ASIA – Anthology (Inside Out/SPV)
Von Inside Out flattern uns neben den unzähligen
aktuellen Veröffentlichungen auch immer wieder Re-Releases ins Haus.
Diesmal sind ASIA davon „betroffen“, die in den 80er Jahren
sowohl die Rockabteilung, wie auch den Maistream-Konsumenten gleichermaßen
erfreuen konnten. Die ursprünglich aus dem Jahre 1997 stammende „Best
Of“-Compilation „Anthology“ macht dabei den Anfang.
Interessant an der Geschichte ist zunächst die Tatsache, dass es
sich hier keineswegs lediglich um eine Neuauflage besagter Scheiblette
handelt, sondern dass die auf dem Original enthaltenen Songs in der aktuellen
Besetzung zu hören sind. John Payne, der als Ersatz für John
Wetton ab Anfang der 90er Jahre bei ASIA am Mikro zu hören war, erhält
hier die Chance die Frühwerke der Band mit seiner Stimme zu veredeln.
Diese Aufgabe besteht der Mann mit Bravour, Klassiker wie „Heat
Of The Moment“ oder „Military Man“ funktionieren auch
so perfekt und haben nichts von ihrer ursprünglichen Klasse eingebüßt.
Dazu servieren uns Inside Out als zusätzliches Schmankerl „Time
Again“ in einer gefühlvollen Akustikversion. Aber nicht nur
auf Grund des Inhalts stellt „Anthology“ ein wahres Schmuckstück
für das heimische Archiv dar. Die Angelegenheit wurde auch optisch
gekonnt gestaltet und kommt mit nettem Booklet und im hübschen Pappschuber
in die Läden. www.asiaworld.org
Walter
ASIA – Aqua (Inside Out/SPV)
Als 1992 die Ära des Songwriter-Gespanns John Payne/Geoff Downes
bei ASIA begann, war dies für die Band auch mit musikalischen Veränderungen
verbunden. Man entfernte sich einigermaßen vom klassischen Stadion-Rock
der frühen Tage hin zum eher „herkömmlichen“ Melodic
Rock mit dezenten Anleihen aus der Pop-Branche. Auch das Line-Up war nicht
mehr wirklich konstant, so waren auf besagter Scheibe neben Ur-Mitglied
Carl Palmer auch Simon Phillips und Nigel Glocker am Schlagzeug zu hören,
während die Gitarrenarbeit von Steve Howe und Al Pitrelli perfekt
intoniert werden konnte. Der kommerzielle Erfolge der Frühphase konnte
zwar mit „Aqua“ nicht mehr erreicht werden, die auf dem Original
und der Neuauflage enthaltenen 13 Songs können aber dennoch überzeugen.
Wie bei Re-Releases üblich haben Inside Out auch hier tief in die
Schatzkiste gegriffen und offerieren uns drei Bonus-Tracks. „Little
Rich Boy“ und „Love Under Fire“ dürfen als Live-Mitschnitte
beklatscht werden, mit „Obsession“ bekommen wir auch einen
bislang unveröffentlichten Track zu hören. Schon allein deshalb
lohnt sich der Kauf dieser Scheiblette auch für jene Personen, die
das Original im Schrank stehen haben. www.asiaworld.org
Walter
BLACK MAJESTY - Silent Company
(LMP/SPV)
BLACK MAJESTY aus Australien schaffen es auch auf ihrem zweiten Album,
Einflüsse der „alten“ Welt mit ebensolchen aus der „neuen“
zu kombinieren, um daraus eine recht gefällige und auch ziemlich
eigenständige Mischung zu kreieren. Die Rhytmusfraktion Pavel Konvalinka
(D) und Mark Kelson (B) ist spieltechnisch und in Sachen Geschwindigkeit
wohl recht stark von der „Hamburger Schule“ beeinflusst worden,
während die Gitarren von Hanny Mohamed und Stevie Janevski eindeutig
in Richtung englischer Helden wie IRON MAIDEN und JUDAS PRIEST ausgerichtet
sind. Sänger John Cavaleire scheint am ehesten in Geoff Tate seinen
Meister gefunden zu haben. Sein Gesang erinnert mitunter recht deutlich
an den älteren Tate, wobei diesbezüglich Erinnerungen an jene
Phase von QUEENSRYCHE wach werden, in der die Band dabei war ihren Ruf
zu ramponieren. Ich könnte mir John durchaus auch in einer eher grungig
tönenden Kapelle vorstellen, aber davon kann bei BLACK MAJESTY keine
Rede sein. Die Songs an sich kommen zwar recht gefällig rüber,
allerdings vermisse ich noch ein wenig die zwingenden Melodien und Hooks,
weshalb „Silent Company“ zwar ein gelungenes, aber bei weitem
noch kein herausragendes Album geworden ist. www.blackmajesty.com
Walter
PAGAN`S MIND - Enigmatic : Calling (LMP/SPV)
Die Norweger PAGAN´S MIND könnten mit diesem, ihrem dritten
Studioalbum nun endlich den Sprung aus dem Untergrund heraus schaffen.
„Enigmatic : Calling“, ein Konzeptalbum, das sich mit den
Fragen der menschlichen Existenz als Ergebnis genetischer Experimente
und diverser dubioser Theorien diesbezüglich von Herrschaften wie
Erich von Däniken, Charles Berlitz und anderen Zeitgenossen beschäftigt,
ist ebenso wie die beiden vorangegangenen Werke „Infinity Divine“
und „Celestial Entrance“ ein sattes, kraftvolles Mittelding
aus verspielten Prog-Passagen, heftigen Power Metal-Einschüben und
einer satten Dosis traditoneller Metal-Anteile geworden. Eben jene Mischung
macht „Enigmatic : Calling“ zu einem wahren Ohrenschmaus,
der Fans der genannten Stilformen ausnahmslos erfreuen sollte. Sänger
Nils K. Rue hat dazu ein ähnliches Timbre wie Tim Owens und fügt
sich perfekt ins Geschehen ein. An Einflüssen sind die älteren
Werke von DREAM THEATER und FATES WARNING hier ebenso anzuführen,
wie Neuzeitliches aus der Feder von Daniel Gildenlöw und PAIN OF
SALVATION. Addiert man dazu noch Yngwie MALMSTEEN´s Glanzzeit, SYMPHONY
X und eine dezente Dosis amerikanischen Power Metal, braucht man sich
über die Klasse der Norweger wahrlich keine Gedanken zu machen. Ebenso
wenig würde es mich wundern, wenn PAGAN´S MIND schon sehr bald
mit zu jenen Größen zu zählen wären, auf dem besten
Weg dahin sind die Herrschaften bereits. www.pagansmind.com
Walter
CASUS BELLI - In the Name Of Rose (LMP/SPV)
Da scheint aber jemand seine Lehrstunden in Sachen Songwriting sehr ernst
genommen zu haben. CASUS BELLI aus Griechenland wissen mit schmissigen,
sofort ins Gehör gehenden Refrains und ebenso zwingenden Hooks zu
überzeugen wie schon lange keine Band mehr. Stilistisch sind die
Griechen sowohl im melodiösen Power Metal amerikanischer Machart
beheimatet, wie auch auf der britischen Insel, wobei diesbezüglich
vor allem die Herren Tipton und Downing als Vorbilder für die Gitarrenarbeit
von Panos Arvanitis zu nennen sind. Zu JUDAS PRIEST gibt es noch eine
weitere Verbindung. Schließlich soll Sänger Panos Dedes im
engeren Favoritenkreis gewesen sein, als es seinerzeit darum ging die
vakante Stelle nach HALFORD´s Abgang zu besetzen. Stimmlich hätte
der Kerl mit Sicherheit das Zeug dazu gehabt, allerdings weiß man
mittlerweile ja, dass es nicht immer ein Vorteil ist in derlei große
Fußstapfen treten zu wollen. CASUS BELLI stehen mit „In The
Name Of Rose“ erst am Anfang ihrer Karriere und man darf auch in
Zukunft einiges von dieser griechischen Band erwarten, denn für ein
Zweitwerk (das Debüt „Mirror Out Of Time“ erschien 2001)
ist das Album musikalisch in jeder Hinsicht als gelungen zu betrachten.
Selbiges darf übrigens auch vom Sound der Scheibe, für den R.D.
Liapakis verantwortlich zeichnete, behauptet werden. „In The Name
Of Rose“ ist soundmäßig ungemein druckvoll ausgefallen,
was den an sich schon überzeugenden Songs noch ein wenig mehr „Schmackes“
verleiht.
Walter
WIZARD- Magic Circle (LMP/SPV)
WIZARD sind ein Phänomen in dieser Szene. Ähnlich wie MAJESTY
ziehen sie unabhängig von irgendwelchen Vorgaben und fernab von jeder
Eventualität kommerziell erfolgreich werden zu können, ihr „Ding“
kompromisslos durch, und das nicht erst seit gestern, sondern seit mittlerweile
gut 15 Jahren und fünf Alben. Auch auf den Vorgängerwerken waren
Querverweise zu MANOWAR nicht von der Hand zu weisen, derart intensiv
und nah an den Amis waren WIZARD allerdings nie zuvor als mit „Magic
Circle“. Klar werden jetzt wieder die Kritikerstimmen laut werden,
dass hier dreist geklaut werden würde. Wer allerdings schon seit
so langer Zeit konsequent seinen Weg fortsetzt, dem darf auch zugestanden
werden, dass es wohl keine Schande ist, nach einer Band zu klingen, die
in diesem Genre mit zu den wichtigsten überhaupt zu zählen ist.
Einzig am Sound von „Magic Cirlce“ gibt es etwas auszusetzen,
da dieser nicht über die nötige Durchschlagskraft verfügt
um die an sich kompakten und gelungenen Kompositionen auch adäquat
umzusetzen. WIZARD werden wohl auch ähnlich wie MAJESTY polarisieren,
wenn nicht gar die Metal-Fans in Lager spalten. Ich zähle mich offiziell
zu den Sympathisanten von WIZARD (was uns jetzt alle sehr überrascht.
Andi) und hoffe, auch in Zukunft Alben wie dieses präsentiert zu
bekommen!
www.legion-of-doom.de
Walter
PAATOS – Timeloss (Inside Out/SPV)
Was für ein Glück für mich und wahrscheinlich auch zahlreiche
andere Zeitgenossen, dass es sich hier um ein Re-Release handelt. Vorliegendes
Album war bislang nämlich nicht wirklich bekannt. „Timeloss“,
das Debüt der schwedischen Proggies PAATOS erschien 2002 in Schweden
und fand nur äußerst selten den Weg nach Mitteleuropa. Deshalb
haben sich Inside Out der Sache angenommen und die Scheibe neu aufgelegt.
Zu den ursprünglich enthaltenen fünf Songs, die allesamt von
der melancholischen Grundstimmung und der herrlich einfühlsamen Stimme
von Petronella Nettermalm leben und nicht zuletzt deshalb aus der Vielzahl
von Prog-Werken herausragen, wurde auch der Video-Track zu „Hypnotique“
mit auf das Album gepackt. Im Gegensatz zu „Kallocain“, dem
im letzten Jahr erschienen Album der Band, fällt auf dieser CD ein
verstärkter Hang zu folkloristischen Klängen auf, die offenbar
ein wenig aus dem Klangbild des gemischten Fünfers verdrängt
wurden. Allerdings klingen PAATOS innerhalb eines Albums derart mannigfaltig,
dass ich sicher bin, auch auf einem Nachfolger Neuerungen und soundtechnisch
bislang noch nicht von der Band gehörte Details finden zu können.
PAATOS liefern eben genau das ab, was von einer „progressiven“
Band zu erwarten ist. www.paatos.com
Walter
Tomas BODIN - I A M (Inside Out/SPV)
Während Roine Stolt die kreativen Pausen bei THE FLOWER KINGS damit
verbringt auf einer seiner zahlreichen Nebenbaustellen zu musizieren,
belässt es Keyboarder Tomas BODIN weiterhin dabei, Alben unter seinem
Namen zu veröffentlichen. So ist die Angelegenheit für den Interessenten
zumindest einfacher zu durchschauen. „I A M“ ist eine Prog-Oper
geworden, bei der zum ersten Mal in der Laufbahn des Tastenzauberers nicht
ausschließlich Instrumentals das Bild bestimmen. Alle drei Songs,
die übrigens zwischen knapp 19 und über 23 Minuten Spiellänge
verfügen, konnten durch den Einsatz von unterschiedlichen Stimmen
durchaus aufgewertet werden. Neben Tomas an den Tasten ist sein THE FLOWER
KINGS-Kollege Jonas Reingold am Bass zu hören, während GLENN
HUGHES-Gitarrist JJ Marsh die sechs Saiten perfekt ins Spiel bringt. Marcus
Liliequist am Schlagzeug und die für den Gesang zuständigen
Pernilla Bodin, Helene Schönning und Anders Jansson vervollständigen
das Line-Up. Textmäßig hat Tomas jede Menge persönliche
Ansichten zu philosophischen und religiösen Texten verarbeitet um
daraus ein zum musikalischen Anspruch passendes Konzept zu stricken. „I
A M“ ist ein musikalisch üppig ausgestattetes und inspirativ
weit reichendes Werk geworden, dass nicht zuletzt durch die Gesangsparts
zu einem kurzweiligen Vergnügen wird. www.tomasbodin.com
Walter
NAER MATARON - Discipline Manifesto (Black Lotus/Soulfood)
Zugegebenermaßen hatte ich nach den Klängen, die das Quartett
NAER MATARON verbreitet, nicht damit gerecht, dass die Herrschaften aus
dem sonnigen Süden, genauer gesagt aus Griechenland, stammen. Viel
eher hätte ich auf Grund des stellenweise extrem „Old school“-lastigen
Black Metal auf Skandinavier getippt. Sei´ s drum. Tatsache ist,
dass NAER MATARON schon seit gut 10 Jahren im Geschäft sind und „Discipline
Manifesto“ das bereits fünfte Werk aus ihrem Schaffen darstellt.
Über eine eventuelle Entwicklung der Band kann ich mangels Kenntnis
der älteren Scheiben leider keinerlei Auskunft geben. Auf vorliegendem
Album dominiert der eher primitive ursprüngliche Schwarzmetall, allerdings
gelingt es den Griechen, speziell was den Gesang betrifft immer wieder
für Abwechslung zu sorgen. Entgegen der Annahme, dass der „wahre“
Schwarzwurzel–Schreihals nur keifen darf, haben NAER MATARON wesentlich
mehr zu bieten. Vor allem die immer wieder zum Einsatz kommenden gesprochen
Textpassagen sorgen für Atmosphäre und wenn den Herren in Zukunft
noch mehr Schmankerl wie das durchaus melodiöse und durch klaren,
guten Gesang verfeinerte „ Land Of Dreams“ gelingen, könnte
ich mir gut vorstellen, dass NAER MATARON auch in unseren Breiten durchaus
reüssieren können. Allerdings stellt sich dann natürlich
die Frage, ob man denn dann nicht schon zu weit vom „wahren“
Black Metal entfernt ist (wen kümmert´s... Andi). www.naermataron.com
Walter
UNDER EDEN - The Savage Circle (Black Lotus/Soulfood)
Verdammt, getäuscht! Vielleicht bin ich durch den Bandnamen und den
Titel der Scheibe mit einer komplett falschen Erwartungshaltung an die
Sache herangegangen, schließlich hatte ich ein feines Power Metal-Schmankerl
aus US of A vor meinem magischen Auge…… Egal, Die Herkunft
stimmt zwar, das Quartett hat mit derlei Klängen allerdings nicht
wirklich etwas am Hut. Kraftvoll und vor Brutalität nur so strotzend,
offerieren uns die Amis auf den insgesamt zehn Songs einen brachialen
Mix aus Thrash und Death Metal mit einer Menge an Hardcore-Elementen.
Was den Gesang betrifft, muss angemerkt werden, dass Eric Thon seiner
Stimme nicht nur brachiale Laute entlocken kann, sondern sie mitunter
gar lieblich tönen lässt. Dadurch gewinnt „The Savage
Circle“ mächtig an Abwechslung, ebenso durch die zahlreichen
Breaks und Akustikintermezzi. Das Riffing an sich kommt aber durchwegs
brutal daher und überwiegt, weshalb auch festgehalten werden muss,
dass UNDER EDEN eindeutig zur Kategorie „Musik gewordene Brutalität“
zu zählen sind. Die Band geht zwar noch nicht als Highlight dieser
Richtung durch, schafft es aber sehr wohl bereits durch die genannten
Besonderheiten aus der Masse hervorzustechen. www.under-eden.net
Walter
EVENRAIN - Obscured In A World Of Light (Eigenproduktion)
Zwar existiert die slowenische Formation EVENRAIN erst seit knapp mehr
als einem Jahr, dennoch haben wir es keinesfalls mit Newcomern zu tun.
Die Band war mit Ausnahme von Sänger Kado zuvor bereits unter dem
Namen ASHES ENCASED aktiv und konnte sich durch zahlreiche Auftritte in
ihrem Umland einen recht guten Ruf erspielen. Mit dem Debüt „Obscured
In A World Of Light“ zeigt das Quintett nun, dass sich jene Gigs
wohl auch positiv auf das Songwriting ausgewirkt haben dürften. Nach
einem atmosphärischen Intro mit dem Titel „Evening Rain“
legt die Band mit „Masked Deception“ mächtig los. Irgendwo
im Grenzbereich zwischen technisch versiertem Death und Thrash Metal liegt
aber nicht nur dieser Song, auch die anderen beiden Tracks, „Stolen
Tomorrows“, das von unzähligen Tempowechsel geprägt ist,
und „Overthrow“ beweisen, dass EVENRAIN ein heißer Tipp
aus den Tiefen des Undergrounds in jenem Genre sind. Der Gesang von Kado
ist zwar noch nicht der ausdrucksstärkste, aber unter Berücksichtigung
der mangelnden Erfahrung des Herrn geht seine Leistung in Ordnung. www.evenrain.com
Walter
EVERWOOD - Mind Games (Burning
Star Records)
Schwer beeindruckend klingen jene 12 Songs, die EVERWOOD aus Ungarn auf
ihrem mittlerweile dritten Album namens „Mind Games“ verewigt
haben. Trotz heftiger Gitarrenklänge, im Sinne traditionell metallisch
tönender Riffs, haben es die Jungs geschafft, gleichzeitig auch für
atmosphärische Schönheit zu sorgen. Offensichtlich sind Gitarrist
Ferenc Farkas und Keyboarder Attila Tanczer gleichberechtigt, wenn es
darum geht kompositorische Anteile beizutragen. Vor allem die dichten
Keyboardpassagen, die oft dominierend, aber auch im Hintergrund zur Untermalung
zum Einsatz kommen, verleihen EVERWOOD einen schwer symphonischen Anstrich,
der perfekt mit den harten Gitarrenklängen harmoniert. Dazu kommt
noch Sänger Balazs Koncz, der mit seinem einprägsamen Organ
ebenfalls Akzente setzen kann. In manchen Passagen erinnert der gute Mann
gar an KAMELOT-Barden Roy Khan, vor allem was die Akzentuierung betrifft.
Ob und wie weit EVERWOOD mit diesem Album erfolgreich sein können,
steht wohl noch in den Sternen. Tatsache ist, dass den Ungarn mit „Mind
Games“ ein besonderes Schmankerl des progressiven Metals gelungen
ist, das es nun zu verköstigen gilt. www.everwoodsite.com
Walter
PRESTO BALLET - Peace Among The Ruins (Inside
Out/SPV)
PRESTO BALLET nennt sich die aktuelle Spielwiese von METAL CHURCH-Mastermind
Kurdt Vanderhoof. Ähnlich wie auf den beiden unter seinem Namen veröffentlichten
Werken „Vanderhoof“ (1997) und „A Blur In Time“
(2002) hat die vorliegende Scheibe so gut wie Nichts mit METAL CHURCH
zu tun. Viel eher erinnert uns Kurdt einmal mehr daran, wo seine musikalischen
Wurzeln eigentlich liegen. Inspiriert von jenen Klängen, die er wohl
bereits in seiner Jugend aufgesogen hat, zeigt sich Vanderhoof nebst seien
„Balletttänzern“ (bei denen unter anderem auch Scott
Albright, der bereits auf dem Vanderhoof-Debut für den Gesang zuständig
war, mit an Bord ist) schwer 70er Jahre inspiriert. Als grobe Querverweise
fallen mir DEEP PURPLE, URIAH HEEP und ab und zu gar PINK FLOYD ein. Immer
wieder zitiert die Gitarre diese „gute, alte Zeit“ und auch
die Hammondorgel vollbringt eine Art Zeitsprung in jene Epoche. Im Gegensatz
zu den bereits erwähnten Alben unter seinem Namen schafft es Kurdt
auf „Peace Among The Ruins“ auch immer wieder eine satte Portion
Prog/Art-Rock einzustreuen, wobei mitunter gar symphonische Passagen im
Stile von KANSAS zu vernehmen sind. Wenn auch manche Fans eher ein neues
METAL CHURCH-Album herbeisehnen und PRESTO BALLET diesbezüglich keinerlei
Alternative darstellen, muss Kurdt und seiner Truppe zu „Peace Among
The Ruins“ gratuliert werden. Hoffentlich gelingt es dem PRESTO
BALLET auch bei uns anzutanzen. www.prestoballet.com
Walter
PS: Ein Gespräch mit PRESTO BALLET findest Du in unserer Planet Metal
INTERVIEW-Section!
KAIPA – Mindrevolutions (Inside Out/SPV)
KAIPA existieren zwar schon mehr als 30 (!!) Jahre, werden aber eher als
der „Nebenschauplatz“ von THE FLOWER KINGS-Mastermind Roine
Stolt betrachtet. Mit von der Partie sind bei KAIPA neben Roine, sein
Langzeit-KAIPA-Gefährte Hans Lundin, Morgan Agren (D), THE FLOWER
KINGS-Basser Jonas Reingold, RITUAL-Sänger Patrik Lundström
und eine schwedische Country-Sängerin namens Aleena (a eh. Andi).
Im Gegensatz zum Vorgänger „Keyholder“ legen KAIPA diesmal
weniger Wert auf üppige Instrumentalpassagen als auf die Kompositionen
an sich. Klar, mit dem gut 25-minütigen Titelsong, der quasi das
Herzstück des Albums darstellt, zeigt uns die Band auf ein Neues,
wie spannend man ein Epos gestalten kann, ohne den Zuhörer auch nur
im Entferntesten zu langweilen. Ansonsten hielt man sich kompositorisch
aber eher zurück, denn der „Rest“ der insgesamt zehn
Songs überrascht mit eher konventionellen Songlängen. Besonders
hervorzuheben gilt es jene Passagen, in denen der Wechselgesang Patrik
Lundström und Aleena das Geschehen prägt. Diese beiden Sangespartner
geben ein wahrlich imposantes Duo ab, das keinerlei Vergleiche zu scheuen
braucht. Es ist in der Tat beeindruckend, mit welcher Menge an Kreativität
Musiker wie Roine Stolt gesegnet sind. Der Kerl überzeugt auf jedem
Werk, an dem er beteiligt ist, durch imposante Kompositionen und der nötigen
Umsetzung. Hoffen wir, dass dies so bleiben möge! www.kaipa.info
Walter
ANGEL - A Woman´s Diary Chapter 1
(Black Lotus /Soulfood)
Helena Iren Michaelsen sollte durch ihr Mitwirken bei TRAIL OF TEARS oder
IMPERIA ein Begriff sein. Die Dame mit der Engelstimme versucht nun unter
dem Banner ANGEL auch im Alleingang für Staunen zu sorgen. Vom Gothic
Metal ihrer jungen Jahre ist dabei aber nicht allzu viel übrig geblieben.
Viel eher setzt die Dame auf „A Woman´s Diary – Chapter
1“ auf klassische Arrangements und Kompositionen, die immer wieder
hart an der Grenze zum Kitsch angelegt sind. Ihre Stimme an sich kann
ja durchaus überzeugen, aber leider hat die Dame ein wenig darauf
vergessen, dass es bei derlei „ernsten“ Kompositionen eher
peinlich rüberkommt, anstelle von ebenso tiefgründigen Lyrics
auf Kinderlied-artige Gesangspassagen zurückzugreifen. Gute Ansätze
sind reichlich vorhanden, die Intonation ist ebenfalls als gelungen zu
betrachten, allerdings wäre speziell was die Gesangsdarbietung betrifft
wesentlich mehr herauszuholen gewesen. Aber vielleicht steht bewusst „Chapter
1“ hinter dem Titel….. (klingt aber auch eher wie eine Drohung...
Andi).
www.helena-michaelsen.com
Walter
MAHAVATAR - Go With The No! (Cruz Del Sur/Twilight)
Das italienische Label Cruz Del Sur ist dafür bekannt, nicht gerade
„alltägliche“ Bands unter Vertrag zu haben, sondern eher
obskure Formationen zu unterstützen. Auch MAHAVATAR versprühen
ein leicht exotisches Flair, was schon beim Line-Up beginnt. Die beiden
hauptverantwortlichen Damen Karla Williams (G) und Lizza (V) stammen aus
den für Metal untypischen Gegenden Jamaika und Israel, sind allerdings
schon seit längerer Zeit in New York beheimatet. Einen ähnlich
imposanten Schmelztiegel unterschiedlicher Strömungen, wie ihre Wahlheimat
selbst, stellt auch die Musik von MAHAVATAR dar. Die Basis von „Go
With The No!“ sind brettharte Riffs, die ab und zu mit einem dezenten
New Metal-Touch rüberkommen. Dazu gesellen sich Gesangseinlagen von
melodiös bis hin zu Death Metal-lastig. Immer wieder halten auch
Tribal-Rhythmen Einzug und sogar vereinzelte Gothic Elemente sind den
Damen nicht fremd. Was sich eher wirr liest, konnte zu einer durchaus
homogenen, wenn auch gewöhnungsbedürftigen Melange verquickt
werden, die wahrlich außergewöhnlich und originell klingt.
Der Song „Open Your Minds“, der geradezu als Sammelsurium
der unterschiedlichen Stilformen bezeichnet werden kann, kann wohl als
programmatisch betrachtet werden.
Walter
SPIRITUAL BEGGARS – Demons (Inside
Out/SPV)
Während die ARCH ENEMY- Fans bereits über deren neues Album
freuen, darf sich der geneigte Fanatiker von Michael Amott´s Nebenbaustelle
SPIRITUAL BEGGARS einmal mehr über eine gelungene Mischung aus 70er
Jahre-Flair, fetten Gitarren und zünftigen Hammondorgel-Passagen
freuen. Amott und seine Mitstreiter zeigen, wie zeitgemäß Musik
alter Helden umgesetzt werden kann. Bereits nach einem „Inner Strength“
betitelten Intro, dass Tony Iommi nicht besser hinbekommen hätte
und dem folgenden Groover „ Throwing Your Life Away“ steht
fest, dass die SPIRITUAL BEGGARS auch auf ihrem sechsten Album keinen
Deut von ihrer bisherigen Marschrichtung abgewichen sind. Amotts Gitarren
klingen deutlich BLACK SABBATH-inspiriert, während Keyboarder Per
Wiberg des Öfteren deutlich macht, dass er den Großtaten von
Jon Lord mehr als nur einmal intensiv gelauscht hat. In Summe ist „Demons“
abermals ein feines, hartes Rockalbum geworden, dass trotz aller Anklänge
an längst vergangene Epochen zu keinem Zeitpunkt antiquiert klingt.
www.spiritualbeggars.com
Walter
EUROFORCE – Same (Sonic Age Records/Twilight)
EUROFORCE ist ein eher eigenwilliger Bandname („eigenwillig“
ist nett gesagt, Andi), der irgendwie nach einem Projekt von Musikern
unterschiedlicher Herkunft und überregionaler europäischer Zusammenarbeit
klingt. Die Band stammt jedoch aus Griechenland und ist in erster Linie
das gemeinsame Kind von Jiotis Parchandis (V, HUMAN FORTRESS, HYDRTOXIN)
und Theodore Ziras (G, eine Art griechischer MALMSTEEN). Zusammen mit
Spyros Kabasakalis (D) und John Kostis (B) haben sie 2003 EUROFORCE aus
der Taufe gehoben. Das selbsbetitelte Debut der Band wurde von Theodore
im Magic Sound Studio zu Athen gemischt und ist seit kurzer Zeit zu erhalten.
Nach einem sehr intensiven, fast schon hypnotisierendem Intro, das wohl
aus dem indischen Raum stammen dürfte, steigen die Herren mit „Spirit
Raven“ ins Geschehen ein. Dabei ist ihnen ein regelrechter Ohrwurm
geglückt, der so ziemlich alles enthält, was man von einem melodiösen
und kraftvollen Metal-Song erwarten darf. In weiterer Folge kommen Theodore´s
Vorlieben an der Gitarre zwar ein ums andere mal zum Vorschein, allerdings
weiß der Knabe, wie man Flitzefingerchen auch banddienlich einzusetzen
vermag. Immer wieder vollbringt das Quartett den Brückenschlag zwischen
Power und ähem, Euro-Metal, ohne dabei allerdings auf Klischees zurückgreifen
zu müssen. Titel wie „Brighter Hellas“, „The European
Lie“ oder „Modern Times“ stellen diese Aussage mehr
als überzeugend unter Beweis und zeugen von Verständnis für
ausgeklügelte Arrangements ebenso wie von der Fähigkeit eingägnige
Songs zu kreiren. „Euroforce“ ist ein feines Album voller
Melodien und Kraft geworden, auf dem die Band in allen Geschwindigkeitsbereichen
mit höchstem spielerischen Niveau zu überzeugen weiß.
www.euroforce.gr
Walter
GOD.FEAR.NONE – Envy (Sonic Age Records/Twilight)
Sehr untypisch für das griechische Label Sonic Age Records, das an
und für sich eher traditionelle Klänge supportet, dröhnt
einem der Hammer-Sound der ebenfalls aus Hellas stammenden Formation GOD.FEAR.NONE.
entgegen. Das Quintett brettert irgendwo im Grenzbereich zwischen massivem
Thrash Metal moderner Ausführung, gelegentlichen Mosh-Parts, Mid-Tempo-Einschüben
mit adäquatem Riffing und dem dazupassenden Wechselgesang zwischen
sauber und Todesmetal-lastig, umher. Klar, die Griechen wissen Aggressionen
zu vermitteln, schaffen es aber nichtsdestotrotz auch spielend amtliche
Melodien in ihre Musik zu integrieren. Auch der Sound ist ordentlich druckvoll
ausgefallen und weiß zu überzeugen. Alles in allem ist „Envy“
eine zeitgemäße Scheibe geworden, die es mit Sicherheit verdient
hat testgehört zu werden. Als besonders empfehlenswert sind diesbezüglich
das mächtig eingängige „24 Hours“ oder das nach
„Hit-Single“ schreiende „In A Shallow End“ zu
nennen. www.godfearnone.com
Walter
FURNAZE - No Stairway To Heaven (Eigenproduktion)
FURNAZE stammen zwar aus dem United Kingdom, haben aber eine internationalen
Touch. Bandgründer, Sänger, Songwriter und Gitarrist Olivier
Vermeersch stammt nämlich aus Belgien, während Bassistin Andie
Cayne in Österreich aufgewachsen ist („Cayne“ ist ja
auch ein typisch österreichischer Name, wie Huber, Meier,... Andi).
Nach dem Beginn als Cover-Band ging es 1999 mit ersten eigenen Songs los,
was später zur Veröffentlichung der ersten in Eigenregie aufgenommenen
EP „Lame Brain Society“ führte. Dafür konnten FURNAZE
recht gute Presseberichte einfahren, was ihnen wohl auch für das
aktuelle Scheibchen „No Stairway To Heaven“ gelingen sollte.
Die aus dem Vorjahr stammende EP vereint Anleihen an traditionellen Metal
der PRIESTer ebenso, wie Thrash Metal nahezu jeder Generation. Will sagen,
dass hier TESTAMENT wohl ebenso einflussreich waren, wie SLAYER oder später
PANTERA. Der Thrash Metal lebt vom fulminanten Riffing und der rauen Stimme
von Olivier, der auch mit seinem eigenwilligen, aber vielleicht gerade
deshalb auch einzigartig klingenden Organ überzeugen kann. Das Gitarrenspiel
dürfte auch ein wenig von Jeff Waters inspiriert sein, wobei hier
vor allem „neuzeitliches“ aus dem Hause ANNIHILLATOR als Referenz
angeführt werden kann, was ja auch nicht gerade die Schlechteste
ist. Trotz aller Querverweise überwiegt aber die Eigenständigkeit
und macht „No Stairway To Heaven „ zu einem Geheimtipp für
alle Thrash Metal-Lunatics. Übrigens ist die Band im Moment auf der
Suche nach einem neuen Drummer, Interessenten wenden sich bei Interesse
unter info@furnaze.com direkt an
die Band! www.furnaze.com
Walter
SUDDEN DEATH - Injection Of Hate (DeadBang Records)
Bei dieser Band mit dem Namen SUDDEN DEATH handelt es sich um Italiener,
die mit „Injection Of Hate“ ihr zweites Album vorlegen. Passend
zu ihrem Namen haben sich die vier Herrschaften dem ultraderben, brutalen
Death Metal verschrieben, der mitunter auch in Richtung Grindcore tendiert.
Angetrieben von einer tempomäßig und spieltechnisch recht fitten
Rhythmusabteilung klatschen einem die tief gestimmten Gitarren massive
Riffs entgegen. Obendrein rundet Schreihals Flavio Tempesta dieses Album
mit tief-gutturalen Lauten ab. Leider geht der Scheibe aber ein wenig
Abwechslung ab, ein paar weniger flotte Passagen hätten „Injection
Of Hate“ gut getan, so wird die Angelegenheit Fortdauer der Spielzeit
eher anstrengend. www.sudden-death.tk
Walter
ANGELKNIGHT - Rage Of Angels (Eigenproduktion)
Die Geschichte dieses griechischen Sextetts reicht bis in die Mitte des
letzten Jahrzehnts zurück. 1997 erschien mit „The Light“
ein erstes Demotape und 2 Jahre später folgte das eigentliche Debut,
ein in Eigenregie eingespieltes Werk mit dem Titel „The Angels Are
Back“. Nach einer weiteren selbstbetitelten Demo-CD im Jahr 2003
liegt seit dem letzten Jahr „Rage Of Angels“ vor, das bereits
mehrfach den einheimischen Fans präsentiert wurde, denn ANGELKNIGHT
können bereits auf zahlreiche Gigs in Hellas zurückblicken.
Musikalisch gesehen wird uns Traditionelles in Form von melodiösen,
kraftvollen Kompositionen geboten. Zwar mangelt es ein wenig an Eigenständigkeit,
doch Songs wie „Saviour Of Our World“ oder „Time For
Truth“ sind mit Sicherheit keinen Deut schwächer als zahlreiche
andere Kompositionen in diesem Segment. Das eigentliche Manko bei ANGELKNIGHT
ist die Gesangsdarbietung von Gregoriadis Gregory, der mit seiner sehr
eigenwilligen Stimme leider des Öfteren fehl am Platz liegt. Er schafft
es leider nicht immer den feinen Melodien zu folgen, ebenso wenig kann
er bei den kraftvollen Passagen überzeugen, da sein Organ in jenen
zu unausgereift wirkt. Dadurch wird der Hörgenuß von „Rage
Of Angels“ leider abgeschwächt, was schade ist , denn die Songs
an sich können sich durchaus hören lassen. www.angelfire.com/psy/angelknight/
Walter
RAFFERTY RULES – Dispossessed (Eigenproduktion)
Hinter dem sehr ungewöhnlichen Bandnamen RAFFERTY RULES verbergen
sich fünf Griechen, die ausziehen um von ihrer Heimat aus die Welt
mit brachialen Thrash Metal-Kompositionen in Kombination mit latenten
Hardcore –Einschüben zu erfreuen. Der Einstieg mit „Crushing
Down“ ist ein amtliches Brett, das im Stile von THE HAUNTED und
Konsorten dem Hörer den Schädel rasiert. In weiterer Folge wird
SLAYER gehuldigt („Bursting Of Hate“), ein wenig in Richtung
Bay Area geschielt („State Of Aggression“) und auch Bands
wie HIRAX oder ABBATOIR dürften den Hellenen nicht fremd sein. Man
merkt, dass es auch heute noch problemlos möglich ist, Thrash und
Hardcore zu kombinieren, ohne auch nur ansatzweise „Metal-Core“
zu fabrizieren. www.raffertyrules.com
Walter
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