TWISTED SISTER Live At Wacken
DVD (Drakkar/SonyBMG)
Wie der Titel bereits verrät, handelt es sich um eine fette Live DVD,
aufgenommen bei der Twisted Sister Reunion- Show beim Wacken Open Air
2003. Mit dabei unverzichtbare Schmankerln wie „Stay Hungry“, „Destroyer“, „We’re
Not Gonna Take It“ oder „I Wanna Rock“. Insgesamt haben Twisted Sister
15 Songs zelebriert, die alle auf der DVD enthalten sind, das ganze zum
Glück in guter Bild und Soundqualität. Trotzdem gab es mit der Produktion
der DVD ein gröberes Problem, denn die Soundaufnahmen des Konzertes gingen
teilweise kaputt. Grund dafür war eine defekte Festplatte (die Technik
is a Hund) und es konnte nicht alles wieder hergestellt werden. Daher
war man gezwungen etwas zu tricksen, was sehr gut funktioniert hat, denn
wenn man es nicht weis, fällt es in Wahrheit nicht auf und zum Glück
nahm man dieses Pech nicht zum Anlass, die DVD erst gar nicht zu veröffentlichen.
Und was wäre eine DVD ohne Bonus Material bzw. Interviews? Daher gibt’s
zwischen den verschiedenen Live-Songs aus Wacken einige interessante
Interviews (alle als eigene Parts) mit allen Bandmitgliedern. Diese ziehen
sich über die „Auflösung“ (offiziell haben sich Twisted Sister ja nie
getrennt) im Jahre 1987 nach mehr als 15 Jahre des Bandbestehens und
den damit verbunden zwischenmenschlichen Schwierigkeiten bis zur Reunion
und dem ersten (Privat-)Konzert im kleinen Rahmen im Jahre 2000 für Jason
Flom. Weiters gibt’s Ausschnitte und persönliche Eindrücke von den Twisted
Sister Auftritten bei den amerikanischen Truppen in Korea, der N.Y. Steel
Show, verschiedenen Festivals, vergangenen Zeiten und, und, und….. ja,
es macht echt Spaß! Die Spieldauer der DVD beträgt satte 110 Minuten
und ist auch im 5.1 Surround zu genießen. Einziges Manko für alle, die
ihre Probleme mit Englisch haben: Es gibt keine Übersetzungen und/oder
Untertitel der Interviews. Soviel zur DVD, denn derselbe Silberling ist
gleichzeitig auf der Rückseite eine Audio CD (echt genial, was DVD+ alles
möglich macht)! Also man wende die DVD bzw. CD (haha) und findet 4 Songs
von einem Mitschnitt des Konzertes in Detroit im Mai 1980, einen Song
vom Konzert in London 1982 und sechs Songs vom Wacken Open Air. Die älteren
Aufnahmen wurden remastert und klingen sehr fein. Das nenn ich eine starke
Leistung! Nicht unerwähnt soll das sehr gut gestaltete Booklet zur DVD
bleiben, welches mit vielen Fotos gespickt ist. Fazit: Alle Twisted Sister
Fans sind verpflichtet, sich diese DVD/CD zu kaufen! We´re All SMFs!
Dominik
BACK IN TIME - A Tribute To Rage (Noise Factor)
Um ein
sehr ambitioniertes, gleichermaßen idealistisch wie professionell durchgezogenes
Projekt handelt es sich bei diesem Tribut an die deutsche Metal-Institution
RAGE, welches ja bereits sehr erfolgreich im Planet Music präsentiert
wurde. Initialisiert und produziert von Michael Hirtzy und seinem www.noise-factor.at -
Team, geben sich auf diesem auch optisch ansprechendem Doppelalbum nicht
weniger als 26 österreichische Bands mit je einer Rage-Coverversion
die Ehre. Mit dabei sind Abgesandte verschiedenster stilistischer Prägung,
was sich wohl auch interessanter gestaltet als wenn z.B. „nur“ Vertreter
aus dem traditionellem (Rage-)Metal-Lager vertreten wären. Und wie bei
anderen Tribut-Alben reicht auch auf hierauf die Palette von „sehr nah
am Original“ über „mit eigener Note versehen“ bis „sehr experimentell“.
Interessant zum Beispiel, was die Kosmischen Bösewichter STERNENSTAUB
aus „From The Cradle...“, die Todesmört’ler MIDGARD UPGRADED aus „The
Missing Link“ oder die heimischen Soilbodomflames LORDS OF DECADANCE
aus „Paint The Devil On The Wall“ gemacht haben. Und zur FIRESTORM-Version
des „Solitary Man“ hat sich Peavy himself ja schon vorab sehr positiv
auf der Rage-Homepage geäußert. Im Übrigen hat es sich Mr. Wagner auch
nicht nehmen lassen, das Vorwort im „Back In Time“-Booklet zu schreiben;
sehr cool. Zu den Höhepunkten des Samplers sind natürlich noch die „Back
In Time“ Akustik-Version der Langzeit-Hoffnung STYGMA IV und der Beitrag
von SERENITY zu zählen. Letztere gelten zurecht als Österreich´s momentan
heißestes Eisen in Sachen Prog-/Power-Metal, was nicht nur ihre aktuelle
CD „Engraved Within“ beweist, sondern eben auch ihr Cover von „Set This
World On Fire“. Aber genug der Namens- und Titel-Aufzählungen. Dieses
Doppel-Album weiß als Einheit zu überzeugen, als ein mit viel Herzblut
umgesetztes Unterfangen, als Empfehlung an Rage-Fans, Freunde der heimischen
Heavy-Szene resp. Generell an aufgeschlossene Metaller aller Konturen.
Mehr Infos und Bestellmöglichkeiten unter www.noise-factor.at .
Set This World On Fire!
Andi
KING KOBRA - Number One (Mausoleum/Soulfood)
Die Geschichte der amerikanischenKING KOBRA reicht
bis ins Jahr 1983 zurück.
Die Band gilt als musikalisches Kind von Drum-Legende Carmine Appice. Besagter
Schlagzeuger konnte im Laufe der Existenz dieser Formation ein umfangreiches
Sammelsurium an Mitgliedern bei der „Schlange“ begrüßen.
Eine Liste der ehemaligen Musiker liest sich wie ein Auszug aus einem Lexikon
für amerikanischen Hardrock. Unbedingt zu erwähnen gilt es Mark
Free, der als Sänger das Debut „Ready To Strike“ zu veredeln
wusste und Jahre später, nach geglückter Geschlechtsumwandlung,
als Marcie Free ihr/sein Glück im Business versuchte. Weitere prominente
Bandmitglieder waren der spätere WASP-Bassist Jonny Rod (äußerst
prominent aber auch... Andi) und die beiden Gitarristen David Michael-Philips
und Mick Sweda (noch prominener... Andi). KING KOBRA konnten mit ihrem
zweiten Album „Thrill Of A Lifetime“ richtig durchstarten.
Die erste Single „Iron Eagle (Never Say Die)“ avancierte zum
Megahit, der auf MTV anno dazumal tagtäglich über die Bildschirme
flimmerte. Wie geradezu üblich für damals erfolgreiche Formation
vom Schlage KING KOBRA war das Line-Up leider immer wieder von recht geringer
Stabilität, so dass Carmine in Folge auch Herren wie Marq Torien (der
mit Mick Sweda später die BULLET BOYS ins Leben rief), Gitarrist Jeff
Northrup oder Jonny Edwards, der kurzzeitig bei FOREIGNER mit von der Partie
war, bei KING KOBRA begrüßen konnte. Im Laufe der Zeit hat sich
logischerweise auch eine Menge an Songs angehäuft die es bislang noch
nicht auf eine offizielle Veröffentlichung geschafft haben. Diesbezüglich
wird der geneigte Fan der Band mit „Number One“ (das Album
wurde übrigens schon vor einiger Zeit unter dem Titel „The Lost
Years“ in den USA veröffentlicht) bestens bedient. Insgesamt
elf Tracks wurden auf dieser Scheibe veröffentlicht, darunter auch
jene Songs, die 1988 von einigen ehemaligen „Königskobras“ unter
dem Namen BLACK ROSES für einen gleichnamigen Soundtrack beigesteuert
wurden. „Number One“ ist nicht nur für Nostalgiker eine
lohnenswerte Anschaffung, zumal die Songs trotz des doch schon recht hohen
Alters keineswegs antiquiert klingen, sondern einmal mehr beweisen wie
zeitlos melodiöser Hardrock klingen kann.
Walter
QUIET RIOT - New And Improved (Mausoleum/Soulfood)
1999 hatten QUIET RIOT zwar ihre Blütezeit längst hinter sich
(29 Jahre circa... Andi), waren aber nichtsdestotrotz immer noch aktiv.
Das damals unter dem Titel „Alive And Well“ veröffentlichte
Werk fiel jedoch dem „Zeitgeist“ zum Opfer, weshalb vor allem
hierzulande kaum jemand Notiz davon nahm. Nahezu zeitgleich mit dem aktuellen
Live-Album, das Demolition in die Läden stellt, beweisen Mausoleum
wieder einmal einen goldenen Griff für Re-Releases und legen besagtes
99er-Album unter dem Titel „New And Improved“ neu auf. Zu den
neun Songs des Originals, von denen vor allem der DIO-mäßige
Stampfer „The Ritual“ zu überzeugen und begeistern weiß,
kommen sechs „Bonüsse“, wobei es sich um neue Interpretation
von Hits wie „Cum On Feel the Noize“ oder „Metal Health“ handelt.
Wem immer noch klar geworden ist, weshalb die Band zu Beginn der 80er Jahre
derart erfolgreich war, sollte sich umgehend diese Songs zu Gemüte
führen. Zum Auffrischen der Erinnerung ist „New And Improved“ natürlich
ebenso schwer zu empfehlen, wie für jene Zeitgenossen an denen „Alive
And Well“ damals vorübergegangen ist.
Walter
L.A.GUNS - Cocked And Reloaded (Mausoleum/Soulfood)
Während sein ehemaliger Bandkumpane Axl Rose im Moment lediglich mit
Verschiebungen des Veröffentlichungstermins eines angeblich schon
fertigen neuen Albums und Konzertabsagen dienen kann, scheint Tracii Guns
ein schlaues Kerlchen zu sein (ganz sicher... Andi). Offensichtlich immer
dann, wenn gerade mehr oder weniger Funkstille rund um L.A. GUNS eingekehrt
ist, erteilt Tracii die Lizenz zum Rocken, auch wenn es nur für eine
Wiederveröffentlichung ist. „Cocked And Reloaded“ stellt
den Re-Release des Hit-Albums „Cocked And Loaded“ aus dem Jahre
1989 dar (wer hätte es geahnt... Andi). Damals, zwar nicht mehr ganz
so dick im Geschäft wie mit dem Debüt, zeigten sich die L. A.
GUNS eher von ihrer bluesig-rockigen Seite, was in Songs wie „Sleazy
Come Easy Go“, „Wheels Of Fire“ oder dem für ihre
Verhältnisse geradezu heftigen „Showdown (Riot On Sunset)“ auch
heute noch nachvollziehbar ist. Da diese Neuaufnahmen für diese
Wiederveröffentlichung bereits vier Jahre auf dem Buckel haben, jedoch
erst 2005 das Licht der Läden erblicken, kann ich mich des Verdachts
nicht erwähren, dass Herrn Guns schön langsam aber sicher doch
die Moneten ausgehen (obwohl er doch so ein schlaues Kerlchen ist...?!
Andi).
Walter
RAIN – Headshaker (Eigenproduktion)
Das italienische Quintett RAIN treibt in unterschiedlicher Besetzung bereits
seit mehr als 20 Jahren sein Unwesen im metallischen Untergrund seiner
Heimat. Trotz der Tatsache, dass die Mitglieder der aktuellen Formation
wohl kaum mehr als die letzten Jahre innerhalb der Band verbracht haben
dürften, scheint sich eine Art historischer Zusammenhang in die Kompositionen
eingeschlichen haben. RAIN vollbringen auf vorliegendem Album mehrmals
die Gratwanderung zwischen traditionellem Hardrock wie er zu den Ursprüngen
der Band wohl aktuell war, typisch NWOBHM-getränkten Gitarrenläufen
und schwer teutonisch tönenden Passagen. Auch Sänger Alessandro
Tronconi fügt sich mit seiner dezent rauen Stimme recht gut ins Gesamtbild
ein, wenn er es auch noch nicht schafft Akzente zu setzen. Dazu bedarf
es wohl noch weiterer Jahre, in denen die Fans bei den zahlreichen Gigs
der spielfreudigen Italiener aber sicherlich die an den Schluss von „Headshaker“ gestellte
Bandhymne „Only For The Rain Crew“ intonieren werden. Eine
derartige Hymne komponiert man nicht jeden Tag, weshalb dieser Song als
Abschluß auch prima gewählt ist, da man RAIN dadurch auf ewige
Zeiten in Erinnerung behalten wird. www.raincrew.com
Walter
AXIOM - A Moment Of Insanity (Lufilth Records)
Wie unzählige andere Bands auch, stammen AXIOM aus Italien und vermengen
gekonnt Elemente aus dem progressiven Metal mit zahlreichen anderen Ingredienzien
zu einer interessanten Melange. Das Sextett existiert erst seit knapp einem
Jahr und „A Moment Of Insanity“ stellt das Debüt der Herren
dar. Dennoch ist der Band eine gewisse Reife anzumerken, was allerdings
nicht verwunderlich erscheint, wenn man sich vor Augen führt, dass
Lello Acampa (K), Walter Montone (D) und Armando Scala (G) schon längere
Zeit mit LANDGUARD aktiv und einigermaßen bekannt geworden sind.
Die insgesamt neun Kompositionen verfügen allesamt über eine
gewissen Hang zur eher dunkleren Ausführung progressiver Klänge.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass diesbezüglich neuere Werke
aus dem Fundus von PAIN OF SALVATION Pate gestanden haben, was ja nicht
gerade die übelste Referenz ist. Leider geht die Experimentierfreude
des Sextetts mitunter ein wenig zu weit. Der Opener und Titeltrack könnte
mit seinen allzu modernen, fast schon Rap-mäßigen Gesangspassagen
den einen oder anderen Interessenten davon abhalten, sich näher mit
dem Album zu beschäftigen. Auch ich war etwas irritiert davon, glücklicherweise
belassen es AXIOM aber bei diesem einzigen Experiment in diese Richtung.
In Folge kommen viel eher die für progressiven Metal „üblichen
Verdächtigen“ wie DREAM THEATER und SYMPHONY X oder die bereits
genannten PAIN OF SALVATION zum Vorschein, deren Werke wohl Ehrenplätze
in den Archiven der Musiker innehaben dürften. „A Moment
Of Insanity“ ist, mit Ausnahme des „Openers Of Insanity“,
zu einem empfehlenswerten Album geworden, das der Band aus den Untiefen
des Untergrundes emporzusteigen helfen sollte .
www.axiom-band.com
Walter
NIGHT RANGER - Tokyo Blitz (Mausoleum/Soulfood)
„
Tokyo Blitz“ kam unter dem Titel „Rock In Japan“ bereits
1999 in die Läden und enthält heute wie damals einen gelungenen
Auftritt der Melodic Rocker NIGHT RANGER im Akasaka Blitz zu Tokio aus
dem Jahre 1997. Eben erst ein paar Monate wiedervereinigt und mit „Neverland“ im
Handgepäck, offerierten die Herrschaften ihren japanischen Fans an
jenem Abend ein Feuerwerk an zündenden Melodien gepaart mit geradezu
enthusiastischer Spielfreude. Diese konnte, wie der perfekte Live-Sound
beweist, gut festgehalten und auf Silberling gebannt werden. An den Songs
von NIGHT RANGER gab es ohnehin noch nie etwas auszusetzen, die Herren
wissen, wie der Hase zu laufen hat und verstehen es makellos, mit ihren
Instrumenten umzugehen. Da man mit Brad Gillis und Jeff Watson auch zwei
gefeierte Gitarrenhelden im Line-Up hat, versteht es sich fast von selbst,
dass beide auch intensiv solieren dürfen. Die Songauswahl war logischerweise
auf das gerade aktuelle „Neverland“ ausgerichtet, wodurch einige
Hits aus dem reichhaltigen Fundus der Amis vermisst werden. Diese Wiederveröffentlichung
macht durchaus Sinn, da das Original hierzulande ohnehin nicht gerade einfach
zu erhalten ist und NIGHT RANGER in Europa nicht unbedingt zu Stammgästen
in den Konzerthallen zu zählen sind.
Walter
ANGELS IN EXILE - The Book Of Sorrows (Eigenproduktion)
Vielleicht erinnert sich der eine oder andere Fan ja noch an das 1992 veröffentliche
selbstbetitelte Demo-Tape einer amerikanischen Band namens ANGELS IN EXILE
(Natürlich, Walter. In diesem Moment springen jetzt Abertausende Freaks
vor dem Monitor auf und schreien „Jessas, jo, des alte Angels In
Exile-Tape...“, Andi). Damals konnten die Amis mit einer gelungenen
Mischung aus heftigem Power Metal mit jeder Menge Speed-Anleihen auch bei
uns zahlreiche Freunde finden. Zum meiner eigenen Überraschung ist
diese Band nach einer jahrelangen Pause wieder aktiv, wobei mit Lionel
Sanchez allerdings nur noch ein „Engel“ von damals mit von
der Partie ist. Mit „The Book Of Sorrow“, das im Untertitel „Chapter
1: Retribution“ getauft wurde, meldet sich besagter Herr mehr als
eindrucksvoll in der Szene zurück. Stilistisch hat sich Lionel allerdings
deutlich umorientiert, denn mit der damaligen musikalischen Ausrichtung
hat das aktuelle Album kaum etwas gemeinsam. Der Opener „The Last
Vampyre“ dröhnt in eher gemächlichen Tempo aus den Boxen
und erhält durch Lionel´s Gesang einen sehr grimmigen Anstrich,
weshalb ANGELS IN EXILE anno 2005 fast schon Furcht einflößend
klingen. Durch sehr viele traditionelle Doom- und Rock-Elemente sowie NWOBHM-Anleihen,
denen immer eine gehörige Portion Düsternis hinzugefügt
wird, gedeihen die Songs zu einer sehr eigenwilligen, mitunter gar obskur
tönenden Melange. Der ursprünglich aus New Mexiko stammende,
aber seit langer Zeit in San Francisco beheimatete, Lionel verfügt
zudem über eine sehr gewöhnungsbedürftige, raue Stimme,
die den Kompositionen ein besonders düsteres Flair verleiht und ANGELS
IN EXILE somit zu einer sehr eigenständig klingenden Formation werden
lässt.
Kontakt: Angelsinexile1@netscape.net
Walter
SEPTER – Transgressor (Eigenproduktion)
Schon der Opener „Die By The Axe“ macht unmissverständlich
klar, dass SEPTER (einen an der Waffel haben, Andi) aus den Vereinigten
Staaten druckvollen, pumpenden und mächtigen Power Metal amerikanischer
Prägung zum Besten geben. Zweistimmige Gitarrenläufe der Herren
Paul Dailey und Hawk, sowie der mittelhohe, aber phasenweise recht raue
Gesang von Kevin Truell dominieren diesen Song. Der folgende Titelsong
lässt abermals Erinnerungen an längst vergessen geglaubte US-Formationen
aus den 80er Jahren aufkommen und besticht in erster Linie durch einen
einprägsamen Refrain, in dem Kevin in schwindelerregende Höhen
vordringt. In ähnlicher Stilistik geht es weiter, kraftvoll und mit
zwingenden Hooks versehen, knallen einem die Songs entgegen. Balladeske
Töne werden erst bei der vorletzten Nummer „Slipping Away“ angestimmt,
der Rausschmeißer „Last Days“ ist wieder ein Stück
US-Power Metal vom Feinsten geworden und setzt den Schlusspunkt eines Albums,
das Fanatikern des amerikanischen Metals wie Balsam durch die Ohren flutschen
sollte. Zur Band an sich sei noch gesagt, dass es sich bei SEPTER um ein
Quintett handelt, das mit „Transgressor“ sein Debüt abgeliefert
hat. Der genannte Sänger ist offenbar in der Zwischenzeit nicht mehr
mit an Bord, denn SEPTER sind zusammen mit einem neuen Shouter namens Dane
McCartney bereits wieder im Studio um ein neues Werk einzuspielen. www.septerband.com
Walter
BEAUTIFUL ASHES – Same (Eigenproduktion)
Die Kalifornier BEATIFUL ASHES zeigen auf diesem Demo, dass es problemlos
möglich ist, unterschiedlichste Stilistiken innerhalb von drei Songs
so zu verwursten, dass man meint unterschiedliche Bands vernommen zu haben.
Schuld daran ist in erster Linie Sängerin Megan, der es gelingt mit
ihrer variablen Stimme von ARCH ENEMY-mäßigen Growls bis hin
zu LACUNA COIL-verdächtigen Passagen zu wechseln. Dabei ändert
sich allerdings auch die Stimmung des jeweiligen Songteils, weshalb es
nicht gerade einfach ist BEAUTIFUL ASHES zu konsumieren. Hat man sich allerdings
erst einmal an dieses Quartett und deren eigenwillige, aber sehr interessante Musik
gewöhnt, wird man bei jedem Durchlauf neue Aspekte entdecken, die
einem die drei qualitativ gleichwertigen Songs schmecken lassen. Vor allem
der Wechsel von Aggression und Atmosphäre macht im Endeffekt die Spannung
dieser Scheibe aus. Gespannt sein darf man auch auf das für Sommer
angekündigte Debut „Hunter Of Souls“ sein, vor allem hinsichtlich
des Ideenreichtums der Amis. www.beautifulashes.com
Walter
EXILED ON EARTH - Seizure Of Rationality (Eigenproduktion)
Nach einer im Jahr 2002 veröffentlichten Demo-CD namens „Duality
Conflicts“ legen die Italiener EXILED ON EARTH mit „Seizure
Of Rationality“ noch ein Schäuflein nach. Interessant ist in
erster Linie der Stilmix, den uns das Quartett offeriert. So finden sich
Einflüsse unterschiedlichster Bands wie DEATH, NEVERMORE, TESTAMENT
oder IN FLAMES ebenso auf diesem 3-Tracker, wie eine fette Portion IRON
MAIDEN (Stichwort: Gitarrenarbeit). Immer wieder verblüffen die Instrumentalisten
mit eingestreuten Soloeskapaden, die aber immer songdienlich wirken und
die Scheibe nicht zerfahren klingen lassen. Das Gitarrenduo Alessandro
Croce und Tiziano Marcozzi scheint wohl massiv von Herren wie Jeff Loomis
oder Chuck Schuldiner beeinflusst worden zu sein, während Basser Gino
Palombi offensichtlich in Steve DiGiorgio seinen Meister gefunden haben
dürfte. Auch was das Tempo betrifft, lassen die Italiener nichts anbrennen,
schon die Eröffnungsnummer „Back Stabbed“ geht ab wie
ein Zäpfchen, während die anderen beiden Songs „Forgotten
Lore“ und „Taboo Grinder“ nicht ganz so hurtig, aber
nicht weniger intensiv oder gar qualitativ minderwertiger rüberkommen.
Zu dem ist Tiziano´ s Stimme über jeden Zweifel erhaben.
Der Kerl kann mit klarem, aber dennoch reichlich aggressivem Gesang begeistern.
Ihr Labelscouts da draußen, jetzt seid ihr am Zug! www.exiledonearth.com
Walter
UNCHAINED – Same (Sound Riot/Twilight)
Offensichtlich hat das dem Augenschein nach recht jugendliche schwedische
Quartett UNCHAINED als IRON MAIDEN-Coverband begonnen. An und für
sich ist das weder verwerflich, noch eine Besonderheit in diesem Geschäft.
Allerdings haben UNCHAINED beim Komponieren ihrer Songs leider ein wenig
darauf vergessen, eine eigene Note in die Songs einzubringen. Im Endeffekt
ist die Sache aber auch gar nicht so schlimm, schließlich verfügen
die Schweden mit Per Karlsson zumindest über einen eigenständigen
Sänger, der nur ganz selten an Bruce Dickinson erinnert. Zudem sind
Songs wie „The Analyst“ oder „Ordinary Sinner“ wahre
Perlen vor dem Herren, die uns Steve Harris und Co. schon längere
Zeit nicht mehr bieten konnten. Es ist also nicht immer eine Tragödie,
es den Idolen gleichmachen zu wollen…..www.unchained.se
Walter
LAST EMPIRE – Same (Eigenproduktion)
Auf dem Cover ist ein Warrior abgebildet, der sich eben im Kampf mit einem
Ungeheuer befindet, um die zahlreichen verlorenen Kameraden, die nur noch
in Form von Knochen und Schädel existent sind, zu rächen. Welche
Art von Musik wird den Hörer wohl erwarten, wenn er die zum Cover
gehörende CD in den Schacht schiebt? Na, was wohl? (Deutschsprachiger
Arschloch-Aggro-Hip Hop aus Berlin, Andi). Nein, absolut kein „Euro-Metal“,
sondern feiner US Metal mit einem Sänger, der es schafft in Höhen,
wie sie Warrel Dane zu seiner SANCTUARY-Zeit oder James Rivera in HELSTAR-Glanzzeiten
erreicht hatten, vorzudringen, ohne dabei an Kraft und Ausdrucksstärke
zu verlieren. Vielleicht klingt es übertrieben, aber meiner Meinung
nach hat das Quintett gar das Zeug dazu in die Fußstapfen amerikanischer
Helden wie der bereits erwähnten Referenzformationen zu treten. Der
Fünfer zeigt sichmusikalisch trotz seiner Jugend bereits sehr ausgereift,
variiert das Tempo von heftig bis nahe an den Doom, wobei vor allem das
schleppende „Fall From Grace“ zu einer Komposition der Spitzenklasse
geworden ist. Die beiden Gitarristen Jason Johansen und Pat Dimartino verstehen
es, gnadenlose Duelle abzuliefern, während die Rhythmusfraktion Darius
Lindell (D) und David Ford (B) den üppigen Soundteppich im Hintergrund
knüpft. Das Sahnehäubchen setzt aber Sänger Brain Allen
dieser Scheibe auf, aber ich denke, das hatte ich bereits erwähnt…..(glaub’ auch,
Andi). Übrigens ist die Scheibe vor kurzem auch offiziell über
Underground Symphony erschienen, was die Suche nach LAST EMPIRE erheblich
erleichtern sollte. www.lastempire1.com
Walter
SIX FEET UNDER – 13 (Metal Blade/NSM)
Nach der Neueinspielung des AC/DC-Klassikers „Back in Black” unter
dem Titel „Graveyard Classics 2” haben Chris Barnes und seine
Truppe endlich wieder eigenes Material am Start. Auf „13“ dominiert
im Gegensatz zu den letzten Veröffentlichungen allerdings weniger
der Mid-Tempo-Groove als viel mehr wieder das Tempo, was wohl in erster
Linie jene Fanscharen hellhörigen werden lassen wird, denen eben jene
Parts in den letzten Jahren ein wenig abgegangen sind. Wer die eher groove-betonte
Seite von SIX FEET UNDER bevorzugt, wird aber keineswegs von „13“ enttäuscht
sein, denn immer wieder tauchen auch derlei Elemente auf der Scheibe auf.
Was die Texte betrifft, hat sich Chris, wie üblich, auch diesmal wieder
mit recht deftigen Themen auseinander gesetzt, aber schließlich sind
wir hier ja auf keiner Kindergeburtstagsfeier, sondern bei SIX FEET UNDER
(...und wo genau liegt da der Unterschied? Andi), denen es mit „13“ abermals
gelungen, ist einen fetten Brocken Todesmörtel abzuliefern, was den
Status der Band in der Champions League des Death Metal untermauert. www.sfu420.com
Walter
THE RED DEATH – External Frames Of Reference
(Metal Blade/NSM)
Das amerikanische Quintett THE RED DEATH hat sich den Namen bei Edgar Allan
Poe ausgeborgt und zollt mit dem Titel „External Frames Of Reference“ offensichtlich
der Philosophie Tribut. Musikalisch dagegen zeigen sich die Amis weit weniger
feinfühlig, sprich literarisch angehaucht oder gar philosophisch.
Derber Metal im Grenzbereich zwischen Thrash Metal moderner Ausführung
und Hardcore wird dargeboten. Dazu passend wechselt Sänger Pat Hamblin
zwischen dezent schwarzmetallischem Gekeife und todeslastigen Growls. Speziell
die Gitarristen bringen dazu noch eine ordentliche Dosis schwedischen Death
Metal ins Spiel. Das Tempo ist zumeist verschärft, wenngleich einzelne
Parts mächtig schleppend vorgetragen werden. Der „rote Tod“ ist
gekommen, um auch die dich in seine Fänge zu bekommen, was mit dieser
brachialen Methode auch nicht besonders schwierig für ihn sein sollte….
www.thereddeath.org
Walter
BORN FROM PAIN – In Love With The End (Metal Blade/NSM)
Vom Ende, auch wenn die Band dieses noch so sehr lieb hat, wie uns der
Titel der Scheibe suggerieren möchte, kann bei BORN FROM PAIN keine
Rede sein. Viel eher stellt das mittlerweile fünfte Album der Herrschaften
eine Art Neubeginn dar, nicht zuletzt deshalb, da mit Metal Blade ein renommiertes
Label als Businesspartner gewonnen werden konnte. Durch ihre langjährige
Zugehörigkeit zur Szene kann den Niederländern auf keinen Fall „Trendreiterei“ vorgeworfen
werden BORN FROM PAIN sind schon seit jeher im Grenzbereich zwischen Hardcore
und Metal anzusiedeln. Diesbezüglich sollte dem Quintett der nötige
Tribut gezollt werden, schließlich waren sie eine der ersten Formationen
auf dem europäischen Kontinent, die mit derartigen Klängen aufwarten
konnten. Besonders gelungen finde ich das mächtige Gebräu
dann, wenn der Metal-Einschlag aus der Doom-Ecke kommt. Ein Song wie „The
New Hate“ verdeutlicht die Power, die BORN FROM PAIN zu vermitteln
wissen, obwohl auch ihre hurtigeren Kompositionen alles andere als kraftlos
aus den Boxen dröhnen. www.bornfrompain.com
Walter
THE RED CHORD - Clients (Metal Blade/NSM)
Diese Band hat das Zeug dazu, sich als Realität gewordener Albtraum
sämtlicher Schreiberlinge zu etablieren. Bei eher oberflächlichem
Kontakt mit „Clients“ könnte es einem nämlich sehr
leicht passieren, die Scheibe mit dem Verdacht auf „musikalisches
Chaos“ vorschnell in eine Ecke zu stellen und verstauben zu lassen.
Hat man sich aber erst einmal näher mit der Musik dieses amerikanischen
Quintetts auseinander gesetzt, offenbaren sich musikalische Feinheiten,
die, verpackt in teilweise recht derbe Klänge, jede Menge spieltechnische
Feinheiten erkennen lassen. Wer es schafft derart aggressive Kompositionen
mit allerlei Finessen, Frickeleien und ähnlichen technischen Verspieltheiten
abzuliefern, muss schon ein begnadeter Musiker sein. Die Jungs von THE
RED CHORD zählen definitiv zu Könnern an ihren Instrumenten,
dazu bedarf es keines weiteren Kommentars. Wer sich vorstellen kann, wie
Hardcore gepaart mit Jazz-lastigen Breaks im Verbund mit technischem Todesmörtel
und eingestreuten Grindcore-Attacken klingt und diese ominöse, aber
sehr originelle Melange zu schätzen weiß, ist hier genau richtig.
www.theredchord.com
Walter
POWERWOLF – Return In Bloodred (Metal
Blade/NSM)
Die Mär vom aus Rumänien stammenden Sänger Attila Dorn,
der per Zufall in seiner Stammkneipe auf die Brüder Greywolf getroffen
ist und beschloss, sich fortan deren Band als Sänger anzuschließen,
finde ich recht originell. Eben so unterhaltsam wie das „Konzept“ hinter
der Formation finde ich auch die Musik dieses Quintetts. Schon der Opener „Mr.
Sinister“ zeigt deutlich, dass man sich an den verschiedensten Größen
der Szene orientiert und es schafft aus allen Einflussquellen das Beste
für die eigene Formation herauszufiltern um eine eigenständige,
beeindruckende unoriginelle Mischung abzuliefern. Von BLACK SABBATH über
MERCYFUL FATE bis hin zum amerikanischen, stadiontauglichen Hardrock reichen
die Querverweise, die auf dieser Scheibe zu vernehmen sind. POWERWOLF haben
mit „Return In Bloodred“ eines der unterhaltsamsten Alben,
das in letzten Monaten veröffentlicht worden ist abgeliefert. Holt
Euch dies Scheibe, bevor Euch der POWERWOLF verschlingt (*zitter* Andi).
www.powerwolf.net
Walter
LOSA – The Perfect Moment (Metal Blade/NSM)
Manche Bands machen es dem Rezensenten wahrlich nicht einfach (manche Rezensenten
dem Korrektur-Leser auch nicht, Andi), deren Musik zu beschreiben. Aber
das ist auch gut so, denn gerade das macht ja den Spaß an dieser
Tätigkeit aus. LOSA, ein aus Texas stammendes Quintett, verwurstet
nicht nur Death Metal und Hardcore-Elemente in den Songs, sondern kann,
so quasi „nebenbei“, auch noch mit zahlreichen anderen Passagen
aufwarten. Mitunter erklingen moderne Thrash Metal-Elemente, die derart
wahnwitzig vorgetragen werden, dass man meint STRAPPING YOUNG LAD hätten
dafür Pate gestanden. Andererseits lassen LOSA auch eine satte Portion
Melancholie in die Songs einfließen, was sich angenehm auf den Hörgenuss
auswirkt und ein wenig zur Beruhigung der Lauschlappen beiträgt. Völlig
unvorbereitet packen die Amis jedoch unmittelbar danach wieder die akustische
Keule aus, um musikalische Ohrfeige zu verteilen (bitte... Andi). Für „Hit-Singles“ oder ähnliche
Angelegenheiten sind LOSA bestimmt nicht prädestiniert, sehr wohl
aber um den Zuhörer nach jeden Durchlauf verstört und irritiert
zu hinterlassen, damit dieser das zwingende Bedürfnis verspürt
sich „The Perfect Moment“ gleich noch mal anzuhören. www.losa.nu
Walter
MESMERIZE – Stainless (Dragonheart/NSM)
Das italienische Quintett MESMERIZE hat zuletzt im Jahre 2002 durch die
Veröffentlichung einer Doppel-EP aufhorchen lassen auf der neben Eigenkompositionen
auch einige gelungene Coverversionen zu bestaunen waren. Das eigene Material
der Herrschaften war ebenfalls noch nie von schlechter Qualität, ein
Umstand der sich auf dem aktuellen Silberteller „Stainless“ fortsetzt.
Zwar besteht der Großteil der Kompositionen aus eher unspektakulärem,
melodiösem Up-Tempo-Metal, doch dazu gesellen sich immer wieder interessante
Einsprengsel durch Geigen, die einen „Speedy“ wie „Windchaser“ zu
einer sehr gelungenen Nummer machen, die im Endeffekt ein wenig nach „SKYCLAD
light“ klingt. Gerade diese unerwarteten Momente machen „Stainless“ spannend.
Darauf sollte beim Komponieren in Zukunft noch ein wenig mehr Augenmerk
gelegt werden um die Erfolgsleiter weiter nach oben erklimmen zu können.
Mit „Stainless“ sollte es aber zumindest einigermaßen
bergauf gehen, da es in diesem Segment weit weniger originelle Formationen
gibt, die unberechtigterweise wesentlich bekannter sind als MESMERIZE.
www.mesmerize.it
Walter
GJALLARHORN – Nordheim (Dragonheart/NSM)
Wer beim letztjährigen „Bang Your Head“-Festival den Club-Gig
von DOOMSWORD miterlebt hat, dem wird noch in Erinnerung sein, dass die
Italiener jenen Auftritt ihrem Idol Quorthon gewidet hatten. BATHORY werden
wohl auf ewige Zeiten die Referenzformation für Viking Metal bleiben,
daran wird sich auch in zig Jahren nichts ändern. GJALLARHORN,
eine neue Band, an der auch zwei DOOMSWORD-Musiker mitwirken, sind noch
deutlicher als „Tribute to BATHORY“ zu verstehen, als es DOOMSWORD
ohnehin schon sind. Die Ausrichtung von „Nordheim“ ist somit
musikalisch wie lyrisch eindeutig festgelegt. Immer wieder versuchen sich
die Italiener an Kompositionen, die jenen ihres Vorbildes nicht unähnlich
klingen, ohne dabei allerdings deren Intensität zu erreichen. Mit
dem an den Schluss gestellten „200 Years Of Fury“ sind GJALLARHORN
allerdings schon recht nahe dran, weshalb auch zu hoffen ist, dass es nicht
bei diesem einzigen Album bleiben wird. Für ein Debüt geht „Nordheim“ in
Ordnung, zur Klasse des Originals fehlt aber noch Einiges.
Walter
GOREROTTED – A New Dawn For The Dead
(Metal Blade/NSM)
Einiges geändert hat sich im Lager von GOREROTTED. Seit dem Ausstieg
des Vokalisten namens Mr. Gore scheint sich der illustre Haufen stilistisch
ein wenig umorientiert zu haben. Die auf dem Vorgänger „Only
Tools And Corpses“ noch zur Genüge vorhandenen derben Grindcore-Passagen
dürften der Vergangenheit angehören. Trotz immer noch heftigster
Vokalakrobatik aus dieser Richtung dominiert auf „A New Dawn For
The Dead“ der donnernde Groove, weshalb GOREROTTED auch für
Anhänger eher gemäßigter Klänge zugänglicher
geworden sein sollte. Generell fällt an der Scheibe auch noch eine
Art rotzige Rock-Attitüde auf, die mich ein wenig an PUNGENT STENCH
erinnert. Die gemeinsame Tournee scheint da wohl ihre Spuren hinterlassen
zu haben. Speziell hervorheben möchte ich die Songs „Nervous
Gibbering Neck“ und „Selection And Dissection Of Parts For
Resurrection“ , die reichlich mächtig schleppend aus den Boxen
dröhnen, was besagten Songs weiter an Intensität verleiht und
mich darin bestätigt, dass „A New Dawn For The Dead“ GOREROTTED
verträglicher für den Konsument macht als je zuvor. www.deadagain.fsnet.co.uk
Walter
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