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SEPTEMBER 2005
Weitere Reviews
im Archiv

ASIA – Anthology (Inside Out/SPV)
Von Inside Out flattern uns neben den unzähligen aktuellen Veröffentlichungen auch immer wieder Re-Releases ins Haus. Diesmal sind ASIA davon „betroffen“, die in den 80er Jahren sowohl die Rockabteilung, wie auch den Maistream-Konsumenten gleichermaßen erfreuen konnten. Die ursprünglich aus dem Jahre 1997 stammende „Best Of“-Compilation „Anthology“ macht dabei den Anfang. Interessant an der Geschichte ist zunächst die Tatsache, dass es sich hier keineswegs lediglich um eine Neuauflage besagter Scheiblette handelt, sondern dass die auf dem Original enthaltenen Songs in der aktuellen Besetzung zu hören sind. John Payne, der als Ersatz für John Wetton ab Anfang der 90er Jahre bei ASIA am Mikro zu hören war, erhält hier die Chance die Frühwerke der Band mit seiner Stimme zu veredeln. Diese Aufgabe besteht der Mann mit Bravour, Klassiker wie „Heat Of The Moment“ oder „Military Man“ funktionieren auch so perfekt und haben nichts von ihrer ursprünglichen Klasse eingebüßt. Dazu servieren uns Inside Out als zusätzliches Schmankerl „Time Again“ in einer gefühlvollen Akustikversion. Aber nicht nur auf Grund des Inhalts stellt „Anthology“ ein wahres Schmuckstück für das heimische Archiv dar. Die Angelegenheit wurde auch optisch gekonnt gestaltet und kommt mit nettem Booklet und im hübschen Pappschuber in die Läden. www.asiaworld.org
Walter

ASIA – Aqua (Inside Out/SPV)
Als 1992 die Ära des Songwriter-Gespanns John Payne/Geoff Downes bei ASIA begann, war dies für die Band auch mit musikalischen Veränderungen verbunden. Man entfernte sich einigermaßen vom klassischen Stadion-Rock der frühen Tage hin zum eher „herkömmlichen“ Melodic Rock mit dezenten Anleihen aus der Pop-Branche. Auch das Line-Up war nicht mehr wirklich konstant, so waren auf besagter Scheibe neben Ur-Mitglied Carl Palmer auch Simon Phillips und Nigel Glocker am Schlagzeug zu hören, während die Gitarrenarbeit von Steve Howe und Al Pitrelli perfekt intoniert werden konnte. Der kommerzielle Erfolge der Frühphase konnte zwar mit „Aqua“ nicht mehr erreicht werden, die auf dem Original und der Neuauflage enthaltenen 13 Songs können aber dennoch überzeugen. Wie bei Re-Releases üblich haben Inside Out auch hier tief in die Schatzkiste gegriffen und offerieren uns drei Bonus-Tracks. „Little Rich Boy“ und „Love Under Fire“ dürfen als Live-Mitschnitte beklatscht werden, mit „Obsession“ bekommen wir auch einen bislang unveröffentlichten Track zu hören. Schon allein deshalb lohnt sich der Kauf dieser Scheiblette auch für jene Personen, die das Original im Schrank stehen haben. www.asiaworld.org
Walter

BLACK MAJESTY - Silent Company (LMP/SPV)
BLACK MAJESTY aus Australien schaffen es auch auf ihrem zweiten Album, Einflüsse der „alten“ Welt mit ebensolchen aus der „neuen“ zu kombinieren, um daraus eine recht gefällige und auch ziemlich eigenständige Mischung zu kreieren. Die Rhytmusfraktion Pavel Konvalinka (D) und Mark Kelson (B) ist spieltechnisch und in Sachen Geschwindigkeit wohl recht stark von der „Hamburger Schule“ beeinflusst worden, während die Gitarren von Hanny Mohamed und Stevie Janevski eindeutig in Richtung englischer Helden wie IRON MAIDEN und JUDAS PRIEST ausgerichtet sind. Sänger John Cavaleire scheint am ehesten in Geoff Tate seinen Meister gefunden zu haben. Sein Gesang erinnert mitunter recht deutlich an den älteren Tate, wobei diesbezüglich Erinnerungen an jene Phase von QUEENSRYCHE wach werden, in der die Band dabei war ihren Ruf zu ramponieren. Ich könnte mir John durchaus auch in einer eher grungig tönenden Kapelle vorstellen, aber davon kann bei BLACK MAJESTY keine Rede sein. Die Songs an sich kommen zwar recht gefällig rüber, allerdings vermisse ich noch ein wenig die zwingenden Melodien und Hooks, weshalb „Silent Company“ zwar ein gelungenes, aber bei weitem noch kein herausragendes Album geworden ist. www.blackmajesty.com
Walter

PAGAN`S MIND - Enigmatic : Calling (LMP/SPV)
Die Norweger PAGAN´S MIND könnten mit diesem, ihrem dritten Studioalbum nun endlich den Sprung aus dem Untergrund heraus schaffen. „Enigmatic : Calling“, ein Konzeptalbum, das sich mit den Fragen der menschlichen Existenz als Ergebnis genetischer Experimente und diverser dubioser Theorien diesbezüglich von Herrschaften wie Erich von Däniken, Charles Berlitz und anderen Zeitgenossen beschäftigt, ist ebenso wie die beiden vorangegangenen Werke „Infinity Divine“ und „Celestial Entrance“ ein sattes, kraftvolles Mittelding aus verspielten Prog-Passagen, heftigen Power Metal-Einschüben und einer satten Dosis traditoneller Metal-Anteile geworden. Eben jene Mischung macht „Enigmatic : Calling“ zu einem wahren Ohrenschmaus, der Fans der genannten Stilformen ausnahmslos erfreuen sollte. Sänger Nils K. Rue hat dazu ein ähnliches Timbre wie Tim Owens und fügt sich perfekt ins Geschehen ein. An Einflüssen sind die älteren Werke von DREAM THEATER und FATES WARNING hier ebenso anzuführen, wie Neuzeitliches aus der Feder von Daniel Gildenlöw und PAIN OF SALVATION. Addiert man dazu noch Yngwie MALMSTEEN´s Glanzzeit, SYMPHONY X und eine dezente Dosis amerikanischen Power Metal, braucht man sich über die Klasse der Norweger wahrlich keine Gedanken zu machen. Ebenso wenig würde es mich wundern, wenn PAGAN´S MIND schon sehr bald mit zu jenen Größen zu zählen wären, auf dem besten Weg dahin sind die Herrschaften bereits. www.pagansmind.com
Walter

CASUS BELLI - In the Name Of Rose (LMP/SPV)
Da scheint aber jemand seine Lehrstunden in Sachen Songwriting sehr ernst genommen zu haben. CASUS BELLI aus Griechenland wissen mit schmissigen, sofort ins Gehör gehenden Refrains und ebenso zwingenden Hooks zu überzeugen wie schon lange keine Band mehr. Stilistisch sind die Griechen sowohl im melodiösen Power Metal amerikanischer Machart beheimatet, wie auch auf der britischen Insel, wobei diesbezüglich vor allem die Herren Tipton und Downing als Vorbilder für die Gitarrenarbeit von Panos Arvanitis zu nennen sind. Zu JUDAS PRIEST gibt es noch eine weitere Verbindung. Schließlich soll Sänger Panos Dedes im engeren Favoritenkreis gewesen sein, als es seinerzeit darum ging die vakante Stelle nach HALFORD´s Abgang zu besetzen. Stimmlich hätte der Kerl mit Sicherheit das Zeug dazu gehabt, allerdings weiß man mittlerweile ja, dass es nicht immer ein Vorteil ist in derlei große Fußstapfen treten zu wollen. CASUS BELLI stehen mit „In The Name Of Rose“ erst am Anfang ihrer Karriere und man darf auch in Zukunft einiges von dieser griechischen Band erwarten, denn für ein Zweitwerk (das Debüt „Mirror Out Of Time“ erschien 2001) ist das Album musikalisch in jeder Hinsicht als gelungen zu betrachten. Selbiges darf übrigens auch vom Sound der Scheibe, für den R.D. Liapakis verantwortlich zeichnete, behauptet werden. „In The Name Of Rose“ ist soundmäßig ungemein druckvoll ausgefallen, was den an sich schon überzeugenden Songs noch ein wenig mehr „Schmackes“ verleiht.
Walter

WIZARD- Magic Circle (LMP/SPV)
WIZARD sind ein Phänomen in dieser Szene. Ähnlich wie MAJESTY ziehen sie unabhängig von irgendwelchen Vorgaben und fernab von jeder Eventualität kommerziell erfolgreich werden zu können, ihr „Ding“ kompromisslos durch, und das nicht erst seit gestern, sondern seit mittlerweile gut 15 Jahren und fünf Alben. Auch auf den Vorgängerwerken waren Querverweise zu MANOWAR nicht von der Hand zu weisen, derart intensiv und nah an den Amis waren WIZARD allerdings nie zuvor als mit „Magic Circle“. Klar werden jetzt wieder die Kritikerstimmen laut werden, dass hier dreist geklaut werden würde. Wer allerdings schon seit so langer Zeit konsequent seinen Weg fortsetzt, dem darf auch zugestanden werden, dass es wohl keine Schande ist, nach einer Band zu klingen, die in diesem Genre mit zu den wichtigsten überhaupt zu zählen ist. Einzig am Sound von „Magic Cirlce“ gibt es etwas auszusetzen, da dieser nicht über die nötige Durchschlagskraft verfügt um die an sich kompakten und gelungenen Kompositionen auch adäquat umzusetzen. WIZARD werden wohl auch ähnlich wie MAJESTY polarisieren, wenn nicht gar die Metal-Fans in Lager spalten. Ich zähle mich offiziell zu den Sympathisanten von WIZARD (was uns jetzt alle sehr überrascht. Andi) und hoffe, auch in Zukunft Alben wie dieses präsentiert zu bekommen!
www.legion-of-doom.de
Walter

PAATOS – Timeloss (Inside Out/SPV)
Was für ein Glück für mich und wahrscheinlich auch zahlreiche andere Zeitgenossen, dass es sich hier um ein Re-Release handelt. Vorliegendes Album war bislang nämlich nicht wirklich bekannt. „Timeloss“, das Debüt der schwedischen Proggies PAATOS erschien 2002 in Schweden und fand nur äußerst selten den Weg nach Mitteleuropa. Deshalb haben sich Inside Out der Sache angenommen und die Scheibe neu aufgelegt. Zu den ursprünglich enthaltenen fünf Songs, die allesamt von der melancholischen Grundstimmung und der herrlich einfühlsamen Stimme von Petronella Nettermalm leben und nicht zuletzt deshalb aus der Vielzahl von Prog-Werken herausragen, wurde auch der Video-Track zu „Hypnotique“ mit auf das Album gepackt. Im Gegensatz zu „Kallocain“, dem im letzten Jahr erschienen Album der Band, fällt auf dieser CD ein verstärkter Hang zu folkloristischen Klängen auf, die offenbar ein wenig aus dem Klangbild des gemischten Fünfers verdrängt wurden. Allerdings klingen PAATOS innerhalb eines Albums derart mannigfaltig, dass ich sicher bin, auch auf einem Nachfolger Neuerungen und soundtechnisch bislang noch nicht von der Band gehörte Details finden zu können. PAATOS liefern eben genau das ab, was von einer „progressiven“ Band zu erwarten ist. www.paatos.com
Walter

Tomas BODIN - I A M (Inside Out/SPV)
Während Roine Stolt die kreativen Pausen bei THE FLOWER KINGS damit verbringt auf einer seiner zahlreichen Nebenbaustellen zu musizieren, belässt es Keyboarder Tomas BODIN weiterhin dabei, Alben unter seinem Namen zu veröffentlichen. So ist die Angelegenheit für den Interessenten zumindest einfacher zu durchschauen. „I A M“ ist eine Prog-Oper geworden, bei der zum ersten Mal in der Laufbahn des Tastenzauberers nicht ausschließlich Instrumentals das Bild bestimmen. Alle drei Songs, die übrigens zwischen knapp 19 und über 23 Minuten Spiellänge verfügen, konnten durch den Einsatz von unterschiedlichen Stimmen durchaus aufgewertet werden. Neben Tomas an den Tasten ist sein THE FLOWER KINGS-Kollege Jonas Reingold am Bass zu hören, während GLENN HUGHES-Gitarrist JJ Marsh die sechs Saiten perfekt ins Spiel bringt. Marcus Liliequist am Schlagzeug und die für den Gesang zuständigen Pernilla Bodin, Helene Schönning und Anders Jansson vervollständigen das Line-Up. Textmäßig hat Tomas jede Menge persönliche Ansichten zu philosophischen und religiösen Texten verarbeitet um daraus ein zum musikalischen Anspruch passendes Konzept zu stricken. „I A M“ ist ein musikalisch üppig ausgestattetes und inspirativ weit reichendes Werk geworden, dass nicht zuletzt durch die Gesangsparts zu einem kurzweiligen Vergnügen wird. www.tomasbodin.com
Walter

NAER MATARON - Discipline Manifesto (Black Lotus/Soulfood)
Zugegebenermaßen hatte ich nach den Klängen, die das Quartett NAER MATARON verbreitet, nicht damit gerecht, dass die Herrschaften aus dem sonnigen Süden, genauer gesagt aus Griechenland, stammen. Viel eher hätte ich auf Grund des stellenweise extrem „Old school“-lastigen Black Metal auf Skandinavier getippt. Sei´ s drum. Tatsache ist, dass NAER MATARON schon seit gut 10 Jahren im Geschäft sind und „Discipline Manifesto“ das bereits fünfte Werk aus ihrem Schaffen darstellt. Über eine eventuelle Entwicklung der Band kann ich mangels Kenntnis der älteren Scheiben leider keinerlei Auskunft geben. Auf vorliegendem Album dominiert der eher primitive ursprüngliche Schwarzmetall, allerdings gelingt es den Griechen, speziell was den Gesang betrifft immer wieder für Abwechslung zu sorgen. Entgegen der Annahme, dass der „wahre“ Schwarzwurzel–Schreihals nur keifen darf, haben NAER MATARON wesentlich mehr zu bieten. Vor allem die immer wieder zum Einsatz kommenden gesprochen Textpassagen sorgen für Atmosphäre und wenn den Herren in Zukunft noch mehr Schmankerl wie das durchaus melodiöse und durch klaren, guten Gesang verfeinerte „ Land Of Dreams“ gelingen, könnte ich mir gut vorstellen, dass NAER MATARON auch in unseren Breiten durchaus reüssieren können. Allerdings stellt sich dann natürlich die Frage, ob man denn dann nicht schon zu weit vom „wahren“ Black Metal entfernt ist (wen kümmert´s... Andi). www.naermataron.com
Walter

UNDER EDEN - The Savage Circle (Black Lotus/Soulfood)
Verdammt, getäuscht! Vielleicht bin ich durch den Bandnamen und den Titel der Scheibe mit einer komplett falschen Erwartungshaltung an die Sache herangegangen, schließlich hatte ich ein feines Power Metal-Schmankerl aus US of A vor meinem magischen Auge…… Egal, Die Herkunft stimmt zwar, das Quartett hat mit derlei Klängen allerdings nicht wirklich etwas am Hut. Kraftvoll und vor Brutalität nur so strotzend, offerieren uns die Amis auf den insgesamt zehn Songs einen brachialen Mix aus Thrash und Death Metal mit einer Menge an Hardcore-Elementen. Was den Gesang betrifft, muss angemerkt werden, dass Eric Thon seiner Stimme nicht nur brachiale Laute entlocken kann, sondern sie mitunter gar lieblich tönen lässt. Dadurch gewinnt „The Savage Circle“ mächtig an Abwechslung, ebenso durch die zahlreichen Breaks und Akustikintermezzi. Das Riffing an sich kommt aber durchwegs brutal daher und überwiegt, weshalb auch festgehalten werden muss, dass UNDER EDEN eindeutig zur Kategorie „Musik gewordene Brutalität“ zu zählen sind. Die Band geht zwar noch nicht als Highlight dieser Richtung durch, schafft es aber sehr wohl bereits durch die genannten Besonderheiten aus der Masse hervorzustechen. www.under-eden.net
Walter

EVENRAIN - Obscured In A World Of Light (Eigenproduktion)
Zwar existiert die slowenische Formation EVENRAIN erst seit knapp mehr als einem Jahr, dennoch haben wir es keinesfalls mit Newcomern zu tun. Die Band war mit Ausnahme von Sänger Kado zuvor bereits unter dem Namen ASHES ENCASED aktiv und konnte sich durch zahlreiche Auftritte in ihrem Umland einen recht guten Ruf erspielen. Mit dem Debüt „Obscured In A World Of Light“ zeigt das Quintett nun, dass sich jene Gigs wohl auch positiv auf das Songwriting ausgewirkt haben dürften. Nach einem atmosphärischen Intro mit dem Titel „Evening Rain“ legt die Band mit „Masked Deception“ mächtig los. Irgendwo im Grenzbereich zwischen technisch versiertem Death und Thrash Metal liegt aber nicht nur dieser Song, auch die anderen beiden Tracks, „Stolen Tomorrows“, das von unzähligen Tempowechsel geprägt ist, und „Overthrow“ beweisen, dass EVENRAIN ein heißer Tipp aus den Tiefen des Undergrounds in jenem Genre sind. Der Gesang von Kado ist zwar noch nicht der ausdrucksstärkste, aber unter Berücksichtigung der mangelnden Erfahrung des Herrn geht seine Leistung in Ordnung. www.evenrain.com
Walter

EVERWOOD - Mind Games (Burning Star Records)
Schwer beeindruckend klingen jene 12 Songs, die EVERWOOD aus Ungarn auf ihrem mittlerweile dritten Album namens „Mind Games“ verewigt haben. Trotz heftiger Gitarrenklänge, im Sinne traditionell metallisch tönender Riffs, haben es die Jungs geschafft, gleichzeitig auch für atmosphärische Schönheit zu sorgen. Offensichtlich sind Gitarrist Ferenc Farkas und Keyboarder Attila Tanczer gleichberechtigt, wenn es darum geht kompositorische Anteile beizutragen. Vor allem die dichten Keyboardpassagen, die oft dominierend, aber auch im Hintergrund zur Untermalung zum Einsatz kommen, verleihen EVERWOOD einen schwer symphonischen Anstrich, der perfekt mit den harten Gitarrenklängen harmoniert. Dazu kommt noch Sänger Balazs Koncz, der mit seinem einprägsamen Organ ebenfalls Akzente setzen kann. In manchen Passagen erinnert der gute Mann gar an KAMELOT-Barden Roy Khan, vor allem was die Akzentuierung betrifft. Ob und wie weit EVERWOOD mit diesem Album erfolgreich sein können, steht wohl noch in den Sternen. Tatsache ist, dass den Ungarn mit „Mind Games“ ein besonderes Schmankerl des progressiven Metals gelungen ist, das es nun zu verköstigen gilt. www.everwoodsite.com
Walter

PRESTO BALLET - Peace Among The Ruins (Inside Out/SPV)
PRESTO BALLET nennt sich die aktuelle Spielwiese von METAL CHURCH-Mastermind Kurdt Vanderhoof. Ähnlich wie auf den beiden unter seinem Namen veröffentlichten Werken „Vanderhoof“ (1997) und „A Blur In Time“ (2002) hat die vorliegende Scheibe so gut wie Nichts mit METAL CHURCH zu tun. Viel eher erinnert uns Kurdt einmal mehr daran, wo seine musikalischen Wurzeln eigentlich liegen. Inspiriert von jenen Klängen, die er wohl bereits in seiner Jugend aufgesogen hat, zeigt sich Vanderhoof nebst seien „Balletttänzern“ (bei denen unter anderem auch Scott Albright, der bereits auf dem Vanderhoof-Debut für den Gesang zuständig war, mit an Bord ist) schwer 70er Jahre inspiriert. Als grobe Querverweise fallen mir DEEP PURPLE, URIAH HEEP und ab und zu gar PINK FLOYD ein. Immer wieder zitiert die Gitarre diese „gute, alte Zeit“ und auch die Hammondorgel vollbringt eine Art Zeitsprung in jene Epoche. Im Gegensatz zu den bereits erwähnten Alben unter seinem Namen schafft es Kurdt auf „Peace Among The Ruins“ auch immer wieder eine satte Portion Prog/Art-Rock einzustreuen, wobei mitunter gar symphonische Passagen im Stile von KANSAS zu vernehmen sind. Wenn auch manche Fans eher ein neues METAL CHURCH-Album herbeisehnen und PRESTO BALLET diesbezüglich keinerlei Alternative darstellen, muss Kurdt und seiner Truppe zu „Peace Among The Ruins“ gratuliert werden. Hoffentlich gelingt es dem PRESTO BALLET auch bei uns anzutanzen. www.prestoballet.com
Walter
PS: Ein Gespräch mit PRESTO BALLET findest Du in unserer Planet Metal INTERVIEW-Section!

KAIPA – Mindrevolutions (Inside Out/SPV)
KAIPA existieren zwar schon mehr als 30 (!!) Jahre, werden aber eher als der „Nebenschauplatz“ von THE FLOWER KINGS-Mastermind Roine Stolt betrachtet. Mit von der Partie sind bei KAIPA neben Roine, sein Langzeit-KAIPA-Gefährte Hans Lundin, Morgan Agren (D), THE FLOWER KINGS-Basser Jonas Reingold, RITUAL-Sänger Patrik Lundström und eine schwedische Country-Sängerin namens Aleena (a eh. Andi). Im Gegensatz zum Vorgänger „Keyholder“ legen KAIPA diesmal weniger Wert auf üppige Instrumentalpassagen als auf die Kompositionen an sich. Klar, mit dem gut 25-minütigen Titelsong, der quasi das Herzstück des Albums darstellt, zeigt uns die Band auf ein Neues, wie spannend man ein Epos gestalten kann, ohne den Zuhörer auch nur im Entferntesten zu langweilen. Ansonsten hielt man sich kompositorisch aber eher zurück, denn der „Rest“ der insgesamt zehn Songs überrascht mit eher konventionellen Songlängen. Besonders hervorzuheben gilt es jene Passagen, in denen der Wechselgesang Patrik Lundström und Aleena das Geschehen prägt. Diese beiden Sangespartner geben ein wahrlich imposantes Duo ab, das keinerlei Vergleiche zu scheuen braucht. Es ist in der Tat beeindruckend, mit welcher Menge an Kreativität Musiker wie Roine Stolt gesegnet sind. Der Kerl überzeugt auf jedem Werk, an dem er beteiligt ist, durch imposante Kompositionen und der nötigen Umsetzung. Hoffen wir, dass dies so bleiben möge! www.kaipa.info
Walter

ANGEL - A Woman´s Diary Chapter 1 (Black Lotus /Soulfood)
Helena Iren Michaelsen sollte durch ihr Mitwirken bei TRAIL OF TEARS oder IMPERIA ein Begriff sein. Die Dame mit der Engelstimme versucht nun unter dem Banner ANGEL auch im Alleingang für Staunen zu sorgen. Vom Gothic Metal ihrer jungen Jahre ist dabei aber nicht allzu viel übrig geblieben. Viel eher setzt die Dame auf „A Woman´s Diary – Chapter 1“ auf klassische Arrangements und Kompositionen, die immer wieder hart an der Grenze zum Kitsch angelegt sind. Ihre Stimme an sich kann ja durchaus überzeugen, aber leider hat die Dame ein wenig darauf vergessen, dass es bei derlei „ernsten“ Kompositionen eher peinlich rüberkommt, anstelle von ebenso tiefgründigen Lyrics auf Kinderlied-artige Gesangspassagen zurückzugreifen. Gute Ansätze sind reichlich vorhanden, die Intonation ist ebenfalls als gelungen zu betrachten, allerdings wäre speziell was die Gesangsdarbietung betrifft wesentlich mehr herauszuholen gewesen. Aber vielleicht steht bewusst „Chapter 1“ hinter dem Titel….. (klingt aber auch eher wie eine Drohung... Andi).
www.helena-michaelsen.com
Walter

MAHAVATAR - Go With The No! (Cruz Del Sur/Twilight)
Das italienische Label Cruz Del Sur ist dafür bekannt, nicht gerade „alltägliche“ Bands unter Vertrag zu haben, sondern eher obskure Formationen zu unterstützen. Auch MAHAVATAR versprühen ein leicht exotisches Flair, was schon beim Line-Up beginnt. Die beiden hauptverantwortlichen Damen Karla Williams (G) und Lizza (V) stammen aus den für Metal untypischen Gegenden Jamaika und Israel, sind allerdings schon seit längerer Zeit in New York beheimatet. Einen ähnlich imposanten Schmelztiegel unterschiedlicher Strömungen, wie ihre Wahlheimat selbst, stellt auch die Musik von MAHAVATAR dar. Die Basis von „Go With The No!“ sind brettharte Riffs, die ab und zu mit einem dezenten New Metal-Touch rüberkommen. Dazu gesellen sich Gesangseinlagen von melodiös bis hin zu Death Metal-lastig. Immer wieder halten auch Tribal-Rhythmen Einzug und sogar vereinzelte Gothic Elemente sind den Damen nicht fremd. Was sich eher wirr liest, konnte zu einer durchaus homogenen, wenn auch gewöhnungsbedürftigen Melange verquickt werden, die wahrlich außergewöhnlich und originell klingt. Der Song „Open Your Minds“, der geradezu als Sammelsurium der unterschiedlichen Stilformen bezeichnet werden kann, kann wohl als programmatisch betrachtet werden.
Walter

SPIRITUAL BEGGARS – Demons (Inside Out/SPV)
Während die ARCH ENEMY- Fans bereits über deren neues Album freuen, darf sich der geneigte Fanatiker von Michael Amott´s Nebenbaustelle SPIRITUAL BEGGARS einmal mehr über eine gelungene Mischung aus 70er Jahre-Flair, fetten Gitarren und zünftigen Hammondorgel-Passagen freuen. Amott und seine Mitstreiter zeigen, wie zeitgemäß Musik alter Helden umgesetzt werden kann. Bereits nach einem „Inner Strength“ betitelten Intro, dass Tony Iommi nicht besser hinbekommen hätte und dem folgenden Groover „ Throwing Your Life Away“ steht fest, dass die SPIRITUAL BEGGARS auch auf ihrem sechsten Album keinen Deut von ihrer bisherigen Marschrichtung abgewichen sind. Amotts Gitarren klingen deutlich BLACK SABBATH-inspiriert, während Keyboarder Per Wiberg des Öfteren deutlich macht, dass er den Großtaten von Jon Lord mehr als nur einmal intensiv gelauscht hat. In Summe ist „Demons“ abermals ein feines, hartes Rockalbum geworden, dass trotz aller Anklänge an längst vergangene Epochen zu keinem Zeitpunkt antiquiert klingt. www.spiritualbeggars.com
Walter

EUROFORCE – Same (Sonic Age Records/Twilight)
EUROFORCE ist ein eher eigenwilliger Bandname („eigenwillig“ ist nett gesagt, Andi), der irgendwie nach einem Projekt von Musikern unterschiedlicher Herkunft und überregionaler europäischer Zusammenarbeit klingt. Die Band stammt jedoch aus Griechenland und ist in erster Linie das gemeinsame Kind von Jiotis Parchandis (V, HUMAN FORTRESS, HYDRTOXIN) und Theodore Ziras (G, eine Art griechischer MALMSTEEN). Zusammen mit Spyros Kabasakalis (D) und John Kostis (B) haben sie 2003 EUROFORCE aus der Taufe gehoben. Das selbsbetitelte Debut der Band wurde von Theodore im Magic Sound Studio zu Athen gemischt und ist seit kurzer Zeit zu erhalten. Nach einem sehr intensiven, fast schon hypnotisierendem Intro, das wohl aus dem indischen Raum stammen dürfte, steigen die Herren mit „Spirit Raven“ ins Geschehen ein. Dabei ist ihnen ein regelrechter Ohrwurm geglückt, der so ziemlich alles enthält, was man von einem melodiösen und kraftvollen Metal-Song erwarten darf. In weiterer Folge kommen Theodore´s Vorlieben an der Gitarre zwar ein ums andere mal zum Vorschein, allerdings weiß der Knabe, wie man Flitzefingerchen auch banddienlich einzusetzen vermag. Immer wieder vollbringt das Quartett den Brückenschlag zwischen Power und ähem, Euro-Metal, ohne dabei allerdings auf Klischees zurückgreifen zu müssen. Titel wie „Brighter Hellas“, „The European Lie“ oder „Modern Times“ stellen diese Aussage mehr als überzeugend unter Beweis und zeugen von Verständnis für ausgeklügelte Arrangements ebenso wie von der Fähigkeit eingägnige Songs zu kreiren. „Euroforce“ ist ein feines Album voller Melodien und Kraft geworden, auf dem die Band in allen Geschwindigkeitsbereichen mit höchstem spielerischen Niveau zu überzeugen weiß. www.euroforce.gr
Walter

GOD.FEAR.NONE – Envy (Sonic Age Records/Twilight)
Sehr untypisch für das griechische Label Sonic Age Records, das an und für sich eher traditionelle Klänge supportet, dröhnt einem der Hammer-Sound der ebenfalls aus Hellas stammenden Formation GOD.FEAR.NONE. entgegen. Das Quintett brettert irgendwo im Grenzbereich zwischen massivem Thrash Metal moderner Ausführung, gelegentlichen Mosh-Parts, Mid-Tempo-Einschüben mit adäquatem Riffing und dem dazupassenden Wechselgesang zwischen sauber und Todesmetal-lastig, umher. Klar, die Griechen wissen Aggressionen zu vermitteln, schaffen es aber nichtsdestotrotz auch spielend amtliche Melodien in ihre Musik zu integrieren. Auch der Sound ist ordentlich druckvoll ausgefallen und weiß zu überzeugen. Alles in allem ist „Envy“ eine zeitgemäße Scheibe geworden, die es mit Sicherheit verdient hat testgehört zu werden. Als besonders empfehlenswert sind diesbezüglich das mächtig eingängige „24 Hours“ oder das nach „Hit-Single“ schreiende „In A Shallow End“ zu nennen. www.godfearnone.com
Walter

FURNAZE - No Stairway To Heaven (Eigenproduktion)
FURNAZE stammen zwar aus dem United Kingdom, haben aber eine internationalen Touch. Bandgründer, Sänger, Songwriter und Gitarrist Olivier Vermeersch stammt nämlich aus Belgien, während Bassistin Andie Cayne in Österreich aufgewachsen ist („Cayne“ ist ja auch ein typisch österreichischer Name, wie Huber, Meier,... Andi). Nach dem Beginn als Cover-Band ging es 1999 mit ersten eigenen Songs los, was später zur Veröffentlichung der ersten in Eigenregie aufgenommenen EP „Lame Brain Society“ führte. Dafür konnten FURNAZE recht gute Presseberichte einfahren, was ihnen wohl auch für das aktuelle Scheibchen „No Stairway To Heaven“ gelingen sollte. Die aus dem Vorjahr stammende EP vereint Anleihen an traditionellen Metal der PRIESTer ebenso, wie Thrash Metal nahezu jeder Generation. Will sagen, dass hier TESTAMENT wohl ebenso einflussreich waren, wie SLAYER oder später PANTERA. Der Thrash Metal lebt vom fulminanten Riffing und der rauen Stimme von Olivier, der auch mit seinem eigenwilligen, aber vielleicht gerade deshalb auch einzigartig klingenden Organ überzeugen kann. Das Gitarrenspiel dürfte auch ein wenig von Jeff Waters inspiriert sein, wobei hier vor allem „neuzeitliches“ aus dem Hause ANNIHILLATOR als Referenz angeführt werden kann, was ja auch nicht gerade die Schlechteste ist. Trotz aller Querverweise überwiegt aber die Eigenständigkeit und macht „No Stairway To Heaven „ zu einem Geheimtipp für alle Thrash Metal-Lunatics. Übrigens ist die Band im Moment auf der Suche nach einem neuen Drummer, Interessenten wenden sich bei Interesse unter info@furnaze.com direkt an die Band! www.furnaze.com
Walter

SUDDEN DEATH - Injection Of Hate (DeadBang Records)

Bei dieser Band mit dem Namen SUDDEN DEATH handelt es sich um Italiener, die mit „Injection Of Hate“ ihr zweites Album vorlegen. Passend zu ihrem Namen haben sich die vier Herrschaften dem ultraderben, brutalen Death Metal verschrieben, der mitunter auch in Richtung Grindcore tendiert. Angetrieben von einer tempomäßig und spieltechnisch recht fitten Rhythmusabteilung klatschen einem die tief gestimmten Gitarren massive Riffs entgegen. Obendrein rundet Schreihals Flavio Tempesta dieses Album mit tief-gutturalen Lauten ab. Leider geht der Scheibe aber ein wenig Abwechslung ab, ein paar weniger flotte Passagen hätten „Injection Of Hate“ gut getan, so wird die Angelegenheit Fortdauer der Spielzeit eher anstrengend. www.sudden-death.tk
Walter

ANGELKNIGHT - Rage Of Angels (Eigenproduktion)

Die Geschichte dieses griechischen Sextetts reicht bis in die Mitte des letzten Jahrzehnts zurück. 1997 erschien mit „The Light“ ein erstes Demotape und 2 Jahre später folgte das eigentliche Debut, ein in Eigenregie eingespieltes Werk mit dem Titel „The Angels Are Back“. Nach einer weiteren selbstbetitelten Demo-CD im Jahr 2003 liegt seit dem letzten Jahr „Rage Of Angels“ vor, das bereits mehrfach den einheimischen Fans präsentiert wurde, denn ANGELKNIGHT können bereits auf zahlreiche Gigs in Hellas zurückblicken. Musikalisch gesehen wird uns Traditionelles in Form von melodiösen, kraftvollen Kompositionen geboten. Zwar mangelt es ein wenig an Eigenständigkeit, doch Songs wie „Saviour Of Our World“ oder „Time For Truth“ sind mit Sicherheit keinen Deut schwächer als zahlreiche andere Kompositionen in diesem Segment. Das eigentliche Manko bei ANGELKNIGHT ist die Gesangsdarbietung von Gregoriadis Gregory, der mit seiner sehr eigenwilligen Stimme leider des Öfteren fehl am Platz liegt. Er schafft es leider nicht immer den feinen Melodien zu folgen, ebenso wenig kann er bei den kraftvollen Passagen überzeugen, da sein Organ in jenen zu unausgereift wirkt. Dadurch wird der Hörgenuß von „Rage Of Angels“ leider abgeschwächt, was schade ist , denn die Songs an sich können sich durchaus hören lassen. www.angelfire.com/psy/angelknight/
Walter

RAFFERTY RULES – Dispossessed (Eigenproduktion)
Hinter dem sehr ungewöhnlichen Bandnamen RAFFERTY RULES verbergen sich fünf Griechen, die ausziehen um von ihrer Heimat aus die Welt mit brachialen Thrash Metal-Kompositionen in Kombination mit latenten Hardcore –Einschüben zu erfreuen. Der Einstieg mit „Crushing Down“ ist ein amtliches Brett, das im Stile von THE HAUNTED und Konsorten dem Hörer den Schädel rasiert. In weiterer Folge wird SLAYER gehuldigt („Bursting Of Hate“), ein wenig in Richtung Bay Area geschielt („State Of Aggression“) und auch Bands wie HIRAX oder ABBATOIR dürften den Hellenen nicht fremd sein. Man merkt, dass es auch heute noch problemlos möglich ist, Thrash und Hardcore zu kombinieren, ohne auch nur ansatzweise „Metal-Core“ zu fabrizieren. www.raffertyrules.com
Walter



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