen an melodiösen
Death Metal aus Schweden zu tun. Vor allem letztgenannter Einfluss
macht „Tales From Sadness“ zunächst sehr interessant
und lässt das songschreiberische Talent der Italiener aufblitzen,
auch wenn noch lange nicht alles Gold ist was glänzt. Vor allem
gegen Ende der Scheibe muss festgestellt werden, dass die guten Ideen
wohl ein wenig abhanden gekommen sind und der eher unspektakuläre
symphonische Italo-Bombast regiert. www.raintime.com
Walter
BLIND STARE - Symphony Of Delusions (Arise/Point)
Melodiöser Todesmetall wird schon lange nicht mehr ausschließlich
in Schweden fabriziert. Auch in Finnland sind in den letzten Jahren einige
Bands gegründet worden um in jenem Segment Fuß fassen zu können.
BLIND STARE, die sich mit ihren beiden Demos bereits einen recht guten
Ruf in ihrer Heimat erspielen konnten, beweisen uns mit ihrem Debüt „Symphony
Of Delusions“ mit Nachdruck, dass sie nicht von ungefähr zu
den gefeierten Newcomern ihres Heimatlandes gezählt werden. Im Gegensatz
zu zahlreichen anderen Melodic Death-Acts scheuen sie weder vor klassischen
Einflüssen zurück, für welche in erster Linie das immer
wieder in den Vordergrund tretende Keyboard von Zacharias Aarnio verantwortlich
ist, noch vor „modernen“ Einsprengsel, die von den immer
wieder harsch tönenden Gitarren der Herren Jaako Lehtinen und Anders Öström
stammen. Daraus ergibt sich eine interessante Mischung, die von Sänger
Eino Tuominen und seiner, je nach Bedarf grimmig oder klar klingenden,
Stimme perfekt untermalt wird. BLIND STARE funktionieren offenbar bestens
im kollektiv, denn von Soloeskapaden oder ähnlichen Ausflügen
sind die einzelnen Musiker weit entfernt, was auch gut so ist. www.blindstare.net
Walter
AS WE FIGHT - Black Nails And Bloody Wrists (Dockyard 1/Soulfood)
Sehr aggressiv und kampfbetont klingen nicht nur Bandname und Albumtitel,
sondern auch die Musik. Das dänische Sextett AS WE FIGHT, bei dem
mit Jason Campbell und Laurits Medorn gleich zwei Vokalisten mit von
der Partie sind, sollte mit seinen Klängen voll den Zeitgeist treffen.
Angesiedelt in der Schnittmenge aus brachialen Hardcore-Klängen,
schwedischem Melodic Death-Metal und jeder Menge an Elementen, die gerade
in den US of A schwer im Trend liegen und dort von Formationen wie KILLSWITCH
ENGAGE zum Besten gegeben werden, liefern uns AS WE FIGHT insgesamt elf
Kampfansagen. Durch das durchwegs hohe Tempo und immer wieder im
Vordergrund stehende Aggressivitätspotential der Songs kann ich
zwar leider nicht erkennen welcher Sänger in welchen Passagen zu
hören ist, doch offenbar ist dies auch nicht wirklich relevant. Auf
den Bühnen dieser Welt kommt es mit Sicherheit verdammt gut rüber,
wenn gleich zwei Schreihälse die Leute vor der Bühne mit ihren
brutalen Gesangsattacken, gebettet in nicht minder brachiale Songs, anzuheizen
versuchen. AS WE FIGHT sollten so gesehen ein Garant für energiegeladene
Live-Shows sein. Wollen wir hoffen, dass es den Jungs auch vergönnt
ist, eine Tournee absolvieren zu können. www.aswefight.tk
Walter
RECKLESS TIDE - Repent Or Seal Your Fate (Armageddon/Soulfood)
Schon zu Zeiten ihres Debüts „Insanity Or Reality“ wurden
die Norddeutschen RECKLESS TIDE mit Lobeshymnen geradezu überschüttet.
Wenn man sich ihren Einstand bei Armageddon Music namens „Repent
Or Seal Your Fate“ eingehend zu Gemüte führt, wird man
feststellen, dass alle Wortes des Lobes berechtigt gewesen sind. Auf
insgesamt 14 Songs zelebriert das Sextett mit Dame ein ums andere Mal
die Gratwanderung zwischen traditionellen und „neueren“,
nicht minder drückenden, Thrash Metal-Klängen. Als grobe Anhaltspunkte
seien in erster Linie das Riffing der Herren Hannemann und King, die
mächtigen Grooves die uns Robb Flynn und seine „Maschinenköpfe“ anzubieten
haben und eine satte Portion Bay Area-Thrash genannt. Durch die abwechselnd
zum Einsatz kommenden Gesänge von Andrew Troth und Kjell Hallgreen,
die zu nahezu gleichen Teilen für die Vocals verantwortlich sind,
besteht auch diesbezüglich reichlich Abwechslung. Basierend auf
einem feinen Rhythmusteppich, den Kai Swillus (D) und Henning Pfeiffer
(B) ausbreiten, und dem perfekt eingespielten Gitarrenduo Susanne Swillus
und Oliver Jaeth gelingt es RECKLESS TIDE ihre teilweise ein wenig verschachtelt
wirkenden Kompositionen mit Schmackes an den Zuhörer zu bringen,
dass trotz einiger erst nach mehreren Durchläufen zu erkennender
Details kaum längere Gewöhnungsphasen notwendig sind, um sich
mit „Repent Or Seal Your Fate“ anzufreunden! Thrasher müssen
hier blindlings zuschlagen, auf Grund des mitunter recht Todesmörtel–lastigen
Gesangs sollten auch Fans von technisch versierten Death Metal-Combos
ein Ohr riskieren. www.recklesstide.de
Walter
IN–QUEST - The Comatose Quandaries (Dockyard 1/Soulfood)
Obwohl Songtitel wie „Systematic Arythmetic Hate“ oder „Cryotron
Frequency“ eher auf schräge Kompositionskunst im Stile
von MESHUGGAH oder Konsorten schließen lassen, handelt es sich
bei IN-QUEST um weniger abgefahrene Kost. Das Quintett aus Belgien offeriert
uns bereits zum fünften Mal ein Album in der Schnittmenge aus groovigem
Death Metal und modernem Thrash Metal. Dabei ist festzustellen, dass
vorwiegend im Midtempo vorgetragen wird und, wie in „ Audiotoxic
Binaries“, gelegentlich gar doomige Passagen in den Sound integriert
werden konnten, das Gaspedal jedoch allerdings so gut wie nie bis zum
Anschlag durchgedrückt wird. Auch die immer wieder in der Grauzone
zwischen Todesgeröchel und brutalem Shouting eingesetzte Stimme
von Mike Löfberg würde sich hervorragend für Up-Tempo-Material
eignen, doch leider vermisst man über längere Strecken Abwechslung
hinsichtlich des Tempos. Die Midtempo-Parts kommen zwar ordentlich satt
aus den Boxen und wurden auch produktionstechnisch brachial in Szene
gesetzt, auf Dauer schleicht sich aber dennoch eine gewisse Sättigung
beim Hörer ein. www.in-quest.be
Walter
GODDESS OF DESIRE - Awaken Pagan Gods (Armageddon/Soulfood)
Zu den Wiederholungstätern aus Überzeugung sind auch die Niederländer
GODDESS OF DESIRE zu zählen. Wer die Combo jemals auf der Bühne
erleben konnte, dem wird mit Sicherheit das Spektakel, welches die „GöttInnen“ veranstalten,
ebenso in Erinnerung geblieben sein, wie der mächtig „old-school“-lastige
Sound der Band. Die Musik hat sich im Laufe der Jahre an und für
sich kaum geändert, noch immer - und das schon seit gut 10 Jahren
und auf mittlerweile vier Alben - offeriert man uns eine satte Dosis
aus Anklängen an VENOM, MOTÖRHEAD und CELTIC FROST. Auch was
die lyrischen Ergüsse betrifft, wird uns Traditionelles geboten,
hierbei ist man jedoch näher an MANOWAR als an den genannten musikalischen
Referenzbands. Ich bin mir sicher, dass GODDESS OF DESIRE aber
nicht nur zahlreiche Anhänger haben, sondern mindestens ebenso vielen
kritischen Stimmen gegenüberstehen. Doch im Sinne der Einstellung
der Band sei jenen Zeitgenossen ein kurzer Auszug aus „Scream For
Metal True“, einem der Highlights von „Awaken Pagan Gods“ entgegnet,
wo kurz und prägnant festgehalten wird, worum es der Band geht:
„
We´re born to reign and conquer them all.
We preach our Metal, proudly standing tall.
We show no fear for the future at all.
It´s always Metal, Metal will never fall.”
Ich denke, es bedarf keinerlei weiteren Worte (indeed. Andi). GODDESS
OF DESIRE stehen schon seit Jahren für ursprünglichen Metal
und das ist auch gut so. Bleibt nur zu hoffen, dass uns die Niederländer
auch in Zukunft mit ihren Klängen erfreuen werden. www.goddess-of-desire.info
Walter
CONTRADICTION - The Voice Of Hatred (Armageddon/Soulfood)
Seit mehr als 15 Jahren wuseln die Wuppertaler CONTRADICTION emsig in
den Gefilden des deutschen Undergrounds herum, veröffentlichen in
regelmäßigen Abständen feine Thrash Metal-Werke und können
auch auf den Bühnen dieser Erde, wie zuletzt im Vorprogramm von
OVERKILL, überzeugen. Auch auf „The Voice Of Hatred“,
dem mittlerweile fünften Album des Quartetts befinden sich ausschließlich
hochwertige Songs. CONTRADICTION überzeugen in erster Linie durch
nachvollziehbare, dezent groovige Thrasher wie den Titelsong oder das
nicht minder eingängige „Nation Of Fear“. Zudem wechseln
die Herrschaften immer wieder gekonnt das Tempo, so dass einem Nackenbrecher
wie dem Opener „Break The Oath“ auch eher behäbige,
aber nicht minder druckvolle Kompositionen gegenüberstehen. Als
Vorzeigebeispiel diesbezüglich sei „Crimes“ genannt,
das fast schon melancholisch aus den Boxen tönt. Hoffentlich ist
es CONTRADICTION in weiterer Folge vergönnt, ein wenig vom Erfolg
des abermals erstarkten Thrash Metal teilzuhaben, verdient hätten
sie es! www.contradiction.de
Walter
AXENSTAR - The Inquisition (Arise/Point)
Nach dem Vorgängerwerk „Far From Heaven“ war es diesem
schwedischen Quintett vergönnt zusammen mit FALCONER und DOOMSWORD
flächendeckend auf Tournee zu gehen. Leider war der Zeitpunkt relativ
ungünstig, denn mitten im Winter konnten nur recht wenige Fans von
den heimischen Öfen hervorgelockt werden (während im Sommer
10.000 Leute pro Show gekommen wären, oder wie, bei dem Package?!
Andi). Egal, AXENSTAR ließen sich deshalb kaum aus der Bahn
werfen und stellen uns nun „The Inquisition“, ihr mittlerweile
drittes Album vor. Innovation ist von den Herrschaften rund um den Keyboard-spielenden
Sänger Magnus Winterwild zwar immer noch nicht zu erwarten, doch
ihre Fähigkeit kraftvolle Melodic Metal-Kompositionen mit dem gewissen „Etwas“ auszustatten
um daraus Hits für die Ewigkeit zu machen, konnte das Quintett sogar
noch ausbauen. Dabei meine ich nicht nur brillante Refrains, wie jenen
von „The Burning“, den man wohl schon nach dem ersten Durchlauf
innehaben sollte, sondern auch die grenzgenialen Melodien, die das Gitarrenduo
Thomas Eriksson und Peter Johansson aus dem Ärmel schüttelt.
Begnadete Songschreiber sind AXENSTAR auf jeden Fall bereits, mit ein
wenig mehr Glück bei weiteren Gastspielreisen sollte es demnächst
auch mit dem Durchbruch klappen. www.axenstar.com
Walter
SUIDAKRA - Command To Charge (Armageddon/Soulfood)
Das deutsche Quartett SUIDAKRA ist längst zu einer Institution in
unserer Szene geworden. Kein Wunder, nach insgesamt sieben Alben innerhalb
von acht Jahren und den unzähligen Gigs, welche die Herrschaften
in jener Zeit gespielt haben. Musikalisch war die Band schon immer recht
eigenständig, was sich auch auf ihrem neuesten Werk sofort erkennen
lässt. Durch den abwechselnden Gesang von Arkadius, der die eher
brutalen Passagen zum Besten gibt und Mathias, der für den eher
gefühlsbetonten Gesang zuständig ist, schaffen es SUIDAKRA
gekonnt die jeweilige Atmosphäre perfekt umzusetzen. Durch den Einsatz
von einem noch immer nicht gerade genretypischen Instrument wie einem
Dudelsack erhält die Sache noch dazu eine dezent folkloristische
Note und lässt die Deutschen erstmals dezent in die Nähe der
alten SKYCLAD driften, wobei hier die Betonung aber auf „dezent“ liegt.
Die Gitarren tönen wie schon auf dem letzten, für SUIDAKRA
wohl verkaufstechnisch wichtigsten, Werk „Signs Of The Fallen“ recht
rabiat und harmonieren bestens mit der Rhythmusabteilung sowie dem bereits
erwähnten Wechselspiel am Mikro. www.suidakra.com
Walter
SAVAGE CIRCUS - Dreamland Manor (Dockyard 1/Soulfood)
Wie sich herumgesprochen haben sollte, handelt es sich bei SAVAGE CIRCUS
um einen der beiden neuen Acts, die der ehemalige BLIND GUARDIAN-Schlagzeuger
Thomas “Thomen“ Stauch am Start hat. Nach der Trennung wegen „unüberbrückbarer
musikalischer Differenzen“ beweist uns Thomen mit SAVAGE CIRCUS,
wo die Ursache für diese Differenzen lag. Die neun auf „Dreamland
Manor“ verewigten Songs kommen zwar allesamt mit mächtiger
BLIND GUARDIAN-Schlagseite daher, allerdings erinnern diese an jene Zeit,
als die Krefelder noch weit vom bombastischen Sound entfernt waren, den
sie uns in den letzten Jahren aufgetischt haben. Viel eher fühlt
man sich an jene Tage erinnert, in denen wir kniend den Songs von „Imaginations
From the Other Side“ gelauscht haben. Dazu gesellen sich logischerweise
auch unzählige Anklänge an die ohnehin schwer nach alten BLIND
GUARDIAN tönende Band PERSUADER aus Schweden. Logischerweise deshalb,
weil mit Emil Norberg und Jens Carlsson gleich zwei PERSUADER-Musiker
bei SAVAGE CIRCUS am Start sind. Vervollständigt wird das Line-Up
von keinem Geringeren als Piet Sielck, der auch an der Produktion beteiligt
war. Doublebass-lastige Power Speed-Songs bestimmen das Bild und werden
nur selten von gemäßigten Passagen abgelöst. Die Melodien
sind durchgehend zwingend und lassen auf eine möglichst baldige
Umsetzung auf den Bühnen dieser Welt hoffen. Für meinen Teil
ist hier klar nachvollziehbar, weshalb Thomen sich von seiner ehemaligen
Band getrennt hat. Spannend bleibt bloß die Frage ob es SAVAGE
CIRCUS längerfristig geben wird, ohne die Existenz von PERSUADER
und /oder IRON SAVIOR zu gefährden... www.savagecircus.de
Walter
HOLY MOSES - Strength, Power, Will, Passion (Armageddon/Soulfood)
Als ich vor knapp 20 Jahren das Debüt „Queen Of Siam“ zum
ersten Mal gehört hatte, war ich nahezu erschrocken über den
Gesang, der noch dazu von einer Dame von sich gegeben wurde. Im Laufe
der Zeit habe ich HOLY MOSES und mit diesem Bandnamen auch Sabina Classen
und ihre Stimme zu schätzen gelernt. Die Fans, zu denen ich mich
definitiv zähle, durften sich in der langjährigen Karriere
der Aachener Band über unzählige hochwertige Thrash Alben freuen
und kamen wohl auch des Öfteren in den Genuss eines der energiegeladenen
Auftritte des „Heiligen Moses“. Nach einer eher persönlich
bedingten Schaffenspause, in der uns Sabina mit TEMPLE OF THE ABSURD
eine adäquate Alternative anbieten konnte, sind HOLY MOSES auch
2005 mit einem neuen Album am Start. Zum ersten Mal hatte Andy Classen
seine Finger nicht mit im Spiel, denn für die Produktion von „Strength,
Power, Will, Passion“ zeichneten Schrödey (ex-TOTA) und Neo-MOSES-Songwriter
Michael Hankel verantwortlich. Die beiden Herren haben einen ordentlichen
Job abgeliefert, denn die Songs donnern amtlich aus den Boxen. Bereits
der Opener „Angel Cry“ wirkt zeitgemäß, aber dennoch
genauso wie es für HOLY MOSES zu erwarten war. In ähnlicher
Manier geht es auch weiter, über weite Strecken wird im Up-Tempo-Bereich
vorgetragen und nur selten, wie in „Space Cleaning“, kommt
der Hörer zu Verschnauf- bzw. Bangpausen. Der von Sabina ausgewählte
Albumtitel und das Covermotiv fügen sich perfekt in das entstandene
Bild ein und lassen es bedenkenlos zu HOLY MOSES auch heutzutage noch
als eine der wohl wichtigsten Thrash Metal Bands Mitteleuropas zu bezeichnen.
Einziger Kritikpunkt ist die lange Pause zwischen dem eigentlichen Rausschmeißer „Say
Goodbye“ und dem als Hidden Track auf dem Album verewigten Party-Knüller „Im
Wagen Vor Mir“, bei dem Sabina gesangstechnische Unterstützung
von Tom Angelripper erhält. www.holymoses.de
Walter
DESASTER – Angelwhore (Metal Blade/SPV)
Mit DESASTER haben sich Metal Blade wohl eine jener Underground-Bands
mit dem höchsten Kult-Faktor und der eingeschworensten Klientel
gesichert. Schon seit gut 17 Jahren treiben die Koblenzer ihr Unwesen
in der deutschen Metal-Szene und können in der Zwischenzeit auch
bereits auf unzählige Veröffentlichungen zurückblicken.
Doch nicht nur diese Demos und Alben, auch die Auftritte der Band haben
sehr viel zum derzeitigen Status von DESASTER beigetragen. Mit ihrer
Mischung bedienen sie gleichzeitig die Thrash-Fans der alten Schule wie
auch die Anhängerschaft von Black Metal-Innovatoren vom Schlage
HELLHAMMER oder VENOM. Musikalisch gesehen ist zwar kein wirklicher Fortschritt
zu erkennen, allerdings wirken die Songs kompakter als auf den Alben
zuvor, so gesehen ist den Herrschaften ein Reifeprozess anzumerken. Neuzeitliches
dagegen vermisst man auf „Angelwhore“ gänzlich, aber
diesbezüglich besteht auch keinerlei Bedarf. DESASTER sind
sich selbst treu geblieben und ziehen ihr „Ding“ gnadenlos
durch, egal ob das Album dabei über ein renommiertes Label erscheint
oder nur in Eigenregie auf Konzerten verhökert werden würde.
Auch wenn der Begriff mittlerweile eher negativ behaftet ist: DESASTER
sind und bleiben „True Metal“.
www.total-desaster.de
Walter
CRYSTAL BALL – Timewalker (Nuclear Blast/edel)
Die “Hellvetier” von CRYSTAL BALL wagen sich nach ihrem letzten,
relativ erfolgreichen, Album >>Hellvetia<< zum ersten Mal
in ihrer mittlerweile bereits gut 10 Jahre andauernden Karriere an ein
Konzeptalbum heran. Zwar ist die Idee einer vertonten Zeitreise nicht
mehr wirklich neu, >>Timewalker<< klingt aber sehr wohl wie
aus einem Guss. Wie auf den Vorgängeralben dominiert der melodiöse
Metal im Stile älterer PRETTY MAIDS in Kombination mit traditionellem
Hardrock, der das Flair von bekannteren Landsleuten der Band versprüht.
Der Opener >Digital World< ist zwar prägnant und monströs
eingängig, dafür aber eine Gratwanderung zur Kitschkomposition
geworden, wodurch ein leicht schaler Beigeschmack zurückbleibt.
In weiterer Folge nimmt die Durchschlagskraft einzelner Songs aber deutlich
zu, weshalb >>Timewalker<< im Endeffekt ein mehr als nur
hörenswertes Album geworden ist, bei dem lediglich die Songreihenfolge
hätte anders sein sollen. Die Instrumentalisten verstehen ihr Handwerk
ebenso wie Sänger Mark Sweeney, der mit zu den fähigsten Frontleuten
der Schweiz zu zählen ist. Auch für Experimente haben CRYSTAL
BALL ein Faible, nachzuhören im Piano-lastigen >Mozart Symphony<,
dessen Refrain auch aus der Feder von STORMWITCH hätte stammen können.
Gegen Ende hin haben die Herrschaften dann ihre Dampfhämmer versteckt,
so zählen >The Eye Of The Storm< und der Rausschmeißer >Talking
To The Walls< zu den Highlights dieser Scheibe, die uns beweist,dass
in der Schweiz immer noch musikalische Qualitätsprodukte erzeugt
werden und CRYSTAL BALL mit zu den führenden Formationen der Eidgenossenschaft
zu zählen sind. www.crystal-ball.ch
Walter
OPETH - Ghost Reveries (Roadrunner/edel)
Im Vorfeld dieser Veröffentlichung gab es jede Menge Ungereimtheiten.
Mikael Akerfeldt sei „müde“ geworden, so hieß es,
müde von der Musik, müde OPETH weiterzuführen. Welchem
Wunder wir im Prinzip die weitere Existenz der Band zu verdanken haben,
weiß ich zwar nicht, ist letztendlich aber auch egal. Hauptsache
ist doch, wir haben die Band weiterhin und vor allem, Meister Akerfeldt
hat uns wieder einmal ein nettes Ei ins Nest gelegt. Dieses nennt sich >>Ghost
Reveries<< und beweist, dass es in der Tattragisch gewesen wäre,
auf diese Band verzichten zu müssen. OPETH liefern abermals den
Beweis, weshalb sie mit zu den führenden Formationen dieses Erdballs
zählen, wenn es darum geht Musik in Atmosphäre zu verpacken.
Wobei auch diesmal wieder ein breites Spektrum unterschiedlicher Klänge
präsentiert wird, die allesamt zu überzeugen wissen, sei es
im akustischen Bereich, wie in >Hours Of Wealth<, jazzig-progressiv
wie in >Atonement<, bei dem vor allem der Einsatz eines Pianos
für Gänsehaut sorgt oder doch völlig abgedreht, weil von
groovigen Hammondsounds bis hin zu Death Metal –Parts und gefühlvollen
Passagen alles vorhanden ist, wie in >The Baying Of The Hounds<. Meister
Akerfeldt und seinen Kumpanen entführen uns auch auf >>Ghost
Reveries<< auf eine Reise in ihre Gefühlswelt. Dabei kommen
weder Melancholie noch Aggression zu kurz, schon gar nicht aber der Tiefgang,
den kaum einen andere Band in derart beeindruckende Weise zustande bringt
wie OPETH. Die Schweden überzeugen über die gesamte Spielzeit
und liefern das geradezu logische Nachfolgealbum zu den beiden stilistisch
eindeutig von einander abgegrenzten Vorgängerwerken ab. www.opeth.com
Walter
COWBOYS & ALIENS - Language Of Superstars
(Apache Productions)
Wie klingt sie wohl, die „Sprache der Superstars”? Für
das belgische Quintett ist es wohl noch ein harter Weg bis dorthin, erste
Unterrichtseinheiten dürfen aber schon einmal belegt werden. Mit
ihrem extrem trocken klingenden, zu keinem Zeitpunkt aber gestellt wirkenden,
harten Rock tönen COWBOYS & ALIENS wie ein Mittelding aus älteren
MONSTER MAGNET, SPIRITUAL BEGGARS und anderen Rockern, die auch nicht
darauf vergessen, ab und zu KYUSS zu huldigen. Auch der Sound ist dementsprechend
furztrocken ausgefallen und schafft es die an sich schon gnadenlos rockenden
Songs noch ein wenig heftiger klingen zu lassen. Obwohl der Name COWBOYS & ALIENS
hierzulande noch nicht wirklich geläufig sein dürfte, handelt
es sich keineswegs um Newcomer, sondern um gestandene Musiker. An der
Gitarre bei den Belgiern ist beispielsweise Peter Iterbeke zu hören,
der zumindest durch sein kurzes Gastspiel bei CHANNEL ZERO ein Begriff
sein dürfte, eingefleischten Demo-Sammlern aber auch durch FEED
oder ERODE TO GREED bekannt sein sollte. Die hohe Kunst des Komponierens
haben die Herrschaften also über lange Jahre von der Pieke auf gelernt,
weshalb es die Herren auch locker drauf haben Melodien für die Ewigkeit
aus dem Ärmel zu schütteln. Es wäre wohl kaum verwunderlich,
wenn COWBOYS & ALIENS in Bälde zusammen mit den bereits erwähnten
Referenzformationen genannt werden. www.cowboysandaliens.org
Walter
SLOUGH FEG – Atavism (Cruz Del Sur/Al!ve)
Der Einfachheit halber wurde der „Vornamen” THE LORD WEIRD
aus dem Bandnamen gestrichen, am Sound von SLOUGH FEG hat sich indes
kaum etwas verändert. Wie schon auf Vorgängerwerken wie >>Traveller<< oder >>Down
Among The Deadmen<< setzen Mike Scalzi und seine Truppe auf episch,
kraftvolle Kompositionen die schwer im amerikanischen Underground verwurzelt
zu sein scheinen. Dadurch ertönen immer wieder Reminiszenzen an
Bands vom Schlage BROCAS HELM, CIRITH UNGOL oder MANILLA ROAD, wodurch
die Zielgruppe von SLOUGH FEG zwar ein bisschen eingeschränkt wirkt,
nichtsdestotrotz aber eben jene frohlockend das neue Album der Amis aufnehmen
wird Durch kurze, unerwähnte Instrumentals werden die einzelnen
Songs zu einem Gesamtkunstwerk verbunden, das an und für sich auch
als solches betrachtet werden sollte. Anspieltipps sind diesbezüglich
also völlig fehl am Platz, die Klientel weiß ohnehin was zu
tun ist und Jungspunde sollte am besten nicht nur SLOUGH FEG anchecken,
sondern auch gleich die anderen genannten Bands, um zu wissen, wovon
die „Senioren“ wieder einmal mit feuchten Augen sinniert
haben. www.slough-feg.com
Walter
MISTRESS - II: The Chronovisor (Re-Release) (Earache/SPV)
Die englischen Brutalo-Krachmaten MISTRESS waren schon zu Frühzeiten
recht derb unterwegs. Das beweist auch der Re-Release des eigentlich
aus dem Jahre 2003 stammende Zweitlings >>II: The Chronovisor<<.
Durchzogen von ihren teilweise recht sarkastischen Texten zelebrieren
die Briten einen räudigen musikalischen Bastard irgendwo zwischen
NAPALM DEATH, EYEHATEGOD und CROWBAR. Vor allem letztere Band dürfte
nachhaltig Einfluss auf MISTRESS gehabt haben, schließlich ist
als Bonus auch eine monströs-brutale Version von >Like Broken
Glass< verewigt worden. Zudem darf man sich auch an einer schwarzmetallischen
Coverversion erfreuen, in diesem Fall >In The Shadow Of The Horns< von
DARK THRONE, bei dem die Herrschaften beweisen, wie nahe derlei brachiale
Klänge und Black Metal der alten Schule eigentlich beisammen sind.
www.geocities.com/stomp666
Walter
MISTRESS – Same (Re-Release) (Earache/SPV)
Durch den endgültigen Exitus ihrer ehemaligen Plattenfirma Rage
Of Achilles sind MISTRESS bei Earache gelandet und diese haben nun die
Ehre die älteren Werke der Briten neu aufzulegen. Der Name „Earache“ scheint
bei MISTRESS gut ins Programm zu passen, da schon auf dem Erstling klar
gemacht wurde, in welchen musikalischen Sümpfen fortan gedümpelt
werden wird. Irgendwo zwischen derb-brachialem Grindcore, dreckigem Doomrock
und allerlei anderen musikalischen Brutalitäten zerfleddern MISTRESS
ihre Instrumente und auch so manchen Klassiker, wie beispielsweise METALLICA´ s >Whiplash<,
der auf diesem Re-Release als Bonus verewigt wurde. MISTRESS waren und
werden wohl auch in Zukunft nicht für Melodiefetischisten geeignet
sein.
Walter
CRIMINAL – Sicario (Metal Blade/NSM)
Anton Reisenegger, der musikalische Kopf hinter CRIMINAL hat bereits
ein recht bewegtes Leben hinter sich. Während er mit seiner Band
in den Anfangszeiten mit zu den bekanntesten Formationen seiner chilenischen
Heimat gezählt wurde, folgte nach Veröffentlichung von >>Dead
Soul<< (1997) die geschäftstechnische Abwendung der damals
für CRIMINAL noch aktiven Plattenfirma. Durch einen Vertrag bei
Metal Blade Records, der alsbald folgenden Veröffentlichung von >>Cancer<< (2000)
und seiner Übersiedlung nach England im Jahre 2001 konnten CRIMINAL
in Europa recht schnell Fuß fassen, was durch das extrem heftige,
wenn auch ein wenig atmosphärisch abweisende, letzte Werk >>No
Gods, No Masters<< untermauert werden konnte. In der Zwischenzeit
ist Anton in Deutschland ansässig, doch seine Musiker sind im treu
geblieben, zuletzt ist sogar Bassist Kato von Chile nach Europa gezogen. Im
derzeitigen Line-Up vollbringen CRIMINAL einen Brückenschlag zwischen
traditionellem Thrash Metal feinster SLAYER-Machart und einigen „moderneren“ Einflüssen.
Zudem sind die Kompositionen durchwegs eingängig ausgefallen, wodurch
es eigentlich kaum möglich ist sich >>Sicario<< zu entziehen. Songs
wie der alles zerschmetternde Opener >Rise And Fall<, das vielschichtige >Sicario< oder
die SLAYER-Huldigung >The Root Of All Evil< lassen mich zu keiner
Sekunde daran zweifeln, dass CRIMINAL von nun an mit zu den Hoffnungsträgern
im Thrash Metal zu zählen sind. www.criminal1.com
Walter
CIRCLE OF DEAD CHILDREN - Zero Comfort Margin (Earache/SPV)
15 Songs in knapp 20 Minuten mit allerlei sozialkritischen Texten, die
noch dazu reichlich politisch gefärbt sind. Welche Art von Musik
wird uns da schon erwarten? Richtig, Grindcore. Dieser ist allerdings
leider produktionstechnisch in die Binsen gegangen ist, wodurch ein Großteil
der „Songs“ nicht wirklich zur Geltung kommt. Zwar schaffen
es die vier Jungs durch diverse unterhaltsame, gut durchdachte Zwischenspiele
für Abwechslung zu sorgen, in Summe kommt >>Zero Comfort Margin<< leider
nicht an Genregrößen heran, denn dazu fehlt die Durchschlagskraft
und vor allem der Wiedererkennungswert einzelner „Kompositionen“.
www.circleofdeadchildren.net
Walter
EWIGKEIT – Conspiritus (Earache/SPV)
Hinter EWIGKEIT verbirgt sich der englische Multiinstrumentalist James
Fogarty, der mit diesem Solo-Projekt bereits drei Demos und vier Alben
aufgenommen hat. >>Conspiritus<< stellt das fünfte Werk
aus der Feder des Briten dar und kommt sehr entspannt, gleichzeitig aber
auch musikalisch spannend und abwechslungsreich aus den Boxen. Seine
Vorliebe für englischen Space Rock kann der gute Mann immer noch
nicht verbergen, sehr wohl dagegen seine eigene Vergangenheit. Die früher
immer wieder zu vernehmenden Einflüsse aus dem extremen Metal sind
quasi verschwunden, James vollbringt viel eher die Gratwanderung zwischen
stilistischen Ausflügen in die Nähe alter Helden wie HAWKWIND
hin zu neuzeitlich angesagten Prog-Monumentalwerken eines Arjen Lucassen. >>Conspiritus<< ist
ein Konzeptalbum geworden, dass sich an „And Truth Shall Set You
Free“ von David Icke orientiert. Da ich besagtes literarisches
Werk leider nicht kenne und der Promo-Version auch keine Texte beiliegen,
kann ich diesbezüglich nichts Näheres von mir geben. Sei´ s
drum, die Scheibe überzeugt musikalisch durch zahlreiche unterschiedliche
Versatzstücke, die von bombastischen orchestralen Parts, über
dezent britisch proggig tönenden Elementen bis hin zu „industrial-isiert“ rüberkommenden
Ansätzen reichen. >>Conspiritus<< hat demnach ein breites
Spektrum unterschiedlichster Klänge anzubieten, die von James zu
einer in sich stimmigen Melange verquickt wurden. EWIGKEIT werden
wohl demnächst auf eine Stufe mit STAR ONE oder ähnlich veranlagten
Projekten gestellt werden, wobei hinzuzufügen ist, dass James Fogarty
eher die dunklere Seite der Musik zu bevorzugen scheint, was der Atmosphäre
von >>Conspiritus<< auch anzumerken ist.
Walter
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